Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Hoppla, was wird das denn jetzt?

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

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Brent Crude Oil
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Genau das war erwartet worden: Am Wochenende entschied OPEC+, die Fördermengen-Kürzung bis Ende 2024 aufrechtzuerhalten. Es wurde sogar kolportiert, dass man diese Preis-Stützung bis 2025 ausdehnen will. Aber statt zu steigen, brach Brent Crude Oil ein. Warum?

Mittlerweile liegt die Grössenordnung der Menge an Rohöl, die OPEC+, d.h. die eigentlichen OPEC-Länder und Russland, gezielt weniger produzieren, bei über fünf Millionen Barrel pro Tag, grob sind das etwa fünf Prozent des Verbrauchs. Die Zielsetzung ist klar: Preisstabilität. Man will verhindern, dass der Ölpreis in Regionen abrutscht, in dem die derzeit tadellosen Gewinnspannen unerfreulich schrumpfen. Und auch, wenn der Preis von Brent Crude Oil als der für Europa wichtigsten Rohöl-Sorte weiterhin hoch volatil daherkam: Unter dem Strich funktionierte das. Bis jetzt zumindest.

Denn am Montag, dem ersten Handelstag nach dieser Verlängerung der Kürzungen, fiel der Ölpreis … und das durchaus erheblich und charttechnisch relevant. Sie sehen das im Chart:

Brent Crude Oil: Chart vom 03.06.2024, Kurs 78,60 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 03.06.2024, Kurs 78,60 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Brent Crude verliess die den Mai dominierende Handelsspanne mit Schwung nach unten. Und nicht nur das. Dabei wurden die wichtigen gleitenden Durchschnitte der letzten 100 und 200 Handelstage nach unten durchbrochen, zugleich hat der Stochastik-Oszillator auf Verkauf gedreht. Das ist also ein sehr bärisches Signal auf eine Nachricht hin, die den Ölpreis eigentlich hätte höher treiben müssen. Wie kann das sein?

Expertenmeinung: Eine denkbare Interpretation: Grosse Adressen wollen eine Verschärfung der Inflation und der gesamtwirtschaftlichen Lage verhindern und halten bewusst dagegen, indem sie die OPEC+-Entscheidung mit einer Short-Attacke beantworten. Eine andere wäre: Die Trader sehen weniger die Kürzung als deren Hintergrund. Denn würde OPEC+ von einer steigenden Nachfrage und damit von einer Belebung der Weltwirtschaft ausgehen, wären solche umfassenden Förderkürzungen unnötig. So wirken diese Kürzungen, als wolle man eine deutlich fallende Nachfrage durch das Regulieren des Angebots auffangen. Und eine schwache Nachfrage ist per se eben bärisch. Aber kann der Downturn nachhaltig sein?

Das Problem ist ja, dass damit genau das passiert, was OPEC+ nicht will. Zwar ist diese jüngste Entscheidung erst einmal auf dem Tisch, es kann also sein, dass eine Verschärfung der Kürzungen als Reaktion auf den Abwärtsruck des Ölpreises bis zum nächsten OPEC+-Treffen ausbleibt. Aber das muss das nicht so kommen, Saudi-Arabien hat schon einmal ohne die restliche OPEC überraschend den Hahn weiter zugedreht. Und wenn die Kürzungen erneut verschärft würden, würde das am Ende wirklich dazu führen, dass Rohöl zu knapp wird und der Preis kräftig anzieht. Dann würde dieser Abverkauf vom Wochenbeginn zum Bumerang. Aber das muss sich erst einmal herausstellen, so gesehen:

Für den Moment wurde die OPEC+-Entscheidung beeindruckend gekontert. Brent Crude Oil hätte damit aus charttechnischer Sicht freie Bahn an die Supportlinie bei 74,15 US-Dollar, bezogen auf den hier im Chart abgebildeten Futures-Liefermonat August als nächsten Liefermonat. Erst bei Schlusskursen über 85 US-Dollar hätten die Bullen die Lage wieder unter Kontrolle … aber zumindest an diesem Montag sah es so aus, als wäre das ein steiniger Weg.

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Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

Aus rein charttechnischer Sicht könnte die Vorlage für das bärische Lager nicht besser sein, da wäre jetzt der Weg nach unten erst einmal frei. Aber es geht hier um Brent Crude Oil, um den Ölpreis. Kann der in der aktuellen geopolitischen Situation wirklich nennenswert fallen?

Dieses Kursbild ist ein Leckerbissen für Charttechniker: Brent Crude Oil vollzog zunächst ein „Overshooting“ über den im Dezember etablierten Aufwärtstrendkanal hinaus, fuhr sich dann aber an der durch das 2023er-Hoch nach oben begrenzten Widerstandszone zwischen 90,64 und 92,15 US-Dollar fest. Es entstand eine Toppbildung, die gestern in einen kräftigen Abwärtsimpuls mündete, durch den der Kurs in den Aufwärtstrendkanal zurückfiel.

Damit hätte er jetzt Spielraum an dessen untere Begrenzungslinie, die momentan bei 81,70 US-Dollar verläuft. Da diese Linie fast genau auf gleicher Höhe wie die 200-Tage-Linie verläuft, wäre das für das bärische Lager ein ebenso lohnendes wie logisches Ziel. Sind der Spuk der Ölpreis-Hausse und das Risiko inflationstreibender Kurse von über 100 US-Dollar pro Barrel also ausgestanden?

Expertenmeinung: Wäre die Charttechnik beim Ölpreis dauerhaft der wichtigste Faktor und würde es darüber hinaus einen Angebotsüberschuss bzw. eine vermutlich sinkende Ölnachfrage geben, könnte man das ernsthaft hoffen. Der Haken: Das ist eben nicht so.

Brent Crude Oil: Chart vom 17.04.2024, Kurs 87,50 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 17.04.2024, Kurs 87,50 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Derzeit ist es die Geopolitik, die den Kurs entscheidend bewegt. Es mag sein, dass viele hoffen, dass eine Eskalation im Nahostkonflikt ausbleibt, womöglich sogar die Schifffahrtswege in der Region bald wieder sicherer werden. Aber ob es auch so kommt, ist nüchtern betrachtet noch völlig offen. Und für den Fall, dass sich die Situation doch weiter verschärfen sollte, rechnete die Bank of America gerade erst gestern vor, dass dies den Ölpreis um bis zu 30 bis 40 US-Dollar nach oben treiben könnte.

Man kann vermuten, dass der gestrige Abwärtsruck zum einen auf solchen Hoffnungen basierte, zum anderen aber auch durch Stop Loss-Verkäufe im bullischen Lager intensiviert wurde, die ausgelöst wurden, als Brent Crude Oil wieder in den vorgenannten Aufwärtstrendkanal zurückfiel und damit zugleich die vorherige Toppbildung vollendete. Dass in diesem jetzt gefallenen Supportbereich viele Stop Loss Long lagen, darf man unterstellen.

Was man indes nicht unterstellen sollte ist, dass a) die Hoffnung auf eine Deeskalation der Situation zwischen Israel und dem Iran eine sichere Bank ist und b) dass sich das bullische Lager in einem solchen Umfeld jetzt einfach zurückzieht. Brent Crude Oil könnte in Richtung 81,70 Euro nachgeben, aber über ein „könnte“, mit eher zittriger Hand geschrieben, geht das bislang noch nicht hinaus!

Der Kurs der Rohölsorte Brent Crude Oil nähert sich aktuell der oberen Begrenzung eines Aufwärtstrendkanals. Aber das charttechnische Gesamtbild ebenso wie das Umfeld machen deutlich, dass der Weg der Rallye dort zwar enden könnte … aber ganz und gar nicht muss!

Aus rein chart- und markttechnischer Sicht kann Brent Crude Oil zwar an der aktuell bei 87 US-Dollar verlaufenden, oberen Begrenzung des die vergangenen Monate dominierenden Trendkanals erst einmal stoppen und eine Korrektur einleiten. Aber zum einen wäre Brent noch nicht so sehr markttechnisch überkauft, dass man sich darauf verlassen könnte. Zum anderen wäre dann eben ein Rücksetzer angesagt, nicht aber eine Trendwende, solange sich das Umfeld nicht markant ändert. Denn die entscheidenden Ankerpunkte im Chart liegen derzeit allesamt unter dem derzeitigen Kurslevel.

So sehen wir, dass alle drei wichtigen gleitenden Durchschnitte (50, 100 und 200 Tage) derzeit nahe beieinander in der Region zwischen 79,10 und 80,10 US-Dollar eine Unterstützung bilden, die zudem durch die untere Linie des Trendkanals verstärkt wird. Dass Brent Crude Oil da durchrutscht, wäre kurzfristig zumindest eine faustdicke Überraschung, zumal davor noch die wochenlang als Widerstand fungierende, überwundene und damit jetzt eine Unterstützung darstellende Zone 82,30 zu 82,90 US-Dollar wartet.

Da fällt es schwer, bärisch zu sein, zumal die Rahmenbedingungen momentan nicht angetan sind, die Bullen zweifeln zu lassen, dass da noch Spielraum bis in den Bereich der Hochs der Monate September und Oktober bei 92,15 bzw. 90,64 US-Dollar wäre, denn:

Expertenmeinung: Erst in der vergangenen Woche hatte die Internationale Energieagentur IEA ihre Erwartung in Bezug auf die Angebot/Nachfrage-Entwicklung für das laufende Jahr korrigiert. Zuvor hatte man für 2024 einen Angebotsüberhang erwartet, jetzt aber geht man davon aus, dass die immer noch geltenden (und wohl weiter aufrechterhaltenen) Fördermengenkürzungen der OPEC+ so effektiv wirken, dass es zu einem Angebotsdefizit kommt.

Zugleich ist man im Bereich der OPEC+ weiter darauf bedacht, Öl zu Gunsten hoher Preise knapp zu halten und dessen Wichtigkeit auch noch zu betonen. So erklärte der Chef des Ölriesen Saudi Aramco am Montag, dass die Energiewende scheitern würde und die Welt sich von der „Phantasie“ eines Ausstiegs vom Erdöl verabschieden müsse. Wie man solche Aussagen werten will, ist eine Sache, aber den Kurs trieben sie zum Wochenstart ebenso wie Meldungen über ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien.

Brent Crude Oil wird momentan von den Bullen dominiert. Wie weit der Kursanstieg am Ende reichen wird, lässt sich zwar nicht absehen, aber klar ist zumindest: Hier auf Verdacht auf der Short-Seite dagegen halten zu wollen, wäre momentan äusserst riskant.

Brent Crude Oil: Chart vom 18.03.2024, Kurs 86,18 Euro, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Wo der Kurs von Brent Crude Oil stünde, gäbe es nicht die die Kosten steigernden Probleme im Roten Meer, ist müssig zu überlegen. Aktuell zählen für die Trader die vielen umgeleiteten Tanker und die laufenden Produktionskürzungen. Und das ist für die Bullen eine Steilvorlage.

Dass das Wachstum weltweit 2024 wohl eher mager ausfallen wird, wäre normalerweise ein Argument, um den Ölpreis zu drücken. Immerhin bewegt sich der, ob bei WTI oder Brent Crude Oil, in der oberen Hälfte der historischen Handelsspanne, wäre also grundsätzlich eher „teuer“. Aber um ein solches Abrutschen zu verhindern, haben mehrere Ölförderländer ihre Produktion gezielt reduziert, um einem möglichen Angebotsüberhang entgegenzutreten. Bislang erfolgreich.

Hinzu kommt die kritische Lage im Roten Meer, die dazu führt, dass viele Tanker um das Kap der Guten Hoffnung fahren müssen, eine deutlich längere und damit teurere Route. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ölpreis unverhofft nach unten wegbricht, ist daher derzeit die deutlich geringere … und das setzen die Trader am Ölmarkt entsprechend um.

Expertenmeinung: Sie sehen im Chart, dass der Kurs des Futures des derzeit nahe gelegensten und damit wichtigsten Liefermonats Mai seit Dezember höhere Zwischentiefs ausweist. Und dass er nach einem ersten, vergeblichen Versuch Ende Januar mittlerweile stabil über der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie notiert. Auch die 50- und 100-Tage-Linien sind überboten, während der Brent-Crude-Kurs seit gut zwei Wochen seitwärts läuft. Aber er läuft eben nicht unmotiviert im charttechnischen Niemandsland seitwärts, sondern unmittelbar unter einem mittelfristig entscheidenden Kreuzwiderstand.

Brent Crude Oil: Chart vom 27.02.2024, Kurs 82,53 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 27.02.2024, Kurs 82,53 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Die Zwischenhochs seit November und die im September etablierte Abwärtstrendlinie bilden diesen Widerstandsbereich zwischen 82,80 und 83,50 US-Dollar. Gelingt es, da nach oben hinaus zu kommen, würden die nächsten, bedeutsameren potenziellen Widerstände erst bei 91,27 und 92,79 US-Dollar warten. Das wäre also ein verlockendes Ziel für die Bullen … und in Sachen Inflationsbekämpfung für die Notenbanken ein gelinder Albtraum.

Die Chance auf einen kräftigen Abwärtsimpuls bei Brent Crude Oil ist erstmal vom Tisch. Die ab Februar geltenden Preissenkungen Saudi Arabiens wurden von der zunehmend unsicheren Lage der Transportwege im Nahen Osten überlagert. Das bringt die Bullen wieder ins Spiel.

In North Dakota wurde zuletzt die Produktionsmenge wegen der dort herrschenden Kälte deutlich gesenkt. Die Schifffahrtswege im Nahen Osten sind unsicher genug geworden, um Sorge über eine ausreichende und zeitgerechte Versorgung mit Rohöl zu haben. Und in vier der letzten fünf Wochen sind die US-Öllagerbestände gesunken, zuletzt deutlich stärker als prognostiziert.

All diese Faktoren zusammen haben bewirkt, dass die Spekulation auf eine Verknappung des Schwarzen Goldes mit entsprechenden Preisausschlägen nach oben so zugenommen hat, dass jetzt alleine aus charttechnischer Sicht diese Ausschläge auch entstehen könnten, ohne dass sich ein Versorgungsengpass manifestiert.

Expertenmeinung: Der Chart des aktuell entscheidenden Futures-Frontmonats mit Liefertermin April zeigt, dass es zuletzt gelang, die kurzfristige Aufwärtstrendlinie zu verteidigen. Diese bildet zusammen mit einer prominenten Linie ein aufsteigendes Dreieck: mit der 200-Tage-Linie. Und an diese Linie ist Brent Crude Oil am Mittwochabend herangelaufen, wäre also sprungbereit, um diese ansteigende Dreieck nach oben zu verlassen.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.01.2024, Kurs 79,98 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.01.2024, Kurs 79,98 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Für die Bullen spricht dabei, dass der Kurs dadurch bereits höher steht als vor der Meldung über die anstehende Preissenkung durch Saudi-Arabien am 8. Januar. Gelänge der Ausbruch, wäre der Weg zwar zunächst nur bis in die Widerstandszone 83,20/85,60 US-Dollar frei, deren obere Begrenzung derzeit mit der mittelfristigen Abwärtstrendlinie einen vermutlich nicht so einfach zu bezwingenden Kreuzwiderstand bildet. Aber alleine ein Anlauf in diese Zone hinein würde schon reichen, um das derzeit am Aktienmarkt optimistisch gesehene Inflations- und Konsumszenario für die nächsten Wochen und womöglich sogar Monate einzutrüben.

Der Saudi-Arabische Ölriese Aramco avisierte am Montag, dass die Preise für Rohöl im Februar um zwei US-Dollar pro Fass gesenkt werden. Dass Brent Crude Oil sofort um mehr als diese zwei Dollar fiel, hat seine Gründe … und es könnte noch weiter nach unten gehen.

Die Kurse der wichtigsten Rohöl-Sorten kamen am Montagvormittag auf einmal kräftig unter Druck. Auslöser war die vorstehende Meldung, dass Saudi Aramco die Preise senken will. Eine Meldung, die deswegen bemerkenswert ist, weil Saudi-Arabien und Russland ja im Vorjahr ihre Fördermengen gezielt gekürzt hatten, um die Preise hoch zu halten (und höher zu treiben) und versucht hatten, die gesamte OPEC auf diesen Kurs einzuschwören.

Doch wie in den letzten Analysen regelmässig erwähnt, kann das auch schiefgehen. Denn natürlich sind andere Förderländer nur zu gerne bereit, einen durch diese Kürzungen entstandenen Nachfrageüberhang durch eine steigende, eigene Förderung zu bedienen, vor allem bei hohen Preisen. Die OPEC zeichnet sich ohnehin nicht durch Geschlossenheit aus, daher war die Möglichkeit, dass einige vom Kurs abweichen, immer gegeben, das hatte sich auch beim letzten OPEC-Treffen im Dezember angedeutet.

Jetzt muss Saudi-Arabien offenbar zurückrudern, um nicht so viel Umsatz zu verlieren, dass der Schuss einer gezielt gekürzten Förderung nach hinten losgeht … wobei man diese Massnahmen wohl kaum verkündet hätte, wäre das nicht bereits der Fall. Aber aus dieser Meldung liesse sich noch etwas anderes ableiten:

Expertenmeinung: Wäre die Ölnachfrage so hoch, wie man sich das am grünen Tisch ausgerechnet hat, wäre eine solche Massnahme eher nicht nötig. Immerhin sind solche offiziellen Preissenkungen selten und für ein Förderland, das zuvor so offen versucht hat, die Preise hoch zu halten, ziemlich peinlich.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 08.01.2024, Kurs 76,35 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 08.01.2024, Kurs 76,35 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Es kann also gut sein, dass die Nachfrage deutlich unter den Erwartungen liegt. Was leicht dazu führen kann, dass das bärische Lager jetzt mutig wird und versucht, den Kurs von Brent Crude Oil nach unten heraus zu drücken, sprich zunächst die Supportlinie bei 72,52 US-Dollar im hier abgebildeten Futures-Liefermonat März zu brechen und dann die Auffangzone 68/70 US-Dollar anzugehen.

Solange die jetzt bestätigte Oktober-Abwärtstrendlinie und die knapp darüber verlaufenden 50-Tage- und 200-Tage-Linien nicht mit Schlusskursen über 81 US-Dollar klar überboten würden, wäre der Weg nach unten damit für die Trader derzeit naheliegend.