Siemens Aktie Prognose Siemens: Was für ein Kurssprung … was geht jetzt nach oben?

News: Aktuelle Analyse der Siemens Aktie

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Das am 30.9. beendete vierte Geschäftsjahresquartal lief weit besser, als seitens der Analysten im Vorfeld vermutet. Damit einher ging eine Dividendenerhöhung und eine über den Erwartungen liegende Prognose für 2022/2023. Ist der Weg für die Aktie jetzt nach oben frei?

Diese Quartalsbilanz wirkte, als seien Inflation und Rezessionsgefahr für Siemens kein Thema. Dabei war der Gewinn im Geschäftsjahr 2021/2022 sehr wohl gefallen. Und das nicht einmal so knapp, der Gewinn pro Aktie kam von 8,32 Euro im Geschäftsjahr 2020/2021 auf 5,47 Euro zurück. Zwar lag das an einer immensen Wertminderung der Beteiligung an Siemens Energy, die wiederum unter den Problemen der Energy-Tochter Siemens Gamesa litten. Aber Druck auf den Gewinn gab es eben trotzdem. Wieso tut man so, als sei das alles kein Problem?

Erstens, weil diese Abschreibung schon im Sommer kommuniziert und vollzogen wurde. Zweitens, weil das vierte Quartal stark war und zeigte: Ausserhalb dieser „Problemtochter“ Siemens Gamesa läuft es momentan weiterhin gut. Der Umsatz stieg stärker als erwartet, der Auftragseingang ebenso, der Gewinn nach Steuern dito.

Und für das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2022/2023 sieht der Siemens-Konzern ein Umsatzplus zwischen sechs und neun Prozent, während man seitens der Analysten bis dahin im Schnitt +3,3 Prozent vermutet hatte. Der Gewinn pro Aktie soll in eine Spanne zwischen 8,70 und 9,20 Euro steigen, also über den Level 2020/2021 und auf rekordverdächtiges Niveau. Dass die Aktie daraufhin zum Tagessieger im DAX wurde, ist nicht überraschend, aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siemens Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Frage, dies sich jetzt stellt, ist ja weniger, ob die Aktie zu Recht dorthin gelaufen ist, wo sie jetzt steht, sondern ob sie diesen Level wird halten können und idealerweise noch ordentlich Luft nach oben hat. Wie sieht es damit aus?

Links im Chartbild sehen wir den Kursbereich, den die Akteure für die Aktie als angemessen ansahen, bevor Inflation, höhere Leitzinsen, der Ukraine-Konflikt und die massiven Wertberichtigungen durch Siemens Energy bzw. Siemens Gamesa ein Thema waren. Wenn Siemens‘ Ausblick Realität wird, wäre es auch opportun, dass die Aktie wieder in diese Zone vorstösst. Was, solange das offen bleibt, davon abhängt, ob die Trader daran glauben. Dazu müsste der Kurs die Widerstandszone 138/140 Euro zurückerobern.

Der erste Schritt wurde durch den Kurssprung des Donnerstags gemacht, da gelang es, ansatzlos über das Juni-Hoch bei 127 Euro zu laufen und diese Linie auch zu halten. Aber wenn wir uns ansehen, dass der hier mit eingeblendete RSI-Indikator bereits tief in die überkaufte Zone vorgestossen ist und berücksichtigen, dass die Aktie in gut anderthalb Monaten in der Spitze fast 40 Prozent gelaufen ist, muss man vermuten, dass ein Break über 138/140 Euro eher nicht in einem Rutsch vonstattengehen würde.

Jetzt noch neu einzusteigen, wäre daher eher riskant, ein „Gap Close“, d.h. das Schliessen der gestern aufgerissenen Kurslücke durch einen Rücksetzer in Richtung 120 Euro wäre durchaus denkbar. Wenn Siemens dann wieder anzieht und die Linie bei 127 Euro erneut bezwingt, hätte man hier ein deutlich besseres Chance/Risiko-Verhältnis für den Einstieg.

Siemens-Aktie: Chart vom 17.11.2022, Kurs 129,58 Euro, Kürzel SIE | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Siemens Aktie

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Siemens – Index-Schwergewicht und eines der grössten Unternehmen Europas: Bilanz und Ausblick dieses Konzerns sorgen nicht selten für massive Kursbewegungen, nicht nur bei der Aktie, aber auch im Gesamtmarkt. Heute kamen die Zahlen und es passierte … nichts. Wieso?

Weil man hier derart massiv mit einem „einerseits, andererseits“ konfrontiert wurde, dass die Akteure offenbar keinen Grund erkennen konnten, warum man daraufhin bei der Siemens-Aktie neue Positionen eingehen oder bestehende verkaufen müsste. In der Tat war es so, dass sich positive und negative Aspekte die Waage hielten. Sehen wir uns das mal an:

Einerseits lag der Umsatz gut elf Prozent über dem des Vorjahresquartals (2. Kalender- bzw. 3. Geschäftsjahresquartal, Geschäftsjahresende 30.9.), das lag über der durchschnittlichen Analystenprognose. Andererseits basierte dieses Plus massgeblich auf Währungseffekten, um diese bereinigt wuchs der Umsatz nur um vier Prozent.

Der operative Gewinn stieg um beeindruckende 27 Prozent, aber neben dem auch hier wirksamen Währungsvorteil aufgrund des starken US-Dollars bzw. der auch zu anderen Währungen vorhandenen Euro-Schwäche wirkte hier ein Sonderfaktor, konkret der Verkauf von Yunex Traffic, der das Plus grösser erschienen liess, als es operativ war. Und damit nicht genug:

Aus diesem Gewinnanstieg wurde netto ein herbes Minus von 1,5 Milliarden Euro (Vorjahresquartal +1,5 Milliarden). Denn Siemens musste die Beteiligung an Siemens Energy massiv wertberichtigen, das machte einen Betrag von 2,7 Milliarden Euro aus. Ohne diese Berichtigung hätte es also einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden gegeben, aber auch das wäre ja ein Abstieg gegenüber den 1,5 Milliarden des Vorjahresquartals. Entsprechend deutlich senkte Siemens die Gewinnprognose pro Aktie von zuvor 8,70 bis 9,10 Euro auf nur noch 5,33 bis 5,73 Euro, deutlich weniger als im Geschäftsjahr 2020/2021. Was macht man daraus?

Expertenmeinung: Eben das, was man im Chart sieht: Die meisten reagierten einfach nicht. Denn natürlich ist es negativ, wenn eine grundsätzlich positive Tendenz zum einen zu einem massgeblichen Teil auf Sondereffekten fusst und zum anderen durch diese Verluste bei einer Unternehmenstochter ins Gegenteil umschlägt. Andererseits ahnte man das ja längst, das ist ja der Grund, warum die Aktie in den Monaten zuvor derart deutlich unter die Räder kam.

Aber immerhin kam es, weil man mit solchen Zahlen rechnen konnte, nicht zu einem Abverkauf. Der Kurs hält sich weiter knapp über der Widerstandszone 105,92 zu 109,74 Euro, die knapp darüber durch die übergeordnete, zu Jahresbeginn etablierte Abwärtstrendlinie bei gut 112,50 Euro ergänzt wird. Grundsätzlich besteht also weiterhin die Chance, mit einem Ausbruch über diese Zone einen charttechnischen Befreiungsschlag zu erreichen, der Aufwärtspotenzial bis an das Mai-Hoch bei 126,46 Euro freisetzen würde. Aber da bereits ein Schlusskurs unter 104 Euro hiesse, dass Siemens an dieser Widerstandszone gescheitert wäre und damit dann freie Bahn bis an das bisherige Jahrestief bei 93,67 Euro hätte, wäre man wohl gut beraten, wenn man abwarten würde, bis ein solcher Befreiungsschlag mit Schlusskursen über 113 Euro wirklich eindeutig erfolgt ist. Denn dass man auf einen solchen Ausbruch nicht wetten sollte, zeigt das Fernbleiben der Käufer nach der gestrigen Bilanz!

Siemens-Aktie: Chart vom 11.08.2022, Kurs 109,92 Euro, Kürzel SIE | Online Broker LYNX

Ein Analyst bei Bernstein Research senkte das Kursziel für die Siemens-Aktie drastisch von 117 auf nur noch 68 Euro und stuft die Aktie mit „Underperform“ ein. Das ist das derzeit niedrigste Kursziel und wirkt überzogen niedrig. Aber ist es das wirklich?

Der Analyst Nicholas Green von Bernstein Research dürfte mit diesem neuen Kursziel so manchen Investor beunruhigt haben. Ausreisser bei Kurszielen gibt es ja immer, nur lagen die in den letzten Jahren meist auf der Oberseite. Und 68 Euro, so weit unter dem aktuellen Kursniveau, ist das überhaupt begründbar?

Nachdem Siemens Ende Juni eine dicke, ausserplanmässige Abschreibung wegen der Probleme der Tochter Siemens Energy meldete, hatten drei andere Experten ebenfalls ihre kursziele gesenkt. Aber zwei der neuen Ziele lagen immer noch weit über dem aktuellen Kursniveau der Siemens-Aktie, bei 145 und 159 Euro. Nur die Analysten bei Barclays waren kritischer, sahen zuletzt ein Kursziel von 95 Euro und bewerteten mit „Untergewichten“. Aber diese 95 Euro war das niedrigste von gut 20 Kurszielen … bis gestern. Aber jetzt zur Argumentation von Bernstein Research:

Expertenmeinung: Die Begründung dafür, dass Siemens noch allerhand Luft nach unten haben könnte, hat schon etwas für sich. Es ist nicht Siemens alleine, die Bernstein kritisch sieht, es geht um die gesamte Branche der Investitionsgüterkonzerne. Die würden auch in einem relativ milden Rezessions-Szenario kräftig Druck abbekommen, wobei der Analyst unterstellt, dass Siemens zu den Unternehmen der Branche gehört, die am wenigsten auf ein solches, rezessives Umfeld vorbereitet sind. Dabei muss man zwar festhalten, dass niemand absehen könnte, wie markant die weltweit immer wackliger werdende Konjunktur auf Umsatz und Gewinnmargen des Siemens-Konzerns drücken wird, so dass offen bleibt, ob Siemens bei 68 Euro nicht doch unterbewertet wäre. Aber:

Ausschliessen sollte man nicht, dass diese bislang aus „Ausreisser“ unter den Kurszielen fungierenden 68 Euro nicht doch mittelfristig erreichbar wären. Klar ist: Auf dem Weg ist die Aktie ja durchaus, denn der Abwärtstrend ist intakt und hat in der vergangenen Woche zu neuen Jahres-Verlaufstiefs geführt, nachdem es Anfang Juni misslang, sich nach oben abzusetzen.

Die Siemens-Aktie müsste den Widerstandsbereich 106/108 Euro zurückerobern, um wieder freie Bahn in die Region 125/127 Euro zu erlangen, dann wäre eine Chance da, dass sich der Kurs erst einmal von neuen Tiefs fernhält. Vorausgesetzt, dass die in einem Monat anstehende Bilanz des Frühjahresquartals nicht so schwach ausfällt, dass sie den Skeptikern neue Nahrung liefern würde. Aber unterhalb 106/108 Euro ist die Unterseite der Handelsspanne eindeutig die „weichere“, so dass Long-Trades nach dem Motto „jetzt erst recht“ momentan eher keine gute Idee sein dürften.

Siemens-Aktie: Chart vom 11.07.2022, Kurs 96,80 Euro, Kürzel SIE | Online Broker LYNX

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Am Dienstagabend gab Siemens bekannt, dass man für 1,575 Milliarden US-Dollar der US-Technologiekonzern Brightly Software (Brightly) vom Finanzinvestor Clearlake Capital übernommen wird. Der Betrag kann sich noch erhöhen, wenn in Zukunft bestimmte erfolgsabhängige Ziele erreicht werden.

Brightly hat sich auf Technologien und Steuerungssysteme zur Überwachung und Steuerung von Gebäuden spezialisiert, dem sogenannten „Smart Home“. Dazu greift die von Brightly entwickelte Software bestimmte Gebäudedaten ab, wertet diese aus und ermöglicht Nutzern damit eine effizienteres Gebäude- und Infrastrukturmanagement. 

Durch den Zukauf von Brightly will Siemens sein Geschäft mit Software zur Steuerung von Gebäude und Infrastruktur ausbauen und führend in diesem Bereich werden. Zum Zeitpunkt der Übernahme beschäftigt Brightly rund 800 Mitarbeiter, mit denen zuletzt ein Umsatz von ca. 180 Millionen US-Dollar erzielt wurde.

Sorgenfalten

Wenn ich lese, dass ein deutsches Unternehmen eine Milliardenübernahme in den USA durchführt, beschleicht mich ein ungutes Gefühl.
Es gibt leider zu viele Beispiele, in denen das nicht gut gelaufen ist.

Bayer und das Monsanto-Debakel ist nur ein jüngeres Beispiel. In Wirklichkeit begehen aber nicht nur unsere heimischen Konzerne enorme Fehler bei Zukäufen. Übernahmen generieren statistisch gesehen keinen Mehrwert für Anleger.

Es gibt einige Ausnahmen, aber im Durchschnitt sind grosse Zukäufe kein Gewinn für die Aktionäre. In der Regel wird schlichtweg zu viel gezahlt und es wird im falschen Moment gekauft.
Die meisten Übernahmen werden durchgeführt, wenn es geschäftlich gut läuft, denn dann hat man überschüssiges Kapital.
Aber natürlich sind dann auch die Preise am höchsten.

Es soll angeblich auch Vorstände geben, die vor allem im eigenen Interesse Übernahmen verfolgen. Man versucht, das eigene Unternehmen zu vergrössern, um damit ein höheres Vorstandsgehalt zu rechtfertigen.

Bei grösseren Übernahmen sollte man als Anleger also vor allem darüber nachdenken, welcher Schaden im Zweifelsfall mit einem Zukauf angerichtet wird. Und das hängt von einigen zentralen Faktoren ab.

Darauf kommt es an

Am wichtigsten sind meines Erachtens die Verhältnismässigkeiten und der Preis/Bewertung.

Vielleicht sollte ich direkt vorab zum Fazit kommen. In diesem Fall ist die Übernahme definitiv keine Katastrophe, der mögliche Schaden ist gering.

Betrachten wir das Thema Verhältnismässigkeiten:

Siemens kommt derzeit auf einen Börsenwert von 83,7 Mrd. Euro. Ein Zukauf mit einem Preis von 1,58 Mrd. USD ist also kein Gamechanger.
Der Übernahmepreis entspricht schliesslich nur rund 2% des Börsenwerts.

Im Fall von Siemens erhält man durch diese Überlegung bereits ein realistisches Bild der Lage.
Man sollte den Kaufpreis aber immer auch den geschäftlichen Kennzahlen gegenüberstellen. Es gibt schliesslich auch Unternehmen, die zwar sehr viel an der Börse wert sind, aber nichts oder so gut wie nichts verdienen.

Entspricht der Wert einer Übernahme zwar nur 5% des Börsenwerts, aber dem hundertfachen des Jahresgewinns, sind die Verhältnismässigkeiten natürlich vollkommen anders.

Siemens hat im Vorjahr allerdings ein operatives Ergebnis von 7,44 Mrd. Euro erzielt. Ein Zukauf in der genannten Grössenordnung fällt also wahrlich nicht ins Gewicht.

Gefahr im Verzug

Diese Überlegungen sind übrigens auch der Grund, warum gigantische Übernahmen nach der Art von Bayer und Monsanto so gefährlich sind.
Wenn man ein Unternehmen zu einem Preis kauft, der dem bisherigen Konzerngewinn der letzten 10 Jahre entspricht, dann besteht eben auch die Möglichkeit einen Schaden anzurichten, der ein Jahrzehnt an Fortschritten zunichtemacht.

Wenn man eine Firma übernimmt, welche nahezu so gross ist, wie man selbst, besteht unter anderem auch die Gefahr, dass man die eigene Unternehmenskultur zerstört.

Hätte man beim Thema Verhältnismässigkeit eine mögliche Gefahr ausgemacht, wäre der nächste Schritt gewesen, dass man die Bewertung der neuen Tochtergesellschaft prüft.

Bewertung zu hoch?

Im Fall von Brightly haben wir nur eine vage Vorstellung. Bei einem Kaufpreis von 1,58 Mrd. Euro und einem Umsatz von 180 Mio. USD, liegt das KUV bei 9,2.
 Das ist sicherlich viel, da wir die Wachstumsraten und Margen der Amerikaner nicht kennen, ist eine Einschätzung der Lage aber nicht wirklich möglich.

Siemens gibt in der Mitteilung lediglich an, dass der Markt, in dem Brightly tätig ist, durchschnittlich um 13% p.a. wächst und dass sich die Übernahme positiv auf das EPS von Siemens auswirken wird.
Man darf also annehmen, dass Brightly ordentliche Wachstumsraten verzeichnet und profitabel ist.
Die Eckpunkt die wir kennen, stimmen also eher optimistisch.

Am Ende kann man konstatieren, dass der mögliche Schaden für Siemens geringfügig ist.
Man muss also nicht panikartig das Schiff verlassen.

Siemens als Investment

Die Übernahme selbst löst also keinen Handlungsbedarf aus. Aber womöglich könnte Siemens interessant sein.

Siemens ist grundsolide, keine Frage. Eine Dividendenrendite von 4% ist mehr als ordentlich und eine KGVe von 12,3 ist wenig. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 18,5.
Aus dieser Sicht wäre also durchaus Potenzial vorhanden.

Man könnte also durchaus darauf spekulieren, dass sich diese Bewertungslücke mittelfristig schliesst. Mehr gibt die Aktie aus meiner Sicht aber nicht her.

Siemens ist ein unbeweglicher Grosskonzern mit geringem Wachstum und stagnierendem Gewinn. Nüchtern betrachtet sind das die Fakten.
Das Ergebnis pendelt faktisch seit mehr als zehn Jahren weitgehend zwischen 6,00 und 9,00 Euro je Aktie.
Das Hoch wurde 2015 erreicht, das Tief 2020.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird sich daran vorerst auch nichts ändern. Sowohl im laufenden als auch im kommenden Geschäftsjahr soll der Gewinn bei 8,xx Euro je Aktie liegen.

Das ist auch der Grund, warum sich die Aktie langfristig eher mittelprächtig entwickelt hat. Siemens ist nicht abgestürzt, dafür gibt die geschäftliche Entwicklung keinen Anlass.
Der Kurs ist aber auch nicht durch die Decke gegangen, denn auch dafür geben die Zahlen keinen Anlass.

Chart vom 29.06.2022 - Kurs: 104 Kürzel: SIE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.06.2022 – Kurs: 104 Kürzel: SIE – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht liegen die nächsten Entscheidungsmarken bei 100 sowie 108 Euro.
Fällt die Aktie unter 100 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 92 Euro gerechnet werden.

Solange das nicht geschieht, kann es jedoch jederzeit zu einer Erholung in Richtung 108 Euro kommen. Darüber würde ein Kaufsignal ausgelöst, welches den Weg bis 112,50 Euro freimachen würde.
Oberhalb davon wäre Platz bis 120 oder 125 Euro.

Die Ergebnisse des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2021/2022 wurden gestern zwar zunächst nicht gerade positiv aufgenommen. Aber sie waren besser, als sie auf den ersten Blick aussahen. Und die Aktie hat aktuell eine langfristige Supportzone erreicht. Kaufen?

Dass der Gewinn nach Steuern deutlich von 2,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf jetzt 1,2 Milliarden Euro einbrach, hatte zwei Gründe. Zum einen war der Gewinn vor einem Jahr durch den Verkaufserlös eines Unternehmensteils nach oben verzerrt, zum anderen drückte diesmal der Rückzug aus dem Russland-Geschäft auf die Bilanz, das machte 0,6 Milliarden Euro aus. Ohne diese Sondereffekte bleibt der Eindruck eines behaupteten Geschäfts … das auch weiterhin rund laufen könnte, denn:

Der Auftragseingang lag mit fast 21 Milliarden Euro weit über den 15,9 Milliarden des Vorjahresquartals und etwa zehn Prozent über der durchschnittlichen Analystenerwartung. Und den Grossteil des Umsatzes des zweiten Halbjahres habe man bereits in den Auftragsbüchern, war von Siemens zu hören.

Siemens-Aktie: Tages-Chart vom 12.05.2022, Kurs 113,90 Euro, Kürzel SIE | Online Broker LYNX

Damit könne man auch die bisherige Prognose bestätigen, die den Gewinn pro Aktie in einer Range zwischen 8,70 und 9,10 Euro sieht und damit zwischen 13 und 18 Prozent über dem des Geschäftsjahres 2020/2021. Daraus errechnet sich für Siemens derzeit ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) zwischen 12 und 13. Und das ist eher günstig. Natürlich bleibt ein Aspekt, dem man bedenken müsste:

Expertenmeinung: Siemens ist ein riesiger Konzern mit unterschiedlichsten Sparten. Solche Grossunternehmen haben oft Schwierigkeiten, auf negativer werdende Rahmenbedingungen schnell zu reagieren. Es könnte also sein, dass Siemens in den kommenden Monaten durch die insgesamt nun einmal negativen Rahmenbedingungen Margendruck verspürt und die Gewinnprognose doch nicht zu halten ist. Aber dafür ist die Bewertung ja auch entsprechend niedrig, ein KGV zwischen 12 und 13 preist dieses Risiko grundsätzlich bereits ein.

Die Frage ist, ob die Aktie deshalb jetzt mehr Luft nach oben als nach unten hat. Denn das Problem des Gesamtmarkts bleibt: Der ist derzeit in einem massiven Abwärtsstrudel gefangen. Und dem können sich auch Blue Chips wie Siemens nicht auf Dauer entziehen. Die Aktie ist zwar schon deutlich zurückgekommen. Aber es wäre dennoch ratsam, lieber nicht in das momentan noch fallende Messer zu greifen. Will man mit eingrenzbarem Risiko einsteigen, wäre es besser zu warten, bis die Aktie wichtige Charthürden bezwingt. Solange „nur“ Unterstützungen halten, könnten die Short-Seller beim Erreichen von Widerstandsmarken zurückkommen und solche gehaltenen Auffanglinien dann im zweiten Anlauf durchschlagen.

Siemens ist in eine aus Zwischenhochs der Jahre 2017 bis 2019 bestehende Supportzone zwischen 108,60 und 114,10 Euro eingetreten, die im März zwar kurz unterboten, auf Wochenschlusskursbasis aber gehalten wurde. Im März ging es kurz bis auf 105,92 Euro nach unten, das wäre der Ankerpunkt auf der Unterseite, der halten muss, wenn die Chancen nach oben erhalten bleiben sollen. Aber bullisch wäre die Aktie erst, wenn mehr gelingt, als nur Supportlinien zu verteidigen. Die Aktie müsste über die mittelfristige Abwärtstrendlinie hinaus, die derzeit bei 123,50 Euro verläuft, idealerweise auch das letzte Zwischenhoch durch Schlusskurse über 125 Euro überbieten. Auch, wenn die Bilanz besser war, als sie auf den ersten Blick aussah: Solange das nicht gelungen ist, bleibt der Trend bärisch!

Siemens-Aktie: Wochen-Chart vom 12.05.2022, Kurs 113,90 Euro, Kürzel SIE | Online Broker LYNX