NASDAQ 100 aktuell Nasdaq 100: Die wichtigsten Zahlen sind raus – und die Kurse bröckeln!

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

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NASDAQ 100
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Zum NASDAQ 100

Die Bilanzen der grossen Nasdaq-Schwergewichte liegen auf dem Tisch und waren bis auf wenige Ausnahmen hervorragend. Doch der Nasdaq 100 startet einfach nicht durch. Und die Frage stellt sich: Wenn die Bilanzen das nicht schaffen, was dann?

Sollte diese Frage eine zunehmende Zahl an Marktteilnehmern umtreiben und das die Kurse noch weiter drücken, könnte sich schnell herausstellen, dass das Problem darin liegt, dass der Markt einfach „voll“ ist. Wir haben seit über 13 Monaten eine Goldgräberstimmung am Markt. Ungewöhnlich viele neue Akteure kamen hinzu. Zugleich ist nicht wenig des Geldes, das die US-Regierung mit insgesamt drei Barschecks an die US-Bürger verteilte, in den Aktienmarkt geflossen, denn dieses Geld wurde ja wirklich quasi mit dem Helikopter abgeworfen und kam damit auch vielen zugute, die diese Dollars nicht wirklich brauchten. Bei einem derart markant steigenden Aktienmarkt war der Gedanke, es dort zu vermehren, naheliegend. Aber irgendwann ist das Boot eben voll.

Das, was von diesen Barschecks „übrig“ war, dürfte bereits investiert sein. Wer auf die grosse Wende hin zu rasantem Wachstum setzen wollte, wird nicht gewartet haben, bis sich der Kurs des Nasdaq 100, gerechnet vom März-Tief 2020, mehr als verdoppelt hat. Und eine solche Sättigung des Marktes führt normalerweise auch dazu, dass die Erwartungen der Akteure parallel zu den steigenden Kursen zunehmen. Da ist dann „gut“ oft nicht mehr gut genug.

Da man den Investoren nicht in die Köpfe schauen kann, kann man nie sicher sein, ob ein derartiger Zustand bereits erreicht ist. Aber dass die Reaktionen der grossen Nasdaq-Blue Chips wie Apple, Amazon, Tesla oder Microsoft auf klar über den Analystenprognosen liegende Ergebnisse ungewöhnlich moderat ausfiel und dies dazu führte, dass auch der Nasdaq 100 nicht in Schwung kam, deutet an, dass dieser Punkt erreicht sein könnte.

Und diejenigen, die sich den Index auf langfristiger Ebene ansehen, wundern sich über dieses plötzliche Phlegma nicht. Der Chart auf Monatsbasis zeigt, wie extrem weit sich der Nasdaq 100 von seiner langfristigen Aufwärtstrendlinie und der im Chart blau eingezeichneten 1.000-Tage-Linie entfernt hat. Letztere verläuft bei 8.500 Punkten. Und der Chart zeigt, dass diese Linie durchaus immer mal wieder getestet wird. Ist der Weg nach oben also verbaut, der Weg nach unten vorprogrammiert?

Mittelfristig wohl schon, vor allem weil dann viel Kapital, das im Aktienmarkt „geparkt“ wurde, benötigt wird, sei es für den Konsum, für Investitionen oder für die Kreditvergabe. Aber kurzfristig sollte man sich da nicht zu sicher sein.

Da sehr viele Akteure konsequent charttechnisch agieren, kann der Nasdaq 100 allemal noch eine Rallye-Runde aufs Parkett legen, wenn es gelingt, sich mit Schlusskursen über 14.100/14.150 aus dieser kurzfristigen Handelsspanne, die den Index seit drei Wochen festnagelt, nach oben abzusetzen. Darauf wetten sollte man aber besser nicht, denn es ist schon auffällig, dass diese ungewöhnlich enge Handelsspanne zum einen nicht durch diese Quartalsergebnisse der Index-Schwergewichte durchbrochen werden konnte und die Range auf Höhe des vorherigen Rekordhochs vom Februar liegt. Das macht deutlich: Entweder gehen den Bullen Geld und/oder Zuversicht aus … oder die Gewinnmitnahmen sind am bisherigen Hoch ungewöhnlich stark und werden durch erste, gezielte Short-Trades zu einem Sperrriegel, den man bislang nicht brechen kann. 

Und dass die ersten versuchen, sich auf der Short-Seite zu betätigen, würde nicht wundern, denn: Sollte der Nasdaq 100 dieses schmale Kursband mit Schlusskursen klar unter 13.700 Punkten eindeutig nach unten verlassen, würde sich bis hinunter zu der durch die 200-Tage-Linie verstärkten Unterstützungszone 11.728/12.439 Punkte keine charttechnische Unterstützung aufdrängen.

Den aktuellen Kurs und Chart des NASDAQ 100 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des NASDAQ 100 Index

Während der Dow Jones seit Jahresanfang nur drei kleine Rücksetzer vollzog, hat der Nasdaq 100 eine umfassende Korrektur absolviert. Jetzt läuft er mit viel Schwung auf das bisherige Rekordhoch zu. Ausbruchschance: gut!

Es konnte nicht auf Dauer gutgehen, das war zumindest den erfahrenen Investoren klar. Der Nasdaq 100 war der erste der grossen US-Indizes, der die Rekordhochs vor dem Corona-Crash überwand. Und nachdem es im September und Oktober schon zweimal zu abrupten und scharfen Korrekturen kam, stiegen die Notierungen des Technologie-Flaggschiffs danach nur umso hartnäckiger. Jetzt kam es zu einem erneuten scharfen Abwärtsimpuls. Und die Trader setzen darauf, dass es laufen wird wie im Herbst: Aus der Korrektur heraus wird der Index den Schwung bekommen, um die bisherigen Rekorde zu überbieten. So, wie es aktuell aussieht, dürften sie Recht bekommen.

Dass der Index seine Korrektur genau zum Quartalsende beendete, dürfte kein Zufall sein. Der Nasdaq 100 wurde durch die Korrektur der zweiten Quartalshälfte von der Performance her zu einer Nullnummer. Da noch zu versuchen, doch noch auf den letzten Drücker etwas Gewinn aus diesem verlorenen Quartal herauszuquetschen, erschien den Fonds zu Recht sinnlos. Aber jetzt startet ein neues Quartal, mit neuen Chancen. Guten Chancen für die zuvor teils kräftig korrigierten Schwergewichte der Technologiebranchen.

Dadurch, dass man zuletzt die „Old Economy“ bevorzugte und diese klassischen Branchen massiv höher zog, waren diese Bereiche zum Quartalsende überkauft. Viele grosse Adressen dürften ihre Strategie daher neu ausgerichtet haben. Denn langsam naht die Saison der Quartalsbilanzen – mit guten Perspektiven für die Tech-Aktien. Das zweite Quartal könnte also sehr gut das Quartal der Nasdaq werden … und die Chance, dass sich eine ähnliche Kaufwelle wie nach der Korrekturphase vom September und Oktober etabliert, ist gut, wenn es gelingt, das bisherige Rekordhoch bei 13.879,78 Punkten als Widerstand herauszunehmen.

Dass genau das jetzt ins Visier genommen wird, ist in den Charts nicht zu übersehen. In den letzten sieben Handelstagen hat der Nasdaq 100 gewaltig Fahrt aufgenommen und schloss am Freitagabend in „striking distance“ zu diesem Verlaufsrekord vom 16. Februar. Das Ziel: Heute soll der Index gleich zum Handelsstart mit einem „gap up“, einer Aufwärts-Kurslücke, auf neuen Verlaufsrekorden starten und dieses bullische Signal in Kombination mit den mit steigenden Kursen automatisch steigenden Hoffnungen auf eine starke Bilanzsaison für Anschlusskäufe sorgen.

Sollte dieses Unterfangen scheitern, d.h. Anschlusskäufe ausbleiben oder der Ausbruch gar direkt scheitern, müsste man damit rechnen, dass der Index schnell zumindest in die Region 13.200/13.300 Punkte zurücksetzt. Wenn dieser Plan aber aufgeht, wäre der Weg nach oben frei. Wie weit der Nasdaq 100 dann laufen würde, lässt sich nicht vorhersagen. Aber sollte er sich um zumindest ein Prozent nach oben absetzen, wäre es letztlich für trendfolgende Trades völlig ausreichend, den Stoppkurs nachzuziehen, idealerweise in einen Bereich um ein bis zwei Prozent unter das dann bezwungene, per Freitagabend noch als widerstand fungierende Verlaufshoch vom Februar bei 13.879,78 Punkten.

Heute findet an den US-Börsen feiertagsbedingt kein Handel statt. Es hat schon fast Tradition, in solchen Fällen mit einem Plus aus der Vorwoche zu gehen. Das, wie es sich für den Nasdaq 100 als Outperformer unter den US-Indizes gehört, natürlich ein neues Allzeithoch wurde.

Das wirkt alles so leichtfüssig dort. Sicher, alle paar Wochen wird ein bisschen Luft aus den Kursen gelassen, aber wenige Tage später ist das vorherige Hoch schon überboten. Das geht jetzt schon seit Anfang November so. Wobei, wenn man es genau nimmt und sich einmal den ganz langfristigen Chart ansieht: eigentlich geht das seit elf Jahren so. Und diejenigen, die da immer wieder kaufen, sehen keinen Grund, damit aufzuhören. Weil?

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Weil es ja immer wieder gutgeht. Und gerade weil es stapelweise Argumente gäbe, dass der Technologieindex irgendwann einmal dramatisch korrigieren müsste, das aber ein ums andere Mal nicht passiert, kaufen die Trader weiter. Sie wissen beispielsweise um das ungewöhnlich hohe Kurs/Gewinn-Verhältnis des Index von 33,50 (durchschnittliches KGV der 100 gelisteten Aktien auf Basis der gemeldeten Zahlen, nicht der Prognosen).

Sie wissen, dass die Rahmenbedingungen schwierig sind, das Wachstum für Jahre instabil bleiben wird und das am Ende auch bei den Technologiewerten ankommen dürfte. Sie wissen, dass das Risiko gestiegen ist, seit der Nasdaq 100 ausgerechnet im Sommer 2020, mitten in der Corona-Krise, den „ewigen Aufwärtstrend“ auch noch nach oben verlassen hat, d.h. eine Phase des „Overshootings“ begonnen hat. Sie kaufen trotzdem weiter.

Und warum auch nicht? Es geht ja immer wieder gut. Wer hier alleine aufgrund der Tatsache, dass der Nasdaq 100 eigentlich ein gutes Stück tiefer notieren müsste, eher 10.000 bis 12.000 Punkten angemessen wären als die am Freitagabend erreichte, neue Bestmarke von 13.807,69 Punkten, auf Verdacht Short ging, wurde niedergemacht. Und so profan es klingt: Wenn „runter“ die falsche Richtung ist, muss „rauf“ eben die richtige sein. Nur eines sollte man hier besser nicht werden: unaufmerksam.

Denn viele Akteure ziehen daraus, dass sie bislang nicht auf dem Bauch gelandet sind, den Schluss, dass das auch nicht mehr passieren wird. Aber die Börse ist keine Einbahnstrasse, selbst wenn der Nasdaq 100 so wirkt, als würde er die Ausnahme von dieser Regel sein.

Dass der Index den langfristigen Trendkanal nach oben verlassen hat, ist keineswegs normal. Das langfristige Chartbild ist logarithmisch skaliert, so dass die prozentuale Veränderung über die Jahre vergleichbar bleibt. Sie sehen, dass dieser Anstieg von seiner Intensität her nur mit dem nach der Baisse 2009 vergleichbar wäre. Doch damals hatte sich der Kurs des Nasdaq 100 im Vorfeld halbiert, diesmal nicht. Damals setzte man auf die Rückkehr zuvor dramatisch gefallener Unternehmensgewinne, diesmal kamen die meisten Nasdaq 100-Unternehmen ohne Gewinneinbussen davon. Somit ist der Index in der Tat teuer, auch teurer als damals.

Auffällig ist auch ein Aspekt auf kurzfristiger Ebene. Der im November etablierte Aufwärtstrendkanal sieht auf den ersten Blick völlig normal aus. Doch wenn man genau hinsieht erkennt man, dass die beiden Ankerpunkte auf der Unterseite erst nach denen auf der Oberseite entstanden. Das sollte andersherum sein, daher ist in diesem Fall die obere Linie des Kanals die Ankerlinie und könnte wie eine Hausse-Begrenzung funktionieren.

Aber allen Argumenten zum Trotz: Der Index läuft von einem Rekord zum anderen und wer sich dem entgegenstellt, hat nicht gerade viel Spass. Wichtig ist nur, konsequent das Geld vom Tisch zu nehmen, wenn es doch mal mehr würde als ein kurzer Rücksetzer. Die Kombination aus dieser unteren Trendlinie des November-Kanals bei aktuell 13.120 nebst der 20-Tage-Linie bei momentan 13.400 Punkten liesse sich da momentan als Orientierungsbasis nehmen.

Sollte der Nasdaq 100 diese Zone auf Schlusskursbasis um mindestens ein Prozent unterschreiten, könnte es doch mal ernst werden. Denn gerade weil die meisten Trader wissen, dass sie hier nur den Trend selbst als Stütze haben, könnte es gut sein, dass, wenn eben diese Stütze wegfällt, alle auf einmal aus dem Markt wollen.

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Zu Beginn der Woche, am ersten Handelstag des neuen Jahres, startete der Nasdaq 100 zwar auf einem neuen Verlaufsrekord, sackte dann aber sofort weg. Wäre das nach der Stichwahl um die letzten offenen Sitze im US-Senat am Dienstag passiert, hätte man argumentieren können, dass die Anleger sich deshalb aus den grossen Hightech-Aktien verabschieden, weil sie fürchten, dass die gebrochene Dominanz der Republikaner im Senat dazu führen werde, dass die Demokraten die Marktmacht der grossen „Datenkraken“ effektiver ausbremsen. Dadurch könnten Unternehmen wie Alphabet, Facebook oder auch Amazon Probleme bekommen. Aber dieser Abgabedruck tauchte auf, als noch offen war, wie die Stichwahl in Georgia ausgehen würde. Und danach war das Gros der Abgaben bereits vorbei. Auch der Sturm des Kapitols am Mittwoch liess die Akteure scheinbar relativ kalt. Was also hat diesen Druck erzeugt … und könnte sich das wiederholen, womöglich beim zweiten Mal nachhaltiger wirken?

Dass diese Abgaben gleich am ersten Handelstag des Jahres auftraten, deutet an, dass es sich um das Ergebnis der üblichen Strategie-Überprüfungen grosser Investoren zu Beginn eines neuen Quartals handeln könnte. Und wenn dort einige entschieden haben, ihre Exposition bei den Schwergewichten des Technologiesektors zu verringern, kann das Stichwort „Schwerkraft“ eine entscheidende Rolle gespielt haben. Denn nichts steigt ewig. Und die Nasdaq ist bereits so hoch gestiegen, dass ihr Fall tief sein könnte.

Gerechnet vom März-Tief 2020 hat der Nasdaq 100 in der Spitze 91 Prozent zugelegt. Für einen Index unglaublich, erst recht, wenn zugleich die Wirtschaft in den USA ebenso wie weltweit in einer kritischen Verfassung ist. Richtig ist zwar, dass die Schwergewichte im Index, die grossen Hightech-Konzerne, ihren Umsatz und Gewinn trotz der Krise mehrheitlich steigern konnten. Aber die Kurse sind deutlich schneller gestiegen als die Gewinne. Zum Vergleich:

Das durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis der 100 im Nasdaq gelisteten Aktien liegt momentan auf Basis der tatsächlichen Gewinne (berechnet werden dann die letzten vier Quartale und nicht irgendwelche Prognosen für kommende Jahre) bei 39,45. Vor einem Jahr, als man von Corona noch nichts ahnte und guter Dinge war, dass ein nahender „Deal“ mit China das zuvor wankende Wachstum neu beleben werde, lag dieses Kurs/Gewinn-Verhältnis bei 27,55! In einem optimistischen, positiven Umfeld also. Was müsste passieren, damit dieser Level von 27,55, der in normalen Zeiten angemessen wäre, wieder erreicht wird?

Entweder müssten die Gewinne der Nasdaq 100-Unternehmen im Schnitt um ca. 43 Prozent steigen, ohne dass der Nasdaq 100 zugleich weiter steigt. Oder die Gewinne bleiben gleich, dafür fällt der Index aber um 30 Prozent in die Region um 9.000 Punkte. Würden die Unternehmensgewinne 2021 um 20 Prozent steigen, bräuchte es „nur“ eine Korrektur um knapp 15 Prozent im Index. Gut, das sind nur Rechenexempel und am Aktienmarkt agieren viele sehr emotional. Wenn der Trend „brummt“, wischen viele solche Aspekte vom Tisch und finden hundert Gründe, warum diesmal gerechtfertigt wäre, was zuvor oft zu einem Kursrutsch geführt hat. Aber grosse Adressen agieren eben nicht emotional wie ein Zocker, wenn sie ihre Strategie überprüfen. Und sie sind es, die die entscheidende Kapitalmacht haben, Trends am Leben erhalten oder sie beenden können. Wird es also langsam eng?

Das wird es. Was nicht heisst, dass wir gerade die letzten Punkte dieser Super-Hausse seit März sehen müssen, immerhin setzten sich die Bullen gestern umgehend zur Wehr … trotz der angeblichen Sorge über die Pläne der neuen Regierung Biden. Aber es wäre jetzt jederzeit möglich, dass der Nasdaq 100 abdreht. Und wenn nach einer solchen Hausse erst einmal die ersten anfangen, die Reissleine zu ziehen, kann es kurz darauf von Fallschirmen nur so wimmeln. Vor allem, weil nicht nur die Bullen, sondern auch potenzielle Short-Seller nicht übersehen dürften, was Sie in unserem Chart auf Wochenbasis sehen:

Der Nasdaq 100 hat es im Zuge dieser Rallye sogar geschafft, die grosse „Trompeten-Formation“, die 2018 ihren Anfang nahm, nach oben zu durchbrechen. Deren obere Begrenzung verläuft aktuell im Bereich der 200-Tage-Linie und dem letzten markanten Zwischentief von Ende Oktober. Diese Region im Bereich 10.800 bis 11.000 Punkte wäre ein sich aufdrängendes Ziel einer Korrektur. Und sollte der Nasdaq 100 erst einmal ins Rutschen kommen, indem die zuletzt sauber verteidigte Supportzone 12.205/12.440 Punkte bricht, kann eine derart markante charttechnische Kreuzunterstützung wie ein Magnet wirken. Einer, der die Bullen zum Ausstieg und die Bären zum Angriff motiviert. Sich konsequent knapp unter der vorgenannten Unterstützungszone 12.205/12.440 Punkte abzusichern, dürfte daher wirklich nicht schaden.

Dass die grossen Akteure an der Terminbörse das Ziel hatten, den „dreifachen Hexensabbat“, diese am Freitag absolvierte Abrechnung der Futures und Optionen, auf höchstmöglichem Niveau ablaufen zu lassen und die Kurse dafür kräftig anschoben, war bereits in den Tagen vor dem Abrechnungstermin erkennbar – und das Ziel wurde erreicht. Der technologielastige Nasdaq 100-Index erreichte am vergangenen Freitag mit 12.793,47 Punkten einen neuen Verlaufsrekord. Doch wie weiter?

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Danach mussten die Bullen ohne dieses Zugpferd auskommen. Angesichts der Rahmenbedingungen konnte man sich keineswegs sicher sein, dass der Index nach der Abrechnung nicht nach unten abdrehen würde, denn:

Dass das Konjunkturpaket der US-Regierung jetzt doch noch als Kompromiss kommen würde, wusste man bereits in den Tagen davor. Aber das, was da am Sonntag entschieden wurde, reicht nicht allzu weit. Diese ca. 900 Milliarden US-Dollar werden schnell verbraucht sein. Und da die Republikaner auch bei einem Patt im Senat, das im Prinzip durch die Vizepräsidentin zu Gunsten der Demokraten kippen würde, Mittel und Wege haben, die neue Regierung zu behindern, ist es fraglich, ob monetärer „Nachschub“ so ohne weiteres kommen würde.

Zugleich kippt die US-Konjunktur erneut, der gestern veröffentlichte Index des US-Verbrauchervertrauens fiel deutlich und mehr als erwartet. Und bis ab dem 20. Januar zielgerichtete Massnahmen dazu beitragen könnten, die Pandemie einzudämmen, wird die Lage erst einmal täglich schlimmer. Kein ideales Umfeld, um eine derartige Hausse bis Silvester zu verlängern. Eigentlich.

Expertenmeinung: Doch wenn man sich den Chart des Index ansieht, geben sich die Bullen auch in den bislang zwei Tagen nach diesem „Hexensabbat“ keine Blösse. Im Vorfeld der Abrechnung hatten die Käufer einen Rücksetzer blitzsauber auf Höhe der Unterstützung in Form der Oktober- und November-Hochs aufgefangen, die in diesem Moment durch die 20-Tage-Linie verstärkt wurden.

Diese 20-Tage-Linie stellt jetzt den Leitstrahl des Trends dar, nachdem zeitweise markante Abgaben am Montag erneut genau auf Höhe dieses gleitenden Durchschnitts abgefangen wurden, der zu diesem Zeitpunkt erneut eine Kreuzunterstützung mit einer wichtigen Wendemarke bildete: mit dem alten Rekordhoch vom September bei 12.439 Punkten. Solange dieses September-Hoch und die 20-Tage-Linie verteidigt werden können, bleibt der Weg zu neuen Rekorden zum Jahresultimo offen. Denn wenn es weiterhin gelingt, negative Rahmenbedingungen einfach „wegzukaufen“, werden es die Kurse und ihr steter Anstieg sein, nicht die negativen Nachrichten, die das Handeln der Akteure beeinflussen.

Doch spätestens, wenn das Oktober-Hoch, das dem Rücksetzer des 9./10. Dezember standhielt, fallen sollte, wäre es vorbei mit dem Momentum der Hausse. Dann würden diese „bad news“ wieder durchschlagen … ein Stop Loss Long knapp unter diesem Level wäre daher eine Überlegung wert!

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Er scheint nicht umzuwerfen zu sein, der Nasdaq 100. Anfang Dezember gelang es, das vorherige, Anfang September ausgebildete Rekordhoch zu überwinden. Der Rücksetzer des Mittwochs unterbot dieses alte Hoch zwar wieder. Aber der Index drehte genau dort, wo er drehen musste, um deutlich zu machen: Die Bullen gedenken nicht, hier etwas anbrennen zu lassen. Nur … noch ist die Sache nicht entschieden.

Der Chart zeigt, dass der Nasdaq 100 genau in der Supportzone in Form der Hochs vom Oktober und November im Bereich 12.205/12.269 Punkten, die in diesem Moment durch die 20-Tage-Linie als agilstem unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten verstärkt wurde, nach oben drehte. Das ist perfekt, keine Frage. Aber erst, wenn dieses September-Hoch, dieser „Hanging Man“, der damals den Haussedrang des Index abrupt beendete, mit Schlusskursen über 12.439 Punkten erneut überwunden wurde, idealerweise auch das neue Rekordhoch vom vergangenen Dienstag bei 12.651 Zählern bezwungen ist, haben die Bullen diese Mini-Korrektur wirklich beendet. Das kann gelingen. Aber es muss nicht, denn:

Expertenmeinung: Dieser Hausse fehlt der Unterbau. Derzeit geht das bullische Lager davon aus, dass weder die von Washington mehrheitlich ignorierte, unkontrollierte Pandemie noch das Abflauen der konjunkturellen Erholung und das Ausbleiben des überfälligen Stimulus-Pakets den Technologie-Schwergewichten im Index etwas anhaben wird und die Gewinne des vierten Quartals erneut grandios sein werden. Das ist zwar zumindest fraglich, aber die Käuferseite hat einen Vorteil: Die Quartalsergebnisse stehen erst ab Ende Januar an, bis dahin hätte man den Vorteil, dass dieser Optimismus nicht widerlegt werden kann. Die Frage ist jedoch, ob die Bullen auch stark und entschlossen genug wären, eine gezielte Attacke der Gegenseite abzuwehren. Denn die Bären wissen um das fehlende Fundament der Dauer-Hausse. Und nicht nur das:

Durch die Verteidigung der Supportzone 12.205/12.269 Punkte ist der „Punkt X“ definiert, der nicht fallen darf. Denn gesetzt den Fall, die Attacke an das letzte Hoch bliebe aus, der Nasdaq 100 fiele zurück, dann wäre diese Zone die Klippe, über die aktiv angreifende Bären den Index schubsen müssten … und ihre Chance, damit einiges zu verdienen, wäre gar nicht schlecht.

Zum einen, weil Bullen, die nicht auf fundamentale Argumente zurückgreifen können, eher schreckhaft reagieren, wenn ihnen die Kontrolle abhandenkommt, indem Unterstützungen fallen, die nicht fallen dürfen. Zum anderen, weil sich direkt unterhalb dieser Unterstützungszone bis hinunter zur Juli-Aufwärtstrendlinie keine zwingenden Unterstützungen anbieten würden. Und bis dort hinunter wären es immerhin um die 1.000 Punkte. Sollte es anders kommen, als sich die bullischen Akteure das vorstellen und der Nasdaq 100 klar unter 12.200 Punkten schliessen, wäre daher bei aggressiven, kurzfristigen Long-Trades unbedingt zu überlegen, zügig die Reissleine zu ziehen.