Netflix -20%. Reissleine ziehen, aussitzen, aufstocken?

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Netflix
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Zur Netflix Aktie

Vor wenigen Tagen hatte ich bereits eine Analyse zu Netflix veröffentlicht und mit folgenden einleitenden Worten begonnen:
„Netflix steht unter Druck. Ein böses Omen vor den Zahlen?“

Das war es wohl. Dass die Aktie allerdings um 20% abrauscht, damit hätte wohl niemand gerechnet.
Tatsächlich ist es statistisch sogar wahrscheinlicher, dass Aktien nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen steigen, vor allem wenn sie im Vorfeld nachgegeben haben.

Der grosse Knall

Statistiken helfen in Einzelfällen aber wenig. Von Netflix wurde einfach mehr erwartet, vor allem perspektivisch.
Der Auslöser für den massiven Crash der Aktie war ganz klar der schwache Ausblick.

Denn im vierten Quartal lag der Gewinn mit 1,33 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,85 USD. Der Umsatz übertraf mit 7,71 Mrd. die Analystenschätzungen von 7,70 Mrd. USD marginal.

Für das erste Quartal 2022 stellt man allerdings nur einen Gewinn von 2,86 USD je Aktie in Aussicht, erwartet wurden 3,40 USD.
Die Umsatzprognose liegt mit 7,90 Mrd. USD ebenfalls weit unter den Erwartungen von 8,10 Mrd. USD.

Die operative Marge dürfte 2022 wohl von 21% auf 19-20% sinken, bisher war man von einem Anstieg auf 23% ausgegangen.
Darüber hinaus beinträchtigt die zunehmende Konkurrenz die Gewinnung von Neukunden und somit auch das Wachstum.

Das ist natürlich harter Tobak, ich frage mich nur, wen das überrascht. Wir haben die zunehmende Konkurrenz und die teilweise fehlenden Wachstumsperspektiven bereits vor Monaten thematisiert.

Aber es zeigt sich immer wieder, dass die Börse Probleme so lange ignoriert, bis es wirklich nicht mehr geht.

Soll und Haben

So viel zu den Problemen von Netflix. Abgesehen von dem enttäuschenden Ausblick, hat das Unternehmen allerdings auch positive Signale gesendet.

Anleger sollten auch nicht vergessen, dass der Wert eines Unternehmens nicht anhand von einem schlechten Quartal oder einem mittelprächtigen Ausblick hängt.
Die Kursreaktion ist aber derartig ausgeprägt, als wäre das der Fall.

All die Banken und Resarchhäuser tun ihr Übriges, um für noch mehr Verunsicherung zu sorgen. Wie gewohnt ziehen sie ihre Ratings und Kursziele der Realität hinterher.
Über Nacht haben etliche Adressen bereits reagiert.

Hier nur einige Beispiele:
Credit Suisse stuft plötzlich von outperform auf neutral und senkt das Kursziel von 740 auf 450 USD.
Morgan Stanley stuft von outperform auf equal weight und senkt das Kursziel von 700 auf 450 USD.
Am tiefsten stapelt Macquarie, die das Kursziel wohl direkt auf 395 USD gesenkt haben.

Es ist ein absoluter Witz. Die Zeit für das Lesen von Ratings kann man sich wirklich sparen.

Wirklich so schlimm?

Doch wie bereits angedeutet, so schlecht sind Zahlen und Ausblick nicht. Netflix hat 2021 durch negative Währungseffekte rund 1,0 Mrd. USD an Umsatz eingebüsst, vornehmlich im zweiten Halbjahr.
Das zugrundeliegende Wachstum ist also höher, als der erste Blick erahnen lässt.

Darüber hinaus soll der FCF 2022 und fortan positiv ausfallen. Mit den verfügbaren Mitteln sollen Anfang 2022 rund 700 Mio. USD an Schulden getilgt werden.
Anschliessend soll das überschüssige Kapital für opportunistische Buybacks genutzt werden. Für Anleger ergibt sich daraus ein neuer Wachstumstreiber.

Es sollte eigentlich eine grosse Erleichterung sein, dass Netflix fortan keine neuen Kredite mehr benötigt. Dadurch hat sich das langfristige Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verbessert.

Weitere Wachstumstreiber könnte das Gaming-Segment bringen. Netflix ist gerade dabei ein eigenes Spiele-Studio aufzubauen und zeigt sich auch offen für Licensing.
Es ist erstaunlich, dass man erst jetzt in diesem Bereich aktiv wird.
Eigentlich ist die Plattform technologisch wie gemacht für Spiele-Streaming.

Netflix sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob man sich nicht als Alternative für Twitch positionieren kann. Unzufriedene Streamer mit hunderttausenden Followern gibt es auf Twitch zu Genüge.

In Summe bin ich wohl deutlich optimistischer als die Mehrheit. Es wäre schliesslich nicht so, dass Netflix zum ersten Mal einen enttäuschenden Ausblick oder Zahlen vorlegt und korrigiert.

Wie gewonnen, so zerronnen

Bisher waren grössere Rücksetzer immer Gelegenheiten und da sich an den grundlegenden Charakteristiken von Netflix nichts geändert hat, dürfte das auch jetzt wieder der Fall sein.

Es ist schon bemerkenswert, dass durch den nachbörslichen Absturz auf derzeit 402,50 USD die kompletten Kursgewinne aus der Pandemie und mehr wieder vernichtet wurde.

Netflix notiert aktuell auf demselben Niveau wie Mitte 2018, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Damals lag der Umsatz noch bei 11,69 Mrd. USD, heute sind es 29,70 Mrd. USD.

Das KUV ist dementsprechend stark gesunken und liegt aktuell bei 6,0. In den letzten fünf Jahren lag das KUV durchschnittlich bei 8,4 und zeitweise auch schon über 10.

Das Sentiment ist aktuell also sehr negativ, nachdem es zuvor aufgrund von Squid Game sehr positiv war. Beides ist irrational.

Wir werden sehen, wie das Sentiment ausfällt, wenn die zweite Staffel Squid Game veröffentlicht wird oder der nächste Serienhit einschlägt.
Es ist schliesslich nicht der erste Erfolg von Netflix, der Streamingservice hat sich vielmehr zu einer Hit-Maschine gemausert.
Im vergangenen Jahr kamen 6 der 10 auf Google meistgesuchten Serien aus dem Hause Netflix.

Chart vom 20.01.2022 Kurs: 402,50 Kürzel: NFLX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.01.2022 Kurs: 402,50 Kürzel: NFLX – Wochenkerzen

Netflix ist abgestürzt und notiert vorbörslich bei 402,50 USD. Man darf gespannt sein, was der Handelstag bringt.
Sicherlich wird eine ganze Reihe von Stopps ausgelöst, die andere Anleger bereitwillig zum Kauf nutzen werden.

Es wäre durchaus möglich, dass der Spuk ein jähes Ende hat, denn Netflix ist in die zentrale Unterstützungszone zwischen 385 und 415 USD eingetaucht. Hier reihen sich die Supports geradezu auf und dementsprechend hoch ist die Chance auf eine Stabilisierung.

Weitere Signale ergeben sich, falls die Aktie aus diesem Korridor ausbricht. Über 415 USD kommt es zu einem Kaufsignal, unter 384 USD zu einem Verkaufssignal.

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Netflix steht unter Druck. Ein böses Omen vor den Zahlen? Wie sieht es charttechnisch und fundamental aus? Hier die Prognose.

Netflix ist die weltweit führenden Streaming-Plattform und geradezu zu einem Synonym für stundenlange Serien-Marathons geworden.

Diese Position hat man sich allerdings auch teuer erkauft, zeitweise war der Cashburn waghalsig.
Netflix verbrannte zwischenzeitlich Milliardensummen und gleichzeitig wurde der Effekt je eingesetztem Dollar immer geringer.  In Nordamerika war man ohnehin an die Wachstumsgrenzen geraten, der Markt ist weitgehend ausgereizt.

Das Ende des Wachstums?

Wenn bereits alle Netflix nutzen, wem will man noch ein Abo verkaufen? Durch Corona hat sich die Lage allerdings massgeblich verändert, der Cashflow drehte in positives Territorium und könnte es fortan auch bleiben.

Das macht das Unternehmen exorbitant attraktiver. Ich denke vielen Anlegern ist gar nicht bewusst, was für einen grossen Unterschied es macht.
Tatsächlich wurde diesem Faktor, also einem ausserordentlich hohen Cashburn, in der Vergangenheit keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Für Netflix scheint sich diese aggressive und risikoreiche Strategie ausgezahlt zu haben. Der Erfolg gibt ihnen recht, das gilt nicht nur für den Aktienkurs.
Ohne Corona hätte Netflix allerdings noch auf Jahre hinweg Verluste geschrieben.

Damit ist ein negativer freier Cashflow gemeint, dass man also mehr ausgibt als einnimmt. Das war über Jahre hinweg der Fall, wenngleich man auch einen Gewinn gemeldet hat.
Auf die Buchhaltungsspielereien, die dafür notwendig waren, möchte ich gar nicht eingehen, es spielt an dieser Stelle auch keine Rolle.

Wirklich von Bedeutung ist, dass Netflix zukünftig seine dominante Rolle im Streaming-Segment behalten wird.
Der Wettbewerb hat zwar deutlich zugenommen, zum Beispiel durch Disney+. Bisher hat das der positiven Entwicklung bei Netflix keinen Abbruch getan.

Alles Abo, oder was?

Viele Konsumenten scheinen dazu bereit zu sein, auch mehrere Abos gleichzeitig abzuschliessen.

Hier kommen wir zu einer wichtigen Erkenntnis, beziehungsweise zu einem Zukunftstrend.
Wir erleben bereits seit einigen Jahren, dass ein bedeutender Teil der Geschäftswelt auf Abo-Modelle umgestellt wird.

Das dürfte in Zukunft auf immer mehr Lebensbereiche ausgeweitet werden. Wir erleben es heute schon im digitalen Umfeld, doch das ist erst der Anfang.

Wir werden eine Ära der Abo-Systeme und Sharing eintreten. Bei vielen Gütern liegen die Vorteile tatsächlich auch auf der Hand.

Das beste Beispiel ist nach wie vor das Auto. Die meisten PkW stehen 22-23 Stunden am Tag nutzlos in der Gegend herum.
Ältere Jahrgänge sind eher zurückhaltend, was Car-Sharing angeht. Bei jüngeren Menschen sieht das anders aus. Autos werden nicht mehr als Statussymbol angesehen, sondern Mittel zum Zweck.

Am Limit

Doch kommen wir nochmal zurück zu dem Thema „das Ende des Wachstums“. Es ist richtig, dass man in Nordamerika nicht mehr viele Kunden gewinnen kann.
Gleichzeitig ist die Expansion andernorts sehr viel schwieriger. In Europa funktioniert das alles noch recht einfach, da dieselben Filme und Serien Erfolge werden.

In Asien sieht das allerdings anders aus. Dortige Hits verpuffen in unseren Gefilden teilweise und umgekehrt.
Dieses Problem zu lösen ist nicht trivial, denn das hat vor allem kulturelle Gründe.

Auf der anderen Seite habe ich das Argument „wohin soll dieses Unternehmen noch wachsen“ auch damals beim Börsengang von Facebook gehört.

Das soziale Netzwerk erschien bereits omnipräsent. Dass man anschliessend trotzdem noch erheblich wachsen kann, hat das Unternehmen gezeigt.

Einerseits ist das durch Zukäufe gelungen, aber vor allem dadurch, dass man heute pro Nutzer exorbitant mehr verdient. Wir werden sehen, was sich Netflix einfallen lässt.

Doch wenn man sich auf eine Sache verlassen kann, dann darauf, dass „Corporate America“ etwas einfällt, um ein Maximum an Monetarisierung zu erzielen.

Ein trivialer Weg sind Preiserhöhungen. Am Freitag hat Netflix bekannt gegeben, dass man die Preise in den USA und Kanada erhöhen wird. Und sind wir ganz ehrlich: Wenige werden wegen 1,50 USD mehr pro Monat kündigen.

Ausblick

Langsam verebben die positiven Corona-Effekte, das Wachstum ist rückläufig, allerdings ungebrochen.

Im ersten Quartal 2021 lag das Umsatzplus bei 24,2%, im zweiten Quartal bei 19,4% und im dritten Quartal bei 16,3%.
Am Donnerstag nach Börsenschluss werden wir erfahren, wie Q4 ausgefallen ist.

Die derzeitigen Schätzungen entsprechen einer Stabilisierung. Demnach soll der Umsatz um 16% auf 7,71 Mrd. USD steigen.
Der Gewinn dürfte allerdings wieder sinken, da Netflix eine ganze Reihe neuer Titel produziert.

Mittelfristig werden Wachstumsraten zwischen 20 und 30% erwartet. Je nach Modell setzten sich diese Prognosen unterschiedlich zusammen, meist jedoch je zur Hälfte durch eine steigende Kundenzahl und in einem ähnlichen Umfang durch mehr Umsatz je Kunde.

Wir hatten das Thema ja bereits angesprochen und tatsächlich gelingt es Netflix auch, die Einnahmen je Kunde zu steigern.
Nehmen wir beispielhaft das letzte Quartal, in dem der Umsatz je Abonnent auf Jahressicht um 7% zugelegt hat.

Derzeit liegt das KUV bei 8,4. Sobald die Zahlen am Donnerstag gemeldet wurden, könnte der Wert auf 7,8 sinken.
In den letzten fünf Jahren lag das KUV durchschnittlich bei 8,7.

Die Bewertung von Netflix ist derzeit also im Rahmen. Sollte es tatsächlich gelingen, auch in den kommenden Jahren Wachstumsraten von 20% p.a. und mehr zu erzielen, könnte die Aktie in ähnlichem Umfang steigen.

Chart vom 17.01.2022 Kurs: 525,40 Kürzel: NFLX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 17.01.2022 Kurs: 525,40 Kürzel: NFLX – Wochenkerzen

Netflix hat 25% an Wert verloren und ist zu dem obersten der drei relevanten Aufwärtstrends zurückgekommen.

An dieser Stelle könnte man auf eine Gegenbewegung in Richtung 550 oder sogar 575 USD spekulieren. Darüber würde sich das Chartbild aufhellen.

Fällt die Aktie hingegen per Wochenschluss unter 515 USD, könnte es zu einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 475 USD kommen.
Für Investoren wäre das zunehmend interessant.

Das gilt umso mehr für den Bereich zwischen 440 und 410 USD. Ob sich die Korrektur bis auf dieses Niveau fortsetzt, ist allerdings fraglich.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Wieder einmal hat uns das Covid-Virus fest in der Hand. Während in ganz Österreich bereits ein Lockdown als letzte Massnahme gegen einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems verhängt wurde, ist dies im Rest von Europa wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis einzelne Staaten zu selbigen Mitteln greifen müssen.

Auch die neue Omikron-Variante macht die Lage nicht einfacher und so gingen zum Ende der vorigen Handelswoche vor allem die Stay-At-Home-Branchen durch die Decke. Es darf wieder bis zum Abwinken gestreamt werden und die Netflix-Aktie legte deutlich an Wert zu. Der Aufwärtstrend geht somit vorerst unvermindert weiter.

Expertenmeinung: Dennoch sollte nicht jede Aktie aus den eingangs erwähnten Branchen einfach gekauft werden, denn die am Freitag entstandene Euphorie könnte sich schnell wieder in Luft auflösen. Immerhin leben wir nun schon seit fast zwei Jahren mit dem Virus und die Börsen konnten dies bisher in eindrucksvoller Manier wegstecken. Wir alle haben mit dem Virus zu leben gelernt.

Bei Netflix sehen wir derzeit eine recht konstruktive Zwischenkonsolidierung, welche nach den starken Anstiegen der letzten Monate völlig normal erscheint. Wichtig ist hierbei, dass die 50-Tage-Linie und somit auch das zuletzt gebildete Pivot-Tief bei 646.05 USD nicht mehr nach unten gebrochen wird. Dies sind immens wichtige Support-Ebenen, welche unbedingt gehalten werden müssen.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 26.11.2021 Kurs: 665.64 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Vor einer Woche hatten wir die Aktie des Online-Streaming-Dienstes von neutral auf bullisch gesetzt und das zum richtigen Zeitpunkt. Bereits seit Monaten ist für die Netflix Aktie eine eindrucksvolle Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs zu beobachten. Im Laufe der vorigen Woche bildete sich ein weiteres höheres Pivot-Tief, welches nun für den intakten Aufwärtstrend verantwortlich ist.

Solange sich die Kurse über diesem Niveau halten, bleiben die Bullen am Ruder. Anleger sollten daher die Marke bei 642.11 USD beachten. Im gestrigen Handel konnte die Netflix-Aktie erneut den Turbo zünden und erreichte erstmals die magische Marke bei 700 USD.

Expertenmeinung: Einzig die Tatsache, dass der letzte Anstieg mit eher fallendem Volumen einherging, lässt uns etwas grübeln, ob dieser Impuls von Dauer sein wird. Die Divergenz hatten wir aber bereits im Anstieg von Ende Oktober beobachten können. Auch damals ist die Aktie bei eher mässigen Volumen gestiegen.

So oder so. Sollte sich die Aufwärtsbewegung trotz der Divergenzen weiter fortsetzen, könnten die Kurse bald das Niveau von 730 USD erreichen. Ein mögliches Kursziel bis Jahresende.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 17.11.2021 Kurs: 691.69 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Monaten ist der US-Streaming-Dienst wieder aufgewacht und macht seinem Namen als High-Beta-Aktie alle Ehre. Seit August befindet sich die Netflix-Aktie im Rallye Modus und konnte in diesem Zeitraum ein Plus von über 30% erzielen. Immer wieder waren kleinere Zwischenkorrekturen in Richtung der 20-Tage-Linie zu beobachten, welche von den Bullen aufgekauft wurden. Nun wurde dieser Indikator aber nach unten gebrochen, was den Test der 50-Tage-Linie ins Spiel bringen könnte. Dieser befindet sich derzeit bei rund 625 USD. Knapp darunter findet sich ein weiterer wichtiger Support, welcher sowohl das Pivot-Hoch von September als auch das Pivot-Tief von Oktober markiert. Der Trend bleibt vorerst auf der bullischen Ebene.  

Expertenmeinung: Dieser Supportbereich befindet sich bei 615 bis 617 USD und wäre die letzte Verteidigungslinie im laufenden Aufwärtstrend. Solange sich die Aktie darüber halten kann, bleibt der Tenor glasklar auf der bullischen Seite. Wir gehen davon aus, dass die Kurse schon an der 50-Tage-Linie wieder deutlicher nach oben drehen könnten und sehen hier eine attraktive Chance. Zuerst muss aber abgewartet werden, ob die nun gestartete Korrektur zum einen dort ankommt und zum anderen von den Bullen aufgekauft wird. Vorerst belassen wir unsere Aussichten auf Netflix auf der bullischen Ebene und sehen derzeit eine gesunde Korrektur in einem intakten Aufwärtstrend.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 10.11.2021 Kurs: 646.91 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX

Netflix legte Dienstagabend das Quartalsergebnis vor, am Mittwoch fiel der Kurs um 2,17 Prozent. Das wirkte, als mochten die Marktteilnehmer nicht, was sie sahen. Aber wäre das wirklich so gewesen, wäre die Aktie stärker gefallen. Und am Donnerstag waren die Bullen wieder da.

Der Gewinn pro Aktie stieg von 2,97 US-Dollar im Vorquartal leicht auf 3,19 US-Dollar. Dass die durchschnittliche Gewinnschätzung der Analysten mit 2,59 US-Dollar klar niedriger lag, hat wenig zu sagen, erfahrene Investoren wissen, dass da manch einer gezielt viel zu niedrig geschätzt hat. Der Umsatz, auch das zeigt, dass die Gewinnprognose eher zu niedrig lag, erreichte mit 7,48 Milliarden US-Dollar die Prognosen. Wichtiger ist aber vor allem bei Netflix der Blick nach vorne, denn aufgrund des hohen Verschuldungsgrades ist das Unternehmen weiterhin zu zügigem Wachstum verdammt.

Da sieht Netflix selbst für das laufende, vierte Quartal einen Anstieg der Abonnenten um starke 8,5 Millionen, im dritten Quartal waren es 4,38 Millionen gewesen. Neue Serien sollen die Zugpferde sein … und bislang kann man sich da über Erfolge auch nicht beklagen. Diese Zahlen nebst Perspektive stimmten auch die Analysten positiv. Die bisherigen, nach den Ergebnissen vorgenommenen Kursziel-Anpassungen wiesen allesamt nach oben … und mehrheitlich sieht man da Kursziele oberhalb des derzeitigen Kursniveaus. Also, warum kam es dann zu einer zunächst verhaltenen Reaktion am Markt und dann einen Tag später doch noch zu neuen Hochs?

Expertenmeinung: Das liegt daran, dass der Optimismus, was die Marktteilnehmer angeht, bereits im Vorfeld dazu geführt hatte, dass der Kurs aus seiner über ein Jahr währenden, volatilen Seitwärtsrange nach oben ausbrach. Der Ausbruch gelang bereits Anfang September, sah dann einen perfekten Pullback an den Ausbruchslevel und in dessen Anschluss ein neues Rekordhoch, das am 7. Oktober bei 646,84 US-Dollar markiert wurde. Dadurch war die Aktie im Vorfeld der Bilanz in der Spitze um gut zwölf Prozent über die vorherige Handelsspanne gestiegen … und das war in Relation zu den starken, aber nicht überraschenden Ergebnissen des dritten Quartals eigentlich genug.

Warum also weiter kaufen, warum nicht auf hohem Niveau mal den Gewinn mitnehmen, dürften sich viele überlegt und entsprechend gehandelt haben. Aber das barg für das bullische Lager trotzdem ein Risiko. Und das lässt sich im Chartbild erkennen. Sie sehen, dass diese Gewinnmitnahmen am Tag nach der Bilanz die Kreuzunterstützung aus September-Hoch, 20-Tage-Linie und August-Aufwärtstrendlinie touchierten. Wären die Abgaben weitergegangen, hätten aus harmlosen Gewinnmitnahmen durch das dann generierte, kurzfristige Verkaufssignal eine echte Korrektur werden und die Short-Seller anlocken können.

Das zu verhindern, war die Intention derer, die am Donnerstag auf der Käuferseite antraten… und die Sache erfolgreich abschlossen. Denn dadurch wurde nicht nur ein erneuter, von oben kommender Test der alten Handelsspanne verhindert, sondern es gelang die Flucht nach vorne: Neue Rekorde statt Korrektur. Angesichts der bereits recht üppigen Bewertung der Aktie sollte man da zwar auf der Oberseite keine Wunder erwarten, aber solange Netflix nicht doch noch unter 615 US-Dollar zurücksetzt, ist der Weg nach oben der wahrscheinlichere.

Netflix-Aktie: Chart vom 21.10.2021, Kurs 625,14 US-Dollar, Kürzel NFLX | Online Broker LYNX