Analyse:
TRATON: Gewagte Wette auf eine düstere Zukunft?

Seit dem 28. Juni wird TRATON an der Börse gehandelt. Und Sie sehen es im Chart: Eine Erfolgsgeschichte ist die Aktie bislang nicht. Zu 27 Euro wurden die Aktien dieses Spinoff des VW-Konzerns Ende Juni ausgegeben. Mittlerweile liegen die Anteilseigner dick in der Verlustzone. Und das Chartbild lässt den Schluss zu, dass dieses Minus leicht noch größer werden könnte, denn der Kurs steuert mit Schwung auf das bisherige Verlaufstief, im August bei 22,10 Euro markiert, zu. Was läuft hier schief?

Immerhin wirkte diese Abspaltung des VW-Konzerns hochinteressant. TRATON ist der Bus- und Lkw-Bereich des Unternehmens, bestehend vor allem aus MAN und Scania, zwei Traditions- und Top-Marken im Nutzfahrzeugbereich. Und es ließe sich nicht unterstellen, dass VW da eine zu hohe Bewertung angesetzt hatte. Immerhin hatte man zunächst eine Verkaufsspanne zwischen 27 und 33 Euro für die Aktien angesetzt und sie dann zum niedrigsten Preis der geplanten Spanne ausgegeben. Zu teuer war die Aktie also nicht. Eigentlich. Aber was die Anleger hier derzeit handeln, ist nicht, was TRATON bislang an Gewinnen einfährt. Man handelt die Zukunft. Und zwar eindeutig die negative Version davon.

Expertenmeinung: Diese pessimistische Einstellung wurde deutlich, als TRATON Ende Juli die Ergebnisse des ersten Halbjahres vorlegte. Der Umsatz stieg zum Vorjahreszeitraum um 7,0 Prozent, der operative Gewinn aber überproportional um 25 Prozent, was vor allem daran lag, dass die Gewinnmarge operativ von 6,8 auf 7,9 Prozent gesteigert werden konnte. Das waren gute Ergebnisse. Aber nachdem sich die Aktie am Tag der Veröffentlichung der Bilanz (29. Juli) noch hielt, kam es in den Tagen danach zu erheblichen Abgaben, die im August in das bisherige Tief der Aktie mündeten. Es scheint, als würden Leerverkäufer hier agieren, daraufsetzen, dass sich die derzeit positive Entwicklung der Nutzfahrzeugsparte nicht halten lässt, die Bilanzen bald negativer ausfallen. Haben sie Recht?

Das muss sich erst herausstellen. Natürlich wäre dieses negative Szenario möglich, sollte sich der Handelskrieg intensivieren, der BrExit ohne Vertrag vollzogen werden und die USA womöglich Strafzölle gegen die Automobilindustrie der Eurozone verhängen. Aber dennoch ist dieses gezielte Drücken der Aktie eine Wette auf „bad news“, die noch nicht da sind. Wer hier agiert, sollte das immer im Hinterkopf behalten. Falls TRATON unterhalb des bisherigen Verlaufstiefs von 22,10 Euro schließen sollte, wäre das natürlich ein klar bärisches Signal, das aber vorwegnimmt, dass auch die Rahmenbedingungen bärisch werden. Short-Trades wären hier also spekulativ. Was indes nicht heißt, dass die Long-Seite weniger riskant wäre, denn:

Solange die Bären das Geschehen dominieren, was zuletzt durch den Abverkauf eines Erholungsversuchs im September bestätigt wurde, bleibt ein Long-Trade im Vorfeld einer glaubwürdigen Bodenbildung riskant. Letztlich wäre erst ein Schlusskurs über dem bisherigen, kurz nach der Emission erzielten Verlaufshoch von 27,33 Euro in Kombination mit einer ermutigenden Quartalsbilanz eine Basis, um zu erwägen, hier zuzugreifen (die Bilanz des dritten Quartals wird am 3. November erwartet).

Chart vom 08.10.2019, Kurs 22,78 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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