Porsche Aktie Prognose Porsche AG Vz.: Jetzt gilt’s, kriegen die Bullen die Kurve?

News: Aktuelle Analyse der Porsche Aktie

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Die konkreten Zahlen zum 4. Quartal und zum Gesamtjahr 2023 stehen erst im März an, die gemeldeten Verkaufszahlen sind bereits drei Wochen alt, trotzdem setzte die Porsche-Aktie am Freitag ein Zeichen. Aber noch ist die Kurve nicht genommen, dazu muss mehr kommen.

Wie es derzeit um die Umsatz- und Gewinnperspektive der Sportwagenschmiede Porsche steht? So genau weiss man das nicht. Was man weiss ist, dass Porsche 2023 drei Prozent mehr Fahrzeuge auslieferte als im Vorjahr und der Vorstand im Januar als Ziel ein stabiles Absatzniveau ausrief. Die Folge war eine leichte Beschleunigung der laufenden Abwärtsbewegung und einige Tage später das neue Rekord-Verlaufstief von 72,12 Euro. Gut zehn Euro unter dem Ausgabepreis der Aktie, die Ende September 2022 zu 82,50 Euro an die Erstzeichner ausgegeben wurde.

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Dass ausgerechnet eine derart charismatische Auto-Aktie so unter die Räder kam, obwohl man hier eine ungewöhnlich hohe Umsatzrendite erzielt, hat viele Investoren zu Recht überrascht. Mit Kursen unter dem Ausgabepreis wäre die Porsche-Aktie eigentlich unterbewertet … es sei denn, Porsche würde mindestens genauso starken Druck seitens der Verbraucher abbekommen, wie man das aufgrund der teuren Finanzierungen und der markant angehobenen Verkaufspreise bei anderen Autobauern befürchtet. Was sein kann, aber nicht besonders wahrscheinlich ist, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Porsche Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Porsche ist nun einmal kein Massenhersteller. Die hohe Umsatzrendite, sprich Gewinnmarge, unterstreicht das seit eh und je. Und die typische Porsche-Kundschaft ist weit eher imstande (und vermutlich auch, wenngleich womöglich murrend, bereit), höhere Preise zu akzeptieren. Aber zuletzt hätte man eben trotzdem mit der daraus ableitbaren Überlegung „wenn eine Auto-Aktie kaufen, dann Porsche“ danebengelegen.  

Aber wenn die Kurse erst einmal rutschen, dann eben oft richtig. Der Spruch „ein Trend nährt sich aus sich selbst“ gilt für beide Richtungen. Also ist es auch denkbar, dass es reicht, ein Zeichen zu setzen, indem man dagegenhält und diesen Trend quasi mit der Brechstange beendet. Das kann die Basis der in den vergangenen Tagen auf einmal doch wieder anziehenden Aktie sein. Und ja, man war damit erfolgreich. Nur ist das bislang nur ein Teilerfolg. Zwar lief der Kurs über die August-Abwärtstrendlinie hinaus. Aber um die Kurve zu kriegen, muss – idealerweise schnell – gelingen, was am Freitag versucht wurde, aber noch nicht klappte:

Porsche AG Vz. Aktie: Chart vom 02.02.2024, Kurs 82,00 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Porsche AG Vz. Aktie: Chart vom 02.02.2024, Kurs 82,00 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Die Aktie muss durch die bis Dezember als bretthart eingestufte, jetzt als Widerstand fungierende Ex-Supportzone 81,00/82,50 Euro hindurch, die sich aus der Startphase der Aktie im Herbst 2022 herleitet. Diese Zone hatte die Porsche-Aktie am Freitag intraday schon überboten, schloss dann aber mit 82,00 Euro mittendrin. Gelingt es, diesen Bereich deutlicher und auf Schlusskursbasis unter sich zu lassen, kann mit einer steigenden Aktie auch umgehend die Stimmung steigen und der Kurs dadurch im Idealfall zügig in den Bereich der nächsten Widerstandszone 91,00/93,34 Euro laufen. Aber erst muss eben diese aktuelle Hürde „geknackt“ werden!

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Vorherige Analysen der Porsche Aktie

Am Freitagmorgen legte die Sportwagenschmiede Porsche die Verkaufszahlen für das vergangene Jahr vor. Und immerhin legte der Absatz gegenüber 2022 um drei Prozent zu, in den meisten Regionen wurde mehr verkauft. Aber da war ein dickes Haar in der Suppe:

Während die Verkaufszahlen in Nordamerika und Europa stiegen, sanken sie in China. Was zwar angesichts der dort wackliger gewordenen Wirtschaftslage nicht überraschte. Aber dass es gleich 15 Prozent weniger Fahrzeuge wurden, die in China verkauft wurden, das war schon ein Pfund. Das konnte nicht gefallen, keine Frage. Und die Aussagen, welche die Zahlen begleiteten, auch nicht:

Porsche sieht 2024 weiterhin herausfordernde Bedingungen in China, aber auch insgesamt. Man setze, so der Unternehmen, auf ein stabiles Absatzniveau. Und in einem Umfeld wie diesem liesse sich hinzufügen: Und auch das ist nur ein Ziel, ob es erreicht wird, muss sich erst weisen. Aber die Frage ist: War das ein neues Rekordtief in der Aktie wert? Der Kurs rutschte Freitag bis auf 74,80 Euro und schloss bei 75,50 Euro, neues Verlaufs- und Schlusskurstief.

Expertenmeinung: Die Frage stellt sich, weil es sich hier ja nicht um eine Aktie handelt, die in blindem Optimismus von einem Hoch zum nächsten gekauft wurde. Die Aktie der Porsche AG gehörte im DAX zu den grossen Verlierern des zweiten Halbjahres 2023 und verlor, gerechnet vom im Mai 2023 bei 120,80 Euro markierten Verlaufsrekord, schon vor dem Minus des Freitags 36 Prozent. Jetzt sind es 37,5 Prozent.

Porsche AG Vz: Chart vom 12.01.2024, Kurs 75,50 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Porsche AG Vz: Chart vom 12.01.2024, Kurs 75,50 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Zwar liegt die Bewertung hier höher als bei fast allen anderen Automobilunternehmen. Aber Porsche hat eine höhere Umsatzrendite als andere Autobauer. Und eine Kundschaft, die grossenteils Inflation und teureren Krediten zu trotzen vermag. Das verleiht dem Sportwagenbauer den Status eines Stehaufmännchens, das imstande ist, in schwierigen Zeiten besser davonzukommen als andere und dafür in besseren Zeiten schnell wieder deutlich steigende Gewinne zu erzielen. Aber so, wie die Aktie jetzt daherkommt, scheint man all das, was sich jetzt an Gegenwind manifestiert, längst vorweggenommen zu haben … und womöglich mehr als das.

Dass die Analysten der UBS das Kursziel im Licht dieser Absatzzahlen und des vorsichtigen Ausblicks senkten, scheint folgerichtig. Aber man sollte nicht übersehen: Das Ziel wurde gerade einmal von 115 auf 104 Euro gesenkt, die Einstufung blieb bei „Kaufen“.

In der Porsche-Aktie steckt immer noch „Power“, egal, wie weit das bärische Lager den Kurs drückt und die Käufer angesichts dieser Talfahrt unter das Ausgabeniveau der Aktie (82,50 Euro, Ende September 2022) zaudern. Es sollte lohnen, die Aktie engmaschig zu beobachten. Gegen den Trend zu agieren, wäre aber ebenso riskant wie unnötig. Wenn der Kurs die jetzt zum Widerstand gewordene Zone 81,00/82,50 Euro und mit ihr die steilere der beiden mittelfristigen Abwärtstrendlinien zurückerobert, wäre mittelfristig vermutlich noch genug Luft nach oben, um die Geduld aufzubringen, ein solches bullisches Signal abzuwarten.

Quellenangaben: Verkaufszahlen 2023, 12.01.2024:
https://newsroom.porsche.com/de/2024/unternehmen/porsche-auslieferungen-2023-34941.html

Die Performance der im DAX gelisteten Aktien aus der Automobilbranche war 2023 äusserst uneinheitlich. Aber keine Aktie lief so miserabel wie die der Sportwagenschmiede Porsche. Was allerdings reichlich unlogisch wirkt, denn man nennt sie ja nicht umsonst eine „Rendite-Perle“.

Das hätte wohl bis vor einigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten: Die Aktie der Porsche AG (d. h. des Autobauers, nicht die der Porsche Holding) ist unter den Ausgabepreis der Aktie von 82,50 Euro gefallen. Nicht mit Schwung, nein, sie mäandert seit einigen Tagen um die 80-Euro-Marke seitwärts. Aber ebenso wenig, wie die Bären jetzt weiter Druck machen, tauchen Käufer auf. Was ist los?

Sicher, die Autobranche könnte 2024 ein kniffliges Jahr erleben. Immerhin hatte man die Preise so weit erhöht, dass bei so manchem Kunden die Schmerzgrenze überschritten ist und man sich nach Alternativen ausserhalb der deutschen Hersteller umschaut. Aber wenn ein Autobauer eine Stammkundschaft hat, die nicht nur imstande, sondern womöglich auch eher bereit wäre, gestiegene Preise mit einem Achselzucken zu quittieren, dann doch Porsche. Zumal die bisherigen Ergebnisse zeigen: Es lief zumindest bis Ende September noch gut.

Es wäre also eigentlich nicht besonders logisch, wenn die Anleger hier eine Krise einpreisen und bei Aktien wie z. B. BMW zuletzt begeistert zugreifen. Zwar ist die Bewertung der Porsche-Aktie höher als die von Mercedes-Benz oder BMW. Aber das wurde bislang, grundsätzlich richtig, mit der höheren Umsatzrendite begründet, als „Rendite-Perle“ des VW-Konzerns hatte Porsche eben einen Sonderstatus. Und was die Analysten angeht, sehen die das immer noch so. Seit den Quartalsergebnissen Ende Oktober lagen die neuen bzw. bestätigten Kursziele in der Range von 90 bis 124 Euro. Also, wo klemmt es?

Expertenmeinung: Es könnte sein, dass die Aktie einfach die Chance verpasst hat, in den Kreis derjenigen Titel zu kommen, die von den grossen Adressen zum Jahresultimo noch gezielt zugekauft werden. Das „Window Dressing“, das Optimieren der Performance der eigenen Portfolios durch Fonds, Hedgefonds etc. führt dazu, dass stark gelaufene Aktien Richtung Quartals- und vor allem Richtung Jahresende gezielt zugekauft, die Verlierer aber so weit wie möglich reduziert werden. Und das könnte diese Aktie gerade daran hindern, zumindest diese wichtige Zone 81,00 zu 81,50 Euro zurückzuerobern.

Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Vorzugsaktie: Chart vom 22.12.2023, Kurs 80,08 Euro, Kürzel: P911 | Online Broker LYNX
Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Vorzugsaktie: Chart vom 22.12.2023, Kurs 80,08 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Basis der momentanen Abstinenz dürfte gewesen sein, dass die Porsche-Aktie Mitte November die Chance hatte, über dieser Zone 81,00/82,50 Euro eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Aufwärtswendeformation zu vollenden und das schiefging. Hätte das hingehauen, hätte der Kurs im Jahressaldo schnell wieder positiv werden und sich damit für Käufe zum Jahresultimo anbieten können. So aber eben nicht. Heisst das aber im Umkehrschluss, dass die Porsche AG-Aktie ab Januar wieder Chancen nach oben hätte?

Solange es nicht gleich zu Jahresbeginn „bad news“ gäbe, ja. Denn dann werden die Karten in Sachen Performance für das erste Quartal bzw. das Gesamtjahr 2024 „neu gemischt“. Und dann könnte die Porsche-AG-Aktie zu den Verlierern des Jahres 2023 gehören, die 2024, zumindest, solange die Unternehmensgewinne das in den anstehenden Bilanzen hergeben, zu den Gewinnern gehören. Eine mit mindestens 83,50 Euro hinreichend deutliche Rückeroberung der wichtigen Zone 81,00/83,50 Euro wäre dahingehend schon ein erstes Signal, welches risikofreudige Trader erwägen könnten, mit einem engen Stopp knapp unter dem letzten Tief umzusetzen.

Quellen:
Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/porsche_sportwagen

Es ist schon ein seltsamer Anblick, die Aktie der Sportwagenschmiede Porsche mit ihrem Rekordtief ringen zu sehen, während andere Automobilaktien zulegen, derzeit sogar der vorherige Dauer-Prügelknabe Volkswagen läuft wie geschnitten Brot. Wie kann das angehen?

Porsche ist die „Rendite-Perle“ im Volkswagen-Konzern. Mit zuletzt 18,3 Prozent operativer Marge im dritten Quartal bleibt hier im Verhältnis zu den sogenannten „Massenherstellern“ vom Umsatz deutlich mehr in der Kasse hängen. Und auch, wenn diese operative Marge im Vorjahresquartal mit 18,9 Prozent höher lag: Der Gewinn stieg im Sommerquartal weiter, immerhin um 6,5 Prozent nach Steuern. Und wenn man davon ausgehen muss, dass die Preise hoch, aber die Taschen der Kunden leer sind, dass sinkende Zinsen womöglich auch sinkende Preise und Margen bei den Autobauern nach sich ziehen, weil die Kunden dann auf Rabatte warten: Speziell Porsche hätte eine Klientel, bei der dieses Problem weit weniger relevant wäre als z. B. bei VW oder Stellantis. Und doch: Diese Aktien steigen, Porsche nicht.

Zwar ist es richtig, dass die Porsche-Aktie vom Kurs/Gewinn-Verhältnis teurer bewertet ist als z. B. Stellantis, die in diesem Jahr immens zugelegt hat, während die Porsche AG momentan eine negative 2023er-Performance ausweist. Aber dieses höhere Kurs/Gewinn-Verhältnis basierte ja auf der höheren Gewinnmarge und der „Flauten-Resistenz“ der typischen Porsche-Kundschaft. Und auf einmal ist es ausgerechnet diese Aktie, die am Boden liegt?

Expertenmeinung: Das wäre dann gerade noch nachvollziehbar, wenn die anderen Automobiltitel ebenso bei der Gesamtmarkt-Rallye aussen vor blieben. Aber das ist eben nicht der Fall. BMW, VW, Mercedes, Continental, Daimler Truck: Alle anderen Vertreter der Branche im DAX sind zuletzt kräftig gestiegen, nur Porsche nicht. Gab es womöglich „bad news“?

Die gab es nicht. Die November-Zulassungszahlen wiesen für Porsche hierzulande zwar einen Rückgang aus, das traf aber auch andere Hersteller, ausserdem sind diese Zahlen sehr volatil und Deutschland alleine nicht repräsentativ. Und die Analysten bleiben geteilter Meinung, wie sie es seit jeher sind. Das niedrigste Kursziel sieht die Aktie der Sportwagenschmiede am Rekord-Verlaufstief bei 81 Euro, das höchste liegt bei 124 Euro, knapp über dem bisherigen Verlaufsrekord. Aber das ist auch nichts Neues.

Porsche AG Vorzugsaktie: Chart vom 11.12.2023, Kurs 82,14 Euro, Kürzel: P911 | Online Broker LYNX
Porsche AG Vorzugsaktie: Chart vom 11.12.2023, Kurs 82,14 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Denkbar wäre, dass es der Terminmarkt ist, der da Einfluss nimmt. Am Freitag steht die Abrechnung der Dezember-Laufzeiten an der Terminbörse an. Trends werden zu diesen Abrechnungsterminen gerne nicht nur gehalten, sondern intensiviert. Wenn genug grosse Akteure an der Terminbörse Interesse haben, dass die Porsche-Aktie am Freitag am unteren Ende ihrer Handelsspanne abgerechnet wird, ist es durchaus möglich, dass sie versuchen, den Kurs durch grosse Brief-Orders im Orderbuch bis dahin unten zu halten.

Das ist niemals sicher feststellbar, denn auch ein Blick ins Orderbuch zeigt nicht die Intention, die hinter den dort liegenden Orders steht. Aber wenngleich man sich hüten sollte, diese wie festgenagelt an der Supportzone 81,00/82,50 Euro klebende Aktie alleine auf Verdacht zu kaufen, dass die Ketten nach der Terminmarkt-Abrechnung gesprengt werden:

Sie im Auge zu behalten, könnte lohnen. Aber ein bullisches Signal entstünde dennoch erst, wenn der Kurs seine derzeitige Handelsspanne mit Schlusskursen über 93,34 Euro nach oben verlassen würde. Das sollte man unbedingt abwarten und keinesfalls vorgreifen, denn dass Porsche nach der Abrechnung ab der kommenden Woche wieder anzieht, ist ein „kann“ und keineswegs ein „muss“!

Die Aktie drehte genau da, wo sie drehen musste, um ein Debakel vorerst abzuwenden. Aber wird das mehr als nur eine Gegenbewegung vor dem nächsten Abwärtsimpuls? Das hängt sehr davon ab, ob die Porsche-Aktie den jetzt angegangenen Widerstand schnell bezwingt.


Eigentlich hatte die Ende Oktober vorgelegte Bilanz der ersten neun Monate ja im Rahmen der Erwartungen gelegen. Die Marge war ein wenig gedrückt, aber 18,3 Prozent nach 18,9 Prozent im Vorjahreszeitraum, davon können andere Autobauer nur träumen. Dennoch fiel die zuvor schon monatelang gedrückte Porsche AG-Aktie danach noch etwas weiter, bevor sie zur Monatswende einen Mini-Boden ausbildete. Seither gab es zwar nur drei starke Handelstage und ansonsten ein wenig Hin- und Her-Geschiebe. Aber das reichte, um sich von der Zone zu lösen, in der dieser kleine Boden ausgebildet wurde:


Vom Bereich des bisherigen, am zweiten Handelstag der Ende September 2022 an die Börse gegangenen Aktie ausgebildeten Rekordtiefs bei 81,00 Euro und dem damaligen Ausgabepreis der Aktie von 82,50 Euro. Eine auch psychologisch wichtige Supportzone, immerhin hätten neue Tiefs wohl alle die erst einmal in Deckung gezwungen, die ansonsten vorhatten, in dieser Zone zuzugreifen. Wir sehen im Chart: So gelang es, die Anleger kauften auf einem Level, den man grundsätzlich als ideal ansehen kann. Sofern diese Zone nicht doch noch fällt. Aber besteht dieses Risiko denn überhaupt?



Expertenmeinung: Dieses Risiko besteht deswegen, weil offen ist, ob die Automobilindustrie im Allgemeinen und Porsche im Besonderen 2024 ff. Absatz- und Margenprobleme bekommt oder nicht. Die Preise liegen deutlich höher als vor der Inflationsphase, viele Autofahrer haben aber nicht mehr, sondern weniger Geld, mit dem sie disponieren können. Vorteil Porsche: Die Klientel der Sportwagenschmiede ist da mehrheitlich wohl aussen vor. Was indes nicht bedeutet, dass, wer höhere Preise bezahlen könnte, auch gewillt ist, das zu tun.
Solange die Marge nicht nennenswert nachgeben sollte, wäre das unproblematisch. Aber das weiss man eben nicht. Und immer, wenn die Zukunft im Nebel liegt, nehmen die Anleger den Pfad, den sie unmittelbar vor Augen haben, als Orientierungsbasis: den Kurs bzw. den Trend.


Sollten die Bären hier wieder aktiv werden, weil die Aktie die jetzt gerade umkämpfte Widerstandszone 91,00/93,34 Euro nicht überwindet, sollte die Zone 81,00/82,50 Euro danach doch noch fallen, würde man daher wohl mehrheitlich diesem Trend folgen, zumal die Tendenz der Aktie die Stimmung ja bekanntlich sehr massiv beeinflusst. Neue Tiefs würden den Optimismus im Keim ersticken, bevor nicht neue Bilanzdaten Argumente dafür liefern würden. Was indes erst im neuen Jahr anstehen würde, die Bären hätten also Zeit.


Will die Gegenseite das verhindern, muss sie jetzt bullische Fakten schaffen. Schritt 1: Die Porsche-Aktie muss umgehend über 91,00/93,34 Euro hinaus. Schritt 2: Der Kurs muss die Abwärtstrendlinie bei derzeit 99 Euro überwinden. Wenn das in schneller Folge klappen sollte, würden die Bullen die Stimmung im Rücken und nicht gegen sich haben, dann wäre Schritt 3 sogar noch in diesem Jahr eine Möglichkeit: Der Anstieg über die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Nackenlinien-Zone der vorherigen, monatelangen Toppbildung im Bereich 106,70/107,35 Euro.


Gelingt das, wäre das ein massiv bullisches Signal und der Weg nach oben frei. Diese bislang kleine Rallye muss also schnell und überzeugend drei weitere Etappen absolvieren, dann wäre das bärische Szenario eindrucksvoll vom Tisch gefegt. Aber bevor nicht zumindest die erste, der Break über 91,00/93,34 Euro, erledigt ist, sollte man das als reine Möglichkeit und keineswegs als ausgemachte Sache ansehen.

Porsche AG Aktie: Chart vom 20.11.2023, Kurs 90,84 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Die Neun-Monats-Bilanz der Porsche AG lag im Rahmen der unternehmenseigenen Ziele und der Analystenerwartungen. Doch obwohl die Aktie bereits einen markanten Abstieg hinter sich hat, mochte auch nach diesen Zahlen kaum jemand zugreifen: der Abwärtstrend bleibt intakt.

Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2022 legte Porsches Umsatz um 12,6 Prozent zu, der operative Gewinn stieg um 9,0 Prozent. Nach Steuern lag der Gewinn um 6,5 Prozent höher, die operative Marge lag bei 18,3 Prozent. Die bisherigen Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt: ein Umsatz zwischen 40 und 42 Milliarden Euro (2022: 37,6 Milliarden) und eine operative Gewinnmarge zwischen 17 und 19 Prozent (2022: 18,0 Prozent).

Nun könnte man es als ein Haar in der Suppe ansehen, dass die Marge im Vorjahreszeitraum höher, konkret bei 18,9 Prozent, lag und die Analysten 18,5 Prozent statt der berichteten 18,3 Prozent erwartet hatten. Man könnte zudem einwenden, dass diese Ergebnisse keine positive Überraschung bargen und die Trader deswegen nicht kaufen mochten, aber:

Expertenmeinung: Man könnte dagegenhalten, dass Porsche auf dem Weg ist, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen und die bereits galten, bevor der Abstieg der Aktie begann. Welche Argumente hätten die Short-Seller also noch, jetzt, da die Aktie immer näher an den Ausgabepreis von 82,50 Euro rutscht, zu dem die Investoren die Aktie Ende September vergangenen Jahres zugeteilt bekamen? Man könnte ebenso argumentieren, dass die Kursziele der Analysten jetzt nicht mehr so optimistisch sind wie im Frühjahr, als die Aktie noch als Gipfelstürmer daherkam, die nach dieser Bilanz neu vergebenen Kursziele aber in einer Range zwischen 95 und 140 Euro liegen … und das ist deutlich über dem aktuellen Kurs. Wieso schafft es die Aktie also nicht, nach oben zu drehen?

Das dürfte am Blick nach vorne liegen. Porsche gab noch keinen Ausblick auf 2024, das ist im laufenden vierten Quartal auch nicht allgemein üblich, aber so bleibt Raum für Spekulationen. Wie die, dass das bislang so stabil gelaufene Luxussegment, zu dem man Porsche zählen darf, womöglich langsam an Fahrt verliert. Die unangenehm schwachen Umsatzzahlen des französischen Luxusgüterkonzerns Kering vom späten Dienstagabend könnten da so manchen in seinen Befürchtungen bestätigt haben. 

Es wäre zwar gut vorstellbar, dass sich die bislang nicht gegen den Trend agierenden, potenziellen Käufer umgehend formieren, wenn die Aktie die Supportzone 81,00/82,50 Euro erreicht, den Level also, der sich aus dem Verlaufstief der Aktie kurz nach dem Börsenstart und dem kurz darauf folgenden Rücksetzer auf den Ausgabepreis zusammensetzt.

Aber man würde auf deutlich festerem Boden agieren, wenn man nicht bereits jetzt im blinden Vertrauen auf ein solches Szenario zugreift sondern abwartet, ob diese Zone wirklich zum „Sprungbrett“ wird. Denn noch dominieren die Bären die Aktie, das lässt sich gut daran erkennen, dass die Versuche, wenigstens in den im Juni etablierten Abwärtstrendkanal zurückzukehren, in den vergangenen zwei Wochen mehrfach erfolgreich abgewehrt wurden.

Porsche AG Vorzugsaktie: Chart vom 25.10.2023, Kurs 86,52 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Porsche AG Vorzugsaktie: Chart vom 25.10.2023, Kurs 86,52 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Quellenangaben: Neun-Monats-Ergebnisse 2023, 25.10.2023:

https://newsroom.porsche.com/de/2023/unternehmen/porsche-robustes-wachstum-erste-neun-monate-2023-34163.html

Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/porsche_sportwagen