ASML Aktie Prognose ASML: Warten auf die Katastrophe

News: Aktuelle Analyse der ASML Aktie

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ASML
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Der Chip-Sektor ist ein heisses Eisen. Die konjunkturbedingten Auf- und Abschwünge sind besonders ausgeprägt und dementsprechend hoch ist auch die Volatilität der Aktien.
Wer sich geschickt verhält, kann ausserordentlich hohe Gewinne einfahren. Aber auch das Gegenteil ist möglich.

Eigentlich ist die Vorgehensweise bei zyklischen Titeln ziemlich einfach. Man sollte kaufen, wenn der Sektor gerade am Boden liegt.
Je schlechter das makroökonomische Umfeld ist, desto besser.

Aktuell erwarten viele Anleger geradezu eine Apokalypse in der Halbleiter-Branche und das nicht ohne Grund.
Wir haben bereits über die Konjunktur gesprochen. Eine Vielzahl an Chip-Herstellern musste daher bereits die Prognosen kappen. Die Nachfrage scheint an mehreren Fronten einzubrechen.
Der Absatz von Smartphones ist schleppend, bei PCs ist sie regelrecht eingebrochen und die derzeitigen Krypto-Preise belasten zusätzlich.
Des Weiteren der Chip-Streit zwischen USA und China mit den entsprechenden Exportbeschränkungen. Und das sind nur einige der Probleme.

Unternehmen wie ASML haben aktuell also mit allerlei Problemen zu kämpfen. Aus Anlegersicht ist das allerdings gut.
Es ist doch eine Binsenweisheit, dass man kaufen muss, wenn die Kanonen donnern. Für zyklische Aktien gilt das doppelt und dreifach.

Sippenhaft

Noch besser wäre es natürlich, wenn eine Aktie nur unter Druck kommt, weil der ganze Sektor unterschiedslos abverkauft wird, obwohl bei dem betreffenden Unternehmen weiterhin gut läuft.
Es wäre gut möglich, dass wir es bei ASML genau damit zu tun haben.

Die am Mittwoch veröffentlichten Geschäftszahlen deuten jedenfalls darauf hin. Der Umsatz konnte in Q3 um 10% auf 5,78 Mrd. Euro gesteigert werden.
Das Ergebnis war mit 4,29 Euro je Aktie marginal höher als im Vorjahr.

Die Erwartungen wurden abermals deutlich übertroffen.

In den ersten neun Monaten konnte der Umsatz in Summe um 8% auf 14,74 Mrd. Euro gesteigert werden. Das Ergebnis sank von 9,97 auf 9,52 Euro jedoch leicht.

Alles nicht herausragend, aber eine Kernschmelze sieht wahrlich anders aus. Ausserdem muss man natürlich wissen, dass ASML im Vorjahr knapp 60% mehr verdient hat als jemals zuvor.
Dass man es daher schafft, die ausserordentlich hohe Profitabilität aufrechtzuerhalten, ist erstaunlich.

Ausblick und Bewertung

Trotzdem hat sich der Kurs zwischenzeitlich halbiert, da Anleger von Monat zu Monat, von Quartal zu Quartal einen massiven Geschäftseinbruch erwarten, der bisher aber nicht kommt.
Das bedeutet nicht, dass er nicht noch kommen kann. Doch selbst wenn er kommt, rechtfertigt er womöglich keine weiteren Kursverluste mehr, er ist durch den Absturz von über 700 auf derzeit 430 Euro bereits eingepreist.

Nach den Worten von ASML kommt es in einigen Marktsegmenten zwar zu einer nachlassenden Nachfrage-Dynamik, die Gesamtnachfrage sei jedoch weiterhin stark.

(„while it is starting to see diverging demand dynamics per market segment, the overall demand for its systems continues to be strong“)

Tatsächlich hat man mit 8,9 Mrd. Euro sogar einen neuen Rekord bei den Auftragseingängen verzeichnet.
Daher hat man kurzerhand die Umsatzprognose für das vierte Quartal auf 6,1 – 6,6 Mrd. Euro erhöht. Das bedeutet, dass man in Q4 hunderte Millionen mehr an Umsatz erzielen wird als in Q3.

Eine Kernschmelze sieht wahrlich anders aus. Diese neue Faktenlage wird die Prognostiker dazu zwingen, ihre Zahlen zur Oberseite zu revidieren.
Bisher war es Konsens, dass der Gewinn in diesem Jahr deutlich sinken wird. Danach sieht es jetzt nicht mehr aus.

Geht man davon aus, dass das Ergebnis weitgehend stabil bleibt, liegt das KGVe bei 30. Das ist nicht wenig, aber ASML war in der Vergangenheit auch selten günstiger.
Die hohe Bewertung relativiert sich auch, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Gewinn in den kommenden beiden Jahren jeweils um 20-40% steigen soll.

ASML Aktie: Ein anderer Zyklus

Einer der Hauptgründe dafür dürfte sein, dass ASML zwar richtigerweise als Halbleiter-Aktie wahrgenommen wird, aber nicht ihre Zyklen teilt.

Der Aufbau von Produktionskapazitäten im Chip-Sektor dauert Jahre, neue Fabriken baut man nicht über Nacht. Und was man dazu benötigt, zumindest, wenn man um die Weltspitze mitkämpfen möchte, sind Lithographie-Systeme.

Genau hier kommt ASML ins Spiel. Hergestellt werden die Halbleiter zwar von einer ganzen Reihe von Anbietern wie Intel oder Samsung.
Die Lithographie-Systeme für die Produktion dieser neuen Halbleiter-Generation fertigt einzig und allein ASML.

Egal ob Hochleistungsrechner, autonomes Fahren, 5G, Künstliche Intelligenz, Big Data, Gaming, Virtual Reality oder Medizintechnik: Überall setzt man auf sogenannte EUV-Leiterplatten.

So ziemlich jeder namhafte Hersteller von EUV-Leiterplatten und -Chips kauft bei den Niederländern ein und benötigt ihre Maschinen, um die eigene Produktion hochzufahren.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, ganz im Gegenteil. Die Bedeutung von EUV-Lithographie nimmt immer weiter zu und ASML hat seinen technologischen Vorsprung in den letzten Jahren weiter ausgebaut.

Daher bleibe ich bei meiner optimistischen Einschätzung der Gesamtlage. Für langfristige Investoren ist ASML eine interessante Geschichte.

Chart vom 19.10.2022 – Kurs: 425,50 - Kürzel: ASML - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.10.2022 – Kurs: 425,50 – Kürzel: ASML – Wochenkerzen

Gelingt jetzt ein Anstieg über 430 Euro, kommt es zu einem Kaufsignal, was eine Erholung einleiten könnte.
Antizyklische Einstiegsmöglichkeiten ergäben sich nahe 400 sowie 350 Euro.

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Vorherige Analysen der ASML Aktie

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Vorige Woche hat auch das niederländische Halbleiterunternehmen seine Zahlen für das abgelaufene Quartal veröffentlicht und die Chipbranche blickte mit Spannung auf die neuesten Daten. Der Konzern konnte sowohl die Gewinnerwartungen von 3.51 USD je Aktie als auch die Umsatzerwartungen von 5.6 Milliarden USD schlagen. Gemeldet wurde ein Gewinn je Aktie in der Höhe von 3.77 USD und ein Umsatz in der Höhe von 5.8 Milliarden USD.

Gleichzeitig wurde aber der bislang vom Unternehmen anvisierte Jahresumsatz von 26.41 Milliarden USD auf 24.22 Milliarden USD gesenkt. Die ASML Holdings-Aktie tendierte die letzten Tage weitestgehend im grünen Bereich und die Zahlen wurden positiv aufgenommen.

Expertenmeinung: Chipaktien gehörten in den letzten Handelstagen zu den grossen Gewinnern an der Wall Street. Wir sehen wieder etwas Stärke im Sektor und die positiven Zahlen von Taiwan Semiconductor und ASML Holdings machen Hoffnung auf mehr. Am 02. August ist dann noch AMD an der Reihe und dann wird sich zeigen, ob wir aktuell nur eine technische Gegenreaktion oder den möglichen Beginn einer Trendwende sehen.

Nach dem steilen Anstieg der letzten Tage dürfte sich die Situation jetzt wieder etwas beruhigen. Ein Zwischenkorrektur wäre für diese Woche zu erwarten. Bei ASML könnte ein Pullback Richtung 500 USD eine durchaus interessante Kaufgelegenheit darstellen. Dieses Niveau sollte von den Bullen, sofern alles nach Plan läuft, verteidigt werden.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 22.07.2022 Kurs: 534.26 Kürzel: ASML | Online Broker LYNX
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Verzögerte Umsatzbuchung und eine sinkende Nachfrage. ASML wird pessimistischer und senkt die Umsatzprognose. So lauten zumindest die Überschriften, die man heute findet, wenn man nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen nach Nachrichten zu ASML sucht.

Wer nur die Überschriften liesst, dürfte eine stark verzerrte Version der Realität eingetrichtert bekommen.

Dasselbe galt vor ungefähr zwei Wochen, als die Meldung über die Ticker ging, dass die USA auf ein Exportverbot von Anlagen nach China drängen.

Um genau zu sein, ging es in diesen Gerüchten um Anlagen mit Deep Ultraviolet-Technik (DUV). China ist in diesem Bereich zwar ein wichtiger Markt und selbstverständlich würde das das Geschäft belasten.
Aber im schlimmsten Fall würde der Konzernumsatz von ASML dadurch um 5-10% sinken.

Eine weitere Information ist in diesem Kontext aber noch wichtiger. Bei DUV-Anlagen handelt es sich nicht um den modernsten Stand der Technik.
Die modernsten Anlagen darf ASML ohnehin nicht nach China verkaufen, da die niederländische Regierung da ohnehin nicht genehmigt.

Zurück zur Realität

Zum Glück scheint die Mehrheit in diesem Fall die Überschriften zu durchschauen und zu erkennen, was hier wirklich vor sich geht.

Daher haben auch weder die „sinkende Nachfrage“ noch die „gesenkte Umsatzprognose“ oder ein „Verbot von Exporten nach China“ zu nachhaltigen Kursverlusten gesorgt.
Ganz im Gegenteil, der Kurs von ASML ist zuletzt in die Höhe geschossen.

Chart vom 19.07.2022 - Kurs: 481 Euro Kürzel: ASML - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.07.2022 – Kurs: 481 Euro Kürzel: ASML – Wochenkerzen

Kommen wir also zurück zur Realität, die sich am klarsten in Form von Zahlen und ganz realen geschäftlichen Entwicklungen ablesen lassen.

Wie ASML Mittwoch gemeldet hat, konnte man den Umsatz im zweiten Quartal um 35% auf 5,43 Mrd. Euro steigern.
Der Umsatz im Wartungsgeschäft kletterte um 20% auf 1,29 Mrd. Euro.

Das Ergebnis ist um 40% auf 3,54 Euro je Aktie gestiegen.

Damit wurden die Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch Gewinn übertroffen.

Die gute Geschäftsentwicklung dürfte sich vorerst auch fortsetzen, da sich der Auftragsbestand auf 8,46 Mrd. Euro belief.

Ausblick und Bewertung

Dass einige Banken- und Researchhäuser ihre Kursziele trotzdem deutlich gesenkt haben, lassen wir besser unkommentiert.

Aber selbstverständlich findet man auch Haare in der Suppe. In einer zyklischen Branche sollte das mit Blick auf die Konjunktur keine Überraschung sein.

ASML zufolge zeichnet sich bei einigen Kunden eine nachlassende Nachfrage an, das gelte besonders für von Verbrauchern getriebenen Branchen.
Im Klartext: Der Smartphone- und PC-Markt schwächelt und dementsprechend sind die Unternehmen in diesen Branchen bei Investitionen zurückhaltend.

Nun könnte man meinen, dass das der Grund dafür ist, dass die Umsatzprognose gesenkt wurde. Doch auch bei diesem Thema steckt der Teufel im Detail.

Es ist richtig, dass die Prognose für das Umsatzwachstum von 20 auf 10% gesenkt hat.
Der Grund dafür liegt aber nicht in einer schwachen Nachfrage, die beschreibt ASML weiterhin als „sehr stark“. Der Konzern verweist dabei auf einen Auftragseingang auf Rekordniveau.

Der Teufel steckt im Detail

Der eigentliche Grund sind sogenannte „fast shipments“. Dabei werden die Anlagen von ASML möglichst schnell aus, die Endabnahme erfolgt aber erst später im Werk des Kunden.
Der Umsatz wird bei dieser Vorgehensweise erst danach verbucht.

Davon sind Anlagen mit einem Wert von 2,8 Mrd. Euro betroffen, die zwar noch im Jahresverlauf ausgeliefert werden oder wurden, bei denen der Umsatz aber erst im kommenden Jahr verbucht wird.

Das Wachstum findet also statt, wird nur in dem Geschäftsbericht 2022 noch nicht buchhalterisch erfasst.
Aber was spielt das aus realwirtschaftlicher Sicht für eine Rolle?

Dadurch müssen die Schätzungen für den Gewinn 2022 wohl zur Unterseite und im Gegenzug für 2023 zur Oberseite revidiert werden.

Bisher war man davon ausgegangen, dass der Gewinn in diesem Jahr von 14,36 auf 16,20 Euro steigen soll und 2023 dann rund 20,00 Euro je Aktie erreichen dürfte.

ASML kommt also in etwa auf ein KGVe von 30. Das ist sicherlich nicht wenig, aber es gibt auch wenige Unternehmen mit einer derartigen Qualität.
Daher lag die P/E in den letzten fünf Jahren auch durchschnittlich bei 37,5.

Was macht ASML so einzigartig?

Dazu folgend ein Ausschnitt aus einer Analyse zu ASML, mit dem Titel „ASML: Zu gut, um wahr zu sein“, die bereits 2020 erschienen ist. Anschliessend hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.
Inzwischen sind nur noch die einleitenden Worte der Analyse online.

ASML ist ein niederländischer Maschinenbauer und beliefert vor allem die Halbleiterindustrie.

Egal ob Hochleistungsrechner, autonomes Fahren, 5G, Künstliche Intelligenz, Big Data, Gaming, Virtual Reality oder Medizintechnik: Überall setzt man auf sogenannte EUV Leiterplatten.

Genau hier kommt ASML ins Spiel. Hergestellt werden die Halbleiter zwar von einer ganzen Reihe von Anbietern wie Intel oder Samsung.
Die Lithographiesysteme für die Produktion dieser neuen Halbleiter-Generation fertigt einzig und allein ASML.

So ziemlich jeder namhafte Hersteller von EUV-Leiterplatten und -Chips kauft bei den Niederländern ein und benötigt ihre Maschinen, um die eigene Produktion hochzufahren.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, ganz im Gegenteil. Die Bedeutung von EUV-Lithographie nimmt immer weiter zu und ASML hat seinen technologischen Vorsprung in den letzten Jahren weiter ausgebaut.

Der Wind an der Börse dreht mitunter plötzlich. Gerade eben schiessen die Kurse noch durch die Decke zu gehen, doch plötzlich ist die Party vorbei.

Umgekehrt läuft es ähnlich. ASML wurde über Wochen hinweg abverkauft und ist von 775 auf 515 Euro abgestürzt.
Die Bullen haben zuletzt aber wieder das Ruder übernommen. Die jüngsten Quartalszahlen haben am Mittwoch einen Kurssprung ausgelöst.

Wir hatten über die interessante Gesamtkonstellation bei ASML kürzlich noch berichtet.
Glücklicherweise haben wir das Jahrestief recht gut erwischt (Link).

Was ASML so interessant macht und warum die Aktie ein massiver Outperformer ist, entnehmen Sie bitte der verlinkten Analyse.

Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen: Moderne Chips werden im grossen Stil und in nahezu allen Bereichen auf der Basis von Lithographiesystemen hergestellt.
Diese Systeme für die Produktion dieser neuen Halbleiter-Generation fertigt einzig und allein ASML.

Hohe Erwartungen

In Zeiten des Chipmangels, aber auch schon davor, brummt natürlich das Geschäft. Daher waren die Erwartungen für das laufende Quartal bereits gross, wurden aber dennoch übertroffen.

Der Gewinn lag mit 1,73 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,60 Euro. Der Umsatz übertraf mit 3,53 Mrd. die Analystenschätzungen von 3,48 Mrd. Euro ebenfalls.

Darüber hinaus sind in den Umsätzen Anlagen mit einem Gesamtwert von rund 2,0 Mrd. Euro noch nicht enthalten, da sie zwar ausgeliefert sind, aber die Qualitätschecks noch nicht abgeschlossen sind.

Vom Umsatz entfallen inzwischen mehr als ein Drittel auf das Servicegeschäft, also auf wiederkehrende Umsätze. Das verbessert die Qualität des Unternehmens noch zusätzlich.

Nach den Worten des Geschäftsführers übersteigt die Nachfrage die Produktionskapazitäten von ASML. Daher baue man die Kapazitäten gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Partnern derzeit deutlich aus.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man einen Umsatzsprung um 20% und somit auf 22,3 Mrd. Euro.

Aus diesem Grund wurde für die zweite Jahreshälfte eine Anpassung der langfristigen Wachstumsziele für 2025 und darüber hinaus angekündigt.
Bisher hatte man für 2025 einen Umsatz von 24-30 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Vermutlich wird man die Prognose konkretisieren, respektive erhöhen.

Zur Einordnung sollte man wissen, dass ASML im letzten Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 18,61 Mrd. Euro erwirtschaftet hat.
Die anvisierten Ziele sind also ohnehin erheblich.

Das einzige Problem an ASML ist die notorisch hohe Bewertung, die mir als Vertreter von Value-Investing stets einiges abverlangt hat.
Bei den vorliegenden Geschäftszahlen, der einzigartigen Positionierung des Unternehmens und den vorliegenden Prognosen, ist es aber kein Wunder, dass ASML seinen Preis hat und immer hatte.

Im laufenden sowie den kommenden Geschäftsjahren werden jeweils Gewinnsprünge um 16-19% p.a. erwartet.
Diese Prognosen wurden allerdings vor der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen und auf Basis des bisherigen Ausblicks von ASML erstellt und dürften jetzt zur Oberseite revidiert werden.

In Anbetracht dieser Tatsachen erscheint eine Bewertung mit einem KGVe von 36 vertretbar zu sein.
In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 39,9 und im Hoch bei über 50.

Chart vom 20.04.2022 Kurs: 600 Kürzel: ASML - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.04.2022 Kurs: 600 Kürzel: ASML – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht mehren sich die Zeichen, dass die Korrektur zu Ende sein könnte.
Gelingt jetzt ein nachhaltiger Anstieg über 600 Euro, wäre der Weg in Richtung 628 Euro frei. Darüber kommt es zu einem Kaufsignal mit Kurszielen bei 715 sowie 765 Euro.

Antizyklische Anleger müssen hingegen darauf hoffen, dass ASML abermals zum Aufwärtstrend nahe 550 Euro zurückkehrt. Fällt die Aktie per Wochenschluss unter 550 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 520 Euro gerechnet werden.
Das bullische Gesamtbild würde dadurch nicht in Frage gestellt werden.

Wenn man sich die Kursentwicklung mancher Aktien anschaut, kann man nur verzweifeln. Die Kurse fallen und fallen. Bei ASML scheint jegliche Hoffnung vergebens.

Einzigartig

ASML ist ein niederländischer Maschinenbauer und beliefert vor allem die Halbleiterindustrie.

Egal ob Hochleistungsrechner, autonomes Fahren, 5G, Künstliche Intelligenz, Biga Data, Gaming, Virtual Reality oder Medizintechnik: Überall setzt man auf sogenannte EUV Leiterplatten.

Genau hier kommt ASML ins Spiel. Hergestellt werden die Halbleiter zwar von einer ganzen Reihe von Anbietern wie Intel oder Samsung.
Die Lithographiesysteme für die Produktion dieser neuen Halbleiter-Generation fertigt einzig und allein ASML.

Wenn einem das klar wird und wirklich verstanden hat, was das bedeutet, kann man in Bezug auf ASML kaum bärisch sein.
So ziemlich jeder namhafte Hersteller von EUV-Leiterplatten und -Chips kauft bei den Niederländern ein und benötigt ihre Maschinen, um die eigene Produktion hochzufahren.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, ganz im Gegenteil. Die Bedeutung von EUV-Lithographie nimmt immer weiter zu und ASML hat seinen technologischen Vorsprung in den letzten Jahren weiter ausgebaut.

Genug der schönen Worte

Am Ende mündet all das in ausserordentlich guten Zahlen. ASML hat den Umsatz i den letzten zehn Jahren von 4,73 auf 18,61 Mrd. Euro gesteigert.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert. Der Gewinn legte von 1,15 auf 5,88 Mrd. Euro zu.

Das ist bereits auf den ersten Blick überzeugend. Wirklich bemerkenswert ist allerdings, dass diese Expansion vollständig aus den laufenden Mitteln finanziert werden konnte.

ASML konnte sich sogar noch Buybacks leisten, wodurch die Zahl der ausstehenden Aktien in diesem Zeitraum von 427 auf 410 Millionen Stück reduziert wurde.

Dadurch befeuert legte das Ergebnis von 2,68 auf 14,34 Euro je Aktie zu. Währenddessen wurde die Dividende von 0,60 auf 3,36 Euro je Aktie erhöht.

Der Konzern hat keine Nettoschulden und 7,59 Mrd. Euro auf der hohen Kante, die Bilanz ist also grundsolide.

Das kann doch nicht wahr sein

Zu schön, um wahr zu sein? Genau so lautete auch der Titel der letzten Analyse zu ASML (Link). Es sind nur anderthalb Jahre vergangene, doch das reichte aus, um den Kurs von 341 auf 895 in die Höhe schnellen zu lassen.

Zuletzt ist die Aktie trotzdem zurückgekommen, derzeit stehen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, die meisten Papiere unter Druck.

Das Zahlenwerk selbst ist aber nach wie vor überzeugend. Im gerade erst abgeschlossenen Geschäftsjahr ist der Umsatz um 33% auf 18,61 Mrd. Euro gestiegen.
Davon entfällt inzwischen mehr als ein Viertel auf das Servicegeschäft.

Man verdient nicht nur an dem Verkauf der Anlagen an sich, sondern auch nachgelagert und dauerhaft.

Der Gewinn legte 2021 um 69% auf 14,36 Euro je Aktie zu. Die Dividende wurde auf 5,50 Euro mehr als verdoppelt.

Ausblick und Bewertung

Im nun angebrochenen Geschäftsjahr dürfte es in ähnlicher Weise weitergehen. Der Auftragsbestand von ASML ist 2021 von 11,29 auf 26,24 Mrd. USD regelrecht explodiert.
Der Konzern arbeitet also unter Volllast, allem makroökonomischen Gegenwind zum Trotz.

Der Vorstand stellt für 2020 ein Umsatzwachstum von 20% in Aussicht, trotz des Feuers am Standort Berlin.
In Anbetracht dieser Tatsache, erscheinen die Konsenserwartungen ziemlich verhalten zu sein.

ASML hat den Gewinn in der Vergangenheit quasi immer stärker als den Umsatz gesteigert, trotzdem wird für 2022 „nur“ ein Gewinnsprung von 16% auf 16,70 Euro je Aktie erwartet – also deutlich weniger als das in Aussicht gestellte Umsatzwachstum.

Wir werden sehen, ob diese Einschätzung zu pessimistisch ist. Doch auch wenn das nicht der Fall sein sollte, sind Wachstumsraten von 12-20% p.a., wie sie in den kommenden Jahren bei ASML erwartet werden, doch sehr erfreulich.

ASML kommt derzeit jedenfalls auf ein KGVe von 31,2. Als klassisches Schnäppchen geht man damit sicherlich nicht durch.
Bei der Qualität des Unternehmens dürfte es einen aber auch nicht wundern, dass ASML selten viel günstiger ist. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 37,8.
Langsam wird es also interessant.

Chart vom 15.03.2022 Kurs: 522,10 Kürzel: ASML - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.03.2022 Kurs: 522,10 Kürzel: ASML – Wochenkerzen

Das einzige Problem ist die technische Lage. Bisher ist noch kein belastbarer Boden in Sicht, wenngleich seit mehreren Wochen erhöhtes Kaufinteresse zu beobachten ist.

Auf dem aktuellen Niveau könnten antizyklische Investoren einen ersten Fuss in die Türe stellen.
Weitere Möglichkeiten ergeben sich zwischen 450 und 420 Euro.

Es ist mir durchaus bewusst, dass wir es hierbei mit einer weiten Handelsspanne zu tun haben, aber das ist seit jeher die Natur dieser Aktie.
Bei ASML hat es nie an Volatilität gemangelt.

Mit -2,37 Prozent am Mittwoch hat die Aktie der ASML Holding das Ringen um die 200-Tage-Linie vorerst verloren. Noch könnte die Vollendung einer Toppbildung zwar verhindert werden. Aber dass das Minus als Reaktion auf die Quartalsbilanz entstand, ist kein gutes Zeichen.

Dabei waren die Ergebnisse, die der Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie am Mittwochmorgen vorlegte, nicht nur gut, sondern herausragend. Bezogen auf das aus den Quartalszahlen abgeleitete, vorläufige Ergebnis des Gesamtjahrs 2021 gelang ein Umsatzplus von knapp 33 Prozent, der Nettogewinn stieg überproportional um knapp 64 Prozent. Angesichts dieser Rekordgewinne verdoppelt die ASML Holding die Dividende auf 5,50 Euro.

Einen präzisen Ausblick auf 2022 lieferte man zwar noch nicht, avisierte aber ein Umsatzplus um die 20 Prozent, basierend auf einer die Fertigungskapazität deutlich übersteigenden Nachfrage. Zwar lag die Umsatzprognose für das angelaufene erste Quartal mit 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro deutlich unter den knapp fünf Milliarden, die im vierten Quartal umgesetzt wurden. Aber dazu wurde die Erklärung gleich mitgeliefert: Das liegt daran, dass sich Umsätze in der Grössenordnung von um die zwei Milliarden Euro ins zweite Quartal verschieben. Also nichts, das andeuten würde, dass es mit dem Wachstum des Chipindustrie-Zulieferers bereits vorbei sein könnte.

Expertenmeinung: In der Bilanz bzw. im Ausblick konnte man da lange suchen, das Ergebnis war definitiv nicht geeignet, eine zuvor positive Einschätzung ins Negative zu verkehren, zumal die Analysten zuvor im Schnitt für 2022 nur von einem Umsatzplus um die 17 Prozent ausgingen und das Unternehmen selbst 20 Prozent Wachstum erwartet. Aber wenn man sich den Chart ansieht, liesse sich für diese Verluste des Mittwochs eine andere Erklärung finden:

Die „Goldgräberstimmung“ in Bezug auf die ASML-Aktie ist ja nicht erst seit gestern dahin. Seit der Versuch, über das vorherige Rekordhoch vom September hinauszukommen, als Bullenfalle endete, ist in Sachen Zuversicht der Wurm drin. Und wenn ein dynamischer Trend erst einmal kippt, beginnen auch Trader, die zuvor massiv bullisch agiert haben, über den Tellerrand hinauszusehen. Und dort würde man die offene Frage finden: Was wird aus Umsatz und Gewinn, wenn der derzeitige, massive Ausbau der Produktionskapazität in der Chipindustrie abgeschlossen ist? Immerhin geht es bei den Produktionsanlagen, die die ASML Holding anbietet, nicht um kurzlebige Güter, sondern um Anlagen, die viele Jahre lang im Dienst stehen. Wenn die laufenden Aufträge abgearbeitet sind, neue Aufträge seltener werden, könnte die Aktie womöglich mittelfristig wieder dorthin laufen, wo sie ihren derzeitigen Aufwärtszyklus im Herbst 2020 begann: in die Region knapp über 300 Euro.

Mit solchen Gedanken im Hinterkopf tut man sich schwer, in einem weiterhin intakten, kurzfristigen Abwärtstrend zuzugreifen. Um diesen Bann zu brechen, waren die avisierten 20 Prozent Umsatzwachstum ebenso wenig eine ausreichend grosse Überraschung wie die knapp über den Erwartungen liegenden 2021er-Gewinne. Um wieder in Fahrt zu kommen, müsste die ASML-Aktie zumindest mit Schlusskursen über 700 Euro über den kurzfristigen Abwärtstrend hinaus. Das ist nicht ausgeschlossen, aber ein Bruch der Unterstützung bei 609 Euro und damit die Vollendung des in den letzten Monaten ausgebildeten Topps mit erstem Kursziel 560 Euro ist, zumindest im Augenblick, die wahrscheinlichere Variante.

ASML Holding-Aktie: Chart vom 19.01.2022, Kurs 626,20 Euro, Kürzel ASML | Online Broker LYNX