DAX aktuell DAX: Der Index „will“ nach oben – aber lässt man ihn auch?

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

von |
In diesem Artikel

DAX
ISIN: DE0008469008
|
Ticker: DAX --- %

---
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zum DAX

Nachdem der Januar wider Erwarten vieler im Minus endete, muss der DAX diesen Monat Zeichen setzen. Und ja, man sieht, dass das bullische Lager Druck macht, das bisherige Rekordhoch überwinden will. Aber was ist mit der Gegenseite, den Bären? Halten die still?

14.169,49 Punkte müsste der DAX überbieten, idealerweise auf Schlusskursbasis und am besten bis morgen zum Handelsende. Dann hätte der Februar den enttäuschenden Januar „geheilt“. Dann könnte man darauf hoffen, dass die Goldgräberstimmung, die durch diese Super-Hausse der letzten elf Monate entstanden ist, zur Monatswende frisches Geld der Sparer in die Kassen der institutionellen Investoren wie Fonds oder ETFs spült und die Rallye durch diesen Kapitalzufluss weitergeht.

Rein von den Fundamentals her ist das zwar ein kniffliger Weg, den die Bullen da gehen würden. Denn der DAX würde einem Wachstum vorgreifen das, zumindest was die Gesamtwirtschaft angeht, durch diesen monatelangen Lockdown massiv behindert wird und womöglich viel später nachhaltig und stark würde, als viele es aktuell denken. Allerdings hätte man auch Gegenargumente. Denn der DAX repräsentiert eben nicht die deutsche Wirtschaft insgesamt, sondern 30 grosse, grundsätzlich starke Unternehmen, die grossenteils 2020 bewiesen haben, dass sie gut durch solche Krisen kommen. So manches DAX-Unternehmen hat 2020 mehr verdient als 2019.

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Und die Bären? Wäre denn nicht das Risiko da, dass ein Ausbruch über das bisherige Verlaufshoch im Kielwasser des Dow Jones, der am Mittwochabend neue Verlaufsrekorde aufs Parkett legte, keine oder zu geringe Anschlusskäufe sieht, weil schon zu viele zu hoch investiert sind? Dass dies dann dazu führt, dass Anleger den Rekordlevel nutzen, um doch lieber Kasse zu machen … und das wiederum die Bären anlockt, d.h. im Fall einer Bullenfalle noch mehr Druck aufkommt, als das in den vergangenen Tagen der Fall war?

Ja, das Risiko besteht. Aber das besteht ja grundsätzlich immer. So etwas war nach dem 8. Februar passiert, als der DAX das vorherige Verlaufs-Rekordhoch des 8. Januar kurz überbot, dort aber auf Verkaufsdruck traf und seither knapp unter diesem Hoch seitwärts läuft. Aber gerade dieser Fall zeigt: Um die Bären muss man sich in diesem Stadium noch keine Gedanken machen.

Denn erfahrene und grosse Short-Trader – und nur auf die kommt es an – stemmen sich nicht sinnlos gegen einen noch intakten Aufwärtstrend. Es bringt nichts, viel Kapital einzusetzen und am Ende doch zu scheitern, weil die Leerverkäufe in Aktien und Short-Trades im Future von einer weiterhin bestehenden, soliden Nachfrage aufgesaugt und dadurch egalisiert werden. Daher warten diese Akteure erst einmal ab, ob es zu einem Ausbruch kommt, ob dann Anschlusskäufe auftauchen oder eine erneute Bullenfalle entsteht und diese dann durch zu umfassende Verkäufe zu einem Abwärtsimpuls wird. Erst dann würde der Druck durch gezielte, bärische Attacken intensiviert.

Das wäre aus aktueller Sicht beim DAX erst zu erwarten, wenn die im Januar verteidigte Auffangzone 13.314/13.460 Punkte bei einem erneuten Anlauf bricht. Und in noch grösserem Ausmass im Fall eines Bruchs der 13.000er-Linie und der sich dieser Linie aktuell nähernden 200-Tage-Linie (momentan bei 12.937 Punkten). Beides ist derzeit noch weit weg.

Für den Moment kommt es nur auf zwei Aspekte an: Wird der Dow Jones, in dessen Kielwasser die Käufer am Mittwoch wieder Zuversicht schöpften, seinen Aufwärtsimpuls halten können? Und gelingt es, den DAX auf Schlusskursbasis über das DAX-Verlaufshoch von 14.169 Punkten zu tragen? Wenn beides mit „Ja“ beantwortet würde, würden sich die Bären nicht zeigen. Erst, wenn beides nicht gelänge, wird es spannend. Dann kommt es darauf an, wie stark der DAX durch Gewinnmitnahmen unter Druck kommt. Erst, wenn die Bären ihn dann wirklich als „waidwund“ einstufen würden, wären die besseren Trading-Chancen auf der Short-Seite zu finden. So kann es kommen. Aber solange das nur eine Möglichkeit ist, sollte man mit Short-Trades im DAX vorsichtig bleiben!

DAX: Monats-Chart vom 24.02.2021, Kurs 13.976,00 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX
Sie möchten vor Börsenstart über spannende Aktien informiert werden?

Wir beobachten für Sie regelmässig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor. Aktuell ermöglichen wir so über 30.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.

Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick oder einen anderen auf unserer Seite Börsennews.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen des DAX Index

Der DAX bräuchte dringend einen starken Tag, der ihn aus dieser Zone des bisherigen Verlaufshochs nach oben hinaus trägt. Aber bislang hängt er fest. Was deswegen ungewöhnlich ist, weil MDAX und TecDAX von einem Rekord zum nächsten laufen. Wo liegt das Problem?

Dieses Phänomen ist zwar nicht ganz neu, seit Beginn der Rallye Anfang November liegen MDAX und TecDAX derzeit in etwa sechs Prozent vorne. Aber besonders auffällig ist die relative Schwäche des DAX seit Jahresanfang. Der DAX hat seit dem 30.12. gerade einmal gut zwei Prozent zugelegt, der MDAX etwa 7,5, der TecDAX ca. 11,5 Prozent. Wieso will die DAX-Aktien momentan kaum jemand haben? Sind sie zu teuer, was die Bewertung angeht?

Nein, das durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis der DAX-Aktien ist zwar im Vergleich zu den letzten Jahren recht hoch, für den MDAX und den TecDAX liegt es aber höher, wenn man die tatsächlich erzielten Gewinne als Basis nimmt und keine Prognosen. Was zudem normal ist. Das kann also kein Grund sein, weshalb der DAX derzeit einfach nicht in Schwung kommt, obwohl ein starker Tag für ein markant bullisches Signal in Form neuer Rekordhochs reichen würde. Interessant ist in dieser Hinsicht ein anderer Aspekt:

Expertenmeinung: Beim DAX ist der Anteil grosser, international agierender Adressen weit höher als bei den „kleinen“ Indizes. Bis zu MDAX und TecDAX reicht der Arm der Grossinvestoren meist nicht, weil denen viele der dort gelisteten Aktien einfach zu markteng sind. Daher dominieren die inländischen Privatanleger diese Indizes, den TecDAX mehr noch als den MDAX. Kann das ein Grund für dieses Wassertreten des DAX sein? Eine zeitweilige Abstinenz grosser Investoren, womöglich sogar eine von heimischen Investoren nur gerade so eben aufgefangene Bereitschaft, den DAX im Verhältnis zu anderen grossen Indizes europa- und weltweit niedriger zu gewichten?

Denkbar wäre es. Immerhin beziehen diese grossen Adressen klassische Bewertungsmodelle und konjunkturelle Perspektiven in ihre Entscheidungen mit ein, was auf dem aktuell erreichten Niveau durchaus zu einem Stirnrunzeln und einer deutlichen Abnahme der Kaufbereitschaft führen könnte, gleiches sehen wir derzeit auch beim US-Index-Flaggschiff Dow Jones. Aber würden sich diese Käufer auch weiterhin sperren, wenn der DAX wieder Fahrt aufnehmen würde? Vor dieser Frage stehen wohl auch die kurzfristigen Trader. Und das ist der nächste Grund, wieso es gerade klemmt:

Würde man versuchen, den Ausbruch nach oben zu erzwingen, müsste man, nachdem der Kniff mit einem vor Handelsbeginn nach oben gezogenen DAX-Future zweimal nicht funktioniert hat, mit recht hohem Kapitalaufwand rechnen. Und würde man dann 100 oder 200 Punkte höher erneut auf Gewinnmitnahmen treffen, kann ein solcher Ausbruchsversuch leicht nach hinten losgehen, Basis einer grösseren Korrektur werden. „Könnte“ ist indes das entscheidende Wort. Wahrscheinlich wäre, dass man es einfach versuchen muss … und dann wird sich eben weisen, ob diejenigen, die bislang über 14.000 Punkten tendenziell Gewinne mitnehmen, umschwenken, wieder zukaufen oder nicht. Sollte der DAX unter der zuletzt sauber verteidigten 20-Tage-Linie, aktuell bei 13.886 Punkten, schliessen, wäre das ein kritisches Signal, das zumindest bei aggressiven Long-Trades den Ausstieg erwägen liesse.

DAX: Chart vom 16.02.2021, Kurs 14.064,60 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Zum Jahresultimo 2020 kam der DAX an das alte Verlaufshoch vom Februar 2020 bei 13.795 Punkten heran. Dadurch gelang es, ein im Frühjahr noch als „Katastrophenjahr“ angesehenes Jahr zu drehen und den deutschen Leitindex mit einem kleinen Plus über die Ziellinie zu schieben. Was zunächst auch die erhoffte Wirkung hatte:

Zum Start ins Jahr 2021 gab es einen weiteren Aufwärtsimpuls, der den Index bis 14.131 Punkte trug. Dann jedoch begann der Lack abzubröckeln, der Januar endete letztendlich mit einem kleinen Minus. Ein kleines Minus, kaum mehr als zwei Prozent. Aber genug, um der Hausse ebenso wie der zuvor mit jedem bullischen Monat wachsenden Zuversicht und Risikobereitschaft der Akteure den Schwung zu nehmen. Zumal der DAX den Januar so auch unterhalb des alten, 2018 markierten Hochs (13.597 Punkte) beendete.

DAX: Tages-Chart vom 08.02.2021, Kurs 14.059,91 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Damit zeichnete sich das Risiko eines Fehlstarts ab. Die Bullen waren gefordert – und handelten. Das beste Gegenmittel, um zaudernde Anleger wieder ins Boot zu bekommen, ist die Wiederbelebung des Momentums. Und genau das gelang zum Start in den Februar.

Der DAX setzte zur Monatswende in die nächstgelegene Unterstützungszone 13.314/13.460 Punkte zurück, drehte dort aber charttechnisch perfekt nach oben und nahm den Schwung, der aus diesem erfolgreichen Test entstand, bis an das vorgenannte Januar-Verlaufshoch bei 14.131 Punkten mit. Nur eine Handbreit darunter ging der Index ins Wochenende, was deutlich machte: Die Bullen haben einen „Matchball“. Aber der muss jetzt auch sitzen.

Das bullische Lager nutzte dabei am Montag den klassischen Trick, den Index über den Future bereits vor dem regulären Handelsstart über das bisherige Verlaufshoch zu ziehen. Der DAX eröffnete um 9 Uhr mit 14.156,84 Punkten und damit 25 Punkte über der alten Bestmarke. Das Ziel solcher Aktionen ist, die Akteure damit vor vollendete Tatsachen zu stellen, Anschlusskäufe der bullischen Lagers und zugleich Eindeckungen von Short-Positionen seitens der Bären zu erzwingen, die dann beide den Kurs weiter nach oben treiben. Aber das funktionierte, zumindest in diesem ersten Anlauf, nicht.

Der deutsche Leitindex beendete den Handelstag unterhalb des alten Hochs und gerade einmal drei Punkte im Plus. Denn der Ausbruchsversuch löste keine Anschlusskäufe, sondern Abgaben aus. Und ein zweiter Versuch, zum Xetra-Closing doch noch über die 14.131 zu kommen, scheiterte ebenso. Aber noch ist der „Matchball“ dadurch nicht vergeben. Solange der DAX ist unmittelbarer Reichweite dieses vorherigen, jetzt auf das gestrige Tageshoch von 14.169,49 Punkte nach oben verschobenen Hochs bleibt, bliebe die Chance erhalten, den Index mit ausreichend Schwung so weit über diese Marke zu heben, dass die Akteure nicht darum herumkommen, Short-Trades einzudecken bzw. zuzukaufen. Aber ein vergebener erster Versuch schürt natürlich eine gewisse Unruhe, daher muss das „Projekt Ausbruch“ spätestens bis zum Ende der Handelswoche gelungen sein. Scheitern die Bullen damit, käme wohl schnell wieder die gerade erst verteidigte Unterstützungszone 13.314/13.460 Punkte ins Spiel. Und sollte die fallen, wäre das Thema neuer Hochs erst einmal vom Tisch und die Liste von Ausbruchsversuchen, die zum Bumerang wurden, um einen Fall länger.

DAX: Monats-Chart vom 08.02.2021, Kurs 14.059,91 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Jetzt ist es also doch passiert, was am Donnerstag noch abwendbar schien: Im ersten Handelsmonat des neuen Jahres endete der DAX-Kurs im Minus. Was an sich schon nicht gerade eine ideale Basis für Optimismus wäre. Aber dass der deutsche Leitindex dadurch zuerst das alte Rekordhoch vom Februar 2020 bei 13.795 Punkten überwunden und dann doch wieder unterboten hat (siehe der langfristige Chart auf Monatsbasis), ist ungut, denn so muss man diesen Ausbruch als Bullenfalle werten. Die würde zwar erst dann zum echten Bumerang, wenn die nächstliegenden, wichtigen Unterstützungen durchbrochen würden. Aber auch das wäre jetzt ja „in Arbeit“, Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis:

Tageschart vom 29.01.2021, Kurs 13.432,87 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Der DAX war am Donnerstag in die Unterstützungszone aus den Zwischenhochs vom Sommer im Bereich 13.314/13.460 Punkte gerutscht, hatte präzise an deren unterer Begrenzung wieder nach oben gedreht und schloss klar oberhalb dieser Zone. Die konnte damit als verteidigt angesehen werden. Wäre der Markt „gesund“, hätte das Anschlusskäufe ausgelöst. Doch stattdessen startete der Index am Freitag mit einem Minus und fiel wieder in diese Zone zurück. Dadurch erkannte man im bullischen Lager, dass ihnen offenbar langsam die Getreuen von der Fahne gehen. Kritisch.

Ein entscheidendes Problem ist dabei, dass man sich da wirklich nicht entgeistert anschauen und fragen muss: „Warum denn dieser Abgabedruck?“ So ziemlich jeder, der seit November auf Hausse gesetzt hat, weiss, dass das dünnes Eis ist. Dass diese Kaufwelle eine Entwicklung vorwegnimmt, die Tag für Tag weniger wahrscheinlich wird: ein „Best Case“-Szenario.

Die Entwicklung in den USA ist nicht so rosig, wie sich das einige nach der US-Wahl dachten. Der politische Graben bleibt extrem tief. Da etwas zu bewegen, sei es in Sachen Pandemie, sei es in Sachen Ankurbelung der Wirtschaft, wird schwierig. Die Notenbanken, EZB ebenso wie „Fed“, haben keine weiteren Massnahmen beschlossen, obwohl die Konjunktur dies- wie jenseits des Atlantiks wieder nach unten kippt. Und während man in Washington ein weiteres Konjunkturpaket zumindest angeht, passiert in dieser Hinsicht in Berlin und Brüssel bislang nichts. Hinzu kommt, dass immer mehr Anleger realisieren, wie schwer es wird, die Auswirkungen des endlosen, zugleich aber nicht konsequenten Lockdowns von den grossen, börsennotierten Unternehmen fernzuhalten.

Solange der Schwung der Rallye aufrechterhalten werden konnte, trat der Umstand, dass die Rahmenbedingungen nicht zu neuen Rekorden passen, in den Hintergrund. Aber jetzt sind nicht nur der Schwung dahin und die Bullen in die Defensive gedrängt, zugleich schwindet die Grundlage für Käufe, weil sich die Gesamtsituation nicht so schnell verbessert wie erhofft.

Damit gehen die Marktteilnehmer mit dem Eindruck eines Abwärts-Swings in den Februar … und mit der Ahnung, dass der Rückfall in die Auffangzone 13.314/13.460 Punkte die Zahl derer, die den DAX ein weiteres Mal nach oben ziehen wollen, wohl noch einmal geschrumpft ist. Sollte diese Zone fallen, steht sofort die 13.000er-Marke im Feuer, die sich Mitte November bis Mitte Dezember mehrfach als Unterstützung bewährt hatte. Um einen schwachen Start in den Februar zu verhindern, müsste der DAX sofort nach oben drehen und diesmal zumindest die 20-Tage-Linie, aktuell bei 13.820 Punkten, überwinden. Dann wäre die Kuh erst einmal wieder vom Eis, aber einfach dürfte eine solche Rettungsaktion nicht werden.

Monatschart vom 29.01.2021, Kurs 13.432,87 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Bei 13.718,78 Punkten endete für den DAX das Börsenjahr 2020 … und damit wider Erwarten vieler im Plus. Doch zumindest per Montagabend scheint es, als könne der deutsche Leitindex diesen Schwung nicht mit ins neue Jahr nehmen, denn durch das Minus von 230 Punkten zum Start in die letzte Januar-Woche könnte dieser erste Handelsmonat 2021 im Minus enden, wenn die Bullen sich jetzt nicht wieder zeigen. Und das wäre aus charttechnischer Sicht problematisch, denn:

Sie sehen im Chart auf Monatsbasis, dass dadurch der Ausbruch nach oben zu einer Bullenfalle werden könnte. Sollte er am Freitag und damit zum Schluss des Handelsmonats unter 13.597 Punkten aus dem Handel gehen, wäre nicht nur das vormalige Rekordhoch vom Februar 2020 bei 13.795 Punkten wieder unterboten, sondern auch das Hoch 2018 bei eben diesen 13.597 Zählern. Und auch auf kurzfristigerer Ebene würde es dann brenzlig. Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass der Index seit mehreren Wochen sehr nach Toppbildung aussieht.

DAX: Tages-Chart vom 25.01.2021, Kurs 13.643,95 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Am Montag hielt die 38-Tage-Linie. Ob das indes der Erfolg der bullischen Trader war, die dort die Abgaben auffingen oder mehr ein Zufall, sei mal dahingestellt, weil dieser 38-Tage-Durchschnitt eher ein Klassiker früherer Jahrzehnte ist, der heutzutage weniger relevant ist. Wichtiger ist die langsam in Schlagdistanz geratende Auffangzone 13.314/13.460 Punkte. Wenn der DAX da durchgehen sollte, wären die 13.000 sofort im Fokus … und unter 13.000 Punkten würde dann erst wieder die 200-Tage-Linie bei aktuell 12.576 Zählern als potenzielle Unterstützung warten.

Die Käufer wären also jetzt gefordert. Seitens des bullischen Lagers hört man derzeit immer wieder, dass es sich hier nur um ein normales „Atemholen“ handele, eine angesichts der Kursgewinne seit Anfang November völlig im Rahmen liegende Konsolidierung. Was für den Moment auch zutreffend ist. Aber ob es dabei bleibt und der DAX in Kürze in Richtung neuer Rekorde nach oben davonzieht oder aber eine womöglich scharfe Korrektur ansteht, hängt nicht davon ab, was die Bullen denken und hoffen. Es hängt davon ab, was sie tun.

Der gestern schwächer als erwartet hereingekommene ifo-Geschäftsklimaindex, die Querelen um die weit hinter dem Notwendigen zurückbleibenden Impfstofflieferungen, die Untätigkeit der EZB ebenso wie der EU hinsichtlich einer Aufstockung der konjunkturellen Unterstützung, die am Montagnachmittag aus den USA gemeldete Verzögerung hinsichtlich des nächsten Konjunktur-Hilfspakets: All das ist nicht angetan, jetzt besonders mutig zu werden. Und zugleich wissen die Käufer ja sehr wohl, dass das derzeitige Niveau des DAX ein „best case“-Szenario vorweggenommen hat, das mittlerweile nicht mehr realistisch ist.

Ob also genug Käufer antreten, um den DAX aktiv wieder anzuschieben oder aber zu viele hoffen, dass das mit den Käufen andere für sie erledigen, ist jetzt entscheidend dafür, ob es wirklich bei der optimistischen Sichtweise einer harmlosen Konsolidierung bleibt. Spätestens, wenn der DAX die Zone 13.314/13.460 Punkte auf Schlusskursbasis unterbieten würde, wäre klar, dass der Start ins neue Jahr zum Fehlstart geworden ist.

DAX: Monats-Chart vom 25.01.2021, Kurs 13.643,95 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Die Bullen halten die Stellung. Aber man darf sicher sein, dass sie die Kursbewegungen sowie die Nachrichtenlage in den USA ohne Unterlass verfolgen. Die kommenden Tage werden entscheidend: Gelingt es, die Wogen ein wenig zu glätten oder wenigstens das Gros geplanter Attacken vor und während der Vereidigung des neuen Präsidenten zu verhindern – oder nicht?

Wenn das gelingt, werden die US-Indizes anziehen und der DAX-Kurs mit ihnen. Natürlich ist der Markt schon sehr weit gestiegen. Und damit ist die Hypothek, die die Anleger auf die Zukunft aufgenommen haben, schon jetzt gefährlich hoch. Nur, wenn neben der politischen Lage in den USA auch die Corona-Problematik wieder bessere Nachrichten zu bieten hätte, liesse sich dieses so hohe Level an Hoffnung, das in den Kursen steckt, aufrechterhalten. Aber es wäre normal, wenn eine umschiffte Klippe zu umgehenden, positiven Reaktionen führt und man sich erst dann wieder der anderen Rahmenbedingungen erinnert, wenn der Schwung einer „Relief Rallye“, einer Erleichterungs-Rallye, vorüber ist.

DAX: Tages-Chart vom 13.01.2021, Kurs 13.939,71 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Der DAX könnte also weiterlaufen, wenn jetzt nichts allzu viel schiefgeht. Wobei er sich in „uncharted territory“ befindet, d.h. Widerstände, die wirklich Sinn ergeben würden, hätte er nicht über sich. Aber Kursziele zu ermitteln, wäre aktuell auch nicht das Gebot der Stunde. Wichtiger wäre, wenn man auf der Long-Seite dabei ist, die Bereiche zu identifizieren, die halten müssten, wenn es zu einer negativen Reaktion kommt, weil die Hoffnung, drüben in Übersee werde schon alles gutgehen, sich nicht erfüllt. Wo liesse sich die entscheidende Zone verorten?

[symbol_link]

Das alte Rekordhoch vom vergangenen Februar bei 13.795 Punkten liegt zu nahe, um bereits eine Supportlinie von Belang sein zu können. Wichtiger ist der Bereich, an dem der DAX zwischen Anfang Juli und Mitte Dezember mehrfach hängengeblieben war: die Zone 13.314/13.460 Punkte. Würde der deutsche Leitindex diesen Bereich eindeutig unterbieten, wäre auch der Versuch, sich im ersten Monat des neuen Börsenjahres nach oben abzusetzen, in Gefahr.

Der Chart auf Monatsbasis zeigt, dass die alten Hochs als Widerstand derzeit überboten wären, ein sehr positives Signal für den Start ins Jahr wäre also gegeben. Aber der Monat ist eben noch lang. Sollte der DAX unter 13.314 Punkte rutschen, wären auch diese wichtigen, alten Hürden in Form des 2018er-Hochs bei 13.597 und des 2020er-Hochs bei 13.795 Punkten wieder unterboten und auf Monatsbasis aus dem momentanen Doji eine rote Kerze geworden. Von diesen kommenden Tagen wird somit abhängen, ob der Start ins Jahr 2021 gelingt. Auch, wenn das Jahr gerade erst begonnen hat und vieles, was die Kurse bewegen wird, heute noch niemand ahnt, hat der Januar unterschwellig Signalwirkung. Sich mit einem Stoppkurs unterhalb dieser aktuell entscheidenden Zone 13.314/13.460 Punkte abzusichern, wäre daher unbedingt zu empfehlen.

DAX: Monats-Chart vom 13.01.2021, Kurs 13.939,71 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX