Siltronic Aktie aktuell Siltronic: Seltsam eigentlich, dass diese Aktie nicht anzieht

News: Aktuelle Analyse der Siltronic Aktie

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Siltronic
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Ticker: WAF
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Zur Siltronic Aktie

Dass vieles, was sich seit Jahresbeginn am Aktienmarkt abspielt, weniger auf Fakten als auf Emotionen basiert, ist niemandem entgangen. Dabei konnte man ebenso wenig übersehen, dass die Emotion „Angst“ im April, als es nach den Eindeckungen der Bären Mitte März Anschlusskäufe gab, flächendeckend vor der Emotion „Hoffnung“ abgelöst wurde. Ebenso auffällig war, dass man fest darauf setzte und grundsätzlich trotz der momentanen Korrektur dieser Aktien daran festhält, dass die grossen Technologieunternehmen am besten durch die Rezession kommen werden. Was die meisten dieser grossen Technologie-Player mit robusten Bilanzen zum Lockdown-Quartal auch untermauern konnten. Aber wenn Hightech läuft, wenn Apple, Amazon, Adobe, Netflix & Co. laufen, müssten auch die Chiphersteller laufen, oder? Ja, das tun sie auch. Nicht alle, aber viele. Daher darf man sich schon ein bisschen wundern, wenn ein Hersteller von Wafern wie Siltronic dabei nicht mitzieht.

Man könnte zwar argumentieren, dass Intel als weltweite Nummer eins der Chiphersteller im Juli heftig eingebrochen war und seither nicht mehr hochkommt. Und man könnte ebenso argumentieren, dass die Hightech-Unternehmen die Rezession nur mit Verzögerung zu spüren bekommen, damit dann auch die Umsätze der Chips und am Ende der Kette die Nachfrage nach den zu deren Herstellung notwendigen Wafern sinken werde. Aber es wäre seltsam, wenn viele wirklich so argumentieren würden. Denn andere Chiphersteller wie AMD oder Infineon liegen seit Jahresbeginn klar im Plus, dass Intel am Boden liegt, ist ein „Einzelschicksal“, ein Problem bei der Entwicklung neuer Chips und keines bei der Nachfrage. Und zudem wird der Gesamtmarkt ja derzeit von Hoffnung und nicht von Zweifeln getrieben.

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Expertenmeinung: So wirklich logisch ist es also nicht, dass Siltronic so zurückbleibt. Zumal die Bilanz des zweiten Kalenderquartals (für Siltronic wegen des Geschäftsjahresendes 30.9. das dritte Quartal) sehr gut aussah: Der Umsatz lag leicht über dem des Vorjahresquartals, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag sich auf Vorjahresniveau. Und beides lag über der durchschnittlichen Prognose der Analysten. Derzeit erwarten diese Experten zwar, dass der Gewinn für das am 30.9. endende Geschäftsjahr etwa ein Drittel unter dem des Jahres 2019 liegen wird. Aber wenn die unternehmenseigene Perspektive, dass es beim Umsatz ebenso wie bei der Gewinnmarge einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich geben dürfte, eintrifft, wäre da mehr drin. 

In einer solchen Konstellation ist eine Aktie ein Top-Kandidat für die Beobachtungsliste. Sofort zuzugreifen wäre riskant, denn wenn die Anleger für vorstehende Argumente bislang nicht zugänglich sind, kann man nicht erwarten, dass das morgen plötzlich anders wird. Aber die momentan skeptische Betrachtung der Aktie kann sich umgehend zum Positiven verändern, wenn der Kurs ins Laufen kommt ist und ein bullisches Signal die Wahrnehmung „versüsst“.

Das wäre der Fall, wenn es gelingt, Siltronic aus dem derzeitigen „Käfig“ zwischen 71,08/71,96 Euro auf der Unterseite und 84,14/85,30 Euro auf der Oberseite heraus zu bekommen. Ein Ausbruch über 85,30 Euro würde zugleich bedeuten, dass die 200-Tage-Linie bezwungen wäre, an welcher Siltronic Anfang des Monats nach unten abgewiesen wurde. Gelingt das, wäre es keine grosse Überraschung, wenn die Siltronic-Aktie auf einmal mit anderen Augen gesehen wird und nachholt, was sie in den vergangenen fünf Monaten vermissen liess.

Siltronic Aktie: Chart vom 14.09.2020, Kurs 77,28 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Siltronic Aktie

Momentan sieht es so aus, als würde sich der lange Seitwärtstrend der Siltronic-Aktie nach unten auflösen. Der Kurs der Aktie des Wafer-Herstellers und Chipindustrie-Zulieferers gab am Freitag markant nach und konnte sich zum Wochenstart kaum erholen. Das sieht nicht gut aus. Aber man sollte vorsichtig damit sein, schon jetzt das Kreuz über die Aufwärts-Perspektive der Aktie zu schlagen. Erstens kommen die Quartalsergebnisse erst am Donnerstag. Zweitens wissen diejenigen, die da zuletzt verkauft haben, dahingehend nicht mehr als andere, sondern die Aktie fiel aus eher irrationalen Gründen: wegen Intel.

Die Intel-Aktie fiel am Freitag zwar nach der Veröffentlichung der Quartalsbilanz wie ein Stein. Aber das basierte nicht auf einer weit geringer als gedacht ausgefallenen Chipnachfrage. Es war ein unternehmensinternes Problem, die Schwierigkeiten bei der Produktion der neuen 7 Nanometer Chip-Generation. Das betrifft einen Zulieferer wie Siltronic eigentlich nicht, denn Intels Probleme beeinträchtigen die weltweite Nachfrage nach Chips nicht. Und damit auch nicht die nach Siltronics Wafern. Wenn die Aktie durch die jetzt erreichte Unterstützungszone 84,14/85,20 Euro nach unten ausbrechen sollte, dann wäre das nur dann nachhaltig, wenn Siltronics eigene Bilanz am Donnerstag wirklich enttäuscht.

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Expertenmeinung: Möglich wäre das natürlich schon. Der Einzelhandel kommt trotz der Beendigung der Lockdown-Phasen weltweit einfach nicht recht aus den Starlöchern, die Verbraucher bleiben vorsichtig. Dass die Elektronik- und Telekommunikationsbranchen davon ausgenommen wären, hoffen viele, noch ist das aber nicht belegt. Und eine gestiegene Nachfrage nach modernen Geräten wegen des steigenden Home-Office-Anteils ist ja nur eine temporäre Belebung. Wenn man da wieder „state oft he art“ ist, geht der Effekt zurück. Nur dürften einige durch diese nicht zwingende Reaktion auf die Intel-Bilanz ihre Erwartungen an das Siltronic-Zahlenwerk heruntergeschraubt haben. Wunder müssten da also nicht auf den Tisch kommen, um die Aktie vor einem Abrutschen in die tiefergelegene Supportzone bei 71,10/72,40 Euro zu bewahren, eine ermutigende Perspektive könnte schon reichen.

Was wird derzeit erwartet? Für das abgelaufene Quartal rechnen die Analysten im Schnitt mit einem Gewinnrückgang von 30-35 Prozent und einem Umsatzrückgang um vier bis fünf Prozent. Aber selbst, wenn das Ergebnis deutlicher von diesen Prognosen abweichen würde: Wichtig ist das, was Siltronic zu den kommenden Monaten zu sagen hat. Für die zweite Jahreshälfte sehen die Experten momentan weiter sinkende Umsätze und Gewinne. Wenn die Anleger diese Sichtweise übernommen haben sollten und Siltronic mit besseren Perspektiven aufwartet, kann es gut sein, dass sich die Aktie nach oben absetzen kann und dann nicht mehr der Bruch der Unterstützungszone 84,14/85,20 Euro, sondern der Ausbruch über die Abwärtstrendlinie bei 97,50 Euro zum Thema wird.

Chart vom 27.07.2020, Kurs 85,78 Euro, Kürzel WAF

Die Aktie des Wafer-Herstellers Siltronic gehört zu den ganz heissen Wetten, die die Trader derzeit hinsichtlich der schnellen Rückkehr des Wachstums eingehen. Als Zulieferer der Chip-Industrie ist Siltronic ein sehr konjunkturabhängiges Unternehmen, was allein die Gewinne der vergangenen Jahre belegen. So verdiente Siltronic 2016 gerade einmal 40 Cent pro Aktie, 2018 waren es dann sagenhafte 12,44 Euro, im vergangenen Jahr blieben 7,52 Euro pro Aktie hängen. Der Grund für diese starken Schwankungen liegt darin, dass auch eine eher moderate Veränderung der Angebots/Nachfrage-Situation zu einer stark steigenden oder eben stark gedrückten Gewinnmarge führt, wodurch sich die Schwankungen des Gewinns intensivieren.

In einer „Druckphase“ findet sich Siltronic auch momentan wieder. Die Ende April vorgelegte Bilanz des ersten Quartals wies mit einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) von 84,2 Millionen Euro einen Rückgang von 33,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019 aus. Und die Kernphase des „Lockdowns“ wurde dadurch noch gar nicht erfasst, die lag in der ersten Hälfte des jetzt beendeten zweiten Quartals. Sofern keine unangekündigten, vorläufigen Ergebnisse veröffentlicht werden, wird man am 30. Juli erfahren, wie dieses Quartal gelaufen ist und Siltronic die derzeitige Lage einschätzt. Die Akteure setzen darauf, dass sich die Gemengelage deutlich besser darstellt als man es im Februar und März befürchtet hat. Aber was, wenn sie sich irren?

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Expertenmeinung: Dann dürfte die Aktie nichts mehr halten. Immerhin sitzen diejenigen, die bereits im März wieder eingestiegen sind, auf guten Gewinnen, da würde es leichtfallen, Kasse zu machen, wenn die grossen Hoffnungen auch nur im Geringsten unterminiert würden. Der Kurs war am 23. März bis auf 46,56 Euro durchgesackt, erreichte am 8. Juni in der Spitze 101,35 Euro. Seither können die Bullen die Spur gegen Gewinnmitnahmen verteidigen, in der Hoffnung, dass positive Nachrichten die Aktie über dieses Juni-Hoch als bisherigen Gipfel der Rallye hinaus katapultieren. Ein wenig ins Rudern kamen sie am gestrigen Dienstag, als bei den am stärksten gelaufenen Technologietiteln Gewinnmitnahmen einsetzten, weil man hierzulande der Vorlage der US-Börsen vom Montagabend folgte, wo es auf einmal bei Gipfelstürmern wie Tesla oder Amazon zu kräftigen Abgaben kam. Aber der Chart zeigt: Diese Abgaben konnten vorerst aufgefangen werden.

Siltronic hatte sich im Tagestief der Unterstützungszone 84/85 Euro genähert, da setzten dann aber wieder Käufe ein, die dafür sorgten, dass die Aktie ihre Seitwärtsspanne zwischen 84 und 101 Euro hält und nicht signifikant unter der aktuell bei 90,12 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie schloss. Es dürfte nicht ganz einfach werden, mit der anstehenden Bilanz die grossen Erwartungen so zu erfüllen, dass Gewinnmitnahmen ausbleiben, aber möglich wäre es natürlich. Gelingt ein Schlusskurs klar über dem bisherigen Rallye-Hoch von 101,35 Euro, wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Auf der Unterseite müsste die Aktie nicht nur aus der vorgenannten Handelsspanne heraus rutschen, sondern auch die wie ein Sprungtuch darunter verlaufende 200-Tage-Linie (aktuell bei 82,62 Euro) unterbieten, erst dann hätten die Bullen ihre Wette auf die Fortsetzung der Rallye verloren. Das Risiko, dass genau das passiert, ist nicht zu unterschätzen. Aber dem vorzugreifen, wäre in einem Umfeld, das so sehr von Emotionen und Hoffnungen geprägt ist, äusserst riskant.

Siltronic Aktie Chart vom 14.07.2020, Kurs 89,30 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX

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Je zyklischer, d.h. konjunktursensibler ein Unternehmen ist, desto volatiler bewegt sich dessen Aktie gemeinhin. Was die kurzfristigen Trader anlockt, die diese Volatilität noch intensivieren und ein mittelfristiges Chartbild oft unsauber wirken lässt, weil da so mancher nicht auf Wochen- oder Tagesbasis, sondern auf 15- oder 60-Minuten-Basis disponiert. Und viel zyklischer als ein Zulieferer der selbst schon immens zyklischen Halbleiterindustrie kann ein Unternehmen nicht sein. Siltronic gehört zu dieser Kategorie und ist, was daher nicht überrascht, äusserst sprunghaft unterwegs.

In den letzten Wochen hat die Rallye, die wie am Gesamtmarkt unmittelbar nach dem „dreifachen Hexensabbat“ des Terminmarkts Mitte März begann, jedoch spürbar an Schwung verloren. Die Aktie bröckelt seit Anfang Juni sukzessiv ab und hat sich dadurch wichtigen Unterstützungen angenähert. Die Frage stellt sich, ob das bullische Lager diese Konstellation als Basis einer neuen Kaufwelle nutzt oder aber Siltronic durch diese Auffanglinien rutscht und dies die Trader auf die Short-Seite wechseln lässt. Könnten die derzeit bekannten Bilanzdaten eine Indikation liefern, wie man sich dahingehend entscheiden wird?

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Expertenmeinung: Nein, denn die letzte Bilanz wurde am 28. April vorgelegt. Die Zahlen waren schwach, Umsatz und Gewinn gingen deutlich zurück. Auf der anderen Seite hiess es aber, dass Corona bisher operativ keine spürbaren Einschränkungen nach sich gezogen hätte. Nur, wie gesagt: Das war Ende April. Seither gibt es keine neuen Statements von Belang und die Bilanz des zweiten Quartals steht erst am 30. Juli an. Auch der Blick auf die Analysten-Einstufungen liefert kein klares Bild. Die Kursziele liegen zwischen 65 und 120 Euro, der Durchschnitt um 88 Euro, genau da befindet sich der Kurs momentan. Also?

Also sollte man es hier eher den kurzfristigen Tradern nachtun und sich konsequent am Chartbild ausrichten. Hier sehen wir, dass der Kurs sich einer diffusen Auffangzone im Bereich 83,40/85,30 Euro nähert. Knapp darunter verläuft die im Chart dick schwarz markierte 200-Tage-Linie, aktuell bei 81,88 Euro. Letztere fungierte bis Ende 2019 mehrfach als zuverlässige Wendemarke, im April und Mai verlor sie aber durch ein stetes Auf und Ab um diese Linie deutlich an Bedeutung. Nichtsdestotrotz wäre der Weg erst dann deutlicher nach unten frei, wenn auch diese Linie fällt. Das Kursziel wäre dann die nächstgelegene Supportzone im Bereich 71/72 Euro. Auf der Oberseite würden die Bullen ein klares Signal abliefern, wenn es ihnen gelingen sollte, das Juni-Hoch bei 101,35 Euro auf Schlusskursbasis zu bezwingen.

Aber natürlich wird diese Ende Juli anstehende Quartalsbilanz, sobald die auf dem Tisch liegt, entsprechende Wirkung zeigen und eine vorher klar wirkende charttechnische Gemengelage möglicherweise auf einen Schlag auf den Kopf stellen. Daher sollte man auf keinen Fall ohne konsequente Stop Loss agieren, egal, ob auf der Long- oder auf der Short-Seite, zumal es allemal sein kann, dass Siltronic vorher unangekündigt vorläufige Ergebnisse vorlegt.

Chart vom 02.07.2020, Kurs 89,98 Euro, Kürzel WAF | LYNX Online-Broker

Dass die Bilanz des Jahres 2019 für den Halbleiterindustrie-Zulieferer Siltronic kein gutes war, wusste man auch schon, bevor die Bilanz des abgelaufenen Jahres am Montagmorgen auf den Tisch kam. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent, der Gewinn, gerechnet vor Steuern und Zinsen (EBIT), um 40 Prozent. Das kann also nicht der Grund gewesen sein, warum die Aktie des Wafer-Herstellers wie ein Stein fiel. War es der ausgerechnet am Bilanztag wegbrechende Gesamtmarkt? Auch, aber dass Siltronic deutlich stärker fiel als der deutsche Markt an sich, hatte einen weiteren Grund:

Siltronic gab keine greifbare Prognose ab und betonte, dass die Virus-Epidemie einen Ausblick erheblich erschwere. Im Fall einer weiteren Ausbreitung der Epidemie könnten Absatzvolumen, Gewinnmarge und der Gewinn vor Steuern und Zinsen „deutlich“ unter dem des Jahres 2019 liegen. Das ist nichts, das einen Anleger unmittelbar zum Kauf verleiten könnte. Zumal Siltronic auch deutlich machte, dass das Jahr, wie man bereits erwartet hatte, verhalten begonnen habe und bislang nur wenige konkrete Hinweise auf eine nachhaltige Verbesserung vorliegen würden. Das liesse sich interpretieren, als würde der Weg hin zu wieder anziehenden Gewinnen auch ohne eine Verschärfung der Lage durch das Corona-Virus steinig werden. Aber rechtfertigt das einen solchen Kursrutsch?

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Expertenmeinung: Würde man alleine die Dimension der gestrigen Abgaben betrachten, könnte einem schon der Gedanke kommen, dass sich die Aktie jetzt in einem Bereich befindet, in dem man die negativen Aspekte überbetont, sprich nach unten übertreibt. Aber auch, wenn es jederzeit zu einer dynamischen Gegenbewegung kommen kann: Wollte man unterstellen, dass Tief und Trendwende nach oben nahe, womöglich sogar erreicht seien, wandelt man damit auf recht dünnem Eis.

Der Chart zeigt, dass Siltronic im vergangenen Jahr noch deutlich tiefere Kurse gesehen hatte, das Jahrestief 2019 lag im Juni bei 49,13 Euro. Und charttechnisch hat die Aktie gerade erst das nächste bärische Signal generiert. Nach dem Ausbruch aus dem mittelfristigen Aufwärtstrendkanal fiel vergangene Woche dann die 200-Tage-Linie. Und mit dem gestrigen Minus ist der Kurs auch noch durch die Unterstützungszone 68,50/73,00 Euro gerutscht. In der hier im Chart abgebildeten Wochenbasis ist das Verkaufssignal des Trendfolgeindikators MACD noch „jung“ … und vielen Investoren ist klar, dass sie es bei Siltronic mit einer „Fahrstuhl-Aktie“ zu tun haben:

Wenn hier Druck auf Umsatz und die Gewinnmarge aufkommt, welche in den Jahren zuvor das entscheidende Element der rasanten Gewinnsteigerungen war, können die vorher so sprudelnden Gewinne so schnell in den Keller rauschen wie ein defekter Fahrstuhl. Das macht der Blick auf die Gewinne der Vorjahre deutlich: Bevor Siltronics Gewinn 2017 auf 6,18 und 2018 dann auf 12,44 Euro pro Aktie nach oben schoss, hatte das Unternehmen im Jahr 2016 nur 40 Cent pro Aktie verdient … und vor 2015 sogar rote Zahlen geschrieben. So gesehen sollte man mit einem Griff ins fallende Messer unter dem Banner einer möglichen Übertreibung nach unten besser noch vorsichtig sein!

Siltronic Aktie Chart vom 09.03.2020, Kurs 63,66 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie von Siltronic, ein Unternehmen aus der Halbleiterbranche, ist derzeit kaum zu halten. Zuletzt hatten wir das Wertpapier im Dezember des vorigen Jahres analysiert und positive Aussichten mit auf den Weg gegeben. Der mittel- als auch längerfristige Aufwärtstrend ist derzeit intakt. Nach wie vor ist eine klare Folge von höheren Hochs und höheren Tiefs zu sehen. Getragen wir die Rallye vor allem auch vom steigenden 50-Tage-Durchschnitt, welcher sich seit September 2019 in einer Steigphase befindet. Des Weiteren beobachten wir einen steigenden Trendkanal innerhalb des Aufwärtstrends. Dieser liefert einen Support im Bereich von rund 95 EUR und Widerstände, welche sich nun bei rund 110 EUR bemerkbar machen sollten. Der Trend bleibt hier vorläufig bullisch.

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Expertenmeinung: Alles in allem ist das positive Gesamtbild kaum zu übersehen. Solange keine wichtigen Böden nach unten gebrochen werden, dürfte die Rallye wohl im ersten Quartal 2020 munter weiter gehen. Vielleicht ist aktuell nicht gerade der beste Zeitpunkt zum Einstieg, denn wie bereits eingangs erwähnt, nähern sich die Kurse nun einem möglichen Widerstand. Schwächephasen hingegen dürften sich für den ein oder anderen Einstieg in den kommenden Wochen recht gut anbieten. Nächste längerfristig bedeutende Widerstände finden sich erst wieder im Bereich von rund 150 EUR.

Aussicht: BULLISCH

Siltronic Aktie Chart vom 14.02.2020 Kurs: 107.10 Kürzel: WAF | Online Broker LYNX