Intel Aktie Prognose Massenentlassungen bei Intel

News: Aktuelle Analyse der Intel Aktie

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Bei Intel brennt die Hütte. Jetzt kommt es wohl zu einem Kahlschlag, in einigen Bereichen könnten 20% aller Stellen gestrichen werden.

Neuigkeiten

Dass der Halbleiter-Sektor konjunkturanfällig ist, ist keine Neuigkeit. Dass sich die Situation von Chip-Mangel hin zu wegbrechender Nachfrage gewandelt hat, ist keine Neuigkeit.
Dass die Branche aktuell zu kämpfen hat, ist keine Neuigkeit. Dass es bei Intel grundsätzlich nicht optimal läuft und man teilweise technologisch hinterherhinkt, ist ebenfalls keine Neuigkeit.

Dass die Lage bei Intel allerdings derartig angespannt ist, dass man sich zu Massenentlassungen genötigt sieht, ist eine Neuigkeit.

Presseberichten zufolge plant Intel einen massiven und konzernweiten Stellenabbau. Am stärksten betroffen dürfte demnach der Bereich „Sales und Marketing“ sein, dort könnten 20% aller Stellen wegfallen.

Das zeigt einerseits, dass bei Intel ganz offensichtlich die Hütte brennt. Aus Sicht eines Börsianers muss das allerdings keine schlechte Nachricht sein. Börse ist nicht intuitiv.

Wenn Menschen ihren Job verlieren, ist das tragisch, das meine ich wortwörtlich. Betrachtet man die Sache allerdings vollkommen emotionslos, bedeutet es auch, dass das betreffende Unternehmen Kosten spart.

Geschichten aus dem Paulanergarten

Des Weiteren bietet ein Kahlschlag die Möglichkeit, eine überbordende Kostenbasis abzubauen.
Unternehmen tendieren dazu, in guten Zeiten Stellen zu schaffen, die wenig Wertschöpfung erzielen. Jeder kennt sicherlich jemanden, der faktisch fürs Nichtstun bezahlt wird.

Ich erinnere mich noch recht gut an ein Beispiel eines ehemaligen Kollegen (nicht bei LYNX). Nachdem er gekündigt hatte, mussten keinerlei Aufgaben neu verteilt werden. Man musste sich vielmehr die Frage stellen, was der Gute zuvor den ganzen lieben langen Tag getan hat.
Ein anderes Beispiel ist ein Bekannter mit Behördenjob, der im Job so stark eingebunden ist, dass er inzwischen mehrere Bücher veröffentlicht hat, die nach eigenem Bekunden während der Arbeitszeit entstanden sind.

Doch genug der Anekdoten. Worum es im Kern geht, ist, dass Intel sich jetzt strukturell schlanker aufstellen und verkrustete Strukturen sprengen könnte.
Dass es in einem Grosskonzern mit rund 120.000 Mitarbeitern eine Vielzahl an sinnlosen Stellen gibt, dürfte klar sein.

Doch das wäre für sich genommen keine Analyse Wert. Viel wichtiger ist der Kursverlauf von Intel, denn in den letzten Monaten ist es zu einem massiven Crash von 68 auf 25 USD gekommen.
Der Börsenwert von Intel ist dadurch von 295 auf 108 Mrd. USD kollabiert.

Das macht natürlich einen grossen Unterschied, so wie auch im normalen Leben. Es gibt sicherlich viele Dinge, die Sie sich gönnen würden, wenn diese plötzlich nur noch ein Drittel kosten würden.

Eine Sache ist jedenfalls sicher: Das Chance-Risiko-Verhältnis von Intel ist heute exorbitant besser als noch vor einigen Monaten.

Ausblick und Bewertung

Die grundlegenden Probleme, die wir in den letzten Analysen mehrfach thematisiert hatten, sind zwar nicht gelöst, aber Intel verdient nach wie vor gutes Geld.
Die Kernfrage ist, wie viel der Konzern über einen Konjunkturzyklus hinweg verdienen kann, beziehungsweise in allen noch kommenden Jahren.

Wenn man sich das bewusst macht, erkennt man, wie unbedeutend die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen sind. Dabei handelt es sich nur um eine Momentaufnahme.
Der intrinsische Wert eines Unternehmens ist allerdings davon abhängig, was in der Zukunft an Gewinn und Cashflow generiert und ausgeschüttet werden kann.

Intel hat in den letzten zehn Jahren rund 140 Mrd. USD an Gewinn erzielt, rund 50 Mrd. USD an Dividenden ausgeschüttet und eine Milliarde an eigenen Aktien zurückgekauft.
Beim aktuellen Kurs entspricht das weiteren 25 Mrd. USD, der Kurs war in diesem Zeitraum aber ganz überwiegend höher.

Selbst wenn man jetzt unterstellt, dass Intel nie mehr wächst und in der kommenden Dekade nicht mehr verdient als in der zurückliegenden, lässt sich der aktuelle Börsenwert von 108 Mrd. USD recht einfach rechtfertigen.

Eine andere Überlegung könnte ebenfalls aufschlussreich sein. Wir wissen, dass die Börse kurzfristig zu Übertreibungen neigt, langfristig aber die Bewertung von Aktien recht zuverlässig auf ein sinnvolles Niveau bringt.
Da der Kurs von Intel heute auf dem Niveau von 2012 liegt, ergibt sich daraus unweigerlich die Frage, ob der Markt ein Jahrzehnt falsch lag oder jetzt.

Statistisch gesehen ist die zweite Antwort meist die richtige. Wir werden sehen, ob das auch dieses Mal wieder der Fall ist, aber man tut an der Börse gut daran, wenn man die Statistik auf seiner Seite hat.

Zu viel Pessimismus?

Eins dürfte jedenfalls sicher sein, dass inzwischen sehr viel (berechtigter) Pessimismus eingepreist ist, schliesslich ist der aktuelle Konsens, dass sich der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr mehr als halbiert und auch in den kommenden beiden Jahren nicht viel geht.

Ob das nicht zu pessimistisch ist, wird sich zeigen müssen. Die Chance besteht jedenfalls.
Wer sich engagiert, wird für seine Wartezeit mit einer Dividendenrendite von 5,83% entlohnt.

Die Dividende ist selbst im Falle des erwarteten Gewinneinbruchs von 5,47 USD auf 2,25 USD je Aktie gut finanziert, denn ausgeschüttet werden lediglich 1,43 USD je Aktie.

Um die Sache zusammenzufassen: Ich bin kein grosser Freund von Intel, ein Outperformer ist die Aktie nicht und man hat allerlei Probleme. Aber auf dem aktuellen Niveau dürfte die Aktie nennenswert unterbewertet sein.
Die Rahmenbedingungen werden nicht ewig so schlecht sein, wie derzeit.

Chart vom 12.10.2022 – Kurs: 25,04 - Kürzel: INTC - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 12.10.2022 – Kurs: 25,04 – Kürzel: INTC – Wochenkerzen

Das bedeutet nicht, dass die Aktie unmittelbar einen Boden ausbilden wird. Es bedeutet aber, dass das Abwärtspotenzial begrenzt sein dürfte.
Zwischen 25 und 19 USD befindet sich eine Vielzahl an relevanten Unterstützungen.

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Vorherige Analysen der Intel Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach wie vor gehört der Chiphersteller zu den führenden Unternehmen der Branche und somit blickten zahlreiche Anleger gespannt auf die gestern veröffentlichten Quartalsergebnisse. Die erste Reaktion der Intel-Aktie im nachbörslichen Handel zeigt, wie nervös der Markt aktuell ist. Zuerst ging es hier schnell um 5% nach oben, um kurz danach 10% einzubrechen und den Handel dann mit einem fast schon moderaten Abschlag von 3% zu beenden. Die Zahlen selbst waren sehr gut. Der Gewinn je Aktie lag bei 1.09 USD und konnte die Schätzungen von 0.91 USD je Aktie deutlich schlagen. Auch der Umsatz lag mit 19.5 Milliarden USD über den erwarteten 18.31 Milliarden USD. Lediglich die Bruttomargen lagen mit 52% knapp unter den Schätzungen von fast 53%. Somit fanden Marktteilnehmer schon mal ein Haar in der Suppe, was in der aktuellen Marktsituation schon reicht, um die Kurse wieder fallen zu lassen.   

Expertenmeinung: Aus technischer Sicht befindet sich Intel nach wie vor in einer breit angelegten Bodenbildungsphase. Zwar konnte sich die Aktie in den letzten Monaten wieder deutlich erholen, doch hierbei wurde lediglich das verkorkste letzte Quartal aufgeholt und das Gap von Ende Oktober geschlossen. Es braucht noch mehr, um den Titel wieder langfristig auf Spur zu bringen. Hierfür wäre ein Breakout über die Marke von 56 USD notwendig. Solange dies nicht geschieht, sollte man Vorsicht walten lassen. Der Markt ist angeschlagen und ein Test des Bodens bei 48 USD ist in den kommenden Tagen und Wochen nicht auszuschliessen.  

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 26.01.2022 Kurs: 51.69 Kürzel: INTC | Online Broker LYNX

Intel will Mobileye 2022 an die Börse bringen. Was könnte die Tochter eigenständig wert sein? Perspektivisch womöglich mehr als Intel.

Intel will Mobileye 2022 an die Börse bringen. Was könnte die Tochter eigenständig wert sein? Perspektivisch womöglich mehr als Intel?

Soll…

Die Anleger von Intel hatten es in den letzten Monaten oder gar Jahren nicht gerade leicht.
Während die Indizes von einem Hoch zum andere liefen, ging bei Intel unter dem Strich gar nichts.

Zuletzt ging es sogar rückwärts.

Gründe dafür gibt es genug. Seit Jahren hat das Unternehmen Probleme mit der Umstellung auf die neuesten Chip -Herstellungsmethoden.
Dadurch wurde man auf der Foundry -Ebene technologisch von Taiwan Semi überholt und im nächsten Schritt auch von deren Kunden wie AMD oder Apple.

Daher verliert man an allen Ecken und Enden Marktanteile. In den Rechenzentren an AMD, bei Unterhaltungselektronik beispielsweise an Apple.

Ich hatte die Probleme hier ausführlich beschrieben:
Intel stürzt ab. Reissleine ziehen, aussitzen, zuschlagen?

Intel selbst rechnet erst für 2025 damit, dass man wieder Technologieführer sein wird.

… und Haben

Bei all den Unkenrufen sollte man allerdings nicht vergessen, dass das Geschäft von Intel trotzdem nicht schlecht läuft.
Intel notiert heute nur knapp über dem Niveau von Ende 2017.

Seitdem ist der Umsatz allerdings von 62,7 auf 77,9 Mrd. USD gestiegen. Das Ergebnis legte von 1,99 auf 4,94 USD je Aktie zu.

Die P/E ist dadurch von 25 auf 11 gesunken. Das macht natürlich einen grossen Unterschied.

Zusammenfassen kann man sagen: Es läuft sicherlich nicht blendend, vor allem im Vergleich zu vielen Konkurrenten. Man sollte Intel aber nicht abschreiben. Und die Bewertung ist auch nicht gerade hoch.

Unter dem Mäntelchen

Womöglich ist der faire Wert von Intel doch eine ganze Ecke höher als der aktuelle Kurs reflektiert.
Immerhin hat man in den zurückliegenden Quartalen durchweg die Erwartungen übertroffen, ohne dass das zu nachhaltig steigenden Kurs geführt hätte.

Diese Diskrepanz ist schon eigenwillig. Daher könnte es jetzt noch Nachholpotenzial geben.

Noch wichtiger dürfte aktuell aber ein anderer Kurstreiber sein. Intel plant einen Börsengang der Mobileye, einem der führenden Unternehmen im Bereich Fahrassistenzsysteme – also perspektivisch autonomes Fahren.

Mobileye kooperiert in diesem Bereich mit so gut wie allen grossen Autobauern.

Im März 2017 wurde das Unternehmen für 15,3 Mrd. USD von Intel übernommen. Durch einen Börsengang erhofft man sich jetzt wohl, dass der Wert von Mobileye greifbarer wird und sich daher auch auf den Kurs von Intel niederschlägt.

Intel selbst möchte nach dem Börsengang weiterhin die Mehrheit an der Tochter halten.

Was könnte Mobileye wert sein?

Jetzt lässt sich natürlich vortrefflich mutmassen, was Mobileye wert sein könnte. Hierfür müsste man zunächst eine andere Frage beantworten: Sprechen wir über den rationalen Wert, oder das, was der Markt Mobileye womöglich zugestehen könnte?

Im zweiten Fall wäre die Antwort wohl: „The Sky ist the Limit“.

Autonome Fahrzeuge sind ein potenziell gigantischer Markt. Landen die Systeme von Mobileye am Ende in den Autos nahezu aller Hersteller, kann man sich ungefähr vorstellen, welchen Umsatz und Gewinn Mobileye einfahren könnte.
Als Technologieführer oder womöglich einziger Anbieter wären die Margen stattlich.

Es wäre gut möglich, dass Mobileye perspektivisch mehr wert sein könnte als der ganze Intel-Konzern mit seinem derzeitigen Börsenwert von 208 Mrd. USD.

Holla, die Waldfee

Die Antwort auf diese Frage werden wir spätestens beim Börsengang erfahren.

Glücklicherweise liefert Intel aber gewisse Hinweise. Als man Mobileye 2017 für 15,3 Mrd. USD übernommen hatte, lag der Umsatz bei 358,2 Mio. USD.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres waren es 1,03 Mrd. USD. Das entspricht einem Umsatzsprung von 62%. In Q3 lag das Plus bei 39%.

Der Jahresumsatz 2021 dürfte also in Richtung 1,40 Mrd. USD tendieren. Setzt sich das Wachstum auch 2022 in ähnlicher Weise fort, läge der Umsatz dann bereits bei 2,0 Mrd. USD.

Intel hatte für Mobileye damals ein KUV von 40 auf den Tisch gelegt. Ob man ein derartiges Multiple bei einem Börsengang auch erzielen kann, wird man sehen.
Falles es gelingt, wäre Mobileye 80 Mrd. USD wert, was wiederum 40% des Börsenwerts von Intel entspricht.

Chart vom 07.12.2021 Kurs: 50,99 Kürzel: INTC - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 07.12.2021 Kurs: 50,99 Kürzel: INTC – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage auch nicht schlecht. Der Aufwärtstrend und der Support bei 49 USD hat gehalten.
Ausgehend von dieser Basis könnte der Börsengang von Mobileye eine Rallye auslösen.

Vorbörslich notiert die Aktie bereits bei 55 USD. Das erste Kursziel wurde somit abgearbeitet. Darüber wäre Platz bis 57 USD.
Gelingt ein Ausbruch über 57 USD, liegen die nächsten Kursziele bei 60 sowie 65.