Carl Zeiss Meditec Aktie aktuell Carl Zeiss Meditec: Wie festgenagelt – wann fällt die Entscheidung?

News: Aktuelle Analyse der Carl Zeiss Meditec Aktie

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Carl Zeiss Meditec
ISIN: DE0005313704
Ticker: AFX
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Zur Carl Zeiss Meditec Aktie

Die Medizintechnik-Branche gehört zu denen, die durch den „Lockdown“ kaum betroffen waren. Ob das auch für die Rezession gilt, werden die kommenden Monate erst zeigen müssen, aber das gilt ja für alle anderen Branchen, die man als „nicht betroffen“ oder sogar als Profiteure einstuft, ebenso. So gesehen ist es durchaus erstaunlich, dass zwar einige Medizintechnik-Aktien gut laufen, andere aber nach der überall zu findenden ersten Gegenreaktion auf den Kurseinbruch vom Februar und März nicht vom Fleck kommen. Carl Zeiss Meditec gehört zur zweiten Gruppe. Liegt es an der Entwicklung von Umsatz und Gewinn, klemmt es da?

Wer die Aktie negativ sehen will, könnte das als Argument hernehmen, aber ob man das wirklich so sehen sollte? Carl Zeiss Meditec hat Anfang Mai das Halbjahresergebnis des immer bis 30.9. laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu; der Gewinn fiel hingegen, vor Steuern und Zinsen gerechnet, um 7,1 Prozent, das Ergebnis einer von 16,5 auf 14,3 Prozent gefallenen Marge. Das ist natürlich nicht umwerfend. Aber wenn man sich überlegt, dass in den letzten Wochen Aktien senkrecht zulegten, deren Unternehmen einen dramatischen Gewinneinbruch zu verzeichnen hatten, ist dieses Argument nicht gerade fundiert. Aber wie lief es bei Carl Zeiss seit Anfang April?

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Expertenmeinung: Das ist die Information, die, vorausgesetzt, es kommen keine Vorab-Zahlen, noch bis 6. August ohne Antwort bleiben wird. Erst dann kommt das Zahlenwerk zum zweiten Kalenderquartal. Wird der Kurs bis dahin in seiner derzeitigen Handelsspanne gefangen bleiben? Auszuschliessen wäre das nicht. Möglich wäre ein Befreiungsschlag aber jederzeit, sei es durch Daten vom Unternehmen selbst, sei es durch externe Impulse. Wo lägen dann die wichtigen Ankerpunkte, deren Queren ein Long- oder Short-Signal auslösen würde?

Der Chart zeigt zwar, dass die Handelsspanne der Aktie seit Ende März sukzessiv enger wird. Aber erst, wenn die äusseren Wendemarken der Seitwärtsrange eindeutig über- bzw. unterboten wurden, wäre ein neuer Trendimpuls wirklich glaubwürdig. Dabei müsste man auf der Oberseite noch ein wenig zugeben, denn knapp über der oberen Begrenzung der Handelsspanne (98,20 Euro) wartet mit der 200-Tage-Linie eine nicht minder markante Charthürde. Erst, wenn auch dieser gleitende Durchschnitt, derzeit bei 99,50 Euro, ebenfalls auf Schlusskursbasis überboten wäre, könnte man unterstellen, dass der Knoten zu Gunsten der Bullen geplatzt wäre. Auf der Unterseite wäre es das April-Verlaufstief bei 79,50 Euro, das es zu unterbieten gälte, um den Bären aus charttechnischer Sicht den Weg an das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 67,70 Euro freizugeben. Solange diese Seitwärtsspanne nicht verlassen ist, wäre jede Positionierung nicht mehr als eine Wette auf die Ausbruchsrichtung.

Carl Zeiss Meditec Aktie Chart vom 10.07.2020, Kurs 89,90 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

 

 

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Vorherige Analysen der Carl Zeiss Meditec Aktie

Am gestrigen Donnerstag legte das Medizintechnik-Unternehmen Carl Zeiss Meditec die vorläufigen Umsatzergebnisse des ersten Halbjahres im am 1. Oktober begonnenen Geschäftsjahr 2019/2020 vor. Die Reaktion der Aktie, ein Minus von -4,18 Prozent, machte deutlich, dass es in dieser ersten Übersicht nichts Erfreuliches zu lesen gab. Obwohl man hoffen durfte, dass ein Bereich wie die Medizintechnik in diesem Umfeld dennoch recht stabil laufen sollte, sprachen die Ergebnisse sowie die Lageeinschätzung der Unternehmensführung eine andere Sprache:

Der Umsatz des ersten Halbjahres lag zwar mit 715 Millionen Euro über dem des Vorjahreszeitraums (667,2 Millionen). Aber das zweite Geschäftsquartal, sprich das gerade beendete erste Kalenderquartal 2020, wies mit einem Umsatz von 345 Millionen nur eine Stagnation gegenüber dem Zeitraum Januar bis März 2019 aus. Und was die Pandemie-Folgen angeht, ist Carl Zeiss nicht gerade optimistisch, sondern erwartet „eine signifikante Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20“ und gibt daher auch keine Prognose für den weiteren Verlauf ab.

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Expertenmeinung: Für das bullische Lager dürfte es damit schwierig werden, Zeichen zu setzen. Da der Kursverlauf zuletzt aufgrund der relativen Marktenge der Aktie und des allgemein hektischen Handels eher unstrukturiert wirkte, zeigt die Darstellung auf Wochenbasis ein klareres Bild. Wir sehen hier, dass Carl Zeiss Meditec bereits in der vergangenen Woche einen Anlauf unternahm, die wichtige Widerstandszone 89,35/90,65 Euro zurück zu erobern und da zunächst abgewiesen wurde. Eine Mut machende Prognose hätte den Break über diese Zone gestern wohl perfekt gemacht. Aber so dürften die Bären, sofern es nicht heute zu einer beeindruckenden Rallye käme, auch in dieser Woche als Sieger vom Platz gehen.

Ob Carl Zeiss Meditec das bisherige Tief der Abwärtsbewegung bei 67,70 Euro noch einmal ansteuert, ist heute noch nicht abzusehen. Vor gut zwei Wochen war das sicherlich eine Übertreibung nach unten. Aber es bleibt zunächst offen, ob die Datenlage nicht doch so viel negativer würde, dass dieses Tief in einigen Wochen als angemessen angesehen werden könnte. Als Fazit bleibt: Solange die Aktie diese Widerstandszone zwischen 89,35 und 90,65 Euro nicht signifikant zurückerobert, bleibt der Kurs auf der Unterseite für neue, bärische Attacken anfällig, ein Einstieg auf der Long-Seite dementsprechend mit hohem Risiko verbunden.

Chart vom 02.04.2020, Kurs 82,50 Euro, Kürzel AFX

Eigentlich waren die Zahlen, die das Medizintechnikunternehmen Carl Zeiss Meditec am Montagmorgen für das erste Quartal des am 1. Oktober begonnenen Geschäftsjahres 2019/2020 vorlegte, sehr gut. Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz um 14 Prozent, der Gewinn, vor Zinsen und Steuern gerechnet (EBIT), um gut 18 Prozent. Der überproportional gestiegene Gewinn basierte auf der von 14,9 im vierten Kalenderquartal 2018 auf jetzt 15,4 Prozent gestiegenen Gewinnmarge. Anfangs legte die Aktie auch kräftig zu, zog zu Beginn des Handels kurzzeitig über fünf Prozent an. Doch dann wendete sich das Blatt. Und unbedingt überraschend war das nicht.

Denn so gut dieses Ergebnis auch war, man hatte damit gerechnet. Die durchschnittliche Analystenprognose hinsichtlich Umsatz, Gewinn und Marge wurde nur um eine Winzigkeit überboten. Zu wenig offenbar, um zu verhindern, dass Marktteilnehmer den anfänglichen Aufwärtsimpuls nutzten, um sich gute Gewinne zu sichern. Und zu wenig, damit angesichts dieses Intraday-Turnarounds genug Anleger die Hand aufhielten, um das Minus zum Handelsende wieder aufzuholen.

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Expertenmeinung: Es klingt zwar motivierend, dass Carl Zeiss Meditec im Ausblick auf das restliche Geschäftsjahr bekräftigte, die Gewinnmarge weiter, in die Region 17 bis 19 Prozent, steigern zu wollen. Aber das war nur eine Bekräftigung, diese Ziele waren bekannt. Und mindestens mit dem Niveau der Märkte, in denen das Unternehmen agiert, wachsen zu wollen, wie dies im Ausblick mitgeteilt wurde, taugte als positive Überraschung nicht. Hinzu kommt die hohe Bewertung: Auf Basis der 2019er-Gewinne läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 60. Und selbst, wenn der Gewinn 2019/2020 um 20 Prozent und damit stärker steigen würde als 2018/2019, läge das KGV dann auf aktuellem Kursniveau bei 50 und damit untypisch hoch.

Kein Wunder also, dass nicht wenige dieses morgendliche Plus nutzten, um nahe des am 20. Januar bei 122,10 Euro markierten Verlaufsrekords auszusteigen – das gestrige Tageshoch kurz nach Handelsstart lag gerade einmal einen Euro darunter. Könnte das dennoch nur eine kurzfristige Schwächephase sein? Grundsätzlich natürlich, aber wer sich bei seinen Trades eng an der Charttechnik orientiert, dürfte kurzfristig eher nicht auf der Long-Seite zugreifen wollen. Denn nachdem die Aktie zunächst an einer parallel zur im November 2018 begonnenen Aufwärtstrendlinie laufenden Widerstandslinie abgeprallt war, sackte der Kurs Ende Januar durch die nächstgelegene Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie. Genau an dieser Linie blieb ein Erholungsversuch in der vergangenen Woche stecken. Dass eben diese 20-Tage-Linie am Montag erst mit Schwung überboten, dann aber durch diesen an sich schon negativen Abwärts-Turnaround wieder deutlich unterboten wurde, war klar negativ. Das gibt aus charttechnischer Sicht den Weg an den doppelten Leitstrahl der mittelfristigen Aufwärtsbewegung in Form der 200-Tage-Linie (aktuell bei 100,70 Euro) und der vorgenannten, Ende 2018 etablierten Aufwärtstrendlinie (momentan bei 96 Euro) frei. Wer da auf der Long-Seite agieren wollte, würde in ein fallendes Messer greifen, das äusserst scharf sein könnte.

Carl Zeiss Meditec Aktie Chart vom 10.02.2020, Kurs 109,40 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

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Einstufungen und Kursziele von Analysten haben bei etwas marktengeren Aktien oft einen grossen Einfluss. Wenn die Experten sich mutig geben, machen die Anleger gerne mit, sofern die Einschätzung ihren Hoffnungen und Erwartungen entspricht. Das dürfte ein mit entscheidender Grund gewesen sein, weshalb die Aktie des Medizintechnikunternehmens Carl Zeiss Meditec am Dienstag ein neues Verlaufs- und Schlusskurshoch erreichte. Aber wenn das der Grund war, wäre es ein wackliger. Denn ob auch in den kommenden Tagen und Wochen weiter gekauft wird, nachdem diejenigen eingestiegen sind, die auf Kursziel-Anhebungen hin reagiert haben? Die Wirkung aufgestockter Kursziele ist oft drastisch, aber sie währt auch nicht besonders lange. Es sei denn …

… dass solche Aussagen zeitnah Rückenwind durch starke Unternehmensmeldungen erhalten würden. Aber Carl Zeiss hatte seine Bilanz sowie die Perspektive für das neue Geschäftsjahr 2019/2020 gerade erst vorgelegt. Da kommt also womöglich erst einmal kein weiterer Treibstoff für die Bullen. Und nicht alle Kursziel-Anpassungen waren wirklich eine Verlockung zum Einstieg. Positiv waren letzten Mittwoch die Neueinschätzung der NordLB mit einem höheren Kursziel von 132 Euro und die der LBBW mit neuem Kursziel bei 129 Euro. Am vergangenen Montag hatte bereits die Deutsche Bank ihr Kursziel auf 123 Euro hochgesetzt. Wenn man sich indes überlegt, dass die Aktie im Oktober kurzzeitig auf 90 Euro und im Dezember in den Bereich von 100 Euro wegsackte, ist dieses verbleibende Potenzial im Vergleich zum zuletzt öfter ausgeloteten Abwärts-Spielraum nicht gewaltig. Zumal man als Käufer nur diese positiven Einschätzungen wahrnehmen müsste, denn es gibt auch andere:

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Expertenmeinung: Independent Research, HSBC und die DZ Bank passten ihre Ziele nach der Bilanz, die am 6.12. vorgelegt wurde, ebenfalls an. Doch da lauten die Kursziele in der Reihenfolge der genannten Geldhäuser 93, 109 und 110,70 Euro. Einschätzungen: Einmal verkaufen, zweimal halten. Da es keine anderen News gab, ist zu vermuten, dass diejenigen, die hier den Ausbruch nach oben vollzogen, dergleichen wenig motivierende Meinungen einfach ausblendeten. Aber das kann dazu führen, dass dieser Ausbruch nicht genug „Follower“ bekommt, um signifikant zu werden. Und das ist er bislang noch nicht.

Das alte Verlaufshoch lag bei 115,30 Euro. Und interessant ist, dass die dorthin führende Rallye direkt auf die zunächst sehr negative Reaktion auf diese Bilanz folgte, nachdem die Deutsche Bank, siehe oben, als erste ein bullisches Kursziel als Reaktion auf das Zahlenwerk präsentierte. Diejenigen, die jetzt erneut zugegriffen haben, haben also keine anderen Argumente als diejenigen, die am 9.12. gekauft hatten und feststellen mussten, dass die Anschlusskäufe ausblieben. Und mit 115,60 Euro, ist der am Dienstag erreichte, neue Rekord alles andere als so klar über dem vorherigen, dass er charttechnisch induzierte Anschlusskäufe erzwingen müsste. Hier wäre in jedem Fall Vorsicht angebracht.

Carl Zeiss Meditec Aktie Chart vom 17.12.2019, Kurs 115,60 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

Gerade erst vor einer Woche hatten wir die Carl Zeiss-Aktie besprochen. Da hatte sie jüngst ein neues Rekordhoch erreicht und es wirkte, als könne dem Aufwärtstrend nichts und niemand etwas anhaben. Auffällig war indes, dass sie dabei an der über die vorherigen drei Hochs konstruierbaren Widerstandslinie angestossen war und sich dort Gewinnmitnahmen einstellten. An dieser Linie kam der Kurs auch im Verlauf der vergangenen Woche nicht vorbei. Und das könnte mit ein Grund sein, warum die Aktie am Freitag mit -6,35 Prozent den Tagesverlierer im MDAX und TecDAX stellte:

Dass der Kurs diese letzte Hürde nicht zügig bezwang, erhöhte zweifellos die Bereitschaft, ggf. lieber doch Gewinne mitzunehmen. Und am Freitagmorgen kam ein Auslöser, um dieser Bereitschaft Taten folgen zu lassen. Das Medizintechnikunternehmen meldete die endgültige Bilanz des am 30.9. beendeten Geschäftsjahres 2018/2019 und veröffentlichte zugleich die Ziele für das neue Geschäftsjahr 2019/2020. Und die waren einigen offenbar zu dünn. Carl Zeiss Meditec will auch im neuen Jahr schneller wachsen als der Gesamtmarkt – gut.

Aber was nicht gefiel, war die Prognose der Gewinnmarge. Die war zwar 2018/2019 kräftig von 15,4 auf 18,1 Prozent gestiegen. Aber das will man „nur“ halten. Die Marge soll 2019/2020 zwischen 17 und 19 Prozent liegen, mittelfristig will man nachhaltig oberhalb von 18 Prozent schaffen. Da im Oktober im Vorfeld der Ergebnisse eine höhere Margenprognose ausgegeben wurde, die Carl Zeiss danach auf die jetzt erreichten 18,1 Prozent zurücknahm, dachten womöglich einige, dass mehr drin wäre. So aber wirkt diese Aktie auf einmal „teuer“.

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Expertenmeinung: Selbst auf Basis der derzeitigen Gewinnschätzung der Analysten für 2019/2020 läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) derzeit trotz der Abgaben des Freitags bei 46. Und damit stehen die Akteure jetzt vor dem Punkt, den wir vor einer Woche an dieser Stelle angeführt hatten. Wir schrieben: „Ob der Gewinn auch im neuen Geschäftsjahr um 34 Prozent zulegen wird, ist zumindest offen. Auf Dauer kann man die Gewinnmarge nicht immer weiter vergrössern.“ Und wenn das KGV nicht zum zu erwarteten Gewinnanstieg passt, was vor allem dann der Fall wäre, wenn es doppelt so hoch oder höher liegt als die für das kommende Jahr zu erwartete Gewinnsteigerung (bei der die Experten im Schnitt +20 Prozent annehmen), kann es eben sein, dass sich die Aktie auf einen günstigeren Bewertungslevel konsolidieren müsste.

Der Chart zeigt, wo derzeit die Schlüsselzone liegt, die halten muss, wenn dieser vor gut einem Jahr begonnene, beeindruckende Aufwärtstrend fortbestehen soll. Die wird gestellt von der 200-Tage-Linie bei derzeit 92,85 Euro und dem mittelfristigen Aufwärtstrend bei 90,80 Euro. Da wäre also noch Spielraum nach unten, denn nachdem diese Zone Ende Oktober einem Test standhielt, sollte man als potenzieller Leerverkäufer gewarnt sein: Oberhalb 90,80/92,85 Euro kann sich der Abgabedruck jederzeit verflüchtigen. Und würde diese Zone getestet und erneut halten, würden wohl genug Akteure alleine aufgrund dessen wieder einsteigen und dann die hohe Bewertung im Zuge eines Aufwärtsimpulses wieder wohlwollend „übersehen“.

Carl Zeiss Meditec Aktie Chart vom 06.12.2019, Kurs 103,10 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

Medizintechnik ist eine Branche, die sich bislang als resistent gegen das schrumpfende Wachstum der Gesamtwirtschaft gezeigt hat. Carl Zeiss Meditec konnte, obwohl das Unternehmen im Vorfeld eine zu hoch angesetzte Gewinnmarge avisiert hatte, im per 30.9. beendeten Geschäftsjahr 2018/2019 glänzen: Der Umsatz legte um 14 Prozent zu, der Gewinn, vor Steuern und Zinsen gerechnet, stieg um 34 Prozent. Was deutlich macht, dass auch die weniger stark als gedacht gestiegene Gewinnmarge einen beeindruckenden Effekt in Form überproportional zulegender Gewinne hatte.

Dadurch hat es Carl Zeiss Meditec in die Gruppe von Aktien geschafft, von denen viele Investoren denken, dass man die immer kaufen könne. Und als die Analysten bei Mainfirst am Freitag ihr Kursziel von 95 auf 120 Euro anhoben und der Aktie ein „outperform“ zubilligten, sahen sich die Anleger bestätigt und griffen zu. Die Aktie erzielte im Handelsverlauf mit 112,70 Euro einen neuen Verlaufsrekord. Und das, nachdem es Ende Oktober noch nach einer Abwärts-Trendende aussah. Jetzt wäre der Befreiungsschlag nach oben drin, denn:

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Expertenmeinung: Es ist immer eine perfekte Basis für neue Hochs, wenn es zuvor zu einer Korrektur kam, die über entscheidenden Unterstützungen in einen neuen Aufwärtsimpuls verwandelt werden konnte und so deutlich wird: Die Käufer lassen hier nichts anbrennen. Sie sehen im Chart, dass es gelang, die Aktie unmittelbar über der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie wieder nach oben zu befördern. Und seither ist von Abgabedruck keine Spur. Ist das also eine dieser Aktien, von denen man nicht nur denkt, dass man sie immer kaufen kann, sondern damit auch Recht hätte?

Das wäre eine riskante Annahme. Denn ob der Gewinn auch im neuen Geschäftsjahr um 34 Prozent zulegen wird, ist zumindest offen. Auf Dauer kann man die Gewinnmarge nicht immer weiter vergrössern. Und auf Basis der aktuellen Gewinne wäre die Aktie im Fall einer auch nur ein wenig nachlassenden Gewinndynamik mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 50 teuer. Zum Vergleich: Zwischen 2012 und 2017 lag das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie immer zwischen 20 und 30. Daher kann man einfach nicht davon ausgehen, dass Carl Zeiss Meditec einfach immer weiter steigt. Dass es am Freitag nicht gelang, sich über die Widerstandslinie zu schieben, die sich aus den vorherigen drei Hochpunkten konstruieren lässt, zeigt, dass das einige ebenso sehen und „oben“ beginnen, Gewinne mitzunehmen. Solange der Trend intakt bleibt, liesse sich die Aktie allemal halten, sofern man sich nach unten konsequent absichert. Wofür derzeit ein Level knapp unter der momentan bei 104 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie für aggressive Trader als Anhalt dienen könnte, für längerfristige Anleger wäre der mittelfristige Aufwärtstrend bei 90 Euro eine Orientierung. Aber jetzt noch neu einzusteigen, erscheint gewagt. „Immer“ sollte man auch eine Aktie wie dieser besser nicht kaufen.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 29.11.2019, Kurs 111,00 Euro, Kürzel AFX | LYNX Online Broker