Daimler Truck Holding Aktie Prognose Daimler Truck: Der Ausblick wird überprüft … das birgt Sprengstoff

News: Aktuelle Analyse der Daimler Truck Holding Aktie

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Auf Basis von am Dienstagabend vorgelegten, vorläufigen Zahlen hat Daimler Truck auf EBIT-Basis die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Die negative Reaktion des Marktes hielt sich mit -1,69 Prozent in Grenzen. Aber es wäre denkbar, dass es damit noch nicht getan ist.

Verteilt man negative Nachrichten über die Zeit, wirken sie zwar besser verdaulich, werden dadurch aber nicht besser. Als Daimler Truck am Dienstagabend meldete, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 1,076 Milliarden Euro im 2. Quartal deutlich unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 1,253 Milliarden liegen dürfte, um Sonderfaktoren bereinigt mit 1,168 Milliarden ein bisschen weniger darunter (Konsens 1,259 Milliarden), könnten einige die Absatzzahlen des 2. Quartals bereits nicht mehr auf dem Schirm gehabt haben.

Gut eine Woche zuvor hatte man mit dem gemeldeten Absatzrückgang von 15 Prozent zum Vorjahr bereits ein Stirnrunzeln generiert. Zumindest bei denen, die die Aktie des Nutzfahrzeugherstellers im 1. Quartal noch wie entfesselt eingesammelt hatten, weil die Bewertung günstig schien und Daimler Truck im 2024er-Ausblick avisierte, dass der Gewinn in diesem Jahr auf dem hohen Niveau des Vorjahres bleiben werde.

Diesen Ausblick indes überprüfe man gerade, hiess es im Zuge dieser gestrigen Vorab-Zahlen. Das Ergebnis dieser Überprüfung dürfte dann am 1. August gemeldet werden, wenn die Ergebnisse des 2. Quartals bzw. des 1. Halbjahrs komplett vorgelegt werden. Und das bedeutet tendenziell Risiko auf der Unterseite, denn:

Expertenmeinung: Natürlich ist eine gewisse Ernüchterung längst vorhanden und eingepreist, immerhin zeigt der Chart, dass der Riesensatz Anfang März, mit dem die Akteure auf den überraschend optimistischen Jahresausblick reagiert hatten, bereits abverkauft wurde. Aber das Chartbild wirkt, als seien nicht wenige der Ansicht, dass da noch Luft nach unten ist.

Denn Daimler Truck kommt von seiner 200-Tage-Linie nicht weg. Zwei Ausbruchsversuche über den die Bodenbildungszone bei 38,01 Euro auf der Oberseite begrenzenden Widerstand wurden abgewiesen, obwohl der Kurs bereits überverkauft war. Dass es gestern gelang, das Minus als Reaktion auf die verfehlte Gewinnprognose im Rahmen zu halten, mag eine Chance bieten, einen dritten Anlauf zu starten. Aber die laufende Überprüfung der Jahresziele, so spät nach längst schwächer werdenden Zahlen, wirkt wie ein Damoklesschwert, das ggf. sogar mehrmals zuschlägt, falls man sich bei Daimler Truck entschliesst, sich der Lage nur scheibchenweise anzupassen. Die sich nämlich allemal weiter eintrüben könnte.

Denn dass es im derzeitigen Umfeld, in dem es nicht nur in China, sondern auch in Europa nicht gut läuft und der US-Markt zwar stark daherkommt, das aber nicht ausgleichen kann, zu noch grösserem Druck kommen kann, ist klar. Ob das aber eingepreist ist, ist zumindest fraglich, daher:

Wenn die Aktie im Vorfeld der kompletten Ergebnisse, die am 1. August anstehen, nach oben ausbrechen sollte, sollte man das mit Vorsicht geniessen. Dass die Bären im Gegenzug jetzt den Druck erhöhen, das erste, markante Hoch nach dem Börsengang, das Jahreshoch 2022 bei 35,75 Euro als Support fällt und die Aktie die nächstliegende Auffangzone bei 33,96 zu 34,41 Euro testet, wäre ein Szenario, das nicht überraschen würde.

Quellenangaben: Vorläufige Ergebnisse zum 2. Quartal, 16.07.2024:
https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/vorlaeufige-ergebnisse-der-daimler-truck-holding-ag-fuer-das-2quartal-2024-operative-performance-des-industriegeschaefts-bei-102-vollstaendige-wertberichtigung-des-china-joint-ventures-120-mio-euro-fuehrt-zu-einer-bereinigten-umsatzrendite-von-93-52767137

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Vorherige Analysen der Daimler Truck Holding Aktie

Gestern legte Daimler Truck die Verkaufszahlen des zweiten Quartals vor. Mit -15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum blieb ein Kaufargument aus, das aus charttechnischer Sicht dringend nötig wäre. Und wenn die Käufer wegbleiben, freuen sich die Bären. Wie ist die Lage?

Die Lage ist eher problematisch. Zwar hat der Nutzfahrzeug-Hersteller schon im vergangenen Jahr von einer „Normalisierung“ des Marktes gesprochen. Aber was ist denn konkret „normal“? Heisst das, Verkaufszahlen und Gewinnmargen kehren auf die Levels vor Corona, Materialengpässen und Inflation zurück? Oder heisst „normal“, dass diese Boomphase, was ja eigentlich nicht überraschen würde, von einem Auftragsloch abgelöst wird, weil der Markt durch die Extrem-Nachfrage in den Vorjahren jetzt gesättigt ist?

Man wird es sehen. Am 1. August kommen die kompletten Zahlen zum zweiten Quartal, die Verkaufszahlen alleine geben ja nur Andeutungen, wie es in Sachen Marge aussehen könnte. Übel ist vor allem Asien gelaufen, da wurden 29 Prozent weniger Nutzfahrzeuge verkauft, das hat die Gesamtzahl so deutlich nach unten gezogen. Aber Asien ist eben ein wichtiger Markt, im Vorjahresquartal lag der Anteil der Region an den Gesamt-Verkäufen um 30 Prozent.

Dass Daimler Truck im Zuge dieser Meldung nichts zur bisherigen Gesamtjahresprognose schrieb, wird von einigen als Beleg dafür gesehen, dass die auch nicht nach unten korrigiert werden müsse. Ich wäre da zumindest vorsichtig, denn erst, wenn die kompletten Zahlen vorliegen, liesse sich urteilen, ob man den Ausblick korrigieren muss. Und wenn man bedenkt, dass Daimler Truck da von einem gegenüber 2023 in etwa gehaltenen Gewinn ausgeht, wäre eine Abwärts-Korrektur dieser Prognose langsam zu erwarten, immerhin hatte es im ersten Quartal in Sachen Auslieferungen auch nicht besser ausgehen. Andererseits …

Expertenmeinung: … ist die Aktie von ihrem Rallye-Hoch aus dem März bereits um knapp ein Viertel gefallen. Reicht das nicht langsam als Anpassung an ungemütlichere Fakten aus?

Eher nicht, denn damit wurde bislang nur etwas mehr als die schwierig nachvollziehbare, wilde Kaufwelle nach der Vorlage des 2024er-Ausblicks Anfang März abverkauft. Hätte man vorher mit deutlich sinkenden Unternehmensgewinnen gerechnet, könnte man die bisherige Korrektur sicherlich als Vorwegnahme von „bad news“ sehen, aber wir sehen ja im Chart:

Daimler Truck Aktie: Chart vom 08.07.2024, Kurs 36,13 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 08.07.2024, Kurs 36,13 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Die Aktie war bereits vor dem Kurssprung stark gestiegen. Und das momentane Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp acht basiert auf einer durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung, die von einem zum Vorjahr in der Tat gehaltenen Gewinn ausgeht. Was indes hiesse:

Die Marge müsste noch weiter steigen, um das Minus bei den Verkaufszahlen auszugleichen. Was indes in diesem Umfeld überraschend wäre, so gesehen waren diese Absatzzahlen eher Wasser auf die Mühlen der Bären.

Das vormalige, alte Rekordhoch ist jetzt die Marke, auf die es mit entscheidend ankommt. Da diese gestrigen Zahlen nicht imstande waren, die Käufer zurückzubringen, haben die Bären beim momentanen Ringen um die 200-Tage-Linie einen Vorteil. Aber, das Anfang 2022 bei 35,75 Euro ausgebildete, alte Hoch der Aktie liegt als Support nahe. Erst, wenn sich die Käufer auch dort nicht zeigen, stünde der nächste Auffangbereich bei 34,06 zu 34,44 Euro im Fokus. Dass der dann hält, solange Daimler Truck die Jahresprognose nicht antastet, ist zwar gut möglich. Aber da diese Prognose immer wackliger wird, wäre das nicht gerade ein gutes Argument, um im Fall eines Tests dieser Zone allzu vertrauensvoll die Hand aufzuhalten.

Quellenangaben: Absatzzahlen 2. Quartal 2024, 08.07.2024: https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/daimler-truck-absatz-im-2-quartal-bei-112195-einheiten-52758480

Daimler Truck legte gute Ergebnisse zum 1. Quartal vor … gut bis auf den Auftragseingang. Und zum weiteren Jahresverlauf äusserte man sich vorsichtig. Die Aktie wurde zum DAX-Tagesverlierer … schloss aber deutlich über Tagestief. Halten die Bullen also die Stellung?

Ein Minus von 3,78 Prozent ist zwar nicht gerade klein, aber am Tagestief hatte die Nutzfahrzeuge-Tochter der Mercedes-Benz Group auch schon 7,3 Prozent im Minus gelegen. Und nachdem die Aktie fast am Tagestief in den Handel gestartet war, führte das zu einer weissen Kerze, die aus rein charttechnischer Sicht wie ein Rettungsring wirkt, den sich das bullische Lager selbst zugeworfen hat.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 03.05.2024, Kurs 40,95 Euro, Kürzel: DTG | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 03.05.2024, Kurs 40,95 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart diese riesige Aufwärts-Kurslücke, die entstand, als Daimler Truck Anfang März seine 2023er-Ergebnisse nebst 2024er-Ausblick vorgelegt hatte. Diese Käufe gingen weiter, obwohl man durchaus der Ansicht sein konnte, dass der Ausblick das nicht hergeben und zudem auf eher wackligen Füssen stehen würde. Diejenigen, die das in der Tat so sahen, begannen die Gewinne einzustreichen, als sich die Aktie im März auf neuen Rekordlevels festgefahren hatte. Der April wies abwärts, die untere Begrenzung der Kurslücke bei 40,69 Euro kam in Reichweite. Und die Trader dürften sich der alten Faustregel bewusst sein:

Wenn eine Aktie in eine Kurslücke zurückrutscht, ist es wahrscheinlich, dass sie geschlossen, d. h. die untere Begrenzung angelaufen wird. Die hier bei nur 38,01 Euro liegt. Genau danach sah es zu Handelsbeginn am Freitag aus. Doch dadurch, dass Käufer in die abrutschenden Kurse hinein die Hand aufhielten, schaffte es die Daimler-Truck-Aktie zum Handelsende mit 40,95 Euro doch wieder in den Bereich über dieser Lücke. Gerettet?

Expertenmeinung: Darauf sollte man lieber noch nicht wetten. Denn die Statements aus dem Daimler Truck-Vorstand klangen längst nicht mehr so optimistisch wie vor einigen Monaten. Zwar lagen Umsatz und Gewinn im ersten Quartal über der Analystenprognose und höher als im Vorjahreszeitraum. Aber der Auftragseingang fiel erneut, diesmal um 14 Prozent.

Laut Aussagen von Daimler Truck-Vorstandschef Daum ist es vor allem das Inland, das nicht gut aussieht. Man erwarte im zweiten Quartal eine Belebung, sehe diese bislang aber noch nicht. Und vor allem in Deutschland sei die Stimmung derzeit nicht gut. Die Monate Mai und Juni sind in Bezug auf den Auftragseingang jetzt für das Gesamtjahr entscheidend, hiess es.

Damit trübt sich eine Perspektive ein, auf welche die Trader im März ohnehin schon, nüchtern betrachtet, überzogen reagiert hatten. Das birgt Risiken nach unten, die man eher nicht mit diesen Rettungskäufen zurück über die Kurslücke alleine vom Tisch bekommt. Die Aktie müsste mindestens über dem an der 20-Tage-Linie abverkauften Hoch der vergangenen Woche bei 44,25 Euro schliessen, um wirklich vermuten zu dürfen, dass die Bullen die Sache noch einmal hingebogen haben. Sollte jedoch das Tagestief des Freitags bei 39,44 Euro auf Schlusskursbasis unterboten werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurslücke doch noch geschlossen wird, hoch.

Quellen:
Bericht zum 1. Quartal 2024: https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/daimler-truck-mit-solidem-start-ins-jahr-2024-52696344

Es ist schon beeindruckend: Obwohl Daimler Truck für 2024 mit einem gegenüber 2023 nur gehaltenen Gewinn plant, schoss die Aktie Anfang März als Reaktion auf den Ausblick auf neue Hochs, die neuesten Verkaufszahlen drückten die Aktie nur leicht. Kann das gutgehen?

Dass man einen Rückgang der verkauften Nutzfahrzeuge im ersten Quartal um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht mit Begeisterung aufnimmt, ist klar. Aber wenn man sich ansieht, wie extrem die Daimler Truck-Aktie seit dem 1. März gestiegen ist, als neben der 2023er-Bilanz auch der 2024er-Ausblick vorgelegt wurde, wirkt das gestrige Minus von 4,01 Prozent definitiv harmlos. Vor allem, wenn man die gesamte Rallye betrachtet, die Mitte November bei 28 Euro begann und die Aktie in der Spitze um glatte 70 Prozent höher trug.

Und dieser gestrige Abschlag ist auch aus charttechnischer Sicht bislang noch nicht bedeutsam. Nervös dürfte das bullische Lager erst werden, wenn die Aktie unter 44,72 Euro und damit unter dem Tageshoch dieses 1. März schliessen würden. Dann dürfte dieser massive Ausbruch über das vorherige Rekordhoch bei 35,76 Euro ins Wanken geraten und dieses alte Hoch als nächstliegende Supportlinie womöglich auch getestet werden.

Man fragt sich indes, wieso das nicht längst passiert ist bzw. die Aktie überhaupt ausbrechen konnte. Denn wenn der Gewinn 2024 nicht über dem von 2023 liegt und der Kurs 2023 nicht an und erst recht nicht über das damalige Hoch bei 35,76 Euro lief, das Anfang 2022 erzielt wurde, welches logische Fundament kann der jetzt doch vollzogene Ausbruch haben?

Expertenmeinung: Und in der Tat muss man da schon ein wenig kreativ werden, um in Bezug auf diese gewaltige Kaufwelle zu dem Schluss zu kommen, dass das so und nicht anders richtig ist. Man könnte beispielsweise argumentieren, dass die Anleger die Daimler Truck-Aktie nur deswegen im Vorjahr nicht höher kauften, weil sie sicher waren, dass der Nutzfahrzeuge-Boom 2024 so in sich zusammenfallen würde, dass der Gewinn massiv gedrückt wird. Jetzt aber sprach man im Unternehmen nur von einer „Normalisierung des Marktes“ und einem gehaltenen Gewinn. Hätten also genug Trader zuvor Schlimmeres erwartet, hätte das Käufe begründen können.

Des Weiteren könnte man argumentieren, dass die Bewertung der Aktie sehr niedrig war und man jetzt, da man weiss, dass Daimler Truck den Gewinn halten wird, eine höhere Bewertung rechtfertigen und daher kaufen könnte. Immerhin liegt das durchschnittliche Kursziel seitens der Analysten bei momentan 50,50 Euro … und wurde somit noch nicht einmal erreicht.

Das Problem ist indes, dass solche Argumente so ihre Haken haben. Erstens ist, vor allem nach diesen schwachen, gestern gemeldeten Verkaufszahlen des ersten Quartals, ganz und gar nicht sicher, ob es Daimler Truck wirklich gelingen wird, den 2023er-Gewinn zu halten. Zweitens ist die Bewertung, sofern man die zuvor als niedrig hätte ansehen wollen, jetzt eben nicht mehr niedrig. Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von aktuell 10,1 auf Basis der 2024er-Gewinnschätzungen kann man bei dieser Branche nicht mehr von „günstig“ sprechen.

Daher kommt hier eher der Eindruck auf, dass das bullische Lager sehr bemüht versucht, gar nicht erst den Gedanken an Verkäufe aufkommen zu lassen, weil man dort weiss: Wenn die Kurse erst einmal rutschen, können sie wegen der dünnen Argumente für dieses hohe Kursniveau schnell weiter rutschen. Nicht zuletzt mit Blick auf den Abgrund, der sich da aus charttechnischer Sicht in der Aktie auftut, wenn erst einmal dieses Tageshoch vom 1. März unterboten und damit dann eine kleine Toppbildung vollendet wäre. Achten Sie auf diesen Level von 44,72 Euro, diese Marke dürfte die Achillesferse der Bullen sein.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 09.04.2024, Kurs 45,30 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Meldung Absatzzahlen 1. Quartal 2024, 09.04.2024:
https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/daimler-truck-mit-erwartet-normalisiertem-absatz-im-ersten-quartal-52667471
Kursziele Analysten: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck wartete am Freitag mit dem Ergebnis 2023 und dem Ausblick auf 2024 auf. Die Zahlen für 2023 waren gut, aber nicht ohne Haare in der Suppe, der Ausblick zumindest nicht gerade elektrisierend. Doch die Aktie explodierte – warum?

Ein Plus von 18,1 Prozent als Reaktion auf diese Bilanz … nach Durchsicht dessen, was da vorgelegt wurde, bleibt der Eindruck, dass dieser Kurssprung zumindest als „sehr ambitioniert“ einzuordnen wäre. Denn wer da am Freitag auf dem Niveau eines neuen Rekordhochs einstieg, muss ja davon ausgehen, dass noch ordentlich Luft für weitere Kursgewinne ist. Und das wäre zumindest offen. Ein Blick auf das, was Daimler Truck zu 2023 zu berichten hatte:

Daimler Truck Aktie: Chart vom 01.03.2024, Kurs 44,62 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 01.03.2024, Kurs 44,62 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 55,9 Milliarden Euro. Was gut klingt. Aber erstens lag die Analysten-Prognose im Schnitt mit 56,2 Milliarden etwas höher. Zweitens basierte das Umsatzplus nicht auf einer entsprechend höheren Zahl ausgelieferter Fahrzeuge: Die Absatzmenge lag nur ein Prozent über der des Jahres 2022. Es waren deutlich angehobene Preise, die den Umsatz angeschoben hatten,

Der Auftragseingang lag 2023 bei 426.910 Fahrzeugen. Das sind 18,3 Prozent weniger als 2023 und in etwa genauso viel weniger als 2023 ausgeliefert wurden. Daimler Truck umschreibt das als Normalisierung der Nachfrage. „Normalisierung“ klingt zwar im ersten Moment, als würde sich etwas von schlecht zurück zu gut bewegen, aber in diesem Fall ist das eben in Sachen Ausblick weniger gut.

Aus den Ergebnissen heraus ragte nur der Gewinn. Der lag vor Zinsen und Steuern (EBIT) 39 Prozent höher als 2022, was auf die kräftig angehobenen Preise zurückgeht und erreichte netto als Gewinn pro Aktie 4,62 Euro nach 3,24 Euro im Vorjahr. Die Prognosen lagen indes nicht meilenweit darunter, sondern je nach Quelle im Schnitt zwischen 4,36 und 4,49 Euro pro Aktie. Die Umsatzrendite, sprich Gewinnmarge, kam so auf 9,9 Prozent und erreichte damit das obere Ende der unternehmenseigenen Zielzone von 8,5 bis 10,0 Prozent.

Expertenmeinung: Insgesamt lag Daimler Truck also am oberen Ende der selbst gesteckten und damit allen im Vorfeld bekannten Ziele. Das ist gut, keine Frage. Aber ein Kurssprung um 18 Prozent, nachdem die Aktie ja bereits im Vorfeld wie an der Schnur gezogen gestiegen und über das alte 2022er-Rekordhoch gelaufen war, bevor die Bilanz kam? War es ein immens bullischer Ausblick, der die Trader derart ungehemmt zum Einstieg trieb?

Das würde ja schon beim Blick auf den markant gesunkenen Auftragseingang wundern. Und in der Tat wies die 2024er-Prognose nichts Aufrüttelndes auf, denn man sieht den Umsatz auf Vorjahresniveau +/- eine Milliarde, den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ebenso, die Umsatzrendite zwischen 9,0 und 10,5 Prozent nach den 9,9 Prozent 2023. Sprich: Der Gewinn sollte, wenn das so eintritt, in etwa gleich bleiben.

Richtig ist zwar, dass Daimler Truck weiter eigene Aktien zurückkaufen will, avisiert wurden Rückkäufe im Wert von zwei Milliarden über zwei Jahre. Aber bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von etwa 36 Milliarden Euro ist das kein „Game Changer“, ebenso wenig wie die stärker als im Vorfeld allgemein erwartet angehobene Dividende, die von 1,30 auf 1,90 Euro steigt. Im Vorfeld hatte man ohnehin im Schnitt 1,75 Euro erwartet. Also?

Also steht der Kursanstieg wegen seiner immensen Grössenordnung auf eher dünnen Beinen. Die Aktie ist dadurch sogar auf der hier abgebildeten Wochenebene markttechnisch extrem überkauft und zumindest nicht mehr günstig bewertet. Und die genannte „Normalisierung“ des Marktes und das Avis eines in diesem Jahr nicht weiter steigenden Gewinns pro Aktie hinterlässt den Eindruck, dass man auf diesem Kursniveau eher nicht neu einsteigen, aber bei bestehenden Positionen an zumindest teilweises „Kasse machen“ denken sollte.

Quellenangaben: Ergebnis 2023 und Ausblick 2024, 01.03.2024:
https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/daimler-truck-rekordergebnisse-im-jahr-2023-und-robuster-ausblick-fuer-2024-52594253

Zum Handelsende des Freitags fehlten gerade einmal 20 Cent zum Erreichen des Anfang 2021 markierten, bisherigen Verlaufsrekords der Daimler Truck-Aktie. Doch was unterfüttert diesen Versuch, die Aktie auf neue Hochs zu heben? Noch stehen Bilanz und Ausblick aus.

Die Bilanz des vierten Quartals steht für den 1. März an. Das heisst, dass man momentan nicht weiss, wie es beim Nutzfahrzeuge-Hersteller Daimler Truck seit dem 30. September gelaufen ist. Und die am 7. November vorgelegten Ergebnisse des dritten Quartals waren alles andere als erfreulich. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern war da zwar zum Vorjahr leicht von 1,27 auf 1,34 Milliarden Euro gestiegen, die Analysten hatten aber 1,41 Milliarden erwartet. Auch der Umsatz war leicht gestiegen, hatte aber die Prognose verfehlt. Und richtig ernüchternd war der Auftragseingang, der lag nämlich erhebliche 27 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 16.02.2024, Kurs 35,55 Euro, Kürzel: DTG | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 16.02.2024, Kurs 35,55 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Dementsprechend unerfreut nahmen die Anleger diese Ergebnisse Anfang November auch auf: Die Daimler Truck-Aktie fiel. Zwar gelang es, den Kurs knapp über dem im Mai markierten 2023er-Tief von 27,57 Euro zu stabilisieren. Aber seither gab es keine nennenswerten neuen Nachrichten, weder zum Guten noch zum Schlechten. Und im Vorfeld der anstehenden Ergebnisse des vierten Quartals und eines dann vermutlich mitgelieferten Ausblicks auf das laufende Jahr gehen die Experten bislang im Schnitt davon aus, dass Daimler Truck beim Gewinn pro Aktie 2024 unter dem Vorjahr liegen wird. Wie verträgt sich das mit einer Rallye von in der Spitze fast 28 Prozent seit der letzten Bilanz und dem Rekordhoch in Schlagdistanz?

Expertenmeinung: Letztlich gar nicht. Und das macht diese Rallye gewagt, einen Neueinstieg auf diesem Niveau sowieso. Denn die Bewertung wäre auf Basis der aktuellen 2024er-Gewinnschätzungen nicht mehr niedrig. Und sich einfach darauf zu verlassen, dass wohl irgendwer mehr weiss als die anderen und die Kaufwelle daher ein bislang unsichtbares Fundament hat, wäre, wenn man es freundlich ausdrücken will, verwegen.

Nun liesse es sich mit dieser Welle mitschwimmen, solange sie läuft. Aber das sollte man doch eher nur dann erwägen, wenn man bereits dabei ist. Immerhin könnte die am Freitag gelaufene Abrechnung am Terminmarkt den Kurs zusätzlich befeuert haben, was aber nur ein kurzfristig wirksamer und jetzt grundsätzlich eben nicht mehr relevanter Faktor wäre. Und aus markttechnischer Sicht ist die Daimler Truck-Aktie jetzt klar überkauft.

Denkbar wäre ein kurzer Ausflug über das bisherige Verlaufshoch bei 35,755 Euro, der dann auf Gewinnmitnahmen trifft. Aber dass die Aktie im Vorfeld überzeugender Bilanzdaten die, wie gesagt, offiziell erst am 1. März erwartet werden, nachhaltig über das alte Hoch läuft, ist fraglich genug um sich, wenn man hier dabei ist, konsequent mit einer Stop-Loss-Order abzusichern.

Quellen:
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/