NASDAQ 100 Prognose Nasdaq 100 plötzlich wieder Outperformer

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

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NASDAQ 100
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Zur NASDAQ 100

Am Dienstag hatte ich vor Börsenstart in den USA noch getitelt „Plötzlich steigt alles“.
Und der Handel hat sich dann auch so gestaltet.

Das ist das Problem an Crashphasen. Es kommt zu einem wilden hin und her. Massive Verlusttage und Rallyes wechseln sich ab.

Dilemma

Statistisch gesehen finden die grössten Tagesgewinne während Crashphasen statt.
Das stellt Anleger vor ein grosses Dilemma.

Wer nicht dazu bereit ist, während fallender Kurse in den Markt einzusteigen, verpasst zwangsweise diese Aufwärtsbewegungen.
Das bringt gleich mehrere Probleme mit sich.

Entweder müssen Anleger dann den steigenden Kursen hinterherlaufen und riskieren damit genau im falschen Moment zu kaufen, oder sie verpassen die ganze Rallye.
Und leider wird Ihnen niemand mit Exaktheit sagen können, wo der genaue Wendepunkt liegt.

Zwei Seiten der Medaille

Ich denke, dass gerade sehr viele Anleger mit genau diesem Problem kämpfen. Der S&P500 ist kurzerhand um mehr als 5,5% in die Höhe gesprungen, beim Nasdaq100 sind es sogar 7,5%.

All das ist keine Überraschung, auch nicht, dass der Nasdaq 100 in der Erholung stärker abschneidet, als der S&P500.
Schliesslich sind Technologiewerte besonders hart abgestraft worden.

Das gibt uns eine recht gute Idee davon, wie die Erholung oder Rallye verlaufen wird, wenn dieser Bärenmarkt final zu Ende ist.
Die Chancen stehen gut, dass die gescholtenen Technologie- und Wachstumswerte plötzlich wieder zu Outperformern werden.

Daher bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass sich langfristige und antizyklische Investoren derzeit vor allem im Nasdaq umschauen sollten:
Es herrscht Panik. Mein Rat

Die Mehrheit liegt falsch.

Die Masse der Anleger hat es wie immer nicht verstanden und macht das Gegenteil, das zeigen die Bewegungen am ETF-Markt eindeutig.
Nach wie vor erleben wir Mittelabflüsse im Technologie-Sektor, vor allem im Invesco QQQ Trust, der den Nasdaq 100 abbildet.

Gekauft werden hingegen vor allem Anleihen, aber auch der S&P500.

Die Sippe der Fondsmanager verhält sich übrigens genauso. Eine weltweite Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern spricht Bände.

Demnach sind die Profis so bärisch wie seit Mai 2020 nicht mehr.

Der Cash-Anteil wurde deutlich erhöht und erreicht inzwischen ein Niveau wie beispielsweise im Dezember 2008, Juni 2012, Oktober 2016 und im April 2020.
Vielleicht fällt Ihnen ein Muster auf.

Besonders pessimistisch ist man bei Technologie-Aktien, sie wurden stark untergewichtet. Im Gegenzug hat man bei Rohstoffen, Versorgern & Co. zugeschlagen.

Das bestärkt mich enorm in meiner Einschätzung, dass gerade Technologieaktien am interessantesten sind.
Wenn die Mehrheit der Anleger diesen Sektor aus den Depots geworfen hat oder untergewichtet und dasselbe für Fonds gilt, ist das die beste Grundlage für zukünftige Outperformance.

“Stocks aren’t cheap and popular at the same time.”

Chart vom 18.05.2022 - Kurs: 12.564 Kürzel: NDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.05.2022 – Kurs: 12.564 Kürzel: NDX – Wochenkerzen

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Vorherige Analysen des NASDAQ 100 Index

Es herrscht Panik, anders kann man es nicht ausdrücken. Aber wen wundert es? Inzwischen notieren 87% aller in den USA notierten Aktien unter ihrem 50-Tagesschnitt und 82,7% unter ihrem 200-Tagesschnitt.

Die absolute Mehrheit aller Aktien befindet sich also im Crash-Modus.

Extreme Angst

Der Fear & Greed Index hat gestern auf „extreme Angst“ umgeschlagen. Mit einem Wert von 20 sind wir zwar noch nicht am absoluten Tiefpunkt, aber nicht mehr weit entfernt.

ETFs verzeichnete im vergangenen Monat zum ersten Mal seit August 2019 Abflüsse und in den letzten Tagen dürfte sich das fortgesetzt haben.

Anleger werfen also auf breiter Basis das Handtuch, vor allem im Tech-Sektor.

Der Nasdaq 100 müsste inzwischen um satte 37% zulegen, um wieder die Höchststände zu erreichen.
Beim S&P500 sind es fast 20%.

Der Dax, nicht gerade als Outperformer bekannt, hält sich relativ gut. Der deutsche Leitindex müsste um 21% steigen.

Viele Anleger inzwischen Short?

Gleichzeitig zeigen die Daten vom US-Optionsmarkt, dass sich immer mehr Anleger bärisch positionieren.
Die Handelsvolumina für Puts sind exorbitant höher als die für Calls.

Wir erreichen also langsam Extremwerte, was den Pessimismus angeht. Das muss nicht bedeuten, dass wir das finale Tief bereits gesehen haben.
Die Wahrscheinlichkeit einer grösseren Gegenbewegung wird aber von Tag zu Tag wahrscheinlicher.

Die Zeit für antizyklische Investoren könnte gekommen sein. Vor allem im Tech-Sektor gibt es inzwischen eine Vielzahl von Aktien, die attraktiv bewertet sind.

Darunter hochprofitable und gestandene Konzerne, an deren Geschäft sich wenig ändern wird, selbst wenn es zu einer Rezession kommen sollte.
Und eine Sache sollte man sich auch immer wieder vergegenwärtigen:

Der Wert eines Unternehmens wird nicht dadurch bestimmt, was in den kommenden 2-3 Quartalen geschieht, sondern in den kommenden 10+ Jahren.
An der Börse wird das allzu oft vergessen.

Das Ende ist nah

Die Kurzsichtigkeit regiert, auf der Oberseite wie auf der Unterseite. Wer durch die Kursschwankungen hindurch blicken kann, kann sehr viel Geld verdienen.

Deshalb sollte man jetzt nicht blind kaufen und all sein Pulver verschiessen, bei einigen Schnäppchen kann man aber langsam zugreifen.
Es sollte sich aber auch niemand einbilden, er könnte exakt das Tief treffen.

An einem gewissen Punkt muss man sich als antizyklischer Investor die Frage stellen, ob man nicht langsam einsteigt.
Wer geschickt agiert und schrittweise einsteigt, wird am Ende mit einem vernünftigen Einstiegskurs dastehen, egal wo das Tief dann wirklich liegen wird.

Die Mischung macht‘s

Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein Anleger heute eine erste Tranche eines Nasdaq-100-ETFs bei 12.187 Punkten kauft.

Geht es noch eine Etage tiefer, könnte man bei rund 11.000 Punkten aufstocken und hätte dann je nach Stückelung des ETFs einen Mischkurs von 11.564 Punkten.
Es müsste also nicht viel passieren, bis man wieder im Plus ist.

Chart vom 10.05.2022 - Kurs: 12.187 Kürzel: NDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.05.2022 – Kurs: 12.187 Kürzel: NDX – Wochenkerzen

Nehmen wir an, dass es noch eine Etage tiefer geht und wir das alte Hoch bei 9.725 Punkten ansteuern und dort abermals aufstocken können.
In diesem Szenario käme man auf einen Durchschnittskurs von 10.880 Punkten.

Wer die Positionsgrösse mit den sinkenden Kursen erhöht, schneidet noch besser ab. Eine andere Möglichkeit ist, die Abstände zwischen den Nachkäufen zu verringern, je weiter es abwärts geht.

Am Ende muss man sich eigentlich nur überlegen, in welchen Abständen und mit wie vielen Tranchen man arbeiten möchte und wo man ein mögliches Tief ausmacht.

Eine steile These

Den Rest erledigen die Unternehmen langfristig von selbst, denn es dürfte ziemlich ausgeschlossen sein, dass die Nasdaq-100-Konzerne in 5 oder 8 Jahren nicht sehr viel mehr verdienen werden als heute.
Ich wage eine „steile“ These: Wir werden die bisherigen Allzeithochs wieder erreichen.

Über die Frage wie tief es zuvor gehen wird, kann man trefflich streiten, man kann sich die Zeit aber auch sparen. In Wirklichkeit weiss es aber keiner.

Eine Sache ist allerdings sicher: Wer zu lange zögert, ängstlich ist und stets auf noch tiefere Kurse hofft, wird das Tief mit Sicherheit verpassen.

Vielleicht ist es auch dienlich, die Sache in einen historischen Kontext zu setzen, um die Sache besser einordnen zu können.

Wie tief denn noch?

In der Finanzkrise büsste der Nasdaq 100 vom Hoch im Jahr 2007 bis zum absoluten Panik-Tief 2009 rund 54% ein.
Beim Crash 2020 waren es 31%.

Aktuell liegt das Minus bei 27%. Ausgehend von den Vorgängerhochs haben wir es also bereits mit einem bedeutenden Crash zu tun, wie er statistisch nicht oft auftritt.

Darüber hinaus war die Lage während der Finanzkrise weitaus dramatischer. Damals fehlte nicht mehr viel für eine komplette Kernschmelze der Finanzwelt.
Und 2020 war die Zukunft geradezu unabsehbar.

Was ich damit sagen will: Keiner sollte sich der Illusion hingeben und erwarten, dass der Nasdaq 100 ausgehend vom Hoch 70-80-90% verlieren wird.
Und falls das doch passieren sollte, wäre es wohl die Gelegenheit des Jahrhunderts.

Gestern war der Tag der Notenbanker-Statements. Und alle klangen nach einer Verschärfung des Kurses. Noch schneller höhere Zinsen, das ist vor allem für die Hightech-Aktien Gift. Der Nasdaq 100 reagierte entsprechend … und das könnte die Weiche nach unten gestellt haben.

Ab dem Nachmittag unserer Zeit kamen Aussagen von Jerome Powell und Christine Lagarde, die beide an einer Podiumsdiskussion im Zuge einer IWF- und Weltbanktagung teilnahmen. Während US-Notenbankchef Powell durchblicken liess, dass man ab sofort wohl mit den grossen 0,5 Prozent-Schritten agieren wird, hörten sich Frau Lagardes Aussagen so an, als könnte es doch bereits im Juli die erste Zinserhöhung in der Eurozone geben. Hinzu kamen ebenfalls in Richtung Verschärfung des Kurses weisende Aussagen des Gouverneurs der Bank of England Bailey, der US-Notenbanker Daly und Bullard sowie von EZB-Vizepräsident De Guindos.

Dieses Trommelfeuer „hawkisher“ Aussagen dürfte mit dazu beigetragen haben, dass der US-Technologieindex Nasdaq 100 zwar anfangs deutlich im Plus startete und damit die Vortagsverluste komplett egalisierte, dann aber sang- und klanglos ins Minus abdriftete. Denn erstens haben die meisten Hightech-Unternehmen, deren Aktien im Nasdaq 100 gelistet sind, einen höheren Bedarf an Fremdfinanzierung, die sich mit höheren Zinsen deutlich verteuern würde. Zweitens sind es die Publikumslieblinge unter den im Nasdaq 100 notierten Hightech-Titeln, in denen viele Trader am Derivate-Markt massiv auf Hausse spekulieren … und das oft auf Kredit, was durch höhere Zinsen unattraktiver würde.

Es wundert daher nicht, das der Nasdaq 100 im bisherigen Jahresverlauf deutlich stärker unter Druck steht als der aus mehrheitlich konservativeren Unternehmen zusammengesetzte Dow Jones. Und mit diesem Mehrfachschlag handlungsbereiter Notenbanker könnte das bullische Lager hier jetzt noch mehr in die Bredouille geraten.

Expertenmeinung: Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Nasdaq 100 grundsätzlich die Chance hätte, eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit zwei Köpfen auszubilden und damit eine Trendwende nach oben zu zementieren. Die linke Schulter entstand Ende Januar, die beiden Köpfe Ende Februar und Mitte März. Jetzt hätten wir eine rechte Schulter und die Chance, von hier aus an und über die bei 15.280 Punkten verlaufende Nackenlinie nach oben auszubrechen. Hätte es der Nasdaq 100 über die Widerstandszone 14.385/14.455 und die knapp darüber liegende 20-Tage-Linie geschafft, wäre eine Attacke an die Nackenlinie wahrscheinlich gewesen. Aber jetzt kippt dieses Szenario eben.

Chart vom 21.04.2022, Kurs 13.720,45 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Mit dem Intraday-Turnaround nach unten am Donnerstag ist der Nasdaq 100 auf den tiefsten Level der linken Schulter vom Januar (13.725 Punkte) zurückgefallen. Das ist für das bullische Lager wie ein Tritt in die Kniekehle. Rutscht der Index jetzt weiter ab, kann ganz schnell das bisherige Jahrestief bei 13.020 Zählern angelaufen werden.

Dann käme es darauf an, wie die Bilanzen der noch ausstehenden Schwergewichte wie Alphabet, Apple, Meta Platforms oder amazon.com aufgenommen werden. Aber nachdem Netflix nach seinen Zahlen förmlich eingeschmolzen wurde und die Tesla-Zahlen keine allzu dynamischen Käufe auslösten, kann es gut sein, dass die jetzt massiv ins Wanken geratene Zuversicht die Trader im Zweifel zu Verkäufen verleitet, wenn in diesen ausstehenden Bilanzen auch nur ein Haar in der Suppe schwimmen sollte.

Und käme es so, könnte dieses Jahrestief angesichts der Gewissheit in Kürze deutlich höherer Zinsen auch brechen. Dann läge die nächste nennenswerte Auffangzone erst, wie wir im Chart auf Wochenbasis sehen, in der Region 12.200/12.400 Punkte. Das war gestern also absolut kein guter Tag für die Trader – zumindest für diejenigen, die hier auf der Long-Seite ausharren.

Wochenchart vom 21.04.2022, Kurs 13.720,45 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Der Nasdaq 100 schloss am ersten Handelstag des Quartals fast genau in der Mitte zwischen dem im November erreichten Rekordhoch und dem bisherigen Jahres-Verlaufstief. Zuvor wurde er an einer massiven Widerstandszone gestoppt. Haben sich die Bullen verausgabt?

Im langfristigen Chart wirkt es, als würden sie sich gerade erst warmlaufen. Seit mittlerweile 13 Jahren bewegt sich der technologielastige US-Index Nasdaq 100 bereits in einem grossen Aufwärtstrendkanal, den Sie in unserem langfristigen, logarithmisch skalierten Chart auf Monatsbasis sehen. Und trotz der beginnenden Serie an Leitzinserhöhungen, trotz des Ukraine-Konflikts ist es im Februar und jetzt auch im März gelungen zu verhindern, dass er zum Monatsende in diesen langfristigen Trendkanal zurückfällt, den er im Jahr 2020 nach oben verlassen hatte. Ist das nicht ein eindeutiger Beleg dafür, dass das bullische Lager weiterhin alles im Griff hat?

Das wirkt auf den ersten Blick so. Aber es stellt sich nüchtern betrachtet die Frage, auf welcher Grundlage die Käufer da agiert hatten. Weil sie sicher sind, dass das Zudrehen des Geldhahns den grossen Technologie-Blue-Chips der Nasdaq nichts anhaben wird? Diese Ansicht würde von vielen, wenn nicht den meisten, Experten nicht geteilt. Weil man glaubt, dass die Ukraine-Krise Umsatz und Gewinn von Unternehmen wie Apple, Amazon, Alphabet, Tesla oder Nvidia nicht tangieren kann? Das müsste sich erst noch herausstellen. Und selbst wenn: Die Inflation und die Lieferprobleme werden auch an solchen Unternehmen nicht spurlos vorbeigehen.

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 01.04.2022, Kurs 14.861,21 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

So gesehen kommt der Verdacht auf, dass vor allem deswegen jeweils zum Monatsende Käufe aufkamen, um ein bärisches Signal, nämlich eben diesen Rückfall in den Trendkanal und dann zu befürchtende Anschluss-Verkäufe zu verhindern. Und wenn das Verhindern von weiteren Verkäufen das tragende Motiv ist, stünde diese scheinbar unerschütterliche Stabilität auf dünnen Beinen.

Expertenmeinung: Man kann den Akteuren natürlich nicht in die Köpfe sehen. Es ist gut möglich, dass vielen, die bislang regelmässig Geld in Fonds oder ETFs investiert haben, weil ihnen für ein unmittelbares Investieren die Fachkenntnis fehlt, wirklich glauben, dass der Gewinnanstieg der grossen US-Unternehmen einfach immer weitergehen wird. Und wenn genug dieser passiv agierenden Anleger weiter kaufen, kann sich der Nasdaq 100 tatsächlich von den Rahmenbedingungen lösen und immer weiter zulegen. Es wäre ja nicht das erste Mal.

Aber wie liesse sich absehen, ob es so kommt? Ob also die Rallye in den letzten Tagen nicht ihr Ende sah, sondern nur eine Auszeit nimmt, bevor die Charthürden, an denen der Nasdaq 100 jetzt erst einmal abgedreht hat, erneut in Angriff genommen und dann überboten werden?

Indem man tut, was man immer tun sollte, wenn man einer offenen Situation an der Börse gegenübersteht: Abwarten, bis die Kurse den Weg vorgeben, statt wie beim Roulette auf „Rot“ oder „Schwarz“ zu setzen. Die derzeit relevanten Chartzonen sind beim Nasdaq 100 ja recht klar definiert:

Wollen sich die Käufer durchsetzen, müssten sie die Widerstandszone aus 100- und 200-Tage-Linie, dem Februar-Verlaufshoch und der Nackenlinie des im Herbst entstandenen Topps zwischen 15.196 und 15.558 Punkten überwinden. Gelingt das, kann der Index durch Anschlusskäufe auch dann zumindest kurzfristig weiterlaufen, wenn die Rahmenbedingungen bärisch bleiben.

Wenn aus dem kurzfristigen Abdrehen nach unten, das wir in der zweiten Hälfte der Vorwoche gesehen haben, weitere Verkäufe resultieren, wären die erst dann für ein bärisches Signal gut, wenn der Nasdaq 100 die Kreuzunterstützung aus der 50-Tage-Linie und der Nackenlinie des Ende Februar bis Mitte März entstandenen Doppeltiefs im Bereich 14.340/14.340 Punkte durchschlägt. Sollte der Index sich dort fangen und erneut nach oben drehen, wäre es tatsächlich möglich, dass sich das bullische Lager von dort aus zu einem neuen Anlauf formiert, oberhalb dieser Zone sollte man daher mit Short-Trades noch vorsichtig sein.

Nasdaq 100: Monats-Chart vom 01.04.2022, Kurs 14.861,21 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Der Nasdaq 100 steht unter Druck. Seit Jahresbeginn hat der Index der Mega-Caps des Technologiesektors bereits 15 Prozent abgegeben. Damit könnte es erst einmal genug sein, wenn es gelingt, die jetzt umkämpfte Unterstützungszone zu verteidigen. Aber wenn nicht …

… wird es äusserst ungemütlich. Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Nasdaq 100 am Freitagabend (Montag war feiertagsbedingt geschlossen) in die Supportzone im Bereich 13.880 zu 14.073 Punkten gerutscht ist, die sich aus den Hochs der Monate Februar und April 2021 zusammensetzt. Diesen Bereich hatte er bereits Ende Januar getestet – und gehalten.

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 18.02.2022, Kurs 14.009,54 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Dreht er erneut nach oben und überwindet das Anfang Februar markierte Zwischenhoch, wäre das ein tadelloses Doppeltief und die Basis für die Rückkehr des Aufwärtstrends. Aber dass es so kommt, ist nicht nur offen, es ist sogar die derzeit weniger wahrscheinliche Variante.

Denn momentan kommt es, was den Gegenwind bei den Rahmenbedingungen angeht, ziemlich dick für die Bullen. Steigende Zinsen bei einer längst davongelaufenen Inflation, deren Ursachen durch höhere Zinsen zwar womöglich nicht bekämpft, dafür aber das Wachstum abgewürgt werden könnte, das alleine wäre schon ein Problem. Aber dieses Hin und Her in Sachen Russland/Ukraine, der permanente Fluss an Nachrichten, die mal Hoffnung, mal Sorge, immer aber Verunsicherung auslösen, das macht die Nerven dünn.

Expertenmeinung: Ob sich der Abwärtsbewegung genauso viele Akteure im Bereich dieser Unterstützungszone 13.880/14.073 Punkte entgegenstellen wie vor gut drei Wochen, ist daher fraglich. Und einer tendenziell kleineren Schar bullischer, potenzieller Käufer steht in einem Umfeld wie diesem eine deutlich erstarkte Schar bärischer Trader gegenüber. Denn denen spielt nicht nur das Umfeld in die Karten, auch das Chartbild ist für das Bären-Lager verlockend.

Wir sehen im Chart auf Monatsbasis, dass der Nasdaq jetzt unmittelbar davor steht, in den übergeordneten, vor 13 Jahren etablierten Aufwärtstrendkanal zurückzufallen, den er im Sommer 2021 nach oben verlassen hatte, sich aber nie von dessen oberer Begrenzungslinie lösen konnte:

Nasdaq 100: Monats-Chart vom 18.02.2022, Kurs 14.009,54 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Und im „Mikrokosmos“ auf Tagesbasis sehen wir, dass der Index im Zuge der Gegenbewegung nach dem ersten Test der momentan umkämpften Zone gleich zweimal an der dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie abgewiesen wurde. Ein deutliches Signal, dass wir unmittelbar vor einem mittelfristig entscheidenden Richtungswechsel nach unten stehen könnten … falls der Nasdaq 100 diese Zone brechen sollte.

Diese Entscheidung wird nicht lange auf sich warten lassen, die Akteure in beiden Lagern sind derzeit viel zu nervös, um auf egal was zu warten. Am Montag, als der US-Aktienmarkt geschlossen blieb, stieg der trotzdem gehandelte Nasdaq 100-Future im asiatischen Handel plötzlich deutlich an, als gemeldet wurde, Biden und Putin seien im Prinzip zu einem Treffen zum Thema Ukraine bereit. Doch als sich das im Tagesverlauf immer mehr relativierte, kippte der Future ins Minus.

Die Käufer sind also gleich zum verspäteten Handelsstart in die Woche gefordert. Denn sollte diese Unterstützungszone fallen, läge die nächste potenzielle Auffanglinie zwar „schon“ um 13.000 Punkte, aber das ein eher leichter Support. Eine wirklich massive Unterstützungszone würde erst zwischen 12.200 und 12.440 Punkten warten. Und würde der Nasdaq 100 jetzt „durchfallen“, wäre es zumindest nicht ausgeschlossen, dass dann viele der geschlagenen, bullischen Verteidiger die Fronten wechseln und es dadurch ziemlich zügig weiter nach unten geht. Diese Woche dürften somit die Würfel dahingehend fallen, ob die Käufer dieses Ruder noch herumreissen können!

Wenn ein Index zeitweise knapp zwei Prozent im Plus liegt, dann aber 1,34 Prozent im Minus schliesst, ist das ganz und gar nicht gut. Aber es ist noch kritischer, wenn dadurch nicht nur eine runde Marke, sondern auch noch die 200-Tage-Linie fällt. Es ist Alarm beim Nasdaq 100!

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die in Abwärtsbewegungen verbissen Long bleiben oder sogar ins fallende Messer greifen. Aber ich bin lange genug Trader, um nachempfinden zu können, was diejenigen, die gestern hoffnungsvoll auf die Rückeroberung einer charttechnisch entscheidenden Zone im Nasdaq 100 setzten, empfunden haben müssen, als zu Beginn der zweiten Hälfte der Handelssitzung auf einmal alles schief ging. Das dürfte mitnichten Unbehagen gewesen sein, sondern blankes Entsetzen.

Eine Tages-Handelsspanne von über 500 Punkten im Nasdaq 100 ist ohnehin nichts für schwache Nerven. Aber hier ging es, wie Sie im Chart auf Tagesbasis sehen, um nicht gerade wenig.

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 20.01.2022, Kurs 14.846,45 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Konkret sollten die Käufe zum Handelsstart erreichen, dass der Index wieder in den aus dem November 2020 stammenden Aufwärtstrendkanal hineinläuft und dadurch zugleich die Nackenlinie der am Dienstag vollendeten Toppformation zurückerobert. Das wäre mit 15.500 Punkten erledigt gewesen. Bis knapp 15.350 Punkte kamen die Bullen, dann ging es nicht mehr weiter. Hätte es aber unbedingt müssen, denn:

Der Nasdaq 100 hatte ja sowieso schon einen fatalen Start ins Jahr, da ist das bullische Lager ebenso dezimiert wie nervös. Und nach dem Bruch des Trendkanals und der Vollendung des Topps gab es eine Linie, auf die es ankam: die 200-Tage-Linie.

Die verläuft aktuell bei genau 15.000 Punkten und war am Mittwochabend schon fast erreicht worden, nachdem ein anfänglicher Versuch, den Index ins Plus zu ziehen, scheiterte. Am Donnerstag ging es also um viel. Das bullische Lager hatte viel zu verlieren, nicht zuletzt mit Blick auf die heute anstehende Abrechnung der Index- und Aktienoptionen an der Terminbörse. Dass neben der 200-Tage-Linie auch noch die runde Marke von 15.000 Punkten fallen würde, wenn diese Rettungskäufe schiefgehen, musste man schon fast als Fussnote ansehen.

Expertenmeinung: Es ging also um immens viel. Und es ging schief. Und das ist es, was besonders kritisch ist. Denn die Bullen pflegen in solchen Situationen normalerweise nicht zu versagen. Jetzt ist der Nasdaq unterhalb der Schlüssel-Hürde bei 15.500 abgewiesen worden, hat die 15.000er-Marke ebenso gebrochen wie die 200-Tage-Linie und wurde nur von der Schlussglocke vor noch grösseren Verlusten gerettet. Was war da passiert?

Ich könnte nicht einschätzen, ob da Angst oder gezielte, bärische Attacken den Selloff angeschoben haben. Das Hoch des Index wurde anderthalb Stunden nach Handelsbeginn erreicht, danach ging knapp zwei Stunden lang nichts mehr voran. Und dann begann ein Abstieg, der vor allem ab 20 Uhr unserer Zeit immer mehr an Fahrt aufnahm und den Nasdaq 100 auf Tagestief aus dem Handel entliess. Gegenwehr: keine.

Und auch nachbörslich ging es weiter abwärts. Eine Stunde nach US-Handelsende lag der Index noch weiter im Minus. Und Netflix, die nach Handelsende ihre Quartalsbilanz meldeten, wurden mit -19 Prozent per 23 Uhr förmlich zerfleischt, obwohl der Gewinn pro Aktie weit über den Prognosen lag und der Umsatz die Analystenerwartungen genau traf.

Dass ein solcher Wirkungstreffer gegen das ohnehin massiv angezählte bullische Lager heute ausgerechnet auf einen Terminbörsen-Abrechnung trifft, ist eine gefährliche Konstellation. Ob sich genug grosse Adressen finden werden, um das Ruder mit letzter Kraft doch noch herumzureissen? Oder ob viele der „Grossen“ sich entscheiden, lieber schnell die Portfolios zu verkleinern, bevor es noch schlimmer wird?

Es ist schlicht nicht vorhersehbar, denn jetzt geht es, mehr noch als sonst, um Emotionen. Die kann man nicht in Schemata pressen, da hilft auch keine langjährige Erfahrung. Daher kann man nur eines raten: Riskieren Sie jetzt nicht zu viel, Tage wie diese sind nicht zu unterschätzen!

Nasdaq 100: Wochen-Chart vom 20.01.2022, Kurs 14.846,45 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX