Spotify Aktie Prognose Spotify: Nicht schon wieder

News: Aktuelle Analyse der Spotify Aktie

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Spotify
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Die Berichtssaison geht munter weiter. Heute sind unter anderem auch Spotify sowie Shopify dran und scheinbar hat man nicht nur einen ähnlichen Namen, es läuft auch ähnlich schlecht.

Schlechter als erwartet

Spotify hat vor wenigen Minuten, ich schreibe diese Zeilen um kurz nach 12 am Mittwoch, Quartalszahlen vorgelegt und die waren nicht wirklich erfreulich.

Der Verlust lag mit -0,85 je Aktie weit über den Erwartungen von -0,68 Euro. Der Umsatz verfehlte mit 2,86 Mrd. die Analystenschätzungen von 2,94 Mrd. Euro ebenfalls.

Darüber hinaus hat man bekannt gegeben, dass man im zweiten Halbjahr ein Viertel weniger neue Mitarbeiter einstellen möchte wie bisher geplant.

An der Börse scheint man gelassen darauf zu reagieren. Die Aktie notiert derzeit sogar rund 3% im Plus bei 107,00 Euro.

Ausblick und Bewertung

Das ist erstaunlich, denn in den meisten Fällen werden Aktien, nachdem die Erwartungen verfehlt wurden, blind abverkauft, auch wenn die Zahlen an sich nicht schlecht sind.

Das trifft hier bei Spotify zu, die Erwartungen wurden zwar verfehlt, aber die Richtung stimmt.

Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer ist auf Jahressicht um 19% gestiegen und die Zahl der Abos um 14%.
Der Umsatz mit den Premiumkunden ist um 22% auf 2,50 Mrd. Euro geklettert und die Werbeeinnahmen konnten sogar um 31% auf 360 Mio. Euro steigen.

Das in der letzten Analyse gezeichnete Bild (Link) scheint sich also immer mehr zu materialisieren. Spotify hat mit dem Werbegeschäft einen neuen Wachstumstreiber, der mit zunehmender Geschwindigkeit an Bedeutung gewinnt.  

Darüber hinaus ist der gemeldete Verlust trügerisch, denn der freie Cashflow lag bei Plus 37 Mio. Euro.
Spotify wächst also mit einer Geschwindigkeit von über 20% und kann die Expansion vollständig aus den laufenden Mitteln stemmen.

Daher bleibe ich bei meiner positiven Einschätzung der Gesamtlage. Weitere Informationen finden Sie hier:
Spotify: Mehr als nur Musik

Chart vom 27.07.2022 - Kurs: 108,70 Kürzel: SPOT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.07.2022 – Kurs: 108,70 Kürzel: SPOT – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht mehren sich die Zeichen einer Bodenbildung. Spotify pendelt bereits seit Ende April seitwärts und die Supportzone bei 95-96 USD wurde immer wieder verteidigt.

Gelingt jetzt ein nachhaltiger Anstieg über 110 USD, wäre der Weg in Richtung 120 USD frei. Darüber kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 145 und 155 USD.

Fällt Spotify jedoch per Wochenschluss unter 95 USD, haben die Bullen ihre Chance vertan.

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Vorherige Analysen der Spotify Aktie

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Bisher hat Spotify keinen belastbaren Boden gefunden, könnte aber gerade dabei sein, einen auszubilden. Die Candlesticks sprechen zunehmend dafür. Kurzzeitige Abverkäufe zur Unterseite wurden per Wochenschluss immer wieder aufgefangen.

Es sieht danach aus, als würde die Aktie auf dem aktuellen Niveau systematisch von Grossinvestoren eingesammelt.

Wirklichen Abwärtsdruck gibt es auch nicht mehr.
Das Interesse der breiten Masse dürfte hingegen auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen zu sein.

Die meisten aktiven Händler dürften an der Seitenlinie stehen. Für antizyklische Investoren ist das eine interessante Gesamtkonstellation, sie könnten jetzt zuschlagen.

Schaut man sich den langfristigen Chart an, benötigt man auch nicht viel Fantasie, um sich einen Anstieg um 50% oder gar eine Kursverdopplung auszumalen.

Chart vom 01.07.2022 - Kurs: 97,52 Kürzel: SPOT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 01.07.2022 – Kurs: 97,52 Kürzel: SPOT – Wochenkerzen

Gelingt ein Anstieg über 121 USD, könnte sich das Sentiment schlagartig ändern und ein Anstieg in Richtung 150-153 USD wäre wahrscheinlich.
Darüber hellt sich das Chartbild nachhaltig auf.

Fällt Spotify jedoch nachhaltig unter 95 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.
Es stellt sich jedoch die Frage, warum es dazu kommen sollte.

All die Anleger, die voller Enthusiasmus in den Aufwärtstrend bei 200 oder 350 USD eingestiegen sind, haben inzwischen entweder das Handtuch geworfen oder die Aktie als Depotleiche abgeschrieben.

Einer liegt falsch

Mit Blick auf den langfristigen Chart drängt sich auch eine weitere Frage auf. Entweder lag der Markt mit der Bewertung von Spotify über Jahre hinweg falsch oder er tut es jetzt.

Die Antwort auf diese Frage ist in den meisten Fällen dieselbe, denn der Markt liegt kurzfristig sehr oft falsch, langfristig aber selten.

Eine dritte Möglichkeit wäre natürlich, dass es geschäftlich immer schlechter läuft. Dann wären sinkende Kurse selbstverständlich nachvollziehbar. Danach sieht es aber nicht aus.

Die Richtung ist klar

Spotify hat in der Zeit seit dem Börsengang ein Rekordjahr nach dem anderen hingelegt.
Damals war das mediale Interesse gigantisch, die Bewertung war hoch und dementsprechend hat sich die Aktie rückblickend als schlechtes Investment herausgestellt.

Heute könnte die Situation genau umgekehrt sein. Das Interesse an der Aktie ist gering, die Bewertung niedrig und dementsprechend könnte sich Spotify zukünftig als gutes Investment herausstellen.

Geschäftszahlen liegen ab 2016 vor. Seitdem hat sich der Umsatz von 2,11 auf 11,00 Mrd. USD mehr als verfünffacht.
Das Bruttoergebnis hat sich von 0,25 auf 2,95 Mrd. USD mehr als verzehnfacht. Die Richtung stimmt also definitiv.

Seit dem Vorjahr ist man operativ profitabel, der operative und freie Cashflow waren im gesamten Zeitraum positiv.

Werbung

Spotify hat eine ganze Reihe von Wachstumstreibern.

Der Konsum von Musik verlagert sich grundsätzlich weg von physischen Datenträgern ins Internet.
Daher dürfte die Zahl der Kunden weiter steigen. Bis 2030 peilt man eine Milliarde an monatlich aktiven Nutzern an, heute sind es 422 Millionen.

Die Monetarisierung dieser Kundenbasis hat gerade erst begonnen. Der werbegetriebene Umsatz war vor wenigen Quartalen noch gering, geht jetzt aber zunehmend durch die Decke.

Im vergangenen Jahr lag der Umsatz, der durch Werbung generiert wurde, bei mehr als einer Milliarde USD.
Die Wachstumsraten lagen in den einzelnen Quartalen zwischen 40 und 110%.

Das wirkt sich entsprechend positiv auf die Profitabilität aus. Der freie Cashflow hat sich m vergangenen Jahr von 246,9 auf 676,1 Mio. USD mehr als verdoppelt.

Noch mehr Wachstumstreiber

Spotify ist inzwischen auch viel mehr als nur eine Musik-Plattform, auch wenn sie vornehmlich so wahrgenommen wird.

Podcasts und Hörbücher spielen eine immer grössere Rolle. Welche Summen in diesem Bereich verdient werden kann, wissen wir nicht erst seit Joe Rogan.

Angeblich könnte der Exklusiv-Deal Joe Rogan mehr als 200 Mio. USD einbringen. Darf man einigen „Leaks“ glauben, ist die Zahl der Zuhörer, seit dem Wechsel zu Spotify sogar noch weiter gestiegen.

Millionen von Menschen hören sich Tag für Tag die mehrstündigen Gespräche an.

Und natürlich ist Joe Rogan nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt inzwischen zahllose, äusserst erfolgreiche Podcasts auf Spotify.
Welt weit dürfte Spotify in der Top3 der grössten Podcast-Plattformen sein, in den USA ist man die Nummer 1, noch vor Apple und Google.

Wir werden sehen, welche Marktanteile man sich im Bereich Hörbücher perspektivisch sichern kann.

Ausblick und Bewertung

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer legte um 19% zu und die Abos um 15%.
Und das, obwohl man das Russlandgeschäft eingestellt hat, was Spotify natürlich Millionen von Nutzer gekostet hat.

Die Werbeeinnahmen kletterten dennoch um 31% auf 0,28 Mrd. Euro, der Konzernumsatz legte um 24% auf 2,66 Mrd. Euro zu.

Das KUV von Spotify liegt inzwischen nur noch bei 1,66. In den letzten fünf Jahren waren es durchschnittlich 4,36.
Auf dieser Basis ist das Unternehmen relativ gesehen deutlich unterbewertet.

Bei der anhaltend guten Geschäftsentwicklung scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich der Kurs wieder in die richtige Richtung entwickelt.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, dürfte der Umsatz bis 2024 auf über 15 Mrd. Euro steigen und der Cashflow dann bei über 3,00 Euro je Aktie liegen.

Wenn das klappt…

Die langfristige Perspektive möchte man kaum ansprechen. Aber wir haben ja bereits gehört, dass Spotify perspektivisch eine Milliarde an aktiven Nutzern anstrebt.
Im gleichen Zuge gab der Vorstand auch bekannt, dass der Umsatz je Nutzer bis 2030 auf 100 Euro pro Jahr gesteigert werden soll.

Wenn ich in der dritten Klasse in Mathematik richtig aufgepasst habe, bedeutet das, dass Spotify bis 2030 eine Verzehnfachung des Umsatzes auf 100 Mrd. Euro in Aussicht stellt.

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Bei Spotify ist es jüngst zu einer interessanten Entwicklung gekommen. Die Aktie ist auf ein neues Rekordtief gefallen. So weit so schlecht.
Das erstaunliche daran ist, dass es anschliessend kaum Abwärtsdruck gab.

Keine Panik, keine wirklich heftige Volatilität, nichts davon.

Chart vom 30.05.2022 - Kurs: 112 Kürzel: SPOT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.05.2022 – Kurs: 112 Kürzel: SPOT – Wochenkerzen

Es scheint so als wäre Spotify bei den meisten investierten Anlegern inzwischen in der Kategorie Depotleiche einsortiert.
Dass die breite Masse kein Interesse an solchen Chartbildern hat, dürfte ebenfalls sicher sein.

Für antizyklische Investoren ist das eine aussichtsreiche Grosswetterlage.

Relativ und absolut

Nach weiteren Argumenten muss das Bullenlager, soweit überhaupt noch vorhanden, auch nicht suchen.

Es sollte klar sein, dass die Aktie relativ gesehen günstig ist. Der Kurs ist heute rund 30% niedriger als 2018, obwohl sich der Umsatz in diesem Zeitraum verdoppelt hat.

Absolut gesehen ist ein KUV von 1,9 auch nicht gerade herausfordernd und für digitale und skalierbare Geschäftsmodelle niedrig.
Seit dem Börsengang kam Spotify durchschnittlich auf ein KUV von 4,5.

Musik-Streaming ist ein Wachstumsmarkt. Das Geschäft mit physischen Tonträgern und auch das mit Downloads stagnieren.
Im Streaming-Segment liegen die Wachstumsraten hingegen jährlich bei 10% und mehr.

Spotify ist mit mehr als 400 Millionen Nutzern und 182 Abonnenten der klare Platzhirsch in diesem Markt.
Und die Monetarisierung hat gerade erst begonnen.

Neuer Wachstumstreiber

Das haben die jüngsten Quartalszahlen vom 27. April abermals gezeigt. Bisher hat Spotify nahezu alle Einnahmen durch Abos erzielt und bei den anderen Nutzern draufgezahlt.

Das ändert sich zunehmend. Mit den stark steigenden Umsätzen im Advertising-Geschäft hat man einen neuen Wachstumstreiber im Unternehmen.

Um das zu erkennen, muss man sich die Entwicklung in den letzten Quartalen vergegenwärtigen.
Im ersten Quartal 2021 lagen die Werbeeinnahmen bei 216 Mio., in Q2 bei 275 Mio., in Q3 bei 323 Mio. und im vierten Quartal bei 394 Mio. Euro.

Die Wachstumsraten lagen auf Jahressicht jeweils bei 40% und mehr.

Ausblick und Bewertung

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. Im ersten Quartal 2022 konnte der Umsatz im Advertising-Geschäft um 31% auf 282 Mio. USD gesteigert werden.

Wachstum findet aber auch abseits davon statt. Die Zahl der aktiven Nutzer stieg um 19% und die Zahl der Abos um 15%.
Der Umsatz auf Konzernebene konnte um 24% auf 2,66 Mrd. Euro gesteigert werden.

In ähnlicher Weise dürfte sich das fortsetzen. Für das zweite Quartal stellt Spotify einen Umsatz von 2,80 Mrd. Euro in Aussicht.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird der Umsatz in diesem Geschäftsjahr um 20% auf 11,60 Mrd. Euro steigen und bis 2024 mehr als 15 Mrd. Euro erreichen.

Was ist eigentlich bei Spotify los? Der Kurs kennt nur noch eine Richtung. Kein Wunder, Spotify verdient schliesslich auch kein Geld. Oder?

Gier frisst Hirn…

An der Börse dreht der Wind immer wieder. Mal sind Wachstumsaktien gefragt, dann wieder nicht. Zeitweise spielt es keine Rolle, ob ein Unternehmen überhaupt Gewinne erwirtschaftet, dann geht plötzlich die Angst um.

Inzwischen steuere ich langsam auf zwei Jahrzehnte Börse zu und bei meinem kürzlichen Geburtstag wurde mir klar, dass ich inzwischen mehr Lebenszeit mit und an der Börse zugebracht habe als ohne.

In dieser Zeit sind mir so viele Trendthemen, Hypes, Crashs und Rallyes untergekommen, ich kann sie nicht mehr zählen. Die Muster ähneln sich auf erschreckende Weise, im Endeffekt ändern sich nur die Namen.

Und was am Ende bleibt, sind harte Zahlen. Egal wie sehr die Kurse auch durch die Decke gehen oder wie heftig der Crash auch ausfällt, der Gravitation kann keiner entkommen.
Langfristig kehren die Kurse zum intrinsischen Wert der Unternehmen zurück.

Der Schlüssel ist, halbwegs abschätzen zu können, wo der liegt oder in einigen Jahren liegen wird.

Mit Blick auf Spotify bedeutet das, dass es niemand wundern sollte, dass der Kurs heute nicht mehr bei über 300 USD steht.
Immerhin lag das KUV am Hoch bei knapp 10, obwohl es vor dem Hype im Jahr 2020 noch nie bei mehr als 3,9 lag.

Angst frisst auch Hirn

Ein Blick auf den Cashflow ergab ein ähnliches Bild. Spotify war mindestens doppelt so hoch bewertet wie jemals zuvor.
Das ist für sich genommen natürlich ein Problem, umso mehr, weil es aus den falschen Gründen geschehen ist.

Spotify wurde als Krisengewinner wahrgenommen. Doch warum sollten Menschen mehr Musik hören, nur weil eine Pandemie herrscht? Daher waren die Wachstumsraten 2020 und 2021 auch nicht viel höher als zuvor.

Jetzt wird die Aktie abverkauft, weil die Krisengewinner von vielen Anlegern abgeschrieben werden. Das Gleiche gilt für Wachstumsaktien. Wie viel Sinn das rational betrachtet ergibt, diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Das ist die Krux an der Börse. Die fallenden Kurse als solches üben einem unglaublichen emotionalen Druck aus. Unternehmen (Spotify), die bei einem Kurs von 300 USD noch aussichtsreich und fantastisch wirkten, fühlen sich bei 119 USD so an, als würde das Unternehmen ganz real den Bach runtergehen.

Es gibt nur ein Spotify

An den Zahlen lassen sich allerdings kaum Probleme ablesen. Spotify konnte den Umsatz seit 2015 von 1,94 auf 9,67 Mrd. USD steigern.
Die Bruttomarge hat sich in diesem Zeitraum von 11,6 auf 26,8% verbessert, die operative Marge von -12,1 auf +1,0%.

Spotify ist mit einem Umsatz von knapp 10 Mrd. USD nicht nur ein Gigant, man ist neben Apple Music auch der klare Marktführer im Bereich Musik-Streaming.
Es ist nur ein Halbsatz, vielleicht aber das wichtigste Argument für Spotify überhaupt.

Dadurch konnte man den Umsatz in den meisten Jahren um 1,0 – 1,5 Mrd. USD steigern. Es gibt eben nur ein Spotify, so wie es auch nur ein Netflix gibt. Tatsächlich ähneln sich die Zahlen, versetzt um 5-6 Jahre, erstaunlich stark. Aber das nur als Randnotiz.

Ausblick und Bewertung

Wenn es nur ein Spotify gibt, ist eine Bewertung entsprechend schwierig. Was nutzt man als Vergleichswert?
Zum Glück gibt es Erfahrungswerte, wie Unternehmen mit entsprechenden Wachstumsraten bewertet werden, man kann sich die Vergangenheit anschauen oder eben den nächstbesten Vergleichswert heranziehen.

Der nächstbeste Vergleichswert könnte Netflix sein. Wie bereits angesprochen, ähneln sich die Geschäftszahlen, versetzt um 5-6 Jahre, sehr. Spotify ist also an einem ähnlichen Punkt wie Netflix vor einigen Jahren.
Das Wachstum dürfte perspektivisch zwar etwas geringer sein als bei Netflix. Im Gegenzug ist der Cashburn aber auch exorbitant geringer.

Rein vom Zahlenwerk könnte man ausreichend Argumente dafür finden, dass X oder Y das bessere Unternehmen ist.
Blickt man nun zurück, stellt man fest, dass Netflix auf einem ähnlichen Umsatz- und Profitabilitätsniveau mit einem KUV von 6,6 – 7,8 bewertet wurde.
Spotify kommt heute auf ein KUV von 2,2.

Zieht man Erfahrungswerte heran, wird man ebenfalls feststellen, dass Unternehmen mit Wachstumsraten von 20-25% selten auf ein KUV von 2,2 kommen. Oft genug wird das Vielfache davon gezahlt.
Spotify ist also auch aus dieser Warte nicht teuer.

Ein Rückblick führt zum selben Ergebnis. Seit dem Börsengang wurde Spotify mit einem KUV von 3,7 bis knapp unter 10 gehandelt – zumindest wenn man die letzten Wochen ausklammert, in denen das KUV auf ein Rekordtief gefallen sind.

Was bringt das alles?

Man findet also durchaus einige Argumente, die für Spotify sprechen. Doch manch einer wird anmahnen, was einem knapp 10 Mrd. USD Umsatz bringen, wenn kein Geld verdient wird.

Damit haben Sie recht und damit ist Spotify vom Tisch. Was für ein Plot-Twist!

Tatsächlich steht Spotify aber noch ganz am Anfang der Monetarisierung. Bisher verdient man vor allem Geld mit Premium -Accounts.
Die Strategie ist simpel. Man wollte die Nutzer in einem ersten Schritt nicht mit Werbung verschrecken.

Jetzt wo die Nutzerbasis mit mehr als 400 Mio. aktiven Nutzern enorm ist, ändert sich das in grossen Schritten.
Im ersten Quartal 2021 erzielte man mit Werbung einen Umsatz von 216 Mio. USD, in zweiten Quartal 275 Mio. USD, im dritten Quartal 323 Mio. USD und im vierten 394 Mio. USD.

Ganz plötzlich gibt es zwei Wachstumstreiber und darauf ist in Wahrheit auch die starke Umsatzentwicklung 2021 zurückzuführen, nicht auf Corona.
Wenn man einen neuen „Geschäftszweig“ erschliesst, der inzwischen einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar erwirtschaftet, dann schlägt sich das eben nieder.

Kommt es dazu…

Es schlägt sich auch in der Profitabilität nieder, denn bisher haben die mehr als 200 Millionen Nutzer von Spotify, die kein Abo abgeschlossen haben, nur Geld gekostet. Jetzt bringen sie Geld ein.

Daher ist in den letzten Monaten auch der Sprung in die Profitabilität gelungen. Für 2022 soll erstmals ein Gewinn erzielt werden.
Darf man den Prognosen Glauben schenken, könnten es 0,50 USD je Aktie werden. Im Folgejahr sollen es 1,85 USD und dann schon 3,65 USD werden.

Das werden Anleger wahrnehmen. Gewinnsteigerungen in dieser Grössenordnung ignoriert die Börse nicht.

Spotify nutzt unterdessen die Gelegenheit und hat Buybacks mit einem Volumen von 1,0 Mrd. USD beschlossen.
Aktuell würde das ausreichen um mehr als 4% aller Aktien einzuziehen. Da man 3,5 Mrd. USD Cash auf der hohen Kante hat, kann man es sich problemlos leisten.
Ich würde dem Vorstand sogar dazu raten, in noch grösserem Umfang zuzuschlagen.

Ob der Vorstand seit dem Jahreswechsel gehandelt hat, wissen wir nicht. Man kann es nur hoffen.
Voraussichtlich wird Spotify am 27. April die nächsten Quartalszahlen vorlegen, spätestens dann wissen wir mehr.

Chart vom 15.03.2022 Kurs: 119,47 Kürzel: SPOT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.03.2022 Kurs: 119,47 Kürzel: SPOT – Wochenkerzen

Die Aktie ist zum mehrjährigen Unterstützungsband zurückgekommen. Zwischen 105 und 120 USD reihen sich die Supports regelrecht auf.
Wir werden sehen, ob dieser Boden wieder halten wird.

Erste positive Signale ergeben sich über 135 USD.
Deutlich aufhellen würde sich der Chart allerdings erst über 157 USD.