Merck KGaA – Pharma und Chemie aus Hessen

Fundamentale Betrachtung

Merck KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) ist ein im hessischen Darmstadt ansässiger Konzern aus dem Bereich Pharma und Chemie. Bitte nicht mit dem im Dow Jones notierten US-Unternehmen Merck & Co verwechseln. Merck KGaA ist Mitglied im DAX 30, in 66 Ländern der Welt aktiv und beschäftigt rund 39.000 Mitarbeiter. Man fertigt eigenen Angaben zufolge innovative und hochwertige Hightech-Produkte und gliedert sich in vier Divisionen, die Produkte in den Bereichen Biopharmazie, Life-Science-Tools und Spezialchemikalien herstellen. Die vier Divisionen lauten wie folgt: „Merck Serono“ mit Spezial-Biopharmazeutika (zum Beispiel Medikamenten im Bereich der Multiplen Sklerose, der Fruchtbarkeitstherapie, der Onkologie und der Endokrinologie), „Consumer Health“ im Bereich nicht verschreibungspflichtiger Medikamente hauptsächlich in den wichtigsten Märkten Europas (Großbritannien, Frankreich, Deutschland) und in Schwellenländern, „Performance Materials“ im Bereich der Flüssigkristalle und Effektpigmente führend (diese werden zum Beispiel in Flatscreens eingesetzt) und „Merck Millipore“, eines der weltgrößten Unternehmen im Bereich der Life-Science-Tools (Ausstattung von Forschungseinrichtungen).

Merck gilt als das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Die Geschichte des Konzerns geht zurück bis ins Jahr 1668, in dem Friedrich Jacob Merck die Engel-Apotheke erwarb. Bereits im Jahr 1900 gab es Merck auf allen Kontinenten: Schon damals war es ein globales Unternehmen. Die bis heute im Dow Jones gelistete Merck & Co. gehörte einst zu der deutschen Merck. Während des Ersten Weltkriegs konfiszierte die US-Regierung jedoch deutsche Vermögenswerte in den USA und so wurde Merck & Co. in den USA unabhängig. Nach 1945 musste man nach dem Verlust aller Auslandsniederlassungen neu anfangen. Im Jahr 2007 kaufte man Serono, trennte sich von Generics, nahm frisches Kapital auf und wurde Mitglied im DAX. 2010 wurde Millipore übernommen.

Credit Suisse, Merrill Lynch, National Bank, Exane BNP, Citigroup, UBS, Deutsche Bank, Bernstein, Goldman Sachs, Barclays, JPMorgan, DZ Bank, Kepler Cheuvreux, Equinet, Commerzbank, Berenberg, NordLB, Independent Research, S&P Capital IQ, Société Générale, Morgan Stanley und Warburg Research haben sich 2014 der Aktie der Merck KGaA angenommen und diese eingehend analysiert. Die Analysen verzeichnen insgesamt eine Kurszielbandbreite von 54,00 Euro (Barclays vom 12.08.2014) bis 73,00 Euro (S&P Capital IQ). Der Durchschnittswert der Kursziele liegt bei 65,57 Euro. Die Aktie ging am Freitag mit 63,00 Euro aus dem Xetra-Handel und das Unternehmen hat somit derzeit einen Marktwert von 8,14 Mrd. Euro. Wer sich bei älteren Analysen des Jahres 2014 die Augen reibt und dreistellige Kursziele entdeckt, kann sich getrost zurücklehnen – am 30.06.2014 fand ein Aktiensplit im Verhältnis 1:2 statt.

Merck hat 2013 einen Gesamtumsatz in Höhe von 10,7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Dieser verteilt sich in folgende Regionen: Europa 37 Prozent, Nordamerika 19 Prozent, Schwellenländer 36 Prozent, Rest 8 Prozent. Nach Divisionen trug Merck Serono 56 Prozent des Gesamtumsatzes bei, Consumer Health 4 Prozent, Performance Materials 15 Prozent und Merck Millipore 25 Prozent. Das Ergebnis der gewerblichen Geschäftstätigkeit lag bei 1,4 Mrd. Euro, das Beteiligungsergebnis bei 1,50 Mio. Euro, das Zinsergebnis war mit -146,5 Mio. Euro negativ und der Jahresüberschuss lag bei 1,2 Mrd. Euro. Im Vergleich zu 2012 ist das mehr als eine Verdopplung. Je Aktie netto wurde ein Ergebnis von 4,39 Euro erzielt. 2013 schüttete das Unternehmen 122,8 Mio. Euro aus – seit 2009 wuchs dieser Betrag stetig an. Dem entspricht auch die Dividendenhistorie – für 2013 waren erst 1,90 Euro je Anteilsschein gezahlt worden. Merck beschäftigte laut Bilanz 2013 38.282 Mitarbeiter (Bilanzstichtag ist der 31.12.). In den letzten zwei Jahren ist hier ein Rückgang zu registrieren. Gemäß der 2013er-Bilanz verfügte Merck über 980,8 Mio. Euro an liquiden Mitteln, 10,9 Mrd. Euro an wirtschaftlichem Eigenkapital, 565,2 Mio. Euro an gezeichnetem Kapital, 6,7 Mrd. Euro an Verbindlichkeiten, 42,2 Mio. Euro an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und kam demnach auf eine Bilanzsumme von 20,8 Mrd. Euro (in den letzten drei Jahren wurde diese leicht abgebaut). In den Bilanzprognosen für 2014 und 2015 sind mögliche Umsatzsteigerungen zu erkennen – 2014 könnten es 11,23 Mrd., 2015 11,52 Mrd. Euro sein. Demnach könnte das EBIT 2014 bei 1,94 und 2015 bei 2,10 Mrd. Euro liegen. Der Gewinn je Aktie könnte sich 2014 auf 4,68 Euro und 2015 auf 4,7908 Euro steigern. Für 2014 könnte der Konzern eine Nettoverschuldung von 1,04 Mrd. Euro ausweisen, für 2015 jedoch einen Nettogeldbestand von 667,33 Mio. Euro.

Die Aktien von Merck KGaA sind Bestandteil diverser Indizes – der wichtigste davon ist jedoch der DAX. Die Merck-Aktien hatten am 20.10.1995 ihren ersten Handelstag, sie wurden damals zu 27,61 Euro ausgegeben. Das Papier befindet sich zu 65,84 Prozent im Streubesitz, 9,93 Prozent werden von BlackRock als größtem Einzelaktionär gehalten, 9,56 Prozent von Sun Life Financial, 4,99 Prozent von Templeton Investment Counsel, LLC, 4,99 Prozent von Templeton Global Advisors, 2,52 Prozent von der UBS und 1,95 Prozent von Goldman Sachs. Aktien von Merck werden zu 43 Prozent in nordamerikanischer und zu 18 Prozent in britischer Hand gehalten. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Karl Ludwig Kley, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Wolfgang Büchele.

In der letzten Börsenwoche konnte man erfreulicherweise ein organisches Wachstum in allen vier Divisionen vermelden. Insgesamt ist der Umsatz im zweiten Quartal um 1,9 Prozent gestiegen. Gemäß der Meldung vom 13.8.2014 steigt das EBITDA um 2,3 Prozent auf 846 Mio. Euro und damit verbessert sich die Marge auf 30,3 Prozent. CEO Karl-Ludwig Kley zeichnet besonders nach der Übernahme der AZ Electronic Materials ein positives  Szenario für Merck. Die Gesellschaft richtet sich ein Stück weiter gen China aus. Rein durch die Zahlung des Kaufpreises für die AZ stiegen die Nettofinanzverbindlichkeiten auf 2,2 Mrd. Euro. Die Übernahme der AZ wird sich im Bereich der „Performance Materials“ signifikant niederschlagen, so Kley.

Charttechnische Betrachtung

Seit Oktober 2011 hat sich die Aktie von Merck KGaA sehr gut entwickelt. Von Tiefkursen im Bereich um die Marke von 28,00 Euro konnte sie sich bis zum Hoch von rund 67,80 Euro heraufarbeiten. Seit nunmehr rund einem Jahr hat sich die vorher sehr saubere Aufwärts-Chartbewegung in eine etwas unsauberere verwandelt, und der Verlauf war eher seitwärts mit Aufwärtstendenz. Der aktuelle Schlusskursbereich liegt bei 63,00 Euro, was prinzipiell als stark einzustufen ist. Generell lässt sich der Vorteil der Aktie von Merck KGaA weiterhin klar in der Long-Richtung wiederfinden. Die erwähnte Seitwärtsphase sollte jedoch etwas zur Vorsicht aufrufen und verlangt nicht unbedingt den aggressivsten Trading-Stil . Ideal wäre ein erneuter Anstieg über den aktuellen Schlusskursbereich von rund 63,00 Euro, was in der Folge durchaus zu neuen Hochkursen führen könnte. Kurse zwischen 63,00 und 56,00 Euro sind von der Tendenz ebenfalls als long zu werten, wobei das Gesamtbild hier eher einer Seitwärtsphase gleichen würde. Short-Trades sollten aktuell keine Rolle spielen, erst ein Unterschreiten der Marke von 56,00 Euro könnte gegebenenfalls für Short-Szenarien genutzt werden.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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