Die besten Solar Aktien | Online Broker LYNX

Grüne Energie liegt an der Börse wieder im Trend: Vor allem für Solar-Aktien gab es in den Herbstmonaten 2020 zunächst kein Halten. Etliche Photovoltaik-Werte vervielfachten sich innerhalb weniger Monate, bevor Anfang 2021 eine Korrektur einsetzte, in der sich die meisten Solar Aktien weiterhin befinden. Bahnt sich demnächst vielleicht ein neuer Solar-Boom 2.0 an oder handelte es sich 2020 nur um ein Strohfeuer einiger Top Solar Aktien? Lohnt sich für Sie in der aktuellen Korrekturphase ein langfristiger Einstieg in Solar Aktien? Wir sehen uns in diesem Artikel für Sie an, was Sie im Jahr 2022 von Solarwerten erwarten dürfen.

Solarboom 1.0: Höhenflug und Absturz der deutschen Photovoltaik-Aktien

Viele von Ihnen werden sich vielleicht noch erinnern: Mitte der 2000er Jahre gab es einen regelrechten Solarhype, viele Aktien der Branche erlebten einen geradezu kometenhaften Anstieg. Solarunternehmen schossen wie Pilze aus dem Boden während besonders Hausdächer und Solarparks mit blauen Solarpanelen zugepflastert wurden. Vor allem dank staatlicher Förderungen und Subventionen boomte die Branche und deutsche Solarwerte wie Solarworld, Conergy oder Q-Cells vervielfachten sich im Wert. Doch auf die grosse Party folgte schnell der Absturz: Vor allem die zunehmende Billigkonkurrenz aus Fernost sorgte ab 2006 für einen rasanten Verfall der Modulpreise, was schliesslich zum Niedergang der deutschen Solarindustrie führte. In Folge dieser Entwicklung verbuchten Anleger mit Solar Aktien nichts als Verluste. Die meisten der damals bekannten Namen verschwanden von der Bildfläche, d.h. die Firmen meldeten entweder Insolvenz an oder wurden zu Schnäppchenpreisen von asiatischen Konkurrenten aufgekauft. Selbst Solarworld – das einstige Vorzeigeunternehmen und Flaggschiff der deutschen Solarbranche – meldete 2018 zum zweiten Mal Insolvenz an und stellte die Produktion endgültig ein.

Harter Verdrängungswettbewerb: Deutsche SMA Solar überlebt den Preiskampf

Die Solarbranche war in den letzten 15 Jahren vor allem durch Kostenwettbewerb gekennzeichnet. Die im Vergleich zur Konkurrenz zu hohen Produktionskosten und der Abbau von Subventionen und Fördermodellen machten der zuvor aufblühenden deutschen Solarindustrie innerhalb weniger Jahre den Garaus. Denn Solarzellen-Produzenten, die ihre Kosten nicht mindestens im Gleichschritt mit den fallenden Modulpreisen senken konnten, gerieten rasch in Schieflage. Das betraf natürlich nicht nur deutsche Unternehmen, weltweit war die Solarbranche einer harten Selektion unterworfen und eine Vielzahl von Solarunternehmen fiel dem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb zum Opfer. Mittlerweile kontrollieren die 5 grössten Modulhersteller bereits mehr als zwei Drittel des Weltmarktes – mit steigender Tendenz. Hierzulande – mit der SMA Solar Aktie – ist der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar mit einem aktuellen Börsenwert von 1,1 Mrd. Euro der einzige verbliebene mittelgrosse Solar-Konzern. Daneben gibt es noch einige kleinere Hersteller wie Aleo Solar, Heckert oder Solarwatt, die aber zusammen gerade mal auf einen Weltmarktanteil von weniger als einem Prozent kommen und international keine Rolle spielen.

Sogar günstiger als Parkettböden: Sonnenenergie mittlerweile wettbewerbsfähig

Die wenigen überlebenden Hersteller, die entweder auf der technologischen Seite oder der Kostenseite über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verfügen, könnten nun von einer Konsolidierung der Modulpreise profitieren. Denn die jahrelang fallenden Preise hatten auch ihr Gutes: Nachdem Solarpanels mittlerweile sogar günstiger als Parkettböden sind, wurde Solarstrom in immer mehr Ländern zu einer wettbewerbsfähigen Energiequelle. Der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris zufolge, erreichte die global neu installierte Solarkapazität im Jahr 2021 knapp 160 Gigawatt (GW). Das entspricht der Leistung von mehr als 125 (!) mittelgrossen Kernkraftwerken oder dem Verbrauch von 50 Mio. durchschnittlichen Haushalten in Deutschland. Mehr als die Hälfte der weltweit neu installierten grünen Stromerzeugung entfällt damit mittlerweile auf die Sonnenenergie. Rund 27 Gigawatt Solarleistung wurden in Europa neu installiert und davon wiederum entfallen 5,3 GW auf Deutschland.

Solarstrom gilt als konkurrenzfähigste nachhaltige Energieform

Solarstrom gilt inzwischen als wettbewerbsfähigste nachhaltige Energieform und in einigen Ländern mit besonders vielen Sonnenstunden sogar als günstigste verfügbare Stromquelle überhaupt. In den warmen Regionen Latein- und Nordamerikas, Europas und im Nahen Osten ist es bereits gelungen Solarstrom zu knapp über 0,01 USD/kWh zu produzieren – ein Preis an den kaum eine andere Energieform herankommt – höchstens Atomstrom, zumindest wenn man nur die reinen Betriebskosten betrachtet und Folgekosten für Zwischen- und Endlagerung von Atommüll aussen vor lässt. Fossile Brennstoffe hingegen hat Solarstrom in Sachen Rentabilität mittlerweile überholt. Im globalen Schnitt liegen die Kosten für Solarstrom derzeit bei 0,039 USD/kWh – mit sinkender Tendenz. Dies ist trotzdem bereits 20 % günstiger ist als die kostengünstigsten Kohlekraftwerke, die zu Kosten von ca. 0,05 USD/kWh produzieren.

Auch in Deutschland rechnen sich neue Solarparks bereits subventionsfrei, was unter anderem zur Folge hat, dass Landwirte ihre Ackerböden zum 2-3fachen der üblichen Pacht an Solarparks verpachten können. Relativierend gilt es allerdings zu sagen, dass der Anbau von Biosprit aus Mais derzeit rund 30- bis 100mal mehr Fläche verbraucht und im Gegensatz zu Solaranlagen auch noch die Böden auslaugt. Dementsprechend ist der Flächenverbrauch durch Solarparks bislang noch kein grosses Thema, zumal viele neue Parks entlang von Bahntrassen und Autobahnen entstehen. Die regenerative Energieform Sonnenstrom könnte nun also tatsächlich zum „grossen Sprung“ ansetzen.

Der globale Photovoltaik-Markt wächst und wächst

Die weltweit installierte Gesamtkapazität für Strom aus Photovoltaik-Anlagen soll Ende 2021 rund 0,90 Terrawatt (TW) betragen haben und bis 2024 um zwei Drittel oder satte 0,60 TW auf dann 1,5 TW steigen. Und das ist durchaus realistisch: Nachdem der Zubau im Jahr 2021 mit 160 GW die Erwartungen in Höhe von 150 GW deutlich übertraf, hält die IEA für das laufende Jahr 2022 sogar einen Zubau in Höhe von bis zu 200 GW (0,2 TW) für möglich. Laut Modulhersteller Canadian Solar steigt die Zahl der Absatzmärkte mit einer jährlichen Nachfrage von mehr als 1 GW von 6 im Jahr 2016 auf 20 im Jahr 2022. Rund 28 % der weltweit installierten Solarpanels (253 GW) befanden sich per Ende 2020 in China, gefolgt von den USA (93 GW), Japan (71 GW) und Deutschland (54 GW). Wir Deutschen haben mit ca. 650 Watt/Kopf zumindest pro Einwohner gerechnet die Spitzenposition in Sachen Solarstrom inne, allerdings dicht gefolgt von Australien. Trotz des starken Wachstums deckt Solarstrom laut der Internationalen Energie Agentur IEA erst gut 3 % des weltweiten Strombedarfs. Es gibt also noch enormes Wachstumspotenzial. Der Solarstrom-Anteil am weltweiten Energiemix soll den Prognosen zufolge bis 2030 auf 10 % (2,5 TW) und bis 2050 auf mehr als 20 % (> 8 TW) steigen. Doch laut Fatih Birol, Direktor der IEA könnte das Ziel von 8.000 TW auch schon im Jahr 2040 erreicht werden, falls die Regierungen ihre Politik stärker an Nachhaltigkeitszielen ausrichten. Doch egal ob das Ziel im Jahr 2040 oder erst 2050 erreicht wird: Solarstrom dürfte langfristig zur wichtigsten Energiequelle überhaupt aufsteigen.

Die Treiber des neuen Photovoltaik-Booms: Innovationen und sinkende Speicherpreise

Bei den Modulpreisen erwartet Volker Quatschning, Professor für erneuerbare Energien an der HTW Berlin mittlerweile nicht mehr viel Luft nach unten und hält beispielsweise eine nochmalige Halbierung für unrealistisch. Quatschning sieht bei Dachmodulen eine Grenze im Bereich von 20 Cent pro Watt. Nicht zuletzt auch weil die Montagekosten mittlerweile gut die Hälfte der Kosten ausmachen würden. Als Treiber für den zukünftigen Photovoltaik-Boom werden also die fallenden Modulpreise eine immer geringere Rolle spielen.

Dagegen werden Experten zufolge die sinkenden Preise für Stromspeicher zukünftig schon eher ins Gewicht fallen. Denn diese machen es immer attraktiver, den erzeugten Strom in Akkus abzuspeichern und erst später, bei Bedarf z.B. zum Laden von Elektroautos zu verwenden. Auch zur kommerziellen Gewinnung von Wasserstoff mittels Brennstoffzelle eignet sich Solarstrom hervorragend, denn auch so kann die je nach Tageszeit und Wetter stark schwankende Energieleistung effizienter ausgenutzt werden. Denn die Unstetigkeit der Stromerzeugung ist bislang der grosse Nachteil der Sonnen-Energie. Auch Methanol oder Ammoniak sind synthetische Brennstoffe, die sich mittels Solarenergie erzeugen lassen.

Daneben wird das Wachstum des Solarmarktes auch durch Innovationen bei der Herstellung vorangetrieben. So werden mittlerweile grössere Siliziumwafer und neue Produktionsverfahren eingesetzt, so dass statt der üblichen Modul-Leistung von 300 Watt nun auch 600 Watt möglich sind.

Zukunftsmusik: Forscher erreichen Solarzellen-Wirkungsgrade von fast 70 %

Auch der Wirkungsgrad der Anlagen hat noch ordentlich Luft nach oben: Forschern der National Renewable Energy Laboratories (NREL) in den USA ist es zuletzt gelungen eine Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von fast 50 Prozent herzustellen, was die bislang üblichen 20 Prozent in kommerziellen Anlagen bei weitem übertrifft. Dazu wurden die üblichen Sechsfachsolarzellen mit zusätzlichen Schichten aus unterschiedlichsten Halbleitermaterialien beschichtet. Auf diese Weise konnten die Forscher das Sonnenlicht konzentrieren und ein breiteres Lichtwellen-Spektrum zur Freisetzung von Elektronen nutzen. Trotz der insgesamt 140 Schichten ist die Solarzellenschicht dabei immer noch dreimal dünner als ein menschliches Haar.

Kürzlich erreichten Forscher des deutschen Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE mit einer sogenannten Laserleistungszelle sogar noch weitaus höhere Wirkungsgrade von annähernd 69 % (!). Die Wissenschaftler haben für das innovative System eine extrem dünne Solarzelle aus Galliumarsenid verwendet, die zusätzlich mit einem hochreflektierenden, leitfähigen Rückseitenspiegel versehen wurde. Die neuen Technologien haben allerdings eines gemeinsam:  Aufgrund der aufwändigeren und damit noch sehr viel teureren Herstellung sind sie noch etliche Jahre davon entfernt auf den Markt zu kommen und somit erst einmal Zukunftsmusik. Der Einsatz solcher neuen Technologien wird sich deshalb anfangs auf punktuelle Einsätze beschränken z.B. bei Satelliten im Weltall, wo es auf besonders platzsparende Module ankommt. Dennoch offenbart sich das Potenzial, das in einer zukünftigen Steigerung des Wirkungsgrades liegt. Denn selbst wenn es im Massenmarkt „nur“ gelingt, den Wirkungsgrad der bestehenden Solarzellen wie erwartet von 20 % auf 25 % zu steigern, wäre dies für die Branche ein grosser Fortschritt: Der Platzbedarf für neue Anlagen könnte um -20 % gesenkt werden.

Solar-Werte: Niedrige Bewertungen durch anhaltenden Margendruck

Durch den harten Verdrängungswettbewerb waren die Umsätze und Gewinnmargen der meisten Solarfirmen jahrelang unter enormen Druck, was auch bei den grössten Unternehmen immer wieder zu Verlusten oder nur sehr geringen Gewinnen führte. Die Tatsache, dass lange Zeit kein Ende der Abwärtsspirale in Sicht war, spiegelte sich auch im Börsenwert der Solarfirmen wider, deren Marktkapitalisierungen sich oft deutlich unter den Umsätzen bewegen. Die Solarbranche fristete an der Börse ein 15jähriges Schattendasein, und heute ist kein Solarmodulhersteller mehr als 10 Mrd. USD wert. Das ist erstaunlich für einen Industriezweig, der in einigen Jahren zur wichtigsten Energiequelle überhaupt werden könnte.

Die Bewertungssituation könnte sich nun jedoch nachhaltig ändern: Dass sich die Preise für Solarmodule zuletzt getrieben durch eine stärkere Nachfrage nicht mehr ganz so schwach entwickelten, bedeutet für viele Unternehmen einen Gewinnhebel. Denn sobald die Kosten stärker fallen als die Preise, erhöht sich die Gewinnmarge der Hersteller. Ausgehend vom niedrigen Niveau, bedeutet dies für die grossen Mengenhersteller rasch eine Gewinnverdopplung oder -verdreifachung. Beste Aussichten also für Unternehmen, die einerseits ihren Absatz steigern und dabei andererseits auch ihre Kosten im Griff haben.

Solar-ETF als Alternative zu Einzelaktien

Wer nicht auf Einzelaktien aus dem Solarsektor setzen möchte, der kann mit einem Solar-ETF auf eine positive Entwicklung der gesamten Branche setzen. Der iShares Global Clean Energy ETF (ISIN: IE00B1XNHC34 – Symbol: IQQH – Währung: USD) deckt zwar auch andere Themen wie Energie aus Wind, Wasser und Brennstoffzellen ab, die grössten drei Positionen sind mit SunRun, SolarEdge und Xinyi Solar jedoch Solarwerte. Mit Enphase Energy, First Solar und Scatec Solar befinden sich drei weitere reine Solarwerte unter den Top 10 Investments.

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Die besten Solar-Aktien 2022

Solar- und Photovoltaik-Aktien sind sicher weiterhin nichts für risikoscheue Anleger. Es spricht trotzdem einiges dafür, dass Solar-Werte nach einem 15jährigen Dornröschenschlaf wieder wach geküsst wurden. Die Anstiege zum Jahreswechsel 2020/21 könnten der Startschuss für einen langfristigen Aufschwung „grüner Aktien“ sein. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie eine Aktien-Liste von zehn Top Solar-Aktien für 2022 zusammengestellt, unsere Solar-Aktien-Liste. Drei besonders aussichtsreiche, marktführende Solar-Werte stellen wir Ihnen anschliessend näher vor.

Solar-Aktien-Liste:

Mit diesen Solar Aktien könnten Sie vom Solarboom 2.0 profitieren

First Solar: Wertvollster Solarmodulhersteller

First Solar (ISIN: US3364331070 – Symbol: FSLR – Währung: USD) weist von allen Solarmodul-Herstellern mit derzeit ca. 8 Mrd. USD den höchsten Börsenwert auf. Das US-Unternehmen mit Sitz in Arizona stellt Dünnschicht-Solarmodule her, die bei wechselnden Temperaturen gleichmässiger Strom herstellen und somit einen höheren Wirkungsgrad haben als kristalline Silizium-Module. Vor allem für Stromkonzerne und Solarparks ist das oft das entscheidende Argument für die Dünnschicht-Technologie. Neben Solarmodulen bietet das Unternehmen umfassende Photovoltaik-Systemlösungen und Serviceleistungen an. First Solar realisiert beispielsweise Grossprojekte, die nach Fertigstellung an Stromkonzerne verkauft werden. Zukünftig möchte man sich allerdings wieder verstärkt auf die Kernkompetenz der Solarzellenherstellung fokussieren.

Starkes Bilanzbild

First Solar verfügt trotz des harten jahrelangen Konkurrenzkampfs über eine starke Bilanz. So hat das Unternehmen zum Ende des Geschäftsjahres 2020 rund 1,8 Mrd. USD an Barmitteln und liquiden Wertpapieren, sowie rund 5,5 Mrd. USD Eigenkapital. In den letzten drei Jahren steigerte das Unternehmen seinen Umsatz im Schnitt um immerhin +13 % p.a., während der Gewinn sogar um starke +68 % zulegte. Für das abgelaufene Jahr 2021 rechnen Analysten mit einer Gewinnsteigerung von 3,73 USD je Aktie um +12 % auf 4,18 USD je Aktie. Die Umsätze dürften im selben Zeitraum von 2,7 Mrd. USD im Vorjahr um +8 % auf 2,9 Mrd. USD gestiegen sein. Im Jahr 2022 soll es den Marktexperten zufolge allerdings eine Wachstumspause geben: Bei knapp 2,8 Mrd. USD Umsatz sollen im kommenden Jahr nur 2,05 USD Gewinn je Anteilsschein erzielt werden. Für das Jahr 2023 gehen die Experten dann von einem Umsatzanstieg auf 3,4 Mrd. USD (+23 %) und einem Gewinn von 3,73 USD je Aktie (+82 %) aus.

Chart First Solar Aktie: Neue Allzeithochs im Jahr 2021

Solar Aktien: Kursentwicklung der First Solar Aktie von Januar 2019 bis Januar 2022 | Online Broker LYNX

Seit dem Jahr 2014 startete die First Solar Aktie zahlreiche Anläufe, die Widerstandsmarken zwischen 75 USD und 80 USD zu überwinden. Doch nachdem Ende 2021 ein neues Allzeithoch von 123 USD erzielt wurde, sollte der ehemalige Widerstand nun als Unterstützungsbereich fungieren. Zwar ging es Anfang 2022 kurzzeitig bis auf 69 USD hinunter, aber die Aktie fing sich anschliessend rasch und notiert aktuell bei ca. 78 USD. Wichtig wäre nun, dass sich der Kurs der Aktie in diesem Bereich halten kann.

Langfristiges Basisinvestment im Solarbereich

Die First Solar Aktie verzeichnet zwar auch starke Schwankungen, aber ist dennoch etwas weniger volatil als die beiden anderen nachfolgend vorgestellten Werte Jinko Solar und Canadian Solar. Dank der robusten Bilanz, voller Auftragsbücher und einer starken Technologie gehört die First Solar Aktie für uns zu den Favoriten der Branche. Die Börse honoriert vor allem die technologisch starke Marktstellung zu Recht mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber anderen Anbietern. Ein langfristiger Zeithorizont gehört allerdings bei einem Investment in First Solar unbedingt dazu – so wie bei allen anderen Solarwerten auch. Mutige Anleger können die laufende Korrektur für Neueinstiege nutzen.

Jinko Solar: Umsatzstärkster Solarkonzern

JinkoSolar (ISIN: US47759T1007 – Symbol: JKS – Währung: USD) mit Sitz in Shanghai gilt mit einem Jahresumsatz von knapp 6 Mrd. USD als weltweit umsatzstärkster Solarzellenhersteller. Neben kristallinen Silizium-Modulen werden auch Montagesysteme vermarktet. Die Tochterfirma JinkoPower betreibt eigene Solarparks. Im Jahr 2020 lieferte JinkoSolar Module mit einer Gesamtleistung von knapp 19 GW aus. Das entspricht immerhin 15 % der globalen Neuinstallationen. Im Jahr 2021 sollen eigenen Prognosen zufolge bereits 23 – 24 GW Leistung ausgeliefert worden sein. Das Unternehmen schöpft einen grossen Teil der Wertschöpfungskette selbst ab, sodass JinkoSolar bei hoher Nachfrage besonders stark profitiert. Auf der Kostenseite gilt das chinesische Unternehmen neben Canadian Solar, JA Solar und Trina Solar als einer der Taktgeber, die kleinere und mittlere Hersteller dazu zwingen nachzuziehen. Viele Anbieter, die das nicht geschafft haben, sind mittlerweile aus dem Markt ausgeschieden. Zuletzt meldete JinkoSolar, dass man die Effizienz der produzierten monokristallinen Zellen auf starke 23,5 Prozent steigern konnte. Ein Wert, der auch vom TÜV Rheinland bestätigt wurde. Der Wirkungsgrad für grossflächige monokristalline Solarzellen konnte sogar Werte von 25,3 % erzielen.

Bewertungsfantasie nach erfolgreichem Börsengang der Tochter Jiangxi Jinko

Kürzlich feierte die Tochtergesellschaft Jiangxi Jinko in China ein höchst erfolgreiches IPO. Insgesamt platzierte Jinkosolar rund 20 % der ausstehenden Aktien zu einem Preis von 5 Yuan und nahm dabei satte 1,6 Mrd. USD ein. Die Jiangxi-Aktie stieg gleich am ersten Tag um mehr als +100 % auf 10,55 Yuan und notiert auch heute noch in diesem Bereich. Neben den eingenommenen 1,6 Mrd. USD besitzt die verbliebene Beteiligung in Höhe von 58,6 % damit für Jinko Solar einen Wert von annähernd 10 Mrd. USD. In den USA hingegen kommt Jinko Solar auf eine Bewertung von gerade mal 2,1 Mrd. USD, so dass die Beteiligung rund fünf Mal so viel wert ist wie die Muttergesellschaft. Auch wenn hier ein „China-Abschlag“ eingerechnet werden muss, gibt es eine enorme Bewertungsdiskrepanz. Ein Aktienkursanstieg um mehr als +50 % würde jedoch als absolut gerechtfertigt erscheinen.

Seit 2018 steigende Bruttomargen

Jinkosolar konnte die Bruttomargen trotz des intensiven Wettbewerbs von 2018 bis 2020 von 12 % auf 17,6 % steigern. In den letzten drei Jahren stieg der Umsatz des chinesischen Konzerns im Schnitt um +15 %, die Gewinne legten dabei um +12 % p.a. zu. Für das Gesamtjahr 2021 rechnen Analysten mit einem Umsatzwachstum von +10 % auf 5,9 Mrd. USD und einem Gewinnrückgang von 3,10 USD je Aktie im Vorjahr auf 1,89 USD je Aktie. Im Jahr 2022 soll der Umsatz dann um +34 % auf 7,9 Mrd. USD anziehen, bei einem Ergebnis von 3,54 USD je Aktie (+87 %). Überraschungen sind nicht ausgeschlossen, denn selbst kleine Margenveränderungen wirken sich erheblich auf die Gewinne des Unternehmens aus.

Chart Jinko Solar Aktie: Sensationelle Kursexplosion im Herbst 2020

Solar Aktien: Kursentwicklung der Jinko Solar Aktie von Januar 2019 bis Januar 2022 | Online Broker LYNX

Die JinkoSolar Aktie zündete Anfang September 2020 den Turbo und verzeichnete eine regelrechte Kursexplosion. Von unter 20 USD schnellte die Aktie wie an der Schnur gezogen auf ein neues Allzeithoch von 90 USD hoch. Im März zuvor war die chinesische Aktie noch bis auf 11 USD abgestürzt. Bei derartig scharfen Kursbewegungen sollten Anleger stets sehr vorsichtig agieren, denn stärkere Rücksetzer sind nach den steilen Anstiegen sehr wahrscheinlich. Und so kam es auch bei JinkoSolar, denn die Aktie notiert aktuell wieder bei rund 44 USD.

Nur sehr spekulative Anleger steigen ein

JinkoSolar profitiert als weltgrösster Solarmodulhersteller und Kostenführer an erster Stelle von einer gesteigerten Nachfragelage. Bei aktuellen Kursen von 44 USD beträgt die Marktkapitalisierung rund 2,1 Mrd. USD. Damit notiert die Jinko Solar Aktie bei gerade mal einem Drittel des Jahresumsatzes. Und allein die Beteiligung an Jiangxi Jinko ist derzeit knapp 10 Mrd. USD wert. Bei einem erwarteten 2022er Ergebnis von rund 3,54 USD je Aktie wirkt die JinkoSolar-Aktie mit einem KGV von 12 äusserst günstig. Dennoch ist die Solar Aktie aufgrund des schwankungsfreudigen Charakters und des „China-Risikos” nur für sehr spekulative Anleger geeignet. Investiert werden sollte dabei auch nur ein sehr kleiner Depotanteil.

Canadian Solar: Die klare Nummer zwei unter den grössten Modulherstellern der Welt

Die kanadische Solarfirma Canadian Solar (ISIN: CA1366351098 – Symbol: CSIQ – Währung: CAD) kommt in Sachen Produktion und Auslieferungen fast schon an JinkoSolar heran. Aufgrund der geringeren Fertigungstiefe sind die Umsätze allerdings deutlich niedriger. Seit der Gründung im Jahr 2001 hat Canadian Solar eigenen Angaben zufolge bereits Solarmodule mit mehr als 59 GW Leistung ausgeliefert. Die Modul-Fertigungskapazität des Unternehmens wurde bis zum Jahresende 2021 auf über 25 GW ausgebaut. Ausser Modulen werden Wechselrichter und Stromspeicherlösungen, sowie Servicedienstleistungen angeboten.

Starke Marktstellung bei Solarparks und Grossprojekten

Canadian Solar entwickelt, baut, betreibt und verkauft daneben auch ganze Solarparks. Derzeit werden eigene Parks mit einer aktuellen Gesamtleistung von 400 MW betrieben, in der Pipeline befinden sich weitere Grossprojekte im Gesamtvolumen von 22 GW. Dieses Projektgeschäft, bei dem in der Regel fertige Anlagen und Parks an Energiekonzerne übergeben werden, soll stark ausgebaut werden. Während für 2021 die Fertigstellung von Grossprojekten im Gesamtvolumen von 1,1 bis 1,3 GW erwartet wurde, sollen es 2024 bereits 3,6 bis 4,1 GW sein. Dabei sichert sich Canadian Solar in der Regel einen kleinen Minderheitsanteil, der von aktuell 30 MW Leistung auf knapp 1 GW im Jahr 2024 steigen soll.

Platz Nummer zwei in der Solarbranche wird gesichert

Einen grossen Sprung erwartete das Unternehmen für das Jahr 2021. Von 11 GW im Jahr 2020 sollen die Auslieferungen auf ca. 14,5 GW angezogen sein. Dies liegt allerdings weit unter den ursprünglichen Plänen von 18 bis 20 GW. Dennoch scheint der Platz Nummer zwei in der Branche damit gefestigt. Das Unternehmen arbeitet allerdings an einer erheblichen Ausweitung seiner Kapazitäten und erwartet, dass der Weltmarktanteil von bislang 10 % auf 14 % ansteigen wird. Durch die Standort- und Grössenvorteile und Skaleneffekte erhofft man sich einen enormen Schub in Sachen Profitabilität. Und hier liegt Canadian Solar ohnehin schon gut im Rennen. Seit 2016 wurde die Bruttomarge von 15 % auf mittlerweile 20 % gesteigert, die Konkurrenz liegt hier im Schnitt deutlich darunter.

Fokus auf kristalline Silizium-Module

Canadian Solar fokussiert sich auf die kostengünstigsten kristallinen Silizium-Module, dabei haben die Kanadier die gesamte Produktion auf die moderne sogenannte PERC-Technologie umgestellt (PERC = Passivated Emitter and Rear Cell), wodurch im Vergleich zu den bislang üblichen Standardmodulen ein um 1 % erhöhter Wirkungsgrad erreicht wird. Dennoch haben die Module von Canadian Solar immer noch einen etwas geringeren Wirkungsgrad als beispielsweise die Dünnschichtmodule der Konkurrenten First Solar oder SunPower. Auch Canadian Solar zählt zu den Kostenführern der Branche, die den harten Wettbewerb durch Preissenkungen in den vergangenen Jahren immer wieder gegenseitig anheizten.

Tochterfirma soll in China gelistet werden

Canadian Solar hat Ende 2021 bekannt gegeben, dass die Mehrheitstochter CSI Solar die Genehmigung für einen Börsengang in Shanghai erhalten hat. Genau wie bei Jinko Solar könnte dies für einen ordentlichen Cashzufluss sorgen und den Unternehmenswert steigern. Vorausgesetzt natürlich, der Börsengang verläuft ähnlich erfolgreich wie bei der Jinko Solar Tochter Jiangxi Jinko. Nach der geplanten Notierung von CSI Solar am STAR Market in Shanghai wird Canadian Solar weiterhin Mehrheitsaktionär von CSI Solar bleiben.

109 % Gewinnwachstum für das Jahr 2022 erwartet

In den letzten drei Jahren lag das Umsatzwachstum von Canadian Solar bei immerhin +8 %. Zwar wurde auf der einen Seite mehr Photovoltaik-Leistung ausgeliefert, auf der anderen Seite führten die fallenden Modulpreise jedoch dazu, dass die Umsätze nicht stärker anzogen. Die Gewinne entwickelten sich in den letzten drei Jahren rückläufig und auch für 2021 wird ein Ergebnisrückgang erwartet. Für das abgelaufene Geschäftsjahr erwarten Analysten bei einem starken Umsatzanstieg um +54 % ein um etwa -44 % schwächeres Ergebnis je Canadian Solar Aktie von 1,33 USD. Dies liegt in erster Linie an den hohen Investitionen, die für den starken Ausbau der Kapazitäten notwendig sind. Im laufenden Jahr 2022 soll der Umsatz um +25 % auf 6,7 Mrd. USD steigen, während die erwarteten Gewinne einen Sprung um +109 % auf ca. 2,78 USD je Aktie machen dürften.

Chart Canadian Solar Aktie: Heftige Korrekturbewegung

Solar Aktien: Kursentwicklung der Jinko Solar Aktie von Januar 2019 bis Januar 2022 | Online Broker LYNX

Bereits seit den Sommermonaten 2020 bewegte sich die Canadian Solar Aktie aufwärts und überwand einen langjährigen Widerstand von 26 USD. Die Aktie gehört damit zu den Solarwerten, die am frühesten aus ihren Startlöchern gekommen sind. Anschliessend kletterte die Aktie bis auf 67,50 USD. Seit Anfang 2021 korrigierte die Aktie – in erster Linie aufgrund der verfehlten Erwartungen – heftig und notiert aktuell bei knapp 28 USD.

Spekulative Aktie mit guten Aussichten auf langfristige Kursgewinne

Genau wie JinkoSolar gehört auch die Canadian Solar Aktie zu den Photovoltaik-Aktien, die vor allem auf der Kosten- bzw. Preis-Ebene konkurrieren. Bestehen weltweit Überkapazitäten, so gibt es einen hohen Druck auf die Gewinnmargen, der auch entsprechend auf den Börsenbewertungen lastet. Deshalb liegt die Marktkapitalisierung von Canadian Solar mit aktuell ca. 1,7 Mrd. USD deutlich unter dem erwarteten Jahresumsatz. Kehrt sich die Situation jedoch um, weil die Nachfrage nach Solarmodulen anzieht, so wirkt sich das entsprechend positiv auf die Gewinnmargen aus, die in Relation zu Umsatz und Börsenbewertung dann eine Hebelwirkung entfalten können. Die Canadian Solar Aktie ist zweifellos schwankungsfreudig und spekulativ. Langfristig orientierte Anleger können mit dem Wert darauf setzen, dass sich die Modulpreise aufgrund der steigenden Nachfrage zukünftig deutlich stabiler entwickeln. Denn ebbt der Druck auf die Gewinnmarge ab, so könnte die Aktie an die Anstiege von Ende 2020/Anfang 2021 anknüpfen und erneut in eine Aufwärtsbewegung übergehen.

Fazit: Investmentideen aus dem Solar-Sektor

In einer Branche, in der es keine allzu grosse Differenzierung gibt, ist es wichtig in marktführende Solarunternehmen zu investieren, die sich auch in einem rauen Wettbewerbsklima langfristig behaupten können. Die drei vorgestellten Unternehmen bieten genau das. Während First Solar in Sachen Technologie, Bilanzbild und Börsenwert Spitzenreiter ist, hat JinkoSolar dank der hohen Fertigungstiefe in Sachen Umsatz die Nase vorn. Canadian Solar hingegen hat die höchsten Bruttogewinnmargen und sollte ab 2022 auch auf der Gewinnseite vom massiven Ausbau der Kapazitäten profitieren.

Bitte beachten Sie: Alle drei Solar Aktien sind bis Anfang 2021extrem gut gelaufen und konsolidieren seitdem. Diese Korrektur könnte Ihnen als Anleger nun möglicherweise günstige längerfristige Einstiegspunkte bieten, denn Solarenergie wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Das sollte sich dann auch in einer steigenden Marktkapitalisierung der Branche widerspiegeln, die im Vergleich zu anderen Industriezweigen noch immer sehr klein anmutet. Wer nicht auf die sehr schwankungsfreudigen Einzelwerte setzen möchte, kann sich – am besten auch bei einem Kursrücksetzer – ein Solar-ETF z.B. den vorgestellten iShares Global Clean Energy ETF ins Depot legen.

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