Zalando Aktie Prognose Zalando: Das war nicht irgendeine Linie, die da gebrochen ist …

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

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Mehrere Tage lang versuchte man, das Tief vom Juni bei 20,94 Euro zu verteidigen. Was wenigstens auf Schlusskursbasis vier Tage lang funktionierte. Gestern jedoch fiel diese Linie. Und sie war weit mehr als „nur“ das Juni-Tief, sondern ein Support, der bis 2015 zurück reichte.

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Das Verlaufstief des Jahres 2015 lag bei 21,12 Euro. Das Jahres-Verlaufstief 2018 lag bei 20,99 Euro. Und bis vor ein paar Tagen, als Zalando diesen Level intraday kurz unterbot, war das Juni-Tief bei 20,94 Euro der tiefste Stand des Jahres 2022. Jetzt ist diese Linie gefallen.

Es ist ja schon entmutigend genug, dass die Aktie des Online-Händlers immer wieder auf diesen Level zurückfällt. Und das, nachdem Zalando im Sommer 2021 noch über 100 Euro notiert hatte. Aber dieser Bereich um 21 Euro ist auch die letzte Unterstützung von dem bisherigen Rekordtief gewesen. Das wurde kurz nach dem Börsengang im Herbst 2014 bei 17,01 Euro erreicht.

Aus charttechnischer Sicht wäre der Weg dorthin jetzt frei. Und wenn man sich ansieht, wie gewaltig die Distanz bereits ist, die Zalando nach unten zurückgelegt hat, kommt es ja auf diese drei Euro auch nicht mehr an, die bis dorthin noch fehlen. Ein Test des Rekordtiefs wäre somit durchaus drin. Die Frage ist nur: Kann man dann endlich zugreifen? Jetzt, nachdem die Aktie billiger ist, als man sie bei der Erstzeichnung im Oktober 2014 bekommen hätte, als sie zu 21,50 Euro ausgegeben wurde?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Da dürfte wohl der uralte Spruch greifen: Was billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden. Natürlich war bzw. ist das Konzept, Schuhe, Mode und Accessoires auf einer grossen Plattform anzubieten, sehr gut. Das Wachstum wies jahrelang in die richtige Richtung. Und nach den Lockdowns begannen endlich auch die Gewinnmargen zuzulegen. 2020 und 2021 verdiente Zalando gutes Geld, das war ermutigend. Aber seither hat sich eben vieles geändert.

Jetzt ist Zalando in schwere See geraten. Steigende Kosten und immenser Druck auf die Geldbeutel der Verbraucher, das ist genau das, was Zalando nicht gebrauchen kann. Nicht umsonst wurde das Juni-Tief bei 20,94 Euro als Reaktion auf eine massive Gewinnwarnung erreicht. Da strich Zalando die bisherigen Prognosen massiv zusammen. Die Umsatzprognose wurde von zuvor +12 bis +19 auf +/-0 bis -3 Prozent gekappt, statt der zuvor angestrebten 430 bis 510 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) avisierte Zalando nur noch 180 bis 260 Millionen. Aber das war vor drei Monaten. Und bislang wurde ja nur die danach folgende Gegenbewegung nach oben wieder abverkauft.

Seither hat sich nichts zum Besseren verändert, im Gegenteil. Daher vermuten die Anleger, dass die Ergebnisse des dritten Quartals, die am 3. November anstehen, noch einmal schlechter ausfallen, auch die reduzierte Gewinnprognose nicht zu halten sein wird. Sollten sie sich irren, könnte die Aktie einen kräftigen Sprung nach oben machen. Aber es ist wahrscheinlich genug, dass man mit diesen Befürchtungen richtig liegt und es keine Argumente zum Kauf geben wird, auch auf diesem Level nicht, um zu konstatieren: Auch auf diesem Level ist diese Aktie ein fallendes Messer, in das man besser nicht hineingreift.

Zalando-Aktie: Chart vom 22.09.2022, Kurs 20,00 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Zalando Aktie

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„Höhere Profitabilität im 2. Halbjahr 2022 erwartet“, diese Aussage im Zuge der Bilanz dürfte der Grund gewesen sein, warum die Zalando-Aktie als Reaktion auf fatal schwache Zahlen einen Kurssprung hinlegte. Doch der ist mittlerweile abverkauft … und Schlimmeres droht.

Trotz der inflationsbedingt höheren Preise war der Umsatz des Online-Händlers Zalando im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres gefallen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) brach um 58 Prozent weg, netto belief sich der Gewinnrückgang sogar auf 88 Prozent. All das war schwächer als seitens der Analysten erwartet. Ein übles Bild also, das da für das Frühjahrsquartal ausgewiesen wurde.

Aber Zalando hatte ja bereits Ende Juni auf ein schlechter als zuvor gedacht gelaufenes Geschäft hingewiesen und die Gesamtjahresprognose deutlich zurückgefahren. So avisierte man nur da nur noch ein Umsatzwachstum zwischen 0 und 3 Prozent, zuvor hatte die Prognose bei 12 bis 19 Prozent gelegen. Das EBIT-Ziel, zuvor zwischen 430 bis 510 Millionen Euro angesetzt, wurde auf 180 bis 240 Millionen zusammengestrichen.

Daher dachten sich einige, dass die Aussage im Zuge dieser am 4. August vorgelegten Ergebnisse, dass man an dieser (gesenkten) Prognose festhalte, bedeutet, dass die Krise im Griff und das Tal der Tränen durchschritten sei. Das war der Grund, warum die Aktie an diesem Tag einen solchen Satz nach oben machte. Aber was war der Grund, weshalb Zalando mittlerweile wieder tiefer notiert als vor den Zahlen?

Expertenmeinung: Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich nicht alle auf den schönen Schein dieser Formulierung „höhere Profitabilität im 2. Halbjahr 2022 erwartet“ und die Bestätigung der gesenkten Prognose verliessen, sondern genauer hinschauten. Was womöglich auch dadurch motiviert wurde, dass sich die Reaktionen der Analysten auf die Zahlen hielten. Die drei Experten, die ihre Kursziele anpassten, taten das nur geringfügig und bewegten sich in der Region zwischen 34 und 43 Euro. Nicht gerade ein Indiz für eine grosse Aufwärtswende.

Der Haken bei Zalandos Aussage, dass die Profitabilität im zweiten Halbjahr wieder anziehen werde, besteht aus zwei Aspekten. Zum einen müssten die Verbraucher da ja mitspielen. Und bislang sieht es eher nach dem Gegenteil aus. Zum anderen muss die Profitabilität sogar ganz erheblich zulegen, denn nachdem Zalando im ersten Quartal auf EBIT-Basis sogar einen Verlust ausgewiesen hatte, summiert sich das im ersten Halbjahr insgesamt erreichte EBIT nur auf knapp 26 Millionen. Um da noch bis zum Jahresende auf diese gesenkte Prognose von 180 bis 240 Millionen zu kommen, müsste vieles besser werden.

Nüchtern betrachtet wird das mit der Wende seitens der Zahlen also nicht leicht, warum also sollten die Anleger bei der Aktie vorgreifen? Das zumindest dachten sich diejenigen, die in den Kurssprung hinein verkauften. Zunächst reichte das nur, um den Aufwärtsdrang des Kurses zu stoppen und dadurch zu verhindern, dass sich die Aktie aus dem leicht ansteigenden, kurzfristigen Trendkanal heraus nach oben absetzen konnte. Aber mittlerweile kommt mehr Druck auf, die Aktie verlor in den vergangenen Handelstagen deutlich an Boden. Das führte dazu, dass der Anstieg über die Widerstandslinie bei 29,91 Euro zur Bullenfalle wurde … und dass der Kurs jetzt auf der unteren Begrenzung dieses Aufwärtstrendkanals aufgesetzt hat.

Sollte diese gestern präzise erreichte Linie fallen, wäre klar, dass dieser Aufwärtstrendkanal eine „bear flag“ war, eine Konsolidierung im Abwärtstrend. Und angesichts der Zweifel, die man in Bezug auf die Erreichbarkeit der aktuellen Gewinnprognose hegen könnte, wäre es dann nicht überraschend, wenn sich die Bären die Zalando-Aktie wieder vorknöpfen und den Kurs an und ggf. eben auch unter das bisherige Jahrestief bei 20,94 Euro drücken würden.

Zalando Aktie: Chart vom 18.08.2022, Kurs 27,09 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Morgen steht das Ergebnis des 2. Quartals bzw. des ersten Halbjahrs beim Online-Händler Zalando an. Das Chartbild zeigt: Die Trader erwarten Unerfreuliches. Aber besser wäre, erst einmal zu schauen, was da kommt, denn die Aktie könnte unerwartete Sprünge machen.

Seit einigen Tagen ist die Zalando-Aktie mal wieder Stammgast in der DAX-Verliererliste. Dabei drehte sie genau dort nach unten ab, wo man es erwarten musste, wollte man die vorherige Erholung als reine Konsolidierung in einem intakten Abwärtstrend ansehen: an der Widerstandslinie bei 29,92 Euro, dem Monatstief vom Mai. Und da morgen die Bilanzahlen kommen, was könnte darauf anderes folgen als ein erneuter Abriss, ein Test des bisherigen Jahres-Verlaufstiefs bei 20,94 Euro? Das könnte so kommen. Das Tief könnte sogar brechen, aber …

… es könnte auch das Gegenteil passieren, denn Zalando hat eigentlich schon „vorgesorgt“, indem man am Abend des 23. Juni eine grobe Einschätzung des 2. Quartals lieferte und dabei zugleich die bisherige 2022er-Prognose heftig zusammenstrich.

Das Frühjahresquartal werde deutlich unter den allgemeinen Erwartungen liegen, aber immerhin noch profitabel gelaufen sein, so Zalando Ende Juni. Was das Gesamtjahr anging, senkte man die Umsatzprognose massiv von zuvor +12 bis +19 auf nur noch +/- 0 bis +3 Prozent. Die Gewinnprognose vor Steuern und Zinsen (EBIT) wurde von zuvor 430 bis 510 auf 180 bis 240 Millionen gekappt. Das war ein Wort. Und die Aktie reagierte damals auch entsprechend heftig … anfänglich.

Expertenmeinung: Denn der Tag mit dem bisherigen Jahrs-Verlaufstief, das war der 24. Juni, der Tag, an dem die Marktteilnehmer auf diese Prognose-Senkung reagieren konnten. Ein Tag, der als lange grüne Kerze endete, denn die Aktie holte die anfangs massiven Verluste im Tagesverlauf auf, schloss gerade einmal 1,7 Prozent im Minus und begann danach die Stabilisierung, die in die jüngste, auf Höhe des Mai-Tiefs abgewiesene Erholung mündete. Was bedeutet:

Die Marktteilnehmer wissen längst Bescheid, dass bei Zalando der Baum brennt. Und wenn man sich den Verlauf der Erholung ansieht, die genau auf Höhe der nächsten, grösseren Hürde endete, sieht das nicht nach Käufen durch von der Wende überzeugten Investoren aus, sondern nach einer Kombination aus rein charttechnisch basierten, kurzfristig ausgerichteten Long-Trades und einigen Short-Eindeckungen. Und dass der Kurs jetzt wieder nachgibt, im Vorfeld der Zahlen, deutet zudem an, dass viele bereits prophylaktisch den Kopf einziehen.

Zalando-Aktie: Chart vom 02.08.2022, Kurs 26,12 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Was hiesse, dass man nicht einfach unterstellen kann, dass da allzu viele, die darauf bauen, dass sich die Lage womöglich besser entwickelt als gedacht, bereits eingestiegen sind. So gesehen wäre es zumindest naheliegend, dass die Zalando-Aktie nur dann wirklich erneut wegbricht, wenn das Unternehmen die dramatisch gesenkte Prognose noch einmal nach unten nehmen müsste. Und wenn so wenige bereits auf Verdacht Long gegangen sind, kann es bei akzeptablen Zahlen leicht dazu kommen, dass die Aktie in Sachen Mai-Tief einen neuen Anlauf unternimmt!

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In früheren Jahren lieferte Zalando vor dem eigentlichen Bilanztermin Vorab-Ergebnisse. Aber das waren die Jahre, in denen es Positives zu berichten gab. Bislang kommt für das 2. Quartal nichts. Kein gutes Omen, aber die Käufer hoffen auf „ es hätte schlimmer kommen können“.

Es wirkt zwar nicht zwingend logisch, aber dass Delivery Hero am Freitag meldete, dass man ein wenig besser dastehe als zuletzt avisiert und dass HelloFresh seine Umsatz- und Gewinnprognose immerhin „nur“ um zehn Prozent gegenüber dem ursprünglichen Ausblick vom Dezember 2021 senkte, macht auch den Akteuren bei Zalando Hoffnung. Zwar haben die Branchen direkt nichts miteinander zu tun, aber es geht immer um den Konsumenten:

Die Verbraucher haben scheinbar doch nicht so heftig auf die Bremse getreten wie befürchtet. Und das könnte ja bedeuten, dass die für den 4. August avisierten Quartalsergebnisse des Onlinehändlers Zalando auch besser als bislang gedacht ausfallen werden. Wobei da die Bilanz von amazon.com, die vorher, am Donnerstagabend dieser Woche, ansteht, deutlich wichtiger wird, denn da bewegt man sich in etwa im selben Bereich. Einige Trader kaufen, wie man im Chart sehen kann, schon mal vor. Ob man sich da anschliessen sollte?

Expertenmeinung: Dazu müsste man eine gehörige Portion Wagemut verspüren. Denn was hätte man denn bis jetzt als Kaufargument … ausser Hoffnung? Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Rückgang des Konsums in Situationen wie dieser, in der zwar der Ukraine-Schock verdaut wurde, Inflation und teurere Kredite aber schleichend weiter an Vermögen und Nerven der Menschen zehren, nicht schlagartig abläuft, sondern in kleinen, aber stetigen Schritten. Was hiesse: Dass … vielleicht! … die Lage bis Ende Juni bzw. bis heute weniger schlecht ist als befürchtet heisst keineswegs, dass damit ein Boden erreicht ist. Schlimmer geht immer, wenn eine Rezession droht und niemand wirklich ein Gegenmittel hat.

Daher wäre es sinnvoller, erst einmal Zalandos Zahlen abzuwarten und danach nur dann einzusteigen, wenn die die Aktie einen positiven Eindruck der Ergebnisse bzw. der aktualisierten Jahresprognose des Unternehmens widerspiegelt, ohne bereits überkauft zu sein. Natürlich könnte das darauf hinauslaufen, zu spät zu kommen, wenn zu viele im Vorfeld gekauft hatten und das Glück hatten, dass ihr Wagnis zu einem guten Ende kam. Aber das wäre eben eine Wette … und in einem abwärts weisenden Gesamtmarkt hat man mit einer Spekulation auf Top-Ergebnisse und auf eine Aufwärtswende einer in absolut intakten Abwärtstrends laufenden Aktie eben nicht unbedingt die besten Karten.

Nur, wer kurzfristig und rein charttechnisch orientiert tradet, würde jetzt, nach dem Bezwingen der April-Abwärtstrendlinie, einen Long-Trade erwägen, falls (!) Zalando jetzt noch den Break über das Mai-Tief bei 29,91 Euro schaffen würde. Denn ja, das wäre ein bullisches Signal im Kurs-Keller. Aber solange sich das vor der Bilanz abspielt, ist das ein Zwergenaufstand, der leicht komplett schiefgehen kann … der abrupte Abwärts-Turnaround von HelloFresh am vergangenen Mittwoch in dem Moment, als die Aktie gerade eine Charthürde genommen hatte, sollte da als Warnung dienen.

Zalando-Aktie: Chart vom 22.07.2022, Kurs 29,76 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Noch bildet der Zalando-Chart das nicht ab, denn die Prognose-Senkung erfolgte gestern erst nach Handelsende. Aber die Dimension des „Haircuts“ war immens, selbst Skeptiker könnten davon überrascht worden sein. Heute wird sich das im Kurs der Zalando-Aktie zeigen.

Das war wirklich extrem, was Zalando da am Donnerstagabend melden musste. Für das zweite, jetzt endende Quartal sieht der Online-Händler Umsatz und Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) deutlich unter den Markterwartungen, man werde aber dennoch profitabel sein. Immerhin.

Aber noch schwerer wiegt die Grössenordnung, in der die Gesamtjahresprognose „rasiert“ wurde. In Bezug auf den Umsatz hatte Zalando bislang einen Anstieg zwischen 12 und 19 Prozent avisiert. Jetzt erwartet man nur noch 0 bis 3 Prozent. Das ist keine moderate Anpassung an sich schwieriger gestaltende Rahmenbedingungen, das ist schlicht ein Waterloo. Und das gilt ebenso für die Prognose des EBIT. Hier lautete die bisherige Guidance auf 430 bis 510 Millionen Euro, jetzt sind es nur noch 180 bis 260 Millionen. Und wer sich fragt, ob es damit überhaupt schon getan sei, was Abwärts-Korrekturen der Guidance angeht, könnte sich das zu Recht fragen. Eines ist dabei aber klar:

Expertenmeinung: Dass die Aktie in den vergangenen Monaten massiv unter Druck stand, kommt nicht von Ungefähr. Viele Anleger haben längst damit gerechnet, dass diese bisherigen Prognosen nicht zu halten sind. Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Hat man diese Grössenordnung der Prognosesenkung mehrheitlich auch schon erwartet? Oder könnten da noch so viele aus allen Wolken fallen, die zuletzt in der Hoffnung, die Aktie habe einen Boden gefunden, gekauft haben, dass es heute zum nächsten, massiven Ausverkauf kommt?

Die Zalando-Aktie hatte sich in den vergangenen sechs Handelstagen im Bereich um 25 Euro stabilisiert. Da dürften also einige zugegriffen haben, in der Hoffnung, es wäre nach einem Abstieg von in der Spitze über 75 Prozent vom im Vorjahr erreichten Rekordhoch endlich ein Boden gefunden. Aber mit dieser Hiobsbotschaft könnte dieser potenzielle Boden eben sehr deutlich unterboten werden. Und wenn dann alle „bestens“ verkaufen, die in den letzten Tagen eingestiegen sind, wäre nach unten nichts unmöglich. Unser langfristiger Chart auf Wochenbasis zeigt, worum es dann unmittelbar geht:

Es geht um die Tiefs aus den Jahren 2016 und 2018 bei 22,80 bzw. 20,99 Euro. Wirklich weit weg wären diese beiden Supportlinien nicht. Werden sie getestet? Und halten sie dann? Das könnte sich heute bereits herausstellen. Wenn nicht, gäbe es nur noch eine Unterstützung: Das bisherige Rekordtief, das 2014, kurz nach dem Börsengang, bei 17,01 Euro erreicht wurde. Und das angesichts einer solchen Prognose kein Ziel ist, das man ausschliessen sollte!

Zalando-Aktie: Chart vom 23.06.2022, Kurs 25,54 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX
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Kaufe Aktien, wenn sie sonst niemand haben will, heisst es. Zalando bricht jetzt förmlich weg. Und notiert nur noch wenig über dem Preis von 21,50 Euro, zu dem die Aktie im September 2014 an die Erstzeichner ausgegeben wurde. Da muss man doch zugreifen … oder nicht?

Wollte man sich nur nach den aktuellen Einschätzungen der Analysten richten, wäre Zalando ein klarer Kauf. Aber das wäre die Aktie dann auch schon bei 40, 50 oder 60 Euro gewesen. Immer noch plädieren zwei Drittel der die Aktie des Online-Händlers beobachtenden Analysten für „Kaufen“. Und ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 62 Euro. Doch man sollte sich besser nicht an diesen Einschätzungen orientieren, aus zwei Gründen:

Zum einen aktualisieren die Experten ihre Analysen und Einstufungen ja nicht alle paar Wochen. Viele der „Kaufen“-Ratings und der hohen Kursziele sind Monate alt. Zum anderen wissen die Analysten genau das auch nicht, was man gerne wissen würde, aber nun einmal nicht weiss: Wie heftig werden Umsatz, Marge und Gewinn bei Zalando durch die aktuelle Entwicklung unter Druck kommen? Und wie lange wird sich das hinziehen? Kann das zu lang anhaltenden, massiven Verlusten führen, so dass die Aktie selbst auf diesem Kursniveau noch zu teuer wäre … oder wird hier nicht längst massiv nach unten übertrieben?

Expertenmeinung: Man kann so etwas definitiv nicht einschätzen. Und damit wird der Versuch, die Aktie „unten“ abzugreifen, zu einem nicht kalkulierbaren Risiko, einfach, weil man nicht weiss, ob, was nach „unten“ aussieht, auch wirklich „unten“ ist. Zwar ist Börse ohnehin immer ein Risiko und die Aktie ist, vergleichen mit ihrem Hoch vom Vorjahr bei 105,90 Euro, jetzt optisch „billig“. Aber man darf natürlich nicht vergessen: Wenn jemand bei 100 gekauft hat und die Aktie fiele jetzt noch auf 15 Euro weiter, würde das den Kohl bei dem sowieso schon zu Buche stehenden Riesen-Verlust auch nicht mehr fett machen. Kauft man indes bei 25 Euro und die Aktie fällt auf 15, ist das dann eben prozentual sehr wohl erheblich. Wenn, müsste man also konsequent eine Stückzahl wählen, bei der ein weiterer Abstieg der Aktie vom nominalen Verlust her zu verschmerzen wäre. Aber …

… ob man jetzt wirklich kaufen muss? Richtig ist schon, dass Einstiegschancen nahen, wenn die letzten Bullen kapitulieren. Was jetzt bei Zalando unübersehbar der Fall ist. Ausserdem kann es sein, dass die Aktie gerade so extrem gedrückt wird, weil heute eine Abrechnung an der Terminbörse stattfindet und einige grosse Adressen bei Zalando so massiv schiefliegen, dass sie sich hedgen mussten, als das bisherige Jahrestief bei 29,91 Euro Anfang der Woche fiel. Das hätte die Aktie dann zusätzlich gedrückt und könnte kommende Woche wieder ausgeglichen werden, sprich Zalando könnte nach oben zurückfedern. Ausserdem ist die Zalando-Aktie so extrem viel stärker als der DAX gefallen, dass man unterstellen könnte, dass man hier mit der Kapitulation schon durch ist, selbst, wenn der DAX weiter fiele.

All diese Argumente haben schon etwas für sich. Trotzdem greift, wer jetzt so nahe am einstigen Ausgabepreis der Aktie kauft, in ein fallendes Messer, von dem man nicht weiss, wie scharf es ist. Das ist wirklich nur etwas für erfahrene Trader, die mit dem trotz des billig wirkenden Kurses hohen Risiko weiterer Verluste zurechtkommen!

Zalando Aktie: Chart vom 16.06.2022, Kurs 24,91 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX