LVMH Aktie Prognose LVMH: Es passiert, was zu erwarten war … aber geht das auch gut?

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

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Das Weihnachtsgeschäft hat begonnen. In der festen Erwartung, dass sich Luxus auch in diesem für immer mehr Verbraucher schwierigen Umfeld hervorragend verkaufen wird, haben die Trader bei Louis Vuitton Moet Hennessy schon mal zugelangt. Ob das eine gute Idee ist?

Wie auf ein Kommando ging es heute mit den Aktien der drei grossen französischen Luxusgüter-Konzerne Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH), Kering und Hermès zeitgleich nach oben. Man setzt auf ein erneutes Jahr mit Rekordgewinnen, befeuert dadurch, dass sich die vermögende Kundschaft dieser Unternehmen nicht von Inflation und höheren Zinsen irritieren lässt und beim Weihnachtseinkauf eher noch mehr als zuvor für die LVMH-Marken wie Louis Vuitton, Dior, Fendi, Bvlgari u.a. ausgeben wird. So viel, dass LVMH problemlos imstande sein wird, die auch für diesen Konzern natürlich gestiegenen Kosten problemlos über höhere Preise zu kompensieren.

Dass es so kommt, wird zwar jedes Jahr aufs Neue unterstellt. Aber tatsächlich bekamen die Bullen in den vergangenen Jahren immer wieder Recht. 2020 kam LVMHs Gewinn weniger unter Druck als befürchtet. Und 2021 verdiente das Unternehmen nur umso mehr, überbot den bisherigen Gewinnrekord pro Aktie aus dem Jahr 2019 gleich mal um 100 Prozent. Das soll so weitergehen … und ja, es könnte so kommen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LVMH Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es ist natürlich immer sehr riskant, solche Entwicklungen einfach zu unterstellen. Und genau das tun die Trader jetzt. Aber dieser Ausbruch der Aktie über das Hoch vom August, an dem LVMH zuvor fast drei Wochen hängen geblieben war, ist natürlich bullisch. Damit ist der Weg an die Hochs der Aktie vom Februar und Januar bei 738,50 und 759,60 Euro frei, letzteres Hoch ist zugleich das bisherige Rekordhoch. Hinzu kommt, dass der im Sommer etablierte Aufwärtstrendkanal der Aktie sogar Luft für einen Anstieg über dieses bisherige Allzeithoch lassen würde. Und die Ergebnisse des laufenden Quartals kommen erst Ende Januar, bis dahin könnte gelten: Im Zweifel für den Trend. Und der weist eben aufwärts.

Aber fragil sind Trends, die letztlich auf einer Wette beruhen, immer. Ob die „Reichen“ in dieser Weihnachtssaison noch eins draufsetzen, ob nicht womöglich im Gegenteil mancher, der sich 2021 mal in den Regionen der Luxusgüter umtat, dies 2022 unter dem Eindruck der sich zuziehenden Perspektiven weltweit nicht mehr tut … gerade im wichtigen Markt China sollte man das angesichts der Lage dort einkalkulieren … man weiss es eben nicht. Daher sollte man, wenn man bei dieser Wette mitzieht, auf jeden Fall einen Fallschirm umlegen, indem man die Aktie mit einem Stoppkurs versieht, für den sich derzeit ein Level um 680 Euro anbieten würde, knapp unterhalb der jetzt nach oben verlassenen Konsolidierungs-Spanne.

LVMH-Aktie: Chart vom 30.11.2022, Kurs 725,10 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der LVMH Aktie

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Bislang lief es für den Luxusgüterkonzern LVMH wie am Schnürchen. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 19, der Gewinn um 34 Prozent. Keine Spur von nervösen Verbrauchern oder Margendruck. Doch die Aktie bildet gerade ein Topp aus, man traut dem Braten nicht.

Luxus verkauft sich auch in der Krise gut … ein Spruch, dem man grundsätzlich wohl Glauben schenken mag. Aber diese Krise hier, die könnte dann doch ein bisschen zu happig ausfallen, fürchten einige Investoren. Die Aktie von Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, hatte zwar nach den oben genannten Halbjahreszahlen, die am Abend des 26. Juli vorgelegt wurden, kräftig zugelegt, aber:

Zum einen spielte sich das auf einem Kursniveau weit unterhalb des bisherigen Allzeithochs ab, das im Januar bei 758,50 Euro erreicht wurde. Zum anderen hat die Aktie aktuell den Grossteil dessen, was im Anschluss an die Ergebnisse an Boden gutgemacht wurde, wieder verloren. Und das auch noch so, dass weiter nachgebende Kurse ein Topp bedeuten würden, dass, wenn die Nackenlinien-Zone im Bereich 621/625 Euro fallen sollte, aus rein charttechnischer Sicht Luft nach unten bis in den Bereich der Tiefs des Jahres offerieren würde, die im März, Mai und Juni im Bereich 535/542 Euro entstanden. Die Bullen wären somit gefordert. Und das umgehend.

Expertenmeinung: Aber werden sie auch kommen? Und wenn, werden die Käufe stark genug sein, um diese Toppbildung der LVMH-Aktie durch einen Anstieg über das August-Hoch bei 708 Euro zu entschärfen? Dazu müsste die Aktie erst einmal wieder durch die Widerstandslinien bei 659 und 675 Euro hindurch. Was zwar im August gelungen war, im September aber nicht, da hatte der Kurs genau dort wieder nach unten gedreht. Zwar zweifellos mit gedrückt durch einen abrupt nach unten abdrehenden Gesamtmarkt. Aber um sich von dem derzeitigen, allgemein bärischen Umfeld zu lösen, müssten genug Trader davon überzeugt sein, dass LVMH nicht nur in der Anfangsphase der Krise weiterwachsen konnte, sondern sich diese Entwicklung trotz des zunehmenden Gegenwinds auch fortsetzt.

Letztlich kann man den Tradern nicht in die Köpfe schauen und daher nicht einfach mit dem Anspruch auf Tauglichkeit des Schiedsspruches behaupten, dass genau das passiert oder eben nicht. Aber nur das muss man wissen, wenn man diese Aktie traden will. Denn mehr Informationen darüber, wie es bei LVMH seit Anfang Juli lief, kommen erst Ende Oktober. Und da werden dann nur die Umsätze gemeldet, weil der Konzern wie alle französischen Unternehmen Marge und Gewinn nur alle sechs Monate offenlegt. Also bleibt:

Die Charttechnik, sprich der Kurs selbst. Je nachdem, ob LVMH es über das August-Hoch bei 708 Euro schafft und damit einen Befreiungsschlag vollzieht oder aber ob der Supportbereich 621/625 Euro fällt, wäre ein klares Signal in Ausbruchsrichtung mit entsprechend lukrativem Spielraum für kurzfristige Trades gegeben. Ohne vorgefasste Meinung dürfte man hier also am besten fahren!

LVMH-Aktie: Chart vom 19.09.2022, Kurs 641,00 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX
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Luxus verkauft sich auch in der Krise. Dieser Spruch klingt zu einfach, um wahr zu sein, aber für LVMH hat sich genau das bewahrheitet. Das Ergebnis des ersten Halbjahres war grandios … und die Aktie reagierte entsprechend. Aber ist das Eis nicht doch ein wenig dünn?

Müssen die Gewinne nicht auch bei Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, und den anderen grossen französischen Luxusgüter-Konzernen Hermès und Kering irgendwann in die Knie gehen? Kann es wirklich sein, dass man dort auch in der Breite der Kundschaft bereit ist, höhere Preise für Luxusartikel zu bezahlen, während viele andere bangen müssen, genug Geld für die Heizkosten aufbringen zu können?

Die Bilanz des ersten Halbjahres, die gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2021 noch einmal stärker ausfiel und ein Umsatzplus von 28 sowie einen Gewinnanstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auswies, deutet an: Bis Ende Juni ist das zumindest so gewesen. Und wir sehen es ja auch anhand der Bilanzen der Automobilhersteller: Bei den höheren Preisklassen werden auch massiv gestiegene Preise einfach bezahlt. Wie lange das noch so weitergeht, ist zwar offen. Aber man muss eben auch sehen: Wer viel Geld hat, hat auch in der Krise Geld übrig und ob des finanziellen Polsters meist keine Hemmungen, mit dem eigenen Konsumverhalten weiterzumachen wie bisher. Allerdings …

Expertenmeinung: … sollte man zwei Aspekte im Hinterkopf haben. Erstens hat LVMH seinen Umsatzanstieg einer Vielzahl von nach den Corona-Lockdowns neu hinzugekommenen Kunden zu verdanken. Diese Klientel dürfte eher an der Schwelle zum Status der Vermögenden stehen und könnte durch hohe Inflation, wankendes Wirtschaftswachstum und steigende Kreditkosten durchaus auch wieder abspringen. Zweitens ist China für LVMH und die Branchenkollegen ein immens wichtiger Markt geworden. Und dort dürften gerade nicht gerade wenige, die sich noch vor einem Jahr als wohlhabend wähnten, durch den langsam dem Kollaps entgegen gehenden Immobilienmarkt als Käufer ausfallen.

Das bullische Lager hat aber, auch, wenn es Risiken gibt, zwei Trumpfkarten in der Hand. Zum einen meldet LVMH seine Margen und Gewinne, wie andere französische Unternehmen auch, nur alle sechs Monate. Die nächste vollständige Bilanz steht also erst Ende Januar 2023 an, im Oktober werden nur die Umsätze des dritten Quartals gemeldet. Sollte sich das derzeitig starke Wachstum also auf Basis von steigendem Margendruck nicht fortsetzen oder kippen, würde das vorerst nicht unbedingt sichtbar. Bad News wären also noch eine Zeit entfernt.  

Zum anderen haben die Käufer dafür gesorgt, dass die Aktie, die nach den Halbjahreszahlen von der Juni-Aufwärtstrendlinie aus rasant nach oben davonzog, jetzt über und nicht unter wichtigen Chartmarken verläuft. Solange die halten, passt für die Bullen alles.

Dabei geht es um die jetzt als Unterstützung fungierende Zone 658,60/675,20 Euro, die sich aus den Hochs der Monate März und April zusammensetzt. Zusätzlich verstärkt wird diese Zone durch die momentan innerhalb dieses Bereichs verlaufende Juni-Aufwärtstrendlinie und, knapp darunter bei aktuell knapp 649 Euro, durch die 200-Tage-Linie.

Solange dieser Bereich zwischen 649 und 675 Euro hält, bleibt LVMH bullisch und sogar ein Anlauf an das Rekordhoch vom Januar bei 758,50 Euro wäre nicht ausgeschlossen. Aber sollte die Aktie unter 649 Euro schliessen, brennt hier etwas an. Diese Zone muss verteidigt werden … und angesichts des nervöser werdenden Gesamtmarkts sollte man nicht glauben, dass das zwingend gelingen müsste.

LVMH-Aktie: Chart vom 24.08.2022, Kurs 686,80 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX
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Endlich liegen konkrete Zahlen zum ersten Halbjahr des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH vor. Und die sahen stark aus, Umsatz und Gewinn legten kräftig zu. Die spannende Frage ist, wie das die Trader sehen, denn die können erst heute auf die Bilanz reagieren.

Bislang wusste man ja zu wenig darüber, wie Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, sich in diesem schwieriger gewordenen Umfeld schlägt. Denn französische Unternehmen melden zum Ende eines Vierteljahres nur die Umsätze; was an Gewinn erzielt wurde, erfahren die Anleger nur nach einem absolvierten Halbjahr. So auch gestern nach Handelsende für das erste Halbjahr 2022:

Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um beeindruckende 28 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2021. Der Gewinn legte netto um 23 Prozent zu. Und da musste kein Corona-Loch gestopft werden, 2021 war für LVMH ein Rekordjahr gewesen. Diese Ergebnisse lagen über den Erwartungen der Analysten, so gesehen hätten die Bullen heute einen Matchball, um die im Vorfeld bereits angesteuerten, mittelfristig relevanten Charthürden zu überwinden und damit einen Befreiungsschlag zu vollziehen. Doch man sollte „Chance“ unterstreichen, denn sicher ist das eben noch nicht.

Expertenmeinung: In diesen Ergebnissen allzu viele Haare in der Suppe zu finden, ist sicherlich nicht einfach. Trotzdem kam die Aktie im US-Handel, wo man auf diese Bilanz am Dienstagabend ja reagieren konnte, zurück … allerdings unter sehr mageren Umsätzen. Entscheidend wird heute sein, was bei uns in Europa passiert.

Ein Problem kann (muss nicht) sein, dass LVMH bereits im Vorfeld der Ergebnisse stark gelaufen ist, sich relativ zügig von dem mehrfach erfolgreich getesteten März-Tief nach oben absetzte und dabei in den vergangenen Wochen in der Spitze fast 20 Prozent zugelegt hatte. Falls zu viele Akteure im Voraus auf starke Zahlen gesetzt hatten und zu wenige abwarten wollten, was da wirklich auf den Tisch kommt, kann es gut sein, dass deutlich mehr Gewinnmitnahmen auftauchen, als von neu hinzukommenden Käufern aufgenommen werden könnte. Aber das muss man heute einfach mal beobachten und die charttechnischen Ankerpunkte im Auge behalten. Die da wären?

Auf der Oberseite würde die Aktie alles klar machen, wenn es gelingen würde, die nächsten drei markanten Charthürden aus dem Weg zu räumen: die 200-Tage-Linie sowie die Monatshochs vom März und April. Das wäre mit Schlusskursen über 675,20 Euro geschafft. Auf der Unterseite hätten die Skeptiker gewonnen und die Aktie wieder Luft nach unten, wenn sie mit Schlusskursen unter 607 Euro das Juni-Hoch, die 20-Tage-Linie und die kurzfristige Aufwärtstrendlinie brechen würde. Da könnten heute also Weichen gestellt werden!

LVMH-Aktie: Chart vom 26.07.2022, Kurs 625,20 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX
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Das sieht übel aus, dieses Chartbild der Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH. Zumindest, wenn man nicht trendkonform auf der bärischen Seite steht. Warum könnte die Aktie weiter fallen – und wohin ginge die Reise dann?

Dass die Verbraucher im April auf die Konsumbremse getreten haben, wird immer klarer ersichtlich. Und das offenbar sogar weltweit. Und dass der Mai und der Juni besser gelaufen sein könnten … taugliche Indizien sieht man dafür bislang nicht. Kümmert das denn auch den Luxus-Sektor?

Das kann es, es ist sogar wahrscheinlich. Denn den beeindruckenden Umsatzanstieg gegenüber dem Prä Corona-Jahr 2019 haben die Luxusgüterkonzerne wie LVMH, Kering oder Hermès ebenso wie die gestiegenen Margen einem Nachfrageanstieg zu verdanken, der vermutlich weniger daher rührt, dass bestehende Kunden mehr kaufen, sondern dass neue Kunden hinzugekommen sind. Kunden, die sich mit dem Abklingen der Corona-Thematik Ende 2021 sicher waren: Jetzt geht es aufwärts, da kann man sich auch mal was leisten. Fallen diese Kunden wieder weg, wird es eng.

Expertenmeinung: Vor dem Corona-Crash und der anschliessenden Super-Hausse hatte die LVMH-Aktie ein Hoch bei 439 Euro ausgebildet. Dieses Hoch entstand in der Annahme, dass 2020 ein starkes Wachstumsjahr würde. Vor Corona ahnte man da eben noch nichts. Dorthin könnte die Aktie allemal zurückkommen.

Sie sehen in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis, dass LVMH aktuell an einem dünnen Faden hängt. Die Aktie hatte zwar das März-Tief im Mai zweimal verteidigt, blieb dann aber zuletzt in der Widerstandszone 600 zu 620 Euro hängen, drehte ab und ist jetzt mit Schwung zurück in diese aus den März- und Mai-Tiefs bestehende Unterstützungszone 537/542 Euro zurückgefallen. Und damit haben die Short-Seller, die Bären, einen Matchball.

Zum einen steht übermorgen der „dreifache Hexensabbat“ an, die Abrechnung der Futures und Optionen. Wenn es gelingt, LVMH durch diesen Support zu drücken, müssten wohl nicht wenige ihre dann schiefliegenden Positionen kurz vor der Abrechnung absichern, indem sie selbst Short-Positionen aufbauen. Was den Kurs nur noch mehr drücken würde. Und die „Corona-Hausse“ hatte eben den Haken, dass die Aktie über dem 2020er-Hoch von 439 Euro keine nennenswerten Unterstützungen ausgebildet hat.

Wenn der Konsum weiter so wankt, werden diese „Luxus-Neukunden“ grossenteils wieder von der Fahne gehen. Dann hätte LVMH nur die Wahl, die Preise günstiger zu gestalten … zum Schaden der Marge und damit des Unternehmensgewinns … oder einen deutlich gedrückten Umsatz hinnehmen zu müssen. Ebenso zum Schaden des Unternehmensgewinns. Die Short-Seller hätten also auch gute Argumente auf der fundamentalen Ebene. Daher würde ich persönlich nicht auf die Idee kommen, mich bei denen einzureihen, die jetzt versuchen, diese Aktie durch aktive Käufe am Ausbruch nach unten zu hindern.

LVMH-Aktie: Chart vom 14.06.2022, Kurs 544,00 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Luxus verkauft sich immer, davon gingen diejenigen aus, die die Aktie des Luxusgüter-Konzerns LVMH Anfang des Jahres auf ein neues Rekordhoch hoben. Aber kann der Gewinn auch bei massiv gestiegenen Kosten und Lockdowns in China zulegen? Die Aktie wankt.

Es ist schon schwierig momentan, irgendwo am Aktienmarkt so etwas wie einen sicheren Hafen zu finden. Die Energieversorger sind es nicht, wegen der unsicheren Perspektive bezüglich der Gas- und Ölimporte aus Russland. Die Konsumgüter sind es auch nicht, denn auf denen lasten die massiv gestiegenen Erzeugerpreise. Gold will auch nicht in Schwung kommen … also verlegten sich nicht wenige darauf, in die Aktien der grossen französischen Luxusgüterkonzerne zu investieren, in Hermès, Kering und Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH. Aber das hat sich bislang nicht gerechnet … und könnte womöglich noch mehr Verlust bringen, denn:

LVMH hatte zwar in der zweiten aprilhälfte gemeldet, dass der Umsatz im ersten Quartal um (währungsbereinigt) 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen sei. Aber wie bei französischen Konzernen üblich wurden Gewinn und Gewinnmarge nicht offengelegt, das steht erst im Juli an, wenn das komplette erste Halbjahr absolviert ist. Und wenn man sich überlegt, dass China nicht nur für die europäischen Autobauer, sondern auch für die Luxusgüter-Industrie der Wachstumsmarkt Nummer Eins ist, kann man schon unruhig werden, denn:

Expertenmeinung: In China ist der Einzelhandelsumsatz massiv unter die Räder gekommen. Nach einem Minus von 3,5 Prozent im März (gegenüber dem Vorjahresmonat) ging es im April sogar um besorgniserregende 11,1 Prozent abwärts. Und das ist nicht alleine ein statistischer Basiseffekt, denn im Vergleich zum Vormonat war der Einzelhandelsumsatz auch gefallen, von Februar auf März um 2,0, von März auf April um 0,7 Prozent. Damit nicht genug: Die Kosten steigen ja für alle, somit auch für LVMH. Transportkosten, Materialkosten, alles wird teurer. Kann man wirklich damit rechnen, dass Anbieter im hochpreisigen Bereich imstande sein werden, diese höheren Kosten einfach voll auf den Verkaufspreis umzulegen, ohne deswegen weniger abzusetzen? Eher nicht, soweit reicht dieses „luxury sells“ wohl kaum.

Dementsprechend wacklig sieht die Aktie jetzt aus. Der Versuch, das März-Tief als Ausrutscher dastehen zu lassen und sich nach oben abzusetzen, ist, wie der Chart zeigt, Ende März genau an der dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie hängengeblieben. Dass die LVMH-Aktie daraufhin zügig auf das März-Tief zurückfiel, macht deutlich, dass sich die Hoffnung, LVMH könnte eine Art „sicherer Hafen“ sein, nicht bestätigt hat. Zwar gelang es, dieses Tief bei 542 Euro nach einigem Hin und Her in der vergangenen Woche zu verteidigen. Aber ob die Gegenbewegung nach oben allzu weit kommen wird, ist zumindest fraglich.

In China bleibt die Perspektive massiv eingetrübt, in Europa geht nichts voran und in den USA kommen jetzt von den Einzelhändlern Bilanzzahlen, die andeuten, dass immer mehr Verbraucher beginnen, ihr Geld zusammenzuhalten. Das wird die wirklich Reichen nicht abhalten, sich weiterhin mal eben eine Louis Vuitton-Handtasche mitzunehmen. Aber das Wachstum beim Umsatz generiert sich aus neuen Kunden, die eben gerade so an der Schwelle sind, auch mal im Luxussegment zu kaufen … und diese Klientel lässt so etwas eben auch schnell wieder bleiben, wenn sich die Perspektiven verdüstern.

Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie jetzt bereits an der nächstgelegenen Charthürde in Form der 20-Tage-Linie abgewiesen worden. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass das März-Tief relativ bald erneut getestet wird … und dann auch brechen könnte. Sollte LVMH indes die Kurve kriegen und diese bei aktuell 593 Euro verlaufende Linie doch noch überwinden, wäre damit für das bullische Lager noch nichts gewonnen, denn die nächste, markante Widerstandszone würde dann bereits zwischen 600 und 610 Euro warten. Und erst, wenn die LVMH-Aktie die 200-Tage-Linie bei derzeit 663 Euro bezwungen hätte, wäre die Aktie auch aus mittelfristiger Sicht bullisch, was momentan die weit weniger wahrscheinliche Perspektive wäre.

LVMH Aktie: Chart vom 18.05.2022, Kurs 578,50 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX