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Aktienanalyse:
Allianz: Mehr als nur Versicherungen … und das ist das Problem

Aktuelle Analyse der Allianz Aktie

Sicherlich ist die Pandemie auch für Versicherungen ein gewisses Thema, aber grundsätzlich sollte man vermuten, dass Versicherungskonzerne wie die Allianz weniger Druck auf Umsatz und Gewinn spüren als der Konsum oder zyklische Branchen. Auch wäre hier das Kreditausfallrisiko kein Argument, wie es bei den Banken der Fall ist. Aber trotzdem hat die Allianz-Aktie im Zuge des Selloff, egal, ob man vom Rekord-Schlusskurs des DAX am 19. Februar oder vom letzten Kurs 2019 ausgeht, mehr verloren als der Index selbst und vermochte diese Underperformance zumindest bis jetzt nicht wettzumachen. Wieso?

Weil der Allianz-Konzern weit mehr ist als ein reines Versicherungsunternehmen. Die Allianz hat mit Allianz Global Investors einen Investmentbereich, in dem, wie am Freitag gemeldet, zwei Hedgefonds liquidiert werden mussten. Der Konzern hat vor Jahren den US-Anleihe-Spezialisten Pimco in den Konzern integriert, zudem mit Allianz Real Estate einen großen Immobilienbereich. Es ist diese breite Aufstellung, die nicht wenigen Anlegern jetzt Sorgen bereitet, denn all diese anderen Bereiche dürften sehr wohl unter der Pandemie leiden. Hinzu kommen natürlich die weiter sinkenden Renditen an den Anleihemärkten, die auch für sinkende Erträge der für Kunden angelegten Gelder sorgen. Muss der Konzern seine Prognosen kassieren, wie das viele andere Unternehmen bereits getan haben?

Expertenmeinung: Der 2020er-Ausblick, den der Konzern am 21. Februar im Zuge der 2019er-Bilanz gab, war ohnehin eher defensiv. Beim operativen Ergebnis lag die Perspektive nur in etwa auf dem 2019er-Niveau, trotz der Erwartung eines um 7,6 Prozent steigenden Umsatzes. Was die Aktie vor größeren Abgaben bewahrte, war zum einen die mehr als erwartet angehobene Dividende und ein Aktienrückkaufprogramm. Aber im Licht der aktuellen Situation dürften Aktienrückkäufe und Gewinnsteigerungen eher kein Thema mehr sein, es sei denn, die Lage würde sich rasant bereinigen. Wovon man derzeit nicht ausgehen sollte.

Dass sich die Aktie, gerechnet vom Hoch im Februar zum Tief des Ausverkaufs bei 117,10 Euro, im Kurs fast halbiert hat, dürfte aus aktueller Sicht zwar trotzdem überzogen sein. Aber der Kurs hatte sich ja bis letzte Woche auch auf in der Spitze 163,74 Euro erholt. Und wenn man von diesem Zwischenhoch ausgeht, ist es schon wieder fraglich, ob da noch viel Luft nach oben wäre, solange die Allianz nicht mit Informationen aufwartet, die erkennen lassen, dass sich die Scharte, die die Pandemie in die Bilanz schlägt, in Grenzen hält.

Solche Informationen stehen bislang noch aus, was indes nicht verwundern darf. Immerhin ist bislang nicht absehbar, welche Dimensionen diese Krise erreichen wird. Kämen beruhigende Nachrichten, wäre nach oben sicherlich einiges möglich. Aber in einer Phase derart großer Ungewissheit sollte man, wenn man hier den Einstieg erwägt, warten, bis eine mögliche Aufwärtswende auf zwei Säulen steht, indem zudem charttechnisch positive Signale generiert wurden. Dazu sollte die Aktie die in diesem Chart auf Wochenbasis gut erkennbare, markante Widerstandszone zwischen 166 und 175 Euro überwinden … alles darunter könnte nicht mehr sein als eine tückische Bärenmarkt-Rallye.

Allianz Chart vom 01.04.2020, Kurs 153,64 Euro, Kürzel ALV | LYNX Online-Broker

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