Salesforce Aktie Prognose Salesforce: Das sieht nicht gut aus. Oder?

News: Aktuelle Analyse der Salesforce Aktie

von |
In diesem Artikel

Salesforce
ISIN: US79466L3024
|
Ticker: CRM --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Salesforce Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Selbst bei Salesforce läuft es nicht mehr rund. Der Software-Gigant musste die Prognose senken. Schlechte Vorzeichen für den Sektor oder die ganze Wirtschaft?

Harte Landung

Salesforce ist auf geschäftlicher Ebene eigentlich ein Dauerläufer, doch jetzt muss selbst der CRM-Spezialist zurückrudern.
Für das laufende Geschäftsjahr stellt man nur noch einen Umsatz von 30,9 – 31,0 Mrd. USD in Aussicht, bisher war man von 31,7 – 31,8 Mrd. USD ausgegangen.

Beim Gewinn senkte man die Prognose von 4,74 – 4,76 auf 4,71 – 4,73 USD je Aktie.

Es läuft also nicht ganz so gut, wie man bisher erwartet hatte, aber auch nicht gerade katastrophal schlecht.
So liess sich auch die Kursreaktion am Donnerstag deuten. Zunächst verkauften wohl viele Anleger, da die Prognose gekappt wurde, im Tagesverlauf wurde aber wohl der Mehrheit bewusst, dass die Sache halb so wild war.

Unter dem Strich bedeutet die neue Prognose nämlich, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um nahezu 17% steigen wird, wenngleich der Gewinn auch stagniert.

Cash ist King

Wer sich näher mit Salesforce und/oder den Buchhaltungspraktiken in den USA beschäftigt, dem ist ohnehin bewusst, wie gering die Aussagekraft des gemeldeten Gewinns bei dem vorliegenden Geschäftsmodell ist.

Auch wenn man das nicht weiss, ist man immer gut beraten, im Zuge einer Unternehmensanalyse die Cashflow-Statements zu untersuchen.
Mitunter erlebt man Überraschungen, im positiven, wie auch im negativen Sinn.

Daher bewegt sich die Aktie von Salesforce seit dem Börsengang vor fast 20 Jahren auch Hand in Hand mit dem freien Cashflow.
Der dürfte im laufenden Geschäftsjahr um 16% auf 6,28 USD je Aktie steigen.

Salesforce kommt demnach auf einen erwarteten P/FCF von 27,7. Bei zu erwartenden Wachstumsraten von 16-23% p.a., sowohl in diesem als auch in den kommenden beiden Geschäftsjahren, ist das absolut vertretbar.
Daher lag der P/FCF in den letzten fünf Jahren auch durchschnittlich bei 41,2.

So schlimm ist das nicht

Abgesehen von all diesen Überlegungen, dürften auch die Details der vorgelegten Quartalszahlen die Gemüter beruhigt haben.

Das Wachstum ist nicht nur anhaltend hoch, die „Probleme“ sind auch nicht hausgemacht.
Ursächlich für die gesenkte Prognose sind negative Währungseffekte. Darauf hat keiner einen Einfluss, vielleicht abgesehen von den Notenbanken.

Im abgelaufenen Quartal wurde das Wachstum dadurch beispielsweise von 26 auf 22% gemindert, im Gesamtjahr dürfte der Umsatzanstieg dadurch von 20 auf 17% gedämpft werden.

Man kann es sich heute vielleicht nicht vorstellen, aber dereinst könnte der Dollar auch wieder abwerten, so wie es auch schon früher geschehen ist, was Umsatz, Gewinn und Cashflow dann in umgekehrter Manier befeuern wird.
Unter dem Strich ist es nur wichtig, zu erkennen, dass diese externen Faktoren langfristig keine Rolle spielen.

Der zugrundeliegende Wachstumstrend von Salesforce ist also ungebrochen. Ein mögliches Investment-Case ist intakt.

Mega Buyback oder dunkle Wolken?

Daher ist es nur folgerichtig, dass Salesforce die aktuelle Lage nutzt, um das erste Aktienrückkauf-Programm der Firmengeschichte zu beschliessen.

Und da man bei dem CRM-Spezialisten nicht kleckert, sondern klotzt, hat man dafür gleich 10 Mrd. USD bereitgestellt.
Bei einem Börsenwert von derzeit 177,0 Mrd. USD ist das nicht gerade unerheblich.
Leisten kann man es sich, denn Salesforce hat rund 13,5 Mrd. USD an Barmitteln in der Hinterhand.

Doch kommen wir abschliessend noch zu der anfangs gestellten Frage zurück, ob die schwachen Geschäftszahlen von Salesforce ein Vorbote für den Software-Sektor oder die Wirtschaft insgesamt sind.

Das muss man mit Blick auf die vorliegenden Daten verneinen. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Wirtschaft nicht in erheblichen Schwierigkeiten steckt, aber zumindest bei Salesforce läuft das Geschäft noch recht gut.

Chart vom 26.08.2022 – Kurs: 172,50 Kürzel: CRM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 26.08.2022 – Kurs: 172,50 Kürzel: CRM – Wochenkerzen

Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt und es zeigen sich bereits seit mehreren Monaten Bodenbildungstendenzen.
Ausgehend von dieser Basis könnte es jederzeit wieder zu einem Anstieg in Richtung 186 oder 193 USD kommen.

Über 194 USD käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 200 sowie 208 und 219 USD.

Für antizyklische Anleger wäre der Bereich zwischen 166 und dem Aufwärtstrend interessant.

Fällt die Aktie jedoch unter 154 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan. In diesem Szenario muss mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Handeln wie die Profis? Mein Broker ist LYNX.

Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Salesforce Aktie

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Salesforce ist einer der weltweit führenden Anbieter von CRM-Systemen, das Geschäft läuft blendend.
Die Aktie kam in den letzten Monaten trotzdem massiv unter Druck. Bringen die Quartalszahlen endlich die Wende?

Überflieger

Salesforce gilt als einer der Pioniere in Sachen Cloud Computing. Das auf Kundenbeziehungsmanagement (CRM) spezialisierte Unternehmen setzt seit der Gründung vor mehr als 20 Jahren auf die Cloud-Technologie.

Dadurch ist Salesforce zu einem der führenden Unternehmen der Branche aufgestiegen.
Inzwischen ist man allerdings nicht nur im CRM-Segment aktiv, sondern erschliesst eine angrenzende Dienstleistung nach der anderen.
Darunter beispielsweise Datenanalyse, Big Data, Fern- und Teamarbeit (Slack) und vieles mehr.

Mehr als nur Worte

Das hört sich natürlich gut an, die Zahlen sehen aber noch besser aus.

Salesforce konnte den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 3,05 auf 26,49 Mrd. USD steigern.
Der freie Cashflow hat sich von 557 Mio. auf 5,28 Mrd. USD nahezu verzehnfacht.

Daher hatte ich mich in der Vergangenheit immer wieder positiv zur Aktie geäussert, zuletzt hier:
Salesforce: Toxische Aktien, Crashs, Pleiten, Pech und Pannen.

Zitat:
Schaut man sich nur die Zahlen an, würde man nicht auf die Idee kommen, dass die Kurse von Salesforce gerade im Sinkflug sind. Weder der Trackrecord, die aktuelle Geschäftsentwicklung noch der Ausblick geben Grund zur Sorge.

Ich dem Artikel wird auch der kaum vorhandene Gewinn thematisiert.

So wie immer

Im laufenden Geschäftsjahr scheint sich die positive Entwicklung fortzusetzen. Im ersten Quartal legte der Umsatz um 24% auf 7,41 Mrd. USD zu.

Der Gewinn lag mit 0,98 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,92 USD.

Der freie Cashflow konnte um 14% auf 3,50 Mrd. USD gesteigert werden.

Für das zweite Quartal stellt man einen Umsatz von 7,69 – 7,70 Mrd. USD in Aussicht, für das Gesamtjahr hat man die Umsatzprognose von 32,0 – 32,1 auf 31,7 – 31,8 Mrd. USD gesenkt.

Im Gegenzug erwartet man eine höhere Profitabilität als bisher angenommen.

Bei Salesforce läuft es im Endeffekt wie immer: Blendend.
Ausserdem weiss man zuvor schon, was man bekommt, denn das Geschäft von Salesforce besteht weitestgehend aus langlaufenden Verträgen und wiederkehrenden Umsätzen.

Das ist einer der Gründe, die das Unternehmen so attraktiv machen.

Die schwache Konjunktur scheint Salesforce dem Vorstand zufolge ebenfalls nicht zu schaden.
(„So far not seeing any material impacts from the broader economic environment.“)

Die Nachfrage sei ungebrochen hoch, da Unternehmen auch in Zeiten von erhöhter Inflation versuchen, ihre Effizienz zu steigern und moderne Workflows zu etablieren.

Chart vom 01.06.2022 - Kurs: 175 Kürzel: CRM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 01.06.2022 – Kurs: 175 Kürzel: CRM – Wochenkerzen

Die Aktie legte daraufhin nachbörslich um 9% auf 175 USD zu, obwohl die Zahlen wenig Überraschungen geliefert haben.

Die Chance, dass eine Bodenbildung gelungen ist, ist dadurch deutlich gestiegen. Über 175 USD wäre jetzt der Weg in Richtung 194 – 200 USD frei.

Fällt Salesforce hingegen abermals unter 166 USD, könnte sich die Bodenbildung noch ziehen.

Eintrüben würde sich das Chartbild allerdings erst mit einem nachhaltigen Einbruch unter 154 USD.

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Derzeit halten sich die meisten Anleger mit Käufen zurück, es geht die Angst um. Das gilt vor allem bei unprofitablen Wachstumswerten.
Die Aktien aus diesem Bereich werden inzwischen als toxisch wahrgenommen.

Toxisch

Ursächlich dafür sind gleich mehrere Faktoren. Einerseits sind Aktien wie Salesfoce nach dem Crash 2020 komplette durch die Decke gegangen und waren überbewertet. Korrekturpotenzial war also ohnehin vorhanden.

Hinzu kam, dass die einstigen Krisengewinner durch eine Sektor-Rotation hin zu defensiven Werten abgestossen wurden.

Die konjunkturellen Sorgen belasteten die Kurse zusätzlich, vor allem die gestiegene Inflation.
Denn viele Anleger und Fonds nutzen Discounted-Cashflow-Modell zur Bewertung von Unternehmen.

Steigt die Inflation, muss mit einem höheren Zinssatz abdiskontiert werden. Dadurch ändert sich die Bewertung von Unternehmen erheblich, vor allemm, wenn die Gewinne in weiter Ferne liegen.

Ein weiterer, aus meiner Sicht bedeutender Faktor, ist die Anlegerbasis. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den brachialen Rallyes bei Aktien wie Shopify, Square (Block) oder beispielsweise PayPal.

Sieht alles ähnlich aus

Die Kursmuster ähneln sich so stark, weil sie dieselbe Ursache haben. Die vielen Börsianer, die 2020 und 2021 neu an die Börse gekommen sind, haben diese Aktien im grossen Stil gekauft.
Das Problem ist, dass die Mehrheit nicht zu Beginn der Rallye gekauft hat, sondern nachdem die Kurse bereits erheblich gestiegen waren.

Dieselben Anleger geben jetzt nach und nach auf und werfen das Handtuch. Ich hatte das in früheren Artikeln bereits mehrfach als Ausblutungsphase beschrieben.
Genau das erleben wir heute wieder.

Diese Ausblutung läuft in der Regel so lange, bis entweder die kompletten Rallyegewinne wieder abgegeben sind oder die Bewertung wieder auf ein Niveau sinkt, welches vor der Rallye normal war.

Das hat nichts miteinander zu tun

Kurzfristig geht es eben nur um Angebot und Nachfrage, nur das bewegt die Kurse. Langfristig sind es nur Zahlen.

Früher oder später werden Angebot und Nachfrage wieder ausgeglichen sein, weil Investoren zuschlagen und die vielen Kleinanleger, die auf immensen Kursverlusten sitzen, die Position einfach abgeschrieben haben.
Dass ist dann die Basis für die nächste Rallye.

Denn an der Qualität der Unternehmen hat sich wenig geändert und es wird wohl wenige Anleger geben, die behaupten würden, dass es keine Argumente gibt, die für Shopify, Square, PayPal oder Salesforce sprechen.

Salesforce: Endlich der Boden?

Schaut man sich nur die Zahlen an, würde man nicht auf die Idee kommen, dass die Kurse von Salesforce gerade im Sinkflug sind.
Weder der Trackrecord, die aktuelle Geschäftsentwicklung noch der Ausblick geben Grund zur Sorge.

Salesforce ist nach wie vor der führende Anbieter von CRM-Systemen und ein Überflieger.
In der letzten Dekade hat Salesforce den Umsatz von 3,05 auf 26,49 Mrd. USD nahezu verzehnfacht.

Das Unternehmen hat zwar über weite Strecken keinen nennenswerten Gewinn gemeldet, doch wie soll es auch anders sein. Eine derartige Expansion zu finanzieren, kostet natürlich Geld.

Salesforce hat also schlichtweg alles reinvestiert, was verdient wurde. Das Wichtige in solchen Situationen, ist zu erkennen, ob das Bestandsgeschäft profitabel ist oder nicht.

Das war bei Salesforce bereits vor zehn Jahren der Fall. Seitdem hat sich der freie Cashflow von 557 Mio. auf 5,28 Mrd. USD ebenfalls nahezu verzehnfacht.

Aktuelle Geschäftsentwicklung

Daher ist es auch kein Wunder, dass die Aktie ein langfristiger Outperformer ist. Und was machen wir als antizyklische Investoren, wenn Outperformer abstürzen? Wir sondieren die Lage.

Die Zahlen zum Schlussquartal von Salesforce, welches bis Ende Januar läuft, wurden am 1. März vorgelegt.
Interessanterweise ist die Aktie seitdem um 20% gefallen. Jedoch nicht als Reaktion auf die Quartalszahlen, sondern mehr oder minder grundlos. Salesforce ist also dem allgemeinen Druck erlegen.

Denn die Geschäftszahlen hatten Anfang März zu leicht steigenden Kursen geführt.

Der Gewinn lag mit 0,84 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,74 USD. Der Umsatz übertraf mit 7,33 Mrd. die Analystenschätzungen von 7,24 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 26% gesteigert werden und der operative Cashflow legte um 25% zu.
Da kann man nicht meckern.

Wie bereits angesprochen, kamen die Kurse, gemeinsam mit dem Nasdaq, in den Wochen danach trotzdem unter Druck.

Ausblick und Bewertung

Besonders interessant ist an dieser Stelle mal wieder das Verhalten der Analysten. Mit den sinkenden Kursen wurden auch die Kursziele gesenkt.

Achtung, nochmal: Die Kursziele wurden nicht nach Veröffentlichung der Zahlen gesenkt, sondern nachdem und weil der Kurs gesunken war.

Am 3. Mai kappte beispielsweise Wedbush ohne jeglichen Anlass das Kursziel von 275 auf 225 USD.

An den Geschäftszahlen und dem Ausblick von Saleforce ändert das glücklicherweise aber nichts.
Auch nicht an der Tatsache, dass man gemeinsam mit den Quartalszahlen Anfang März auch noch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht hat.

Salesforce stellt nunmehr einen Umsatz von 32,0 – 32,1 Mrd. USD in Aussicht, bisher war man von 31,7 – 31,8 Mrd. USD ausgegangen.
Die operative Marge soll von 18,7 auf 20% steigen.

Zusammenfassend erwartet Salesforce also einen Umsatzsprung um 20% und beim Cashflow noch mehr.

Derzeit kommt der CRM-Spezialist auf einen P/FCF von 31,9 und einen forward P/FCF von 24,9.
Im Verhältnis zu den vorliegenden Wachstumsraten von mehr als 20% ist das absolut vertretbar.
In den letzten fünf Jahren lag der P/FCF durchschnittlich bei 41, im Hoch bei 58 und im Tief bei 30.

Chart vom 11.05.2022 - Kurs: 167 Kürzel: CRM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.05.2022 – Kurs: 167 Kürzel: CRM – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie übergeordnet klar bullisch. Der mehrjährige Aufwärtstrend ist intakt, steht inzwischen aber zur Disposition. An der Unterstützung bei 166 USD muss es zu einer Richtungsentscheidung kommen.

Kann der Aufwärtstrend gehalten werden, kann es jederzeit zu einer Erholung in Richtung 195 USD kommen, darüber würde sich das Chartbild spürbar aufhellen.

Fällt die Aktie jedoch nachhaltig unter 166 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur gerechnet werden.

Salesforce gilt an der Börse als echter Dauerbrenner. Bei der geschäftlichen Entwicklung, kein Wunder. Zuletzt hat die Aktie allerdings rund ein Drittel an Wert verloren. Stottert der Motor oder bringen die neusten Zahlen die Kehrtwende?

Augen auf

Ich Nachhinein ist man natürlich immer klüger, aber bei sehr vielen Unternehmen ist erstaunlich offensichtlich, wohin die Reise geschäftlich geht.
Und das bedeutet natürlich auch, dass man relativ genau weiss, wohin sich der Kurs bewegen wird.

Nehmen wir als Beispiel Google. So gut wie jeder kannte Google auch schon vor zehn Jahren. Man wusste damals zwar nicht genau, wo das Unternehmen heute stehen würde, die Richtung war aber klar.
Jeder Anleger hätte die Aktie quasi zu jedem beliebigen Zeitpunkt kaufen können und wäre damit gut gefahren.

Ich sage es immer wieder: Man muss kein Genie sein, um an der Börse erfolgreich zu sein. Durchhaltevermögen, Disziplin und emotionale Stabilität sind viel wichtiger.

Salesforce gehört ebenfalls zu diesen Unternehmen, die vielen Anlegern quasi vor die Füsse fallen. Vielleicht setzt das Unternehmen, in dem Sie selbst arbeiten, auf die Software von Salesforce.

Oder wie sieht es beispielsweise mit Adobe aus? Kaufen Sie ständig bei Amazon ein? Verschenken Sie an Weihnachten oder anderen Anlässen Lindt Schokolade?
Das reale Leben gibt uns viele Hinweise, man muss nur die Augen offenhalten.

Das muss man erstmal schaffen

In der letzten Dekade hat Salesforce den Umsatz von 3,05 auf 26,49 Mrd. USD nahezu verzehnfacht.
Der gemeldete Gewinn legte zwar ebenfalls stark zu, doch auf dieser Basis war das Unternehmen immer ausserordentlich teuer.

Wer sich allerdings mit dem Cashflow und dem operativen Ergebnis beschäftigt hatte, erkannte schnell, was hier unter der Oberfläche verdient wurde und wird.

Das operative Ergebnis konnte in der zurückliegenden Dekade von 0,34 auf 4,78 USD je Aktie gesteigert werden.

Selbst wenn Salesforce in all der Zeit kein Geld verdient hätte, wer könnte das bei derartig hohem Wachstum kritisieren? Eine Expansion in dieser Geschwindigkeit kostet eben Geld.

In der Realität hat man aber vor allem steueroptimiert gearbeitet. Der freie Cashflow hat bereits 2017 die Milliardengrenze überschritten und hat sich seitdem mehr als verfünffacht.

Es gab kaum ein Jahr, in dem man nicht bei allen Kennzahlen neue Rekordwerte erreicht hat und trotzdem kam es mitunter zu einer erheblichen Volatilität. Salesforce ist schon etliche Male um 20-30% eingebrochen.
Das ist alles nicht neu.

Ausblick und Bewertung

Am Mittwoch wurden nachbörslich Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 vorgelegt, welches bis Ende Januar lief.

Der Gewinn lag mit 0,84 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,72 USD. Der Umsatz übertraf mit 7,33 Mrd. die Analystenschätzungen von 7,22 Mrd. USD ebenfalls.

Darüber hinaus wurde der Ausblick erhöht. Salesforce stellt für das erste Quartal jetzt einen Umsatz von 7,37 Mrd. USD in Aussicht, bisher waren es 7,23 Mrd. USD.
Für das Gesamtjahr wurde die Umsatzprognose von 31,75 auf 32,05 Mrd. USD erhöht.

Das kann sich natürlich sehen lassen. Die Richtung stimmt also wie immer.

Am Ende des Tages kehrt die Aktie aber immer wieder zu einem gewissen Bewertungsniveau zurück.
Seit Jahr und Tag ist der freie Cashflow der beste Massstab, denn Salesfore pendelt seit 20 Jahren um einen P/FCF von 40.

Das ist nicht gerade wenig, aber das scheint der Markt Salesforce zuzugestehen. Die Schwankungsbreite ist übrigens enorm und reicht mit gewissen Ausreissern von 30 bis 50.

Im nun angebrochenen Geschäftsjahr wird ein FCF von 6,15 USD je Aktie erwartet, im Folgejahr sollen es bereits 7,60 USD werden.
Daraus ergibt sich ein gewisser Korridor.

Es ist unwahrscheinlich, dass Salesforce nachhaltig und dauerhaft unter 184,50 USD fällt und das Kursziel für dieses Jahr liegt bei 246 USD. Salesforce hat nach Vorlage der Zahlen nachbörslich etwas zugelegt und notiert aktuell bei 215,29 USD.

Chart vom 02.03.2022 Kurs: 215,29 Kürzel: CRM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.03.2022 Kurs: 215,29 Kürzel: CRM – Wochenkerzen

Es ist relativ schwer auszumachen, wo sich der nächste Buy-Trigger befindet, da zwischen 220 und 210 diverse relevante Umkehrpunkte liegen, sollte Salesforce aber über 220 USD ausbrechen, wäre der Weg in Richtung 235 und 250 USD frei.

Für antizyklische Anleger ist das aktuelle Niveau interessant. Weitere Möglichkeiten würden sich ergeben, wenn die Aktie nochmal zum Support bei 195 USD zurückkommen würde.
Umso besser wäre das Chance-Risiko-Verhältnis nahe 170 USD. Dort verläuft der bald zehnjährige Aufwärtstrend. Es ist allerdings sehr fraglich, ob diese Marke angesteuert wird.

Salesforce hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Geht es auch so weiter? Der Kurs ist zuletzt erheblich unter Druck gekommen. Ist das eine Gelegenheit, oder erst der Anfang der Probleme?

Diese Frage werden wir gemeinsam klären. Die Frage aus der letzten Analyse wurde inzwischen beantwortet:
Salesforce im Crash-Modus. Vorbote für den ganzen Markt?

Vom Pionier zum Branchenprimus

Salesforce gilt als einer der Pioniere in Sachen Cloud Computing. Das auf Kundenbeziehungsmanagement (CRM) spezialisierte Unternehmen setzt seit der Gründung vor mehr als 20 Jahren auf die Cloud-Technologie.

Dadurch ist Salesforce zu einem der führenden Unternehmen der Branche aufgestiegen.
Inzwischen ist man allerdings nicht nur im CRM-Segment aktiv, sondern erschliesst eine angrenzende Dienstleistung nach der anderen.
Darunter beispielsweise Datenanalyse, Big Data, Fern- und Teamarbeit (Slack) und vieles mehr.

In Summe hat das dazu geführt, dass der Umsatz in den letzten zehn Jahren von 2,27 auf 21,25 Mrd. USD gesteigert werden konnte.
Das Geschäft ist nicht kapitalintensiv und erzielt einen positiven freien Cashflow von zuletzt 4,09 Mrd. USD.

Um die massive Expansion und zahlreiche Zukäufe zu stemmen, musste man allerdings immer wieder Kapitalerhöhungen durchführen. Die Zahl der ausstehenden Aktien kletterte dadurch von 541 auf 959 Millionen Stück.
Bei vielen Unternehmen wäre das ein Warnsignal, hier stimmen aber ganz offensichtlich die Verhältnismässigkeiten.

Der Umsatz je Aktie ist beispielsweise von 4,19 auf 22,85 USD je Aktie gestiegen, der operative Cashflow von 1,09 auf 6,05 USD je Aktie.

Ausblick und Bewertung

Doch auch Salesforce korrigiert von Zeit zu Zeit. Es ist nicht der erste Rücksetzer um 30-40%, die die Aktie vollzogen hätte.
Bisher war das immer eine Gelegenheit und das könnte es auch jetzt sein.

Denn der Wachstumstrend ist ungebrochen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 24% auf 19,17 Mrd. USD gestiegen, der operative Cashflow legte um 52% auf 4,02 Mrd. USD zu.

Im vierten Quartal dürfte sich die Entwicklung in ähnlicher Weise fortgesetzt haben. Salesforce selbst stellt auch für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 24% in Aussicht.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 erwartet man ein Umsatzplus von 21-22%.

Die Konsensschätzungen für den operativen Cashflow ergeben ein ähnliches Bild. Perspektivisch wird ein Anstieg um 20-23% p.a. erwartet.

So erfreulich wie das alles ist, kommt jetzt leider der Haken. Mit einer forward P/OCF von 31,7, ist die Aktie selbst jetzt noch vergleichsweise hoch bewertet. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 30,7.

Etwas besser sieht es aus, wenn man die P/S betrachtet. Das beste Bild ergibt sich auf Basis des freien Cashflows.

Wir sind also langsam wieder auf einem interessanten Niveau. Wer noch nicht engagiert ist, könnte einen ersten Fuss in die Türe stellen und bei einer Ausdehnung der Korrektur sukzessive aufstocken.

Chart vom 31.01.2022 Kurs: 222,13 Kürzel: CRM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 31.01.2022 Kurs: 222,13 Kürzel: CRM – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist das aktuelle Niveau ebenfalls interessant. Weitere antizyklische Gelegenheiten würden sich bei 192 sowie 166 USD ergeben.

Für viele Anleger wird das eine erstaunlich breite Spanne sein, doch das ist die Unschärfe, mit der wir an der Börse zurechtkommen müssen.
Wer Ihnen vorgaukelt, er könnte ständig punktgenau Tiefs vorhersagen, lügt Sie schlichtweg an.
Wenn das jemandem gelingen sollte, wäre er in recht kurzer Zeit der reichste Mensch der Welt.

Am Ende ist diese Unschärfe aber auch kein Problem. Was wirklich zählt, ist nicht, ob die Aktie den Umweg über 166 USD nimmt, sondern wo der Kurs in einigen Jahren steht.

Eine Rückkehr zum Allzeithoch binnen 12-24 Monaten erscheint nicht unrealistisch zu sein.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das US-amerikanische Softwareunternehmen gehörte bis vor wenigen Wochen noch zu den absoluten Top-Performern an der Wall Street. Es waren die Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal, welche die Kurse der Salesforce-Aktie zum Einbrechen brachten. Dabei waren diese sogar besser als erwartet. Statt des von Analysten erwarteten Gewinns in der Höhe von 92 Cent lieferte der Konzern satte 1.27 USD je Aktie. Auch der Umsatz, welcher im Jahresvergleich um 26% gestiegen war, konnte mit 6.86 Milliarden USD die Schätzungen schlagen. Die Erwartungen hinsichtlich der Wachstumsraten für das Jahr 2022 seitens des Konzerns sahen grösstenteils gut aus. Dennoch fiel der Kurs der Aktie in den Keller und sämtliche Gewinne der letzten Monate wurden auf einen Schlag ausradiert. Mittlerweile ist aber nicht nur der Aufwärtstrend dahin. Durch den Bruch des Bodens bei 250 USD ist der Titel mittlerweile sogar in eine bärische Trendlage übergegangen.

Expertenmeinung: Dennoch gibt es noch Grund zur Hoffnung, dass sich das Blatt auf dem aktuellen Niveau wenden könnte. Derzeit steht das Papier ganz klar auf der Abschussliste und auch im gestrigen Handel ertönte ein weiteres klares Verkaufssignal. Sollte der Titel es jedoch schaffen, das Niveau bei 250 USD wieder zurückzuerobern, könnte ein heftiger Bounce nach oben folgen. Ein rascher Anstieg in den Bereich von 270 bis 275 USD wäre die mögliche Folge. Solche Fehlausbrüche sind gerade in Korrekturphasen absolut üblich und daher können diese mitunter kurzfristig zu guten Trading-Chancen führen. Es bleibt also abzuwarten, ob die ehemalige Unterstützung wieder zurückerobert werden kann.  

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 20.12.2021 Kurs: 247.21 Kürzel: CRM | Online Broker LYNX