Kering Aktie Prognose Kering: Zu Recht das Aschenputtel der Branche?

News: Aktuelle Analyse der Kering Aktie

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Am Donnerstagabend kamen die neuesten Umsatzzahlen des französischen Luxusgüter-Konzerns Kering heraus. Mit einem Minus von 3,3 Prozent in der Aktie könnte man denken, dass die Ergebnisse unerfreulich ausfielen. Doch das war nicht so. Wo klemmt es aber dann?

Wie alle anderen französischen Unternehmen auch meldete der Kering-Konzern, vor allem durch die beiden Hauptmarken Gucci und Yves Saint Laurent bekannt, nur die Entwicklung des Umsatzes. Zahlen zu Gewinn und Gewinnmarge kommen hier immer nur nach dem Ende eines Halbjahres. Aber immerhin liess sich anhand der Umsatzentwicklung erkennen: Es geht weiter voran. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 14 Prozent und damit mehr als seitens der Analysten im Schnitt prognostiziert.

Doch statt begeistert die Kursziele anzuheben, waren die ersten Reaktionen von Analysten Kurszielsenkungen.  Gleich drei Analysten nahmen ihre Kursziele nach unten. Allerdings: Diese neuen Kursziele lagen bei 600, 650 und 780 Euro. Und alle behielten ihre „Kaufen“-Einschätzung bei. Eigentlich also kein Grund, auf diesem Niveau auszusteigen.

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Zwar kommentierte Kering die Ergebnisse mit „wir sind noch nicht zurück in einer normalen Situation“. Denn der schwache Euro befeuerte zwar die Käufe von US-Touristen in Europa, auf der anderen Seite bremste aber die Situation in China den Umsatz in Asien. Aber ist das wirklich ein Grund, die Aktie zu drücken? Das würde für die Branchenkollegen Hermès, LVMH und, wenn man es grosszügig auslegt, für L’Oréal auch gelten. Genauso natürlich die berechtigte Vermutung, dass der Gewinn angesichts der überall gestiegenen Kosten nicht mit dem Umsatzanstieg wird mithalten können.

Und diesen drei Konzernen billigen die Anleger viel höhere Bewertungen zu. Auf Basis der aktuell im Schnitt geschätzten 2022er-Unternehmensgewinne lägen die Kurs/Gewinn-Verhältnisse für LVMH, Hermès und L’Oréal allesamt um 30, für Kering aber gerade einmal bei 15! Also?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Kering Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es gibt keine allzu tauglichen Argumente für diese so auffällig niedrigere Bewertung. Kering ist objektiv betrachtet zu Unrecht das Aschenputtel der Branche. Aber bevor man deswegen einfach mal auf Verdacht zugreift, sollte man eines bedenken:

Chart vom 21.10.2022, Kurs 454,10 Euro, Kürzel KER | Online Broker LYNX

Kering hat diese niedrige Bewertung zum Teil deswegen, weil diese Aktie von allen vier genannten mit Abstand die schwächste 2022er-Performance ausweist. Sie sehen im Chartbild, dass diese negative Reaktion auf durchaus nicht negative Ergebnisse dazu führte, dass sich die Aktie nicht aus der Gefahrenzone der Tiefs vom Mai und Oktober lösen konnte. Das Chartbild ist weiterhin bärisch. Solange das so bleibt, wäre der Einstieg riskant. Besser wäre es abzuwarten, bis Kering mit Schlusskursen über 490 Euro zumindest ein kurzfristig bullisches Signal abliefert, indem die Widerstandszone, an der die Aktie jetzt erst einmal abdrehen musste, in einem zweiten Anlauf überwunden wird.

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Vorherige Analysen der Kering Aktie

Mit Luxus lässt sich seit jeher Geld verdienen. Es steckt aber noch viel mehr dahinter. Kering profitiert von einer grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung.

Die Sanduhr

Kering ist einer der weltweit führenden Luxusgüter-Konzerne. Zum Portfolio gehören unter anderem Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Balenciaga, Alexander McQueen und Brioni.

Dass sich mit Luxus Geld verdienen lässt ist nicht neu, das war seit jeher der Fall. In einer Welt, die immer stärker von Social Media und Selbstinszenierung geprägt ist, gilt das umso mehr.
Man zeigt, was man hat.

Diese Entwicklung kann man gutheissen oder nicht, aber sie ist Fakt. Ein weiterer Faktor ist die weltweite Aushöhlung der Mittelschicht und die Effekte der „Consumer Hourglass Theory“.

Dieser Theorie, die eigentlich keine Theorie mehr ist, erodiert das mittelpreisige Segment bei allen möglichen Produktkategorien.
Es findet eine Spaltung in billig und teuer statt, dazwischen gibt es nicht mehr viel.

Im Kleidungsbereich erleben wir das seit Jahren eindrucksvoll. Einerseits gibt es Anbieter von fragwürdiger Billigware wie Primark, die einen Siegeszug vollziehen. Auf der anderen Seite stehen Gucci oder Louis Vuitton, denen man regelrecht die Bude einrennt.

Im Gegensatz dazu strauchelt alles, was nicht billig genug oder Luxus ist. Schauen Sie sich beispielsweise Hugo Boss an. Die Aktie hat nicht ohne Grund seit mehr als einer halben Dekade kein neues Hoch mehr erreicht.

Künstliche Verknappung

Die grossen Luxusmarken könnten hingegen viel mehr Ware absetzen, als sie tun. Man hält sich aber bewusst zurück und schafft eine künstliche Verknappung, um die Exklusivität zu wahren.
Unübertroffen in dieser Strategie ist übrigens Rolex, doch darum soll es hier nicht gehen.

Daher hatte ich mich in der Vergangenheit auch immer wieder positiv zu LVMH und einigen anderen Unternehmen im Luxus-Umfeld geäussert.
Nachdem Kering von 800 auf 600 Euro zurückgekommen ist, könnte die Aktie wieder interessant sein.

In der letzten Dekade hat Kering den Umsatz von 9,74 auf 17,65 Mrd. Euro gesteigert. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert.
In dieser Zeit kletterte die operative Marge von 18,4 auf 28,4%.

Dementsprechend konnte der Gewinn stark überproportional von 8,31 auf 25,49 Euro je Aktie gesteigert werden.
Die Dividende wurde von 3,50 auf 8,00 Euro erhöht.

Ausblick und Bewertung

Ferner wurde die Expansion weitgehend aus dem laufenden Cashflow finanziert. Kapitalerhöhungen waren nicht notwendig und die Bilanz ist sauber, die Barmittel übersteigen die Verpflichtungen.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, dürfte die Zukunft in ungefähr so aussehen wie die Vergangenheit: Das Wachstum geht weiter, die Gewinne sprudeln.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Gewinn auf 30,75 Euro je Aktie steigen, für 2023 werden 34,40 Euro je Aktie erwartet.

Kering kommt demnach auf ein KGVe von 19,9. Im Verhältnis zu den Charakteristiken des Unternehmens und den Kennzahlen ist das nicht viel.
In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 33,3. Das würde ich zwar als überhöht bezeichnen, zeigt aber, wie der Markt das Unternehmen tendenziell bewertet.
Selbst wenn man „nur“ ein KGV von 25 unterstellt, hat die Aktie knapp 25% Potenzial.

Chart vom 02.03.2022 Kurs: 608,50 Kürzel: KER - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.03.2022 Kurs: 608,50 Kürzel: KER – Wochenkerzen

Kering notiert derzeit in der Nähe der Unterstützung bei 600 USD und dem dort verlaufenden Aufwärtstrend. Für antizyklische Anleger könnte das eine erste Gelegenheit sein.

Fällt Kering jedoch unter 600 Euro, umso besser. In diesem Szenario muss mit einer Ausdehnung der Korrektur gerechnet werden.
Der mehrjährige Aufwärtstrend verläuft bei 570 Euro.

Darunter liegen die wichtigen Unterstützungen bei 535 und 510 Euro. Ein kurzzeitiger Rücksetzer auf dieses Niveau würde die übergeordnet bullische Gesamtsituation nicht infrage stellen.