Deutsche Post Aktie Prognose Deutsche Post: Den Sack müssen die Bullen jetzt zu machen!

News: Aktuelle Analyse der Deutsche Post Aktie

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Deutsche Post
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Die Aktie der Deutschen Post landete am Dienstag mit +1,21 Prozent nur unter „ferner liefen“. Aber wenn man sich die endgültigen Zahlen, die das Unternehmen am Morgen vorlegte, genau ansieht, war das Plus nicht selbstverständlich … und ausbaubar, wenn die Käufer dranbleiben.

Die Deutsche Post hatte den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) bereits am 10. Oktober als vorläufiges Ergebnis gemeldet. Bei den da gemeldeten 2,04 Milliarden blieb es auch, das waren etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Umsatz wurde jetzt erstmals gemeldet, da lag die Post mit 24,04 Milliarden Euro knapp 20 Prozent über Vorjahr. Und der Nettogewinn landete mit 1,23 Milliarden knapp 13 Prozent über dem Ergebnis des dritten Quartals 2021. Der Ausblick auf das Gesamtjahr liegt jetzt bei einem EBIT von 8,4 Milliarden Euro und damit am oberen Rand der bisherigen Prognose.

Das war solide, aber natürlich nicht revolutionär. Andererseits bewegt sich die Aktie der Deutschen Post am unteren Rand der diesjährigen Handelsspanne … und zugleich wird für 2022 ein Rekordgewinn avisiert. Wieso notiert die Aktie nicht höher? Das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie für die 2022er-Gewinnerwartung liegt bei 8,3, in den Vorjahren lag es zwischen 12 und 20. Die Deutsche Post ist also billig bewertet. Und hat auch noch eine weit überdurchschnittliche Dividendenrendite zu bieten. Was also hält die Anleger ab, hier richtig zuzulangen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Deutsche Post Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Man könnte ins Feld führen, dass das Unternehmen den starken Zahlen selbst einen Dämpfer verpasste, indem es darauf hinwies, dass man für das kommende Jahr eine Abkühlung erwarte. Die 2023er-Ergebnisse sollen aber über denen des Jahres 2019 liegen. Trotzdem gut? Nein, denn wer da zurückblickte, erkannte: 2019 lag das EBIT nur bei 3,74 Milliarden Euro, mehr als die Hälfte weniger als 2022 erwartet wird. Und auch, wenn „über 2019“ knapp darüber oder weit darüber bedeuten kann und man nicht wirklich absehen kann, wie es nächstes Jahr laufen wird, wurde doch klar: Kommendes Jahr sind die Brötchen kleiner. Bislang hatten die Analysten mit einem Gewinnrückgang um die 15 bis 20 Prozent gerechnet, aber nicht mit dieser Grössenordnung.

So gesehen war es durchaus eine Leistung, dass es die „Aktie Gelb“ am Handelsende ins Plus schaffte. Aber man muss natürlich auch sehen: Selbst bei einer Gewinnhalbierung läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2023 dann um 16 und wäre nur auf normalem, nicht aber zu hohem Niveau. Jetzt ist die Frage: Bleibt es bei dieser „gefassten“ Reaktion, wird man jetzt, da die „bad news“ auf dem Tisch liegen, womöglich sagen: Jetzt ist der Druck weg – und zugreifen?

Möglich wäre es, denn dadurch, dass die Aktie im Plus schloss, ist sie in Startposition für einen Befreiungsschlag geblieben. Sie sehen es im Chart: Der Kurs blieb dadurch über der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und der Supportzone 33,44/34,72 Euro und unmittelbar an der übergeordneten, im Januar etablierten Abwärtstrendlinie. Gelingt es, die in den kommenden Tagen zu überwinden, wozu kleine Zugewinne schon reichen würden, wäre der Weg zumindest mal an die momentan bei 39,13 Euro verlaufende 200-Tage-Linie frei. Die Bullen müssten den Sack jetzt nur konsequent zu machen!

Chart vom 08.11.2022, Kurs 36,26 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Deutsche Post Aktie

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Die 2022er-Performance der Deutsche Post-Aktie ist fatal. Nachlassender Konsum, steigende Kosten, das muss das Unternehmen ja massiv Gewinne kosten, davon gingen die meisten Anleger aus. Doch gestern kam eine Meldung, die dieser bärischen Sichtweise widerspricht.

Die Deutsche Post gab am Montag weit im Vorfeld der eigentlichen Quartalsbilanz, die am 8. November kommen wird, vorläufige Ergebnisse zum Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) heraus. Und dieses Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das EBIT liegt nach diesen noch nicht testierten Berechnungen bei 2,04 Milliarden Euro und damit nicht niedriger, sondern solide 15 Prozent höher als im Vorjahresquartal.

Und dass man bei der Post nicht davon ausgeht, dass das vierte Quartal dafür umso gruseliger wird, zeigte sich in der Aussage, dass der EBIT-Ausblick für das Gesamtjahr, der bislang auf 8,0 Milliarden plus/minus fünf Prozent lautete und im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen nie gesenkt wurde, im Zuge der Bilanz am 8.11. angehoben werden soll. Um wie viel, verlautbarte die Post zwar nicht, aber klar ist: Wer daraufsetzte, dass der Gewinn der Deutschen Post im laufenden Jahr massiv fallen würde, zum Beispiel unter dem Eindruck der deutlich unter Druck stehenden Gewinne beim Logistik-Riesen FedEx, sieht sich getäuscht.

Zwar ist das kein Garant für ein ebenso solides viertes Quartal, für ein gutes Jahr 2023 schon mal gar nicht, soweit kann man in diesem komplizierten Gesamtumfeld einfach nicht vorausschauen. Aber es ist ein Signal der Stärke, das wohl so manchen bislang überzeugten Short-Seller dazu bringen könnte, sich lieber woanders umzutun und die „Aktie Gelb“ erst einmal nicht mehr leer zu verkaufen, denn:

Expertenmeinung: Wenn es gelingt, den Gewinn des Vorjahres zu halten, was schon mit der bestehenden Gewinnprognose der Fall gewesen wäre, die viele im Vorfeld angezweifelt hatten, wäre die Aktie jetzt von der Bewertung her ausserordentlich günstig. Während das Kurs/Gewinn-Verhältnis in früheren Jahren im Bereich zwischen 15 und 20 pendelte, läge es für die noch nicht angehobenen Gewinnprognosen der Analysten momentan unter 8. Und würde die Deutsche Post ihre Vorjahresdividende auch für 2022 auszahlen, kämen noch einmal um die sechs Prozent Dividendenrendite obendrauf.  

Es wäre somit keine grosse Überraschung, wenn der Wind jetzt drehen würde. Aber noch ist die Aktie nicht „durch“. Dass der Kurs oberhalb des Ende September markierten, bisherigen Jahres-Verlaufstiefs von 29,67 Euro nach oben drehte und das mit Rückenwind dieser „good news“ passierte, ist ein sehr guter Ansatz.

Aber erst, wenn die Aktie klar über 35 Euro schliessen würde, wäre damit auch ein charttechnisch relevantes, bullisches Signal entstanden. Noch versperrt die Widerstandszone 33,44/35,03 Euro und die in diesem Bereich verlaufende, kurzfristige Abwärtstrendlinie den Bullen den Weg. Dieses Hindernis muss aus dem Weg. Gut möglich, dass das gelingt, aber wer nicht explizit das Risiko liebt, wartet, bis das auch tatsächlich passiert ist.

Deutsche Post Aktie:Chart vom 10.10.2022, Kurs 32,32 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX
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Ein Plus von 4,56 Prozent als Reaktion auf die Quartalsergebnisse scheint in Sachen Trendperspektive der Deutsche Post-Aktie keine Fragen offen zu lassen. Allerdings müsste dazu umgehend der Punkt überwunden werden, an dem die Aktie am Freitag abgeprallt ist.

Umsatz, Vorsteuergewinn, Nettogewinn: Alles lag solide über den Ergebnissen des Vorjahresquartals und, wichtiger noch, klar über den Erwartungen der Analysten. Und unter dem (nachvollziehbaren) Vorbehalt, dass sich die Gesamtsituation nicht deutlich verschlechtert, sieht die Deutsche Post das bisherige Ziel eines operativen Gewinns von acht Milliarden Euro plus/minus fünf Prozent als erreichbar, im Idealfall auch als übertreffbar an.

Dabei bezifferte die Post den Gewinn pro Aktie im zweiten Quartal mit 1,20 Euro. Im Vorjahr wurden 1,05 Euro verdient. Und, wichtiger noch, die Analysten hatten im Schnitt nur 1,01 Euro geschätzt, waren also mehrheitlich von einem Gewinnrückgang ausgegangen, nicht von einem solchen, soliden Gewinnanstieg. Dass die Aktie daraufhin zulegte, war also kein Wunder, aber die Frage ist:

Expertenmeinung: Geht diese Aufwärtsbewegung weiter? Dass die Deutsche Post ihre selber jetzt optimistischer eingestuften Ziele erreichen wird, ist gut möglich. Dass man dann in den kommenden Jahren eher nicht mit grossem Gewinnwachstum rechnen sollte, ist den Anlegern bekannt, die problematische Gesamtsituation ist ja den meisten klar. Andererseits ist der Logistikkonzern bei einer stärkeren Rezession womöglich stabiler unterwegs als die meisten zyklischen Unternehmen, so dass man die Aktie auch als eine Art „sicheren Hafen“ ansehen könnte. Das ist eine Gemengelage, in der man zwar unterstellen könnte, dass man, gerade mit Blick auf die massive Abwärtsbewegung im Vorfeld eher nicht Short gehen sollte. Aber was ist mit dem Restpotenzial nach oben – ist da noch mehr drin, liesse es sich noch einsteigen oder zukaufen?

Klar ist: Mittlerweile hat die Aktie eine Menge „Risiko“ eingepreist. Immerhin kann man für das laufende Jahr mit einem stabilen bis leicht höheren Gewinn pro Aktie rechnen, aber der Kurs notiert weit niedriger als vor einem Jahr. Für das laufende Jahr läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis momentan um 10 – das ist für diese Aktie ungewöhnlich günstig. Zugleich läge die Dividendenrendite auf aktuellem Kursniveau über vier Prozent – verlockend. Aber:

Ganz kurzfristig könnte dem Kurs die Puste ausgehen, es sei denn, die Käufer starten heute erneut durch und tragen die Aktie über die Widerstandslinie bei 42,98 Euro (das April-Hoch), an dem sie am Freitag erst einmal gebremst wurde. Das müsste schnell passieren, weil der RSI-Indikator, mittlerweile in die überkaufte Zone vorgedrungen, klar macht: Kurzfristig ist die Deutsche Post-Aktie heiss gelaufen.

Gelingt das, kann in den kommenden Tagen nach oben mehr drin sein, die nächsten Kursziele lägen bei 45,60 und 47,34 Euro. Aber wenn der Kurs an der 42,98 nicht vorbei kommen sollte, müsste man mit einem Rücksetzer rechnen. Den man jedoch, sollte der bis an die markante Supportzone 38,48/39,25 Euro führen und die Aktie dort wieder drehen, durchaus als eine interessante Einstiegschance sehen könnte.

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 05.08.2022, Kurs 41,755 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX
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Derzeit findet sich noch so manche Aktie, die angesichts der konjunkturellen Perspektive eigentlich niedriger notieren müsste. Andere aber sind schon so massiv verkauft worden, dass sie nicht nur billig wirken, sondern es auch sind. Die Deutsche Post gehört zur zweiten Gruppe.

Vielleicht steckt hinter der Baisse der Deutsche Post-Aktie eine Logik, die eben nicht jeder versteht. Fakt ist dabei aber, dass sie die Analysten dann auch nicht verstehen würden, denn dort bewerten nahezu alle die Aktie weiterhin als Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt momentan bei 62 Euro und selbst das niedrigste aller Kursziele liegt mit 42,50 Euro noch deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Und warum sollte die Aktie nicht auch höher notieren?

Dass die Post bereits Ende letzten Jahres avisierte, dass der Gewinn 2022 nicht weiter steigen wird, mag einen langen Höhenflug zu Recht gebremst haben. Aber wir reden da von einer Stagnation des Gewinns auf Rekordniveau. Und warum sollte der dramatisch abrutschen, selbst, wenn Deutschland in einer Rezession landet? Momentan wäre die Aktie im Vergleich zum Kurs/Gewinn-Verhältnis der vergangenen fünf, sechs Jahre normal bewertet … wenn sich der Unternehmensgewinn umgehend glatt halbieren würde! Aber warum sollte das passieren?

Expertenmeinung: Dass der Umsatz und Gewinn mit Paketen und der Güter-Logistik deutlich wegbricht, wenn das Wirtschaftswachstum durch den Gürtel enger schnallende Verbraucher wegbricht, ist nicht zwingend. Gerade wegen hoher Spritpreise und wegen knappem, verfügbarem Geld würden viele doch eher beim Versandhandel nach dem besten Preis suchen und sich Ware liefern lassen, statt zig Kilometer von einem Laden zum nächsten zu fahren. Und dass andere Logistik-Dienstleister DHL als etabliertem Platzhirsch den Umsatz abgreifen würden, ist zumindest fraglich, denn dort sind die Margen viel knapper.

So gesehen wäre die Aktie auf diesem so kräftig gedrückten Niveau grundsätzlich günstig bewertet. Doch wenn Anleger erst einmal auf Baisse spekulieren, kann so etwas hartnäckig sein. Ohne ein Signal im Chart, dass sich die Aktie in Richtung Wende bewegt, sollte man sie daher nur anfassen, wenn man gezielt mit einem langen Atem agiert und es einem nicht darauf ankommt, ob der Kurs kurzfristig noch ein Stück weiter nachgibt.

Aber eine Chance, dass sich da nach oben etwas ergibt, fände sich jetzt durchaus, wie wir in diesem Chart auf Wochenbasis sehen. Denn nach einer langen roten Kerze in der vorvergangenen Woche endete die letzte mit einem Doji. Jetzt noch Kursgewinne im weiteren Verlauf dieser Woche, die zu einer langen, grünen Wochenkerze führen, und wir hätten hier eine potenzielle Aufwärts-Wendeformation in Form eines „Morning Star“. Was vor allem deswegen ideal wäre, weil dadurch dann die untere Begrenzung einer mittel- bis langfristigen, bis Ende 2017 zurück reichenden Supportzone verteidigt würde, die zwischen 35,00 und 38,15 Euro liegt. Und die überverkauften markttechnischen Indikatoren (hier im Chart der Stochastik-Oszillator) würden eine Rallye derzeit unterstützen.

Sollte die Aktie der Deutschen Post diese Zone 35,00/38,15 Euro auf Wochen-Schlusskursbasis überwinden, wäre das ein starkes Signal. Ideal wäre es, wenn dann auch noch die Widerstandslinie bei 41,36 Euro zügig überboten wird … aber das wäre dann nach der „Pflicht“ schon die „Kür“.

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 21.06.2022, Kurs 35,245 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Abwärtsspirale an den globalen Aktienmärkten dreht sich vorerst weiter und ein Grossteil der Wertpapiere kommt derzeit unter die Räder. Auch die Deutsche Post-Aktie kann sich dem bärischen Treiben nicht entziehen und verliert immer mehr an Boden. Zuletzt konnte sich der Titel von März auf April noch stabilisieren und das psychologisch wichtige Niveau bei rund 40 EUR verteidigen. Zum Ende der vorigen Woche zeigte sich jedoch ein klares Verkaufssignal. Die Unterstützungslinie wurde per Schlusskurs nach unten gebrochen und eine neue Verkaufswelle wurde losgetreten. Es folgte ein Kurssturz von fast 10% in nur zwei Tagen. Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie in einem klar bärischen Umfeld.

Expertenmeinung: Anleger, welche versucht haben, sich ein Schnäppchen zu sichern, wurden wieder einmal auf dem falschen Fuss erwischt. Mittelfristig sollte der Fokus ganz auf der 50-Tage-Linie sein. Solange diese nach unten zeigt und sich die Kurse unter dem gleitenden Durchschnitt befinden, bleibt die Lage gefährlich und angespannt. Die Ampeln stehen eindeutig auf Rot und der freie Fall könnte sich auch in den kommenden Tagen weiter fortsetzen. Der ein oder andere kurzfristig starke Bounce nach oben kann natürlich kommen, aber eine nachhaltige Trendwende wird wohl einige Wochen in Anspruch nehmen. Die Deutsche Post-Aktie bleibt aus meiner Sicht derzeit ein klarer No-Go.

Aussicht: BÄRISCH

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 10.05.2022 Kurs 37.81 Kürzel: DPW | Online Broker LYNX

Es ist schon bezeichnend für die gekippte Stimmung am Gesamtmarkt, wenn eine Aktie wie die der Deutschen Post nicht steigen kann, nachdem Quartalszahlen auf den Tisch kamen, die klar über Vorjahr und Prognosen lagen. Jetzt geht es um eine entscheidende Supportzone!

Da konnte man eigentlich kein Haar in der Suppe herbeireden: Mit 22,59 Milliarden Euro Umsatz lag die Deutsche Post weit über dem Umsatz des Vorjahresquartals (18,86 Milliarden) und klar über der durchschnittlichen Analystenprognose von 20,77 Milliarden Euro. Der Nettogewinn betrug 1,35 Milliarden Euro, weit mehr als die 1,19 Milliarden des ersten Quartals 2021. Und das, obwohl die Analysten im Vorfeld nur mit einem gegenüber damals gehaltenen Gewinn von 1,20 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Ein Haken dabei war zwar, dass der Umsatz zum Vorjahr 19,77 Prozent, der Nettogewinn aber „nur“ 13,44 Prozent zugelegt hatte. Aber hätte denn irgendjemand in diesem so schwierigen Umfeld mit rapide gestiegenen Treibstoffkosten mit etwas anderem rechnen können? Zumal die Aktie schliesslich im Vorfeld bereits deutlich unter die Räder gekommen war. Damit hätte man ja diese Probleme, wenn man sie bei dieser bislang überschaubaren Grössenordnung so nennen will, längst eingepreist. Trotzdem, Sie sehen es im Chart: Die Käufer machten sich rar.

Expertenmeinung: Als die vorgenannten Quartalszahlen, die übrigens von einer bestätigten Prognose für das laufende und die kommenden Jahre begleitet wurden, am 3. Mai vorgelegt wurden, eröffnete die „Aktie Gelb“ zunächst höher, schloss dann aber quasi unverändert. Nach einem kaum bewegten Mittwoch am Donnerstag dasselbe Spiel: Eröffnung im Plus … und ein umgehender Abverkauf der Gewinne. Was zwar im Sog eines genauso laufenden Gesamtmarkts passierte, ebenso wie die erneuten Abgaben am Freitag. Aber das ändert ja nichts an der kniffligen Situation, der sich das bullische Lager gegenübersieht:

Die Chance, die Februar-Abwärtstrendlinie zu bezwingen, lockte keine Käufer hinter dem Ofen hervor. Das Eintauchen in eine breite, eigentlich äusserst massive Supportzone, die neben den Tiefs der Monate März und April aus einer Reihe von Zwischentiefs vom Herbst 2020 besteht und zwischen 37,27 und 39,17 Euro liegt, auch nicht. Was sollte also jetzt verhindern, dass die Short-Seller das Fernbleiben der Bullen nutzen, um die Post-Aktie einfach durch diese Unterstützungszone zu drücken?

Deutsche Post-Aktie: Chart vom 06.05.2022, Kurs 38,98 Euro, Kürzel DPW | Online Broker LYNX

Die Einschätzungen der Analysten als Reaktion auf die Bilanz sind da auch nicht gerade hilfreich, denn eine ganze Reihe von Analysten passte daraufhin zwar ihre Kursziele an. Aber diese neuen Ziele liegen zwischen 43 und 74 Euro. Da alle Experten dieselben Zahlen zu sehen bekamen, zeigt das schon: Auch da weiss man nicht recht, was man mit der Aktie anfangen soll. Kurz: Man sollte besser nicht ausschliessen, dass der Abstieg weitergeht, diese Auffangzone nicht halten wird. Das muss nicht passieren. Aber bevor die Deutsche Post-Aktie nicht mit Schlusskursen über 43 Euro nicht nur über die Februar-Abwärtstrendlinie gelaufen ist, sondern auch noch das Zwischenhoch vom April bezwungen hat, wäre es gewagt, dem Braten einer möglichen Rückkehr der Käufer zu trauen.