Sixt Vz. Aktie Prognose Plötzlicher Kaufdruck: Sixt SE startet impulsiv

News: Aktuelle Analyse der Sixt Vz. Aktie

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Sixt Vz.
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Sixt ist übergeordnet klar bullisch, aber auch im kurzfristigen Zeitfenster übernehmen die Bullen immer mehr das Ruder.

Heute kommt es zu einem impulsiven Anstieg, auch wenn der Grund dafür nur bedingt sinnvoll ist.
Ausgelöst wurde die Rallye durch ein Upgrade der Deutschen Bank. Das Geldhaus hat Sixt von hold auf buy gestuft und nennt ein Kursziel von 120 Euro. Das Kursziel gilt allerdings für die Stammaktie, nicht für die Vorzugsaktie, zu der wir uns erst kürzlich positiv geäussert haben:
Sixt greift an. Wie gross kann man in den USA werden?

Der Grund dafür, warum wir die Vorzugsaktie bevorzugen, ist leicht zu erklären.

Die Stammaktie notiert bei 93,30 Euro, hat ein Stimmrecht und eine Dividendenrendite von 4,59 %. Da die Familie Sixt jedoch eine absolute Mehrheit der Stimmrechte besitzt, ist dieses Stimmrecht faktisch wertlos.

Die Vorzugsaktie hat kein wertloses Stimmrecht, dafür aber eine Dividendenrendite von 6,34 % und kostet lediglich 65,60 Euro. Wirtschaftlich sind beide Aktiengattungen identisch.
Daher beflügelt das Upgrade der Deutschen Bank auch beide Aktiengattungen.

Abgesehen davon, dass die Vorzugsaktie seit der letzten Analyse um 8% zugelegt hat und es zu einem Stühlerücken im Vorstand gekommen ist, wenig passiert.

Chief Commercial Officer James Adams hat sein Amt Mitte Februar „einvernehmlich niedergelegt“. Die Gründe dafür seien “eine unterschiedliche Herangehensweise sowie abweichende Auffassungen in Bezug auf die strategische Ausrichtung” von Sixt.
Der Posten wurde nicht neu besetzt und die Aufgaben unter den anderen Vorständen verteilt.

Darüber hinaus wurde der Ende Mai auslaufende Vertrag von Finanzvorstand Kai Andrejewski nicht verlängert. Den Posten übernimmt Franz Weinberger, der bereits seit 10 Jahren im Unternehmen tätig ist.

Die nächsten handfesten Neuigkeiten dürfte es am 7. Mai geben, wenn Sixt die Quartalszahlen vorlegen wird.

Sixt SE Aktie: Chart vom 18.04.2024, Kurs: 65,30 EUR - Kürzel: SIX3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sixt SE Aktie: Chart vom 18.04.2024, Kurs: 65,30 EUR – Kürzel: SIX3 | Quelle: TWS

Um ein weiteres Kaufsignal auszulösen, muss die Aktie jetzt über 65,50 – 66,00 Euro steigen. In diesem Szenario könnte die Rallye ungehindert in Richtung 68 Euro fortgesetzt werden.
Darüber wäre der Weg in Richtung 72,50 und 77 – 80 Euro frei.

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Vorherige Analysen der Sixt Vz. Aktie

Sixt ist etwas gelungen, woran alle anderen gescheitert sind. Werden die USA perspektivisch der grösste Markt?

Sixts Weg zur Grösse

Sixt wurde 1912 von Martin Sixt gegründet. Als sein Sohn Erich den Laden 1969 übernahm, hatte man lediglich eine Flotte von etwa 200 Fahrzeugen.

Heute verfügt Sixt über eine Flotte von 165.000 eigenen Fahrzeugen in 13 Ländern, wobei Deutschland, Nordamerika und Europa die wichtigsten Märkte darstellen. Franchise-Unternehmen erweitern die Reichweite auf über 100 Länder und 270.000 Fahrzeuge.

Das Unternehmen ist bis heute fest in Familienhand und hält etwa 58 % aller Stammaktien. Inzwischen leiten die beiden Söhne von Erich Sixt gemeinsam das Geschäft, er selbst hat 2021 in den Aufsichtsrat gewechselt.

Nachdem man in Europa und vor allem Deutschland zu einem der führenden Autovermieter aufgestiegen ist, versucht man sich seit einigen Jahren auch in den USA, und das mit Erfolg.

In den USA kontrollieren Enterprise, Hertz und Avis nahezu den gesamten Markt.
Hier finden Sie eine Übersicht der Marktanteile, die zwar schon etwas älter ist, aber die Sache gut illustriert (Link zu Statista).

Die USA als nächstes Ziel

National und Alamo sind heute Teil von Enterprise. Avis hat sich Budget geschnappt und Dollar sowie Thrifty gehören inzwischen zu Avis.
Der einzige nennenswerte Konkurrent der grossen drei ist Sixt, die heute einen Marktanteil von etwa 5 % haben dürften.

Sixt ist damit etwas gelungen, an dem alle anderen Anbieter gescheitert sind. Man hat sich nennenswerte Marktanteile erkämpft.

Das Unternehmen setzt dabei auf guten Service, höfliche Kundenbetreuung und die Einführung einer einheitlichen App mit Funktionen wie Ridesharing und Luxuswagen. Dadurch versucht man, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Darüber hinaus hat man konsequent auf Flughäfen gesetzt und ist heute an 43 der 50 wichtigsten Airports der USA aktiv.
Bis Ende des Jahres wird man an allen präsent sein.

Realistisch betrachtet kann man auf das Geschäft abseits von Flughäfen auch verzichten, denn 80 % aller Umsätze mit Mietwagen wird an Airports erzielt.
Nachdem Sixt die Top 50 abgedeckt hat, wird man sicherlich die Top 51 usw. ins Auge fassen.

Wachstumspotenzial und Aussichten

Darüber hinaus wächst der weltweite Markt für Mietwagen stetig. Bis 2027 sollen die Umsätze der Branche von derzeit etwa 90 – 100 Mrd. USD auf 135 – 145 Mrd. USD klettern, die Hälfte davon entfällt auf die USA.
Dass sich Sixt dort nennenswerte Marktanteile erkämpfen konnte, sollte also nicht unterschätzt werden.

Perspektivisch könnten die USA Europa als wichtigsten Markt überholen. Bereits heute erzielt man in den USA etwa 30 % des Konzernumsatzes, in etwa so viel wie in Deutschland.
Die Profitabilität ist dank der Konzentration auf die grossen Flughäfen sogar besser als im Heimatmarkt.

Wer an dem Erfolg des Unternehmens partizipieren möchte, dem eröffnen sich mit den Stamm- und Vorzugsaktien zwei erstaunlich unterschiedliche Optionen.

Die Stammaktie notiert bei 85,05 Euro, hat ein Stimmrecht und eine Dividendenrendite von 4,50 %.
Da die Familie Sixt jedoch eine absolute Mehrheit der Stimmrechte besitzt, ist dieses Stimmrecht faktisch wertlos.

Stamm- vs. Vorzugsaktie

Die Vorzugsaktie hat kein nutz- und wertloses Stimmrecht, dafür aber eine Dividendenrendite von 6,27 % und kostet lediglich 60,70 Euro.
Wirtschaftlich sind beide Aktiengattungen identisch.

Darüber hinaus sind die Erwartungen im Keller. Derzeit sehen die Konsensschätzungen für 2023 und 2024 einen Gewinn von etwas mehr als 7 Euro je Aktie vor.
Daher ist das KGV der Vorzugsaktie auf 8,5 gesunken.

Sollte Sixt vorerst nicht mehr wachsen, wird man für die Wartezeit mit einer Dividende von 6,27 % belohnt. Sollte es jedoch wider Erwarten zu Gewinnsteigerungen kommen, könnte die Aktie abheben.

Die laufende und profitable Expansion in den USA dürfte früher oder später dazu führen, dass der Konzerngewinn wieder anziehen wird.

Sixt Vz. Aktie: Chart vom 26.02.2024, Kurs: 60,70 EUR - Kürzel: SIX3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sixt Vz. Aktie: Chart vom 26.02.2024, Kurs: 60,70 EUR – Kürzel: SIX3 | Quelle: TWS

Sobald das passiert, dürfte es zu einer Neubewertung der Aktie kommen. In diesem Szenario könnten die Kurse wieder die alten Hochs bei 75 – 80 oder 90 – 95 Euro ansteuern.

Henkel ist erstaunlich, Sixt ist ein Kuriosum. Dank der Ineffizienz des Marktes, kann man sich hier 6,25 % Dividende sichern.

Wie lässt sich das erklären?

Es gibt zahllose Beispiele, mit denen man die Markteffizienzhypothese (Efficient-market hypothesis / EMH) widerlegen kann.
Die Kursentwicklung vieler einzelner Aktien dürfte bereits Beweis genug sein, doch an den Universitäten dieser Welt wird weiterhin EMH gelehrt.

Ein Beispiel für die ineffiziente Preisfindung von Aktien kennen die meisten deutschen Anleger:
Die Henkel Vorzugsaktie ist Teil des Dax und notiert aktuell bei 68,12 Euro.

Die Stammaktie notiert derzeit bei 60,42 Euro und ist damit nicht nur günstiger, sondern kommt auch auf eine höhere Dividendenrendite und hat obendrein ein Stimmrecht.

Wäre der Markt wirklich effizient, wäre das nicht möglich. Es gibt aber noch sehr viel extremere Beispiele, bei denen zwischen den verschiedenen Aktiengattungen enorme Kursunterschiede vorliegen.

Bei Sixt notiert die Stammaktie derzeit beispielsweise bei 87,05 Euro, die Vorzugsaktie jedoch bei 57,70 Euro.

Gigantische Lücke

Dadurch erhält man bei der Stammaktie eine Dividendenrendite von 4,09 %, was durchaus ordentlich ist, die Vorzugsaktie kommt allerdings auf eine Dividendenrendite von 6,25 %.

Dafür dürften viele Privatanleger gerne auf ihr Stimmrecht verzichten. Das gilt bei Sixt umso mehr, denn die Gründerfamilie hält über 50 % der Anteile und somit ist das Stimmrecht geradezu wertlos.

Mit der Sixt Vorzugsaktie kann man sich eine Dividendenrendite sichern, die selbst in einem inflationären Umfeld noch attraktiv ist.
Die Dividende ist aber nicht nur so hoch, weil die beiden Aktiengattungen zu einem unterschiedlichen Preis gehandelt werden, sondern auch, weil sich der Kurs nahezu halbiert hat.

Da das Geschäft von Sixt halbwegs gut läuft, dürfte das eine gute Grundlage dafür sein, dass man neben der Dividende auch ordentliche Kursgewinne einfahren kann.

Wachstumsinitiative trägt Früchte

Der Jahresauftakt war schwierig, jedoch hat sich die Lage zuletzt wieder verbessert.
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte Sixt den Umsatz um 19,7 % auf 695,1 Mio. Euro steigern.
Das Vorsteuerergebnis war jedoch von 93,5 auf 33,3 Mio. Euro stark rückläufig. Das war vor allem auf hohe Wachstumsinvestitionen sowie eine Reihe von Perioden- und Sondereffekten zurückzuführen.

Darüber hinaus sollte man beachten, dass das erste Quartal aufgrund der Saisonalität den geringsten Beitrag zum Ergebnis beisteuert.

Im zweiten Quartal konnte der Umsatz zum 24,4 % auf 925,1 Mio. Euro gesteigert werden und das Vorsteuerergebnis lag mit 131,9 Mio. Euro knapp über dem Vorjahresniveau.

Ausblick und Bewertung

Für das gesamte Geschäftsjahr stellt man einen „erheblich steigenden Umsatz“ sowie ein EBT von 430 – 550 Mio. Euro in Aussicht.

Das Ergebnis würde damit weit über dem Niveau von 2019 liegen und im Idealfall auf dem des Vorjahres.
Derzeit wird für 2023 ein Gewinn von 7,40 Euro je Aktie erwartet, was bei der Vorzugsaktie einem KGVe von 7,8 entspricht.

In den fünf Jahren vor 2020 lag das KGV durchschnittlich bei 12,0. Sollte sich diese Bewertungslücke wieder schliessen, wären erhebliche Kursgewinne möglich.
Ein KGV von 12 entspricht einem Kurs von 88,80 Euro.

Sixt SE Vz. Aktie: Chart vom 04.10.2023, Kurs: 57,70 - Kürzel: SIX3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sixt SE Vz. Aktie: Chart vom 04.10.2023, Kurs: 57,70 – Kürzel: SIX3 | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht ist die Aktie zur zentralen Unterstützungszone bei 52 – 57 Euro zurückgekommen und scheint dort auf vermehrtes Interesse zu stossen.

Gelingt auf diesem Niveau eine Bodenbildung und halten die Aufwärtstrends, könnte das eine erneute Erholung in Richtung 65 oder 75-80 Euro einleiten.

Erste prozyklische Kaufsignale ergeben sich oberhalb von 62 Euro.