AIXTRON Aktie Prognose Aixtron: Hier sollte man nicht mehr ohne „Fallschirm“ dabei sein

News: Aktuelle Analyse der AIXTRON Aktie

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AIXTRON
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Die Aixtron-Aktie ist ein Phänomen. Sie ist ziemlich teuer bewertet, das durchschnittliche Analysten-Kursziel ist erreicht, sie gehört zu einer Branche, die in Rezessionen unter Druck gerät und fällt dennoch nicht. Aber man sollte wissen, wo die kritischen Punkte im Chart liegen.

Aixtron ist ein Maschinen- und Anlagenbauer, der speziell die Halbleiterindustrie beliefert. Eine Branche, die selbst schon sehr konjunkturabhängig ist und deren Zulieferer das potenziert spüren. Denn wenn die Chiphersteller Probleme bekommen, werden Investitionen schnell mal verschoben oder sogar gestrichen. Doch wer meint, das würde die Anleger vorsichtig stimmen, irrt: Die Aixtron-Aktie bewegt sich auf dem höchsten Level seit elf Jahren. Und sie ist keineswegs defensiv, sondern vergleichsweise teuer bewertet.

Die Ergebnisse des dritten Quartals waren gar nicht gut, lagen weit unter den Analystenerwartungen. Zwar erklärte Aixtron, dass das auf nur kurzzeitig die Ergebnisse verlagernden Lieferverzögerungen basiere. Aber auch, wenn die unternehmenseigene Prognose für 2022 davon nicht betroffen sein wird, würde der erwartete Gewinn des Unternehmens laut Analystenschätzungen doch nur im Bereich von fünf bis zehn Prozent über denen des Jahres 2021 liegen. Das ist zwar eine Leistung in diesem wirtschaftlich kniffligen Umfeld, keine Frage. Aber die Aktie notiert um die 65 Prozent höher als vor einem Jahr, sprich: Die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) ist deutlich gestiegen. Was bedeutet:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AIXTRON Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Gewinne müssen 2023 und 2024 deutlich zulegen, damit dieses relativ hohe KGV von derzeit 34 gerechtfertigt wäre. 20 Prozent mehr Unternehmensgewinn pro Jahr müssten es schon werden. Und ja, im Schnitt erwarten die Analysten das auch. Aber wissen können sie es nicht. Zulieferer einer konjunktursensiblen Branche zu sein bedeutet immer dünnes Eis, nicht umsonst heissen solche Aktien auch „Fahrstuhlaktien“. In einem idealen Umfeld steigen Gewinne und Aktie rasant, ebenso schnell geht es aber in den Keller, wenn der Wind sich dreht. So wie man die Aktie derzeit handelt, gehen zweifellos viele davon aus, dass der Wind sich nicht drehen wird, obwohl absehbar ist, dass die Konjunktur weltweit immer mehr in Richtung Rezession abgleitet. Das ist riskant.

Daher täte man gut daran zu wissen, wo die Ankerpunkte dieser Aktie sind, welche Marken eine Abwärtswende auslösen würden, sollten sie gebrochen werden, um dort eine Absicherung über einen Stop Loss oder einen Stopp auf Schlusskursbasis zu platzieren. Sehen wir uns den Chart an:

Aixtron ist nach einem ersten Fehlausbruch im Monatsverlauf doch noch über die Widerstandszone 27,70/28,18 Euro gelaufen. Sollte der Kurs unter diese jetzt als Support fungierende Zone zurückfallen, wäre das ein kurzfristig bärisches Signal, bei dem man überlegen sollte, aggressive Long-Trades glattzustellen. Mittelfristig bärisch würde Aixtron erst, wenn das durch einen solchen Bruch der Zone 27,70/28,18 Euro ausgelöste, kurzfristig negative Signal sein Kursziel erreicht und unterschreitet: die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei aktuell 25,50 Euro. Darunter fände sich bei derzeit 24,12 Euro zwar noch ein letztes Sprungtuch in Form der 200-Tage-Linie. Aber sich darauf zu verlassen, dass diese Linie hält, wenn im Vorfeld zwei wichtige Support-Zonen gefallen sind, wäre gewagt. Hier wäre ich jetzt nicht mehr ohne konsequente Absicherung Long!

Aixtron-Aktie: Chart vom 29.11.2022, Kurs 29,91 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der AIXTRON Aktie

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Die Bilanzmeldung des Anlagenbauers Aixtron wurde von den Neun-Monatszahlen und der Anhebung der Auftragseingangs-Prognose dominiert. Die wirkten stark. Aber wer sich das genauer ansah, stellte fest, dass nicht alles Gold war, was da glänzend beschrieben wurde.

Dass ausgerechnet eine Aktie seit Ende 2021 bis zu 65 Prozent zugelegt hatte, die als Zulieferer für die Halbleiterindustrie eine typische „Fahrstuhlaktie“ ist, die in Wachstumsphasen zwar schnell steigt, aber wie ein defekter Fahrstuhl fallen kann, wenn das Wachstum versiegt, war dünnes Eis. Vor allem, weil die Aktien der Kundschaft, sprich der Chiphersteller, seit Monaten in die entgegengesetzte Richtung laufen. Wenn die Chiphersteller ihre Produktions-Kapazität gerade erst deutlich ausgebaut haben und dann die Chipnachfrage zurückgeht, könnten Produktionsanlagen zur Chipherstellung, wie sie Aixtron liefert, zu Ladenhütern werden. Aixtron hob in der Bilanz hervor, dass dem nicht so ist. Zumindest noch nicht.

Deswegen wurde die Anhebung der Prognose für den Auftragseingang wohl besonders hervorgehoben. Doch die fiel eher übersichtlich aus, der Ausblick wurde nur von zuvor 520 bis 580 Millionen auf jetzt 540 bis 600 Millionen Euro angehoben. Und der zweite Bereich, den man nach oben setzte, die EBIT-Gewinnmarge, wurde mit einem Prozentpunkt auf jetzt 22 bis 24 Prozent ebenfalls nicht wesentlich nach oben genommen. Der Ausblick auf den 2022er-Umsatz blieb mit 450 bis 500 Millionen Euro unverändert. Das war eher kein Grund, eine derart weit gestiegene Aktie noch zu kaufen. Aber wieso fiel sie so stark?

Expertenmeinung: Aixtron verlor am Donnerstag, dem Tag der Bilanzvorlage, satte 8,33 Prozent. Dabei rettete sie sich zwar noch deutlich über das Tagestief, fiel am Freitag aber erneut, diesmal um 4,57 Prozent … und steht damit nur noch knapp über mittelfristig entscheidenden Unterstützungen.

Sie fiel, weil das dritte Quartal ganz und gar nicht so lief wie erwartet. Umsatz bei 88,9 Millionen nach 130,8 Millionen im Vorjahresquartal, Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) 16,2 Millionen nach 36,2 Millionen im Vorjahresquartal. Laut Aixtron sei das auf „vereinzelte kundenbedingte Lieferverzögerungen sowie auf die Erteilung von Exportlizenzen zurückzuführen, die zum Stichtag noch nicht vorlagen“. Das beruhigte die Anleger aber nicht, wie es scheint.

Hinzu kam, dass die Neun-Monats-Zahlen, die Aixtron in den Vordergrund stellte, dadurch auch nicht berühmt aussahen. Umsatz +13, EBIT +16 Prozent gegenüber den ersten neun Monaten 2021, das ist solide, aber nicht genug für eine Aktie, die im Vorfeld derart stark gestiegen war. Auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten käme man hier auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 34. Und zwar nach den Abgaben der vergangenen zwei Handelstage. Das ist für das derzeitige Wachstum und den Umstand, dass es sich hier um eine sehr konjunktursensible Aktie handelt, ziemlich hoch.

Aixtron-Aktie: Chart vom 28.10.2022, Kurs 25,29 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Die Anleger stimmten mit den Füssen ab, die Richtung, in die es ging, ist unübersehbar. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Abstieg weitergeht. Entscheidend dafür sind die jetzt angelaufenen, mittelfristig relevanten Unterstützungen. Konkret geht es da vor allem um die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, die in den letzten Monaten mehrfach getestet und verteidigt wurde. Diese Linie verläuft derzeit bei 24,40 Euro. Darunter wäre die 200-Tage-Linie bei momentan 23 Euro zwar ein potenzielles Sprungtuch für das bullische Lager. Aber nachdem es am Tag der Bilanzvorlage gelang, die Aktie aus der unmittelbaren Nähe der Aufwärtstrendlinie herauszuholen und es am Freitag dennoch erneut zu Abgaben kam, würde man eher dazu neigen, eine Long-Position schon knapp unterhalb dieser mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei derzeit 24,40 Euro mit einem Stoppkurs auf Schlusskursbasis abzusichern.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das in der Halbleiterindustrie tätige deutsche Unternehmen konnte die letzten Monate an der Börse sichtlich überzeugen. Während es mit den europäischen Indizes bergab ging, konnte sich die Aixtron-Aktie in einer breit angelegten Seitwärtsbewegung halten, welche im Bereich von rund 28 EUR einen klaren Widerstand aufwies.

Gleichzeitig bildete sich über mehrere Monate hinweg eine Serie von höheren Tiefs. Dies war ein klares Zeichen erhöhter Nachfrage. Auch das zuletzt Mitte Oktober gebildete Tief lag über dem davor. Der Breakout über die eingezeichnete Widerstandslinie lieferte nun das finale Kaufsignal und der Trend ging diese Woche erstmals sogar in eine bullische Trendphase über.   

Expertenmeinung: Auch langfristig ist dieses Kaufsignal nicht uninteressant und könnte die Kurse nun um eine weitere Etage nach oben tragen. Wenn wir uns die Spanne der Konsolidierung des letzten Halbjahres ansehen, betrug diese rund 8 Euro. Addiert zum jüngsten Ausbruchspunkt, ergäbe sich somit ein mögliches Kursziel im Bereich von 36 EUR.

Dazwischen liegt jedoch noch ein Widerstand aus dem Jahr 2011. Damals wurde ein Hoch bei 34.08 EUR gebildet. Somit visieren wir den Bereich von 34 bis 36 EUR als nächstes mögliches Kursziel an. Der Boden bei 28 EUR sollte natürlich nicht mehr nach unten gebrochen werden.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 25.10.2022 Kurs: 29.37 Kürzel: AIXA | Online Broker LYNX
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Momentan greifen die Bullen nach jedem Strohhalm, denn viele gibt es ja nicht. Das führte dazu, dass gestern bei Aixtron kräftig gekauft wurde, weil die Meldung umging, ein Analyst erwarte, dass Aixtron die Gesamtjahresprognose anheben wird. Na und?

Aixtron ist ein Maschinen- und Anlagenbauer, der Anlagen für die Chip-Produktion herstellt. Da weiterhin trotz beginnender Rezession ein Mangel an Chips besteht, sind solche Anlagen stark nachgefragt, denn viele Halbleiterunternehmen sind dabei, ihre Produktionskapazität zu erhöhen. Da die Nachfrage hoch ist, können Unternehmen wie Aixtron auch gute Preise durchsetzen. Daher wäre ein gutes drittes Quartal trotz Inflation und Materialengpässen nicht unbedingt überraschend. Aber die Bilanzzahlen stehen erst Ende Oktober an, man wird es abwarten müssen.

Natürlich wäre es bei guten Ergebnissen denkbar, dass Aixtron die 2022er-Prognose anhebt. Aber kommt es darauf denn überhaupt noch an? Dass derzeit der Laden brummt, weiss man. Dementsprechend ist das auch im Aktienkurs enthalten. Dass sich Trader auf Basis dieser reinen Vermutung des US-Investmenthauses Stifel gestern auf Aixtron stürzten, ist da eher als der eingangs erwähnte Griff nach Strohhalmen zu werten, zumal Stifel zugleich zwar das Kursziel anhob, aber nur auf 25 Euro. Und da wären wir jetzt bereits. Aber wichtiger ist ja, was in den kommenden Quartalen passiert, nicht, was war. Und da muss man sich schon Fragen stellen wie:

Expertenmeinung: Was passiert, wenn die Chip-Knappheit abgearbeitet ist? Wenn die Chiphersteller ihre Produktionskapazität ausgebaut und neue Anlagen wie die von Aixtron, die ja längst bestellt sind, auch installiert haben? Was würde aus einem Ausrüster der Chipindustrie, wenn diese rezessionsbedingt in die Knie geht? Würden die Aufträge für Aixtron dann nicht in ein tiefes Loch fallen und Umsatz und Gewinn nach dem Abarbeiten des Auftragsbuches über die Klippe fallen … so, wie es in solchen Situationen auch früher ablief?

Nicht umsonst nennt man Aktien von Zulieferern von Branchen, die selbst schon konjunktursensibel sind, Fahrstuhlaktien. Bei gutem Wirtschaftswachstum laufen die Kurse rasant höher, geht es mit der Wirtschaft aber abwärts, dann fallen solche Aktien besonders schnell und weit. Zwar kann man nicht absehen, ob dieser Abriss in einem oder womöglich erst in drei, vier Quartalen kommt. Aber dass man damit rechnen sollte, ist klar. Und das Chartbild zeigt ja auch, dass nicht wenige Marktteilnehmer genau damit rechnen, denn:

Aixtron war im Juni zwar über das vorherige Zehn-Jahres-Hoch vom Sommer 2021 gestiegen, dann aber doch wieder unter diese Linie bei 26,60 Euro gefallen. Ein erneuter Ausbruchsversuch im Juli wurde noch schneller abverkauft. Und vergangene Woche drehte Aixtron sogar noch unterhalb dieser Hürde ab. Das zeigt: Die Anleger wissen sehr wohl, dass die Lage derzeit noch positiv ist. Sie wissen aber eben auch, dass das wohl nicht auf Dauer so bleiben wird. Dass der Ausbruch diesmal gelingt, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich. Wer bereits Long dabei ist, könnte Aixtron sicherlich mit einem Stopp, den man entlang der Februar-Aufwärtstrendlinie sukzessiv nachzieht, halten. Aber hier neu einzusteigen, das wirkt eher riskant.

Aixtron-Aktie: Chart vom 21.09.2022, Kurs 25,55 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX
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Wie weit muss man als Trader nach vorne sehen? Wer kurzfristig denkt, würde Aixtron eher kaufen, wer mittelfristig denkt, eher aussteigen. Dieses Ringen zwischen den Sichtweisen dominiert den Kursverlauf und unterstreicht: Noch ist eine Abwärtswende nicht vom Tisch!

Man durfte von den Ergebnissen des Anlagenbauers Aixtron, die in den ersten drei Monaten 2022 erreicht wurden, durchaus beeindruckt sein. Aber die vorbestehende Prognose für das Gesamtjahr wurde nicht erhöht, die, wenn man genauer hinschaut, nicht zwingend bullisch ist. Denn ein prognostizierter Umsatzanstieg auf 450 bis 500 Millionen Euro nach 429 Millionen im Vorjahr und eine EBIT-Marge zwischen 21 und 23 Prozent (Vorjahr 23,1 Prozent), kann, wenn beide Bereiche am unteren Ende der Prognosespanne liegen würden, sogar bedeuten, dass Aixtron 2022 weniger verdient als im Vorjahr. Und was die kommenden Jahre bringen, ist möglichweise nicht so positiv wie das die Analysten, die 2023 und 2024 mehrheitlich weiter steigende Unternehmensgewinne sehen, sich das bislang denken.

Denn Aixtron produziert Anlagen für die Chipindustrie. Die aktuell zwar unter Volllast fährt, aber der Chipmangel würde sich wohl im Fall einer weltweiten Stagnation, ggf. sogar einer Rezession, schnell erledigen. Und da derzeit die Produktionskapazität im Chipsektor massiv ausgebaut wird, würde das bedeuten, dass bei Aixtron über kurz oder lang die Aufträge einbrechen, weil dann Überkapazitäten vorliegen und man ausreichend viele noch neue Anlagen zur Verfügung hat. Ein solches Szenario haben manche vor Augen … aber, wie der Chart zeigt, keineswegs alle.

Expertenmeinung: Wer kurzfristig denkt, sieht solide Gewinnmargen, volle Auftragsbücher und damit Aufwärtspotenzial. Wer mittel- und längerfristig denkt, sieht, was nach dieser Auftrags-Bugwelle kommen dürfte und bleibt weg bzw. schlägt sich auf die Short-Seite. Wer wird die Oberhand behalten?

Bis zum Montag war man versucht, den Bullen den Sieg zuzusprechen. Denn Aixtron hatte zwar im Juni eine scharfe, in zwei Schüben abgelaufene Korrektur gesehen, nachdem sich der Ausbruch über das 2021er-Hoch als Bullenfalle entpuppt hatte. Aber die Aktie drehte genau da scharf nach oben, wo sie drehen musste: In der von vielen oberen und unteren Wendepunkten bestätigten Mitte der mittelfristigen Kursspanne. Und das so, dass die knapp darüber verlaufende 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis nicht unterboten wurde. Ein perfektes Reversal in einem perfekten Supportbereich. Doch der Montag wurde zu einem Warnsignal.

Denn da entstand ein „bearish engulfing pattern“, eine rote Kerze, die die des Vortages komplett einhüllt. Sprich: Es kam zu einer Eröffnung im Plus und einem Handelsende im Minus. Das deutet an, dass die Bullen die Kontrolle zu verlieren drohen. So gesehen ist diese zuvor so bravurös verteidigte Zone 19,70 zu 20,90 Euro (das schliesst die 200-Tage-Linie mit ein) womöglich nicht nachhaltig verteidigt worden. Man täte gut daran, nicht zu sicher zu sein, dass sie diejenigen, die mittelfristig wieder Druck auf Aixtrons Gewinne sehen, aus dem Feld geschlagen wurden. Sollte Aixtron unter 19,70 Euro schliessen, hätte das Bullen-Lager dieses bereits als gewonnen geglaubte Ringen doch noch verloren!

Aixtron-Aktie: Chart vom 18.07.2022, Kurs 24,00 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Chips sind immer noch knapp, die Hersteller versuchen, ihre Produktion auszubauen und zu optimieren … und Aixtron profitiert als Hersteller von Halbleiter-Produktionsanlagen von dieser Situation. Aber wer weiter denkt, fragt sich: Wie lange geht das so weiter?

Die Aixtron-Aktie notiert derzeit nahe am 11-Jahres-Hoch des Jahres 2021. 26,60 Euro hatte der Kurs da, im August 2021, erreicht. Dann jedoch kam die Korrektur: Die Aktie verlor massiv, sackte in der Spitze über 40 Prozent ab, bevor Ende Februar wieder Käufe einsetzten.

Im April hatten sich die Käufer dann daran versucht, dieses 2021er-Hoch als Widerstand herauszunehmen, aber bei 26,23 Euro war Schluss, die Aktie konsolidierte erst einmal gut zwei Wochen lang. Vergangene Woche aber wurde der nächste Anlauf gestartet. Der Aixtron-Kurs schaffte es am Freitag bis 26,17 Euro, dann kamen jedoch leichte Gewinnmitnahmen. Die Frage, die jetzt im Raum steht, liegt auf der Hand: Werden aus kleinen Gewinnmitnahmen umgehend grosse … oder geht die Aktie im zweiten Anlauf doch nach oben hinaus?

Expertenmeinung: Wollte man das sicher vorhersagen können, müsste man in die Köpfe der Trader hineinsehen können. Denn ob jetzt mehr Käufer als Verkäufer antreten oder umgekehrt, basiert alleine auf der subjektiven Beurteilung der Perspektive. Die Lage ist zwar derzeit hervorragend, Aixtron ist gut mit Aufträgen versorgt und die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen liegt mit für 2022 avisierten 21 bis 23 Prozent sehr hoch. Aber es ist nicht die aktuelle Lage, auf die es ankommt, sondern die Zukunft.

Man weiss natürlich, dass der Chipmangel nicht für die Ewigkeit ist. Man weiss ebenso, dass der Ausbau der Produktionskapazität irgendwann vollzogen ist. Und man ahnt mehrheitlich auch, dass die weltweite Rezessionsgefahr dazu führen kann, dass die Halbleiterindustrie auf einmal nicht zu wenig, sondern viel zu viel Produktionskapazität hat. Und dann wäre man mit Produktionsanlagen, wie sie Aixtron liefert, reichlich und auf einige Jahre hinaus versorgt. Irgendwann ist also damit zu rechnen, dass bei Aixtron die Aufträge zurückgehen und bald darauf eben auch Umsatz und Gewinn zurückkommen. Womöglich sogar drastisch. Aber:

Wann das der Fall sein wird, weiss man eben nicht. Wer hier einsteigt, setzt darauf, dass das wenn, dann vielleicht 2023, womöglich erst 2024 passiert, Aixtron bis dahin weiter beeindruckend starke Bilanzen liefert und die Aktie weiter zulegt. Wer aussteigt oder sogar Short geht, rechnet damit, dass genau das früher passiert und daher kaum noch Luft nach oben ist bzw. die Aktie am bisherigen Jahreshoch von 26,23 bzw. dem 2021er-Hoch bei 26,60 Euro abdrehen wird. Was tun?

Wenn man nicht weiss, wie viele Anleger in den kommenden Tagen und Wochen im Lager der Optimisten bzw. Pessimisten sein und daraufhin auch aktiv handeln werden, ist die Charttechnik eine weit bessere Lösung als der Blick in die Glaskugel. Da springt die im April etablierte Aufwärtstrendlinie ins Auge, die derzeit bei 23,80 Euro verläuft und damit auf gleicher Höhe wie das Vorwochen-Verlaufstief (23,84 Euro) läge. Diese Linie muss halten, wenn die Bullen ihr Ziel, die Aktie nach oben hinaus zu bekommen, erreichen wollen. Fällt sie, wäre es sicherlich einen Gedanken wert, zumindest bei einem Teil einer bestehenden Long-Position den Gewinn mitzunehmen!

Aixtron-Aktie: Chart vom 20.05.2022, Kurs 25,43 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX