Siltronic Aktie Prognose Siltronic: Vom Börsenstar zum Mauerblümchen … und zurück?

News: Aktuelle Analyse der Siltronic Aktie

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Die letzten Quartalszahlen waren hervorragend und gut genug, um die Gesamtjahresprognose anzuheben. Doch nach einer nur kurzen positiven Reaktion bröckelte die Siltronic-Aktie schon wieder ab. Jetzt wäre die Chance auf ein Doppeltief da … aber kommen die Käufer zurück?

Was will man eigentlich mehr? Siltronic stellt Wafer für die Halbleiterindustrie her. Die hat derzeit volle Auftragsbücher, kommt bekanntermassen dem Bedarf nicht hinterher. Dementsprechend lag der Umsatz im zweiten Quartal auch beim Zulieferer Siltronic immens über dem des Vorjahres. Konkret um knapp 30 Prozent, die Analysten hatten mit einem kleineren Anstieg gerechnet. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 36 Prozent, das heisst, die Gewinnmarge lag mit 33,2 Prozent sogar etwas über dem hervorragenden Niveau des Vorjahresquartals. Und für das Gesamtjahr hatte Siltronic den Umsatzausblick von +15 bis +22 auf jetzt +21 bis +25 Prozent angehoben, bei einer EBITDA-Marge zwischen 34 und 37 Prozent.

Dementsprechend ist gegenüber 2021 ein kräftiger Anstieg des Unternehmensgewinns zu erwarten. Derzeit schätzen die Experten hier einen Gewinn von 11,30 Euro pro Aktie. Woraus sich ein 2022er Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp über 6 errechnet. Das ist aussergewöhnlich niedrig, wieso also „krebst“ der Kurs nahe an seinem Jahrestief herum, wieso haben diese Ende Juli vorgelegten, hervorragenden Quartalszahlen nicht die Wende eingeläutet?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siltronic Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Weil viele Trader davon ausgehen, dass diese Gewinne bald und deutlich fallen werden. Das Argument: Siltronic ist Zulieferer der Chipindustrie und damit einer sehr konjunktursensiblen Branche. Dort fallen Umsatz und Gewinnmargen in einer rezessiven Umgebung schnell und weit, ebenso, wie sie in Phasen starken Wirtschaftswachstums steigen. Und auf Zulieferer dieser Branche wirken diese konjunkturellen Einflüsse umso stärker, weswegen sie auch „Fahrstuhl-Aktien“ genannt werden: schnell rauf, schnell wieder runter. Aber liegt man da auch richtig, wird Siltronics Gewinn in Kürze deutlich sinken?

Wäre die zu erwartende Rezession eine wie jede andere, wäre diese Schlussfolgerung korrekt. Aber wir haben einen immensen Nachfrageüberhang bei Chips, der auch dann erst einmal abgebaut werden muss, wenn die Konjunktur kippt. Und gelingt es, den Abstieg aufzufangen, indem man das rückläufige Wachstum zeitnah wieder auf Touren bekommt, wenn die Ziele der Inflationsbekämpfung abgearbeitet sind, muss Siltronic keineswegs eine nennenswerte Gewinndelle erleben. Würden genug Marktteilnehmer eine solche optimistische Sichtweise hegen, bestünde eine gute Chance, dass Siltronic den erfolgreichen Test des bisherigen Jahrestiefs vom Juli in eine Trendwendeformation verwandeln würde. Aber Sie sehen es ja:

Bislang sind die Käufe eher zögerlich. Und durch den monatelangen Abstieg finden sich zahlreiche potenzielle Charthürden, an denen eine Wende scheitern könnte. Dem Braten trauen könnte man erst, wenn der Kurs nicht nur das als Nackenlinie dieses potenziellen Doppeltiefs dienende Zwischenhoch vom August bei 82,75 Euro, sondern auch die knapp darüber, bei 86 Euro, verlaufende März-Abwärtstrendlinie überwunden hätte. Das ist noch ein relativ weiter Weg … aber angesichts der Chancen, dass Siltronic seine starken Unternehmensgewinne konservieren kann, lohnt es, die Aktie im Auge zu behalten!

Siltronic-Aktie: Chart vom 09.09.2022, Kurs 69,00 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Siltronic Aktie

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Kosten steigen, Perspektiven werden unsicherer, Unternehmen ziehen den Kopf ein … und Siltronic legt eine Quartalsbilanz vor, die beeindruckt. Und die angehobene Prognose zeigt: Bislang scheint man gegen das kritische Umfeld immun zu sein. Und die Aktie?

Die Aktie reagierte mit einem Plus von 6,25 Prozent auf das am Freitagmorgen vorgelegte Zahlenwerk. Der Umsatz stieg im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 um satte 29,6 Prozent und damit mehr als seitens der Analysten erwartet. Auch der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 147 Millionen Euro weit, konkret um 36,1 Prozent, über dem Vorjahreszeitraum. Der etwas überproportionale Gewinnanstieg, basierend auf einer von 31,7 auf 33,2 Prozent gestiegenen EBITDA-Gewinnmarge, zeigt, dass Siltronic in der Tat keinen Kostendruck verspürt, der sich nicht durch höhere Preise kompensieren liesse.

Diese Ergebnisse führten zu einer Erhöhung der Gesamtjahresprognose. Nach bislang 15 bis 22 Prozent sieht Siltronic für 2022 jetzt einen um 21 bis 27 Prozent steigenden Umsatz, während man die EBITDA-Gewinnmarge unverändert zwischen 34 und 37 Prozent sieht, höher also als die ohnehin schon sehr guten 33,9 Prozent 2021.

Angesichts solcher Ergebnisse könnte man zu der Erwartung neigen, dass da noch mehr drin sein müsste, wenn man sich überlegt, was diese Zahlen bedeuten. Nämlich, dass Siltronic, dessen Aktie in diesem Jahr auch nach dem Freitags-Anstieg über 40 Prozent im Minus liegt, in diesem Jahr deutlich mehr verdienen wird als 2021.

Expertenmeinung: Zwar ist ein Teil dieses Abschlags der Aktie darauf zurückzuführen, dass die geplante Übernahme durch Global Wafers nicht genehmigt wurde, die um die 140 Euro pro Aktie gezahlt hätten. Aber diese Ergebnisse zeigen ja: Nötig hatte Siltronic die Übernahme ja nie, das Unternehmen wächst … und wäre derzeit mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 6,5 sehr günstig bewertet.

Natürlich muss man berücksichtigen, dass der Wafer-Hersteller als Zulieferer der Halbleiterindustrie derzeit immens vom weltweiten Chipmangel profitiert. Siltronic arbeitet nach eigenen Angaben unter Volllast. Wenn der Chipmangel ausgestanden ist, dürfte sich das ändern und auch die Gewinnmarge wieder fallen, das macht die Anleger richtigerweise vorsichtig. Aber für den Moment ist die Perspektive eben hervorragend. Und behält man bei Siltronic Recht, wird das zumindest im Rest dieses Jahres so bleiben.

Werden die Marktteilnehmer trotzdem sorgenvoll auf 2023 und 2024 blicken oder das Hier und Jetzt als wichtiger einstufen? Darauf kommt es jetzt eben an. Die Aktie hat mit diesem Anstieg um 6,25 Prozent einen ersten, wichtigen Schritt in Richtung Aufwärtswende geschafft, indem sie dadurch von unten wieder in den sanft geneigten, im März etablierten Abwärtstrendkanal zurückgelaufen ist und knapp über dem Mai-Tief schloss. Aber Sie sehen im Chart:

Das war nur die erste Chart-Hürde von vielen, die zwischen dem Wochenschlusskurs und einem echten Befreiungsschlag liegen. Wirklich „durch“ wäre die Siltronic-Aktie erst, wenn sie über der momentan um 105 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie schliessen würde. Die Käufer müssen jetzt also dranbleiben, um dieses positive Momentum, das von dieser Bilanz ausgeht, zu erhalten, dann wäre nach oben allerhand möglich!

Siltronic-Aktie: Chart vom 29.07.2022, Kurs 79,10 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX
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Siltronic ist abgestürzt und hat die Hälfte an Wert verloren. Sind die Konjunktursorgen übertrieben? Ist das eine Gelegenheit oder geht es noch viel tiefer?

Das typische Auf und Ab

Wie die Zeit verfliegt. Den letzten Artikel zu Siltronic habe ich im Juni 2019 veröffentlicht. Das Fazit war optimistisch und das bereits in der Überschrift genannte Kursziel äusserst ambitioniert:
Siltronic: Sind hier über 150% möglich?

Glücklicherweise ging die Sache gut aus. Siltronic kletterte danach von 62 auf 147 Euro.
Anschliessend pendelte die Aktie ziemlich genau von Anfang Januar bis Ende Dezember 2021 in einem schmalen Korridor zwischen 130 und 147 Euro seitwärts.

Kurz nach dem Jahreswechsel rauschte die Aktie dann so in die Tiefe, wie sie dereinst in die Höhe geschossen war.

Heute und damals

Derzeit notiert die Aktie bei 71,85 Euro. Es stellt sich also die Frage, ob die Gesamtsituation heute wieder so attraktiv sein könnte wie damals.

Interessanterweise ähneln sich die Situationen. Damals wie heute wurde die Aktie vor allem aufgrund von Konjunktursorgen abverkauft.

Siltronic ist einer der weltweit grössten Hersteller von Wafern aus Reinstsilizium für die Halbleiterindustrie. Nach eigenen Angaben ist man in der Branche die Nummer 3.

Dass die Branche stark konjunkturanfällig ist, ist eine Binsenweisheit.

Das Unternehmen produziert in Europa, Asien und den USA. Die Produkte kommen beispielsweise in PCs, Laptops, Tablets, Smartphones, Flachdisplays, Navigationssystemen oder in Kontrolldisplays in Fahrzeugen zum Einsatz.

Nach dem Börsengang 2015 konnten Anleger mehrere Hundert Prozent an Kursgewinnen einstreichen. Selbst nach den jüngsten Kursverlusten käme man noch auf ein solides Plus.

Das ist natürlich der guten Geschäftsentwicklung geschuldet. Der Umsatz konnte seitdem von 931 Mio. auf 1,41 Mrd. Euro gesteigert werden.
Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum von -0,50 auf +8,44 Euro je Aktie, wobei das beste Ergebnis 2018 erzielt wurde.
Damals lag der Gewinn bei 12,44 Euro je Aktie.

Jetzt wird es schwierig

Ein klarer Aufwärtstrend ist also nicht zu erkennen, in dieser Branche ist das aber nicht untypisch.
Die Profitabilität unterliegt grossen Schwankungen.

Läuft die Wirtschaft auf Hochtouren, steigen die Preise für Wafer und obendrein kann man unter Vollauslastung produzieren.
Dadurch schiessen die Gewinne in die Höhe. Das Gegenteil passiert während Flauten.

Das derzeitige KGV heranzuziehen, ist also nicht wirklich hilfreich. Siltronic hat im letzten Jahr 8,44 Euro verdient und kommt somit nur auf ein KGV von 8,5.

Das Bärenlager hat aber recht damit, wenn es darauf verweist, dass das wenig nützt, wenn das Ergebnis zukünftig einbricht.

Andererseits muss man sich an einem gewissen Punkt fragen, wie viele gute Jahre Siltronic zukünftig noch benötigt, um den derzeitigen Börsenwert zu rechtfertigen.

Ausblick und Bewertung

Es erwartet schliesslich niemand, dass der Markt für Wafer perspektivisch schrumpfen wird.

Aktuelle gehen die Prognostiker daher davon aus, dass Siltronic den Umsatz in den kommenden Jahren durchweg steigern wird. In der Realität dürfte die Geschäftsentwicklung nicht ganz so linear verlaufen, aber die Richtung stimmt.

Und nun kommen wir zu einem wichtigen Punkt. Wir wissen, was Siltronic in einem vorteilhaften wirtschaftlichen Umfeld verdienen kann, nämlich mehr als 12 Euro je Aktie.

Selbst in einem schwierigen Umfeld wie 2020 hat man über 5 Euro je Aktie verdient. Natürlich ist das kein Boden, denn in einem Wort-Case-Szenario, also einer schweren Rezession könnte der Gewinn auch noch deutlich stärker einbrechen.
Siltronic könnte sogar in die roten Zahlen rutschen.

Aber Rezessionen dauern glücklicherweise nicht ewig und sobald sich die Lage wieder normalisiert, verdient man wieder Geld. Konkret wird Siltronic dann wieder irgendwas zwischen 5 und 12 Euro je Aktie verdienen, mit steigender Tendenz.

In Summe bringt mich das zu der Überzeugung, dass kurzfristig zwar noch nennenswerte Kursrisiken bestehen, vor allem wenn es zu einer schweren Rezession kommt, langfristig aber bereits die Chancen überwiegen.

Chart vom 25.07.2022 - Kurs: 71,85 Kürzel: WAF - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 25.07.2022 – Kurs: 71,85 Kürzel: WAF – Wochenkerzen

Siltronic hat die Hälfte an Wert verloren, scheint jetzt aber an der zentralen Unterstützungszone bei 66-70 Euro auf vermehrtes Interesse zu stossen.

Es ist noch nicht absehbar, ob sich auf diesem Niveau ein belastbarer Boden ausbilden wird, aber es wäre denkbar.

Fällt die Aktie hingegen unter 66 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 56 oder 50 Euro gerechnet werden.

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Beim Wafer-Hersteller Siltronic läuft das Geschäft. Und die Chance, dass es auch im Rest des Jahres so bleibt, steht gut. Trotzdem reagierte der Markt auf die gestrige Quartalsbilanz verhalten, die Bären scheinen noch nicht geschlagen zu sein. Was muss jetzt gelingen?

Bei den Ergebnissen, die der Halbleiterindustrie-Zulieferer Siltronic am Dienstag ablieferte, hätte man eigentlich begeistert sein müssen. Zum Vorjahresquartal legte der Umsatz um knapp 32, das EBITDA um knapp 103, der Nettogewinn um gut 96 Prozent zu. Und gut soll es auch weitergehen. Die bisherige Prognose wurde bestätigt, in der man mit einem Umsatzplus, aufs Gesamtjahr gesehen, zwischen 15 und 22 Prozent rechnet, wobei der Gewinn höher ausfallen würde, weil auch die EBITDA-Gewinnmarge leicht weiter zulegen soll, von den sowieso schon hervorragenden 33,9 Prozent im Vorjahr auf 34 bis 37 Prozent.

Und was kommt bei der Aktie heraus: Ein eher klägliches Plus von 3,21 Prozent, das vor allem deswegen als mager anzusehen ist, weil das nicht einmal ausreichte, um das Vortagsminus zu egalisieren, geschweige denn die Charthürde zu nehmen, die der Siltronic-Aktie wieder eine Basis für eine Aufwärtswende verleihen würde. Wo ist hier der Wurm drin?

Expertenmeinung: Man darf vermuten, dass diese schwache Reaktion vor allem daran liegt, dass die Marktteilnehmer dem Frieden nicht trauen und fürchten, dass sich das Bild in den kommenden Quartalen deutlich verschlechtern wird. Zwar wissen die Chiphersteller vor lauter Aufträgen nicht wohin, was sich natürlich auch positiv auf die Nachfrage nach den von Siltronic produzierten Silizium-Wafern auswirkt und es ermöglicht, solche starken Gewinnspannen zu erzielen. Aber was, wenn die derzeitige Gesamtsituation in eine Rezession und damit zu einer weltweit sinkenden Nachfrage führt?

Dann wird der Gewinn wieder sinken, klar. Aber dass Siltronic im Zuge der Zahlen auch vorsichtige Worte fand, auf die Möglichkeit ungünstiger Entwicklungen hinwies, gehorchte einfach dem Gebot kaufmännischer Vorsicht und kann nicht als Weissagung einer Wende zum Negativen gesehen werden. Das Problem ist indes auch: solange die Aktie noch ein frisches, bärisches Signal aufweist, das das bärische Lager zu behaupten vermag, werden auch potenzielle Käufer, die von Siltronic überzeugt sind bzw. unterstellen, dass die Aktie im Bereich des zu Wochenbeginn markierten 18-Monats-Tiefs nichts zu suchen hat, vorsichtig bleiben.

Chart vom 10.05.2022, Kurs 82,00 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX

Damit ist klar, was jetzt gelingen muss: Die Aktie muss so schnell als möglich zurück in die Seitwärts-Range der vergangenen zwei Monate zwischen 85,10 und 101,50 Euro. Wenn das gelingt, hätte der Kurs wieder seine Basis für eine Bodenbildung. Die wäre zwar erst abgeschlossen, wenn Siltronic mit Schlusskursen über 101,50 Euro aus dieser Spanne nach oben ausbricht. Aber solange der Kurs unterhalb dieser Range bleibt, ist nicht einmal das greifbar. Die Bullen müssten also umgehend nachsetzen, die schwache Reaktion des Dienstags „heilen“. Bleibt das aus, kann Siltronic noch so spannend sein, die Aktie bliebe eben dennoch bärisch.

Die Käuferseite hat ihre liebe Not, bei der Aktie des Wafer-Herstellers Siltronic neue Jahrestiefs zu verhindern. Aber wieso steht ein Zulieferer für die Chipindustrie überhaupt unter solchem Abgabedruck, während alle Welt beklagt, dass Chips knapp sind?

Siltronic hatte 2021 ein sehr gutes Jahr. Der Umsatz stieg um 16 Prozent, der Gewinn aufgrund einer deutlich gesteigerten Gewinnmarge um 40 Prozent. Das Ergebnis reichte zwar nicht an den Rekordgewinn des grandiosen Jahres 2018 heran, aber eigentlich hätte man zufrieden sein können, zumal das Unternehmen für 2022 weiter leicht steigende Umsätze avisierte. Doch wer genauer hinschaute, erkannte: So einfach wird das mit erneut kräftig steigenden Gewinnen nicht werden, trotz der derzeitigen Chip-Knappheit, die auch die Nachfrage nach Wafern befeuert. Das hat zwei Gründe:

Zum einen können die Chiphersteller nicht einfach ihre Kapazitäten der momentan extrem hohen Nachfrage anpassen. Da kostet Geld, das kostet Zeit … und wohin mit diesen Produktionskapazitäten, wenn sich die Nachfrage normalisiert hat? Zum anderen steigen auch für Siltronic die Produktionskosten, weil das Rohmaterial ebenso teurer wird wie die für die Produktion aufzuwendende Energie. Daher bleibt bislang offen, ob die im Ausblick auf 2022 avisierten, deutlich höheren Preise, die für Wafer bezahlt werden, die höheren Kosten überkompensieren oder nicht.

Expertenmeinung: Es ist möglich, dass Siltronic erste, vorläufige Ergebnisse schon vor dem eigentlichen Termin der Bilanz des ersten Quartals (am 10. Mai) veröffentlicht, aber wenn, kommt so etwas ja unangekündigt. So gesehen bleiben die Anleger erst einmal auf unsicherem Terrain, was erklärt, wieso die Aktie ausgerechnet auf Höhe des März-Tiefs (85,78 Euro) auf der Stelle tritt. Denn eine Entscheidung wäre jetzt ja eigentlich fällig:

Chart vom 13.04.2022, Kurs 88,65 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX

Entweder, das März-Tief bricht, wodurch die Aktie aus rein charttechnischer Sicht leicht bis in den Bereich um 70 Euro abrutschen könnte. Oder aber es gelingt eine Rallye, die dann die Chance bietet, dass sich daraus ein Doppeltief entwickelt. Dessen Nackenlinie liegt nahe an einer mittelfristig wichtigen Widerstandszone, die sich zwischen 102 und 109 Euro aus Wendemarken des ersten Halbjahrs 2020 zusammensetzt. Über 102 Euro wäre ein erster Schritt in Richtung Aufwärtswende gelungen, über 109 Euro der zweite. Aber solange offen ist, ob Siltronic diesen Chipmangel in nennenswert steigende Gewinne wird ummünzen können, wäre es gewagt, darauf zu wetten, dass sich die bullische Variante durchsetzen wird.

Fast ein Jahr bewegte sich die Aktie des Wafer-Herstellers Siltronic in engen Bahnen seitwärts, weil man erwartete, dass das Unternehmen übernommen würde und der Preis dafür feststand. Doch der Deal scheiterte. Die Aktie ist wieder sich selbst überlassen – und hochinteressant.

Die am Mittwoch vorgelegten Ergebnisse für das Jahr 2021 waren bereits als vorläufige Zahlen bekanntgegeben worden, so gesehen waren die keine Überraschung mehr … wenngleich sie ganz hervorragend ausfielen. Der Umsatz legte 2021 um 16,5 Prozent zu, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 40,5 Prozent, der Nettogewinn stieg um 57,5 Prozent. Damit wurden das Ergebnis des „Prä Corona“-Jahres 2019 übertroffen.

Aber natürlich wollten die Anleger wissen, wie der Chipindustrie-Zulieferer das laufende Jahr sieht. Der Kurssprung der Aktie macht schon klar: Was man da las, gefiel. Siltronic sieht einen Umsatzzuwachs zwischen 15 und 22 Prozent, zugleich einen Anstieg der EBITDA-Gewinnmarge von den 31,6 Prozent des Jahres 2021 auf 34 bis 37 Prozent. Das geht schon wieder in Richtung der Rekord-Marge von 40 Prozent, die 2018 erzielt wurde. Im Idealfall könnte so ein Gewinnanstieg auf EBITDA-Basis von 35 Prozent zum Vorjahr herauskommen.

Käme es so, würde die Siltronic-Aktie auf aktuellem Kursniveau ein Kurs/Gewinn-Verhältnis unter 10 ausweisen. Und das ist, auch, wenn wir hier über eine extrem konjunktursensible Branche sprechen, nämlich über einen Zulieferer der selbst schon konjunkturempfindlichen Chipindustrie, günstig. Also, kaufen?

Expertenmeinung: Die Chipindustrie würde zwar im Fall einer weltweiten Rezession, ausgelöst durch den Druck steigender Leitzinsen, den Ukraine-Konflikt oder, im schlimmsten Fall, durch beides zugleich, leiden. Dadurch würde der bislang anhaltende Chipmangel sukzessiv abgebaut, was die Gewinnmargen bei Siltronic unter die jetzt prognostizierte Spanne drücken dürfte. Die Chance, dass ein Unternehmen wie Siltronic dann trotzdem besser davonkäme als andere Branchen wie Auto- oder Maschinenbauer, besteht dennoch.

Aber solange der Aktienmarkt derart emotional daherkommt, die Akteure an einem Tag blind kaufen, am nächsten massiv verkaufen, wäre es in jedem Fall ein nicht vernünftig eingrenzbares Risiko, eine Aktie einzusammeln, solange sie sich in einem Abwärtstrend bewegt. Und so beeindruckend die positive Reaktion auf den 2022er-Ausblick bei Siltronic auch war: Den Abwärtstrend sprengte das noch nicht.

Sie sehen im Chart, dass der Kurs seit dem Bruch der Supportzone 130/131 Euro, der durch die Meldung ausgelöst wurde, dass die geplante Übernahme durch Global Wafers geplatzt ist, unterhalb der im Chart blau markierten 20-Tage-Linie nach unten geführt wird. Kaum kam diese Linie bei Gegenbewegungen nahe, kam erneut Druck auf – ein typisches Signal, dass die Short-Seller Siltronic bislang im Griff haben – und behalten wollen. Diese Linie muss also überboten sein, um hier ein bullisches Signal zu sehen. Und idealerweise auch die Zone 101/109 Euro, markante Wendemarken aus dem Jahr 2020. Denn würde die Aktie diese Zone überwinden, hätte man die Möglichkeit, knapp unter diesen dann als Support fungierenden Bereich einen Stopp zu legen, der charttechnisch unterfüttert wäre. Ob Siltronic diesen Befreiungsschlag schafft? Das abzuwarten, wäre der sicherere Weg. 

Siltronic-Aktie: Chart vom 09.03.2022, Kurs 96,80 Euro, Kürzel WAF | Online Broker LYNX