Nordex Aktie aktuell Nordex: Jetzt wird’s parabolisch – Wann verkaufen?

News: Aktuelle Analyse der Nordex Aktie

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Nordex
ISIN: DE000A0D6554
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bullish
Zur Nordex Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Anfang November gehört der Spezialist für Windkraftanlagen zu den grössten Gewinnern am deutschen Parkett. Die Aktie befindet sich derzeit in einer schier unglaublichen Rallye und konnte mittlerweile wichtige längerfristige Widerstände durchbrechen. Nicht nur das bisherige Jahreshoch konnte die Aktie hierbei hinter sich lassen. Auch das Hoch von 2019 bei 15.75 EUR konnte in eindrucksvoller Manier gebrochen werden. Somit sehen wir aktuell nicht nur mittelfristig, sondern auch längerfristig eine ganz klare Trendwende. Der nächste nennenswerte Widerstand befindet sich im Bereich bei 21/22 EUR, wo die Aktie Anfang 2017 ein auffälliges Pivot-Hoch gebildet hat. Es ist durchaus möglich, dass diese Marke noch im Laufe dieser Woche erreicht werden kann. Der Trend befindet sich in einer klar bullischen Gesamtverfassung.   

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nordex Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dennoch ist völlig klar, dass die Kurse die Steilheit dieser Rallye nicht mehr allzu lang durchhalten werden. Wir sehen bereits eine parabolische Entwicklung und der Abstand zur 50-Tage-Linie hat schwindelerregende Höhen erreicht. Es ist wohl nur noch eine Frage von Tagen, bis die Aktie zu einer kräftigeren Korrektur ausholen dürfte. Hierbei können Anleger auf sogenannte manuelle Trailing-Stopps zurückgreifen, welche in solchen Fällen meist unter ein Ein- oder Zwei-Tages-Tief gesetzt werden. Somit haben Trader die Möglichkeit, so viel wie möglich aus einem Anstieg herauszuholen, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass ein Grossteil der erreichten Gewinne wieder abgegeben werden. Vorläufig stufen wir die Aktie aufgrund der Korrekturgefahr mit neutral ein.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.11.2020 Kurs: 19.38 Kürzel: NDX1 | Online Broker LYNX

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Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Nordex Aktie

Nordex legt am Freitag die Quartalsbilanz vor und die Aktie fällt – ein schlechtes Zeichen? Nein! Denn diese Zahlen wurden, als vorläufige Ergebnisse, schon am Montagabend veröffentlicht. Und was daraufhin passierte, war die Basis der grössten grünen Wochenkerze seit vielen Jahren. Was am Freitag an Boden verloren wurde, war im Vergleich zu den Kursgewinnen der Tage zuvor kaum von Bedeutung, ein wenig „selling on good news“, aber es bleibt eine lange bullische Kerze, die dem bärischen Lager das Signal vermittelt: „don’t touch“!

Das beeindruckende an diesem Kurssprung ist, dass die Ergebnisse eigentlich keine Sensation waren. Der Windkraftanlagen-Hersteller hat den Umsatz in den ersten neun Monaten um 63 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gesteigert. Der Gewinn, gerechnet als EBITDA (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) stieg zwar von 60,2 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 70,8 Millionen. Aber das war ein in Relation zum Umsatzanstieg unterproportionales Wachstum, was an einer zum Vorjahr deutlich von 3,1 auf 2,2 Prozent gesunkenen Gewinnmarge lag. Es scheint, als hätten die Investoren vor allem nach vorne geschaut. Denn Nordex lieferte einen mittelfristigen Ausblick für das übernächste Jahr mit, der optimistisch stimmt:

Expertenmeinung: Nordex erwartet, dass es im Jahr 2022 gelingen wird, den Umsatz auf fünf Milliarden Euro zu steigern und die Gewinnmarge dann auf solide acht Prozent zu steigern. Und das hiesse, dass die heute mageren Gewinne in zwei Jahren alles andere als mager sein würden. Dass das Unternehmen das kommende Jahr nicht genauer eingrenzen kann, ist nachvollziehbar, weil sich einfach nicht einschätzen lässt, ob und wie deutlich sich die Corona-Einschränkungen auf Auftragseingang und Umsetzung neuer Projekte auswirken würde. Aber Nordex konnte offenbar klar genug kommunizieren, dass die Entwicklung aufwärts weist, nachdem die Jahre zuvor auch ohne die Corona-Problematik sehr schwierig waren. Ist die mittelfristige Aufwärtswende damit jetzt in Stein gemeisselt?

Das ist zwar vorerst eine zulässige Annahme. Aber das hiesse ja nur, dass ein mittelfristig relevanter Abwärtstrend zunächst nicht wahrscheinlich wäre. Es heisst nicht, dass die Aktie auch weiterhin wie ein Strich steigen müsste. Nach einer Rallye von im Wochenvergleich 27 Prozent, die womöglich nicht zufällig im Bereich der vier Jahre alten Widerstandsmarke bei 17,23 Euro erst einmal stoppte, wären Gewinnmitnahmen keine Überraschung. Würde dieses alte Zwischentief vom November 2016 bei 17,23 Euro überboten, wäre aus rein charttechnischer Sicht Spielraum bis an die nächste, grössere Hürde bei 21,68 Euro. Aber würde es zuvor zu einer Nagelprobe für die Bullen kommen, indem Gewinnmitnahmen die Unterstützungszone 14,95/15,75 Euro einem Test unterziehen, sollte das nach diesem Kurssprung niemanden überraschen.

Chart vom 13.11.2020, Kurs 16,59 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX

Nordex produziert und vertreibt technologisch anspruchsvolle Onshore-Windkraftanlagen der Multimegawatt-Klasse.

Starke Stellung

Als Systementwickler übernimmt Nordex die Planung und das Engineering für grosse Anlagen und fertigt selbst die Steuerungen, die Elektrotechnik, die Maschinenhäuser und die Rotorblätter.

Überdies hat sich die Gruppe als Dienstleister für die Planungsphase von Windparksystemen positioniert, der geeignete Flächen findet und Windparks einschliesslich Netzanschluss und Anlagen-Services technisch realisiert.

Nodex hat sich also eine zentrale Stellung in einer Wachstumsbranche gesichert und deckt einen bedeutenden Teil der Wertschöpfungskette ab.

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. In den letzten zehn Jahren konnte der Umsatz von 1,01 auf 3,29 Mrd. Euro gesteigert werden.

Wo Licht ist…

Das sind die Argumente, die immer wieder Anleger dazu bewegen, die Aktie zu kaufen.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Es wäre durchaus möglich, dass die Bullen doch einige wichtige Punkte übersehen.

Nordex hat langfristig ein hohes Wachstum verzeichnet, das ist richtig. In den vier letzten Geschäftsjahren lief der Umsatz allerdings seitwärts.

Darüber hinaus hat man Probleme mit der Profitabilität. Im Endeffekt hat Nordex nie nachhaltig schwarze Zahlen geschrieben.
Es bringt wenig, wenn man den Umsatz verdreifacht, aber trotzdem nichts verdient.

Darüber hinaus waren zur Finanzierung des Wachstums auch mehrere Kapitalerhöhungen notwendig. Die Zahl der Aktien ist im betrachteten Zeitraum von 67 auf 104 Millionen Stück gestiegen.
Man verdient zu wenig, daher benötigt man immer wieder frisches Geld und schädigt damit die bisherigen Aktionäre.

All diese Faktoren machen die Aktie zu einem Underperformer. Kein Wunder, dass der Kurs nicht nachhaltig steigt und Anleger immer wieder Schwierigkeiten geraten.

Auf die Mütze

Da wären wir beim heutigen Tag. Nordex kommt wieder mal unter die Räder und stürzt ab.

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl hatte die Aktie, ebenso wie Solar-Werte, eine ordentliche Rallye hingelegt. Biden lag in den Umfragen vorne und hätte wohl deutlich mehr auf erneuerbare Energie gesetzt als Trump. So zumindest die These.

Inzwischen wissen wir, dass die US-Wahl äusserst knapp ist. Es ist vollkommen offen, wer als Sieger vom Platz gehen wird.
Beide Seiten bringen bereits ihre Anwälte in Stellung. Wahrscheinlich endet die Wahl vor den Gerichten und ultimativ vor dem Supreme Court.
Dort haben die Republikaner eine Mehrheit von 6:3.

Droht Nordex jetzt eine komplette Rückabwicklung der Rallye?  

Chart

Aus technischer Sicht ist die Aktie angeschlagen. Solange die Aktie allerdings über dem Aufwärtstrend notiert, besteht für die Bullen aber noch Hoffnung.

Dreht Nordex zwischen 11,25 und 11,75 Euro wieder zur Oberseite, wäre eine Erholung in Richtung 12,50 – 12,80 Euro denkbar.

Fällt die Aktie hingegen unter 11,25 Euro, droht eine umfassende Korrektur. Mögliche Kursziele liegen bei 10,50 und 10,10 Euro.

Chart vom 04.11.2020 Kurs: 12,05 Kürzel: NDX1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 04.11.2020 Kurs: 12,05 Kürzel: NDX1 – Tageskerzen

In den letzten Wochen meldete der Windkraftanlagenbauer Nordex einen Neuauftrag nach dem anderen. Das hat die Marktteilnehmer unübersehbar beeindruckt, denn über die vergangenen zwei Handelswochen hat die Aktie sagenhafte 30 Prozent zugelegt. Und ginge es alleine nach der Charttechnik, müsste mit der Rallye noch nicht Schluss sein.

Sie sehen in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis, dass der Kurs zum Ende der vorvergangenen Woche knapp über die Widerstandszone 11,45/11,70 Euro hinaus gelaufen war und per Freitag auch noch das Hoch vom Herbst 2019 bei 13,10 Euro überwand. Damit wäre der Weg nach oben zunächst bis an die Parallele zur mittelfristigen Aufwärtstrendlinie frei, die in dieser neuen Handelswoche bei 14,05 Euro verläuft.

Das ist nicht die Welt, aber es ist nicht sicher, dass diese Linie wirklich als Widerstand fungieren wird, weil sie nur durch einen Punkt als obere Begrenzung des Aufwärtstrends definiert, sprich in ihrer Relevanz nicht bestätigt ist. Ein markanterer und zugleich noch weiter entfernt liegender Widerstand und damit ein potenzielles, kurzfristiges Kursziel ist das Hoch vom Juli 2019 bei 14,95 Euro. Aber kann eine Aktie, die in den letzten Jahren immer wieder von Leerverkäufern „abgeschossen“ wurde, kaum dass die Anleger wieder Vertrauen gefasst hatten, wirklich auf einmal so stark und weit laufen?

Expertenmeinung: Ein solcher Sinneswandel ist nicht ungewöhnlich, aber man sollte dennoch äusserst behutsam und vorsichtig bleiben, denn der Faden, an dem sich die Aktie höher hangelt, könnte dünn sein. Der Haken bei dieser Sache ist: Man weiss nicht, wie dünn er ist. Das könnten die Ergebnisse des dritten Quartals klären. Aber der Termin für die Vorlage der Bilanz ist erst am 13. November. Und sollten vorläufige Ergebnisse vorgelegt werden, dürften diese auch eher Ende Oktober anstehen. Kurzfristig bleibt daher die entscheidende Frage offen:

Was bleibt angesichts der markant gestiegenen Auftragseingänge am Ende in der Kasse hängen? Das weltweit agierende Unternehmen hatte, das wurde in der Bilanz zum ersten Halbjahr offensichtlich, sehr mit den Einschränkungen durch die Virus-Pandemie zu kämpfen. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um grandiose 100 Prozent, aber man zahlte drauf: Die EBITDA-Marge lag bei -3,5 Prozent, wodurch trotz verdoppeltem Umsatz aus einem Gewinn von 17,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 ein Verlust von 70,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2020 wurde.

Wenn dieses Problem im dritten Quartal im Griff war und Nordex in der Perspektive deutlich macht, dass die Marge auch weiterhin positiv bleiben dürfte, kann die Aktie allemal noch einiges nach oben zeigen. Sollte dieses momentan von manchen Akteuren scheinbar verdrängte Margenproblem aber weiter existieren, kann es schnell vorbei sein mit dieser Rallye. Ein Stoppkurs knapp unter der März-Aufwärtstrendlinie (in dieser Woche im Bereich 10,65/10,70 Euro) wäre daher als „Fallschirm“ unbedingt ratsam.

Chart vom 09.10.2020, Kurs 13,50 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX

Rein vom Umsatz her läuft es beim Windkraftanlagenbauer Nordex zwar hervorragend, immerhin gelang es, den Umsatz trotz der Corona-Einschränkungen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf zwei Milliarden Euro zu steigern und damit zu verdoppeln. Aber die EBITDA-Marge (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) lag bei -3,5 Prozent, kurz: Es entstand ein Verlust, man zahlte trotz der gestiegenen Umsätze drauf. Pessimisten würden einwenden, dass sich dieses Problem, insbesondere mit Blick auf die weltweiten Aktivitäten des Unternehmens, so schnell nicht erledigen werde. Optimisten würden dagegenhalten, dass die Perspektiven aber mit Blick auf die Konjunktur-Förderprogramme und ihre deutliche Tendenz zu Gunsten erneuerbarer Energien durchaus positiv seien.

Beide Seiten könnten Recht bekommen, aber in beiden Fällen würde man in den kommenden Monaten noch nicht wissen, ob das der Fall ist. Damit findet sich die Nordex-Aktie in einer Konstellation wieder, in der aus fundamentaler Sicht in beide Richtungen einiges möglich wäre. Was werden die Trader da tun – abwarten, bis klar ist, wie es mit der Profitabilität des Unternehmens weitergeht? Wohl kaum, man wird tun, was man in solchen Fällen immer tut: Man wird sich an den Signalen orientieren, welche seitens der Charttechnik generiert werden.

Expertenmeinung: Dahingehend zeigt unser Chart auf Wochenbasis, dass sich die Sache für die Bullen zwar äusserst zäh gestaltet, trotzdem wäre die Aktie im Moment näher an einem Ausbruch nach oben als an einem Bruch des im März etablierten Aufwärtstrends. Sie sehen, dass der Kurs seit mehreren Wochen eine bis ins Jahr 2018 zurück reichende Widerstandszone zwischen 11,45 und 11,70 Euro belagert. Per Mittwochabend wäre dadurch sogar die im April 2019 entstandene Abwärtstrendlinie bei aktuell 11,10 Euro überboten, aber zum einen ist die Woche noch nicht vorüber, zum anderen wäre der Ausbruch noch nicht signifikant. Entscheidend bleibt diese Widerstandszone 11,45/11,70 Euro:

Würde es gelingen, die Aktie über diese „Mauer“ zu hieven, würde alleine das dadurch generierte Kaufsignal die rein technisch orientierten Trader in Marsch setzen und mit steigenden Kursen auch die optimistische Variante von Nordex‘ Zukunftsperspektiven in den Vordergrund rücken. Sollte die Aktie jedoch abdrehen, stünde schnell die mittelfristig entscheidende Kreuzunterstützung aus März-Aufwärtstrend und 200-Tage-Linie bei 9,89 Euro im Fokus. Ein Bruch dieses Supports würde die bullischen Perspektiven der Aktie vorerst eliminieren und die Stimmung kippen. Ein Anlauf an das Ende Juni ausgebildete Zwischentief bei 8,45 Euro wäre dann keine Überraschung!

Chart vom 09.09.2020, Kurs 11,40 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX

Ein Minus von sieben Prozent als Reaktion auf die am Donnerstagmorgen vorgelegte Halbjahresbilanz, das wirkt, als wären die Zahlen eine herbe Enttäuschung gewesen. Aber im Fall der Nordex-Aktie muss man diesen Abschlag in Relation zu dem Kursanstieg sehen, den die Aktie in den Tagen zuvor aufs Parkett gelegt hatte. Denn der war immens und hatte einen absolut nachvollziehbaren Auslöser. Die Aktie des Windkraftanlagenbauers hatte am Montag sagenhafte 20,8 Prozent gegenüber dem Vortag zugelegt. Der Grund:

Am Montag gab Nordex bekannt, dass man sich mit RWE geeinigt habe, dem Energieversorger das europäische Produktportfolio nebst dem Entwicklerteam zu überlassen … für den stolzen Preis von 400 Millionen Euro. Was nicht bedeutet, dass Nordex sich in Sachen Windräder aus dem europäischen Markt zurückziehen würde. Es geht hierbei um selbst entwickelte Projekte, die man bislang quasi „schlüsselfertig“ an Investoren verkauft hat. Dieser Bereich der Nordex Group wird für andere Regionen der Welt bei Nordex bleiben, nur die Europa-Projekte werden, sofern es seitens der Behörden keine Einwände geben sollte, jetzt  en bloc an RWE gehen. Mit dieser Summe, so Nordex, würde die eigene Kapitalstruktur erheblich gestärkt. Könnte die gestrige Halbjahresbilanz diesen Coup wirklich vergessen machen?

Expertenmeinung: Man wird es abwarten müssen, denn in der Tat wies das Zahlenwerk Licht und Schatten zugleich auf. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2020 um über 100 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch der Gewinn von 17,1 Millionen Euro, der noch im ersten Halbjahr 2019 erreicht wurde, verwandelte sich diesmal trotz der immens höheren Umsätze in einen Verlust von 70,8 Millionen. Die Marge wurde negativ, fiel von ohnehin dünnen 1,7 Prozent im Vorjahr jetzt auf -3,5 Prozent. Anders formuliert: In den ersten sechs Monaten zahlte Nordex bei seiner Arbeit drauf. Grund sind laut Nordex die negativen Einflüsse der Corona-Pandemie. Und da wird sich jetzt weisen müssen, ob die Anleger diesen Druck als temporär und mit Masse vom Tisch ansehen oder auf Basis der Sorge vor einer zweiten Welle fürchten, dass das Unternehmen in diesem Jahr nicht mehr die Kurve kriegen wird. Aber:

Noch hat dieses gestrige Minus von knapp acht Prozent das Chartbild nicht nennenswert eingetrübt, der grosse Sprung nach oben, über die mittelfristige, bis Anfang 2019 zurückreichende Abwärtstrendlinie und die knapp darüber, bei 11,30 Euro, verlaufende Widerstandslinie, ist immer noch drin. Dort wäre Nordex im Vorfeld der Halbjahreszahlen fast durch gewesen. Aber solange der Kurs noch alle entscheidenden Unterstützungen über sich hat, kann es allemal noch zu einem zweiten Anlauf kommen. Am Donnerstag hielt die Aktie zum Handelsende die Kreuzunterstützung aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie. Und selbst, wenn dieser Bereich unterboten würde, würde im Bereich 9,05 Euro (Stand der Linie am Donnerstag) die März-Aufwärtstrendlinie als Support warten, von welcher aus sich Nordex am Montag zu diesem 20-Prozent-Sprung aufgemacht hatte. Darunter würde es dann für die Bullen ungemütlich, aber noch hätten sie ihre Chance, das Ruder zügig herumzureissen.

Nordex Aktie: Chart vom 13.08.2020, Kurs 10,53 Euro, Kürzel NDX1 | Online-Broker LYNX
11. November 2019

Nordex: Geht da noch mehr?