Airbus: Festgefahren – kriegen die Bullen die Aktie wieder in Fahrt?

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Zur Airbus Aktie

Stark angefangen, dann aber stark nachgelassen: Nach drei Tagen mit massiven Käufen haben sich die Bullen bei der Airbus-Aktie scheinbar festgefahren. Aber noch ist dadurch nichts angebrannt, ein Ausbruch ist weiterhin möglich. Nur sollte das besser schnell gehen.

Die Perspektive für Airbus sah bis in den Herbst hinein gar nicht gut aus. Man drohte deutlich hinter dem eigenen Ziel an Flugzeug-Auslieferungen zurückzubleiben, zugleich wurde das Auftragsbuch immer dünner. Doch dann wendete sich das Blatt. Im Rahmen der Dubai Air Show hagelte es neue Aufträge. Und während bis Ende November nur 500 Maschinen ausgeliefert wurden, rettete sich der Flugzeughersteller im Dezember mit einem Kraftakt über die selbst gesteckte Ziellinie von 600 Maschinen, schaffte bis Silvester die Auslieferung von 611 Flugzeugen.

Das lässt Gutes erwarten. Für das neue Jahr gehen die Experten davon aus, dass Airbus einen Rekordgewinn erreichen und etwa 20 Prozent mehr als 2021 verdienen könnte, für 2023 sieht man aufgrund der jetzt wieder rosigen Auftragseingänge sogar ein Gewinnplus von 30 Prozent. Und der Umstand, dass das Corona-Gespenst durch die weniger gefährliche und schnell dominant werdende Omikron-Variante seinen Schrecken verliert, hilft mit, für die Luftfahrtindustrie nicht nur einen silbernen, sondern einen goldenen Streifen am Horizont zu sehen. Jetzt müsste nur noch die Aktie umsetzen, was die Analysten erwarten.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Airbus Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Deren durchschnittliches Kursziel für die Airbus-Aktie liegt nämlich bei 142 Euro und damit über dem Anfang 2020 erreichten, bisherigen Rekordhoch von 139,60 Euro. Davon wäre die Aktie jetzt noch ein gutes Stück entfernt. Aber würde es gelingen, aus dem Seitwärts-Geschiebe herauszukommen, das den beherzten Käufen in den ersten drei Handelstagen 2022 folgte, wäre das Erreichen dieses durchschnittlichen Kursziels durchaus etwas, das sich relativ zügig schaffen liesse.

Denn die Aktie stoppte den anfänglichen Sturmlauf nicht im charttechnischen Niemandsland, sondern auf Höhe des 2021er-Verlaufshochs, das im Juli bei 120,92 Euro markiert wurde. Und wie Sie in unserem Chart auf Wochenbasis sehen, bildet diese Linie zusammen mit einem markanten Zwischentief vom Dezember 2019 bei 122,52 Euro die Hürde, über die der Kurs hinaus muss, um freie Bahn an dieses alte Rekordhoch zu bekommen. Denn darüber würde sich aus charttechnischer Sicht keine Linie als Widerstand aufdrängen, die den Kurs vorher zwingend aufhalten müsste.

Solange die Airbus-Aktie diesen Ausbruchversuch nicht abbricht, indem der Kurs wieder unter die durch die Jahresanfangs-Rallye überwundene, mittelfristige Abwärtstrendlinie zurückfallen und mit Schlusskursen unter dem 2021er-Schlusskurs von 112,36 Euro für das Jahr negativ würde, stehen die Chancen nach oben besser als die eines Abwärtsimpulses. Aber der Ausbruch sollte besser relativ bald gelingen, denn je länger die Aktie unterhalb dieser Widerstandszone 120,92/122,52 Euro herum tändelt, desto mehr Bullen dürften unruhig werden. Und von einsetzender Nervosität bis zum Ausstieg ist es oft eben kein grosser Schritt.

Chart vom 13.01.2022, Kurs 117,24 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

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Die Vorweihnachtswoche ist für die Airbus-Aktie eine beeindruckend gute. Am Montag setzten kräftige Käufe ein, wodurch jetzt wichtige Charthürden bezwungen wurden. Und die Käufe haben ein solides Fundament: Das Auftragsbuch füllt sich … und zwar rasant!

Meine letzte Analyse der Airbus-Aktie vom vergangenen Freitag schloss ich mit der Aussage: „Bevor die Airbus-Aktie die Charthürden, an denen sie in der Vorwoche gescheitert war, nicht mit Schlusskursen über 109 Euro glaubwürdig überboten hätte, haben die Short-Seller hier eindeutig noch die besseren Karten.“ Genau das ist per Mittwochabend gelungen. Mit 111,00 Euro schloss die Aktie solide über dem vorherigen Zwischenhoch. Und nicht nur das:

Wir sehen im Chart jetzt ein über dem von Anfang Dezember liegendes Zwischentief: positiv. Die Aktie hat nicht nur die Widerstandszone 103/105 Euro und die kurzfristige Abwärtstrendlinie, sondern auch den Widerstandsbereich 107,00/108,70 Euro überboten, darüber hinaus auch noch die in dieser Zone verlaufende 200-Tage-Linie: positiv. Und der Trendfolgeindikator MACD hat auf seiner Signallinie wieder nach oben gedreht und bleibt damit bullisch: ebenfalls positiv. Aber besonders wichtig ist, dass diese Käufe auf höchst erfreulichen Nachrichten über umfangreiche Neubestellungen basieren, die diese Aufwärtswende über den Status einer reinen Trader-Rallye hinaus heben:

Expertenmeinung: Das Problem bei Airbus war ja nicht nur, dass man 2021 wohl hinter den eigenen Zielen, in diesem Jahr etwa 600 Maschinen auszuliefern, zurückbleiben wird, denn bis Ende November lagen die Auslieferungen bei 518 Maschinen. Sorgen machte vor allem der Auftragseingang. Denn der lag bis zum November sehr weit hinter dem üblichen Level zurück. Und auch, wenn die Dubai Air Show dann im November viele Neubestellungen brachte: Den sich daraus addierenden 318 Bestellungen des Novembers standen 75 Stornierungen gegenüber. Aber offenbar hatte diese Air Show Nachwirkungen:

Ende vergangener Woche kamen gleich zwei grosse Orders: Die australische Qantas bestellte 134 Maschinen (40 feste Bestellungen, 94 Optionen). Und Air France KLM orderte 100 Maschinen und zog eine Option für 60 weitere. Endlich geht es also auch beim Auftragseingang voran. Auch, wenn diese Flugzeuge erst ab 2024 gebaut werden:

Das lässt erwarten, dass Airbus nicht unversehens in ein Loch fällt, selbst, wenn sich das Corona-Problem noch länger hinziehen sollte. Und gestern kam dann auch noch eine weitere, beeindruckende Order hinzu: Airbus hat von den französischen Streitkräften eine Bestellung im Volumen von 10 Milliarden Euro für 169 H10M Guépard-Helikopter erhalten. Auch das ist ein Auftrag, der in die Zukunft weist, die Hubschrauber sollen ab 2027 geliefert werden. Aber wenn der Blick in die Zukunft für die Airbus-Anleger satte Aufträge zeigt, ist das für die Chancen der Aktie natürlich höchst hilfreich.

Chart vom 21.12.2021, Kurs 111,00 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Jetzt wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht in die Widerstandszone 116,70/121,00 Euro frei. Ob die Aktie auch diese Zone überwinden und sich weiter in Richtung des Anfang 2020 erzielten Rekordhochs bei 139,40 Euro vorarbeiten kann, wird sich weisen. Aber ein guter Anfang wäre jetzt gemacht. Solange der Kurs nicht wieder unter 100 Euro zurückfallen sollte, bleibt Airbus auf der Oberseite aussichtsreich.

Als am 26. November die ersten Meldungen über die „Omikron“-Mutante eintrafen, brach die Airbus-Aktie massiv ein. Seither versuchen die Käufer, die Aktie wieder in bullisches Terrain zu bugsieren, aber bislang vergebens. Und dass sich die Bären hier wehren, ist verständlich.

Denn es geht hier eigentlich weniger um „Omikron“. Es geht um mittelfristige Perspektiven, um die Frage, wie sich die Ausgangslange nach der Corona-Krise darstellen wird. Und da ist eben keineswegs sicher, dass man die hohen Auftragseingänge und Auslieferungszahlen, die Airbus noch 2019 erreicht hatte, allzu bald wieder sehen wird.

Das kann so kommen, wenn sich das weltweite Wachstum verstetigt und mehr Fahrt aufnimmt als bisher. Was aber nur dann gelingen würde, wenn die Folgeerscheinungen der Corona-Problematik in Form von Lieferengpässen und Inflation so schnell überwunden werden, dass die Unternehmen ohne Einschränkungen und Entlassungen auskommen, die Löhne mit der Inflation mithalten und die Airlines dadurch wieder einen Passagier-Boom erwarten können, der es ermöglicht, die Flugzeugflotten auszubauen und/oder zu modernisieren.

Expertenmeinung: Aber genau das ist eben noch nicht sicher. Diejenigen, die zuletzt bei Airbus einstiegen, nachdem absehbar wurde, dass diese neue Mutation des Corona-Virus die Lage wohl nicht nennenswert verschärfen wird, gehen von diesem positiven Szenario aus. Aber der Chart zeigt: Die Gegenseite, die Skeptiker, gibt es eben auch. Und die halten bislang bei der Airbus-Aktie genau dort dagegen, wo man dagegen halten muss, um bullische Signale zu vereiteln.

Airbus-Aktie: Chart vom 16.12.2021, Kurs 102,90 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Nach dem „Gap Down“ als Reaktion auf die Omikron-Meldung am 26. November kam es zwar zu Rückkäufen. Aber Sie sehen im Chart, dass diese Gegenreaktion nach oben in einem Bereich abgewiesen wurde, an dem man bärische Gegenwehr vermuten durfte: Im Widerstandsbereich zwischen 107 und 109 Euro, wo sich mehrere untere Wendemarken, die kurzfristige Abwärtstrendlinie sowie die 20-Tage- und die 200-Tage-Linien zu einem massiven Kreuzwiderstand formieren. Dort kam kräftiger Druck auf, der die Airbus-Aktie bis Mittwoch bereits wieder in Richtung der Unterstützung bei knapp über 93 Euro drückte. Auffällig dabei:

Der gestrige Versuch, zumindest den mittlerweile deutlich nach unten gelaufenen, doppelten Leitstrahl des Abwärtstrends in Form der November-Abwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie zu überwinden, traf nach einem Gap Up zum Handelsstart nicht auf Anschlusskäufe.

Das ist ein Chartbild, bei dem man sich leicht die Finger verbrennen könnte, wollte man auf eine Trendwende nach oben setzen, ohne die Charttechnik im Rücken statt als Gegner zu haben. Bevor die Airbus-Aktie die Charthürden, an denen sie in der Vorwoche gescheitert war, nicht mit Schlusskursen über 109 Euro glaubwürdig überboten hätte, haben die Short-Seller hier eindeutig noch die besseren Karten!

Gerade hatte Airbus mit einer ansehnlichen Zahl an Neubestellungen das Problem eines dünner werdenden Auftragsbuchs gelindert, da kam die Nachricht über eine kritische Corona-Variante. Die Aktie durchschlug alle relevanten Unterstützungen. Aber ist das denn logisch?

Diese Meldung über eine womöglich die Gefährlichkeit der bisherigen COV 19-Viren deutlich übersteigende Virus-Mutation hatte am Freitagmorgen zu nahezu panischen Verkäufen in Aktien geführt, bei denen die Marktteilnehmer mutmassen, dass diese Unternehmen durch erneute Lockdowns und eine Gefährdungslage, denen die vorhandenen Impfstoffe nicht tauglich Paroli bieten können, am härtesten getroffen werden. Es traf vor allem alles, was mit Verkehr zu tun hat. Die Autobauer, die Airlines und, in deren Windschatten, Airbus.

Dabei zeigte sich durch das gewaltige „Opening Gap“, die grosse Abwärts-Kurslücke zum Handelsstart, dass da viele derart nervös geworden waren, dass sie die Airbus-Aktie einfach „bestens“, ohne Limit, auf den Markt geworfen haben. Wenn so etwas passiert, lohnt es sich immer, genau hinzuschauen. Und eines sticht dann natürlich sofort ins Auge:

Noch weiss man ja gar nicht, ob die Vermutung einer deutlich höheren Ansteckungsrate zutrifft. Und über die entscheidende Frage, ob diese Mutation auch für den Körper gefährlicher ist, weiss man erst recht nichts. Diese Verkäufe waren also aus der Überraschung und der daraus resultierenden Verunsicherung geboren, nicht aber aus neuen Fakten. Eine Chance?

Expertenmeinung: Man neigt ja dazu, zeitweise prozentual zweistellige Verluste immer als die Chance anzusehen, eine Aktie unverhofft billig einsammeln zu können. Aber was, wenn die erste Reaktion der Anleger die richtige war, weil sich die Lage tatsächlich so entwickelt, dass die Airlines wieder am Boden bleiben müssen und sich das nicht ein paar Tage, sondern Wochen und Monate hinzieht?

Dann würde wohl vieles, was Airbus zuletzt an neuen Bestellungen eingesammelt hat, vorerst storniert. Die Erwartung, dass der Flugzeugbauer 2021 mit seinem Gewinn wieder an das starke Jahr 2018 anknüpft, könnte zwar, mit Blick auf den Kalender, noch eintreffen. Aber der Optimismus, dass Airbus in den kommenden zwei Jahren noch einmal 50 Prozent Gewinnplus dazu packt, würde sich erledigen. Aber darauf fusste die bis zum Sommer dauernde Hausse der Aktie, die sie schon relativ nahe an das Anfang 2020 bei 139,40 Euro markierte Rekordhoch herangetragen hatte.

Airbus-Aktie: Chart vom 26.11.2021, Kurs 99,29 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Damit wird deutlich: Wenn sich die emotionale Reaktion der Trader am Freitag als überzogen herausstellen sollte, weil weitere Untersuchungen ergeben, dass diese Virus-Mutation weniger gefährlich ist als derzeit befürchtet, würde sich der dunkle Schatten, der jetzt über der Airbus-Aktie schwebt, zwar verflüchtigen. Aber solange man das nicht abschätzen kann, wäre ein Griff in dieses fallende Messer brandgefährlich. Denn es ist ja nicht so, dass der Kurs dadurch auch nur ansatzweise in die Nähe der Tiefs des Vorjahres gekommen wäre, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt.

Hinzu kommt, dass rein charttechnisch orientierte Trader hier jetzt nicht auf der Long-Seite antreten würden, denn wie eingangs geschrieben, wurden am Freitag alle Unterstützungen von Bedeutung gebrochen. Die Aktie fiel durch die untere Begrenzung der monatelangen Handelsspanne im Bereich 103,16/104,92 Euro … und mit ihr fiel auch die 200-Tage-Linie. Die nächste Unterstützung wären die Zwischentiefs vom März und Mai knapp über 93 Euro. Die halten könnten, aber, je nach Entwicklung der Nachrichtenlage, nicht halten müssen, daher:

Ja, die Airbus-Aktie wirkt nach dem Kurseinbruch des Freitags im Vergleich zum Niveau des Jahreshochs billig. Aber ob sie jetzt wirklich billig ist, kann man im Vorfeld neuer Informationen nur raten, nicht aber wirklich abschätzen. Daher wäre das hier ein fallendes Messer, in das ich persönlich lieber nicht hineingreifen würde.

Obwohl die Luftfahrtindustrie weiterhin massiv unter der Corona-Situation leidet, hatten die Anleger die Airbus-Aktie schon recht bald wieder nah an das Rekordhoch von Anfang 2020 herangezogen. Doch seit Monaten geht es nur noch seitwärts … das könnte sich jetzt ändern!

Dass Airbus die Produktion 2021 wieder steigert, hat viele bewogen, hier bereits die Wende zurück zu alter Stärke auszurufen. Doch davon abgesehen, dass 507 ausgelieferte Maschinen in den ersten zehn Monaten 2021 nicht ansatzweise reichen, um den „Prä Corona“-Level von 863 Flugzeugen zu erreichen, die 2019 ausgeliefert wurden, hatte die Sache einen grossen Hakten: Die Neubestellungen tröpfelten nur äusserst mager vor sich hin.

So wurden im Oktober 22 Flugzeuge bestellt, zugleich aber 30 bestehende Aufträge storniert. Insgesamt liegt der Stand der Neuaufträge bis einschliesslich Oktober damit bei gut 215. Meilenweit unter dem früheren Normalniveau. Erst, wenn sich das ändert, wäre die Perspektive für den Luftfahrtkonzern wieder so, dass man eine realistische Chance unterstellen könnte, an und im Idealfall über das im Januar 2020 bei 139,40 Euro erreichte Rekordhoch zu laufen. Und genau diese Nachrichten kommen jetzt.

Expertenmeinung: Im Zuge der gerade laufenden Dubai Air Show haben zwei Unternehmen so richtig zugelangt: Indigo Partners hat 255 Maschinen bestellt, die Air Lease Corporation will 111 Maschinen ordern. Letzteres ist „nur“ eine Absichtserklärung, der Vertrag soll in den kommenden Monaten in trockene Tücher gebracht werden. Und natürlich wären da auch Stornos möglich. Aber beide Unternehmen haben nicht zum ersten Mal solche Grossaufträge abgegeben. Indigo Partners ist ein Joint Venture-Unternehmen, das grosse Beteiligungen an mehreren Fluggesellschaften hält, an die die bestellten Maschinen dann verteilt werden sollen. Air Lease ist, wie der Name suggeriert, ein Unternehmen, das Fluggesellschaften das Leasing von Flugzeugen ermöglicht.

Mit dieser Summe von Neubestellungen verbessert sich die Lage des zuletzt so auffällig schrumpfenden Auftragsbuchs bei Airbus natürlich erheblich, so dass die Chance, dass die Produktion womöglich bereits im kommenden Jahr wieder auf alte Levels steigen kann und damit Umsatz und Gewinn wieder ins Lot kommen, zunimmt.

Bislang war die Reaktion auf diese Meldungen zwar verhalten. Schon die durchaus überzeugenden Zahlen zum dritten Quartal nebst Anhebung der 2021er-Prognose, Ende Oktober vorgelegt, waren nicht imstande, den Deckel zu sprengen, die Aktie aus ihrer im Juni begonnenen Seitwärtsbewegung herauszuholen. Aber sobald es gelingt, die im Bereich des oberen Bereichs der Seitwärtsspanne (118 bis 121 Euro) liegenden Verkaufsorders „abzuarbeiten“, kann ein Anlauf Richtung des bisherigen Verlaufshochs bei 139,40 Euro starten. Vorgreifen sollte man einem solchen Befreiungsschlag zwar besser nicht, im Auge behalten sollte man die Aktie jetzt aber allemal!

Airbus-Aktie: Chart vom 15.11.2021, Kurs 114,14 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Seit Ende Juli ist die Airbus-Aktie aus ihrem vorherigen, keilförmigen Aufwärtstrend seitlich herausgelaufen. Die Ausschläge werden immer kleiner, die Aktie wirkt langweilig. Aber eine solche Aktie sollte man nie aus den Augen lassen, sie ist immer für einen abrupten Impuls gut!

Das Problem, das die Marktteilnehmer mit der Airbus-Aktie haben, hat nichts damit zu tun, dass mittlerweile die Spekulation über die DAX-Aufnahme vom Tisch ist. Man hatte früh auf eine schnelle, solide Erholung bei Umsatz und Gewinn gesetzt … und die läuft jetzt eben nicht so, wie sich die meisten das vorgestellt haben. Das bremst neue Käufe aus. Auf der anderen Seite bleibt die Chance, dass sich das Geschäft bald wieder deutlich belebt, hinreichend greifbar, um dafür zu sorgen, dass nur wenige das Handtuch werfen. Heraus kommt: eine Seitwärtsbewegung.

Die Auslieferungen liegen zwar aus Sicht von Airbus im Plan. Aber mit 471 ausgelieferten Maschinen per Ende September ist man da eben noch weit unter dem Level früherer Jahre. 2019 wurden ganze 863 Maschinen ausgeliefert. Und mittelfristig problematischer ist die Lage beim Auftragseingang. Auch, wenn der August ein äusserst starker Monat war, „stark“ ist bislang in Sachen Neubestellungen die Ausnahme, insgesamt kommt man da bis Ende September abzüglich der Stornierungen auf ca. 225 neue Aufträge.

Expertenmeinung: Worauf die Investoren setzen, ist, dass sich die Lage zeitnah genug erholt, um zu verhindern, dass die Auftragslage dazu zwingt, in einzelnen Bereichen die Produktion herunterzufahren. Was dann zu erhoffen ist, wenn die Misere der Airlines mit Corona endet. Was indes zumindest fraglich ist, wenn das Corona-Problem durch eine inflations- und/oder „Flaschenhals“-bedingte Rezession oder auch nur allein für längere Zeit weit höhere Kerosinpreise abgelöst würde.

Auf das „best case“- oder das „worst case“-Szenario zu wetten, wäre nicht zu empfehlen, dazu ist die derzeitige Gesamtsituation zu unberechenbar, da sollte man sich, sofern man flexibel und risikofreudig agieren mag, auf das Range-Trading beschränken. Aber die Aktie bietet ja auch, gerade wegen dieser Seitwärtsbewegung, gute Ankerpunkte, deren Überkreuzen avisieren würde, dass hier wieder Schwung in den Kurs kommt:

Auf der Unterseite würde ein Bruch der markanten Wendemarke um 104 Euro nebst der knapp darüber verlaufenden 200-Tage-Linie den Weg nach unten freigeben. Was dann zu erwarten wäre, wenn sich abzeichnet, dass die von vielen längst eingepreiste Rückkehr zu alter Ertragsstärke vorerst nicht gelingen wird. Auf der Oberseite würden Signale, dass Airbus auch im Bereich der Neuaufträge wieder kräftig zulegt, die Chance für einen Befreiungsschlag nach oben bieten, der aus charttechnischer Sicht dann vollzogen wäre, wenn die Airbus-Aktie die Widerstandszone 114/123 Euro bezwungen hätte, an der sie bislang mehrfach gescheitert ist.

Airbus-Aktie: Chart vom 19.10.2021, Kurs 112,16 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX