TecDAX aktuell TecDAX: Geht der Index über das bisherige Jahreshoch?

News: Aktuelle Analyse des TecDAX Index

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TecDAX
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Zum TecDAX

Wollen die Bullen beim TecDAX Zeichen setzen, wären die nächsten zwei Wochen ideal, denn jetzt kommen die Bilanzen zum ersten Quartal in dichter Folge. Aber werden die überzeugen? Der Index steht vor einer „Hopp-oder-Topp“-Entscheidung.

Bislang haben sich die deutschen Unternehmen hinsichtlich der Ergebnisse des ersten Quartals ja gut geschlagen. Das, was an Zahlen oder vorläufigen Daten auf dem Tisch liegt, hat die Prognosen der Analysten grossenteils übertroffen. Aber darauf kommt es nicht unbedingt an. Entscheidend ist das, was das Gros derer erwartet, die seit der Aufwärtswende des TecDAX im März wieder eingestiegen sind bzw., da der Index ja eine mittelfristig entscheidende Unterstützungszone sauber verteidigt hat, zugekauft haben. Es ist gut denkbar, dass sich da viele von den Bilanzen noch mehr erhoffen … aber in die Köpfe der Marktteilnehmer lässt sich nun einmal nicht hineinschauen. Es bleibt also eine offene Gemengelage, aber mit einem Vorteil für die Bullen, denn die haben den kurzfristigen Trend auf ihrer Seite.

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass es bislang gelingt, den in violett eingezeichneten, keilförmigen Aufwärtstrendkanal zu halten, dessen obere Begrenzung in der kommenden Woche das bisherige Jahres-Verlaufshoch von 3.606,20 Punkten kreuzen wird.

Sollte es bis dahin nicht zu negativen Vorlagen seitens der grossen US-Technologietitel kommen, von denen die „Crème de la Crème“ in den kommenden Tagen ihre Bilanzen abliefern wird und sollten die heimischen Ergebnisse weiterhin gut aufgenommen werden, wäre dieses Hoch nicht Ziel, sondern womöglich nur eine Etappe auf dem Weg nach oben.

Den aktuellen Kurs und Chart des TecDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Aber das lässt sich nicht sicher vorhersagen, daher wäre es opportun, weiterhin absolut pragmatisch vorzugehen, indem man sich entsprechend der charttechnischen Gemengelage im Markt bewegt. Zumal der langfristige Chart zeigt: Nach dem enttäuschenden Februar und dem erfolgreichen Konter der Käufer im März ist dem April kurz vor Torschluss zwar ein solides Plus nicht mehr zu nehmen. Aber wirklich aus diesem riesigen, 2018 etablierten, nach rechts offenen Dreieck hinaus ist der Index damit noch nicht. Ausschliessen sollte man daher besser nicht, dass alleine dieser Umstand im Mai erneute Gewinnmitnahmen auslöst. Wo also liegen die kurzfristig wichtigen Ankerpunkte?

Vor allem ist dieser kurzfristige, keilförmige Aufwärtstrendkanal von Bedeutung. Dessen untere Begrenzung (heute bei 3.505 Punkten) und darunter dann die quasi als Sicherungsseil mitlaufende 20-Tage-Linie bei aktuell 3.475 Zählern sind die Levels, die halten müssen, damit das bullische Lager sich seine Chancen auf einen erfolgreichen Anlauf an das bisherige Jahreshoch erhält.

Sollten diese beiden Linien fallen, wäre daher zumindest der Ausstieg aus kurzfristigen, aggressiven Long-Positionen zu überlegen. Ein unmittelbarer Switch auf Short wäre indes nur auf sehr kurzfristiger Ebene sinnvoll, denn die nächstgelegene Unterstützung, die November-Aufwärtstrendlinie, würde bereits bei 3.360 Punkten warten. Mittelfristig bärisch wäre der TecDAX erst, wenn die im März verteidigte, breite Supportzone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten fallen würde. Dann wäre der TecDAX in der Tat „Bärenfutter“ … aber bis hinunter auf 3.188 Zähler wäre es ein recht weiter Weg.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des TecDAX Index

Der TecDAX schiebt sich nach einer perfekten Korrektur langsam, aber kontinuierlich an das bisherige Jahreshoch heran. Die Bullen unterstellen, dass er sich dabei entlang der „Mauer der Angst“ bewegt, die Trader also sehr bewusst agieren. Ist das so?

Man könnte es vermuten. Die Korrektur, die beim deutschen Technologieindex Mitte Februar begann und in einer mittelfristig entscheidenden Unterstützungszone abgefangen wurde, basierte auf einem vorherigen Überschwang, in dem zu viele Akteure einfach ignorierten, dass die Rückkehr des Wachstums langsamer als ursprünglich erwartet vonstattengehen wird und darüber hinaus das Thema Inflation vom Tisch wischten. Die Korrektur führte dazu, dass diese Aspekte wahrgenommen wurden. Was bedeutet:

Wer wieder einstieg oder zukaufte, nachdem der TecDAX in der Supportzone 3.188/3.304 Punkte drehte und wieder nach oben aus ihr herauslief, hätte sich dieser Risiken grundsätzlich bewusst sein müssen. Und wenn genug Trader wissen, dass sie ein Risiko eingehen und welcher Art und Grösse dieses ist, ist ein Kursanstieg deutlich solider. Alleine, weil solche Marktteilnehmer eben nicht wegen jeder kleinen negativen Nachricht verschreckt reagieren, da sie damit rechnen, dass solche Nachrichten auftauchen können. Aber so logisch dieser Gedankengang ist, er ist trotzdem nur Theorie.

Expertenmeinung: Denn dass man sich wirklich entlang einer solchen „Mauer der Angst“ höher hangelt, würde voraussetzen, dass das Gros der Marktteilnehmer die fundamentalen Rahmenbedingungen auch als Entscheidungsgrundlage für Ein- und Ausstieg nutzt. Und das ist nicht so.

Derzeit agieren sehr viele unerfahrene Anleger im Markt. Zugleich haben wir immer einen recht hohen Anteil rein technisch orientierter Trader im Tagesgeschäft. Und bis zum vergangenen Freitag war erkennbar, dass zumindest die Blue Chip-Indizes durch den da absolvierten Abrechnungstermin an der Terminbörse gezogen wurden, der jetzt als Zugpferd vom Tisch ist. Auch, wenn der TecDAX als vergleichbar kleiner Index mit geringerer internationaler Präsenz weniger vom Terminmarkt in den Bann gezogen wurde, darf man doch annehmen, dass ihm die Sogwirkung des Terminmarkts bei DAX und Dow tendenziell gestützt hat.

Damit haben wir drei Gruppen an Akteuren, die Unerfahrenen, die Chart-Trader und die grossen Akteure an der Terminbörse, die sich gemeinhin nicht um die fundamentalen Aspekte scheren, auf denen eine solche „Mauer der Angst“ fussen müsste. Auch, wenn mittel- und langfristige Investoren um die Risiken wissen und nicht bei jeder kleinen negativen Nachricht die Flucht ergreifen: Das wären genug kurzfristig und/oder unberechenbar agierende Marktteilnehmer, um die Theorie, dass der TecDAX jetzt besonders stabil nach oben unterwegs ist, zu unterminieren.

Daher würde es sich anbieten, hier nicht unaufmerksam zu werden. Der im Chart violett markierte keilförmige Aufwärtstrend, den der TecDAX derzeit ausbildet, wird an seiner unteren Begrenzung durch die 20-Tage-Linie verstärkt. Sollte der Index diese beiden Linien mit Schlusskursen unter 3.435 Punkten durchbrechen, steigt das Risiko, dass diese „Mauer der Angst“ in Wirklichkeit eine Leiter ohne Sprossen ist!

Der TecDAX macht sukzessiv Boden zum davongelaufenen DAX gut. Und bislang läuft charttechnisch alles nach Plan. Zu sicher sollte man sich aber auf der Long-Seite nicht sein. Wo liegen die kritischen Punkte?

Der TecDAX hatte Mitte Februar eine dreiwöchige Korrektur vollzogen, die in einer markanten Unterstützungszone aufgefangen wurde. Die zuvor überkauften markttechnischen Indikatoren boten wieder Luft nach oben … und dass die Käufer genau an den entscheidenden Unterstützungen wieder zugriffen, bewies, dass man mit den Bullen weiterhin rechnen darf. Eigentlich passt also alles. Und nachdem sich der Index mittlerweile aus dieser Auffangzone wieder nach oben hinaus gekämpft hat, wäre der Weg in Richtung des bisherigen Jahreshochs vom 16. Februar bei 3.606 Punkten grundsätzlich frei. Und wenn das Umfeld passt, könnte dieses Hoch allemal auch überboten werden. Aber was genau muss dafür passen?

Zwei Elemente sind da federführend. Zum einen orientiert sich der TecDAX eng am „grossen Bruder“ in den USA, dem Nasdaq 100. Der muss ebenfalls seine wiedergewonnene Stärke halten. Was derzeit recht wahrscheinlich ist, denn die Schwergewichte des US-Technologiesektors haben nicht nur ebenso eine Korrektur hinter sich, sie haben auch weiterhin eine starke Perspektive für steigende Unternehmensgewinne, die neue Hochs unterfüttern würden. Kritischer sieht es mit dem zweiten Faktor aus:

Den Bilanzen und Ausblicken der im TecDAX selbst notierten Unternehmen. Denn das Umfeld in Europa ist für ein Durchstarten der Umsatz- und Gewinnentwicklung weit ungünstiger als in den USA. Daher wird es entscheidend sein, dass die meist international operierenden Technologieunternehmen des TecDAX mit ihren Bilanzen zum ersten Quartal und den dann präzisierten Prognosen für das Gesamtjahr so überzeugen, dass die Anleger nicht nur am Ball bleiben, sondern weiter zugreifen. Das als sicher vorauszusetzen, wäre gewagt, daher sollte man, so solide diese Aufwärtswende des TecDAX auch daherkommt, nie die Unterseite aus dem Blick verlieren. Wo würde das Wetter umschlagen, die Zeichen wieder auf Sturm stehen?

Das sieht man am besten im Chart auf Wochenbasis. Genau unter den Punkt, an dem Index im März wieder nach oben drehte, darf er nicht mehr fallen. Denn dort verbindet sich eine ganze Reihe mittelfristig relevanter Unterstützungen zu einer Kreuzunterstützung, unter anderem die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie. Schlusskurse unter 3.170 Punkten wären damit ein markant bärisches Signal.

Nun ist dieser Punkt ein gutes Stück entfernt. Kurzfristig agierende Trader bräuchten daher einen engeren Stoppkurs. Dafür wäre die 20-Tage-Linie momentan eine gute Orientierung. Dort gelang es, Ende März einen kurzen Rücksetzer aufzufangen, was unterstreicht, dass kurzfristige, bullische Trader derzeit das Geschehen dominieren, denn für sie ist dieser gleitende Durchschnitt eine typische Leitlinie. Zudem liegt diese Linie mit 3.380 Punkten knapp unter den Zwischenhochs vom März, deren Überwinden dem TecDAX aus charttechnischer Sicht den Weg an das bisherige Jahreshoch freigeräumt hat. Ob diese Zonen in den kommenden Tagen und Wochen überhaupt getestet werden, ist offen, es kann allemal auch einfach zügig weiter aufwärts gehen. Aber es kann nie schaden zu wissen, wo der Notausgang ist, wenn es anders kommt.

Der Februar liess für den TecDAX nichts Gutes erwarten. Doch der Index drehte im März genau da nach oben, wo er drehen musste. Damit hätten die Bullen einen Matchball … aber der muss jetzt auch sitzen!

Im Februar war der TecDAX schwungvoll über die obere Begrenzung dieses grossen, im Chart auf Monatsbasis zu sehenden, nach rechts offenen Dreiecks hinausgelaufen und am Ende doch abgewiesen worden. Das sah übel aus. Aber der Index machte genau da auf dem Absatz kehrt, wo er drehen musste, um sich eine solide Basis für einen erneuten Aufwärtsimpuls zu verschaffen, der dann auch diese grosse Dreiecksformation überwinden könnte. Die breite und solide Unterstützungszone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten löst Käufe aus … und binnen kürzester Zeit hatte der TecDAX die Zone wieder nach oben verlassen. Das ideale Sprungbrett für eine neue Rallye. Nur ist sie bislang nicht mehr als das: eine Rallye, aber noch kein neuer Aufwärtstrend.

Ein starker Tag, dann wäre auch das gelungen. Dazu müsste sich der deutsche Technologie-Index nur deutlicher über den Bereich 3.400/3.410 Punkte hinaus nach oben absetzen. Das versuchten die Trader am vergangenen Donnerstag und gestern erneut … bislang aber ohne überzeugendes Ergebnis. Dieser Bereich stellt die obere Begrenzung einer kurzen Konsolidierungszone zwischen den beiden Verkaufsimpulsen der vorangegangenen Korrektur dar. Das hätte kein Widerstand werden müssen, aber nachdem der TecDAX mittlerweile sechs Handelstage in dieser Region festhängt, ist es einer geworden. Wo klemmt es?

Momentan fehlt es an einer einigermassen einheitlichen Tendenz innerhalb der 30 TecDAX-Aktien. Einige der Zugpferde vom Herbst und Winter ziehen nach umfassenden Korrekturen bereits wieder an, andere indes noch nicht. Aktien wie die der Telekommunikationsbranche, die zuletzt die Rolle der Momentums-Treiber übernommen hatten, beginnen zu konsolidieren. Kurz: Das Bild der Einzelwerte ist sehr uneinheitlich und dominiert über direkte Trading-Aktionen im Index. Dass die Bullen grundsätzlich zur Stelle sind, ist zwar unübersehbar. Aber es muss eben auch gelingen, diesen Matchball zu verwandeln, der sich ihnen angesichts dieses kurzfristigen Chartbilds bietet:

Der Trendfolgeindikator MACD hat bereits ein bullisches Signal vorgelegt, bei knapp 3.350 Punkten unterstützt die 20-Tage-Linie den Kurs. Und würde der TecDAX deutlicher über dem Bereich 3.400/3.410 schliessen, wäre kein Widerstand mehr im Weg bis zum bisherigen Jahres-Verlaufshoch von 3.606 Punkten. Dass der Index trotz dieser tadellosen Vorlage bislang nicht davonzieht, macht deutlich, dass die Bullen zwar präsent sind, sich aber offenbar noch durch Gewinnmitnahmen und bärischen Widerstand kämpfen müssen.

Erst, wenn diese Zone durch Schlusskurse über 3.245 Punkten um zumindest ein Prozent überboten wurde, könnte man dem Braten daher etwas eher trauen. Bis dahin kann ein erneuter Abgabeimpuls diesen Wendeversuch zu einer Zwischenerholung degradieren und diejenigen, die sich zu weit vorgewagt haben, im Regen stehen lassen.

Der Februar ging klar an die Bären, im März konnten die Bullen mit der Verteidigung einer entscheidenden Supportzone ausgleichen. Jetzt wird der nächste, starke Impuls entscheiden, wer in den kommenden zwei, drei Monaten den Ton angibt. Hier herrscht Hochspannung!

Evotec, Sartorius und VARTA sind derzeit die schwächsten Aktien im TecDAX. Alle drei waren massiv gelaufen, bevor der TecDAX Mitte Februar nach unten drehte. Da diese Aktien bereits weit korrigiert haben, könnte man vermuten, dass der TecDAX mit Schwung davonziehen müsste, würden diese drei und die anderen zuletzt gedrückten Zugpferde des Index wieder in Fahrt kommen. Aber das ist nicht zwingend der Fall.

Denn zuletzt lief, was im Sommer und Herbst 2020 fiel: der Telekommunikationsbereich. 1&1 Drillisch, die Telekom, United Internet, Telefónica Deutschland und freenet sind aktuell die Aktien, die dafür gesorgt haben, dass der TecDAX aus der mittelfristig entscheidenden Supportzone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten nach oben herauslief. Wenn diese Aktien korrigieren, ohne dass die früheren Hausse-Spitzenreiter durchstarten, wäre es nicht überraschend, dass diese Zone 3.188/3.303 in einen zweiten Belastungstest geht … und den dann nicht bestehen muss.

Auch weil in den letzten Wochen nicht gerade wenige Unternehmens-Ausblicke für 2021 unter den parallel zur Hausse gewachsenen Erwartungen der Analysten und Anleger auf den Tisch kamen, wäre die Wende nach oben nicht selbstverständlich. Nicht zuletzt, weil das Impfchaos und die derzeit einlaufenden Konjunkturdaten nicht den Eindruck erwecken, als würde 2021 das, was man vorher fest eingeplant hatte: das Jahr des Durchstartens.

In den USA wird massiv Geld verteilt, das kurbelt das Wachstum an. Mit mittelfristig kritischen Konsequenzen, keine Frage, aber das stört die Trader für den Moment natürlich nicht. Hierzulande gehen viele kleinere Unternehmen einfach vor die Hunde, von einem Nachlegen ins Sachen Konjunkturprogramm ist aus Brüssel nichts zu hören und die EZB tut nichts. Trotzdem sprang die Inflation im Februar an: Das ist kein Umfeld für eine stabile Hausse.

Kommen kann sie trotzdem, aber angesichts dieser Gemengelage wird sie kein Selbstläufer. Dass der TecDAX diese Unterstützungszone verteidigt hat, ist schon mal positiv, kann die Basis für einen neuen Rallyeschub werden. Aber Sie sehen, dass es bislang nicht gerade im D-Zug-Tempo aufwärts geht. Noch bleiben die Bullen vorsichtig, denn für einen klaren Beleg, dass die Kuh vom Eis ist, bräuchte es mehr als verteidigte Unterstützungen. Dazu muss es auch gelingen, Widerstandslinien zu überwinden, die normalerweise vom bärischen Lager verteidigt werden. Da geht es in diesem Fall um die bei 3.376 Punkten verlaufende 20-Tage-Linie und die Widerstandslinie bei 3.408 Zählern. Sollte der Index an diesen Hürden scheitern, käme die Zone 3.188/3.303 Punkte sofort wieder ins Spiel … und würde dieser Bereich und darüber hinaus die 200-Tage-Linie bei derzeit 3.150 Punkten fallen, wären es die Bären, die den entscheidenden Punkt in diesem bislang unentschiedenen Ringen machen. Noch also wäre in Sachen Ausbruch nach oben Vorsicht angebracht.

Der DAX markierte zum Wochenstart neue Rekordhochs, der TecDAX ist in den letzten drei Wochen in der Spitze über elf Prozent gefallen – eine absurde Situation. Dreht der TecDAX jetzt nach oben und läuft dem DAX hinterher … oder kommt es womöglich genau anders herum? Die jetzt im Feuer stehende charttechnische Unterstützungszone wird es entscheiden!

Die Experten versuchen sich an den verschiedensten Erklärungen, wieso ausgerechnet die klassischen Branchen seit Mitte Februar die zweite Luft bekommen, während die Technologiewerte dies- wie jenseits des Atlantiks seit Wochen unter Dauerdruck stehen. Sind letztere einfach zu schnell zu weit gelaufen?

Das mag man wohl bei vielen vorherigen Gipfelstürmern so sehen. Aber das würde ebenso für Aktien gelten, die jetzt laufen wie geschnitten Brot, so z.B. Automobiltitel, Banken und Versicherer. Sind es Umschichtungen aus dem Anleihemarkt, die an den Aktien des TecDAX vorbeigehen? Auch das kann seinen Teil dazu beitragen, denn wenn grosse Adressen aufgrund der derzeit vor allem in den längeren Laufzeiten fallenden Anleihekurse dort Positionen reduzieren, investieren sie freies Geld aus diesem konservativen Bereich, wenn, dann in die konservativeren Branchen am Aktienmarkt. Und das wären eben eher Dow, DAX und Euro Stoxx 50, nicht die Nasdaq oder der TecDAX. Aber das wäre ein Argument, warum der TecDAX nicht nach oben mitläuft. Es wäre keines, warum er unmittelbar weiter fällt.

Und die zuerst genannten Umschichtungen heraus aus besonders schnell und weit gestiegenen TecDAX-Aktien müssten langsam auch mal auslaufen, wenn man sich ansieht, wie stark vormalige Highflyer wie Nordex, Evotec, Sartorius oder VARTA, um nur einige zu nennen, bereits gefallen sind. Die Aktien sind längst nicht mehr überhitzt, sondern überverkauft. Trotzdem scheint sich weiterhin niemand an diese Aktien bzw. an ihren Heimatindex heranzutrauen.  

Sieht man sich den TecDAX im langfristigen Bild auf Monatsbasis an, würde man da ein Argument für diese Abstinenz finden. Dass der TecDAX am oberen Ende der riesigen „Trompeten-Formation“, diesem nach rechts offenem Dreieck, abgeprallt war und zugleich der Stochastik-Oszillator auf Monatsebene an der überkauften Zone an einem Verkaufssignal laboriert, ist nicht gerade eine Einladung, Long zu gehen. Aber erst, wenn die momentan im Feuer stehende, auch im Monatschart eingezeichnete Unterstützungszone fallen würde, brennt wirklich etwas an. Bis dahin wäre der Trend des Index auf mittelfristiger Ebene noch zu retten. Vorausgesetzt, die Bullen kommen jetzt in die Gänge.

Die mittelfristig entscheidende Unterstützungszone reicht von der aktuell bei 3.147 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie bis zum „Prä Corona“-Hoch vom Februar 2020 bei 3.303 Punkten. Der TecDAX ist bereits weit in diese Zone hineingelaufen, zugleich wäre die Markttechnik hier, auf Tagesebene, bereits überverkauft. Aber wer macht den Anfang, scheinen sich viele offenbar zu fragen. Wer greift jetzt zu, investiert Kapital, um einen Punkt zu erreichen, an dem andere Trader auf den Zug aufspringen würden?

Der Index müsste aus dieser Zone nach oben hinaus, klar über 3.303 Punkten schliessen, um mittelfristige Short-Signale zu verhindern. Kommt es zu Rückkäufen bei den vorherigen Top-Performern, wäre das schnell gelungen. Wenn solche Käufe aber ausbleiben und die 200-Tage-Linie fallen sollte, würden die Momentum-Trader erst recht Short gehen, den Index noch deutlich weiter drücken. Fazit: Egal, in welche Richtung der TecDAX diese Zone 3.147/3.303 Punkte verlässt, es wäre ein kräftiger Trendimpuls zu erwarten … und die „Dringlichkeit“ dieser offenen Situation lässt erwarten, dass diese Richtungsentscheidung bald fallen wird.