RWE Aktie Prognose RWE: So könnte der Abverkauf gestoppt werden

News: Aktuelle Analyse der RWE Aktie

von |
In diesem Artikel

RWE
ISIN: DE0007037129
|
Ticker: RWE --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur RWE Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Energiekonzern leidet spürbar unter den stark gesunkenen Energiepreisen. Im Jahr 2023 konnte das Unternehmen noch beeindruckende Geschäftszahlen vorweisen, doch für das laufende Geschäftsjahr sieht die Perspektive nicht mehr so vielversprechend aus. Der Konzern prognostiziert für 2024 ein niedrigeres Ergebnis als bisher erwartet, was Ende Januar zu einem erheblichen Verkaufsdruck bei RWE-Aktien führte. Die Talfahrt in Richtung des Tiefstands von Oktober des Vorjahres schien somit aus technischer Sicht fast unausweichlich. Diese Kursniveaus wurden mittlerweile erreicht, und im gestrigen Handel wurde der Boden sogar deutlich durchbrochen, was die Bären weiter stärkt. Die Frage bleibt: Kann der Abwärtstrend gestoppt werden?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur RWE Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: An diesem Punkt könnte sich ein potenzielles Kaufsignal ergeben. Doch wie könnte das geschehen? Die Bullen müssten erfolgreich die Marke von 31.55 EUR zurückerobern, um ein technisches Kaufsignal auszulösen. Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht, da die Kurse diese wichtige Ebene sehr steil erreicht haben. Ausserdem notiert die Aktie bereits in der achten aufeinanderfolgenden Woche im negativen Bereich. Zumindest eine stärkere technische Gegenreaktion bietet eine realistische Möglichkeit, die Kurse wieder merklich nach oben zu bewegen. Ob sich daraus ein nachhaltiger Trendwechsel ergibt, bleibt jedoch abzuwarten. Aktuell sind die Bullen gefordert.

Aussicht: NEUTRAL

RWE Aktie: Chart vom 19.02.2024, Kurs: 31.21 EUR Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 19.02.2024, Kurs: 31.21 EUR Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Leerverkauf – Auch von fallenden Kursen profitieren

An der Börse geht es nicht immer nur aufwärts, oft gibt es auch Phasen mit fallenden Kursen und hoher Volatilität.

Um auch auf eine negative Marktentwicklung zu spekulieren, können Sie mit einem Margin-Depot über LYNX Wertpapiere nicht nur kaufen, sondern auch leerverkaufen und somit short gehen. Informieren Sie sich jetzt über die Möglichkeiten: Leerverkauf

Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?
Wenig hilfreichSehr hilfreich
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Loading ...
Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Achim Mautz
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der RWE Aktie

What goes up, must come down, heisst es ja. Aber so extrem wie bei RWE braucht das ein Anleger dann doch nicht. Es scheint, als würde nichts den Ausbruch nach oben ermöglichen, aber der Spielraum nach unten ist eigentlich eher eng. Wie geht man damit um?

Mit einem Minus von 6,03 Prozent landete die Aktie des Energieversorgers RWE am Freitag an der Spitze der DAX-Verlierer. Der Chart auf Tagesbasis zeigt die Dimension dieses Abverkaufs, der längerfristige Chart auf Wochenbasis, wie man das im grösseren Bild einordnen kann. Und der Grund? Nennen wir es besser den „Auslöser“, denn die Ergebnisse für 2023 nebst Ausblick auf 2024, die RWE am Freitag vorgelegt hatte, als solide unterfütterten Grund für diesen Selloff anzusehen, fällt bei näherer Betrachtung eher schwer.

Sicher, der Blick zurück führt den Tradern nicht die Hand, schliesslich geht es ihnen darum, was kommt. Aber diese Vorab-Zahlen, die RWE da für 2023 präsentierte, waren unglaublich. Man übertraf die ohnehin zweimal angehobenen Prognosen für den Gewinn erheblich. Das operative Ergebnis (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA) lag bei 8,37 Milliarden, die letzte Prognose hatte bei 7,1 bis 7,7 Milliarden Euro gelegen. Gerechnet als EBIT (vor Zinsen und Steuern) wurden es 6,34 Milliarden (Prognose 5,0 bis 5,6 Milliarden).

RWE Aktie: Wochenchart vom 26.01.2024, Kurs 34,42 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Wochenchart vom 26.01.2024, Kurs 34,42 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Was diejenigen, die die Aktie fallen liessen wie eine heisse Kartoffel, scheinbar entsetzte, war die Prognose für 2024. Für das neue Jahr plante RWE gemäss einer Ende November im Zuge eines Kapitalmarkttages vorgelegten Prognose beim EBITDA mit 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro, bei EBIT mit 3,2 bis 3,8 Milliarden. Erklärte aber im Zuge der am Freitag vorgelegten Vorab-Zahlen, dass man aus derzeitiger Sicht davon ausgeht, eher am unteren Ende dieser Prognosespannen zu landen. Sicher, das klingt ernüchternd, aber:

Expertenmeinung: Diese Aussage basierte auf den laut RWE in den letzten Wochen deutlich gesunkenen Energiepreisen an den europäischen Grosshandelsmärkten. Solche Preise können aber auch wieder steigen, wir reden hier immerhin von Januar und der Ausblick reicht über ein ganzes Jahr. Und RWE ist bekannt dafür, im Zweifel eher tief als hochzustapeln, wenn es um den Blick nach vorne geht. Wenn man an 2022 denkt, als man nach Beginn des Ukraine-Krieges noch fürchtete, die Energieversorger würden massiv in die monetäre Bredouille geraten, findet man das bestätigt. Am Ende gelang es RWE, deutlich mehr zu erreichen als gedacht. Und 2023 war es ebenso, wie die Zahlen des Freitags unterstrichen.

Und wenn man einmal den unteren Wert der beiden 2024er-Prognosespannen mit dem Jahr 2021 vergleicht, also mit dem letzten Jahr vor den Energie-Turbulenzen, so stünde ein EBITDA von 5,2 Milliarden einem 2021er-EBITDA von 3,65 Milliarden gegenüber, ein 2024er-EBIT bei 3,2 Milliarden einem 2021er-EBIT von 2,18 Milliarden. Das ist insofern einen Blick wert, weil das Kursmittel der Aktie 2021 um 33,50 Euro lag … und damit nur unwesentlich unter dem jetzt erreichten Kurs. Und wie gesagt: Da lag der Gewinn deutlich niedriger.

Da man ohnehin seit Ende November von der niedrigeren Prognosespanne für 2024 wusste, die Bewertung der Aktie im Vergleich zu früheren Jahren auch im Fall eines am unteren Ende der Prognosespanne landenden Gewinns günstig ist und man weiss, dass RWE lieber zu tief stapelt, bevor man eine Prognose kappen muss, war diese heftige Reaktion eigentlich nicht gerade zwingend.

RWE Aktie: Tageschart vom 26.01.2024, Kurs 34,42 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Tageschart vom 26.01.2024, Kurs 34,42 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Aber über die Erkenntnis hinaus, dass es vermutlich nicht lohnt, hier noch über einen Short-Trade nachzudenken, bringt einem das in Sachen Long wenig. Wieder einmal ist die Aktie am oberen Ende ihrer ausgedehnten Seitwärts-Range gescheitert, obgleich die Analysten im Schnitt einen Kurs um 50 Euro sehen. Der Kurs müsste dieses Freitags-Minus komplett aufholen und danach zügig über die sich gerade in einem bärischen Crossover befindlichen 20-Tage- und 200-Tage-Linien um 38,60/38,70 Euro laufen, um eine Basis für den x-ten Anlauf nach oben zu haben. Das dürfte kurzfristig knifflig werden, so dass es tatsächlich dabei bleibt: Der Termin für einen Befreiungsschlag über diese scheinbar zementierte Zone 43/44 Euro liegt vorerst weiter an Sankt Nimmerlein!

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Gesamtjahres 2023, 26.01.2024: https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2024-01-26/

Das Börsenjahr 2024 ist gerade einmal zwei Wochen alt und schon bekommen die Investoren bei RWE schon wieder eine Eisdusche verpasst. Die Aktie kam seit Jahresanfang deutlich zurück und rangiert im unteren Viertel der DAX-Performer. Was passiert hier?

Es gab zuletzt keine neuen Nachrichten vom Energieversorger. Und die einzigen Analysten, die im neuen Jahr bislang ihr Kursziel angepasst haben, waren die der Bank of America … und die passten es am Freitag von 51 auf 53 Euro an und somit nach oben. Weiterhin werten sämtliche 23 die Aktie beobachtenden Experten RWE mit „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt solide über 50 Euro. Die Aktie selbst konnte zuletzt nicht einmal die 40 Euro-Marke halten. Aber wieso?

RWE Aktie: Chart vom 12.01.2024, Kurs 39,21 Euro, Kürzel: RWE | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 12.01.2024, Kurs 39,21 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Zwar könnte man argumentieren, dass sich die herausragenden Gewinne, die 2023 eingefahren wurden, nicht auf Dauer halten lassen und es 2024 mit dem Gewinn pro Aktie deutlich abwärts geht. Aber erstens dachte man das für 2023 auch … und das Gegenteil trat ein. Zum anderen sind ja auch die Analysten in Sachen Gewinnerwartung nicht überschwänglich. Dort sieht man im Schnitt für 2024 tatsächlich einen um sogar bis zu 40 Prozent niedriger ausfallenden Gewinn. Nur sieht man die Aktie trotzdem als einen Kauf und hat weit höhere Kursziele als den derzeitigen Level, weil RWE selbst bei einem fallenden Gewinn noch nicht teuer bewertet wäre. Was also kann hinter diesem Druck stecken?

Expertenmeinung: Auch, wenn es nie absolut auszuschliessen ist, dass irgendeine grosse Adresse weiss, was alle anderen noch nicht wissen, ist die Antwort meist weit banaler: Bärische Trader könnten hier einfach Druck machen und versuchen, die aufgrund dieser schon lange vorhandenen Schere zwischen Kurs und Kurszielen verunsicherten Akteure dadurch zum Ausstieg zu bewegen. Oder grosse Adressen haben entschieden, dass RWE eben auch in diesem neuen Jahr nicht auf die Kaufliste kommt, was dazu führt, dass das Geld erst einmal an dieser Aktie vorbei fliesst. Aber so ärgerlich diese schwache Entwicklung für diejenigen ist, die bereits auf der Long-Seite agieren: Für diejenigen Bullen, die es bei RWE erst noch werden wollen, wäre das natürlich eine ideale Gelegenheit, vorausgesetzt …

… dass diese Abgaben auch wirklich ein Rücksetzer bleiben und sich daraus kein erneuter, dynamischer Abwärtstrend ergibt, wie wir ihn zwischen Mai und Oktober gesehen hatten. Dass der Druck am Freitag auf Höhe der aktuell bei 38,77 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie erst einmal abgefangen werden konnte, ist zwar ein Signal dafür, dass da durchaus Käufer auf günstigere Kurse warten. Aber ob die stark genug sind, um die RWE-Aktie zu drehen, muss erst der Verlauf dieser Woche zeigen. Zwar würde unter der 200-Tage-Linie eine breite, zwischen 37,36 und 38,39 Euro gelegene Unterstützungszone warten. Aber angesichts des Umstands, dass die Aktie noch im Oktober bei 31,55 Euro aufgesetzt hatte, muss das für die Bären kein Hindernis sein.

Fazit: Es ist durchaus möglich, dass das mehr als ein Rücksetzer ist, was wir gerade sehen. Dass die Experten die Aktie weit höher einschätzen, muss da nicht helfen, denn ein durchschnittliches Kursziel über 50 Euro gibt es schon lange, geholfen hat es dennoch nichts. RWE müsste über 48 Euro laufen und damit den Druck der vergangenen Tage komplett wettmachen, um ein glaubhaftes Signal zu liefern, dass das hier wirklich nur eine Korrektur vor einem erneuten Versuch ist, die „ewige“ Widerstandszone 43/44 Euro erneut anzugehen und sie diesmal, im x-ten Anlauf, vielleicht sogar zu überwinden.

Quellen:
Analysten-Kursziele:https://www.rwe.com/investor-relations/rwe-aktie/analystenempfehlungen-und-konsensus/

Bis Anfang Oktober fiel RWE wie ein Stein. Doch seither kommt wieder Leben in diese Aktie … und obwohl der Kurs vom Tief aus bereits weit gelaufen war, gelang gestern ein beeindruckender Ausbruch über einen mittelfristig entscheidenden Doppelwiderstand!

RWE schien für die Short-Seller, die sogenannten Bären, eine leichte und wehrlose Beute zu sein. Da werden Gewinnprognosen angehoben, da verblüffen herausragende Quartalszahlen, da heben die Analysten durch die Bank den Daumen … und trotzdem fiel die Aktie, Anfang Oktober sogar unter den Level des Tiefs der Anfangsphase des Ukraine-Konflikts 2022. Aber endgültig zur Strecke gebracht hatten die Bären ihre Beute offenbar nicht.

Denn am 6. Oktober wurde ein neues Jahrestief markiert, traf aber umgehend auf Käufe … und seither geht es aufwärts. Dass die initialen Käufe vermutlich Eindeckungen, d.h. der Rückkauf zuvor leer verkaufter Aktien durch bärische Trader waren, ist jetzt, nachdem andere Anleger auf den anlaufenden Zug aufsprangen und vermutlich mittlerweile auch so mancher Bär zum Bullen wurde, nicht mehr von Belang. Weist der Trend nach oben, geht auch der Blick der Trader in diese Richtung. Und was sie dabei bislang sahen, ist nach dem gestrigen Handelstag nicht mehr da:

Eine massive Widerstandszone, die angesichts des überkauften Zustands der Aktie leicht das Ende der Rallye hätte werden können. Doch jetzt ist dieser Widerstand bezwungen.

Expertenmeinung: Wir sehen im Chart, dass der Kurs tagelang im Bereich zwischen der mittelfristigen Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie verharrte. Da hätte RWE leicht nach unten abdrehen können, denn es war mit Händen zu greifen, dass da niemand den ersten Schritt machen und dann in eine Verkaufswelle laufen wollte. Es hätte irgendein neues Argument gebraucht, um diese Zone zu überwinden. Und genau das kam gestern.

RWE Aktie: Chart vom 28.11.2023, Kurs 39,56 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 28.11.2023, Kurs 39,56 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

RWE stellte im Rahmen seines Kapitalmarkttages am Dienstag seine mittelfristigen Ziele bis zum Jahr 2030 vor. Sie waren es, die die Aktie über diese massive Hürde trugen … und ja, das war auch inspirierend. So will RWE 2030 einen operativen Gewinn von neun Milliarden erreichen und die Dividende nicht nur für 2024 anheben, sondern auch weiterhin um fünf bis zehn Prozent jährlich steigern: „good news“. In solchen Situationen wandern die Augen der Trader automatisch vom Keller gen Himmel. Und dann nimmt man auch wahr, was viele zuvor so lange erfolgreich ignoriert hatten:

Dass sämtliche Analysten die RWE-Aktie als „Kauf“ oder mit „Übergewichten/Outperform“ einstufen und das durchschnittliche Kursziel mit 51,24 Euro nicht nur weit über dem jetzt bereits deutlich erholten Kurs, sondern auch weit über der massiven Widerstandszone 43/44 Euro liegt, an der RWE in den vergangenen anderthalb Jahren ein ums andere Mal abdrehte.

Die Aktie wird damit sicherlich keine Einbahnstrasse, Korrekturen werden nicht ausbleiben. Aber solange der Kurs nicht mehr unter 37 Euro rutscht und damit die jetzt bezwungene Zone sowie die darunter liegende Auffanglinie bei 37,36 Euro (das März-Tief) unterschreitet, bleibt die Tendenz hier jetzt klar bullisch.

Quellenangaben: Kapitalmarkttag 2023, neue Mittelfrist-Ziele, 28.11.2023:
https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2023-11-28/

Ergebnis 1.-3. Quartal, 14.11.2023: https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2023-11-14/

Analysten-Kursziele: https://www.rwe.com/investor-relations/rwe-aktie/analystenempfehlungen-und-konsensus/

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach dem Absturz im Oktober kehrte die Aktie des deutschen Energieversorgers langsam und stetig wieder in die Erfolgsspur zurück. So konnten sowohl die 20- als auch die 50-Tage-Linie zurückerobert werden. Hier bildete sich Anfang November eine klassische Zwischenkonsolidierung, welche zu Beginn der Woche nach oben verlassen werden konnte.

Somit lagen neue Kaufsignale auf dem Tisch, welche die RWE-Aktie eine Etage höher katapultierten. Der Trend befindet sich aktuell sogar wieder in einer bullischen Trendphase, nachdem zuletzt höhere Hochs und höhere Tiefs gebildet wurden.     

Expertenmeinung: Die Bullen scheinen das Zepter wieder übernommen zu haben. Zuletzt war auch das Handelsvolumen recht hoch. Daraus erkennen wir, dass hier scheinbar auch institutionelle Investoren am Werk sind, was die Wahrscheinlichkeit auf nachhaltige Kursanstiege deutlich erhöht.

Spannend wird es demnächst im Bereich von 40 bis 41 EUR. Dieser Spanne bildet die nächste klare Widerstandsebene, welche gebrochen werden müsste, um auch langfristig wieder Chancen auf weitere Kurssteigerungen zu bekommen. Vorerst gebe ich der Aktie wieder positive Aussichten mit auf den Weg.

Aussicht: BULLISCH

RWE Aktie: Chart vom 16.11.2023, Kurs: 38.23 EUR Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 16.11.2023, Kurs: 38.23 EUR Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Die Erfolgsserie des RWE-Konzerns scheint nicht zu stoppen zu sein … zumindest, was die Unternehmensgewinne angeht. Die gestern vorgelegten Neun-Monats-Zahlen machen klar, dass sogar die erneut angehobene Prognose noch konservativ war. Aber die Aktie!

Über die ersten neun Monate summiert sich der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf 6,2 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 3,4 Milliarden. Die im Sommer angehobenen Jahresziele lagen für das EBITDA bei einer Spanne zwischen 7,1 und 7,7 Milliarden, für den Nettogewinn bei 3,3 bis 3,8 Milliarden. Da müsste schon sehr viel schiefgehen, dass das EBITDA nicht am oberen Ende der Zielzone ankommt, Netto hat man den Zielbereich ja sogar schon erreicht. Zum Vergleich:

Im Ausnahmejahr 2022, in dem RWE zu den Energieversorgern gehörte, die davon Vorteile hatten, lag der Nettogewinn bei 2,7 Milliarden Euro. Jetzt hat man nach drei Viertel des Jahres bereits eine halbe Milliarde mehr eingefahren. Und im Zuge der Kommentierung der Zahlen unterstrich der CFO, d.h. der „Chief Financial Officer“ des Konzerns, dass er im laufenden vierten Quartal keine negativen Effekte sehe. Also:

Dass die Prognose sogar übertroffen wird, ist recht gut möglich. Und wenn man sich ansieht, dass die RWE-Aktie ein Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2023er-Analystenschätzung von untypisch niedrigen 7 ausweist, müsste die Aktie eigentlich davonziehen wie eine Rakete. Oder besser: schon lange in einem dynamischen Aufwärtstrend laufen. Was sie aber nicht tut.

Expertenmeinung: Die RWE-Aktie stieg zwar am gestrigen Dienstag. Aber sie schaffte es in einem insgesamt haussierenden Gesamtmarkt nicht einmal unter die Top 5 des DAX. Es blieb offenbar trotz dieser erneut so unstrittig überzeugenden Bilanzdaten bei dem „ja, aber“-Faktor, der den Kurs schon seit 2022 ausbremst. Man sagt sich: ‚Ja, die Zahlen sind wieder einmal gut, aber nächstes Jahr wird der Gewinn bestimmt deutlich sinken“. Das kann man, wenn man pessimistisch ist, aber bei jedem Unternehmen behaupten … und für 2023 war man zu Jahresbeginn auch von fallenden Gewinnen überzeugt und lag falsch.

RWE Aktie: Chart vom 13.11.2023, Kurs 37,66 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 13.11.2023, Kurs 37,66 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Doch mit einem „müsste eigentlich höher stehen“ kommt man an der Börse nie weit. Dass die Aktie überhaupt zulegt, ist schon mal gut, aber sie ist dadurch, nachdem sie im Vorfeld eine starke Gegenreaktion auf den heftigen Ausverkauf des Septembers gestartet hatte, in eine markante Widerstandszone gelaufen. Ob die im Schnitt deutlich über 50 Euro liegenden Analysten-Kursziele und diese starke Bilanz mehr erreichen als nur einen Test dieser Zone mit anschliessender Rückkehr ins Baisse-Jammertal, muss sich also erst weisen.

Erst, wenn die RWE-Aktie diese unter anderem aus der Mai-Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie bestehende Widerstandszone zwischen 37,36 und 38,62 Euro auf Schlusskursbasis überwunden hat, wäre nicht nur die Bilanz, sondern auch die Aktie bullisch. Abzuwarten, ob das gelingt, wäre nicht zuletzt mit einem Querblick auf die zu anderen DAX-Titeln relative Underperformance gestern wohl kein Fehler.

Quellenangaben: Ergebnis 1.-3. Quartal, 14.11.2023: https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2023-11-14/

Analysten-Kursziele: https://www.rwe.com/investor-relations/rwe-aktie/analystenempfehlungen-und-konsensus/