LOreal Aktie Prognose L’Oréal: Diese Aktie ist charttechnisch gesehen ein Biest

News: Aktuelle Analyse der LOreal Aktie

von |
In diesem Artikel

LOreal
ISIN: FR0000120321
|
Ticker: OR --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur LOreal Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Ob charttechnische Unterstützung oder Widerstand, ob Trendlinie oder gleitender Durchschnitt: Die L‘Oréal-Aktie scheint sich völlig ausserhalb charttechnischer Regeln zu bewegen. Was steckt dahinter, wie geht man damit um und, vor allem: Ist sie gerade ein Kauf?

Wenn sich eine Aktie so „charttechnisch ignorant“ zeigt wie die des Kosmetikkonzerns L’Oréal, liegt das meist daran, dass kurzfristige Trader diesen Wert nicht im Visier haben. Das kommt dann vor, wenn die Aktie zu vielen Daytradern als illiquide oder unbeweglich erscheint. Das ist zwar für L’Oréal nicht wirklich zutreffend, immerhin ist der Kosmetik-Riese ein weltbekanntes, im französischen Leitindex CAC 40 ebenso wie im Euro Stoxx 50 gelistetes Unternehmen. Aber wenn man ein Chartbild wie dieses sieht, sollte man gleich eines festhalten:

Hier sollte man dann besser mittel- oder längerfristige Investments angehen, um nicht an kurzfristig, dann aber doch nicht nachhaltig über- oder unterbotenen Chartmarken zu verzweifeln. Es bleibt die Frage: Wäre L’Oréal denn gerade ein mittelfristiges Investment wert? Immerhin hat sich hier ein Doppeltief gebildet, dessen Nackenlinie bei 331,80 Euro im ersten Anlauf zwar nicht genommen wurde, über die sich die Aktie aber gestern doch noch knapp hinaus schieben konnte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LOreal Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das wäre zwar ein bullisches Signal, wenn diese knappe Vollendung des Doppeltiefs heute oder in den kommenden Tagen ausgebaut werden sollte, indem die Aktie weiter zulegt. Aber liesse sich denn dann auch unterstellen, dass dieses „charttechnische Biest“ die darüber liegende, dichte Phalanx an Widerstandslinien … gerade wegen dieser charttechnischen Ignoranz … einfach überbieten wird? Eher nicht, denn:

Auch mittel- und langfristige Akteure richten sich ja nach für sie wichtigen Aspekten für den Ein- und Ausstieg. Die sind dann eher im fundamentalen Bereich zu finden. Und die Gründe, weshalb man L’Oréal seit Jahresbeginn kräftig verkauft hat, sind nicht nur noch da, sie haben sich verfestigt: steigende Produktions- und Logistikkosten und verunsicherte Verbraucher.

Der Umsatz des Kosmetikkonzerns stieg zwar im ersten Quartal. Aber wie viel davon basiert auf den gestiegenen Kosten und Preisen, sprich der Inflation? Darüber weiss man noch nichts, denn französische Unternehmen melden detaillierte Bilanzzahlen nur zum Ende eines Halbjahres. Erst Ende Juli werden wir wissen, ob sich der Umsatzanstieg auch im zweiten Quartal hielt und was dabei unter dem Strich an Gewinn herauskam. Ahnen darf man aber schon, dass ein Unternehmen, das Gebrauchsgüter in der höheren Preisklasse vertreibt, bei unter Druck geratenen Verbrauchern Probleme bekommt. Daher:

Dieses Doppeltief als Basis dafür zu nehmen, dass man bei L’Oréal jetzt einen Boden gefunden hat und die Aktie in den kommenden Monaten ordentlich zulegen wird, wäre riskant. Dass die kleine Rallye weitergeht, ist gut möglich. Dass daraus die endgültige Aufwärtswende wird, sprich L’Oréal seine Tiefs gesehen hat, eher nicht.

L’Oréal-Aktie: Chart vom 02.06.2022, Kurs 332,00 Euro, Kürzel OR | Online Broker LYNX
Sie möchten Aktien aus unserem Börsenblick einfach, schnell und professionell handeln?

Erledigen Sie Ihre Aktiengeschäfte besser mit einem Depot über LYNX. Als renommierter Aktien-Broker ermöglichen wir Ihnen einen günstigen Aktienhandel direkt an den Heimatbörsen.

Informieren Sie sich hier über den Aktien-Broker LYNX.

Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der LOreal Aktie

L’Oréal gehörte gestern zu den Schlusslichtern im Euro Stoxx 50. Offenbar wollten einige im Vorfeld der am Dienstagabend erwarteten Quartalszahlen lieber Kasse machen. Ob das eine gute Idee war, werden wir heute sehen, wenn die Aktie auf die Zahlen reagiert.

Wie wichtig die Luxusgüter- und Kosmetikbranche mittlerweile für den Gesamtmarkt ist, erkennt man daran, dass alle vier grossen französischen Unternehmen der Branche mittlerweile im Euro Stoxx 50 notiert sind: Hermès, LVMH, Kering und eben auch L’Oréal. Ihre Aufstiege haben die Aktien einer jahrelangen Hausse zu verdanken, die dazu führte, dass die Aktien dieser Unternehmen mittlerweile zu den europäischen Schwergewichten gehören. Und diese Hausse wiederum fusst auf einem schnurgeraden Anstieg von Umsatz und Gewinn in den vergangenen Jahren. Sieht man sich die Zahlen an, die L’Oréal am Dienstagabend nach dem europäischen Handelsende vorlegte, könnte das auch 2022 so weitergehen.

Der Hersteller von Kosmetik- und Pflegeprodukten meldete ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 9,06 Milliarden Euro für die ersten drei Monate. Das lag solide über der durchschnittlichen Analystenprognose von 8,8 Milliarden. Darüber hinaus zeigte sich L’Oréal weiterhin zuversichtlich, im Gesamtjahr stärker zu wachsen als die Branche insgesamt. Gut. Aber wie sah es mit Marge und Gewinn aus?

Expertenmeinung: Das werden wir erst Ende Juli erfahren, denn französische Unternehmen melden zum Ende des ersten und dritten Quartals jeweils nur die Umsätze. Ob der Gewinn über- oder unterproportional zum Umsatzanstieg zulegen konnte, blieb gestern also offen. Und natürlich könnten Skeptiker daran erinnern, dass es letzten Endes keineswegs bullisch wäre, wenn L’Oréal zwar besser als der globale Kosmetikmarkt abschneiden, dieser aber insgesamt durch Inflation, steigende Kosten und vorsichtige Verbraucher schrumpfen würde.

So gesehen ist es eben offen, wie die Marktteilnehmer auf diese Rumpfdaten heute reagieren werden. Klar ist vor dem Handelsstart aber eines: Ein Short-Signal wäre schneller bzw. leichter generiert als ein Befreiungsschlag.

Sie sehen im Chart, dass die Aktie durch die Abgaben im Vorfeld der Quartalsbilanz auf dem kleinen Zwischentief von Ende März aufsetzte (346,65 Euro) und durch das Eingrenzen der Verluste zum Handelsende nur knapp über der aus dem Herbst stammenden Supportlinie bei 351 Euro schloss. Würde der Kurs diese Linien heute auf Schlusskursbasis unterschreiten, wäre die Aktie sofort wieder bärisch und der Weg an das bisherige Jahrestief bei 322,50 Euro aus charttechnischer Sicht frei.

Um ein klar bullisches Signal zu erzeugen, wäre ein Ausbruch über das letzte Zwischenhoch bei 376,35 Euro zwar ein wichtiger Schritt. Aber knapp darüber würden mit der 200-Tage-Linie bei 384,15 Euro und der Nackenlinie des Doppeltopps vom Herbst/Winter bei 392,65 Euro zwei weitere, mittelfristig relevante Widerstände warten. Auch die müsste L’Oréal knacken, dann wäre ein markantes, bullisches Signal entstanden. Heute werden also Weichen gestellt.

Chart vom 14.04.2022, Kurs 350,95 Euro, Kürzel OR | Online Broker LYNX

In zwei Hausse-Wellen sind die französischen Luxusgüter-Konzerne 2021 weit nach oben gelaufen … unter ihnen: L’Oréal. Doch pünktlich mit Beginn des neuen Jahres geht es abwärts. Und das Risiko, dass der Abstieg in die nächste Runde geht, ist mit Händen zu greifen.

Was hat sich verändert, dass die Aktien der vier Konzerne, die die grossen Luxus-Marken unter ihren Dächern vereinen, auf einmal so unter Druck stehen, während es im vergangenen Jahr schien, als könne nichts die Hausse aufhalten? Der erste Blick geht da natürlich in Richtung der Bilanz. Hat L’Oréal, zum einen der weltgrösste Hersteller von Kosmetikartikeln, zum anderen mit Marken wie Lancôme, Yves Saint Laurent, Ralph Lauren, Armani und anderen zusammen mit LVMH, Hermès und Kering Teil des Luxusgüter-Universums, schwache Zahlen abgeliefert? Durchaus nicht.

Die vor gut einer Woche vorgelegten Ergebnisse für 2021 waren überzeugend. L’Oréal erreichte ein organisches Umsatzwachstum von 16,1 Prozent bei einem aufgrund einer deutlich verbesserten Gewinnmarge überproportional um 29,2 Prozent gestiegenen Nettogewinn. Und die Analysten erwarten, dass 2022 ein erneutes Gewinnplus von 18 Prozent drin ist. Aber genau das ist der Punkt, an dem Zweifel aufkommen. 2021 ist Vergangenheit. Und was die Zukunft bringt, könnte anders aussehen die bislang mehrheitlich optimistische Sichtweise der Experten, fürchten viele Investoren.

Expertenmeinung: L’Oréal selbst zeigte sich im Zuge der 2021er-Bilanz zwar zuversichtlich, im laufenden Jahr besser als der Markt abzuschneiden und erneut bei Umsatz und Gewinn zuzulegen. Aber das ist reichlich unpräzise. Denn wie stark wird der Markt insgesamt sein? Und auch ein Umsatz- und Gewinnwachstum von einem halben Prozent würde dieser Zielsetzung entsprechen. Also sieht man sich bei den Rahmenbedingungen um … und wird vorsichtig.  

In den letzten Jahren hat die Luxusgüter-Branche deutlich zugelegt. Aber jetzt stehen wir vor einer Kombination aus immens gestiegenen Erzeugerpreisen, die nicht voll auf die Verkaufspreise umlegbar sind, da die Inflation die Verbraucher bereits durch die stark gestiegenen Energiepreise stark belastet. Zwar findet sich die Stammklientel von L’Oréal bei Luxusgütern im Bereich der Vermögenden, die gegen Inflation resistenter sind. Aber die Kundschaft der Kosmetiksparte findet sich auch in anderen Gehaltsklassen. Und wenn man Wachstum generieren will, ist es nötig, auch bei den mittleren Einkommen neue Kunden und mehr Kaufbereitschaft zu erreichen. In einem Umfeld starker Inflation und steigender Kreditkosten eine knifflige Sache.

Diese Gemengelage reduziert die Kaufbereitschaft der Anleger. Und wenn die Käuferseite schwach ist, ist das die Zeit der technisch orientierten Trader. Die Vollendung eines Doppeltopps im Januar hat zwar jetzt das rechnerische Kursziel der Formation erreicht, das 352 Euro läge. Aber um 350 Euro liegt die Nackenlinie eines noch grösseren Topps. Was sollte die auf der Short-Seite agierenden Trader davon abhalten, die aktuell um diese Unterstützung ringende Aktie gezielt weiter zu drücken, um aus dem kleinen ein grosses Topp zu machen und dadurch die Abwärtsbewegung zu verlängern?

Dass die L’Oréal-Aktie dann schon fast günstig bewertet wäre, auch, wenn sich Umsatz und Gewinn 2022 nur halten, mag schon sein. Aber das wäre nur ein Argument, die Aktie in die Watchlist zu packen und im Fall einer aufwärtswende zu kaufen und nicht, sie im Fall eines Bruchs der 350 Euro-Marke direkt einzusammeln. Denn dann wäre sie eher eine Trading-Chance Short für risikofreudige Trader.

L’Oréal-Aktie: Chart vom 16.02.2022, Kurs 355,15 Euro, Kürzel OR | Online Broker LYNX