20180215-diese-aktien-sollten-sie-beim-naechsten-boersen-crash-auf-ihrer-watchliste-haben-LYNX-Broker

Viele Privatanleger hatten die grosse Börsenparty zwischen 2009 und Anfang 2020 verpasst. Während in den Nachrichten eine Krise die nächste jagte, stiegen die Aktienkurse scheinbar unbeirrt auf neue Höchststände. Der DAX zum Beispiel kletterte vom Tief der Finanzkrise im März 2009 von 3.600 Punkten innerhalb von gut zehn Jahren auf über 13.800 Punkte im Februar 2020, ein Plus von mehr als 280 %. Was dann folgte ging als der Corona-Crash in die Börsengeschichte ein. Durch den Börsencrash gab es für diejenigen, die die gewaltige Kursrallye der letzten Jahre verschlafen hatten bei etlichen Aktien lukrative Einstiegsmöglichkeiten, denn die Indizes strebten innerhalb überraschend kurzer Zeit neue Höchststände an.

Auch mit unseren drei Aktien-Tipps für den Börsencrash konnten seit dem Tief im März tolle Kursgewinne erzielt werden. Die Aktien von PayPal, Facebook und Waste Management legten in der Spitze um +277 %, +142 % und +70 %zu. Kommt es nach den enormen Kursanstiegen der vergangenen Monate zu einem erneuten Börseneinbruch, so könnte es bei diesen Werten wieder Schnäppchenkurse bzw. langfristige Einstiegsgelegenheiten geben.

Panikverkäufe und Gewinnmitnahmen lösen Stopp-Loss Limits aus

Anfang 2020 sassen viele Profianleger und Fondsmanager nach den immensen Börsenanstiegen seit 2009 auf enormen Buchgewinnen. Und je höher die Kurse stiegen, desto lukrativer wurde es für diese institutionellen Anleger, einen Teil ihrer Gewinnpositionen zu versilbern. Die Corona-Krise lieferte schliesslich den Anlass dazu. Aus Angst um ihre Gewinne und natürlich auch vor Verlusten begannen Investoren im Februar 2020 Aktien abzustossen. Im Verlauf des Abverkaufs wurden auch immer mehr Stopp-Loss-Limits ausgelöst, so dass die Abwärtsbewegung bis März 2020 in eine regelrechte Panik mündete.

Gefahr droht immer, wenn Anleger zu unbesorgt agieren

Eine Korrektur oder sogar ein Bärenmarkt wäre zu diesem Zeitpunkt wohl ohnehin fällig gewesen, denn die Anleger agierten Anfang 2020 viel zu leichtfertig und sicherten sich kaum noch gegen fallende Kurse ab. Das niedrige Put-Call-Ratio beispielsweise zeigte vor dem Absturz deutlich an, dass die Investoren erheblich mehr auf steigende Kurse als auf fallende Notierungen setzten. Und auch die Investitionsquote der Fonds war bereits „auf Anschlag“. In einer solchen Situation ist die Börse besonders anfällig für Kursschwankungen, denn ohne Absicherungen genügt bereits ein moderater Verkaufsdruck, um eine Kettenreaktion auszulösen. Der Corona-Schock und die plötzliche Angst vor einer Konjunktur-Vollbremsung mit anschliessender weltweiter Rezession liess Investoren global schlagartig in den Panikmodus verfallen. Der DAX verlor bis zu 5.600 Punkte oder knapp 41 % innerhalb eines einzigen Monats. Vom Tief aus gerechnet war zu diesem Zeitpunkt ein Anstieg um +68 % notwendig, nur um die alten Höchststände wieder zu erreichen.

Warnsignale: Bereits zu Beginn des Kurseinbruchs verkauften Grossanleger Unmengen von Aktien

Zu Beginn des Abverkaufs gab es durchaus Warnsignale. An den Minustagen Mitte Februar gab es ein auffällig hohes und stetig steigendes Handelsvolumen. Immer dann, wenn sich solche Tage nach einem längeren Kursanstieg in einem kurzen Zeitraum häufen, deutet dies in der Regel auf Folgendes hin: Die grossen Adressen wie Fonds und Investmentgesellschaften bauen in grossem Stil Positionen ab. Jedes Mal, wenn sich die Kurse ins Minus bewegen, verkaufen die Grossanleger grosse Mengen Aktien. Denn so lange die Kurse steigen, möchten die Profis die Kursbewegung möglichst ausreizen. Erst dann, wenn die Kurse tatsächlich zu bröckeln beginnen, wird verkauft.

Exkurs: Was ist ein Börsen-Crash?

Als Börsencrash (oft auch Börsenkrach) bezeichnet man einen extremen Kurseinbruch an der Börse, welcher durch panikartige Massenverkäufe ausgelöst wird und einige Tage bis hin zu Wochen dauern kann. Zu einem Crash kommt es oftmals am Ende einer Spekulationsblase, z.B. nach der Tulpenmanie 1637 oder der Immobilienblase 2007.

Interview mit Stefan Scharffetter

Vielen Anlegern ist angesichts der derzeitigen Bewegung an den Märkten nicht mehr ganz wohl. Nach mehreren Jahren Hausse drehen sich jetzt die Kurse und der DAX testete sogar sein Zweijahrestief. Doch wie kann man sein Depot gegen fallende Kurse absichern?

Nachrichten machen auch Kurse

Ein oft zutreffendes Börsensprichwort lautet „Die Kurse machen die Nachrichten“, denn fast immer wird im Nachhinein eine Begründung für Kursentwicklungen konstruiert. Diesmal scheint es tatsächlich umgekehrt gewesen zu sein. Zwar war – wie eingangs geschrieben – eine Korrektur bzw. ein Bärenmarkt überfällig, aber der Auslöser für den Ausverkauf waren eindeutig die schockierenden Neuigkeiten zur rasanten Verbreitung des Corona-Virus. In diesem Fall haben also tatsächlich Nachrichten die Kurse gemacht und nicht umgekehrt. Unterm Strich sackte der DAX um knapp 5.600 Punkte auf bis zu 8.230 Zähler ab. Es wurde schlagartig klar, dass sich eine weltweite Rezession nicht mehr abwenden lässt und viele Firmen ums Überleben kämpfen werden. Doch der entscheidende Verstärker für die Panik-Welle war die grosse Unsicherheit unter den Anlegern. Denn niemand wusste wie schlimm die Pandemie werden wird und wann eine Normalisierung erfolgen könnte. Erst als die Datenlage etwas klarer wurde, stabilisierten sich die Kurse dank mutiger Anleger, die wieder Einstiege wagten.

Der beste Zeitpunkt für einen Einstieg in den Aktienmarkt nach dem Crash

In der Regel gibt es für Sie nach einem Börseneinbruch keinen Grund überhastet Aktien zu kaufen. Im Gegenteil, denn oft werden die Tiefststände einige Zeit nach dem ersten Kurseinbruch nochmals getestet bzw. leicht unterschritten. Mit Ausnahme von wenigen V-förmigen Crash-Verläufen nimmt eine Bodenbildung in den allermeisten Fällen zumindest einige Wochen in Anspruch.

Oft zahlt es sich aus, mit einer überschaubaren Aktienposition erst dann einzusteigen, wenn sich die Börse zuvor mindestens zwei Wochen stabilisiert hat. Sinnvolle Stopp-Loss-Limits helfen dabei das Risiko zu begrenzen. Denn wie Sie sicher wissen, ist Kapitalerhalt die Basis für das Überleben an der Börse und damit auch für Ihre zukünftigen Gewinne.

Sobald Sie dann mit dem „kleinen Zeh“ ins Wasser gestiegen sind, können Sie abwarten, wie sich Ihre Aktien und der Markt verhalten. Um Ihre Positionen mit möglichst geringem Risiko aufzustocken, möchten Sie idealerweise sehen, dass die Börse steigt und sich auch Ihre Werte bereits in der Pluszone festgesetzt haben. Sie können dann nach und nach Zukäufe tätigen, ein Verfahren, dass sich auch nach dem Corona-Crash bewährte.

Korrekter Einsatz von Stopp-Loss-Limits und andere Ordertypen

Die besten Aktien für den nächsten Börsencrash

Es gibt zahlreiche Aktien, die nach den Kursanstiegen der letzten Monate eher zu teuer erscheinen, die aber im Falle eines erneuten Börseneinbruchs für Anleger preislich durchaus wieder interessant werden könnten. Investoren sollten dabei besonders auf führende Unternehmen blicken, die dank einer starken Marktposition relativ krisenfest sind. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn Werten, die Sie auf Ihre Crash-Watchlist nehmen können.

Crash Aktien Liste für den nächsten Börsencrash:

Crash AktieISINSymbolWährung
Barrick GoldCA0679011084GOLDUSD
Chipotle Mexican GrillUS1696561059CMGUSD
FacebookUS30303M1027FBUSD
NvidiaUS67066G1040NVDAUSD
PayPalUS70450Y1038PYPLUSD
SalesforceUS79466L3024CRMUSD
ServiceNowUS81762P1021NOWUSD
SplunkUS8486371045SPLKUSD
Vertex PharmaceuticalsUS92532F1003VRTXUSD
Waste ManagementUS94106L1098WMUSD

Im Fall eines nochmaligen stärkeren Börseneinbruchs können Sie mit diesen Aktien dann auf „Schnäppchenjagd“ gehen. Drei dieser Crash Aktien stellen wir Ihnen näher vor.

Drei US-Aktien die Sie sich bei einer Korrektur bzw. einem Crash ins Depot legen sollten

Die Frage, wie weit ein grade laufender Kurseinbruch gehen wird, kann Ihnen ganz sicher niemand seriös beantworten. Er kann in dem Moment bereits vorbei sein oder aber auch erst in 3-6 Monaten. Für Sie als Anleger werden sich jedoch vor allem zwei Dinge auszahlen: Erstens Investitionskapital bereit zu haben und zweitens zu wissen in welche Aktien Sie investieren möchten. Wir stellen Ihnen daher im Folgenden drei in den USA notierte Aktien vor, die Sie aufgrund hervorragender Zukunftsaussichten bei einer Korrektur unbedingt auf dem Zettel haben sollten:

PayPal: Einzigartige Wettbewerbsvorteile

PayPal (ISIN: US70450Y1038 – Symbol: PYPL – Währung: USD) betreibt ein Bezahlsystem, das zur Abwicklung von Ein- und Verkäufen im Online-Handel genutzt wird. Das ehemalige eBay-Tochterunternehmen hat als unangefochtener Marktführer im Bereich Online-Bezahlung mittlerweile über 392 Mio. aktive Mitgliedskonten in ca. 200 Ländern. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Zuwachs um satte +22 %. Wenn Sie öfter mal im Internet einkaufen, so wird Ihnen PayPal sicher bereits des Öfteren begegnet sein. Ähnlich wie Kreditkartenunternehmen verdient PayPal an jeder einzelnen Transaktion einen kleinen Prozentbetrag. Und da kommt so einiges zusammen, denn allein im Jahr 2020 wurden rund 15,4 Mrd. Bezahlvorgänge mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 936 Mrd. USD abgewickelt.

Die höchste Kaufabschlussquote aller Zahlungsoptionen

PayPal hat gegenüber den zahlreichen anderen Bezahlmöglichkeiten im Internet einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Die Zahl der Kunden, die beim Kaufprozess während der Zahlung abspringen, ist weitaus geringer als bei der Konkurrenz. Diese sogenannte „Conversion Rate“, also die Abschlussquote von Bestellvorgängen, liegt bei annähernd 90 %. Bei der Kreditkartenzahlung hingegen wird online ungefähr jede zweite Bezahlung noch während der Dateneingabe abgebrochen. Und in Zukunft dürfte die Abbruch-Quote zumindest in der EU noch höher ausfallen, denn ab 2021 ist bei Bezahlvorgängen über Handy oder Internet die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung notwendig. Kunden müssen ab sofort auf zwei voneinander unabhängigen Wegen nachweisen, dass sie der rechtmässige Inhaber eines Kontos sind. Das kann beispielsweise ein Passwort oder aber eine mobile TAN auf das Smartphone sein. Die Erfahrung zeigt: Je komplizierter eine Bezahlmethode ist, desto niedriger ist die Conversion Rate und desto wahrscheinlicher ist die Benutzung einer einfacheren Bezahlvariante. Da die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei PayPal mittels SMS mit nur einem Klick erfolgt, hat der Zahlungsabwickler auch hier die besten Karten, der Konkurrenz erneut Marktanteile abzujagen.

PayPals Erfolgsgeheimnis: Bequeme Bezahlung mit einem Klick

Denn in der einfachen Handhabung für die Kunden liegt der eigentliche Grund des grossen Erfolges von PayPal. Käufer müssen beispielsweise mit dem sogenannten „One Touch“ Verfahren Passwort und Username gar nicht mehr neu eingeben, wenn diese Daten bereits mit dem Kundenkonto des Onlineshops verknüpft wurden. Die beim PayPal-Konto hinterlegten Adressdaten ermöglichen es dem Nutzer ohne langwierige Dateneingabe oder Registrierung in einem Onlineshop einzukaufen. Durch einen Bestätigungsklick wird die bestellte Ware einfach an die bei PayPal gespeicherte Adresse gesendet. Diese Funktion kommt vor allem kleineren Webshops zu Gute, bei denen zuvor etliche potenzielle Käufer während des zeitraubenden Registrierungsvorgangs abgesprungen sind. PayPal setzt also auf die Bequemlichkeit der Kunden.

Von der hohen Erfolgsquote profitieren natürlich auch die Händler, die mit der Zahlungsoption PayPal einen etwas höheren Umsatz erzielen. Allein aus diesem Grund wird das Unternehmen den Kreditkartenunternehmen weiter Marktanteile abjagen und langfristig möglicherweise sogar den Rang ablaufen. Denn wer braucht in den kommenden Jahren noch Plastikkärtchen, wenn es z.B. mit dem Smartphone oder über das Internet einfacher und sogar sicherer geht?

Ebay-Trennung bringt auch Vorteile

Anfang 2018 verkündete die Auktions- und Shoppingplattform Ebay, die Beziehung mit der früheren Bezahltochter PayPal schrittweise zu beenden und künftig stärker mit dem niederländischen Anbieter Ayden zusammenzuarbeiten. Die Börse reagierte zunächst enttäuscht, denn immerhin stammen heute noch um die 10 % der Umsätze von PayPal von Ebay. Allerdings hat der Rauswurf für PayPal durchaus auch positive Seiten. Der Zahlungsanbieter ist dadurch endgültig nicht länger an die alte Konzernmutter „gekettet“ und kann neue Allianzen schliessen, z.B. mit Amazon. Durch das jährliche Wachstum von 15 % bis 20 % sollte die Umsatzdelle also schnell ausgebügelt sein. Darüber hinaus überragt PayPal Ebay mittlerweile bei Weitem. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 302 Mrd. USD ist PayPal bereits fast siebenmal so viel wert wie Ebay mit 41 Mrd. USD Börsenwert.

Strategische Partnerschaften sichern zukünftiges Wachstum

PayPal profitiert in erster Linie vom ungebrochenen Trend zum Online-Shopping und verzeichnete in den vergangenen drei Jahren stetiges Wachstum: Die Umsätze stiegen im Durchschnitt Jahr für Jahr um +17 %, die Gewinne überproportional um +27 %. Für das vergangene Geschäftsjahr 2020 wurde ein Gewinnplus von +23 % auf 3,80 USD je Aktie erwartet, gemeldet wurden dann 3,88 USD je Aktie.

Strategische Partnerschaften mit Google (Alphabet), der Grossbank Wells Fargo, sowie den beiden Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa werden dazu beitragen, dass PayPal seine Marktanteile trotz des intensiven Wettbewerbs auch in den kommenden Jahren weiter ausbauen kann. Für 2021 wird von Analysten ein Gewinnwachstum von +22 % auf 4,73 USD je Aktie erwartet. Die Umsätze sollen von 21,5 Mrd. USD im Jahr 2020 um +20 % auf 25,8 Mrd. USD steigen. Auch im kommenden Jahr 2022 soll das Wachstum in dieser Grössenordnung bleiben. Bei 31,3 Mrd. USD Umsatz (+21%) soll pro Aktie ein Ergebnis von 5,87 USD erzielt werden.

Rücksetzer als Kaufgelegenheit nutzen

Aktien-Tipps für den Börsencrash: Entwicklung der PayPal Aktie von Mai 2018 bis Mai 2021 | Online Broker LYNX

Durch den Digitalisierungsschub aufgrund der Corona-Krise übertraf die PayPal-Aktie rasch die Höchststände vor dem Kurseinbruch im März und kletterte auf neue Allzeithochs. Bei einem Aktienkurs von 257 USD beträgt die Marktkapitalisierung von Paypal rund 302 Mrd. USD. Im Vergleich dazu kommt Visa derzeit auf 506 Mrd. USD Börsenwert, während Mastercard mit immerhin rund 370 Mrd. bewertet wird. Um in diese Regionen vorzustossen hätte PayPal also durchaus noch etwas Aufholpotenzial. Bei 257 USD ist die Aktie für einen Wachstumswert allerdings nicht mehr ganz günstig bewertet. Bei erwarteten 4,73 USD Gewinn je Aktie, liegt das 2021er KGV bei 54, für 2022 bei 44 (erwarteter Gewinn 2022: 5,87 USD je Anteilsschein). Die Aktie ist vor allem für langfristig orientierte Anleger, die auf fortgesetztes Wachstum setzen, interessant. Warten Sie für den Einstieg einen Rücksetzer in den Bereich zwischen 220 USD und 230 USD ab.

Facebook: Der Social-Media-Gigant

Die Aktie des sozialen Netzwerks Facebook (ISIN: US30303M1027 – Symbol: FB – Währung: USD) hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Aufwärtstrend erlebt, Auch Datenskandale und die Corona-Krise konnten dem Höhenflug bislang nichts anhaben. Von etwa 18 USD im Tief stieg die Aktie in der Spitze auf über 331 USD – ein Plus von mehr als +1.700 %. Viele Anleger hatten die Facebook-Aktie lange Zeit massiv unterschätzt. Doch dem CEO und Gründer Mark Zuckerberg gelang ein beeindruckendes Kunststück: Aus einem Zeitvertreib für gelangweilte Studenten einen der mächtigsten Internetkonzerne der Welt zu formen. Der Corona-Crash liess die Aktie kurzzeitig bis auf 137 USD abstürzen. Danach jedoch zündete die Facebook-Aktie so richtig den Turbo und erreichte Ende April 2021 Kurse von knapp 332 USD.

Zuckerbergs Ziel: 5 Milliarden Nutzer bis zum Jahr 2030

Rund fünf Jahre nachdem Facebook eine Milliarde Nutzer erreichte, überschritt die Zahl der monatlich aktiven Nutzer im Jahr 2017 die magische 2 Mrd.-Grenze und liegt aktuell bei etwa 2,85 Mrd. Da es Facebook gelingt stetig mehr Einnahmen pro Nutzer zu generieren, steigen die Umsätze bislang deutlich stärker als die Userzahlen. Und wenn es nach Mark Zuckerberg geht, so wird die 2-Mrd. User-Schallmauer auch nicht der letzte Meilenstein von Facebook sein. Erklärtes Ziel von Zuckerberg sind nicht weniger als 5 Mrd. monatlich aktive Nutzer bis zum Jahr 2030.

Facebook lieferte in den vergangenen Jahren starke Geschäftszahlen. In den letzten drei Jahren stieg der Umsatz im Durchschnitt um starke +26 %, während die Gewinne im Mittel um +13 % zulegten. Der Grund für den geringeren Gewinnzuwachs: Facebook musste 2019 Strafzahlungen als Belastung aus den Datenschutz-Ermittlungen der US-Behörde FTC verbuchen. Facebook hatte sich bereiterklärt, 5 Mrd. USD zu zahlen, damit die FTC ihre Ermittlungen einstellt. Ausserdem stellte der Konzern zudem mehr als 1,1 Mrd. USD für erwartete höhere Steuerzahlungen als Folge eines anderen Rechtsstreits zurück. Für 2021 rechnen Analysten wieder mit einem starken Gewinnanstieg um +30 % von 10,09 USD im Jahr 2020 auf 13,08 USD je Aktie, für 2022 wird ein Wachstum auf 15,19 USD Gewinn pro Aktie erwartet. Die Umsätze sollen gleichzeitig vom Vorjahreswert bei 86 Mrd. USD im Jahr 2021 um +35 % auf 116 Mrd. USD und im Jahr 2022 um weitere +19 % auf 138 Mrd. USD klettern.

Drei weitere Einnahmequellen mit hohem Ertragspotenzial

Die Zeichen stehen auch in den kommenden Jahren auf Wachstum, denn das Unternehmen erschliesst sich gerade schrittweise weitere sehr lukrative Einnahmenquellen: Neben der Facebook-Seite gehören weitere boomende Produkte zum Zuckerberg-Imperium. Das sind die beiden Kurzmitteilungsdienste WhatsApp und Messenger mit 2,0 bzw. 1,3 Mrd. monatlich aktiven Nutzern, sowie Instagram, ein Online-Dienst zum Teilen von Bildern und Videos mit mehr als 1 Mrd. monatlich aktiven Nutzern. In den kommenden Jahren sollen diese Produkte immer stärker „monetarisiert“ werden (d.h. z.B. durch zielgerichtete Werbeeinblendungen zu vermarkten).

WhatsApp, Messenger und Instagram versprechen zukünftige Profite

Während andere soziale Netzwerke wie Twitter oder Snap grössere Mühe haben genügend neue User anzuziehen, wächst die Nutzerbasis der drei Facebook-Dienste WhatsApp, Messenger und Instagram weiterhin in beeindruckendem Tempo. Alle drei gehören schon jetzt zu den grössten sozialen Netzwerken der Welt. Das gewaltige Ertragspotenzial das hier noch schlummert lässt sich schwer abschätzen. Eines kann jedoch prognostiziert werden: Die aus der Facebook-Vermarktung gewonnenen Erfahrungswerte werden dazu beitragen, dass der Konzern durch eine geschickte Marketing-Strategie auch bei diesen Produkten bald noch mehr gutes Geld für seine Aktionäre verdienen wird.

Pläne zur Krypto-Währung Diem: Regulatorische Fragen offen

Darüber hinaus machte Facebook mit Plänen einer eigenen Kryptowährung von sich Reden. Der ursprünglich als Libra-Coin geplante„Diem“ soll laut Zuckerberg „Milliarden von Menschen das Leben leichter machen“. Der Facebook-Chef will bereits in diesem Jahr damit starten. Das Digitalgeld soll dabei ähnlich wie der Bitcoin auf der sogenannten Blockchain-Technologie basieren. Im Gegensatz dazu soll der Diem als sogenannter Stablecoin aber keinen Kursschwankungen unterliegen, sondern an den USD gebunden sein. Ein Diem-Dollar entspricht einem regulären USD. Überweisungen zum Beispiel sollen dann kostenlos und blitzschnell über das Internet abgewickelt werden. Doch Regulierungsbehörden und Politiker sehen auch bei der abgespeckten Variante weiterhin viele Fragen noch kritisch oder ungeklärt und kündigten umfangreiche Prüfmassnahmen an. Finanzministerin Janet Yellen steht grundsätzlich für eine strengere Regulierung. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagte nach einem virtuellen Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G-7 Länder: „Ein Wolf im Schafspelz bleibt ein Wolf.“ Er rechne erst dann mit einer Zulassung, wenn alle Risiken regulatorisch adressiert sind. Auch einige Partnerfirmen verabschiedeten sich aufgrund der allgemeinen Skepsis von dem Projekt. Dennoch steht derzeit noch in den Sternen, ob der Diem tatsächlich das Licht der Welt erblickt und falls ja wie gut Facebook damit dann eines Tages wirklich Geld verdienen kann.

Kursrücksetzer konsequent zum Einstieg nutzen

Aktien-Tipps für den Börsencrash: Entwicklung der Facebook Aktie von Mai 2018 bis Mai 2021 | Online Broker LYNX

Der aktuelle Aktienkurs von Facebook beträgt ca. 325 USD. Bei einem erwarteten 2021er Gewinn von 13,08 USD je Aktie errechnet sich ein KGV von 25. Im kommenden Jahr 2020 relativiert sich das KGV dann auf ca. 21. Die Bewertung ist zumindest nicht extrem teuer, die Marktkapitalisierung beträgt derzeit rund 924 Mrd. USD. In Anbetracht des anhaltenden Wachstums und der Erschliessung neuer Umsatzpotenziale, erscheint die Bewertung fair. Im Vergleich dazu liegen die Bewertungen von anderen führenden Internetaktien wie Alphabet (Google), Netflix oder Amazon weitaus höher. Anleger sollten dennoch Rücksetzer in den Bereich 260 USD bis 280 USD zum Einstieg nutzen.

Waste Management: Rendite mit Müll

Der dritte vorgestellte Wert gilt als antizyklisches oder defensives Investment, also eine Aktie, die von einer möglichen Rezession nicht so stark betroffen wäre, wie Technologiewerte. Konkret geht es bei Waste Management (ISIN: US94106L1098 – Symbol: WM – Währung: USD) um Abfallbeseitigung und Recycling. Erst kürzlich prognostizierte die Weltbank, dass die weltweite Müllmenge bis 2050 um bis zu +70 % auf unglaubliche 3,4 Mrd. Tonnen im Jahr steigen soll. Der Ellen MacArthur Foundation zufolge landen jährlich rund 8 Mio. Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Probleme bereitet aber natürlich nicht nur der Plastikmüll, sondern auch viele andere nicht oder nur schwer abbaubare Materialien. Um die Müllmenge einzudämmen muss neben einer Optimierung von Verpackungen vor allem die Recyclingquote erhöht werden.

Waste Management ist einer der Profiteure dieser Entwicklungen. Das im Jahr 1968 gegründete Abfallwirtschafts-Unternehmen ist an der New York Stock Exchange notiert und im Aktienindex S&P 500 enthalten. Kerngeschäft ist das Sammeln, Beseitigen und Recyceln von Müllsorten unterschiedlichster Art. Kunden sind sowohl Privathaushalte, Städte und Kommunen aber auch Industriekunden. Auch die Gewinnung erneuerbarer Energien aus Deponie-Gasen gewinnt für das innovative Unternehmen zunehmend an Bedeutung

Hohe Markteintrittsbarrieren sichern hohe Gewinnmargen

Allein der US-Hausmüllmarkt weist ein Volumen von rund 60 Mrd. USD auf. Ein ordentlicher Anteil davon entfällt auf Waste Management, denn das Unternehmen ist mit 17,2 Mrd. USD erwartetem Jahresumsatz 2021 der mit Abstand grösste Entsorger der USA. Der wichtigste Wettbewerber Republic Services ist nur etwa halb so gross. Für potenzielle neue Wettbewerber gibt es hohe Markteintrittsbarrieren, denn zum einen ist das Geschäft äusserst kapitalintensiv, denn Entsorgungsanlagen und -fahrzeuge, Müllsammelstellen und Deponien kosten sehr viel Geld. Zum anderen bestehen erhebliche gesetzliche Auflagen für die Eröffnung und den Betrieb von Mülldeponien, Verbrennungsanlagen etc. Entsprechend hoch sind die Gewinnmargen für Waste Management. Zuletzt profitierten die US-Entsorger davon, dass China keinen amerikanischen Plastikmüll mehr ins Land lässt.

Zweistelliges Wachstum von Umsatz und Gewinn im Jahr 2021 erwartet

Waste Management konnte den Umsatz in den vergangenen drei Jahren leicht um +2 % steigern. Gleichzeitig kletterten die Gewinne leicht überdurchschnittlich um + 8 % p.a. Nachdem im vergangenen Jahr ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 4,03 USD erzielt wurde, rechnen Analysten für das Geschäftsjahr 2021 mit einem Gewinnanstieg von +21 auf 4,86 USD je Aktie. Auch der Umsatz soll den Analystenschätzungen zufolge um +13 % auf 17,2 Mrd. USD zulegen. Im kommenden Jahr 2022 sollen dann bei einem +5 % stärkeren Umsatz wieder +12 % mehr Gewinn erzielt werden, pro Aktie gerechnet 5,45 USD.

Milliardenschwere Aktien-Rückkaufprogramme und kontinuierliche Dividendenerhöhungen

Seit 17 Jahren in Folge steigt die Dividende kontinuierlich, so dass Waste Management auch in Zukunft zu den stärksten Dividendenzahlern gehören wird. Aktuell wird eine Quartalsdividende von 0,575 USD je Aktie bezahlt, was aufs Jahr hochgerechnet rund 2,30 USD oder (bei einem aktuellen Aktienkurs von 140 USD) einer Dividendenrendite von knapp 1,6 % entspricht. Ausserdem kauft das Unternehmen regelmässig eigene Aktien mit milliardenschweren Rückkaufprogrammen zurück. Zuletzt wurde Mitte Dezember 2020 ein neues Programm im Volumen von 1,35 Mrd. USD aufgelegt.

Stabiles Geschäftsmodell und hervorragende Zukunftsaussichten

Aktien-Tipps für den Börsencrash: Entwicklung der Waste Management Aktie von Mai 2018 bis Mai 2021 | Online Broker LYNX

Waste Management hat alle Eigenschaften, die eine antizyklische Aktie aufweisen sollte. Die Aktie befindet sich in einem langfristigen Aufwärtstrend. Vom Corona-Crash am Aktienmarkt war der Wert im Vergleich zu anderen Aktien weit weniger stark betroffen. Waste Management ist mit einem äusserst stabilen Geschäftsmodell in einem Wirtschaftsbereich tätig, der immer benötigt wird – auch in Krisenzeiten. Wohl auch deshalb hat unter anderem Bill Gates in Anteile des an der Börse aktuell mit 59 Mrd. USD bewerteten Unternehmens investiert. Gates hält zusammen mit seiner baldigen Ex-Frau mehr als 7 % der Anteile. Die Aktie eignet sich in erster Linie für konservative, langfristig orientierte Anleger oder zur Diversifikation in turbulenten Börsenzeiten.

Fazit: Der nächste Börsenrücksetzer kommt bestimmt

Auch wenn die Märkte nach dem Corona-Crash scheinbar nur noch eine Richtung kennen: Selbstverständlich werden wir an den Märkten früher oder später wieder mal eine stärkere Korrektur oder einen Crash zu sehen bekommen. Im Frühjahr 2021 sind viele sogenannte Sentiment-Faktoren wieder in den Bereichen, in denen sie sich auch Anfang 2020, also vor dem Corona-Crash befanden. Die Cashquote der Investmentfonds ist sehr niedrig und auch die Put-Call-Ratios befinden sich in Niederungen, die oft nur im Bereich von Börsenhochs erzielt werden. Diese Stimmungsbarometer zeigen also an, dass die Märkte etwas überhitzt und damit korrekturanfällig sind. Enttäuschungen in Bezug auf die Pandemie-Bekämpfung bzw. die Impfkampagne oder die allgemeine konjunkturelle Entwicklung könnten nach dem Stimmungshoch für Ernüchterung sorgen. Für Sie als Investoren macht es daher grossen Sinn, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Bei gut gelaufenen Positionen dürfen also durchaus Gewinne mitgenommen werden, um etwas Pulver für günstige Kaufgelegenheiten trocken zu halten. Denn kommt es zu einem Rücksetzer, dann sind diejenigen Anleger im Vorteil, die zum einen über freies Kapital verfügen und zum anderen wissen in welche Aktien sie investieren möchten. Einige aussichtsreiche Kandidaten dafür haben wir Ihnen in diesem Artikel vorgestellt.

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