Euronext Aktie Prognose Euronext: Das ist das Unternehmen wirklich wert

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Sollte Payment for Order Flow wirklich verboten werden, könnte Euronext zu den grossen Profiteuren gehören. Es läuft aber auch so.

Monopolartige Strukturen: Warum Börsenbetreiber so profitabel sind

Es gibt wenige legale Geschäfte, die so profitabel sind, wie der Betrieb von Börsenplätzen. Euronext kam zuletzt auf eine operative Marge von 44 %.

Das Wachstum ist zwar nicht unendlich gross, im Gegenzug handelt es sich aber in aller Regel um monopolartige Strukturen. Nehmen wir als Beispiel Deutschland. Der allergrösste Teil des Börsenhandels findet über Xetra statt, Punkt.

In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. In sehr grossen Märkten wie den USA gibt es zwar mehrere Börsenbetreiber, die aber meist unterschiedliche Schwerpunkte, getrennt nach Assetklassen, haben. Faktisch handelt es sich auch dort um Duo- sowie Monopole.

Dasselbe gilt für Euronext, die die wichtigsten Börsenplätze in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris betreibt.

Zeitweise hätte man fürchten können, dass dieses Monopol durch die Neobroker und ihre Geschäftspraktiken aufgeweicht wurde.
Neobroker nahmen zwar keine oder nur geringe Ordergebühren, verdienten ihr Geld aber auf andere Art und Weise.

Neobroker und Payment for Order Flow: Herausforderung für Euronext?

In einigen Fällen wurden zum Beispiel Handelsdaten der Kunden verkauft und in nahezu allen Fällen hatten die Kunden der Neobroker keinen direkten Zugang zu den regulären Börsen.
Stattdessen wurde auf ausserbörslichen Plattformen gehandelt.

Das ist für die Betreiber dieser ausserbörslichen Handelsplätze ein einträgliches Geschäft und daher bezahlen sie Neobroker, um möglichst viele Kunden auf die Plattformen zu bringen.

Dass bei Neobrokern keine Gebühren anfallen, ist eine Illusion. Die Gebühren sind nur gut versteckt, beispielsweise in Form eines höheren Spreads. Gerade bei grossen Ordervolumina und häufigem Handeln, summieren sich die versteckten Kosten.

Wie sollte es auch sonst sein? Sowohl die Neobroker als auch die Betreiber der ausserbörslichen Handelsplattformen wollen Geld verdienen und woher soll es kommen, wenn nicht von den Kunden?

Inzwischen ist diese Geschäftspraxis unter dem Begriff Payment for Order Flow bekannt und soll verboten werden.

Euronext trotzt der Konkurrenz und fährt Rekordgewinne ein

Die grossen Gewinner dieser möglichen Gesetzesänderung wären Börsenbetreiber und klassische Broker.

Doch selbst ohne ein mögliches Verbot läuft es sehr gut. Die grossen Volumina werden von institutionellen Anlegern, Fonds und Grossinvestoren bewegt und die handeln allesamt direkt an der Börse.

Daher konnte Euronext den Gewinn 2020 auch um 28 % auf ein neues Rekordniveau steigern und 2021 um weitere 17 %. Die neue Konkurrenz hat das nicht verhindert.

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Gewinn weitgehend stagnieren. Das Interesse an dem Thema Börse hat in den letzten Monaten nachgelassen.
Viele Anleger, die 2020 und 2021 den Weg an die Börse gefunden haben, verabschieden sich wieder.
Darüber hinaus ist die Volatilität gering, was immer auch zu einer Reduzierung der Handelsaktivität führt.

Die Flaute ist da

Für Euronext dürfte es also eher ein schwaches Jahr werden, aber es gibt wahrlich schlimmeres als den Gewinn auf Rekordniveau zu halten, obwohl die Rahmenbedingungen mittelprächtig sind.

Doch die Mehrheit denkt anders. Der Gewinn von Euronext steigt in diesem Jahr nicht, also verkauft man die Aktie, obwohl klar ist, dass es früher oder später zu einer Belebung kommen wird.

Der intrinsische Wert des Unternehmens hängt aber nicht von der aktuellen Lage ab, sondern davon, wie viel man in fünf oder mehr Jahren verdienen wird.

Und an dieser Front sieht es gut aus, egal ob ein Verbot von Payment for Order Flow kommen wird oder nicht. Es ist nicht die erste Flaute, die die Euronext und anderen Börsenplätze erleben und es wird auch nicht die letzte sein.

Euronext notiert heute wieder auf dem Niveau von 2019, obwohl der Gewinn in dieser Zeit in etwa um 50 % gestiegen ist.

Derzeit liegt das KGVe bei 11,9. In den letzten fünf Jahren musste man durchschnittlich ein KGV von 16,6 auf den Tisch legen und selbst am Crashtief von 2020 lag das KGV noch bei 14.

Unternehmenswert und Übernahmen: Euronext im Vergleich

Eine weitere Möglichkeit, den fairen Wert der Euronext zu ermitteln, bieten die in der Vergangenheit vollzogenen Übernahmen im Sektor.
Euronext war dereinst ein Teil der NYSE Euronext. Die Deutsche Börse gab für NYSE Euronext 2011 ein Gebot über das 11-fache des EBITDA ab, bevor das Unternehmen 2013 für das 12,5-fache des EBITDA übernommen wurde.

Borsa Italiana wurde für das 19-fache des EBITDA übernommen. Bei der Australian Securities Exchange ASX lag der Multiplikator bei 22, bei der Oslo Bors sowie Nex jeweils bei 13 und bei der Warsaw Stock Exchange bei 14.

Im Jahr 2019 scheiterte ein Übernahmeversuch der London Stock Exchange durch Hong Kong Exchanges mit einem P/EBITDA von 14.

Unter einem Multiplikator von unter 12,5 konnte man in den letzten anderthalb Jahrzehnten keine Börsenplätze kaufen und in den meisten Fällen wurde deutlich mehr bezahlt.

Ein P/EBITDA würde im Fall von Euronext einen Unternehmenswert von 10,77 Mrd. Euro und einem Aktienkurs von etwa 81,31 Euro entsprechen.

Euronext Aktie: Chart vom 17.07.2023, Kurs: 62,35 - Kürzel: ENX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euronext Aktie: Chart vom 17.07.2023, Kurs: 62,35 – Kürzel: ENX | Quelle: TWS

Euronext hat eine umfassende Korrektur vollzogen und bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen einem langfristigen Aufwärtstrend und einem mehrmonatigen Abwärtstrend.
In Kürze muss eine Richtungsentscheidung erfolgen.

Fällt Euronext unter 60 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 55 Euro gerechnet werden.

Gelingt jedoch ein Anstieg über 63 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 66 Euro oder ein Abwärtstrend nahe 69 Euro einleiten.
Gelingt ein Ausbruch über den Abwärtstrend, würde sich das Chartbild spürbar aufhellen.

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