VERBIO Aktie Prognose VERBIO: Fast ein Long-Signal … aber eben nur fast

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VERBIO, der Hersteller von Biokraftstoffen, legte am Dienstag die Ergebnisse des am 30.6. beendeten Geschäftsjahrs 2021/2022 vor. Die waren herausragend stark, aber damit war zu rechnen. Und in Bezug auf die Prognose für das neue Geschäftsjahr scheiden sich die Geister.

81 Prozent mehr Umsatz und 302 Prozent mehr Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber 2020/2021, das ist ein Wort. Aber das wusste man ja schon, die 500 Millionen Euro EBITDA hatte VERBIO schon im Sommer avisiert. Also blickte man nach vorne. Was würde der Hersteller von Biogas, Biodiesel und Bioethanol für das am 1.7. begonnene, neue Geschäftsjahr avisieren?

Das, was da auf den Tisch kam, hat manche Anleger unübersehbar enttäuscht. Zum einen sieht VERBIO das EBITDA im neuen Geschäftsjahr nur bei 300 Millionen gegenüber den 500 Millionen des abgelaufenen Jahres. Zum anderen will man für das Rekord-Geschäftsjahr 2021/2022 nur eine Dividende von 20 Cent ausschütten, nicht mehr also als in den Jahren zuvor. Den Gewinnausblick hatte VERBIO bereits am Freitag nach Handelsende gemeldet, also noch vor der Bilanz, die am Dienstagmorgen kam. Das drückte die Aktie kurzzeitig, aber am Dienstag stieg sie wieder … trotz der „dünnen“ Gewinnprognose. Das hat Gründe.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur VERBIO Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Viele Investoren wissen, dass VERBIO mit seinen Ausblicken äusserst vorsichtig agiert, sich damit also an die Regel der „kaufmännischen Vorsicht“ hält. Aber diese Vorsicht ist eben auch begründet, denn 2020/2021 war durch die unsichere Energielage ein Sonderfall. Einer, der auch das Geschäftsjahr 2022/2023 hindurch gelten könnte, aber das weiss eben noch niemand. Und man will den Gewinn grossenteils gezielt in Investitionen stecken, um sich breiter und effektiver aufzustellen, deswegen soll die Dividende nicht steigen.

So betrachtet klingt die Sache schon besser. Und das war der Grund, warum man diese auf den ersten Blick so niedrige Gewinnprognose dann eben doch positiv aufnahm, zumal die Bewertung auf dem derzeitigen Kursniveau auch bei einem EBITDA von „nur“ 300 Millionen noch günstig wäre. Aber auch, wenn VERBIO daraufhin am Dienstag mit +7,83 Prozent der Tagessieger im TecDAX wurde: Für ein bullisches Signal hat es noch nicht gereicht.

Die Aktie hatte im Tagesverlauf schon höher notiert, dann aber kamen Gewinnmitnahmen auf. Die aus charttechnischer Sicht ungünstig waren, denn dadurch schaffte VERBIO den Sprung über die im Chart dick schwarz gehaltene 200-Tage-Linie nicht, deren hohe Relevanz durch ihre erfolgreiche Verteidigung im August unterstrichen wird. Sie ist zugleich die Nackenlinie des Doppeltopps, das sich zwischen Anfang August und Mitte September gebildet hatte.

Da muss VERBIO drüber … und das am besten signifikant. Erst, wenn die Aktie mit Schlusskursen über 63 Euro nicht nur diese 200-Tage-Linie, sondern auch die 20-Tage-Linie bezwungen hätte, unter der der Kurs am Dienstag dann auf Abgabedruck traf, wäre hier ein glaubwürdig bullisches Signal entstanden. Das abzuwarten wäre in diesem hochvolatilen und nervösen Markt auf jeden Fall sinnvoll.

VERBIO-Aktie: Chart vom 27.09.2022, Kurs 58,55 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der VERBIO Aktie

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Die kritische Versorgungslage führte dazu, dass die Politik Bestrebungen, Biokraftstoffe strenger zu reglementieren, auf Eis gelegt hat. Dadurch steuerte VERBIO wieder Richtung Allzeithoch. Aber jetzt kommt in einer charttechnisch sensiblen Zone Verkaufsdruck auf.

Ob aus den politischen Plänen, die Verwendung von Biokraftstoffen einzuschränken, auch in den kommenden Jahren nichts wird, weil das zum einen die Nahrungsproblematik weltweit kaum beeinflusst und zum anderen Unternehmen wie VERBIO ohnehin so gut wie keine Basisstoffe nutzen, die man als Nahrungsmittel hernehmen könnte, weiss man nicht. So gesehen bleibt da immer dieses Damoklesschwert, dessen Erscheinen im April und Mai zu zeitweise massiven Verkäufen in der Aktie des Biogas-, Biodiesel- und Bioethanol-Herstellers geführt hatte. Aber auch noch etwas anderes weiss man nicht:

Wie es bei VERBIO seit April gelaufen ist. Die letzten Quartalsergebnisse kamen Ende Mai und blickten auf das erste Quartal. Die Ergebnisse des zweiten Kalenderquartals sind zugleich die des letzten Quartals des seit dem 30.6. beendeten Geschäftsjahres 2021/2022 … und kommen erst am 27. September. Zwar hatte VERBIO Ende Juni die Prognose für den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) noch einmal (auf 500 Millionen) angehoben. Aber wie genau lief es in den vergangenen mittlerweile fast sechs Monaten, wie ist das Geschäftsjahr 2022/2023 angelaufen, was erwartet VERBIO für die kommenden Monate?

Expertenmeinung: Man weiss also zumindest bis zum 27. dieses Monats noch nichts über die aktuelle Lage und die Perspektiven. Das macht es kniffliger, die jetzt wankende Supportzone zu halten, die zwischen 57,80 und 63,15 Euro liegt und gestern bereits getestet wurde. Vorausgegangen war der misslungene Versuch, das Zwischenhoch vom Mai bei 70,30 Euro zu überwinden. Dass das nach einem Fehlversuch im Augst bereits das zweite Mal war, dass VERBIO diese Hürde nicht hat nehmen können, dürfte so manchen Trader nervös machen, zumal gestern bereits die im Juni etablierte Aufwärtstrendlinie, die einem Test zur Monatswende noch standgehalten hatte, gefallen ist.

Die vorgenannte Supportzone 57,80/63,15 Euro wird zwar um 60 Euro noch durch die 200-Tage-Linie verstärkt. Aber sollte der Druck anhalten, muss das die Aktie nicht auffangen. Nicht, bevor Ende des Monats neue Informationen kommen, an denen sich die Marktteilnehmer orientieren können. Jetzt im Vertrauen darauf, dass dieser Unterstützungsbereich schon halten wird, zuzugreifen, wäre daher eine Entscheidung, deren Erfolgschance man schlicht nicht kalkulieren kann. Hier zunächst abwartend zu bleiben, sprich bestehende Positionen mit einem Stopp unter dieser Supportzone 57,80/63,15 Euro zu halten, aber nicht zuzukaufen, wäre derzeit die sinnvollste Lösung.

VERBIO-Aktie: Chart vom 14.09.2022, Kurs 63,45 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Die offenen Fragen in Bezug auf das am 1.7. begonnene Geschäftsjahr 2022/2023 sind zahlreich, die Antworten für den Aktienkurs absolut entscheidend. Derzeit läuft VERBIO wieder wie auf Schienen aufwärts – aber man sollte wissen, dass sich das jederzeit ändern könnte.

Dass der Biokraftstoff-Hersteller VERBIO im am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2021/2022 ein Rekordergebnis eingefahren hat, das weit jenseits bisheriger Gewinne liegt, weiss man. Auch, wenn die endgültige Bilanz erst im September ansteht, weil Jahresabschlüsse ihre Zeit brauchen. Denn VERBIO hatte Ende Juni, wenige Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres, eine Guidance ausgegeben, nach der der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) etwa bei 500 Millionen Euro liegen werde. Auf dem Level der im Verlauf der Vormonate ein ums andere Mal nach oben korrigierten Gewinnprognose also. Perfekt.

Auch, wenn die Aktie seit den Kurseinbrüchen im Verlauf des zweiten Quartals in den immens stark gelaufen ist: Angesichts dieses Gewinns wäre die Aktie auch jetzt noch niedrig bewertet, würde ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 13 ausweisen. Aber was war, sprich das abgeschlossene Geschäftsjahr, ist ja als Orientierung dahingehend, ob eine Aktie günstig oder teuer ist, nicht zu gebrauchen. Wie es weitergeht, wollen und müssen die Anleger wissen, um abschätzen zu können, ob man hier noch einsteigen oder im Gegenteil besser verkaufen sollte. Und da fangen die Probleme bei VERBIO an.

Expertenmeinung: Der Gewinn hat sich 2021/2022 zwar vervielfacht, der Umsatz dürfte, die konkreten Zahlen stehen ja noch aus, aber „nur“ um die 60-70 Prozent gestiegen sein. Die Gewinnexplosion basiert also vor allem auf einer stark gestiegenen Gewinnmarge. Damit stellen sich zwei Fragen:

Wird die Nachfrage so stark bleiben, dass die ungewöhnlich hohen Margen zumindest grossenteils erhalten bleiben und wenn ja, wie lange? Und wird die Politik die angedachten Beschränkungen für aus potenziellen Nahrungsmitteln hergestellte Energie umsetzen und wenn ja, in vollem Umfang dessen, was aus dem Umweltministerium zu hören war oder abgeschwächt? Beide Fragen können derzeit nicht beantwortet werden. Aber die Antworten wären erforderlich um abschätzen zu können, wo der Gewinn von VERBIO 2022/2023 landen könnte und ob die Aktie demzufolge bereits zu hoch bewertet wäre oder noch Luft an, ggf. sogar über das im April erreichte Rekordhoch bei 88,10 Euro hätte.

Was die Analysten angeht, erwarten die mehrheitlich einen recht deutlichen Gewinnrückgang im neuen Geschäftsjahr, im Schnitt sieht man da dann nur noch einen Gewinn, der bei etwa 40 Prozent des Vorjahres liegt. Was zwar immer noch weitaus mehr wäre als alles, was VERBIO in früheren Jahren verdient hat. Aber man käme damit dann auf dem aktuellen Kursniveau auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um gut 30. Und das wäre nicht mehr günstig.

Was tun in einer solchen offenen Situation? Wer hier über den Neueinstieg nachdenkt, muss angesichts der vorstehenden Problematik wissen, dass man sich da auf dünnem Eis bewegt. Wichtig wäre, gerade, weil „bad news“ von politischer Seite ohne Vorwarnung kommen und heftige Reaktionen im Kurs auslösen können, dass man nie ohne Stop Loss agiert und diesen sukzessiv nach frisch überbotenen Charthürden nachzieht.

Aktuell bewegt sich die VERBIO-Aktie in der Spanne, die Anfang Mai aus dem ersten Selloff und der damaligen, kurzen Gegenreaktion entstand. Deren untere Begrenzung bildet mit der 20-Tage- und der 200-Tage-Linie zwischen 60 und 63 Euro eine wichtige Unterstützung. Knapp darunter für den Fall der Fälle eine Absicherung zu haben, wäre für den Moment auf jeden Fall zu überlegen.

VERBIO Aktie: Chart vom 17.08.2022, Kurs 67,70 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Das Geschäftsjahr endete am 30.6., die Zahlen des Biokraftstoff-Herstellers VERBIO werden Ende September kommen. Aber man weiss bereits: Der Gewinn wird sich gegenüber 2020/2021 vervielfacht haben. Luft nach oben für die Aktie … wenn da nicht die Politik wäre.

Bioethanol, Biogas, Biodiesel: Die Nachfrage nach Biokraftstoffen steigt und ermöglicht neben höheren Umsätzen auch höhere Preise. Das wird womöglich nicht auf Dauer so bleiben. Aber es könnte längere Zeit anhalten, dieses Phänomen, das dazu führte, dass VERBIO als einer der grossen Hersteller dieser Kraftstoffe seine Prognose für das EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) seit dem Geschäftsbericht 2020/2021 ein ums andere Mal anhob. Von damals 150 Millionen (nach dem 2020/2021er-EBITDA von 166 Millionen eher defensiv) auf 230 Millionen Ende November, dann über 300 Millionen Ende Januar und 430 Millionen Ende April auf zuletzt 500 Millionen Euro Ende Juni.

Damit wäre die Bewertung der Aktie, die derzeit noch fast 30 Prozent unter ihrem im April erreichten Rekordhoch notiert, niedrig, das Kurs/Gewinn-Verhältnis läge aktuell um 12. Und wie gesagt: Es mag sein, dass die Margen für VERBIO wieder fallen … aber das könnte noch Jahre dauern. Warum also sind die Anleger so zögerlich, warum fiel die Aktie überhaupt Ende April wie ein Stein und brauchte Monate, um sich zu stabilisieren, bei solchen Perspektiven?

Expertenmeinung: Die meisten werden es wissen: Wegen der Politik. Aus zwei deutschen Ministerien wurden im April und Mai Stimmen laut, man müsse wegen der drohenden Nahrungsmittelengpässe auf der Welt die Herstellung von Kraftstoff aus potenziellen Nahrungsmitteln wie Getreide beschneiden, womöglich gar stoppen. Und der letzte Selloff der VERBIO-Aktie im Juni basierte auf der Sorge, es könnte da sogar zu einer Vereinbarung im Rahmen der G7 kommen.

Aber dazu kam es nicht … und auch in den deutschen Ministerien passiert in Richtung Kappung der Biokraftsoff-Nutzung derzeit scheinbar nicht viel. Das mag mit der Entwicklung zu tun haben, dass nun doch ukrainisches Getreide ausgeführt werden soll. Aber ob das wirklich so laufen wird wie erhofft und eine Nahrungsmittelknappheit auch mittelfristig ausbleibt, ist eben offen. Auch, wie man sich da politisch zu den Biokraftstoffen stellt, immerhin hatte VERBIO betont, dass die zur Herstellung verwendeten Getreide keine Nahrungsmittelqualität hätten und es ohnehin schon Beschränkungen gebe, ohne dass das Widerhall gefunden hätte. Kurz: Das Risiko, dass es erneut zu einem Selloff durch politische Äusserungen kommt, bleibt bestehen. Was tun?

Die Aktie ist und bleibt hochinteressant. Und dass der Kurs sich bereits wieder durch die 200-Tage-Linie gekämpft hat, ist beeindruckend. Der nächste Widerstand bei 63,15 Euro läge schon nahe, darüber würde dann erst bei 70,30 Euro die nächste Hürde waren. Grundsätzlich hätte VERBIO auch die Basis, um das bisherige Rekordhoch von 88,10 Euro erneut anzusteuern, im Idealfall sogar zu überwinden. Nur muss man eben dieses Damoklesschwert Politik im Hinterkopf haben, was hiesse:

Auf jeden Fall sollte man hier immer ein Auge auf die Kursbewegungen haben und mit Stop Loss-Absicherungen arbeiten. Die einem zwar nicht helfen würden, wenn ausserbörsliche Statements dann zu einer Eröffnung mit grossem Gap Down führen, aber wegen eines solchen Worts Case Szenarios ganz wegzubleiben, erschient überzogen. Wichtig wäre dabei aber auch: VERBIO sollte nur eine Beimischung sein. Um ein Grundpfeiler eines Depots zu sein, ist die Aktie auch ohne überraschende Statements aus der Politik zu volatil!

VERBIO-Aktie: Chart vom 01.08.2022, Kurs 62,70 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Es ist unverändert offen, ob es landesweit, europaweit oder sogar im Rahmen der G7 zu Regelungen kommen wird, die den Einsatz von Biokraftstoffen limitiert oder gar verbietet. Wer aktuell bei VERBIO kauft, setzt darauf, dass man es nicht tun wird. Gewagt, aber spannend!

Auf der einen Seite steht die Sorge, dass man eine vor allem in den ärmeren Ländern beginnende Nahrungsmittelknappheit durch den steigenden Bedarf an Biokraftstoffen noch massiv verschärft. Auf der anderen Seite stehen Befürchtungen, dass man womöglich bei Engpässen in der Energieversorgung ohne Biokraftstoffe gegen die Wand fährt. Und würde man jetzt Regelungen treffen, die den Einsatz von Biodiesel, Bioethanol oder Biogas, wie es VERBIO herstellt, reduziert, würden die Hersteller ihre Produktionskapazität herunterfahren müssen und diese dann im Fall, dass man doch nicht um diese Energie herumkommt, nicht rechtzeitig wieder zur Verfügung stehen.

Es ist momentan absolut nicht abzusehen, in welche Richtung das Pendel ausschlagen wird. Das wird von der Entwicklung des Ukraine-Konflikts abhängen, davon, ob es gelingt, die Energieversorgung auch im Fall von ausbleibenden Lieferungen aus Russland sicherzustellen und natürlich davon, ob diese Lieferungen denn wirklich ausbleiben. Es ist davon abhängig, wie stark die Versorgung mit Weizen und Mais unter Druck gerät und ob Alternativen wie Reis ausreichend zur Verfügung stehen. Was von o.a. Konflikt abhängt, aber auch davon, wie sich die Klimalage in den kommenden Monaten darstellt. Kurz: Eigentlich hängt man hier hinsichtlich der Rahmenbedingungen als Trader in der Luft.

Expertenmeinung: Aber natürlich halten die Marktteilnehmer deswegen nicht die Füsse still. Nicht bei einer derart volatilen und spannenden Aktie wie VERBIO. Wir sehen im Chartbild, dass das bisherige Jahrestief, das entstand, als Gerüchte umgingen, man plane im Rahmen der G7 einen zeitweiligen Verzicht auf Biokraftstoffe, schnell wieder aufgekauft wurde. Was alleine deshalb möglich war, weil sich diese Gerüchte nicht bestätigten. Aber obwohl das Damoklesschwert an sich fortbesteht, arbeiten die Käufer an einer breiten Bodenbildung.

Die Aktie lief zügig wieder über die markanten Zwischentiefs vom September 2021 und Januar 2022 im Bereich 46,08/46,54 Euro. Dieser Bereich dient damit jetzt wieder als Support und hielt in den letzten Wochen bereits zwei Rücksetzern stand, was unterstreicht, dass die Käuferseite hartnäckig am Ball bleibt. Zwar wäre die Bodenbildung erst abgeschlossen, wenn mit Schlusskursen über 58 Euro alle Zwischenhochs seit dem Kurseinbruch vom April und Mai überwunden sind, idealerweise sollte auch die bei derzeit um 60,50 Euro verlaufende 200-Tage-Linie überboten sein. Aber sollte das gelingen, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Und wenn man sich überlegt, dass VERBIO die Gewinnprognose für das am 30.6. beendete Geschäftsjahr 2021/2022 mehrfach angehoben und ein Vielfaches des Vorjahres verdient haben wird, wäre auch aus rein fundamentaler Sicht einiges an Spielraum nach oben vorhanden. Aber:

Es bleibt eben dieses Damoklesschwert, diese Unsicherheit darüber, ob die Politik VERBIOs Wachstum in die Parade fahren wird oder nicht. Wer hier dabei sein will, muss das wissen und mit jederzeit möglichen, unverhofften Rückschlägen leben können!

VERBIO-Aktie: Chart vom 20.07.2022, Kurs 52,05 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Die Aktie des Biokraftstoff-Herstellers VERBIO hatte sich gerade aus einer wichtigen charttechnischen Supportzone nach oben gelöst … und jetzt das. Ein Minus von 19,4 Prozent bringt das bärische Szenario zurück. Und die Nachricht, die dahinterstand, zeigt: Es wird ernst!

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Nachmittag, dass sich mehrere G7-Staaten darauf geeinigt hätten, den Anteil von Biokraftstoff zu reduzieren, eventuell sogar ganz darauf zu verzichten. Auch wenn es bislang noch keinen offiziellen Beschluss gibt, habe man sich auf Arbeitsebene bereits dahingehend verständigt, hiess es. Kommt es so, wäre VERBIO als einer der grössten europäischen Biodiesel-, Bioethanol- und Biogas-Hersteller natürlich massiv betroffen. Kein Wunder also, dass die Aktie auf diese Meldung hin wie vom Blitz getroffen einbrach. Was jetzt?

Expertenmeinung: Der VERBIO-Kurs war im April und Mai bereits dramatisch gefallen, hatte sich in der Spitze mehr als halbiert, als man erstmals von Forderungen nach einem Verzicht von aus Nahrungsmitteln gewonnener Energie hörte, zuerst von Seiten des Umwelt- und dann des Entwicklungsministeriums. Nachdem danach erst einmal nichts mehr von dieser Thematik zu hören war, kam die Hoffnung auf, das werde sich schon irgendwie erledigen: Die ersten Anleger sammelten die Aktie wieder ein. Jetzt sehen wir: Es hat sich offenbar ganz und gar nicht erledigt. Zwei Aspekte würden für die Aktie sprechen:

Zum einen weiss ja noch niemand, wie genau diese Regelungen aussehen sollen, so dass man auch nicht absehen kann, wie stark Umsatz und Gewinn bei VERBIO dadurch leiden würden. Zum anderen hatte man ja im April/Mai bereits auf dieses Szenario reagiert und es gelang, den Kurs in der mittelfristigen Unterstützungszone zwischen 40,24 und 46,54 Euro zu stabilisieren. Diese Zone hat auch gestern kann gehalten, das wäre ja immerhin eine Chance.

Aber genau diese Argumente kann man auch negativ auslegen: Wer weiss, wie heftig die Probleme für VERBIO im Fall einer Vereinbarung, die, da man am Thema dran ist, sehr bald konkret werden kann, werden. Und dass die vorgenannte Supportzone jetzt erreicht ist, birgt die Gefahr, dass der Abverkauf im selben Tempo weitergeht, wenn der Druck heute erneut aufkommt. Denn dann wäre zu befürchten, dass unterhalb dieser Zone angesiedelte Stop Loss-Orders den Abgabedruck noch verstärken.

Wenn nicht einige, sondern alle Fragen offen sind, wäre die „gesündeste“ Entscheidung für einen Anleger, erst einmal wegzubleiben und abzuwarten, bis sich der Pulverdampf verzogen hat!

VERBIO-Aktie: Chart vom 23.06.2022, Kurs 40,50 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX