XAUUSD Prognose Gold: Das wird ja immer spannender hier!

News: Aktuelle Gold Analyse des London Gold Spot

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London Gold Spot
ISIN: XC0009655157
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Ticker: XAUUSD
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Währung: USD
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Muss Gold steigen, wenn sich die Krise intensiviert? Wird sie sich überhaupt intensivieren? Wird das Auf und Ab des US-Dollars Gold weiter beeinflussen? Nichts davon ist zwingend, die Trader entscheiden, wo es langgeht. Und jetzt müssen sie sich wirklich entscheiden!

Seit sich Gold von dem einstmals „sicheren Hafen“ und der Domäne eher konservativer, langfristiger Investoren zu einem volatilen Trading-Asset für jedermann gewandelt hat, sind Argumente, warum Gold steigen oder fallen müsste, ziemlich überholt. Und man bekommt ja auch regelmässig bewiesen, dass man hier als Trader mit einem „müsste eigentlich“ nicht weit kommt. Chart- und Markttechnik regieren die Trends. Wer sich konsequent an die da ausgeworfenen Signale hält, fährt am besten. Aber welche Aussage liefert Gold denn derzeit ab? Long? Short?

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Gar keine. Was wir hier sehen, ist ein seit Wochen vorherrschendes „vielleicht“, das beiden Lagern einen starken Impuls verspricht, wenn es denn gelingt, die entsprechenden Chartmarken zu kreuzen. Und das gelingt jetzt schon so lange beiden Lagern nicht, dass man guter Dinge sein kann, dass der Ausbruch dafür umso intensiver wird, wenn er denn kommt.

Expertenmeinung: Grundsätzlich hätten die Bullen momentan die besseren Karten. Sie sehen im Chart, dass der Goldpreis in den vergangenen Monaten ein grosses Doppeltief über dem Level von 1.615 US-Dollar ausgebildet und vollendet hatte, wobei das zweite Tief für sich selbst genommen auch ein Doppeltief war.

Eine perfekte Ausgangsbasis. Nach dem Ausbruch über die Nackenlinie bei 1.730 US-Dollar folgte ein Pullback an diesen Ausbruchslevel, nachdem der Kurs zuvor an der durch die 200-Tage-Linie verstärkten Widerstandszone 1.780/1.808 US-Dollar gestoppt wurde. Die Käufer müssten jetzt, nachdem die Zone um 1.730 US-Dollar einem ersten Test standgehalten hatte, weiter zugreifen und die Zone 1.780/1.808 US-Dollar im zweiten Anlauf überwinden. Dann hätte das Edelmetall aus charttechnischer Sicht umgehend Spielraum bis zum Bereich 1.875/1.895 US-Dollar. Aber die Käufer tun sich auffällig schwer.

Ein sofortiger Versuch, nach dem Touchieren der Unterstützungszone nach oben davonzuziehen, wurde abgewiesen, seither dümpelt der Goldpreis zwischen 1.730/1.735 US-Dollar und 1.780/1.808 US-Dollar seitwärts. Ein Ausbruch wäre ein unmittelbares, kurzfristiges Trading-Signal in Ausbruchsrichtung. Das ist verlockend genug, um unterstellen zu können, dass die Gold-Trader dieses Patt eher über kurz als über lang auflösen werden!

Gold: Chart vom 29.11.2022, Kurs 1.749,75 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen des London Gold Spot

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Die Logik dahinter ist zwar nicht zwingend, aber der Goldpreis ist trotzdem recht eng an die Bewegungen des US-Dollars gekoppelt. Der starke Abwärtsschub des Dollars der letzten Tage zog Gold deutlich höher. Aber jetzt ist eine Hürde erreicht, an der die Bullen scheitern könnten.

Kaum begann der US-Dollar vor allem zum Euro am 4. November kräftig nachzugeben, zog der Goldpreis an. Diese enge Korrelation wird, egal, wo man hinschaut, einfach akzeptiert, aber wirklich triftige Gründe gibt es nicht, wieso Gold nachgeben müsste, wenn der US-Dollar steigt und umgekehrt zulegen sollte, weil der Greenback unter Druck kommt. Aber da auch viele Handelsprogramme, die auf kurzfristiger Ebene mit hohen Umsätzen agieren, diese Korrelation befolgen, muss man an und für sich nicht versuchen, hier einen tieferen Sinn zu finden, sondern sollte es einfach zur Kenntnis nehmen und sich auf die charttechnische Gemengelage beim Gold an sich konzentrieren.

Und die zeigt derzeit, dass das bullische Lager, das seit März permanent in der Defensive war, obwohl steigende Zinsen und fallende Aktien in einem Umfeld mit bärischen wirtschaftlichen Perspektiven und hoher Inflation eigentlich ein ideales Umfeld für Gold wären, endlich ein paar wichtige Punkte machen konnte:

Expertenmeinung: Basis der jüngsten Rallye ist ein Dreifach-Tief im Bereich 1.615/1.617 US-Dollar, dessen höchstes Zwischenhoch bei 1.730 US-Dollar mit dem Rückenwind der US-Inflationsdaten vom vergangenen Donnerstag mit Schwung überboten wurde. Jetzt ist das Edelmetall bereits an die nächste Widerstandszone herangelaufen. Und die ist von einem massiveren Kaliber, denn diese zwischen 1.780 und 1.808 US-Dollar gelegene Zone wird zusätzlich durch die 200-Tage-Linie verstärkt. Sollte der Ausbruch über diesen Bereich gelingen, würde das weitere Aufwärtspotenzial in die Region 1.877/1.895 US-Dollar eröffnen.

Aber würde das, was den US-Dollar zuletzt geschwächt und die Aktienmärkte getrieben hat, nicht gegen Gold sprechen? Wenn viele Anleger jetzt darauf setzen, dass die Inflation im Griff ist, die Notenbanken ihre Zinserhöhungen umgehend reduzieren und bald ganz einstellen, wäre ein „sicherer Hafen“ wie Gold doch nicht mehr vonnöten?

Das ist richtig, würde sich Gold noch innerhalb dieser Logik bewegen und wie eine Alternative zu Aktien in unsicheren Zeiten gehandelt werden. Aber hier dominiert seit Jahren kurzfristiges Trading, das vor allem auf der Chart- und Markttechnik basiert. Daher würde man mit einer konsequenten Umsetzung weiterer bullischer Signale besser fahren, als wollte man einer grundsätzlich nachvollziehbaren, aber nicht erst seit Frühjahr 2022 ausser Kraft gesetzten Logik folgen. Zumal die Bullen den Vorteil hätten, dass diese „Logik“ ja in Wahrheit durchaus für sie spräche, denn so sehr sich das viele auch wünschen:

Viele, u.a. auch die Notenbanken, betonen, dass diese jüngsten US-Daten nicht bedeuten, dass Inflation und Rezession vom Tisch wären. Gold könnte also auf beiden Ebenen, charttechnisch wie fundamental, in den nächsten Monaten Rückenwind sehen.

Gold: Chart vom 15.11.2022, Kurs 1.772,20 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
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Wenn Anleger Angst um ihr Geld bekommen, ist Gold oft eine gesuchte Alternative. Vor allem, wenn die Renditen am Anleihemarkt noch steigen, so dass man dort Kursverluste erleidet, wenn man dort einsteigt, bevor die Zinserhöhungen vorbei sind. Aber diesmal läuft es anders.

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Die Argumente, mit denen Analysten zu erklären versuchen, warum der Goldpreis, der bei einer Kombination aus Rezessionsrisiken und Inflation in früheren Phasen zulegen konnte, diesmal fällt, sind allesamt nicht logisch. Weder ist es zwingend, dass ein steigender US-Dollar für fallende Goldnotierungen sorgen muss noch liesse sich glaubhaft machen, warum Gold erst steigen sollte, wenn die Notenbanken ihre Zinserhöhungen beenden. Aber nüchtern betrachtet gibt es auch keinen zwingenden Grund dafür, dass Gold steigen muss, wenn die Weltwirtschaft im Krisenmodus ist. Denn Gold hat keinen „fairen Wert“, man kann nicht bestimmen, wo der Kurs richtigerweise liegen müsste, wenn X oder Y passiert.

Das gilt umso mehr, wenn das Trading und damit die Spekulation den Goldpreis mehr beeinflusst als die Veränderung der physischen Nachfrage. Das ist mittlerweile der Fall, denn diejenigen, die nach dem Motto „müsste doch eigentlich steigen“ auf der Long-Seite antreten, dürften mit jeder Bestätigung, dass der Trend in die andere Richtung weist, weniger werden und den Gold-Bären damit den Weg freigeben. Und das könnte durchaus dazu führen, dass sich die Bewegung nach unten noch deutlich intensiviert, denn dort, wo sich der Kurs hätte stabilisieren müssen, um eine Chance auf eine Aufwärtswende zu haben, ist er jetzt nach unten abgewiesen worden.

Expertenmeinung: Es geht dabei um die Supportzone zwischen 1.661 und 1.689 US-Dollar. Hätte die gehalten, wäre das eine gute Basis gewesen, den im März etablierten Abwärtstrendkanal zu sprengen und sich nach oben abzusetzen. Dieser Versuch wurde zwar unternommen, aber Sie sehen es in unserem Chart auf Wochenbasis: er scheiterte.

Dadurch ist der Goldpreis durch diese Zone 1.661/1.689 US-Dollar durchgerutscht und droht jetzt das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 1.615 US-Dollar zu unterschreiten. Das gäbe zunächst einmal den Weg an die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals frei, die derzeit bei 1.525 US-Dollar verläuft. Aber diese Linie fällt ja sukzessiv. Und schon im Dezember würde diese Linie die Unterstützungszone 1.407/1.451 US-Dollar erreichen, die sich aus den Tiefs vom Dezember 2019 und März 2020 zusammensetzt. Und bedenkt man, dass Gold auch damals, im März 2020, in einem Krisen-Szenario kräftig abverkauft wurde, sollte man einen solchen Abstieg, der den Kurs womöglich sogar noch vor dem Jahresende in die Region 1.450 US-Dollar führt, nicht ausschliessen.

Gold: Chart vom 19.10.2022, Kurs 1.628,15 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
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Ein riesiges Doppeltopp war eigentlich schon vollendet und der Weg nach unten frei, als Gold vergangenen Mittwoch einen Turnaround nach oben schaffte und seither kräftig zulegt. Doch die erste Nagelprobe für die Bullen steht bereits an. Und sollte die misslingen, wird es knifflig.

Zuerst zog der Goldpreis an, die Aktienmärkte fielen weiter. Das wirkte, als sei ausgerechnet jetzt, nach einem derart langen Abstieg der Aktien und einem massiv bärischen Signal beim Goldpreis selbst, den Investoren in den Sinn gekommen, diesen angeblich „sicheren Hafen“ Gold gezielt anzulaufen. Doch ist das wirklich so? Müsste Gold dann nicht jetzt fallen, nachdem die Aktienmärkte pünktlich zu Beginn des vierten Quartals wie entfesselt steigen, weil mehr und mehr Trader dadurch den Eindruck gewinnen, dass Gold jetzt nicht mehr vonnöten ist?

Würde Gold ausschliesslich als Alternative zu Aktien und als eine Art Sidekick des Anleihemarkts in Sachen Defensive angesehen, dann ja. Aber nur ein „sicherer Hafen“ war Gold für die Investoren nie. Und dass dieser Aspekt zumindest eine dominante Rolle spielte, ist lange her. Seither sehen vor allem die kurzfristigen Trader, die immer das kurz- und oft auch das mittelfristige Bild beherrschen, Gold als ein Asset von vielen an. Der Sicherheitsaspekt schert diese Akteure wenig bis gar nicht. Und auch, wenn viele private Anleger sich ein wenig Gold nicht nur ins Depot, sondern auch ins Schliessfach legen, wird der Kurs am Markt eben doch weniger von der physischen Nachfrage als vielmehr vom Trading am Futures- und am Spotmarkt bewegt. Was bedeutet:

Expertenmeinung: Wer bei Gold aktiv tradet oder sich das gerade zu tun überlegt, täte besser daran, seine Entscheidungen von den Rahmenbedingungen abzukoppeln. Sicher, die bislang nicht im Griff befindliche Inflation und dazu noch eine Rezession, das wäre normalerweise ein Umfeld, in dem sich Gold prächtig nach oben entwickeln müsste. Aber unser Chart auf Wochenbasis zeigt ja, was einem ein solches „müsste“ auf der Long-Seite eingebrockt hätte. Aber kommt Gold wenigstens jetzt ins Laufen?

Eine solche markante Bärenfalle, wie wir sie hier sehen, nachdem das Edelmetall zunächst die super-massive Supportzone zwischen 1.661 und 1.689 US-Dollar durchbrochen und damit ein riesiges Doppeltopp vollendet hatte, nur, um kurz darauf wieder über diese Zone hinauszulaufen, wäre grundsätzlich eine ganz hervorragende Basis für eine grössere Rallye. Ein Teil der bärischen Trader wurde auf dem falschen Fuss erwischt und deckt jetzt in Windeseile seine Short-Positionen ein, dass alleine wirkt kurstreibend. Und:

Da sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen zwei Wochen nicht so verändert haben, dass es für diesen abrupten, jetzt ja sogar mit dem Aktienmarkt parallel laufenden Run einen zwingenden Auslöser gegeben hätte, kann man die Vermutung hegen, dass diese Bärenfalle mit Vorbedacht von grossen Akteuren am Terminmarkt erzeugt wurde. Denn mit den dadurch ausgelösten Verkäufen entstand eine ideale Basis, um eigene, grosse Short-Positionen in diesen Abgabedruck hinein zu idealen Kursen loszuschlagen und im Gegenzug auf Long zu drehen. Da könnte also nach oben weiterhin etwas gehen, aber:

Wo die Zielzone derer liegt, die als erste auf Long gedreht haben, kann man nicht wissen, daher muss man hier konsequent entlang der Charttechnik agieren. Was hiesse: Gold müsste unbedingt zügig die jetzt erreichte obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals bezwingen, dann erst wäre diese erste Nagelprobe für das Bullen-Lager bestanden und das nächste Kursziel im Bereich 1.787/1.808 US-Dollar realistisch. Das kann so kommen, aber dazu sollten jetzt keine nennenswerten Gewinnmitnahmen aufkommen, die das hohe Aufwärts-Momentum ausbremsen!

Gold: Chart vom 04.10.2022, Kurs 1.722,45 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX
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Wer darauf wartet, dass der Goldpreis endlich durchstartet und seine Rolle als „sicherer Hafen“ in einem weltweiten Krisen-Szenario einnimmt, dem dürfte es beim Anblick des folgenden Charts kalt den Rücken herunterlaufen. Denn der zeigt: Es könnte das genaue Gegenteil passieren!

Chart vom 15.09.2022, Kurs 1.668,80 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

Wenn man sich den Verlauf des Goldpreises nur auf kurzfristiger Ebene anschaut, erkennt man einen im März entstandenen Abwärtstrendkanal, dessen Ursprung der fehlgeschlagene Versuch war, das bisherige Allzeithoch des Edelmetalls, im Sommer 2020 bei 2.075 US-Dollar erreicht, zu überwinden. Was man aber nur in einem längerfristigen Chart wie dem hier, der Gold ab 2019 auf Wochenbasis abbildet, erkennt, ist, wo dieser Abwärtstrendkanal hinführen könnte … und was vonnöten ist, damit er dieses Potenzial auch ausreizt.

Hier springt einem unmittelbar ins Auge, dass Gold kurz davor steht, ein riesiges Doppeltopp zu vollenden. Die Nackenlinien-Zone dieser Formation wäre die Zone 1.661 zu 1.689 US-Dollar, der Bereich also, in dem Gold seit April 2020 immer wieder nach oben gedreht hat. Tut das Edelmetall das diesmal nicht, läge das rein rechnerische Kursziel dieses grossen Doppeltopps bei 1.247 US-Dollar! Aber kann das überhaupt passieren, in einem Umfeld, in dem die Aktienmärkte wanken und eine weltweite Rezession droht? Was ist denn mit Gold als „save haven“?

Expertenmeinung: Dieses super-bärische Szenario muss sich nicht durchsetzen, aber ausschliessen sollte man besser nicht, dass der Kurs weiter nachgibt. Denn dass Gold in einem Krisen-Umfeld steigt, basiert nicht auf logischen Faktoren. Wer sich um sein Geld sorgt, könnte genauso auf Anleihen ausweichen. Die Zinsen werden zwar bei einer drohenden Rezession normalerweise im Eiltempo gesenkt, so dass Anleihen da nicht attraktiv wären. Aber in diesem aktuellen, besonderen Umfeld werden sie ja angehoben und bieten dadurch Renditen bei Anleihen, wie man sie seit vielen Jahren nicht mehr bekommen hatte. Das ist das eine.

Der andere Faktor, der Gold durch diese entscheidende Supportzone 1.661/1.689 US-Dollar drücken könnte, ist das Trading an sich. Trader, die dieses Chartbild sehen, sehen eben auch die Chancen, die sich da auf der Short-Seite auftun, wenn diese Zone erst einmal gebrochen ist. Und grosse Adressen mit der nötigen Kapitalkraft könnten aktiv darauf hinarbeiten, dass genau das passiert. Daher:

Gold müsste zumindest das August-Hoch bei 1.808 US-Dollar bezwingen, um den Kopf aus dieser Schlinge der Bären zu ziehen. Das ist nicht auszuschliessen, aber die Chancen stehen derzeit für das bullische Lager nicht gut. Lukrativer ist und bleibt die Unterseite. Im Fall eines eindeutigen Bruchs der Zone 1.661/1.689 US-Dollar auf Schlusskursbasis wäre die untere Begrenzung des laufenden Abwärtstrendkanals bei 1.580 US-Dollar das nächste Kursziel, darunter würde dann die Unterstützungszone 1.407/1.451 US-Dollar als Zielbereich dienen. Und ob es dann dazu kommt, dass Gold wirklich das rechnerische Ziel des Doppeltopps bei 1.247 US-Dollar ansteuert, dürfte denen, die dann aktiv auf der Short-Seite agieren, angesichts dieser bereits hinreichend lukrativen Kursziele herzlich egal sein.

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In den letzten Tagen fallen die Aktienmärkte, aber auch die Kurse am Anleihemarkt. Der Ölpreis rutscht massiv ab, überall fliesst also Geld ab, während die Angst zunimmt. Eigentlich ideal für Gold, aber das fällt auch. Wieso profitiert der Goldpreis nicht?

Das Hauptproblem bei Gold ist, dass man keinen „logischen“ Kurs festmachen kann, den das Edelmetall in einer bestimmten Gesamtsituation haben müsste. Funktioniert es als „sicherer Hafen“, indem genug Marktteilnehmer nicht nur physisches Gold kaufen, sondern auch über den Terminmarkt kräftig auf der Long-Seite agieren, ist nach oben nichts unmöglich. Vor allem dann, wenn sich die Rahmenbedingungen immer weiter verschlechtern. Aber wenn dieser initiale Impuls ausbleibt oder, wie im aktuellen Fall, scheiterte, trauen sich viele Akteure nicht mehr an Gold heran, weil sie anhand des Chartbilds sehen, dass sie da offenbar auf verlorenem Posten stehen würden. Das ist ein Aspekt, der Gold derzeit ausbremst.

Der zweite ist, dass grosse Adressen immer dann, wenn die Lage ernst, gerne in allen Assetklassen die Barreserven hochfahren, warten, bis sich die Unruhe legt und dann entscheiden, in welche Bereiche man wieder einsteigt, welche man ausspart und wo man Short gehen könnte. Und da richtet man sich oft eng an der Charttechnik und weniger an den Rahmenbedingungen aus. Umso mehr, wenn man sieht, dass Letztere den Kurs zuletzt nicht mehr beeinflusst hatten. Und so kann Gold auch in Phasen wie diesen erstaunlich eng mit statt gegen den Aktienmarkt laufen. Sie sehen das in diesem Chartbild auf Wochenbasis:

Expertenmeinung: Bis Anfang März tat Gold das, was man als Aussenstehender erwarten konnte. Der Ukraine-Konflikt schürte Angst und Verunsicherung, die Aktienmärkte fielen rapide, Gold profitierte davon. Aber dann lief die Sache eben schief. Direkt am alten, im Sommer 2020 bei 2.075 US-Dollar erzielten Rekordhoch drehte der Goldpreis scharf ab. Der Versuch, die Sache noch zu Gunsten der Bullen zu drehen, scheiterte Ende April. Und ab diesem Zeitpunkt war der Wurm drin.

Es etablierte sich ein Abwärtstrendkanal, der den Kurs in die massive Unterstützungszone im Bereich 1.670/1.690 US-Dollar drückte. Die hielt, Gold drehte erst einmal wieder nach oben … aber da lief der Goldpreis dann parallel zum Aktienmarkt. Was andeutet, dass grosse Adressen entschieden hatten, hier genauso wie bei Aktien wieder Geld einzusetzen und vergangene Woche dann bei Gold ebenso wie bei Aktien die gleiche Entscheidung zu treffen: aussteigen. Und das wieder, wenngleich sicherlich nicht ausschliesslich, mit Blick auf die Charttechnik.

Denn der Goldpreis war an einen markanten Kreuzwiderstand herangelaufen, bestehend aus der in den Vorwochen herausgebildeten Widerstandszone 1.787/1.805 US-Dollar und der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals. Genau dort drehte der Kurs nach unten und hat damit wieder die Zone im Visier, die im Juli hielt: den Supportbereich 1.670/1.690 US-Dollar.

Dass diese Zone erneut getestet ist, ist aus aktueller Sicht wahrscheinlich, ob sie halten wird, völlig offen. Sollte es gelingen, das Ruder dort erneut herumzureissen, wäre nach oben nichts unmöglich, vorausgesetzt, es gelänge, diesen Abwärtstrendkanal in einem erneuten Anlauf endlich zu bezwingen. Aber sollte der Goldpreis  deutlicher unter 1.670/1.690 US-Dollar schliessen, wäre das ein markant bärisches Signal, das zunächst einmal einen Test der unteren Begrenzung des Trendkanals erwarten liesse, Fortsetzung der Verkäufe dann nicht ausgeschlossen. Denn wie gesagt:

Sobald Gold den Eindruck erweckt, als „sicherer Hafen“ nicht zu funktionieren, ist es schwierig und vom Willen der grossen Adressen vor allem am Terminmarkt abhängig, diese Funktion wieder zu aktivieren. Aktuell zumindest wäre Gold als Alternative zu Aktien somit noch keine gute Idee.

Gold: Chart vom 22.08.2022, Kurs 1.735,30 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX