Daimler Truck Holding Aktie Prognose Daimler Truck: Diese Rallye erscheint gewagt

News: Aktuelle Analyse der Daimler Truck Holding Aktie

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Daimler Truck Holding
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Zum Handelsende des Freitags fehlten gerade einmal 20 Cent zum Erreichen des Anfang 2021 markierten, bisherigen Verlaufsrekords der Daimler Truck-Aktie. Doch was unterfüttert diesen Versuch, die Aktie auf neue Hochs zu heben? Noch stehen Bilanz und Ausblick aus.

Die Bilanz des vierten Quartals steht für den 1. März an. Das heisst, dass man momentan nicht weiss, wie es beim Nutzfahrzeuge-Hersteller Daimler Truck seit dem 30. September gelaufen ist. Und die am 7. November vorgelegten Ergebnisse des dritten Quartals waren alles andere als erfreulich. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern war da zwar zum Vorjahr leicht von 1,27 auf 1,34 Milliarden Euro gestiegen, die Analysten hatten aber 1,41 Milliarden erwartet. Auch der Umsatz war leicht gestiegen, hatte aber die Prognose verfehlt. Und richtig ernüchternd war der Auftragseingang, der lag nämlich erhebliche 27 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 16.02.2024, Kurs 35,55 Euro, Kürzel: DTG | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 16.02.2024, Kurs 35,55 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Dementsprechend unerfreut nahmen die Anleger diese Ergebnisse Anfang November auch auf: Die Daimler Truck-Aktie fiel. Zwar gelang es, den Kurs knapp über dem im Mai markierten 2023er-Tief von 27,57 Euro zu stabilisieren. Aber seither gab es keine nennenswerten neuen Nachrichten, weder zum Guten noch zum Schlechten. Und im Vorfeld der anstehenden Ergebnisse des vierten Quartals und eines dann vermutlich mitgelieferten Ausblicks auf das laufende Jahr gehen die Experten bislang im Schnitt davon aus, dass Daimler Truck beim Gewinn pro Aktie 2024 unter dem Vorjahr liegen wird. Wie verträgt sich das mit einer Rallye von in der Spitze fast 28 Prozent seit der letzten Bilanz und dem Rekordhoch in Schlagdistanz?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Daimler Truck Holding Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Letztlich gar nicht. Und das macht diese Rallye gewagt, einen Neueinstieg auf diesem Niveau sowieso. Denn die Bewertung wäre auf Basis der aktuellen 2024er-Gewinnschätzungen nicht mehr niedrig. Und sich einfach darauf zu verlassen, dass wohl irgendwer mehr weiss als die anderen und die Kaufwelle daher ein bislang unsichtbares Fundament hat, wäre, wenn man es freundlich ausdrücken will, verwegen.

Nun liesse es sich mit dieser Welle mitschwimmen, solange sie läuft. Aber das sollte man doch eher nur dann erwägen, wenn man bereits dabei ist. Immerhin könnte die am Freitag gelaufene Abrechnung am Terminmarkt den Kurs zusätzlich befeuert haben, was aber nur ein kurzfristig wirksamer und jetzt grundsätzlich eben nicht mehr relevanter Faktor wäre. Und aus markttechnischer Sicht ist die Daimler Truck-Aktie jetzt klar überkauft.

Denkbar wäre ein kurzer Ausflug über das bisherige Verlaufshoch bei 35,755 Euro, der dann auf Gewinnmitnahmen trifft. Aber dass die Aktie im Vorfeld überzeugender Bilanzdaten die, wie gesagt, offiziell erst am 1. März erwartet werden, nachhaltig über das alte Hoch läuft, ist fraglich genug um sich, wenn man hier dabei ist, konsequent mit einer Stop-Loss-Order abzusichern.

Quellen:
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/

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Vorherige Analysen der Daimler Truck Holding Aktie

Das Anfang November präsentierte Ergebnis des 3. Quartals blieb hinter den Prognosen der Analysten zurück, die Aktie reagierte mit Verlusten. Beim Blick voraus muss der stark gefallene Auftragseingang vorsichtig stimmen. Und die Aktie? Ist in einer Super-Rallye unterwegs!

Am Dienstag klopfte die Daimler Truck-Aktie bereits den dritten Tag in Folge an das bisherige, im Sommer markierte Jahreshoch. Darüber wartet nur noch ein einziger, charttechnischer Widerstand: das im Januar 2022, kurz nach dem Börsengang, markierte Rekordhoch bei 37,755 Euro. Die Käufer scheinen nicht locker zu lassen, trotz des Umstands, dass die Aktie markttechnisch stark überkauft ist und das Kurs/Gewinn-Verhältnis für ein Unternehmen der Automobilbranche mit 7,7 für das gerade endende und 8,4 für das kommende Jahr nicht gerade niedrig ist. Und schon da müsste eine Augenbrauche nach oben schiessen:

Die Analysten erwarten im kommenden Jahr also nachgebende Gewinne, wie man anhand des für 2024 höheren Kurs/Gewinn-Verhältnis ersehen kann. Und dann versucht man gerade an … und wenn es nach den Bullen geht natürlich auch über … das bisherige Rekordhoch zu laufen? Gut, seitens der Analysten hätte man da Rückendeckung. Ausser der DZ Bank, die die Daimler Truck-Aktie nur mit „Halten“ einstuft und ein Kursziel von 32 Euro sieht, blieb man auch nach der eigentlich enttäuschenden Bilanz des 3. Quartals seitens der Analysten positiv, das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 42 Euro und damit sehr weit über dem Kurs.

Aber wenn man sich erinnert, dass Analysten auch mal richtig schief liegen können, sollte man das nicht als „Versicherung“ gegen einen Abwärtsschwenk ansehen. Da wäre ein Blick auf die vorliegenden Zahlen und eigene Schlussfolgerungen daraus eine ratsame, zweite Meinung.

Expertenmeinung: Dabei ist es weniger der Umstand, dass die Prognosen bei Umsatz und Gewinn im Sommerquartal nicht erreicht wurden, sondern der um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr niedrigere Auftragseingang, der ein Problem darstellt. Schon im zweiten Quartal hatte der Auftragseingang um 18 Prozent zum Vorjahreszeitraum niedriger gelegen. Da ist nachvollziehbar, wieso die Analysten im Schnitt mit weniger Gewinn pro Aktie im kommenden Jahr rechnen. Aber nicht, wieso sie die Kursziele zugleich teilweise sogar angehoben haben.

Wenn man sich ansieht, dass zugleich eine „Rendite-Perle“ wie die Porsche AG-Aktie mit ihrem Rekordtief ringt, während Daimler Truck ans Allzeithoch klopft, ist Vorsicht angebracht. Der Druck auf Porsche mag überzogen sein, aber die Jubel-Hausse bei Daimler Truck ist es tendenziell eben genauso. Was hiesse:

Bestehende Positionen sollte man, wenn es gelingt, die aktuell belagerte Zone 33,96/34,31 Euro zu überwinden, umgehend enger absichern, indem man den Stoppkurs knapp unter diese Zone nachzieht. Und hier jetzt in eine markttechnisch heiss gelaufene Aktie mit offenen, aber eher abwärts weisenden Gewinnperspektiven für 2024 noch neu auf der Long-Seite einzusteigen, wäre äusserst verwegen, denn das Eis ist hier derzeit sehr, sehr dünn.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 19.12.2023, Kurs 34,00 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Bericht 3. Quartal 2023, 07.11.2023:
https://www.daimlertruck.com/fileadmin/user_upload/dokumente/investoren/berichte/zwischenberichte/q3/daimler-truck-ir-zwischenbericht-q3-2023.pdf
Kursziele Analysten: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/?p=DTG.DEhttps://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/?p=DTG.DEhttps://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/?p=DTG.DE

Auf den ersten Blick wirkten die Ergebnisse des 3. Quartals bei Daimler Truck gut: EBIT und Umsatz legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Aber die negative Reaktion der Aktie macht klar: Da wäre ein zweiter Blick ratsam. Und der deutet Ungemach für die Bullen an.

Der Umsatz des Lkw- und Nutzfahrzeuge-Herstellers stieg im Sommerquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,5 auf 13,9 Milliarden. Allzu viel ist das nicht, zumal die Analysten mit im Schnitt 14,1 Milliarden Euro mehr erwartet hatten. Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte eher leicht von 1,27 auf 1,34 Milliarden zu, auch hier lag die durchschnittliche Prognose der Experten mit 1,41 Milliarden höher. Im Nettoergebnis ging es sogar von 990 Millionen im Vorjahresquartal auf 957 Millionen Euro leicht abwärts.

Und doch wäre das alles nicht unbedingt tragisch, immerhin hatte die Aktie ja bereits ein gutes Stück korrigiert, weil man bereits im September den Kopf einzog, als es misslang, das im Sommer markierte Jahreshoch zu überwinden. Da könnte man behaupten, dass diese eher nüchtern wirkenden Ergebnisse bereits eingepreist waren. Was auch sein mag, aber das eigentliche Problem, das der Aktie am Dienstag ein Minus von 4,62 Prozent einbrockte, war der Blick nach vorne. Und den hatte man so sicherlich nicht auf dem Zettel:

Expertenmeinung: Daimler Truck bestätigte zwar, dass das laufende, 4. Quartal ein gutes würde und man mit Aufträgen gut versorgt sei. Aber der Auftragseingang im 3. Quartal liess aufhorchen: Ein sattes Minus von 27 Prozent zum Vorjahresquartal ist nicht von Pappe, zumal das 3. Quartal 2022 bereits einen Rückgang des Auftragseinganges gegenüber dem Sommerquartal 2021 um 18 Prozent brachte. Und dass Daimler Truck-Vorstandschef Daum im Rahmen der Präsentation der Zahlen sagte, dass die Märkte 2024 insgesamt leicht niedriger liegen würden, machte klar:

Daimler Truck Aktie: Chart vom 07.11.2023, Kurs 28,28 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 07.11.2023, Kurs 28,28 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Irgendwann, das war sicherlich allen Anlegern klar, würde diese Boomphase ein Ende finden, aber man hoffte immer, dass „irgendwann“ noch in weiter Ferne liegt. Jetzt aber scheint es, könnte das Ende unmittelbar vor der Tür stehen. Das war es, was die Akteure mit diesem Abschlag quittierten, der aus charttechnischer Sicht die Aussage mitlieferte: „don’t touch“.

Denn die Aktie hat damit einen gut zweiwöchigen Stabilisierungsversuch abgebrochen und dadurch den Abwärtstrend „reaktiviert“. Das nächste potenzielle Kursziel wäre jetzt das Verlaufstief vom Mai bei 27,57 Euro. Und auch, wenn die Analysten mehrheitlich bullisch blieben und die am Bilanztag neu vergebenen Kursziele zwischen 32 und 53 Euro lagen: Es ist nicht der Blick auf das vergangene Quartal, der zählt, sondern der voraus. Und der ist angesichts der sinkenden Neuaufträge wohl bei nicht gerade wenigen Anlegern mit Sorgenfalten verbunden. Da ist jetzt ein „auf dem Absatz kehrt“ in Richtung wieder steigender Notierungen fraglich genug, um nicht in dieses aktuell fallende Messer zu greifen.

Quellenangaben: Übersicht Ergebnisse 3. Quartal, 07.11.2023:
https://www.daimlertruck.com/fileadmin/user_upload/documents/investors/capital-market-releases/financial-news/20231107_Investor_Relations_Release_Daimler_Truck_successful_also_in_Q3_2023.pdf

Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/daimler_truck

Jetzt oder nie! Das Chartbild der Daimler Truck-Aktie fordert diesen Spruch förmlich heraus. Das Dumme dabei: Das dürften sich Bullen wie Bären gleichermassen denken, denn die Aktie notiert nicht nur an der Nackenlinie eines Doppel-Topps, sondern auch an der 200-Tage-Linie!

Im Herbst 2022 ging es mit der Aktie der Mercedes Benz Group-Tochter steil aufwärts, im Frühsommer sahen wir einen weiteren Rallye-Schub. Es fällt jedoch auf, dass alles dazwischen unter der Rubrik „ausser Spesen nichts gewesen“ lief.

Das führte bereits im ersten Halbjahr 2023 dazu, dass sich eine Topp-Bildung etablierte, deren Nackenlinie so wie aktuell auch durch die 200-Tage-Linie verstärkt wurde. Dieses Topp wurde schlussendlich vollendet, endete indes als Bärenfalle. Die Aktie des Nutzfahrzeuge-Herstellers entwickelte keine Dynamik nach unten, die entscheidende Zone wurde zurückerobert und es begann die vorgenannte Juni-Rallye. Geht es diesmal auch so glimpflich aus?

Expertenmeinung: Wenn die Bullen nicht nur „jetzt oder nie“ denken, sondern auch aktiv werden und dafür sorgen, dass die jetzt erreichte Nackenlinien-Zone des Doppel-Topps bei 31,41 zu 31,77 Euro nebst der bei 31,30 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie nicht signifikant unterboten wird, kann das gelingen. Und grundsätzlich hätte das Bullen-Lager mit der im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendlinie bei 30,50 Euro noch eine Art „Sicherungsnetz“ unter dieser Zone. Aber dazu müssten eben genug Trader aktiv dafür sorgen, dass die Aktie nach oben dreht. Und dabei würde man nicht nur gegen das bärische Lager antreten, das jetzt natürlich eine Chance hat, für klare Verhältnisse zu sorgen. Sondern vermutlich auch gegen aufkeimende Zweifel, was die zuvor lange unterstellte, immense Margen- und Umsatzstärke von Daimler Truck angeht.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 10.10.2023, Kurs 31,32 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 10.10.2023, Kurs 31,32 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

Richtig ist zwar, dass das Unternehmen im Sommer im Zuge seiner Halbjahresergebnisse auf das volle Auftragsbuch hinwies. Man stellte aber beim Auftragseingang eine „Normalisierung“ fest, wie man das nannte. Sprich die Neuaufträge haben nicht mehr die Dimension wie zuvor. Und dass sich das weiter „normalisiert“, wäre nicht unbedingt überraschend, denn:

Zur Zeit der massiven, weltweiten Materialengpässe bestellte man fast panisch mehr Transportraum, davon profitierte Daimler Truck. Doch jetzt treffen ausgebaute Transportflotten auf eine abgeschwächte Nachfrage nach Frachtraum. Das sieht man beispielsweise bei den Frachtraten der Schifffahrt. Dort ist der durchschnittliche Preis für Schütt- und Flüssiggüter, wie sie im Baltic Dry Index abgebildet sind, von den im Herbst 2021 erreichten Rekordhochs um drei Viertel gefallen. Der Blick nach vorne dürfte also nicht zwingend optimistisch sein.

Die Ergebnisse des dritten Quartals werden dahingehend richtungweisend, stehen aber erst am 11. November auf dem Terminplan. Und dass die Analysten bei Kepler Cheuvreux die Aktie am Montag von „Kaufen“ auf „Halten“ zurückstuften und das Kursziel deutlich von 41 auf 34 Euro nach unten nahmen, macht klar: Auch unter den Experten finden sich langsam Zweifler. Daher gilt das „jetzt oder nie“ vor allem für die Bullen. Sollte dieses Doppeltopp vollendet werden und darüber hinaus das vorgenannte Sicherungsnetz bei 30,50 Euro reissen, könnte die Aktie schnell Fahrt nach unten aufnehmen.

Quellenangaben:
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/?p=DTG.DE

Ohne neue Nachrichten war die Daimler Truck-Aktie zur Wochenmitte der zweitgrösste Verlierer im DAX. Der Abschlag von 2,5 Prozent war an sich nicht dramatisch, das Chartbild sieht dadurch aber trotzdem brenzlig aus. Ein Doppeltopp wäre jetzt durchaus denkbar.

Da die meisten Marktteilnehmer höchst ungern Verluste realisieren, wenn der Markt wankt, sind es oft die Aktien, bei denen man Gewinne mitnehmen kann, bei denen also salopp gesagt „noch Speck drauf ist“, die dann ins Rutschen geraten. Also Aktien, die sich dem Abwärtsdruck des Gesamtmarkts bis dahin entziehen konnten. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass solche Verkäufe in einer Abwärts-Trendwende enden – aber es kann passieren.

Vor allem dann, wenn genug Akteure zu der Ansicht gelangen, dass die Argumente, die man bislang anführte, um zu begründen, warum der Gesamtmarkt fällt, diese spezielle Aktie aber nicht, nicht haltbar sind. Und das könnte auf Daimler Truck zutreffen. Immerhin fällt auf, dass viele Aktien der Automobilbranche längst deutlich an Boden verloren haben, während Daimler Truck noch vergangene Woche knapp unter dem Jahreshoch notierte. Da müssten starke Argumente her, um zu verhindern, dass man bei einem nach unten drehenden Aktienmarkt hier investiert leibt, statt gute Gewinne zu kassieren. Und die bislang für die Stärke der Aktie angeführten Argumente sind eben nicht wirklich zwingend.

Expertenmeinung: Das bullische Dauer-Argument ist bislang das volle Auftragsbuch des Lkw- und Nutzfahrzeugherstellers. Und ja, Daimler Truck bestätigte im Halbjahresbericht, dass sich die Aufträge auch weiterhin gut halten, allerdings wurde da das Wort „Normalisierung“ benutzt. Ein Run auf neue Lkw, wie man es in der Phase der Materialengpässe sah, gibt es nicht mehr. Zudem hatte Daimler Truck in seiner Bilanz angeführt, dass die Kosten im zweiten Halbjahr gegenüber den ersten sechs Monaten steigen werden. Die Analysten erwarten zwar für 2023 dennoch einen Rekordgewinn. Aber sie erwarten nicht, dass dieser Gewinn 2024 dann weiter steigt. Und dass Daimler Trucks Gewinn 2023 erneut zulegt, weiss man, das ist damit im Kurs bereits eingepreist. Negative Aspekte aber vermutlich nicht.

Wenn man sich überlegt, welche Konsequenzen längere Zeit auf immens und ungewohnt hohem Niveau liegende Zinsen für die Gesamtwirtschaft haben, wäre es zumindest überraschend, wenn es in absehbarer Zeit zu einer erneuten Flutwelle beim Auftragseingang kommen würde. Denn der schwache Konsum und der Nachfragemangel in immer mehr Branchen lassen nicht erwarten, dass die Unternehmen ausgerechnet jetzt massiv in Ausbau und/oder Modernisierung ihrer Strassen-Transportkapazität investieren.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 27.09.2023, Kurs 32,71 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Daimler Truck Aktie: Chart vom 27.09.2023, Kurs 32,71 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS

So gesehen wäre es nicht gerade eine Überraschung, wenn die Abgaben bei Daimler Truck erst einmal weitergehen, zumal der Kurs jetzt knapp unter dem bisherigen Jahreshoch vom Sommer nach unten drehte und damit potenziellen Verkäufern ein Motiv liefert. Das Problem dabei: Weitere Abgaben würden dann auch schnell ein bärisches Chartbild erzeugen. Denn sollte die gestern nur gerade so eben gehaltene Mai-Aufwärtstrendlinie fallen, wäre es kein weiter Weg mehr bis zur Unterstützungszone 31,41/31,77 Euro, deren Bruch dann ein Doppeltopp vollenden würde. Bislang war das gestrige Minus also nur ein Schuss vor den Bug … aber weitere Schüsse könnten dann aus bullischer Sicht als Volltreffer enden.

Was Daimler Truck am Montagabend meldete, klang richtig stark. Der Nutzfahrzeughersteller hob die 2023er-Prognose für die Gewinnmarge an und avisierte zugleich ein Aktien-Rückkaufprogramm. Doch die Reaktion am Aktienmarkt war überschaubar – wo klemmt es?

Wenn es so läuft, wie Daimler Truck die Lage jetzt, zur Halbzeit des Geschäftsjahres, sieht, wird der Gewinn pro Aktie ein Stück höher liegen als die +25 Prozent, die die Analysten bislang erwartet haben. Die Mercedes-Benz-Tochter meldete am späten Montagabend, dass die Zahl der im zweiten Quartal abgesetzten Nutzfahrzeuge um etwa neun Prozent über dem Vorjahresquartal liegt. Das ist zwar kein „Game Changer“, aber in Verbindung mit einer um einen ganzen Prozentpunkt höher erwarteten Gewinnspanne kumuliert sich das zu einer deutlich besseren Gewinnperspektive.

Denn jetzt sieht man die bereinigte Umsatzrendite im Gesamtjahr zwischen 8,5 und 10,0 Prozent, bislang lag die Guidance bei 7,5 bis 9,0 Prozent. Und dass man ab Anfang August eigene Aktien im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro zurückkaufen will, bedeutet, dass sich der höhere Gewinn dann auch noch auf weniger Aktien verteilen würde. Dass man die Umsatzprognose nur von 55-57 auf 56-58 Milliarden anhob, fällt dadurch nicht ins Gewicht.

Damit nicht genug gab Daimler Truck am Dienstag Einblick in die eigenen, mittelfristigen Ziele. Von 2025 an bis 2030 will man den Umsatz um 40 bis 60 Prozent steigern, dabei will das Unternehmen bis 2030 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro und einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von über einer Milliarde speziell im Bereich des autonomen Fahrens erzielen, so die Aussagen im Zuge des gestrigen Kapitalmarkttages.

Wachstum, Aktienrückkäufe … die Bullen hätten da alles beisammen gehabt, um so richtig durchzustarten. Dafür wirkte das gestrige Plus von 2,54 Prozent verblüffend dünn. Was bremst die Käufer bzw. was könnte Anleger motiviert haben, in diesen Anstieg hinein Gewinne mitzunehmen?

Expertenmeinung: Um es salopp auszudrücken: Immer dann, wenn eine Aktie nicht so zulegt, wie man es im ersten Moment vermuten könnte, stecken Zweifel dahinter. In diesem Fall könnten die Akteure beispielsweise Zweifel hegen, dass diese mittelfristigen Ziele wirklich erreicht werden, immerhin reagieren gerade Nutzfahrzeughersteller eher langsam auf eine Eintrübung der Konjunkturperspektive, weil die Zeit zwischen Auftragseingang und der Abnahme der Fahrzeuge oft recht lang ist. Und man könnte daran zweifeln, dass diese „good news“ ausreichen, um die Aktie über die Widerstandszone zu heben, die sie jetzt erreicht hat. Denn die Aktie ist von der Bewertung her nicht mehr „billig“ … und diese Hürden markant.

Sie sehen im Chart, dass Daimler Truck jetzt bereits nah an den Hochs der Monate März und Juni bei 33,31/33,33 Euro notiert. Da drüber zu kommen, wäre kein allzu weiter Weg, nur würde man dann bei 33,82, 35,12 und 35,76 Euro bereits auf die nächsten Widerstandslinien stossen. Die gehen zurück auf den Winter 2021/2022, als die Aktie gerade neu börsennotiert war und die Trader im Überschwang der damals immens bullischen Stimmung am Gesamtmarkt kräftig zugriffen.

Über die Frage, ob Daimler Truck diese Zone überwinden könnte, ohne dann zu teuer bewertet zu sein, liesse sich deshalb auch nach dieser angehobenen 2023er-Prognose streiten. Daher sollte man sich nicht zu sicher sein, dass es die Aktie nach oben hinaus schafft … Zukäufe Long hätten erst dann eine gute Chance/Risiko-Relation vorzuweisen, wenn der Kurs diesen Bereich 33,82 zu 35,76 Euro ebenfalls überwunden hätte und weitere Daten vom Unternehmen den jetzt zu Markte getragenen Optimismus unterfüttern.

Daimler Truck Aktie: Chart vom 11.07.2023, Kurs: 32,69 Euro, Kürzel: DTG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Prognose-Anhebung, 10.07.2023:  https://www.daimlertruck.com/fileadmin/user_upload/documents/investors/capital-market-releases/financial-news/20230710_Investor_Relations_Release_Guidance_Change_and_Share_Buy_Back.pdf

Statement Kapitalmarkttag, 11.07.2023:
https://www.daimlertruck.com/fileadmin/user_upload/documents/investors/capital-market-releases/financial-news/20230711_Investor_Relations_Release_Daimler_Truck_Capital_Market_Day_2023.pdf

Kursziele Analysten: https://www.finanzen.net/kursziele/daimler_truck