Mercedes-Benz Group Aktie Prognose Mercedes-Benz Group: Warnung aus berufenem Munde

News: Aktuelle Analyse der Mercedes-Benz Group Aktie

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Seit Februar fährt die Mercedes-Benz-Aktie Achterbahn. Runter, doch wieder rauf, erneut runter, erneut rauf … und dann kam ausgerechnet zur Abrechnung am Terminmarkt am Freitag markanter Druck auf. Weil die Ratingagentur Fitch vor dem Offensichtlichen warnte?

Das war keine gute Woche für die Mercedes-Aktie. Dabei hatte der Kurs zum vorherigen Wochenschluss die Widerstandszone 60,31/60,62 Euro zurückerobert, hätte beinahe auch die mittelfristige Abwärtstrendlinie überboten. Da wäre Luft nach oben gewesen, in die Region 66,50/67,50 Euro. Stattdessen verlor die Aktie im Wochensaldo deutlich, landete am Freitag auf Platz 2 der DAX-Verlierer. Damit wurde der Ausbruch über 60,31/60,62 Euro zur Bullenfalle. Und da am Freitag sogar schon die 20-Tage-Linie gefallen ist, läge die nächste potenzielle charttechnische Unterstützung erst bei 54,67 Euro (das März-Tief). Und das wiederum wäre der einzige Support oberhalb des bisherigen Jahres-Verlaufstiefs bei 50,19 Euro.

Aber woher kommt dieser Druck? Die am 27. Juli vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals wirkte, als könnten höhere Material- und Energiekosten, der Chipmangel und verunsicherte Verbraucher den Gewinnen des Autobauers nichts anhaben. Die Prognose wurde bestätigt, in Bezug auf die Umsatzerwartung sogar leicht angehoben. Danach stieg die Aktie weiter … und seither kamen keine wirklich relevanten, neuen Nachrichten. Ausser einer.

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Expertenmeinung: Am Donnerstagabend nach dem europäischen Handelsende kam eine Einschätzung der Ratingagentur Fitch, die besagte, dass die Inflation und die Gas-Krise die Margen der europäischen Autobauer bedrohen würden. Aber wie kann das zu Abgaben führen? Dass die Inflation viel zu hoch ist und das den Unternehmen nicht gut tut, wusste man längst vorher. Und dass das Gas knapp wird und welche Folgen das haben kann, hätte jedem Anleger längst bekannt sein müssen. Oder?

Das war es zweifellos auch. Aber solange eine potenziell betroffene Aktie wie die von Mercedes-Benz daraufhin nicht abrutscht, denken sich viele: Solange die anderen nicht aussteigen, bleibe ich auch dabei. Zumal: Vielleicht wissen andere ja mehr als ich, vielleicht hat Mercedes-Benz einen Weg gefunden, den Margendruck abzuschütteln. Auf das Offensichtliche nicht zu reagieren, ist ja keine Seltenheit, vor allem, wenn es um negative Aspekte geht. Aber auf einmal formuliert eine wichtige Institution wie eine Ratingagentur das, was man im Hinterkopf befürchtet und bislang verdrängt hat: So etwas wirkt, als habe man eine Erkenntnis für alle sichtbar, quasi „amtlich“ gemacht. Vergleichbare Situationen, in denen Anleger erst auf das Offensichtliche reagieren, wenn es aus berufenem Munde verkündet wird, kennen wir aus der Vergangenheit zuhauf.

Jetzt muss man mal schauen, ob sich die jetzt nicht mehr unter den Teppich zu kehrende Problematik weiter auswirkt, indem die Mercedes-Aktie direkt weiter fällt. Sollte die 20-Tage-Linie bei aktuell 58,72 Euro nicht heute, spätestens morgen zurückerobert werden, wäre es keine Überraschung, wenn die Aktie weiter nachgibt, weil noch mehr Akteure auf etwas reagieren, das sie zwar wussten, aber nicht wissen wollten.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 19.08.2022, Kurs 58,09 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Mercedes-Benz Group Aktie

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Sie haben es wieder geschafft: Auch im 2. Quartal wurde die Mercedes-Benz Group noch nicht von der eingetrübten Gesamtwirtschaftslage eingeholt. Das Ergebnis war stark, die Prognose wurde angehoben … aber die Aktie laboriert immer noch an ihrem Befreiungsschlag.

Hätte es nicht mehr sein können, womöglich müssen, was die Mercedes-Benz-Aktie am Mittwoch aufs Parkett legte? +3,65 Prozent, Platz 3 in der DAX-Gewinnerliste, das war sicherlich nicht übel. Aber die Bilanz nebst Ausblick war so gut, dass mehr Kursanstieg nicht hätte überraschen dürfen. So aber bleibt die Aktie zunächst auf einem Level, auf dem ein charttechnischer Befreiungsschlag zwar nahe, letztlich aber noch nicht gelungen ist.

Der Umsatz lag gegenüber dem Vorjahresquartal mit 36,4 Milliarden Euro um 4,9 Prozent höher, trotz deutlich niedriger Absatzzahlen. Der simple Grund: Weniger Fahrzeuge, aber deutlich höhere Preise. Was dazu führte, dass auch der Nettogewinn mit 3,2 Milliarden Euro gegenüber den 3,1 Milliarden des Vorjahres zulegte.

Das war gut genug, um die Prognose für das Gesamtjahr anzuheben. Der Ausblick blieb zwar schwammig, aber mit positiverem Unterton. Der Umsatz werde „deutlich“ über 2021 liegen, zuvor hiess es „leicht über“. Und der Gewinn vor Steuern und Zinsen, das EBIT, soll jetzt „leicht über“ statt „auf“ dem des Vorjahres liegen. Wieso hat das nicht mehr Käufe ausgelöst, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen so deutlich unter Druck gestanden hatte?

Expertenmeinung: Die Frage ist berechtigt, wenn man sich den Chart ansieht. Anfang Juni hatte die Mercedes-Benz-Aktie noch um die 68 Euro notiert, gestern schloss sie bei 56,25 Euro. Warum dieser Abschlag, wenn nicht aus Sorge davor, dass diese gewinnbringende Sondersituation eines massiven Nachfrageüberhangs nicht mehr lange vorhalten wird? Mit dieser angehobenen Gesamtjahresprognose müsste Mercedes-Benz diese Sorge doch ausgeräumt haben … denn dass die Anleger über ein halbes Jahr nach vorne schauen, sprich dass jetzt bereits aussteigen, weil sie für 2023 Ungemach sehen, wäre eher untypisch. Also?

Es könnte sehr gut daran liegen, dass man sogar dem Optimismus, den die Mercedes-Benz Group für den Rest dieses Jahres an den Tag legt, mit Skepsis begegnet. Immerhin sieht man z.B. an der Prognosesenkung bei adidas, dass auch grosse Unternehmen mit ihren Einschätzungen falsch liegen können. Und was adidas an Problemen in China sieht, könnte Mercedes ebenso betreffen. Dennoch: Für den Moment liegen die Zahlen auf dem Tisch, dass sich Mercedes-Benz schon in wenigen Wochen negativer äussert, ist zumindest nicht sehr wahrscheinlich. So gesehen könnten die Short-Seller ihren Widerstand aufgeben, wenn …

… es gelingt, dieses Doppeltief, das in der ersten Juli-Hälfte entstand, endlich eindeutig zu vollenden. Denn bevor das gelang, drehte die Aktie an der Widerstandszone 56,45/56,90 Euro nach unten. Positiv war, dass der Rücksetzer nicht weit führte, sondern schon an der 20-Tage-Linie aufgefangen wurde. Und dass die anfänglichen Gewinne gestern zeitweise bedenklich zusammenschmolzen, die Aktie dann aber doch nahe des Tageshochs schloss, bietet jetzt den nötigen Matchball, um den Befreiungsschlag zu vollziehen und mit Schlusskursen über 57 Euro den Weg in Richtung 60,31/61,03 Euro als nächste Etappe des Wiederaufstiegs frei zu bekommen. Aber verwandeln müssten die Bullen diesen Matchball halt schon selber.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 27.07.2022, Kurs 56,25 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Es war verblüffend, wie lange man hinsichtlich der Aktie der Mercedes-Benz Group stur immer weiter kaufte, obwohl davon auszugehen war, dass sich die grandiosen Bilanzzahlen des ersten Quartals so nicht halten lassen. Umso pessimistischer ist man jetzt. Zu pessimistisch?

Die regulären Ergebnisse für das zweite Quartal stehen zwar erst in knapp zwei Wochen an, aber Vorab-Ergebnisse könnten ab jetzt jederzeit kommen. Mittlerweile ahnen viele, die bis Anfang Juni noch stur bullisch waren, dass diese Zahlen nicht so ausfallen könnten, wie man sich das im Frühjahr noch erhoffte. Die Gründe für schwächere Ergebnisse und einen nach unten korrigierten Ausblick lägen auf der Hand:

Die Verbraucher werden zunehmend vorsichtiger, auch in den höheren Einkommensbereichen. Die Kredite werden teurer, Benzin und Diesel sind es längst und es ist sehr fraglich, ob die Zahl derer, die die zu wenigen Neufahrzeuge mit hohen Aufschlägen kaufen, um nicht warten zu müssen, noch nennenswert hoch ist. Die am Montag gemeldete Zahl von 496.400 Pkw, die Mercedes-Benz Cars im zweiten Quartal auslieferte, ist ein Indiz dafür, dass die Bereitschaft, Neuwagen zu viel höheren Preisen als vor einem Jahr abzunehmen, sinkt, denn diese Zahl bedeutet gegenüber dem zweiten Quartal 2021 ein Minus von 16 Prozent. Aber der Abstieg seit Anfang Juni war drastisch: Übertreibt man es jetzt nicht womöglich mit den Verkäufen?

Expertenmeinung: Die Aktie hat jetzt den tiefsten Level seit Anfang 2021 erreicht, als man von den derzeitigen Einflussfaktoren in Form von Inflation, höheren Zinsen und Lieferschwierigkeiten, vor allem aber von dem Mangel an Chips noch nichts ahnte. So gesehen wirkt es, als hätte man die Verkäufe nicht unbedingt bereits überzogen, dass die Chancen nach unten weiterhin grösser sind als die nach oben. Doch solange man noch nicht weiss, wie sich das Zahlenwerk des Konzerns im Frühjahr dargestellt hat und wie man bei Mercedes-Benz den Rest des Jahres einschätzt, sind solche Überlegungen von geringem Wert.

Rechnen sollte man hier besser mit allem. Sollte die Mercedes-Benz Group sehr weit unter den derzeitigen, durchschnittlichen Prognosen eines Umsatzes von 35 Milliarden und eines Gewinns pro Aktie von 2,94 Euro für das zweite Quartal liegen, kann die Aktie allemal auch weiter nach unten laufen. Nachdem sie Ende Juni aus der Handelsspanne 56,40 zu 67,50 Euro nach unten herausgefallen war und der Versuch, sich wieder dort hinein zu retten, Anfang der Woche abgewiesen wurde, ist das Chartbild klar bärisch, so dass die Toleranz gegenüber Enttäuschungen naturgemäss kleiner ist als würde sich der Kurs in einem intakten Aufwärtstrend bewegen, aber:

Käme es nicht so schlimm wie jetzt viele befürchten dürften, kann man sich auf der Short-Seite auch leicht die Finger verbrennen. Sobald die Mercedes-Benz-Aktie mit Schlusskursen über 57 Euro wieder in ihre alte Handelsspanne zurücklaufen würde, wäre man wohl gut beraten, sich von Short-Trades erst einmal zu verabschieden.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 14.07.2022, Kurs 50,68 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die letzten Monate verliefen für die Aktien der deutschen Automobilwerte ziemlich simultan. Die meisten Papiere sahen eine Seitwärtskonsolidierung und hatten Anfang Juni gute Chancen, diese nach oben zu verlassen. So auch die Mercedes Benz Group-Aktie.

Der obere Widerstand knapp über der Marke von 68 EUR wurde einige Male getestet, doch die Bullen schafften es nicht, diese Hürde zu meistern. Mit dem jüngsten Verkaufssignal im DAX warfen auch einige Anleger das Handtuch und die Folge war ein erneut scharfer Kurseinbruch. Der Boden knapp über 60 EUR musste halten, um den Bären nicht die Vormachtstellung zu überlassen. Doch genau dieser wurde im gestrigen Handel mit einer grossen roten Kerze gebrochen. Das Handelsvolumen war zudem überaus hoch und somit haben wir ein weiteres massives Verkaufssignal am Tisch. Das sieht nicht gut aus.    

Expertenmeinung: Die Mercedes Aktie geht somit wieder in eine bärische Gesamtlage über und es ist davon auszugehen, dass die Bären nun das Tief von März dieses Jahres ins Visier nehmen dürften. Weitere Kursabschläge sind somit wahrscheinlich.

Erst eine Rückeroberung der Marke bei 60 EUR und ein Schlusskurs darüber würde die Lage wieder etwas entspannen. Ob es jedoch dazu kommen wird, ist aus aktueller Sicht mehr als fraglich. Die Warnsignale überwiegen und ich senke daher die weiteren Aussichten von neutral auf bärisch.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.06.2022 Kurs: 58.67 Kürzel: MBG | Online Broker LYNX
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Vor wenigen Tagen hatte die Mercedes-Benz Group-Aktie im Jahressaldo noch ein Mini-Plus vorzuweisen. Jetzt nicht mehr, aber wirklich schwach ist die Aktie nicht. Noch nicht? Wenn das Lager der Bären im Chart dasselbe sieht wie ich, dann könnte es hier ungemütlich werden.

So ganz unerheblich ist der Abstand ja nicht, den die Aktie gerade zu den Hochs der Monate November bis Februar aufweist. Besser als der DAX steht die Mercedes-Benz-Aktie aber trotzdem da, wenn man ab Jahresbeginn misst. Die Frage ist, wieso.

Das bullische Lager mag argumentieren, dass Mercedes-Benz genauso wie viele andere Automobilhersteller derzeit gigantische Gewinne einfährt. Was stimmt. Aber die meisten im Bullen-Lager dürften sehr wohl wissen, dass das ein Geldsegen auf Zeit ist. Denn dass man zwar höhere Kosten hat, die aber durch Verbraucher, die wegen des zu knappen Neuwagenangebots fast jeden Preis für einen Neuwagen zahlen, überkompensiert werden, kann nicht mehr lange gutgehen. Nicht in einem Umfeld wie diesem, zumal:

Expertenmeinung: Was Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir gestern sagte, gilt nicht nur für die Nahrungsmittelbranchen. Er warnte vor weiter steigenden Preisen, weil sich die Unternehmen jetzt mit der zuletzt massiv im Preis gestiegenen Energie versorgen müssen und das die Kosten hoch treibt. Jetzt erst? Oft ist das so, weil grosse Unternehmen dafür sorgen, dass sie genug Energie und Material haben, indem sie bereits weit im Vorfeld ordern und bezahlen, z.B. über den Futures-Markt. Das kann bei Mercedes-Benz deutlich dazu beigetragen haben, dass die Bilanz des ersten Quartals so grandios ausfiel. Aber wie steht es mit dem Frühjahrsquartal?

Wenn die Verbraucher seit April deutlich zurückhaltender geworden sind, was wir sehen können, wird da ausgerechnet der Automobilsektor ausgenommen sein? Werden die Kunden genauso demütig massiv höhere Preise hinnehmen wie Anfang des Jahres? Und selbst wenn, wird die Gewinnmarge nicht durch höhere Energie- und Materialkosten trotzdem gedrückt? Die Bullen würden das wohl brüsk als Unfug abtun. Aber es gibt ja auch noch die Bären. Und die dürften auf die Mercedes-Benz-Aktie langsam aufmerksam werden, denn:

Wenn man mal einen Schritt zurück tut, sieht man in diesem Chartbild kein wirres Auf und Ab, sondern eine sich bildende, grosse Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation (SKS-Formation). Dadurch, dass die Aktie Anfang des Monats zwar über die Widerstandszone 66,40/67,50 Euro und die in diesem Bereich verlaufende 200-Tage-Linie stieg, dann aber tagelang nicht vorankam und daraufhin nach unten abdrehen musste, bildet sich hier gerade die rechte Schulter einer solchen SKS-Formation aus. Sicher, solange die Nackenlinien-Zone zwischen 55 und 57 Euro nicht gebrochen ist, wäre das nur eine potenzielle Formation und kein De Facto-Shortsignal auf mittelfristiger Ebene. Aber der zuletzt aufgekommene, dynamische Verkaufsdruck in Kombination mit dem Risiko, dass die Gewinne als Hauptargument der Käufer womöglich schon im zweitem Quartal düsterer aussehen werden, lässt einen in Bezug auf eine Abwärts-Trendwende an den Spruch denken: Was nicht ist, kann ja noch werden…

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 14.06.2022, Kurs 62,29 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX

Die Aktie der Mercedes Benz-Group legte am Mittwoch nach Vorlage der Quartalsbilanz zwar zu. Aber sie wurde Richtung Handelsende in der Liste der DAX-Gewinner langsam nach unten durchgereicht. Und damit bleibt das „charttechnische Problem“ der Bullen erhalten.

Das klang natürlich grandios und als habe Mercedes-Benz die Fähigkeit, im Keller Geld zu drucken: Umsatz im Vorjahresvergleich gefallen, Gewinn gestiegen. Der Umsatz fiel, trotz höherer Preise, von 41,0 Milliarden Euro im ersten Quartal 2021 auf 34,9 Milliarden im ersten Quartal 2022. Ein Minus von knapp 14,9 Prozent, das ist ein Wort. Und trotzdem lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) mit 5,3 Milliarden Euro über dem des Vorjahresquartals, als 4,97 Milliarden erreicht wurden. Eine respektable Leistung, aber:

Damit hatten die Anleger im Vorfeld ja schon gerechnet. Bei VW lief es genauso … und es gab genug Aussagen aus der Automobilbranche, die klar machten, dass es bislang gelingt, die Preise so hoch zu setzen und dafür genug Abnehmer zu finden, dass gestiegene Produktionskosten und Materialmangel kompensiert werden. Wobei wiederum niemand absehen könnte, wie lange das noch so gutgeht. Der Gesamtjahresausblick wurde gestern zwar bestätigt, aber der ist ja auch aufgrund der offenen Perspektiven vage: Man erwartet weiter ein leichtes Umsatzwachstum und eine Stabilisierung der Lage in Bezug auf die Lieferengpässe. Was das in Heller und Pfennig bedeuten könnte, weiss man nicht.

Expertenmeinung: Derzeit sind nahezu alle Analysten für die Aktie der Mercedes-Benz Group bullisch, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 88 Euro liegt, das wäre weit über dem höchsten Kurs, den die Aktie in diesem Jahrhundert erreicht hat (72,62 Euro im Jahr 2015). Dass die Anleger dem nicht folgen und fleissig kaufen, dürfte vor allem daran liegen, dass die Analysten zugleich nicht damit rechnen, dass Mercedes-Benz die Rekordgewinne des Vorjahres in den kommenden Jahren wird ausbauen können. Was nachvollziehbar ist, immerhin spielen dem Konzern da eben derzeit Sonderfaktoren in die Karten, die zu immens hohen Gewinnmargen führen. Und wenn die Gewinne nicht steigen, die Aktie aber angesichts der Rekordgewinne 2021 nicht über die bisherigen Hochs lief, warum sollte das jetzt oder in den kommenden Monaten gelingen? Eine Frage, die berechtigt ist.

Dadurch fiel die Reaktion über dieses „Gewinn-Wunder“ des ersten Quartals entsprechend verhalten aus. Die Aktie schloss zwar im Plus, aber um bullische Zeichen zu setzen, hätte die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone bei 66,40/67,50 Euro bezwungen werden müssen, die zugleich die Nackenlinien-Zone des grossen, Anfang März vollendeten Vierfach-Topps darstellt. Solange die Mercedes-Aktie da nicht vorbeikommt, bleibt die Möglichkeit eines erneuten Baisse-Impulses erhalten. Und dass dieser Sprung auch mit dem Rückenwind dieser Quartalsbilanz ausblieb, ist etwas, das den Bären gefallen dürfte. Denn wenn „good news“ hier kein bullisches Signal auslösen, was dann?

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 27.04.2022, Kurs 63,88 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX