Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Die Bullen sind zurück … und auf dem Sprung

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

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Brent Crude Oil
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Die Chance auf einen kräftigen Abwärtsimpuls bei Brent Crude Oil ist erstmal vom Tisch. Die ab Februar geltenden Preissenkungen Saudi Arabiens wurden von der zunehmend unsicheren Lage der Transportwege im Nahen Osten überlagert. Das bringt die Bullen wieder ins Spiel.

In North Dakota wurde zuletzt die Produktionsmenge wegen der dort herrschenden Kälte deutlich gesenkt. Die Schifffahrtswege im Nahen Osten sind unsicher genug geworden, um Sorge über eine ausreichende und zeitgerechte Versorgung mit Rohöl zu haben. Und in vier der letzten fünf Wochen sind die US-Öllagerbestände gesunken, zuletzt deutlich stärker als prognostiziert.

All diese Faktoren zusammen haben bewirkt, dass die Spekulation auf eine Verknappung des Schwarzen Goldes mit entsprechenden Preisausschlägen nach oben so zugenommen hat, dass jetzt alleine aus charttechnischer Sicht diese Ausschläge auch entstehen könnten, ohne dass sich ein Versorgungsengpass manifestiert.

Expertenmeinung: Der Chart des aktuell entscheidenden Futures-Frontmonats mit Liefertermin April zeigt, dass es zuletzt gelang, die kurzfristige Aufwärtstrendlinie zu verteidigen. Diese bildet zusammen mit einer prominenten Linie ein aufsteigendes Dreieck: mit der 200-Tage-Linie. Und an diese Linie ist Brent Crude Oil am Mittwochabend herangelaufen, wäre also sprungbereit, um diese ansteigende Dreieck nach oben zu verlassen.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.01.2024, Kurs 79,98 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.01.2024, Kurs 79,98 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Für die Bullen spricht dabei, dass der Kurs dadurch bereits höher steht als vor der Meldung über die anstehende Preissenkung durch Saudi-Arabien am 8. Januar. Gelänge der Ausbruch, wäre der Weg zwar zunächst nur bis in die Widerstandszone 83,20/85,60 US-Dollar frei, deren obere Begrenzung derzeit mit der mittelfristigen Abwärtstrendlinie einen vermutlich nicht so einfach zu bezwingenden Kreuzwiderstand bildet. Aber alleine ein Anlauf in diese Zone hinein würde schon reichen, um das derzeit am Aktienmarkt optimistisch gesehene Inflations- und Konsumszenario für die nächsten Wochen und womöglich sogar Monate einzutrüben.

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Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

Der Saudi-Arabische Ölriese Aramco avisierte am Montag, dass die Preise für Rohöl im Februar um zwei US-Dollar pro Fass gesenkt werden. Dass Brent Crude Oil sofort um mehr als diese zwei Dollar fiel, hat seine Gründe … und es könnte noch weiter nach unten gehen.

Die Kurse der wichtigsten Rohöl-Sorten kamen am Montagvormittag auf einmal kräftig unter Druck. Auslöser war die vorstehende Meldung, dass Saudi Aramco die Preise senken will. Eine Meldung, die deswegen bemerkenswert ist, weil Saudi-Arabien und Russland ja im Vorjahr ihre Fördermengen gezielt gekürzt hatten, um die Preise hoch zu halten (und höher zu treiben) und versucht hatten, die gesamte OPEC auf diesen Kurs einzuschwören.

Doch wie in den letzten Analysen regelmässig erwähnt, kann das auch schiefgehen. Denn natürlich sind andere Förderländer nur zu gerne bereit, einen durch diese Kürzungen entstandenen Nachfrageüberhang durch eine steigende, eigene Förderung zu bedienen, vor allem bei hohen Preisen. Die OPEC zeichnet sich ohnehin nicht durch Geschlossenheit aus, daher war die Möglichkeit, dass einige vom Kurs abweichen, immer gegeben, das hatte sich auch beim letzten OPEC-Treffen im Dezember angedeutet.

Jetzt muss Saudi-Arabien offenbar zurückrudern, um nicht so viel Umsatz zu verlieren, dass der Schuss einer gezielt gekürzten Förderung nach hinten losgeht … wobei man diese Massnahmen wohl kaum verkündet hätte, wäre das nicht bereits der Fall. Aber aus dieser Meldung liesse sich noch etwas anderes ableiten:

Expertenmeinung: Wäre die Ölnachfrage so hoch, wie man sich das am grünen Tisch ausgerechnet hat, wäre eine solche Massnahme eher nicht nötig. Immerhin sind solche offiziellen Preissenkungen selten und für ein Förderland, das zuvor so offen versucht hat, die Preise hoch zu halten, ziemlich peinlich.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 08.01.2024, Kurs 76,35 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 08.01.2024, Kurs 76,35 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Es kann also gut sein, dass die Nachfrage deutlich unter den Erwartungen liegt. Was leicht dazu führen kann, dass das bärische Lager jetzt mutig wird und versucht, den Kurs von Brent Crude Oil nach unten heraus zu drücken, sprich zunächst die Supportlinie bei 72,52 US-Dollar im hier abgebildeten Futures-Liefermonat März zu brechen und dann die Auffangzone 68/70 US-Dollar anzugehen.

Solange die jetzt bestätigte Oktober-Abwärtstrendlinie und die knapp darüber verlaufenden 50-Tage- und 200-Tage-Linien nicht mit Schlusskursen über 81 US-Dollar klar überboten würden, wäre der Weg nach unten damit für die Trader derzeit naheliegend.

Brent Crude Oil war gerade auf dem Weg in Richtung des Tiefs des ersten Halbjahres 2023, als die Attacken auf Schiffe im Nahen Osten den Preis umgehend verteuerten. Aber zuletzt drehte Brent Crude bereits wieder nach unten … die Bären behalten also ihre Chance.

Wenn man sich den Kursverlauf der für Europa wichtigsten Rohöl-Sorte Brent Crude seit Anfang 2023 so ansieht, kann man sich eigentlich schon wundern. Der Nahostkonflikt … die Förderkürzungen der OPEC … die am Aktienmarkt gespielte, durch Zinssenkungen befeuerte baldige Wachstumsphase der Industrienationen: All das ist Futter für das bullische Lager. Und trotzdem sehen wir, seit es im Herbst misslang, sich der runden 100 US-Dollar-Marke zu nähern, einen Abwärtstrend. Die Frage ist:

Darf man daraus ableiten, dass die Trader in Sachen höherem Ölpreis nicht mitspielen und die Spekulation stärker ist als die Unsicherheit über sichere Transportwege und die künstliche Verknappung des Angebots?

Expertenmeinung: Im Moment ist das zwar richtig. Aber ob das so bleibt, ob die Trader also auch weiterhin mehrheitlich aktiv und aggressiv auf der Short-Seite agieren, ist nie vorhersehbar. Dass aber Brent Crude Oil zuletzt den Anstieg als Reaktion auf die Probleme mit den Schifffahrtsrouten in Nahost auf Höhe des Kreuzwiderstands aus 200-Tage-Linie, Oktober-Abwärtstrend und 50-Tage-Linie abbrach und nach unten drehte, ist zumindest ein Signal dahingehend, dass man das mittelfristige Ziel nicht aus dem Auge verloren hat.

Dabei geht es um die im ersten Halbjahr 2023 entstandene Supportzone zwischen 68 und 70 US-Dollar (bezogen auf den derzeitig entscheidenden Futures-Liefertermin März). Würde sie unterboten, wäre der Weg nach unten erst einmal frei und damit Preise erreicht, auf die in den letzten knapp zwei Jahren wohl kaum jemand noch zu hoffen wagte. Aber genau das ist auch ein Faktor, der das Abwärtspotenzial eingrenzen kann.

Brent Crude Oil: Chart vom 29.12.2023, Kurs 77,08 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 29.12.2023, Kurs 77,08 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Denn solange an den Börsen die Hoffnung verbreitet ist, dass sinkende Leitzinsen nicht als erstes eine Nachfrage-Flaute auslösen, sondern das Wachstum und mit ihm natürlich dann auch die Ölnachfrage umgehend befeuert werden, dürfte diese Zone 68/70 nicht Zwischenstopp, sondern Ziel der bärischen Trader sein. Wenn Brent Crude durch diese Zone fallen soll, dann aus aktueller Sicht nur, wenn man erkennt, dass die erhoffte Belebung der Wirtschaft in den USA, Europa und China ausbleibt. Daher: Es könnte tatsächlich zu einem Test dieses Bereichs kommen, sobald das letzte Zwischentief bei 72,52 US-Dollar fällt, aber auf noch tiefere Kurse sollte man zumindest vorerst nicht wetten.

Das gestrige OPEC-Treffen hat scheinbar das Risiko vom Tisch gewischt, dass einige Mitglieder die künstliche Angebotsverknappung durch Saudi-Arabien und Russland aufweichen. Aber die Rallye blieb aus, es ging abwärts mit Brent Crude Oil. Wieso?

Als Ende März gemeldet wurde, dass Russland und Saudi-Arabien ihre Ölförderung jeweils um eine Million Barrel pro Tag reduzieren würden, um den Markt „stabil“ zu halten, machte Brent Crude Oil zwar einen Satz nach oben und stieg vor allem im dritten Quartal deutlich. Aber dann drehte der Kurs noch unter der Widerstandszone 94,05/95,45 US-Dollar im hier abgebildeten Futures-Frontmonat mit Liefertermin Februar nach unten, vollendete ein Doppeltopp und hätte dadurch einiges an weiterem Abwärtspotenzial.

Das lag an zwei Faktoren: Zum einen fürchtete man am Ölmarkt, dass eine Wachstumsflaute in den Industrienationen die Nachfrage drücken könnte. Zum anderen deuteten einige OPEC-Mitglieder an, dass sie imstande und willens wären, ihre Produktion auszuweiten. Der Zoff war damit vorprogrammiert und intensiv genug, um zu einer Verschiebung des ursprünglich für den vergangenen Sonntag angesetzten OPEC-Treffens zu sorgen. Gestern dann fand dieses Treffen statt und schien auf den ersten Blick die Einigkeit wiederherzustellen. Aber der Blick auf den Brent Crude Oil-Chart zeigt schon, dass es damit wohl nicht so weit her sein dürfte.

Expertenmeinung: Die offizielle Verlautbarung umfasste das Statement, dass die potenziellen afrikanischen „Abweichler“ ihre Fördermengen beibehalten würden und die OPEC insgesamt die Fördermenge um eine weitere Million Barrel pro Tag zurückfahren werde. Doch am Abend wurde zumindest von Angola bekannt, dass das Land keineswegs vorhat, seine 1,1 Millionen Barrel pro Tag beizubehalten und 1,18 Millionen Barrel fördern will. Das stellt die Angebot/Nachfrage-Situation zwar nicht auf den Kopf, zeigt aber, dass sehr wohl die Chance besteht, dass einige Ölförderer die künstliche Verknappung seitens Saudi-Arabien und Russland unterminieren könnten.

Daher blieb ein Satz nach oben aus, im Gegenteil, die Trader verkauften. Denn wenn mehrere Förderländer entscheiden, zu diesen Preisen mit mehr Umsatz weitaus besser zu fahren als zu (vielleicht!) höheren Preisen mit weniger Umsatz, hiesse das, dass diese „Phalanx“ der OPEC wackelt. Und würde es zu einer echten Konkurrenzsituation kommen, in der derjenige am besten fährt, der durch das günstigste Angebot am meisten Umsatz macht, wäre es vorbei mit künstlich hohen Preisen.

Wie dieser „Krimi“ um die OPEC weitergeht, muss man abwarten. Doch dass Brent Crude Oil gestern kurz nach oben lief, dann aber knapp unter 50-Tage- und 100-Tage-Linie scharf abdrehte und unter der Widerstandslinie 82,31 US-Dollar schloss, hat den Weg nach oben erst einmal deutlich steiniger gemacht. Noch ist damit nichts entscheiden, aber sollte Brent Crude Oil jetzt weiter nachgeben und dabei dann die am Donnerstag getestete und zunächst gehaltene 200-Tage-Linie bei 80,30 Euro und das November-Tief bei 76,62 US-Dollar unterbieten, wäre der Weg nach unten frei. Der erste Schritt dorthin wurde gestern dadurch gemacht, dass der Ausbruch nach oben misslang … es bleibt spannend!

Brent Crude Oil Future: Chart vom 30.11.2023, Kurs 80,91 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures

Man konnte viele förmlich erleichtert ausatmen hören, als Brent Crude Oil gestern am späten Vormittag massiv unter Druck geriet und dabei die 200-Tage-Linie durchschlug. Und man hörte sie scharf einatmen, als der Ölpreis das Gros der Verluste am Abend aufholte. Was ist da los?

Es scheint, als würde es hinter den Kulissen der nach aussen um Einigkeit bemühten OPEC höchst hitzig zugehen. „Bloomberg“ ebenso wie das „Wall Street Journal berichteten, dass die afrikanischen OPEC-Mitglieder den derzeitigen Produktionsschätzungen, an denen zukünftige Fördermengen ausgerichtet werden, nicht beipflichten. Eine Kritik, die wiederum Saudi-Arabien und Russland, das man als der OPEC nahe stehend sehen kann, nicht hinzunehmen scheinen, denn das könnte ihren immer noch bestehenden Fördermengenkürzungen den Boden entziehen.

So, wie einige das seitens der Nachrichtenlage interpretieren, könnte sich Saudi-Arabien genötigt sehen, die Fördermengenkürzung zu beenden, weil, wie mehrfach an dieser Stelle vermutet, andere Ölländer die Lücke durch eine höhere, eigene Förderquote schliessen und dadurch den angestrebte Daumenschraube bei den Preisen aufheben. Der Zank ist gross genug, um dafür zu sorgen, dass das eigentlich für diesen Sonntag geplante OPEC-Treffen auf den kommenden Donnerstag verschoben wurde. Es scheint, dass jetzt hinter den Kulissen die Telefonleitungen heiss laufen, um bis zu diesem späteren Termin einen Kompromiss zu finden und damit zu vermeiden, dass die OPEC-Zusammenkunft als Debakel endet. Aber:

Expertenmeinung: Was dann heute in einer Woche dabei herauskommt, weiss man ja noch nicht. Die Kurse von Brent Crude Oil und der anderen wichtigen Ölsorten brachen weg, weil einige davon ausgingen, dass dieser Streit dazu führen könnte, dass insgesamt auf jeden Fall mehr gefördert wird, sei es, weil Russland und Saudi-Arabien ihre Fördermenge wieder normalisieren, sei es, weil andere Länder dafür umso mehr produzieren. Aber sicher ist das eben keineswegs.

Wer da in die zeitweise bis zu 4,8 Prozent weggebrochenen Kurse hinein kaufte, dürfte entweder „nur“ Short-Gewinne mitgenommen haben oder überzeugt sein, dass sich die „Falken“ in Sachen Fördermenge am Ende durchsetzen werden. Fazit: Man weiss bislang nur, dass der Haussegen schief hängt. Man weiss aber nicht, wer am Ende als Gewinner dasteht.

Damit ist die Perspektive für den Brent Crude Oil-Kurs erst einmal offen, die Nackenlinie des zuletzt vollendeten, grossen Doppeltopps bei 82,30 US-Dollar bleibt in Schlagdistanz. Geht der Kurs wieder deutlich darüber hinaus, wäre dieses Doppeltopp in seiner Relevanz egalisiert und nach oben nichts unmöglich. Dreht Brent Crude am Ende aber doch im Bereich dieser Linie wieder nach unten und schliesst unter dem jüngsten Zwischentief bei 76,62 US-Dollar im hier abgebildeten Futures-Frontmonat mit Liefertermin Februar, ist ein Test der Supportzone 67,80/69,77 US-Dollar drin. Aber bevor nicht klar wird, was man bei der OPEC nächste Woche hinter verschlossenen Türen entscheidet, wäre ein Trade hier, egal ob Long- oder Short-Seite, eine hoch riskante Wette!

Brent Crude Oil Future: Chart vom 22.11.2023, Kurs 81,79 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures

Der scharfe Abwärtsimpuls bei Brent Crude Oil, der Anfang Oktober aufgetreten war, wurde fast komplett wieder aufgeholt. Es sah aus, als würde es nun doch in Richtung 100 US-Dollar pro Barrel gehen. Aber jetzt rutscht der Kurs erneut ab – ein Doppeltopp wäre möglich!

Brent Crude Oil Future: Chart vom 03.11.2023, Kurs 85,13 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 03.11.2023, Kurs 85,13 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Nachdem Saudi-Arabien und Russland ihren Willen bekundeten, die gekürzten Fördermengen erst einmal beizubehalten, schien für die Kurse der wichtigsten Ölsorten nach oben nichts mehr unmöglich zu sein. Dann aber deuteten einige andere Förderländer an, dass man ggf. mehr fördern könnte, zudem versuchte die US-Regierung, den Ölpreis auf Biegen und Brechen zu drücken und scheute sogar nicht davor zurück, die Öl-Sanktionen gegenüber Venezuela zu lockern.

Aber all das ist, ebenso wie die wöchentlichen Meldungen über die Ölvorräte der US-Unternehmen, letztlich ein stetiges „Rauschen“, eine Flut oft gegenläufiger Nachrichten, die einen Trend zwar grundsätzlich aufrechterhalten können, aber nicht müssen. Etwas anderes ist normalerweise wichtiger: Die Erwartung der Ölnachfrage.

Expertenmeinung: Diese Erwartung könnte sich jetzt verändern und dazu beitragen, dass Brent Crude Oil das Zwischentief vom 6. Oktober bei 82,29 US-Dollar im hier abgebildeten, nächstliegenden Futures-Liefermonat Januar bricht, dadurch ein Doppeltopp vollendet wird und das zu weiteren Abgaben führt, die für so manchen mit fast leerem Heizöltank gerade noch zur rechten Zeit kämen. Grund:

Die relativ schwach ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, eine Reihe anderer eher schlecht hereingekommene Konjunkturdaten und die zuletzt recht zufrieden mit dem Zinslevel wirkenden Notenbanken verfestigen das Bild, dass die stark angehobenen Leitzinsen jetzt endlich wirken. Auf die Inflation bezogen, aber auch auf das Wachstum. Und den meisten Anlegern ist völlig klar:

Das ist dann keine Entwicklung, die ein paar Wochen dauert und dann einen bestimmten Level hält. Diese das Wachstum drückende Wirkung hoher Zinsen kann längere Zeit kontinuierlich zunehmen und dies wiederum die Ölnachfrage so drücken, dass sich selbst Russland und Saudi-Arabien dann überlegen könnten, den Ölhahn wieder weiter zu öffnen, um bei sinkenden Preisen wenigstens über den Umsatz ihre Gewinne zu halten.

Ob diejenigen, die noch unterhalb des September-Hochs begonnen haben, bei Brent Crude Druck zu machen, mit dieser Erwartung richtig liegen und vor allem, ob das bullische Lager da spätestens auf Höhe dieses Zwischentiefs bei 82,29 US-Dollar Gegenwehr leistet oder im Gegenteil ins Bären-Lager überläuft, wird sich weisen. Die Chance für dieses Doppeltopp wächst zumindest … und sollte es vollendet werden, wäre die 200-Tage-Linie bei gut 80 US-Dollar womöglich nur eine Etappe auf dem Weg nach unten.