MAN Vz. Aktie aktuell MAN: Verzockt

News: Aktuelle Analyse der MAN Vz. Aktie

von |
In diesem Artikel

MAN Vz.
ISIN: DE0005937031
|
Ticker: MAN3 --- %

---
EUR
---% (1D)
1W ---
1M ---
1Y ---
Zur MAN Vz. Aktie

Normalerweise wäre MAN keine Aktie, die wir an dieser Stelle analysieren würden, weil nur noch extrem wenige Aktien im Umlauf sind. Die VW-Tochter TRATON, die vor allem die beiden LKW-Spezialisten Scania und MAN umfasst, hält 95 Prozent dieser früher so rege gehandelten und beliebten Aktie. Aber genau dieser Umstand hängt damit zusammen, dass die Aktie am Freitag massiv unter Druck geriet. Die verbliebenen freien Aktionäre reagierten auf eine Nachricht nervös, die man sich genauer anschauen sollte.

Die MAN-Mutter TRATON teilte mit, dass der sogenannte „Squeeze Out“ erst 2021 durchgeführt werden solle. Damit ist der Aufkauf der verbliebenen Aktien gemeint, d.h. TRATON will die MAN-Aktie komplett von der Börse nehmen. Nachdem der VW-Konzern  zuletzt für die letzten frei gehandelten Audi-Aktien einen immensen Aufschlag zum vorherigen Aktienkurs angesetzt hatte, haben zweifellos einige bei diesen wenigen umlaufenden MAN-Aktien zugegriffen in der Erwartung, hier ebenfalls mit einem Preis abgefunden zu werden, der weit über dem Börsenkurs liegt. Damit hat man sich jetzt erst einmal verzockt, denn mit dieser Meldung, man werde den „Squeeze Out“ verschieben, brach die MAN-Aktie am Freitag um satte 15,48 Prozent ein.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur MAN Vz. Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass diese Spekulation im Markt war, lässt sich daran erkennen, dass die MAN-Aktie Mitte Juni binnen zwei Tagen von unter 45 auf bis zu 51 Euro sprang. Das war genau der Moment, als der VW-Konzern für die verbliebenen Audi-Aktien einen Abfindungspreis von 1.551 Euro festlegte, während die Audi-Aktie am Tag zuvor nur bei 1.050 Euro notierte. Da dachten sich einige zweifellos, dass man bei MAN mit einem ähnlichen Gewinn rechnen könnte. Doch durch diese Nachricht der Verschiebung des „Squeeze Out“ fiel die Aktie mit einem Schlag dorthin zurück, wo sie herkam. Aber wieso eigentlich?

Aufgeschoben ist doch nicht aufgehoben? Das stimmt, aber was die Akteure nervös gemacht haben könnte, ist die Begründung dieser Verschiebung. MAN solle sich zunächst auf die Neuausrichtung und die Bewältigung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie konzentrieren, hiess es bei TRATON. Im kommenden Jahr, wolle man die Integration dann fortsetzen. Die Frage, die sich da stellt, lautet: Warum sollte der Aufkauf der wenigen verbliebenen Aktien in irgendeiner Weise die Aktivitäten von MAN stören oder behindern? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, es geht hier nur um eine formale, vom operativen Geschäft völlig unabhängige Aktion.

Man könnte angesichts der avisierten, umfassenden Stellenstreichungen bei den TRATON-Kernfirmen MAN und Scania mutmassen, dass TRATON momentan die Kosten für diese Aktion scheut. Und das wiederum würde weitere Überlegungen auslösen: Da TRATON die restlichen MAN-Aktien zwar vom Markt haben will, das aber nicht muss, wer weiss, ob dieser „Squeeze Out“ 2021 wirklich kommt und vor allem, ob man mit der Hoffnung, dass TRATON sich ebenso grosszügig zeigen würde wie VW bei Audi, nicht mit Zitronen gehandelt hat. Daher: Wissen kann man zwar nicht, wie das hier weitergeht, aber ich persönlich würde diesen heftigen Abschlag bei MAN nicht als risikoarme Einstiegsgelegenheit werten.

Chart vom 18.09.2020, Kurs 43,80 Euro, Kürzel MAN3 | Online Broker LYNX

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.