Sanofi Aktie Prognose Sanofi: Was für ein Kurseinbruch. Was war da los?

News: Aktuelle Analyse der Sanofi Aktie

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Der französische, im Euro Stoxx 50 gelistete Pharmakonzern Sanofi verfehlte zwar im dritten Quartal die Prognosen der Analysten in Bezug auf Umsatz und Gewinn, aber nur relativ leicht. Der Grund für diesen Kursrutsch lag aber auch nicht dort, sondern im Blick nach vorne.

Der Pharmariese erreichte im Sommerquartal einen Umsatz von 11,96 Milliarden Euro, weniger als die 12,48 Milliarden des Vorjahres. Nicht gut, aber auch nicht unerwartet, immerhin hatte die Analysten-Prognose im Schnitt bei 12,1 Milliarden und damit nicht wesentlich höher gelegen. Der Nettogewinn lag bei 3,2 Milliarden Euro und damit elf Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums, die Analysten hatten hier im Durchschnitt 3,27 Milliarden erwartet. Dass es mit Umsatz und Gewinn zurückgehen wurde, konnte man also wissen. Und die Ergebnisse waren nicht so weit von den vorherigen Prognosen entfernt, dass man das als Argument für einen Kurseinbruch von fast 19 Prozent ansehen könnte.

Aber wie eingangs geschrieben, war das auch nicht der Hauptgrund dafür, dass die Aktie gleich mit einer gewaltigen Abwärts-Kurslücke startete und danach noch weiter fiel. Es war der Blick auf 2024, den Sanofi wagte, während viele andere Unternehmen zuletzt bei ihren Bilanzen keinerlei Aussagen über das laufende Quartal hinaus tätigten. Das Pharmaunternehmen hatte nämlich kommuniziert, dass man für 2024 nicht mit einem Gewinnanstieg rechnet. Analysten und Anleger rechneten damit aber bislang sehr wohl.

Expertenmeinung: Bisher war man davon ausgegangen, dass Sanofi 2024 einen Gewinnanstieg von um die 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichen würde. So gesehen war diese Ankündigung natürlich ernüchternd. Einige Analysten senkten umgehend ihr Kursziel, nur stellt sich die Frage, ob man die Sache so negativ sehen muss. Denn das Unternehmen begründete den avisierten Stillstand beim Gewinn ja nicht mit einem schwachen Geschäft.

Man wolle gezielt mehr in die Produktpipeline investieren, so der Konzern. Darüber hinaus kündigte Sanofi an, seine Sparte Consumer Healthcare auszugliedern und sich mit dem verbleibenden Kernunternehmen auf die verschreibungspflichtigen Medikamente zu konzentrieren. Eigentlich waren die „bad news“ somit gar nicht so „bad“, wie sie im ersten Moment wirkten. Könnte man diesen Kurseinbruch also nutzen, um die Hand aufzuhalten?

Das wäre weniger wegen der nicht zwingenden Argumentation des Kurseinbruchs riskant als wegen der dadurch entstandenen charttechnischen Konstellation. Denn durch diesen Abstieg wurde die Aktie in eine neue charttechnische Zone gedrückt: Jetzt ist zum Deckel geworden, was vorher der Boden war. Sehen wir uns das an:

Die Aktie eröffnete bereits deutlich unter der vorher als solide Unterstützung fungierenden Zone 91,61 zu 93,37 Euro. Die ist jetzt ein ebenso solider Widerstand. Zwar gelang es, die leichte Unterstützungslinie bei 82,22 Euro zumindest nicht signifikant zu unterbieten. Aber die zentrale Kurszielzone wäre jetzt der Bereich 76,37 zu 77,01 Euro. Sich darauf zu verlassen, dass genug Trader die Sache ab heute anders sehen und die Aktie bereits am Freitag ihr Tief gesehen hat, wäre daher riskant. Besser wäre es, hier eine Bodenbildung abzuwarten!

Quellenangaben: Bericht zum 3. Quartal, 27.10.2023:
https://www.sanofi.com/en/media-room/press-releases/2023/2023-10-27-05-31-00-2768149

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Vorherige Analysen der Sanofi Aktie

Sanofi war bisher nicht gerade für Wachstum bekannt. Das hat sich zuletzt aber nachhaltig geändert. Könnte es zu einer totalen Neubewertung der Aktie kommen?

Specialty Care: Der Motor des Erfolgs

Sanofi ist ein französisches Pharmaunternehmen und gehört zu den grössten Arzneimittelherstellern der Welt.

Sanofi ist in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig, darunter Specialty Care (Pharmazeutika), Impfstoffe, Consumer Healthcare sowie Generika.

Auf den Bereich Specialty Care entfielen zuletzt rund 44 % des Konzernumsatzes. Das Segment umfasst die Entwicklung und Herstellung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die zur Behandlung von Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielem mehr eingesetzt werden.
Dabei handelt es sich nicht nur um die grösste Sparte, sondern auch um den Wachstumstreiber im Unternehmen. Im letzten Quartal lag das Umsatzwachstum bei 11,8 %.

Die zweitgrösste Sparte ist das Generikageschäft, auf diesen Bereich entfallen in etwa 31 % des Konzernumsatzes.

Darüber hinaus ist Sanofi ist ein bedeutender Hersteller von Impfstoffen und bietet Impfstoffe zur Prävention von Infektionskrankheiten wie Grippe, Masern, Mumps und Röteln an.
Das Unternehmen stellt täglich 2,5 Millionen Impfdosen für insgesamt 16 Infektionskrankheiten her.
Auf den Bereich entfielen zuletzt rund 12 % des Konzerngeschäfts.

Ebenso gross ist das Geschäft mit Consumer Healthcare. In diesem Segment bietet Sanofi eine breite Palette von rezeptfreien Produkten an, die in Apotheken und Einzelhandelsgeschäften erhältlich sind. Dazu gehören Produkte für Gesundheit und Wohlbefinden wie Schmerzmittel, Vitamine, Hautpflegeprodukte und mehr.

Könnte das zu einer kompletten Neubewertung führen?

Sanofi ist in einem stark umkämpften Markt tätig, in dem andere globale Pharmaunternehmen wie Pfizer, Novartis, Johnson & Johnson und Merck & Co. zu den Hauptkonkurrenten gehören.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und zukünftiges Wachstum zu gewährleisten, investiert Sanofi erheblich in Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Therapien.

In der Vergangenheit hat das kaum zu einem nennenswerten Wachstum geführt, doch seit einiger Zeit hat sich das geändert.
Der Markt hat darauf bisher noch nicht reagiert.

Doch sollte sich herausstellen, dass die Gewinnsprünge der letzten beiden Jahre keine Einzelfälle waren, könnte es zu einer Neubewertung der Aktie führen.

In jedem Fall scheint es wenig sinnvoll zu sein, dass Sanofi heute noch auf dem Niveau von 2020 notiert, obwohl der Gewinn 2021 um 12 % und 2022 um 27 % gestiegen ist.

Wieder besser als erwartet

Die letzten beiden Quartale deuten darauf hin, dass sich das Wachstum fortsetzen könnte. In Q1 hat man bereits die Erwartungen übertroffen, jetzt ist das abermals geschehen.
Darüber hinaus wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht.

Bisher hatte man einen Anstieg des Gewinns im „niedrigen einstelligen Prozentbereich“ in Aussicht gestellt, jetzt erwartet man einen „mittleren einstelligen Prozentbereich“, obwohl die negativen Währungseffekte deutlich stärker ausfallen, als man zuvor antizipiert hatte.
Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Gewinn dadurch um 6,5 – 7,5 % gemindert werden und trotzdem steigen.

Das zugrundeliegende Wachstum ist im Branchenvergleich hoch. Der Gewinn lag in Q2 mit 1,74 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,68 Euro. Der Umsatz lag mit 9,97 Mrd. Euro im Rahmen der Schätzungen.

Ein neuer Wachstumstreiber

Wie bereits kurz angeschnitten, ist die Specialty-Care-Sparte der Wachstumstreiber im Konzern. Um konkret zu sein, Dupixent, ein Arzneimittel zur Behandlung atopischer Dermatitis.
Der Umsatz mit dem Medikament kletterte auf Jahressicht um 34 % auf 2,56 Mrd. Euro.

Die Zulassung für Dupixent erfolgte 2020, seitdem wächst Sanofi wieder mit ordentlichem Tempo. Der Patentschutz gilt bis 2029.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Gewinn im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen, bisher waren die Prognostiker von einer glatten Null ausgegangen.
In den kommenden beiden Jahren soll der Gewinn jeweils um 9-11 % steigen.

Die Aktie von Sanofi sollte mindestens im selben Umfang zulegen. Sollte es zu einer Neubewertung der Aktie kommen, wäre deutlich mehr möglich.
Bei den vorliegenden Wachstumsraten und unter Berücksichtigung aller wichtigen Faktoren, insbesondere der Branche, könnte das KGV auch auf einen Wert von 20 oder mehr steigen.

Aktuell kommt Sanofi auf ein KGVe von 11,3. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 13,4.

Sanofi Aktie: Chart vom 28.07.2023, Kurs: 95,17 - Kürzel: SAN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sanofi Aktie: Chart vom 28.07.2023, Kurs: 95,17 – Kürzel: SAN | Quelle: TWS

Sanofi befindet sich in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Investoren könnten auf dem aktuellen Niveau einen ersten Einstieg erwägen und im Falle einer Korrektur beispielsweise nahe 86 und 80 Euro weiter aufstocken.

Kommt es hingegen zu einem Anstieg über 100 Euro, wäre der Weg in Richtung 105 Euro frei. Über 105 Euro hellt sich das Chartbild nachhaltig auf und es kommt zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 110 sowie 115 Euro.