DAX-Aktien 2019: Werden die Letzten diesmal die Ersten sein?

Die Top 5 Gewinner und Verlierer im DAX 2018 und ihre Perspektiven

Das Jahr 2018 war für viele Investoren ein Jahr „zum vergessen“ … sofern man nicht flexibel agierte und auch auf der Short-Seite aktiv war. Und wie geht es weiter? Natürlich geht der Blick der Marktteilnehmer jetzt nach vorne. Aber wird das Jahr 2019 wieder ein gutes Jahr … oder setzt sich die schwache Tendenz fort, die das vergangene Jahr dominiert hat? Oft ist es ja so, dass die großen Verlierer des Vorjahres die Gewinner des nächsten Jahres werden. Es schadet daher nie, nicht nur stur nach vorne, sondern auch zurück zu blicken – vor allem auf die Top- und Flop-Aktien eines Index, denn:

Gerade die größten Gewinner und Verlierer haben ja die höchste Trenddynamik gezeigt. Sie könnten daher auch weiterhin zu den interessantesten Titeln des Index gehören, zumal die Rahmenbedingungen ebenso wie die Charttechnik keine Jahresgrenzen kennen. Wie sieht es da beim DAX aus? Wir sehen uns für Sie die Top 5 und die Flop 5-Aktien des deutschen Leitindex an und liefern Ihnen eine kurze Einschätzung der Perspektiven.

Die Top 5 des DAX im Jahr 2018

Es sind tatsächlich nur fünf Aktien aus dem 30 Aktien umfassenden DAX-Index, die das Jahr 2018 mit einem nennenswerten Plus beenden konnten. Wir starten mit dem Performance-Sieger und arbeiten uns dann zum „Schwächsten unter den Besten vor. Was man gerade aktuell gar nicht glauben könnte: Es war die Wirecard-Aktie, die 2018 am Ende der Outperformer im DAX wurde:

Top-Aktien Platz 1: Wirecard

Performance 2018: 42,69% –  ISIN: DE0007472060 – Symbol: WDI – Währung: Euro

Obwohl die Wirecard Aktie ihr Hoch bereits im September gesehen und bis Jahresende dann schwächer tendiert hatte, blieb in der Performance-Bilanz ein beeindruckendes Plus von 42,69 Prozent, während der DAX selbst 18,26 Prozent einbüßte. Aktuell, Anfang Februar, ist Wirecard aber auf einmal der stärkste Verlierer dieses noch jungen Jahres 2019. Auslöser sind Vorwürfe der „Financial Times“ hinsichtlich Bilanzierungstricks und Rechnungsfälschungen. Damit ist diese Aktie jetzt ein äußerst heißes Eisen. Je nachdem, ob sich diese von Wirecard dementierten Vorwürfe am Ende bestätigen oder nicht, kann diese Aktie in beide Richtungen immense Bewegungen zeigen. Die Perspektive ist somit völlig offen und der Risikofaktor zugleich hoch!

Top-Aktien Platz 2: RWE

Performance 2018: 11,56% –  ISIN: DE0007037129 – Symbol: RWE – Währung: Euro

Die Letzten werden die Ersten sein … und umgekehrt? Bei Wirecard trifft das zwar derzeit zu, bei RWE aber ganz und gar nicht. Die Nummer Zwei der Top-Liste 2018 hat auch das neue Jahr äußerst stark begonnen, ist vom Start weg auf der Siegerstraße unterwegs. RWE ist auch 2019 eine hochinteressante Aktie für Long-Trades. Denn die Meldung, dass die Entschädigungen des Staates für den Kohleausstieg länger gezahlt werden sollen als im Vorfeld befürchtet erzeugen ebenso wie die jetzt immer konkreteren Schritte in Richtung eines Unternehmens der Erneuerbaren Energien Kursphantasie. Und sollte der DAX auch 2019 schwach laufen, stünde ein Energieversorger wie RWE in der ersten Reihe der dann von Anlegern gesuchten, defensiven Aktien.

Top-Aktien Platz 3: adidas

Performance 2018: 9,12% – ISIN: DE000A1EWWW0 – Symbol: ADS – Währung: Euro

Schon im Frühjahr 2018 begann beim Sportartikel-Riesen adidas eine breite, sehr volatile Seitwärtsbewegung. Hätte die Aktie zum Jahresende zufällig im oberen Bereich dieser Kursspanne notiert, hätte die Performance weitaus besser ausfallen können. Der Zufall wollte es, dass die Aktie gerade am unteren Ende dieser zwischen 178 und 218 Euro gelegenen Spanne notierte, als das Jahr zu Ende ging. Derzeit bewegt sich der Kurs in der Mitte dieser Spanne, mäandert um die 200-Tage-Linie herum. Wie sieht die Perspektive aus? Adidas konnte auch 2018 sehr deutlich bei Umsatz und Gewinn zulegen. Aber ein Markenhersteller im Konsumsektor reagiert empfindlich auf konjunkturelle Turbulenzen. Die wir derzeit sehen, daher ist adidas allemal eine Aktie, die, wenn sich die Rahmenbedingungen weiter eintrüben, zu denen gehören könnte, die 2018 zu den Ersten, 2019 zu den Letzten gehört. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Aktie spekulativer ist, als sie momentan wirkt.

Top-Aktien Platz 4: Deutsche Börse

Performance 2018: 8,42% – ISIN: DE0005810055 – Symbol: DB1 – Währung: Euro

Die Aktie der Deutschen Börse AG als „defensiv“ einzustufen wäre vielleicht ein wenig übertrieben, aber es stimmt schon: Wenn die Börsen hektisch und schwierig werden, steigen gemeinhin die Umsätze – und die Deutsche Börse verdient dadurch tendenziell mehr. Allerdings ist die Bewertung derzeit mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 19 für die voraussichtlichen, noch nicht fix bilanzierten 2018er-Gewinne nicht gerade niedrig. Hier würden wir den Daumen in Hinsicht auf die 2019er-Perspektive seitwärts halten.

Top-Aktien Platz 5: Münchener Rück

Performance 2018: 5,42% – ISIN: DE0008430026 – Symbol: MUV2 – Währung: Euro

Sukzessiv höher liegende Zwischentiefs kennzeichneten die Aktie des Rückversicherers Münchener Rück im Jahr 2018. Die unternehmerische Perspektive für 2019 ist zwar nicht gerade von unbändiger Dynamik gekennzeichnet, aber die Branche ist immerhin von konjunkturellen Eintrübungen weniger betroffen und könnte sich auch gegen BrExit und Handelskrieg immun zeigen. Dass diese Aktie zur Kursrakete wird, ist sicherlich wenig wahrscheinlich. Dass sie sich aber erneut mit Kursgewinnen behaupten könnte, sollte 2019 ein für den Gesamtmarkt schwächeres Jahr werden, ist sehr gut denkbar. Sollte das Wachstum weltweit wieder anziehen, dürften konjunktursensible Aktien die Münchener Rück zwar abhängen, zulegen könnte sie aber auch in diesem Fall. Allemal interessant!

Die Flop 5 des DAX im Jahr 2018

2018 war ein Jahr, in der es ungewöhnlich viele DAX-Aktien förmlich „zerlegt“ hat. Die schwächsten fünf Aktien des Jahres haben im Minimum (!) 40 Prozent an Kurswert eingebüßt. Dass es die Banken dabei am härtesten traf, wundert nicht, wobei in unseren „Flop 5“ nur noch die Deutsche Bank vertreten ist, weil die Commerzbank (Jahresperformance -49,96 Prozent) im Jahresverlauf in den MDAX abgestiegen ist. Aber könnten es nicht gerade diese „Letzten“, die Banken sein, die 2019 zu den Ersten gehören?

Flop-Aktien Platz 1: Deutsche Bank

Performance 2018: -56,11% – ISIN: DE0005140008 – Symbol: DBK – Währung: Euro

Eine gefühlt ewig dauernde, nie endende Restrukturierung, Negativ-Schlagzeilen und ein für Banken höchst ungünstiges Zinsumfeld waren die Zutaten, aus denen der Baisse-Cocktail der Deutschen Bank 2018 bestand. Ein Lichtblick war der Wechsel an der Führungsspitze. Die Anleger trauen dem neuen CEO Sewing durchaus einiges zu. Aber Wunder kann auch er nicht vollbringen: Der Weg hin zu tiefschwarzen Zahlen bleibt lang. Doch derzeit ist die Stimmung derart negativ, dass auch nur dezent positive Nachrichten viel bewirken könnten. Würde die Hoffnung einen fruchtbaren Boden bekommen, könnte die Aktie im Jahr 2019 eine starke Performance zeigen. Da sollte man aber unbedingt auf entsprechend positive Signale der Charttechnik warten. Noch weist der Daumen hier nach unten.

Flop-Aktien Platz 2: Covestro

Performance 2018: -49,81% – ISIN: DE0006062144 – Symbol: 1COV – Währung: Euro

Neben Wirecard war die Aktie des Spezialchemieunternehmens Covestro der zweite DAX-Neuzugang des Jahres 2018. Kein allzu guter Einstieg für das im März in den deutschen Leitindex aufgestiegene Unternehmen – der Kurs halbierte sich im vergangenen Jahr. Seit der Jahreswende sehen wir hier den Versuch einer Bodenbildung bzw. einer Trendwende nach oben. Aber das würde nur dann nachhaltig gelingen, wenn die Wachstumsperspektive der Weltwirtschaft wieder deutlich besser wird. Ein in Bezug auf eine starke Performance 2019 aus aktueller Sicht eher wackliger Kandidat.

Flop-Aktien Platz 3: Continental

Performance 2018: -46,35% – ISIN: DE0005439004 – Symbol: CON – Währung: Euro

Eine Gewinnwarnung und eine Branche unter massivem Druck: Ob Continental zu den Gewinnern 2019 gehören wird, ist zumindest jetzt, im Februar des Jahres, sehr zu bezweifeln. Als Zulieferer der Automobilindustrie sieht Continental kräftigen Druck auf die Margen und damit auf den Gewinn. Und gerade Zulieferer sind besonders empfindlich, wenn das Wachstum einer ohnehin schon konjunktursensiblen Branche wie der Autoindustrie seinen Zenit überschritten hat. Hochspekulativ, der aktuelle Versuch einer Bodenbildung muss nicht gelingen.

Flop-Aktien Platz 4: HeidelbergCement

Performance 2018: -40,85% – ISIN: DE0006047004 – Symbol: HEI1 – Währung: Euro

Man könnte meinen, dass HeidelbergCement nach dem immensen Minus von gut 40 Prozent im Jahr 2018 ein Schnäppchen ist. Der Bauboom führte in den vergangenen vier Jahren zu steigenden Umsätzen und Gewinnen. Und noch ist die Mehrzahl der Analysten der Ansicht, dass sich diese Entwicklung 2019 fortsetzen wird. Aber die Anleger sehen bei den Immobiliendaten ganz genau hin und erkennen Signale, dass der Zenit für die Baubranche erst einmal überschritten sein dürfte. Wenn sie sich da irren sollten, wäre die Aktie des Zementherstellers in diesem Jahr eine, die ganz oben in der Gewinnerliste landen könnte. Im Auge behalten sollte man diese Aktie in jedem Fall.

Flop-Aktien Platz 5: Bayer

Performance 2018: -40,83% – ISIN: DE000BAY0017 – Symbol: BAYN – Währung: Euro

Im Jahr 2018 dürften nahezu alle Investoren des Pharmakonzerns sich gedacht haben: „Ach, hätte Bayer doch bloß Monsanto nicht gekauft“. Kaum war die Übernahme nach relativ langem Hin und Her genehmigt und vollzogen, kam das erste, millionenschere Schadenersatzurteil wegen der gesundheitlichen Folgen beim Einsatz von Monsantos glyphosathaltigen Unkrautvernichtern. Bayer spürt zwar die konjunkturelle Abkühlung, das Hauptproblem ist aber das Thema dieser Schadensersatzklagen. Hunderte sind anhängig und damit die finanzielle Belastung absolut nicht abzuschätzen. Eine hochspekulative Aktie, deren Perspektive vor allem von den Urteilen von US-Gerichten abhängt und damit nicht abzuschätzen ist. Vorsicht bleibt geboten.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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