Varta Aktie aktuell VARTA: Das ist jetzt der bullische Triggerpunkt

News: Aktuelle Analyse der Varta Aktie

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Zur Varta Aktie

Die gestern vorgelegte 2020er-Bilanz löste zuerst einen Kurssprung aus, dann aber kamen Gewinnmitnahmen. Kein Wunder, die Zahlen waren bekannt. Aber damit wird klar, wo der Punkt liegt, über dem die VARTA-Aktie wieder bullisch wäre.

Die Bilanz für das Jahr 2020 war bereits am 18. Februar als vorläufiges Zahlenwerk präsentiert worden, das mochte mancher Marktteilnehmer gestern nicht mehr auf dem Schirm gehabt haben, der daraufhin eingestiegen ist. Die VARTA-Aktie machte zuerst einen gewaltigen Satz nach oben, dann aber bröckelten die Gewinne ab. Denn nicht nur die Zahlen für das vergangene Jahr blieben dieselben, auch der Ausblick. Und der war es, der dafür sorgte, dass VARTA im Februar beim Versuch, das bisherige Rekord-Verlaufshoch von 181,30 Euro anzugehen, förmlich „abgeschossen“ wurde.

Dieser gestern bestätigte Ausblick beinhaltete ein avisiertes Umsatzwachstum von acht Prozent nach +140 Prozent im Jahr 2020 und eine Steigerung der EBITDA-Marge von 27,5 Prozent im Vorjahr auf „bis zu“ 30 Prozent im laufenden Jahr. Käme es zu diesen 30 Prozent, würde man einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um die 282 Millionen Euro erreichen, nach 241 Millionen im Jahr 2020. Ein Gewinnanstieg von 17 Prozent, das ist viel weniger, als sich Analysten und Anleger erhofft hatten, nachdem Umsatz und Gewinn 2020 dreistellig zugelegt hatten. Die Aktie brach weg … und die Bodenbildung, die derzeit läuft, wurde dadurch, dass in diesen gestrigen Kurssprung hinein verkauft wurde, erst einmal nicht beendet. Aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Varta Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Mit dieser endgültigen Bilanz wurden die Investoren noch einmal daran erinnert, dass es mit VARTAs Wachstum nicht mehr so explosiv vorangeht wie 2019 und 2020. Diejenigen, die überzogene Erwartungen hegten, sind damit „abgeschüttelt“. Wer jetzt dabei ist, weiss, wie sich die Perspektive darstellt, das Enttäuschungspotenzial ist dadurch viel geringer als noch zu Jahresbeginn. Wenn die Aktie also jetzt ihre Bodenbildung vollendet, dann mit den Käufen von Tradern, die nicht auf einer Wolke schweben, von der sie jederzeit herunterfallen könnten.

Und dadurch, dass der Kurs erst einmal wieder ausgebremst wurde, wird die Zone, die es zu bezwingen gilt, um ein sauberes, bullisches Signal zu sehen, noch klarer. Sie sehen im Chart, dass die Käufer in den letzten zwei Wochen mehrfach versucht hatten, den Widerstand bei 133 Euro zu überwinden, der sich aus dem Zwischentief der beiden markanten Topps vom Januar und Februar ergibt. Das wurde gestern erneut versucht, wieder klappte das nicht. Damit wird klar:

Diese Linie von 133 Euro muss signifikant bezwungen werden, um den Weg nach oben freizubekommen. Diese Linie und die über die beiden Topps zu konstruierende Abwärtstrendlinie, die aktuell bei 141 Euro verläuft und zügig nach unten läuft. Gelingt es, VARTA über diese Hürden zu tragen, wäre der Bann gebrochen. Bis dahin bleibt Vorsicht geboten.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Varta Aktie

Derzeit kursieren Gerüchte, wonach Varta in die Produktion von Batterien für Elektroautos einsteigen könnte.
Löst das die nächste grosse Rallye aus?

Party in vollem Gange

Elektroautos und Aktien, die damit im Zusammenhang stehen, sind bei den Anlegern derzeit heissbegehrt.

In vielen Fällen haben sich die Kurse vervielfacht. Tesla ist nur das prominenteste Beispiel. Auch Aktien, wie BYD, die zuvor jahrelang im Dornröschenschlaf verharrten, sind regelrecht durch die Decke gegangen.

Ich rate Anlegern wie immer zur Vorsicht. Hypes kommen und gehen und die Vervielfachung der Aktienkurse basiert vor allem auf der Haltung der Anleger gegenüber diesen Unternehmen.

Bei den Unternehmen selbst ist zwischenzeitlich gar nicht viel passiert. Tesla ist heute nahezu dasselbe Unternehmen wie vor einem Jahr, nur eben fast zehnmal teurer.

Die Gerüchteküche brodelt

Derzeit kursieren Gerüchte, wonach Varta in die Produktion von Batterien für Elektroautos einsteigen könnte.

Demnach gibt es wohl eine Pilotlinie am Stammsitz in Ellwangen. Darüber hinaus
befindet man sich angeblich in Gesprächen mit mehreren Autoherstellern.

Ob sich das Gerücht bewahrheiten wird, werden wir sehen.

Eine Sache dürfte aber klar sein: Sollte Varta zukünftig wirklich Autobatterien, dürfte das in diesem Börsenumfeld einen Höhenflug der Aktie auslösen.

Ein bedeutender Teil der Kosten für die Expansion in diese Richtung, könnte dann durch Kapitalerhöhungen finanziert werden.
Und das zu einem entsprechend hohen Aktienkurs.

UPDATE: Varta bestätigt Bericht

Inzwischen hat Varta die Gerüchte bestätigt (Link).

Demnach wird Varta in Zukunft Batteriezellen für die Elektromobilität produzieren. Die neue Zelle soll zum Ende dieses Jahres am Stammsitz des Konzerns in Ellwangen auf einer Pilotlinie produziert werden.

Anleger sollten das aber nicht mit der Massenproduktion verwechseln. Es handelt sich um aber um einen ersten Schritt in diese Richtung

Zeit

Man sollte aber auch nicht unterschätzen, wie lange es von der Idee dauert, bis wirklich die ersten Akkus vom Band laufen würden.

Die Produktion in diesem Bereich ergibt nur im grossindustriellen Stil Sinn, sonst ist man nicht konkurrenzfähig.

Man kann sich ungefähr ausmalen, wie lange der Bau der entsprechenden Fabriken dauern würde.

Es sei denn, man nutzt die Batterien nur zur Unterstützung, nicht als Haupt-Akku für das Fahrzeug.
Das könnte Varta wohl wesentlich schneller umsetzen.

Geld ist wertlos

Sollte Varta diesen Schritt dennoch wagen, könnte es einer „Self-fulfilling prophecy“ (sich selbst erfüllende Prophezeiung) ähneln.

Die Nachricht, dass man bald EV-Batterien herstellt, würde wahrscheinlich zu einem Höhenflug der Aktie führen.

Die dann vorliegende sehr hohe Bewertung (oder Überbewertung) wäre dann sogar hilfreich.
Im Endeffekt ist das bei Varta bereits seit zwei Jahren der Fall.

Das Unternehmen kann sich über Kapitalerhöhungen gigantische Mengen an Kapital besorgen.
Die Anleger schlucken es einfach.

Früher wäre das undenkbar gewesen und hätte Kursstürze ausgelöst.
Es ist ein Zeichen unserer Zeit, Geld scheint wertlos geworden zu sein.

Chart

Aus technischer Sicht ist die Lage recht eindeutig. Varta wurde in den letzten Monaten immer wieder in der Unterstützungszone zwischen 100 und 108 Euro aufgefangen.

Ausgehend von diesem Bereich könnte jetzt die nächste Rallye starten. Über 123 und 128 Euro käme es jeweils zu prozyklischen Kaufsignalen.

Mögliche Kursziele liegen bei 133 sowie 138 Euro. Darüber wäre ein Gap-Close denkbar.

Für antizyklische Anleger wird es ab 112 Euro interessant. Fällt die Aktie jedoch unter 108 Euro, wird es brenzlig.

Chart vom 16.03.2021 Kurs: 123 Kürzel: VAR1 – Tageskerzen

Von über 180 auf unter 110 Euro in nur wenigen Wochen: Die Super-Hausse der VARTA-Aktie ist vorbei. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Kurs noch weiter in die Knie geht … oder aber gerade der Boden für einen neuen Aufwärtsimpuls entsteht.

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Das wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Nach dem durch den Ausblick auf 2021 ausgelösten Selloff hatte die Aktie Ende Februar zwar die doppelte Unterstützung aus mittelfristiger Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie noch gehalten. Aber die Gegenbewegung nach oben versickerte kläglich. Zu viele Marktteilnehmer sahen die Aktie auf einmal als zu riskant an und blieben weg. Die Folge war, dass dieser doppelte, mittelfristige Support in der vergangenen Woche fiel. Ein klar bärisches Szenario, aber:

Die Chance, in der aktuellen Kursregion einen Boden zu bilden, ist durchaus vorhanden. Sie sehen im Chart, dass VARTA beim ersten Test der mittelfristigen Leitlinien ein Verlaufstief bei 105,10 Euro ausgebildet hatte, das zusammen mit den Zwischentiefs vom Oktober und November bei 99,20 bzw. 100,40 Euro eine potenzielle Auffangzone bildet. Dass es da um die Verteidigung einer „big figure“, der 100 Euro-Marke, ginge und die markttechnischen Indikatoren nach diesem rasanten Abstieg der Aktie klar überverkauft sind, würde eine Bodenbildung in diesem Bereich begünstigen. Aber was ist mit der fundamentalen Situation? Waren die 2020er-Bilanzzahlen sowie der 2021er-Ausblick denn nicht so schwach, dass ein nennenswerter Aufwärtsimpuls unwahrscheinlich wird? Nein, das waren sie nicht.

Expertenmeinung: VARTA hat seinen Umsatz 2020 um sagenhafte 140 Prozent gesteigert, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 145 Prozent, die Gewinnmarge kletterte von 26,9 Prozent auf 27,5 Prozent. Diese Ergebnisse lagen sogar über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

Also war es der Ausblick, der den Kurs zu Boden schickte? Ja, aber nur, weil viele Analysten und Trader das gewaltige Wachstum des abgelaufenen Jahres einfach in die Zukunft verlängert hatten, wofür es keinen vernünftigen Grund gab. Das war der Grund, weshalb ein avisiertes Umsatzwachstum von ca. acht Prozent und ein Avis von +18 Prozent beim EBITDA derart negativ aufgenommen wurden. Nichtsdestotrotz geht das Wachstum weiter. Und der Kurs liegt jetzt dramatisch tiefer als vor wenigen Wochen, was bedeutet: Die zuvor überzogene Bewertung der Relation Aktienkurs/Gewinn (KGV), die vor Kurzem noch bei knapp 60 lag, liegt für das laufende Jahr auf einmal unter 30. Und das ist eher günstig.

Da viele Analysten ebenfalls überzogen optimistisch waren wundert es nicht, dass zahlreiche Kursziele und Einstufungen sofort nach den Zahlen nach unten genommen wurden. Aber wenn man sich überlegt, wie immens der Abverkauf der Aktie war und dass VARTA seine Prognosen 2020 mehrfach nach oben korrigierte, fragt man sich schon, wie viel Luft nach unten da mittelfristig noch wäre. Trotzdem sollte man sich hüten, einfach in ein fallendes Messer zu greifen. Die Aktie hätte grundsätzlich zwar Aufwärtspotenzial, aber man sollte auf Beweise warten, die anzeigen, dass dieses auch genutzt wird. VARTA müsste klar über dieser mittelfristig wichtigen, jetzt als Widerstand fungierenden Zone aus mittelfristigem Aufwärtstrend und 200-Tage-Linie im Bereich 114/115 Euro schliessen, dann würde das Chance/Risiko-Verhältnis für risikofreudige Trader den Einstieg erwägenswert machen.

Die Bilanz, die der Batteriehersteller VARTA am Donnerstagmorgen für das Jahr 2020 vorlegte, war genauso stark wie es seitens der Analysten erwartet wurde. Doch die Prognose für 2021, die VARTA am Vorabend meldete, schockierte die Anleger genug, um die Aktie am Donnerstag wie ein heisses Eisen fallen zu lassen.

Ein Umsatzplus von 140 Prozent zum Vorjahr und ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA), der 145 Prozent über dem des Jahres 2019 lag, das übertraf die Analysten-Konsensprognose sogar etwas. Aber bereits am Mittwochabend wurde die 2021er-Prognose vorgelegt. Und die liegt sehr deutlich unter den bisherigen Analystenschätzungen. Und wenn man sich ansieht, wie immens diese Aktie vor allem seit Mitte Januar gestiegen war, dürften da auch die meisten Anleger auf dem falschen Fuss erwischt worden sein.

VARTAs Prognose für 2021 sieht einen Umsatz von 940 Millionen Euro, nur gut acht Prozent mehr als 2020. Im Schnitt hatten die Analysten da 1,09 Milliarden erwartet. Und aus der von VARTA mit 30 Prozent prognostizierten Marge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA-Marge), die 2020 bei 27,5 Prozent lag, errechnet sich dann ein avisierter Einstieg des EBITDA-Gewinns um 18 Prozent. Die Analysten-Erwartung lag bislang bei +33 Prozent. Das war eine herbe Enttäuschung, kein Wunder, dass die Aktie markant an Boden verlor.

Expertenmeinung: Das gestrige Minus von 13,2 Prozent addiert sich mit dem Abschlag des Mittwochs zu einem Verlust von 19,4 Prozent binnen zwei Handelstagen. Dadurch ist die Aktie auf den Level zurückgefallen, auf den der Selloff nach der Extremphase Ende Januar geführt hatte. Nachdem die VARTA zuvor mit weniger Momentum wieder in Richtung des Verlaufsrekords gelaufen war, ist damit die Basis für ein Doppeltopp gelegt. Ein weiterer schwacher Tag mit Schlusskursen unter 130 Euro, und das Kind läge aus charttechnischer Sicht im Brunnen. Und angesichts der mit der Aktie Hand in Hand gestiegenen Erwartungen, die mit dieser 2021er-Prognose torpediert wurden, wäre das zumindest gut möglich. Käme es so, läge das rechnerische Kursziel des Doppeltopps bei gerade einmal 86 Euro (Die Distanz zwischen dem höheren der beiden Topps bei 180 Euro und der Nackenlinie bei 133 Euro nach unten abgetragen). Das wäre zwar definitiv überzogen, aber wer sich dieses Kursziels gewärtig wäre, dürfte wohl nicht vor einem Test der mittelfristig entscheidenden Unterstützungszone aus Juni-Aufwärtstrend und 200-Tage-Linie im Bereich 111/113 Euro versuchen, die Aktie aufzufangen. Auch, wenn dieses Doppeltopp per Donnerstagabend noch nicht vollendet ist, diese Aktie ist jetzt in der Tat ein sehr heisses Eisen.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Vielfach wurde ich im Laufe der vorigen Woche zur Lage der Varta-Aktie befragt und auch im LYNX Live Trading Webinar habe ich die Aktie besprochen. Die Tatsache, dass das Wertpapier ab Mitte Januar deutlich nach oben schnellte und teils schon parabolische Züge annahm, war gerade für mittelfristig orientierte Anleger Warnung genug, denn solche Anstiege halten nicht allzu lang. Nachdem in der Aktie zahlreiche Short-Seller regelrecht in der Luft zerrissen wurden, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Kurse ähnlich steil den Weg wieder Richtung Süden finden würden. Innerhalb von nur zwei Tagen ist der Grossteil des erzielten Gewinns wieder dahin und wer seine Schäfchen schnell ins Trockene gebracht hat, erfreut sich des richtigen Risk-Managements. Wer hingegen in Gier den Kursen noch hinterhergejagt ist, erkennt spätestens jetzt, dass die Bäume nun mal nicht in den Himmel wachsen.

Expertenmeinung: Geduldige Anleger, die bislang noch keinen Trade gewagt haben, könnten jetzt belohnt werden, denn in den kommenden Tagen dürfte sich hier eine exzellente Trading-Chance entwickeln. Voraussetzung hierfür wäre, dass der Boden knapp oberhalb der Marke von 130 EUR auch wirklich hält. Dieses Niveau war in den letzten Monaten heiss umkämpft und könnte nun erneut zur Kampfzone zwischen Bullen und Bären werden. Sollte die Aktie von hier aus wieder nach oben drehen, wäre zumindest mit einem vorübergehend starken Bounce zu rechnen.

Aussicht: BULLISCH

Die im November vorgelegten Quartalszahlen des Batterie-Herstellers VARTA bestätigten das starke Wachstum des Unternehmens. Und auch, wenn es für das vierte Quartal noch keine Ergebnisse gibt, darf man davon ausgehen, dass sich das bislang bekannte, starke Wachstum des Jahres 2020 auch da fortgesetzt hat. Darüber hinaus spricht nichts dagegen, dass die derzeitigen Erwartungen der Analysten eintreffen, nach denen VARTA 2021 etwa ein Drittel mehr verdienen wird als 2020 und im Jahr 2020 eine Steigerung um 25 Prozent denkbar wäre.

Das wussten die Marktteilnehmer auch schon Mitte Januar. Mitte Januar, als der Kurs nach einem Fehlausbruch über die Widerstandslinie bei 125 Euro bis auf 110/111 Euro zurückfiel, weil die Meldung, Samsung und LG würden die Herstellung eigener Mikrobatterien planen, die üppigen Wachstumsprognosen von VARTA in Frage stellte.

Richtig ist, dass die Aktie dort oberhalb entscheidender Unterstützungen nach oben drehte, klar über der Mai-Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie. Richtig ist ebenso, dass dieser Rücksetzer Mitte Januar im Bereich der zuvor bezwungenen September-Abwärtstrendlinie abgefangen wurde und durch das umgehende Anziehen des Kurses zu einem Pullback an den Ausbruchslevel und damit zur Bestätigung des Ausbruchs nach oben wurde. Dass dies zu Käufen führte, die genug Schwung mitbrachten, um das vorherige Rekord-Verlaufshoch vom September bei 138,80 Euro zu überwinden, ist charttechnisch tadellos. Aber was seither passiert, hat mit „Investment“ nichts mehr zu tun. 

Expertenmeinung: Seit der vorgenannten Samsung/LG-Nachricht gab es keine Neuigkeiten zum Unternehmen, auch keine neue Einstufung durch die Analysten. Trotzdem kam es zu selbst für diese volatile Aktie völlig untypischen, extremen Schwankungen in beide Richtungen, die unter Umsätzen abliefen, die VARTA zuvor nur zweimal, im Zuge des Kurseinbruchs im Januar 2020 und am ersten Handelstag im Jahr 2017, gesehen hatte.

Dass es am Dienstag zu grösserer Volatilität im Zuge der Anschlusskäufe nach dem Ausbruch über das vorherige Rekordhoch kam, ist noch nachvollziehbar. Aber das, was sich am Donnerstag und Freitag abspielte, kann man nur als „Ableger“ des von Nutzern von Trading-Apps ausgehenden Chaos bei kleineren US-Aktien wie AMC, GameStop, Bed Bath & Beyond oder Koss in den USA ansehen. Offenbar hatte man wie bei den vorgenannten Aktien auch bei VARTA begonnen, die Leerverkäufer mit Kaufwellen zu attackieren. Das Ziel:

Wenn es gelingt, die Aktie ausreichend weit nach oben zu treiben, sind diejenigen, die die Aktie zuvor in der Erwartung fallender Kurse leer verkauft haben, gezwungen, diese Positionen zu neutralisieren, indem sie die Leerverkäufe durch Käufe der Aktie ausgleichen. Das treibt den Kurs erst recht nach oben … und in diesen von panischen Leerverkäufern ausgelösten Kursanstieg hinein nehmen diejenigen den Gewinn mit, die die Leerverkäufer auf tieferem Kursniveau in die Bredouille gebracht haben. Genau das passierte offenbar bei VARTA und löste unberechenbare Kurssprünge aus:

Nachdem es am Mittwoch zu einem volatilen Handel auf höherem Niveau gekommen war, eröffnete die Aktie am Donnerstag ohne jede Nachrichten ganze 8,7 Prozent tiefer, schoss dann aber bis zum Handelsende immer höher und schloss 14,1 Prozent über Vortag. Dieser Donnerstag hatte eine Handelsspanne, vom Tagestief aus gerechnet, von unglaublichen 26,7 Prozent … in normalen Zeiten ist das die Schwankungsbreite eines Blue Chip im Verlauf eines Jahres!

Und am Freitag schien es, als hätten die „Bären-Jäger“ ihre Beute erlegt und wollten aussteigen, nur, dass nach den Eindeckungen der Leerverkäufer und dem Ausbleiben dieser gezielten Kaufwellen viele verkaufen und keiner mehr kaufen wollte. Das Resultat war ein dramatisches Minus von 18,81 Prozent.

Das ist nichts anderes mehr als blanke Zockerei. Bewertungslevels oder Charttechnik spielen da keine Rolle. Davon sollte man sich als besonnener Trader fernhalten, denn dass solche Super-Rallyes von einem Augenblick auf den anderen zusammenbrechen können und man dann nicht mehr aus der Aktie herauskommt, ohne am Ende womöglich sogar mit Verlust dazustehen, liegt in der Natur der Sache solcher „Bären-Jagden“. Und sollte VARTA dadurch das alte Rekordhoch vom September bei 138,80 Euro signifikant durchbrechen, würde das auch noch die Stop Loss-Verkäufe normaler Investoren auslösen, dann wäre hier für nichts mehr zu garantieren. Unbedingt heraushalten!