E.ON Aktie aktuell E.On: Das ist der Boden

News: Aktuelle Analyse der E.ON Aktie

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E.ON
ISIN: DE000ENAG999
Ticker: EOAN
Währung: EUR

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Zur E.ON Aktie

E.On ist einer der weltweit grössten privaten Energieversorger.

Das operative Geschäft von E.ON umfasst Energiedienstleistungen, den Betrieb von Energienetzen, die Gewinnung von erneuerbaren Energien und den Betrieb und die schrittweise Stilllegung deutscher Atomkraftwerke.

Ein Trauerspiel

Egal ob man die Zeit seit der Abspaltung von Uniper betrachtet, oder die Jahre zuvor: Die geschäftliche Entwicklung ist ein Trauerspiel.

Der Konzern ist verkrustet, kämpft mit Altlasten und hat Probleme mit der Profitabilität.
Die operative Marge schwankte in den letzten Jahren zwischen 2,6 und 7,1%. Das ist schon schlecht genug, vor der Abspaltung von Uniper hatte man aber jahrelang Milliardenverluste eingefahren.

Daher ist es kein Wunder, dass die Aktie ein absoluter Underperformer ist. Im Endeffekt geht es ständig abwärts.
Was soll auch sonst passieren?

Toxische Mischung

Die Gesamtkonstellation ist bei E.On geradezu toxisch. Man kann dem Management zwar Vorwürfe machen, zum Beispiel für den schlechten Deal mit RWE.
Den Laden könnte aber wohl eh niemand auf Vordermann bringen.

Wie bereits beschrieben, sind die Margen niedrig. Gleichzeitig hat man 43 Mrd. Euro an Nettoschulden, die man mit sich herumschleppt. Das entspricht übrigens dem anderthalbfachen des Börsenwerts.

Der operative Cashflow beträgt nur wenige Prozent vom Umsatz und alles, was man erwirtschaftet, muss umgehend reinvestiert werden. Der Konzern verdient faktisch gar nichts.
Trotzdem hält man an der Dividendenpolitik fest. Im Gegenzug steigt ständig die Anzahl der ausstehenden Aktien.

Daher warne ich seit Jahren vor E.On.
Wie für Anleger ein echter Mehrwert entstehen soll, erschliesst sich mir nicht. Trotzdem kaufen unbedarfte Anleger das Papier und verspielen damit ihre Ersparnisse.

Die Argumente sind immer dieselben: „E.On ist günstig und schon so weit gefallen, jetzt muss es doch mal aufwärts gehen. Das muss der Boden sein.“

Sie wissen nicht was sie tun.

Aber jetzt!

Doch vielleicht brilliert E.On wenigstens jetzt in der Krise. Das Geschäft ist schliesslich nicht zyklisch. Ist das nicht einer der Hauptgründe, warum man überhaupt Versorger kauft?

Leider stellt sich gerade heraus, dass das Geschäft doch anfälliger ist, als so mancher Anleger vermuten würde.

E.On bezeichnet die heute vorgelegten Halbjahreszahlen als robust, ich kann darüber nur lachen.

Das EBIT ist von 2,3 auf 2,2 Mrd. Euro gesunken und ein Grossteil davon geht für Zinsen über den Jordan.

Der bereinigte Konzerngewinn lag bei 0,93 Mrd. Euro, nach 1,05 Mrd. Euro im Vorjahr.
Das reale Ergebnis lag nur bei 0,55 Mrd. Euro, der freie Cashflow war sogar negativ.

Der gemeldete Gewinn ist um 22% auf 0,14 Euro je Aktie eingebrochen.

Die Prognose für das Nettoergebnis 2020 wurde von 1,7-1,9 auf 1,5-1,7 Mrd. Euro gesenkt.

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Gar nicht so schlecht

Vielleicht werden Sie jetzt denken, „das ist nicht sonderlich gut, aber auch keine Katastrophe“. Darüber kann man streiten.

Die Kennzahlen wären zumindest kein Weltuntergang – wenn man nicht zwischenzeitlich rund 20 Milliarden für die Übernahme von innogy ausgegeben und eine Kapitalerhöhung durchgeführt hätte.

Tatsächlich war das Ergebnis rückläufig, obwohl sich der Umsatz durch den Kauf von innogy nahezu verdoppelt hat.

Davon lesen Sie in der Pressemitteilung aber natürlich nichts und die meisten Börsenportale übernehmen einfach die Überschrift von E.On: „Robustes Halbjahr“.

Den Chart von E.On hätte man auch unkommentiert lassen können. Unter 9,50 drohen erneute Verluste in den Bereich zwischen 8,50 und 7,50 Euro.

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Chart vom 12.08.2020 Kurs: 9,91 Kürzel: EOAN - Wochenkerzen
Chart vom 12.08.2020 Kurs: 9,91 Kürzel: EOAN - Wochenkerzen

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der E.ON Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Auf defensive Werte zu setzen, ist in normalen Korrekturphasen an der Börse durchaus eine gute Taktik, da sich diese Aktien meist besser halten, als Aktien aus offensiven Branchen. Doch während eines Crashs können sich auch defensive Titel meist nicht behaupten. Dies sehen wir derzeit vor allem auch am Verlauf der beiden Energieriesen E.ON und RWE. Beide Aktien kamen ebenfalls unter die Räder und konnten sich dem bärischen Treiben nicht entziehen. Bei E.ON ging es in der Spitze über 30 Prozent nach unten, bis sich hier eine technische Gegenreaktion einstellte. Dabei wurde die Kurslücke von Mitte März attackiert, die sich im Bereich von 9.50 EUR auftat. Hier dürfte der Wind nun etwas rauer werden.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur E.ON Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es ist davon auszugehen, dass der leichte Teil des Anstieges vorüber ist. Das Schliessen des Gaps sorgt meist für Verkaufsdruck und so müssen Anleger wohl von hier aus wieder mit deutlicheren Abschlägen rechnen. Noch sind keine Verkaufssignale zu sehen, aber die Stopps sollten schon mal recht eng platziert werden, um nicht wieder Gefahr zu laufen, eine Etage tiefer zu fallen. Zumindest sollte man der Aktie die Chance auf mehr nicht verwehren. Theoretisch könnte es noch auf bis zu 9.75/10.00 EUR gehen, bevor sich die Bären wieder aufmachen, den Druck auf die Kurse zu erhöhen. Einen guten Einstieg für defensive Werte sehen wir derzeit noch nicht.

Aussicht: NEUTRAL

E.ON Aktie Chart vom 27.03.2020 Kurs: 9.16 Kürzel: EOAN | Online Broker LYNX

Als der Energiekonzern E.ON am vergangenen Freitag seine Neun-Monats-Zahlen präsentierte, machte die Aktie einen kräftigen Satz nach oben. Doch am folgenden Montag drehte der Kurs wieder nach unten, am Dienstag dann war der gesamte Gewinn des Freitags dahin. Eine klassische Bullenfalle also. Und so etwas ist hinreichend ernüchternd für die Käufer, dass das Pendel leicht in die Gegenrichtung umschlagen, die Aktie kräftig nach unten wegsacken könnte. Kommt es dazu?

Denkbar wäre es, denn was die Marktteilnehmer anfangs begeisterte, hat so seine Tücken. Es ist zwar richtig, dass E.ON im Zuge der Zahlen seine Gesamtjahresprognose anhob. Aber in wie weit das ein nennenswerter Schritt nach vorne ist, lässt sich kaum feststellen. Denn durch die Übernahme der Ex-RWE-Tochter innogy sind Umsatz und Gewinn nicht mit dem Ergebnis des Vorjahres vergleichbar. Dass man die Zahlen mit „solides operatives Geschäft“ kommentierte, kann alles und nichts bedeuten. Und in der Unternehmensmitteilung wurde klar unterstrichen, dass die Anhebung der Ergebnisprognose durch die innogy-Übernahme begründet ist. So gesehen war es nicht überraschend, dass Marktteilnehmer, die den Eindruck bekamen, dass diese Bilanzzahlen nicht stark genug sind, um einen längeren Anstieg zu befeuern, die Käufe am 29. November als günstige Gelegenheit sahen, schnelle Gewinne mitzunehmen. Aber deswegen muss der Abstieg ja nicht weit unter den Kurslevel vor der Bilanz führen – oder?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur E.ON Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aus fundamentaler Sicht nicht, aber da kommt die Charttechnik ins Spiel: Die Verkäufe setzten ausgerechnet auf Höhe der oberen Begrenzung eines Ende August etablierten Aufwärtstrendkanals ein. Dass diese Linie erreicht wurde, dürfte dabei nicht wenigen den Ausstieg erleichtert haben. Damit ist dieser Trendkanal, der vorher auf der Oberseite unbestätigt war, charttechnisch relevant geworden, so dass ein Test dessen unterer Begrenzung bei aktuell 8,86 Euro möglich wäre, sofern die Aktie die derzeit noch verteidigte Unterstützungszone bricht. Sie sehen im Chart, dass E.ON am Dienstag wieder unter die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie fiel: nicht gut.

Aber noch ist diese Linie bei aktuell 9,28 Euro und die Hochs vom September und Oktober um 9,16 Euro, die zusammen eine Unterstützungszone bilden, nicht unterboten. Will heissen: Noch haben die Bären hier nichts gewonnen. Und da darunter dann bei 9,00 Euro die zuletzt als Unterstützung bewährte 50-Tage-Linie wartet und der Weg zum unteren Ende des Trendkanals bei 8,86 Euro dann nicht mehr weit wäre, würde sich das Chance/Risiko-Verhältnis für einen Short-Trade erst dann günstig präsentieren, wenn die Aktie diesen Trendkanal nach unten verlässt. Dann allerdings könnte es schnell gehen!

Chart vom 06.12.2019, Kurs 9,187 Euro, Kürzel EOAN | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Anleger sind ständig auf der Suche nach neuen Chancen und Anlagemöglichkeiten. Umgekehrt sollte man aber auch von Zeit zu Zeit einen Blick ins Depot werfen, ob man Risiken eingesammelt hat, die einem gar nicht bewusst sind.

Ganz oben auf der Liste stehen Unternehmen, die Probleme mit der Profitabilität haben, nicht wachsen oder enorme Schulden haben.

Im Dax sind das aus meiner Sicht die folgenden Aktien:

Deutsche Bank

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht wiederholen, alle fundamentalen Erwägungen finden Sie in der folgenden Analyse und einer Vielzahl weiterer Verkaufsempfehlungen.

Deutsche Bank: Schrecken ohne Ende

E.ON

Bei E.On reicht ein Blick in den langfristigen Chart. Die Aktie notiert heute auf dem Niveau der 90er Jahre.
Selbst ohne fundamentale Kenntnisse sollten die Probleme als schnell offensichtlich sein. Der Umsatz ist seit 2012 konstant rückläufig und bei der Profitabilität hapert es ebenfalls.

RWE

Auch bei diesem Energiekonzern ist die Kursentwicklung alles andere als erfreulich. Die Aktie notiert ebenfalls auf dem Niveau der 90er Jahre.
Umsatz und Gewinn sind seit Jahren rückläufig, immer wieder werden massive Verluste erwirtschaftet.
Das KGV ist mit über 20 dennoch ambitioniert.

ThyssenKrupp

Die Geschichte des Industriekonzerns ist eine nicht enden wollende Geschichte des Versagens.
Selbst die in Aussicht gestellte Abspaltung der Aufzugssparte kann der Aktie nicht zu anhaltenden Gewinnen verhelfen.

Warum das so ist, erfahren Sie hier.

Bei Thyssen ergibt sich ein ähnliches Bild, wie zuvor. Die Aktie notierte auf dem Niveau der 90er Jahre. Umsatz und Gewinn sind seit Jahren rückläufig, die Margen sind niedrig und von Profitabilität kann man kaum sprechen.

Deutsche Telekom

Die Aktie notiert heute auf dem Niveau der IPO im Jahr 1996. Mehr als die Dividende konnte man bisher also nicht erwarten.

Die Volksaktie war bisher ein stabiler Dividendenzahler, doch auch in Zukunft? Inzwischen ist die Bilanz der Telekom regelrecht aus den Fugen geraten.

Durch die neuen Bilanzierungsregeln ist erst klar geworden, wie hoch die Verpflichtungen tatsächlich sind. Derzeit belaufen sie sich auf 65,6 Mrd. Euro und liegen damit nur knapp unter dem Börsenwert.
Inzwischen werden jährlich Milliardensummen an Zinsen fällig.

Ist eine Dividende bei diesem Schuldenstand überhaupt noch zu rechtfertigen?

Es ist nur einer der vielen Gründe, warum ich nicht viel vom Unternehmen halte, weitere finden Sie hier.

Fazit

Anleger kaufen die Aktien dennoch, denn sie sind vermeintlich günstig. Doch all die genannten Argumente galten bereits vor einem, vor fünf und auch vor zehn Jahren.

Glücklich wurde man mit den Aktien in all der Zeit nicht. Sie sind konstante Underperformer, denn sie haben allesamt schwerwiegende und tiefgreifende strukturelle Probleme und sind Branchenverlierer.

Ersparen Sie sich diese Nieten.

Interesse an weiteren Analysen dieser Art zum MDax, TecDax, Dow Jones & Co? Ich würde mich über einen Kommentar auf Guidants freuen, dort folgen mir mehr als 5.500 Trader & Investoren.
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