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Die besten Aktien, mit denen Sie 2021 von einer Erholung der Cannabis Aktien profitieren könnten

Marihuana bzw. Cannabis Aktien gehörten bis 2018 an der Börse zu den absoluten Überfliegern. Kein Wunder, denn in immer mehr Regionen der Welt wird Cannabis, zumindest zu medizinischen Zwecken, legalisiert. Auch Deutschland zählt dazu sowie immer mehr Bundesstaaten der USA. Auf die grosse Party folgte ab 2019 jedoch der grosse Kater und die Branche ist gerade dabei sich neu zu sortieren. Kommt nach dem Biden-Wahlsieg nun 2021 eine zweite, nachhaltigere Aufwärtswelle bei den Cannabis-Aktien?

Einblick in den Cannabis-Sektor 2021: Kommt eine neue Boom-Welle?

Nach unserer ersten Analyse im Herbst 2017 entwickelten sich unsere Marihuana Aktien für 2018 allesamt herausragend. In der Spitze legten die Aktien von Aphria um bis zu +180 %, Aurora Cannabis um +200 % und Canopy Growth sogar um +330 % zu. Ab September 2018 hatten wir Ihnen dann bei allen Aktien zu Gewinnmitnahmen geraten, denn die Risiken nahmen mit steil ansteigenden Kursen stetig zu. Das war goldrichtig, denn sämtliche Aktien der Branche wurden von einer starken Korrektur erfasst und verloren zwei Drittel oder sogar noch mehr an Wert. Anfang 2020 haben wir in unserer Liste von Tradeideen Aurora Cannabis durch die unserer Meinung nach aussichtsreichere Cronos-Aktie ersetzt.

Bei den Cannabis-Aktien trennt sich die Spreu gerade vom Weizen

Kaum eine der Cannabis Aktien konnte sich bislang wieder deutlich erholen und bei den Anlegern hat sich Ernüchterung breit gemacht. Nach dem Anfangshype, in dem jede Aktie der Branche blind gekauft wurde, trennt sich dadurch nun die Spreu vom Weizen, denn nur die nachhaltigsten Geschäftsmodelle werden die harte Selektion überstehen.

Gibt es die ersten nachhaltig profitablen Unternehmen, so dürfte das Segment für Anleger wieder interessant werden. Einige alte Hasen unter den Anlegern können sich bestimmt an den Neuen Markt bzw. die Internetblase erinnern: Von den zahlreichen gegründeten Unternehmen setzten sich damals nur die überlebensfähigsten und grössten durch, während die meisten kleinen Firmen wieder von der Bildfläche verschwanden. Die „Überlebenden“ des Internethypes wie Amazon oder Ebay konnten in den Folgejahren immense Kursgewinne einfahren, dazu kamen Neugründungen wie Google, Facebook oder Netflix. Dieses Szenario könnte auch für die Cannabisbranche beispielhaft sein, wenngleich diese ungleich kleiner ist.

Getränkehersteller und Tabakfirmen witterten das grosse Geschäft mit Cannabis

Im Herbst 2018 wurden Marihuana-Aktien vor allem durch das starke Interesse zahlreicher grosser Spirituosenhersteller angeheizt und auf vorläufige Hochs getrieben und der Hype hatte seinen Höhepunkt erreicht.

Die Getränkehersteller witterten das grosse Geschäft und wollten in grossem Stil Getränke mit dem psychoaktiven Stoff THC als Lifestyle-Produkte auf den Markt bringen. Allen voran der Getränkeriese Constellation Brands, der beispielsweise hinter der Bier-Marke Corona steht. Der Konzern erwarb in mehreren Tranchen eine Beteiligung von 43 % am Marktführer Canopy Growth. Doch auch Konzerne wie Diageo (z.B. Johnnie Walker und Smirnoff), die Grossbrauerei Molson Coors, Nova Scotia Liquor oder Heineken liessen grosse Pläne für den Cannabismarkt verlauten und schmiedeten entsprechende Allianzen mit Cannabis-Anbietern. Sogar Coca-Cola äusserte zum damaligen Zeitpunkt öffentlich Überlegungen Getränke mit Cannabidiol (CBD) auf den Markt bringen zu wollen. CBD wirkt beruhigend und hat im Gegensatz zum Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) keine berauschende Wirkung. Mittlerweile sind die Erwartungen an Cannabis-Getränke zwar immer noch hoch, aber im Vergleich zu der Goldgräberstimmung 2018 deutlich gedämpft.

Und auch die schwächelnde Tabakbranche griff nach dem Strohhalm Cannabis. So übernahm der Marlboro-Hersteller Altria für 1,8 Mrd. USD einen Anteil von 45 % am Cannabis-Unternehmen Cronos, das dabei mit mehr als 4,5 Mrd. CAD bewertet wurde.

Die besten Cannabis Aktien: Kanada erlaubt Cannabis als Genussmittel | LYNX Online Broker

Aktuelle rechtliche Situation: Kanada erlaubt Cannabis als Genussmittel

Im Blickpunkt der Anleger stand lange Zeit vor allem Kanada. Dort war die medizinische Nutzung bereits seit 2001 legal und seit Oktober 2018 ist nun auch das „Kiffen“ offiziell erlaubt. Kanada ist damit der erste G7 Staat und nach Uruguay das zweite Land, in dem Haschisch auch zum privaten Genuss freigegeben wurde. Prognosen zufolge sollte sich der kanadische Marihuana-Markt durch die Legalisierung mittel- bis langfristig mehr als verzehnfachen. Möglicherweise ist diese Prognose jedoch zu optimistisch gewesen.

Denn bislang kämpft die junge Branche auf dem kanadischen Markt noch immer mit Problemen. Dies sind beispielsweise Überkapazitäten und hohe Lagerbestände, zu wenige lizensierte Verkaufsstellen, und Regelwerke für Lebensmittel und Getränke sowie sinkende Gewinnspannen. Auch der nach wie vor florierende Schwarzmarkt ist für die Branche ein Problem. Laut Statistiken konnten fast zwei Jahre nach der Legalisierung erst rund 20 % des illegalen Handels in behördlich kontrollierte Kanäle umgeleitet werden. Daher blieben die Umsätze der meisten Unternehmen enorm hinter den hochfliegenden Erwartungen zurück, während die Lagerbestände in die Höhe schnellen. Experten erwarten, dass es unter Umständen noch Jahre dauern könnte bis sich Angebot und Nachfrage auf dem kanadischen Markt eingespielt haben.

Nordamerika nimmt Vorreiterrolle bei der Legalisierung von Cannabis ein

Doch nicht nur in Kanada, auch in den USA legalisieren immer mehr Bundesstaten Marihuana, so dass Nordamerika bei der Legalisierung von Cannabis weltweit die Vorreiterrolle einnimmt. In den USA ist beispielsweise der Konsum von Marihuana seit 2018 auch im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien sowie in Michigan, Nevada, Maine, Massachusetts und Vermont legal. Damit ist der straffreie Genuss von Cannabis mittlerweile in elf US-Bundesstaaten mit insgesamt über 60 Mio. Einwohnern möglich. Schätzungen gehen davon aus, dass bald weitere US-Bundesstaaten den Alltagskonsum freigeben werden, nachdem der Demokrat Joe Biden die US-Wahl gewann. In insgesamt 33 Bundesstaaten ist zumindest der Konsum zu medizinischen Zwecken bereits erlaubt.

Cannabis wurde auf Bundesebene trotzdem von den US-Behörden bislang noch als völlig illegale Droge betrachtet. Doch dies könnte sich unter der neuen Biden-Regierung bald ändern. Die künftige Vizepräsidentin Kamala Harris kündigte – entgegen ihrer eigenen Überzeugung – bereits an Marihuana-Konsum auch auf Bundesebene entkriminalisieren zu wollen. Das US-Repräsentantenhaus sprach sich in einer Gesetzes-Abstimmung Ende 2020 bereits dafür aus. Im von Republikanern dominierten Senat dürfte der Entwurf jedoch erst einmal durchfallen.

Unabhängig davon unterstehen Drogenvergehen jedoch ohnehin der Gesetzgebung der Bundesstaaten, so dass es diesen freisteht, vom Bundesrecht abzuweichen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich von unterschiedlichen Regulierungen. Insgesamt 16 Bundesstaaten haben den Besitz kleiner Mengen Cannabis mittlerweile zumindest entkriminalisiert. Wer in New York beispielsweise mit bis zu 25 Gramm Cannabis erwischt wird, begeht keine Straftat mehr, sondern riskiert allenfalls eine vergleichsweise geringe Verwaltungsstrafe.

Der rechtliche Status von Cannabis in den USA -Die besten Cannabis Aktien | LYNX Online_Broker
Lokal_Profil, Map of US state cannabis laws, CC BY-SA 2.5

Wachstumspotenzial von Cannabis-Aktien: US-Markt verspricht immenses Marktpotenzial

Langfristig verspricht der US-Markt das höchste Wachstumspotenzial. Allein dort soll das Volumen für medizinisches Marihuana Experten zufolge von 10 bis 11 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 24 bis 40 Mrd. USD im kommenden Jahr 2021 ansteigen. Insgesamt d.h. den Freizeitkonsum eingeschlossen, schätzen Analysten, dass die Cannabis-Industrie in den USA von 11 Mrd. USD im Jahr 2018 im bestmöglichen Fall bis zum Jahr 2030 bis auf 75 Mrd. USD anschwellen könnte.

Bevölkerung befürwortet Legalisierung von Cannabis

Laut einer landesweiten Umfrage, die das Institut Gallup seit mehreren Jahrzehnten durchführt, sprachen sich Ende 2020 über 68 % der befragten US-Bürger für eine Legalisierung von Cannabis in den USA aus – so viele wie nie zuvor. Im ersten Umfragejahr 1969 waren nur 12 % der amerikanischen Bevölkerung für eine Cannabis-Freigabe. Für eine medizinische Zulassung stimmten der Quinnipiac University zufolge sogar neun von zehn Befragten.

Marihuana Befürwortung in der Bevölkerug -Die besten Cannabis Aktien | LYNX Online-Broker

Die Steuereinnahmen durch Cannabis sprudeln

Wie sehr die Bundesstaaten von der Freigabe profitieren, zeigen Kalifornien, Colorado und Washington: Neben zahlreichen Arbeitsplätzen und Cannabis-Touristen sprudeln auch die Steuereinnahmen. Kalifornien verbuchte 2019 mit geschätzten 629 Mio. USD die höchsten Steuereinnahmen, gefolgt von Washington mit 396 Mio. USD und Colorado mit 302 Mio. USD. Doch die Erwartungen sind noch höher: In Michigan, wo Marihuana zuletzt freigegeben wurde, werden allein im ersten Jahr rund 740 Mio. USD an zusätzlichen Steuereinnahmen erwartet. Analysten der Arcview Group gehen davon aus, dass der Cannabis-Markt in den USA bis 2021 insgesamt rund 4 Mrd. USD an neuen Steuereinnahmen generiert haben wird. In der kommenden Dekade sollen dazu nochmal mindestens 13,7 Mrd. USD dazukommen, die ans US-Finanzministerium gehen. Dazu kommen im selben Zeitraum geschätzte 1 Mrd. USD an Einsparungen für wegfallende Gefängnisaufenthalte. Ausserdem rechnet das Analysehaus entlang der Wertschöpfungskette mit rund 400.000 zusätzlichen Jobs. Allein in Kalifornien wurden bereits 80.000 Stellen geschaffen, die laut einer Studie von ICF International ein Einkommen von 3,5 Mrd. USD erzielen.

Ein neuer Industriezweig entsteht

Durch die voranschreitende Legalisierung bzw. Entkriminalisierung entstand mit Forschung, Medizin, Anbau, Verarbeitung, Vertrieb und Konsum eine milliardenschwere Branche, die aktuell trotz hohen Investitionen noch in den Kinderschuhen steckt. Auf der einen Seite winken den Unternehmen hohe Einnahmen, auf der anderen Seite lassen sich wechselnde Gesetzeslagen und Risiken zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht wirklich überblicken. Investitionen in die Cannabis-Branche versprechen daher durchaus hohes Gewinnpotenzial, sind aber auch mit extrem grossen Unsicherheiten und hohen Risiken verbunden. Anleger sollten daher stets nur einen geringen Depotanteil setzen und wenn dann in grosse, bereits etablierte Unternehmen investieren.

Cannabis-Aktien nach wilder Achterbahnfahrt in der Krise

Der Global Cannabis Stock Index stieg zwischen Oktober 2017 unter wildesten Schwankungen um +430 % auf ein Blasenhoch von 174 Zählern. Durch die teils wilden Spekulationen konnte man im Hinblick auf die Pflanze fast sagen, die Spekulation trieb seltsame Blüten… Anschliessend folgte was kommen musste: Der Absturz. Unter heftigsten Kursausschlägen fiel der Marihuana Index schliesslich unter 17 Zähler – eine glatte Zehntelung von den Höchstständen gerechnet. Aktuell hat sich der Index wieder etwas erholt, liegt bei 44 Punkten und spiegelt weiterhin die Ernüchterung wider, die aktuell in der immer noch kriselnden Branche herrscht.

Tilray mit Nasdaq-IPO: Kursexplosion in luftige Höhen mit anschliessendem Absturz

Den „Vogel abgeschossen“ hatte in der dem Absturz vorausgegangenen Boomphase das kleine kanadische Unternehmen Tilray. Während in Kanada und anderen Ländern bereits etliche Marihuana-Aktien atemberaubende Höhenflüge erlebten, wagte Tilray im Juli 2018 als erstes Unternehmen den Gang an die US-Börse Nasdaq. Die Aktie wurde zu 17 USD ausgegeben und erreichte nach wenigen Wochen in der Spitze 300 USD. Das entsprach einem Bewertungsniveau von sage und schreibe 28 Mrd. USD. Der Kurs sackte in Folge stetig ab und fiel im Zuge des Corona-Crashs weit unter den IPO-Preis bis auf 2,43 USD. Aktuell hat sich die Aktie wieder auf 8 USD verdreifacht. Dennoch beträgt der Börsenwert noch immer knapp 1,2 Mrd USD. Die Bewertung von Tilray ist weiterhin mehr als nur ambitioniert, denn die Zukunft des Unternehmens ist aufgrund der hohen Verschuldung extrem ungewiss. Andere Unternehmen der Branche sind ähnlich hoch oder höher bewertet, haben aber zum Teil durch den Einstieg grosser Partner enorme Mengen an Bargeld auf dem Bankkonto und sind kaum pleitegefährdet. Die Aktie von Tilray sollte weiterhin gemieden werden.

Das sollten Sie beim Handel mit Cannabis Aktien beachten

Vorsicht vor Pump-and-Dump-Betrug

Auch wenn sich die Wachstumsaussichten für die meist noch sehr kleinen Unternehmen der jungen Marihuana-Branche insgesamt stetig verbessern, sollten Sie bei Aktieninvestments weiterhin sehr vorsichtig sein: Besonders beim Thema Marihuana fielen viele Betrügereien nach dem „Pump-and-Dump-Schema“ (Aufpumpen und Abladen) auf. Dabei werden Aktien von wertlosen, kleinen Firmen mit viel PR und Jubelmeldungen gezielt in die Höhe getrieben. Mit teils deutschsprachigen (!) Pressemeldungen sowie in bekannten Diskussionsforen wird dazu gezielt für diese angeblichen Geheimtipps mit unglaublichem Kurspotenzial „getrommelt“. Dass die Geschichten dahinter frei von PR-Profis erfunden wurden, können sich viele Anleger nicht vorstellen. Denn auch die aufwändig erstellten Internetseiten, Pressemeldungen und Kaufempfehlungen wirken sehr professionell.

Bei wertlosen Firmen spielt jeder Aktienverkauf 100% Gewinn in die Taschen der Betrüger

Für unterstützende „Dienstleistungen“ ein paar Aktien abzugeben macht sich für die Hintermänner der Betrügereien bezahlt: Denn wenn wertlose oder fast wertlose Firmen künstlich auf eine millionenschwere Bewertung aufgepumpt werden, bedeutet jeder einzelne Aktienverkauf an Anleger bis zu 100% Gewinn – egal zu welchem Kurs verkauft wird. Sind alle Aktien mit PR und gekauften Kaufempfehlungen unters Volk gebracht, so ebbt das Trommelfeuer der PR-Meldungen ab und die Aktien streben ihrem eigentlichen Wert bei null entgegen.

Sie erkennen diese Firmen meist daran, dass sie in den USA oder Kanada im OTC-Markt gelistet sind, d.h. nicht an einer regulierten Börse wie der NYSE oder der Nasdaq. Weil es sich zudem herumgesprochen hat, dass sich hierzulande besonders viele leichtgläubige Anleger finden lassen, gehört ein Zweitlisting in Deutschland zum Plan vieler Abzocker. Dieses Betrugsschema gibt es natürlich nicht nur im Cannabis-Bereich, sondern in nahezu jeder Boombranche, die eine Zeit lang von Anlegergeld überschwemmt wird.

Weiterhin grosse Kursschwankungen bei Cannabis Aktien vorprogrammiert

Bitte beachten Sie auch folgendes: Alle Prognosen zur Entwicklung des Cannabis-Marktes in den kommenden Jahren sind weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. So lässt sich weder die Entwicklung des Angebots noch die tatsächliche Nachfrage der Konsumenten seriös schätzen. Da unzählige Anbieter auf den Markt drängen, steht in den Sternen wo der Marktpreis für Cannabis sich schliesslich einpendeln wird. Die hohen Erwartungen an die Branche haben sich bislang noch nicht annähernd erfüllen können. Im Gegenteil, durch die hohen Investitionen entstand ein Überangebot an Marihuana, das nun auf die Preise drückt. Es herrschen hohe Preisschwankungen und ein harter Verdrängungswettbewerb. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen oder die Besteuerung können sich gemäss der politischen Stimmungslage schnell ändern und möglicherweise zu Verwerfungen und weiteren starken Kursschwankungen bei den Cannabis-Aktien führen.

Tipps für den Handel mit Cannabis Aktien: Setzen Sie für eine Turnaround-Spekulation auf etablierte First Mover im Cannabis Sektor

Nachhaltig von der Marihuana-Legalisierung profitieren werden vor allem Firmen, die bereits einige Jahre Erfahrung haben und sich im Markt schon jetzt positionieren und etablieren konnten. Wenn Sie jetzt, nach dem Absturz der zuvor heiss gelaufenen Aktien spekulativ investieren möchten, sollten Sie auf alle Fälle auch einen Anlagehorizont von mehreren Jahren haben. Zweifellos ist hier eine hochspekulative Blase geplatzt, denn Anleger stürzten sich in den vergangenen Jahren auf fast jedes Unternehmen, das sich auch nur am Rande mit dem Thema Cannabis beschäftigt. Es folgte was kommen musste: Der dramatische Absturz der hochfliegenden Cannabis-Aktien.

Wenn Sie auf einen Turnaround bei den Marihuana-Werten setzen, so wählen Sie nur Aktien von besonders finanzstarken Unternehmen aus, die 2020 mindestens bereits Umsatzerlöse im zweistelligen, besser dreistelligen Millionenbereich erzielen. Neben einem liquiden Aktienhandel an der Heimatbörse sollten Sie zudem eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Mio. Euro voraussetzen. Planen Sie bitte mit ein, dass es bei einigen Unternehmen bei akutem Kapitalbedarf auch zu weiteren verwässernden Kapitalerhöhungen kommen kann.

Die besten Cannabis Aktien 2021 – Unsere Marihuana Aktien Tipps

Aufgrund der mittlerweile vollzogenen Marktöffnung kristallisierte sich vor allem Kanada als Dreh- und Angelpunkt der Branche heraus. Die kanadische Regierung erwartet, dass 4,6 Mio. Kanadier jährlich ca. 655.000 kg Cannabis konsumieren werden und dafür 4,5 bis 6,2 Mrd. CAD ausgeben. Davon ist das Marktvolumen derzeit zwar noch meilenweit entfernt, im ersten Jahr wurden mit legalem Cannabis „nur“ rund 1 Mrd. USD umgesetzt – allerdings mit steigender Tendenz. Da die rechtlichen Rahmenbedingungen für Hersteller frühzeitig gelockert wurden und damit beispielsweise auch Bankfinanzierungen möglich waren, sind dort jedoch die grössten Unternehmen der Branche entstanden.

Cannabis-Aktien Vergleich: Das sind die besten Marihuana-Aktien

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste mit 10 Marihuana-Aktien. Drei First Mover der Cannabis Branche mit aussergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor.

Cannabis Aktien-Liste

AktieISINSymbolWährung
AmyrisUS03236M2008AMRSUSD
AphriaCA03765K1049APHACAD
Arena PharmaceuticalsUS0400476075ARNAUSD
Aurora CannabisCA05156X1087ACBCAD
Canopy GrowthCA1380351009WEEDCAD
Cara TherapeauticsUS1407551092CARAUSD
CronosCA22717L1013CRONCAD
GW PharmaceuticalsGB0030544687GWPHUSD
Innovative Industrial PropertiesUS45781V1017IIPRUSD
OrganiGram HoldingsCA68620P1018OGICAD

Beachten Sie jedoch, dass Cannabis-Aktien in den Jahren 2017 und 2018 einen regelrechten Hype erlebten, der in eine spekulative Blase mündete. Diese ist zwar mittlerweile geplatzt, aber es kann jederzeit weitere scharfe Kurs-Rücksetzer geben. Vor allem wenn das eine oder andere Unternehmen aufgrund des nachlassenden Anlegerinteresses in eine finanzielle Schieflage gerät.

Cronos: Tabak-Riese Altria hält 45% Beteiligung

Cronos Group - Die besten Cannabis Aktien 2019

Der kanadische Cannabis-Hersteller Cronos (ISIN: CA22717L1013 – Symbol: CRON – Währung: CAD) ist mit Partnerschaften und Joint Ventures auf fünf Kontinenten aktiv. Unter anderem stellt das Unternehmen medizinische Produkte her, beispielsweise unter der Marke „Peace Naturals“. Daneben hat man aber auch Marken für den Freizeitkonsum im Portfolio wie „Cove“ und „Spinach“. In Deutschland arbeitet Cronos mit dem Distributor Pohl-Boskamp zusammen, der rund 10.550 deutsche Apotheken beliefert.

Altria geht Milliardenbeteiligung ein

Umsatzmässig gehört Cronos zwar noch nicht zur ersten Riege der Cannabisunternehmen, kommt aber dennoch auf eine Marktkapitalisierung von rund 3 Mrd. USD. Zu einer deutlich höheren Bewertung war im Dezember 2018 Marlboro-Hersteller Altria bei Cronos eingestiegen. Der Tabakkonzern übernahm für 1,8 Mrd. USD einen Anteil von 45 % am Unternehmen, was einer Bewertung von ca. 4,5 Mrd. USD entspricht. Zudem erhielt Altria die Option, für gut eine Milliarde USD weitere etwa 10 % aufzustocken und so mit 55 % die Mehrheit an den Kanadiern zu übernehmen. Altria wagte damit unter den Tabak-Schwergewichten als erstes den Einstieg in den boomenden Cannabis-Markt.

Expansion wird vorangetrieben

Ende 2019 meldete die Cronos Group für 300 Mio. USD die Übernahme der Firma Redwood Holding, die CBD-Produkte unter dem Markennamen Lord Jones herstellt. Damit setzt sich der Konsolidierungsprozess in der Branche weiter fort. Ausserhalb der USA hatte Cronos im Mai das Cronos Device Labs eröffnet, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel, das sich auf Verdampfer konzentriert. Die Einrichtung wurde von Altria Israel übernommen. Ausserdem wurde mit dem kolumbianischen Unternehmen NatuEra eine Kooperation zum Anbau von Marihuana und zur Gewinnung von CBD abgeschlossen.

Hoher Verlust im Geschäftsjahr 2019

Im Jahr 2019 erzielte Cronos einen Umsatzanstieg um +96 % von 12,1 Mio. USD (17 Mio. CAD) im Jahr 2018 auf 23,8 Mio. USD (33,4 Mio. CAD). Die investitionsbedingten Kosten und Abschreibungen lagen deutlich darüber und führten zu einem Verlust von rund 114 Mio. USD (160 Mio. CAD). Dabei mussten unter anderem Pflanzen und Lagerbestände in Höhe von 29 Mio. USD (41 Mio. CAD) aufgrund des hohen Wettbewerbsdruck abgeschrieben werden. Aufgrund einer Neubewertung der von Altria gehaltenen Warrants fiel unterm Strich trotzdem ein Gewinn in Höhe von 1,28 Mrd. USD (1,8 Mrd. CAD) bzw. 3,33 USD (4,67 CAD) je Aktie an. Ohne den Effekt wäre ein Verlust pro Aktie in Höhe von ca. 0,35 USD (0,49 CAD) angefallen. Insgesamt verfehlte Cronos die Erwartungen der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis. Begründet wurden die schwächeren Ergebnisse mit niedrigeren Verkaufspreisen und anahaltendem Wettbewerbsdruck. In den ersten neun Monaten 2020 stieg der Umsatz um +80 % auf 30 Mio. USD. Dabei wurde allerdings ein horrender Verlust von 121 Mio. USD verbucht. Dafür waren zahlreiche Faktoren verantwortlich wie höhere Ausgaben für Personal, Vertrieb und Forschung, Abschreibungen auf Lagerbestände, sowie eine Berichtigung des Geschäftsberichts 2019.

Weiterhin gut aufgestellt dank hohem Cash-Bestand

Positiv ist bei Cronos der enorme Bestand von Cash und Kurzfristanlagen in Höhe von mehr als 1,1 Mrd. USD, der aus der Beteiligung von Altria resultiert. Damit ist zum einen die Aktie gut mit Cash unterfüttert, denn der Cash-Anteil pro Aktie liegt umgerechnet bei mehr als 3,10 USD, das Netto-Eigenkapital pro Aktie beträgt sogar 4,97 USD. Bei einem aktuellen Aktienkurs von ca. 8,30 USD ist die Aktie daher zu 60 % mit Eigenkapital unterfüttert. Durch die hohen Barreserven hat das Unternehmen nicht nur bessere Karten im Konkurrenzkampf, sondern auch einen genügend grossen Spielraum, um weiter zu expandieren. So muss beispielsweise die aktuell noch begrenzte Produktionskapazität langfristig ausgebaut werden. Das Unternehmen arbeitet deshalb bereits an einer deutlichen grösseren Anlage, die nun bald in Betrieb gehen soll.

Kaufchance: Aktie weiterhin auf interessantem Kursniveau

Die besten Cannabis Aktien: Entwicklung der Cronos Aktie von Februar 2018 bis Dezember 2020 | Online Broker LYNX

Die Aktie von Cronos ist nach der deutlichen Korrektur wieder auf Erholungstour. Nach den Anstiegen ist die Aktie mittlerweile angemessen bewertet. Für mittel- bis längerfristige Käufe sollten daher Rücksetzer in den Bereich 7 USD bis 7,50 USD abgewartet werden. Im Bereich knapp über 5 USD befindet sich eine wichtige charttechnische Unterstützung. Darüber hinaus bietet die Unterfütterung der Aktie mit Eigenkapital/Cash eine gute Absicherung gegen übermässige Kursverluste. Mit Altria im Rücken könnte die Aktie mittel- bis langfristig durchaus wieder Kurse im Bereich 10 USD bis 12 USD anpeilen. Die Aktie ist unter den drei vorgestellten Werten unser Favorit für einen Rebound (Kurserholung).

Canopy Growth Corporation: Der Weltmarktführer


Die besten Cannabis Aktien: Top Cannabis Aktie Platz 2: Canopy Growth | LYNX Online Broker

Eine zweistellige Anzahl lizensierter Produktionsstätten für Marihuana besitzt die Canopy Growth Corporation (ISIN: CA1380351009 – Symbol: WEED – Währung: CAD) mittlerweile. Das Unternehmen ist mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 10,7 Mrd. USD derzeit der grösste börsennotierte Marihuana-Konzern, der sich gleichzeitig auch als Weltmarktführer in den Bereichen Medizin und Freizeitkonsum bezeichnet. Auch das Unternehmen aus Smiths Falls in Ontario profitiert besonders von der Marktöffnung in Kanada. Neben Nordamerika ist das Unternehmen bereits in zahlreichen weiteren Ländern, wie z.B. Australien, Spanien, Brasilien, Chile, Deutschland, Dänemark, Tschechien oder Jamaika aktiv. Im Jahr 2019 vollzog Canopy Growth die Übernahme der deutschen C3 Cannabinoid Compound Company, der grössten pharmazeutischen Cannabis-Firma in Europa, für rund 226 Mio. Euro.

Steigende Verluste: Vorstandsvorsitzender nimmt den Hut

Im Geschäftsjahr 2018/19 hielt das starke Wachstum der Vorjahre an: Die Umsätze kletterten um +191 % auf 170 Mio. USD (226 Mio. CAD). Die Verluste wurden dabei jedoch massiv ausgeweitet und lagen 2018/19 bei gigantischen 505 Mio. USD (ca. 670 Mio. CAD) oder -1,94 USD (ca. -2,57 CAD) je Aktie. CEO Bruce Linton musste als Konsequenz für die enttäuschenden Zahlen seinen Hut nehmen.

Enorme Produktionssteigerung im ersten Quartal 2019/20

Durch den Ausbau der Anbaukapazitäten wurde im Jahr 2019/20 ein enormer Produktionsschub erreicht, der sich im Jahresverlauf auch in den Umsätzen niederschlug. Unterm Strich stiegen die Umsätze um +76 % auf 399 Mio. CAD (ca. 303 Mio. USD). Aufgrund von Investitionen und Restrukturierungskosten fiel ein gigantischer Verlust in Höhe von 1,3 Mrd. CAD (ca. 1,0 Mrd. USD) oder 3,80 CAD (ca. 2,86 USD) je Aktie an.

Analysten erwarten, dass Canopy Growth auch im Jahr 2020/21 noch Verluste in Höhe von -0,90 USD (1,23 CAD) schreiben wird. Im ersten Halbjahr 2020/21 stiegen die Umsätze um +43 % auf 270 Mio. CAD (ca. 211 Mio. USD). Obwohl im zweiten Quartal nochmal ein Verlust von -0,09 CAD (-0,07 USD) je Aktie anfiel, wurden die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen. Am erfreulichsten war jedoch die Aussage des neuen CEOs David Klein, dass im kommenden Geschäftsjahr 2021/22 mit einem positiven Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) gerechnet wird. Mit dazu beitragen sollen auch Kosteneinsparungen in Höhe von 200 Mio. CAD (156 Mio. USD) in den kommenden beiden Jahren.

Milliardeninvestment durch Spirituosenhersteller Constellation Brands

Weiterhin spannend ist die Partnerschaft mit Constellation Brands, einem weltweit marktführenden Unternehmen bei alkoholischen Getränken, das z.B. die international bekannte Biermarke Corona vermarktet, die natürlich nichts mit dem gleichnamigen Virus zu tun hat. Im Zuge der Kooperation beteiligte sich Constellation Brands Ende 2017 zunächst mit knapp 10 % an Canopy Growth und bezahlte dafür 245 Mio. CAD. Der Getränkegigant setzte dadurch einen ersten Fuss in die Tür des lukrativen Cannabis-Marktes. Gemeinsam sollten Getränke wie z.B. cannabishaltiges Bier entwickelt und vermarktet werden.

Mitte August 2018 folgte zum Höhepunkt des damaligen Marihuana-Hypes ein Paukenschlag. Der Spirituosen-Gigant erwarb direkt vom Unternehmen weitere 104,5 Mio. Aktien zu einem Aktienkurs von 48,60 CAD und erhöhte die Beteiligung damit auf 38 %. Dies entspricht einem stolzen Investment in Höhe von 5 Mrd. CAD und einem satten Aufschlag von mehr als 50 % auf den damaligen Aktienkurs. Mit den enormen Mittelzuflüssen wurde die Position als Weltmarktführer weiter gestärkt und ausgebaut, wenngleich dabei längst nicht alles nach Plan lief und die optimistischen Planungen deutlich verfehlt wurden. Im kommenden Jahr 2021 sollen insgesamt sechs Getränke auf den US-amerikanischen Markt gebracht werden. In Kanada kontrolliert Canopy dank der Unterstützung durch Constellation Brands bereits drei Viertel des Marktes für mit Cannabis infundierte Getränke. Die Menge an THC in den Getränken soll eigenen Angaben zufolge eine leichte Hochstimmung hervorrufen, die mit Wein oder Bier vergleichbar ist, ohne jedoch den damit verbundenen Kater-Effekt am nächsten Tag.

Mehrheitsbeteiligung möglich

Über die 38 %-Beteiligung hinaus sicherte sich Constellation Brands ca. 140 Mio. Warrants mit dem Recht diese in eine entsprechende Anzahl Aktien umzuwandeln. So können weitere 88,5 Mio. Aktien erworben werden. Werden alle Warrants gewandelt, so würde der Anteil von Constellation Brands zu einer Mehrheitsbeteiligung von über 50% und der Getränkeriese hätte das Sagen bei Canopy Growth. Von dem Ausübungsrecht machte Constellation Brands Anfang Mai zum Teil Gebrauch und tauschte knapp 19 Mio. Warrants zu einem auf 13 CAD geminderten Ausübungspreis in Aktien um. Damit hält der Getränkeriese nun 43,7 % der Anteile. Canopy Growth flossen durch die Transaktion weitere 245 Mio. CAD zu.

Warrant: Unterschiede zur Call Option

Ein Warrant entspricht in der Funktionsweise einer Call-Option, die dem Inhaber das Recht gibt, ihn aber nicht verpflichtet, eine Aktie innerhalb einer bestimmten, meist längerfristigen Laufzeit zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Im Gegensatz zu Optionen, werden Warrants als Finanzierungsinstrument oder um Beteiligungen zu ermöglichen direkt von den betreffenden börsennotierten Unternehmen herausgegeben. Meist werden Warrants als Bonus gratis ausgegeben, um eine Kapitalerhöhung, Anleiheemission oder Beteiligung schmackhafter zu machen. Im Falle einer Umwandlung in Aktien fliesst der festgesetzte Kaufpreis direkt dem Unternehmen zu. Dieses gibt zu diesem Zweck neue Aktien aus. Durch die Wandlung von Warrants in Aktien erhöht sich daher die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien, so dass es – wie bei einer normalen Kapitalerhöhung – zu einem entsprechenden Verwässerungseffekt kommt. Dies ist bei Derivaten wie Optionen nicht der Fall.

Teure Kaufoption für Acreage Holdings wird umgewandelt

Mitte 2019 hatte Canopy Growth bekannt gegeben, dass man für 300 Mio. USD eine Option zum Kauf des Wettbewerbers Acreage Holdings für einen Milliardenbetrag erworben hatte. Die Option sollte nur dann gelten, wenn die USA auf Bundesebene Produktion und Verkauf von Cannabis legalisieren würden. Der Deal wurde zu Recht hart kritisiert und war sicher auch ein Grund für den Abgang des Ex-CEOs. Nachdem die Marktkapitalisierung von Acreage zwischenzeitlich auf weniger als 150 Mio. USD abfiel, gelang es dem neuen CEO David Klein den Deal neu zu verhandeln. Der Kaufpreis der Option wurde auf 37,5 Mio. USD gemindert und direkt an die Aktionäre von Acreage ausbezahlt, insgesamt 0,30 USD je Acreage-Aktie. Dafür bekommt Canopy Growth bei einer Marktöffnung in den USA allerdings nur 70 % von Acreage zu einem Preis von 0,305 eigenen Aktien je Acreage-Aktie. Nach dem Biden-Wahlsieg ist die Transaktion nun recht wahrscheinlich geworden. Auch auf anderer Ebene gibt es bereits Kooperationen mit Acreage. So wollen die beiden Firmen auch gemeinsam die cannabishaltigen Getränke von Canopy Growth in den USA vermarkten.

Nach der Gewinnmitnahme-Idee wird die Aktie langsam wieder interessant

Die besten Cannabis Aktien: Entwicklung der Canopy Growth Aktie von Mai 2018 bis Dezember 2020 | Online Broker LYNX

Die Aktie gehörte mit einer Kursverzehnfachung von unter 7 CAD im Sommer 2017 auf Höchstkurse von 70 CAD zu den grossen Gewinnern des Marihuana-Hypes. Die Aktie schoss nach dem Milliardeninvestment durch Constellation Brands auf neue Allzeithochs und zog damals fast die gesamte Branche mit nach oben. Nachdem wir Ihnen den Wert im Herbst 2017 erstmals zu 15 CAD und später zu 22 CAD zum Kauf vorgestellt hatten, rieten wir Ihnen aufgrund des starken Kursanstieges im September 2018 und im April 2019 bei einem Aktienkurs von rund 70 CAD zu Gewinnmitnahmen und im März 2020 zu einem Wiedereinstieg bei 15 CAD. Mittlerweile hat sich die Aktie bereits wieder auf 37 CAD erholt und wäre für langfristig orientierte Anleger bei einem Rücksetzer in den Bereich 30 CAD nicht uninteressant.

Nur für sehr langfristig orientierte, risikobewusste Anleger geeignet

Canopy Growth verfügt als mittlerweile unangefochtener Weltmarktführer weiterhin über ausreichende Finanzreserven und wird wohl auch in den kommenden Jahren sehr stark wachsen. Dennoch ist die Bewertung mit 13,5 Mrd. CAD weiterhin sehr ambitioniert trotz der verbesserten Geschäftsentwicklung und dem erwarteten grossangelegten US-Markteintritt. Die gute Marktpositionierung, das komfortable Finanzpolster von aktuell immer noch 1,7 Mrd. CAD (1,3 Mrd. USD) an Barmitteln und Kurzfristanlagen, sowie die starke Partnerschaft mit Constellation Brands rechtfertigen jedoch einen Aufschlag gegenüber der Konkurrenz. Trotzdem ist es allenfalls für sehr langfristig orientierte Anleger spekulativ interessant, die Aktie bei Schwäche zu kaufen und so darauf zu setzen, dass Canopy Growth vom neuen CEO David Klein weiter auf Kurs gebracht wird.

Marihuana – Entsteht ein neuer Milliardenmarkt? | Doku

Schauen Sie in dieser Dokumentation hinter die Kulissen des immer weiter wachsenden Marihuana-Marktes und erfahren Sie warum gerade Deutschland einen wichtigen Stellenwert für Marihuana Unternehmen hat. Wir haben mit den CEOs der grössten Unternehmen gesprochen und Experten befragt, um Ihnen dieses spannende Umfeld für Investitionen näher vorzustellen.

Aurora Cannabis Inc. – Verlierer des harten Wettbewerbs

Mit Aurora Cannabis Inc. (ISIN: CA05156X8843 – Symbol: ACB – Währung: CAD) ist auch die dritte betrachtete Aktie in Kanada beheimatet. Der Hauptfokus von Aurora liegt wie bei allen drei vorgestellten Unternehmen auf dem nordamerikanischen Markt. Aber auch in Länder wie Deutschland, Italien und Australien wird Cannabis geliefert. Die Aurora-Aktie befindet sich seit Ende 2018 im Abwärtstaumel. Anfang 2020 wurde eine Aktienzusammenlegung (Reverse-Split) im Verhältnis 1:12 durchgeführt. Je 12 Aktien wurden zusammengelegt, damit die Aktie (vorerst) kein Pennystock mehr ist. Zuletzt sprang der Aktienkurs wieder stark an und stieg innerhalb weniger Tage von weniger als 4 USD auf bis zu 14 USD. Aktuell hat sich der Kurs bei ca. 10 USD eingependelt. Als Grund für den starken Kursanstieg wird vor allem die Marktöffnungsfantasie in den USA nach dem Wahlsieg von Joe Biden gesehen. Trotzdem erwartet Gordon Johnson, Analyst bei GLJ Research, dass die Aktie über kurz oder lang auf Null fällt.

Milliardendeals: (Zu) teure Übernahmen von CanniMed Therapeutics und MedReleaf

Im Jahr 2018 tätigte das Unternehmen gleich zwei teure Milliardenübernahmen. Zum einen übernahm man den kleineren nationalen Konkurrenten Cannimed Therapeutics für insgesamt 1,1 Mrd. CAD. Kurz danach wurde bereits das nächste Übernahmeziel ins Visier genommen: MedReleaf. Für die letztendlich erfolgreiche Übernahme des börsennotierten Produzenten wurden satte 3,2 Mrd. CAD in eigenen Aktien aufgeboten – zum damaligen Zeitpunkt die bislang grösste Transaktion der Marihuana-Branche. Aus aktueller Sicht hat sich das Unternehmen damit etwas „verhoben“.

Chefwechsel und Milliardenverlust im zweiten Quartal 2019/20

Im Jahr 2018/19 stiegen die Umsätze vor allem dank einiger Übernahmen um starke +349 % auf 187 Mio. USD (ca. 248 Mio. CAD) und lagen damit sogar über denen des Hauptkonkurrenten Canopy Growth. Investitionsbedingt verzeichnete jedoch auch Aurora wie die beiden Konkurrenten enorme Verluste in Höhe von 279 Mio. USD (ca. 370 Mio. CAD) oder -0,22 USD (ca. -0,29 CAD) je Aktie. Im Jahr 2019/20 blieb das Geschäft dann deutlich hinter den Erwartungen zurück und wie bei Canopy Growth führte dies auch bei Aurora zu einem Chefwechsel. Mitgründer Terry Booth räumte seinen Platz und machte Platz für Miguel Martin. Dieser soll das Unternehmen mit Kosteneinsparungen wieder auf Kurs bringen. Fürs Gesamtjahr 2019/20 gab es Horror-Zahlen, die allerdings bereits vom Markt erwartet wurden. Zwar gelang eine Umsatzsteigerung von 271 Mio. CAD (ca. 206 Mio. USD) auf 323 Mio. CAD (ca. 245 Mio. USD), aber es wurde auch ein horrender Verlust in Höhe von -3,3 Mrd. CAD (ca. -2,5 Mrd. USD) gemeldet.

Immerhin fielen die Zahlen für das erste Quartal 2020/21 umsatzseitig etwas besser aus als erwartet. Mit 68 Mio. CAD (53 Mio. USD) Umsatz wurde zwar 1 Mio. CAD weniger erlöst als im Vorjahr, die Analystenerwartungen von 64 Mio. CAD wurden jedoch übertroffen. Der Verlust wurde dabei jedoch von 32 Mio. CAD (25 Mio. USD) auf 58 Mio. CAD (45 Mio. USD) ausgeweitet. 47 Mio. CAD davon sind Ausgaben für rechtliche Auseinandersetzungen und die Beendigung von Verträgen. Analysten hatten mit einem weitaus geringeren Verlust in Höhe von 9 Mio. CAD gerechnet.

Interview mit Cam Battley – CCO von Aurora Cannabis Inc.

Ambitionierte Wachstumspläne ad acta gelegt

Die ambitionierten Wachstumspläne und das längerfristige Produktionsziel von 570 Tonnen Cannabis sind erst einmal ad acta gelegt, für das Unternehmen geht es nach einigen Managementfehlplanungen eher ums finanzielle Überleben. Trotz herber Kursverluste bringt Aurora Cannabis weiterhin eine hohe Gesamtmarktkapitalisierung von aktuell 1,9 Mrd. USD (ca. 2,4 Mrd. CAD) auf die Börsenwaage. Das Management wollte zwar ursprünglich erreichen, dass Aurora Cannabis in Sachen Börsenwert zu Canopy Growth aufschliessen und die weltweit führende Marktposition übernehmen kann. Doch dieses Ziel, das um jeden Preis erreicht werden sollte, ist längst ausser Reichweite, das ist allen Beteiligten klar. Aus aktueller Sicht ist Aurora neben Tilray einer der grossen Verlierer des harten Kampfs um den kanadischen Marihuana-Markt, das Überleben der Firma ist keineswegs sicher. Das Jahr 2020 war vor allem von Umstrukturierungen und Kapitalbeschaffungsmassnahmen geprägt.

Wir empfehlen weiterhin die Seitenlinie

Die besten Cannabis Aktien: Entwicklung der Aurora Cannabis Aktie von Oktober 2018 bis Dezember 2020 | Online Broker LYNX

Auch bei Aurora Cannabis hatten wir Ihnen im Herbst 2018 Gewinnmitnahmen und die Seitenlinie angeraten, nachdem die Kurse dank eines US-Listings und Berichten zu einem Kooperations-Interesse des Getränkeriesen Coca-Cola Höchststände von ca. 195 CAD (Reverse-Split-bereinigt) erzielten.

Wir legten Ihnen nahe, Investments in Aurora Cannabis kritisch auf den Prüfstand zu stellen und Buchgewinne keinesfalls wieder dahinschmelzen zu lassen. Das war auch hier genau der richtige Ansatz, denn der Aktienkurs brach regelrecht ein und notierte zwischenzeitlich unter 4,00 USD (ca. 5,00 CAD). Aktuell hat sich der Kurs zumindest etwas auf 10 USD erholt. Von neuen Engagements in dem Wert raten wir weiterhin ab. Zum einen fehlt das dicke Cash-Polster wie bei Cronos und Canopy Growth und zum anderen lässt sich nicht absehen, ob die Restrukturierung tatsächlich gelingt. Etliche verwässernde Kapitalmassnahmen drücken ebenfalls auf den Kurs. Wir empfehlen Anlegern angesichts des intakten Abwärtstrends daher weiter die Beobachtung von der Seitenlinie. Die Aktie ist seit längerem kein Kauf mehr, möglicherweise droht früher oder später eine ernste finanzielle Schieflage.

Fazit: Konsolidierung auf dem Cannabis-Markt hält an

Der Cannabis-Markt entwickelt sich so wie es zu erwarten war: Nach der Goldgräberstimmung und dem Boom trennt sich in der Branche aktuell die Spreu vom Weizen und sämtliche Unternehmen befinden sich in einer Restrukturierungsphase: Während sich Firmen wie Aurora Cannabis und Tilray klar erkennbar auf dem absteigenden Ast befinden, gelingt anderen Marktteilnehmern wie Canopy Growth, Cronos oder Aphria offenbar eine Stabilisierung. Für Canopy und Cronos waren dabei mit Sicherheit die Milliardeninvestments von Constellation Brands bzw. Altria von entscheidender Bedeutung. Rechnen Sie in der Marihuana-Branche weiterhin mit sehr volatilen Kursentwicklungen. Falls Sie solch ein hochspekulatives Investment tätigen wollen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Firma über ein ausreichendes Finanzpolster verfügt, um die zu erwartenden Verluste bis zum Erreichen der Gewinnschwelle auszugleichen. Nach den Anstiegen infolge des Biden-Wahlsiegs sollte für Neueinstiege eine Korrektur abgewartet werden.

Die besten Cannabis Aktien (Videozusammenfassung)

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Interview mit Vic Neufeld – CEO von Aphria, Inc.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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