Börsenblick

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Aktienanalyse:
Renault könnte sich auch wieder verdoppeln

Aktuelle Analyse der Renault Aktie

Renault ist ein in 125 Ländern aktiver Automobilhersteller.
Zum Unternehmen gehören neben Renault auch Dacia und Alpine. Darüber hinaus besitzt man eine Beteiligung von 43% an Nissan.
Mit Nissan und Mitsubishi befindet man sich in einer strategischen Partnerschaft und Allianz, die durch eine enge Zusammenarbeit geprägt ist.

Die nächsten Quartalszahlen werden am 14. Februar veröffentlicht.

Der Sektor ist ein Minenfeld

Es dürfte für die meisten Leser keine Neuigkeit sein, ich bin kein großer Fan der Branche. Es ist ein schwieriges Geschäft, der Wettkampf ist hart. Man benötigt Unsummen an Kapital, um mithalten zu können. In vielen Fällen verschlingen die Investitionen faktisch alle Mittel, die man operative erwirtschaftet.
Der gemeldete Gewinn ist meist nur ein Wunschtraum, hat mit der wirtschaftlichen Realität aber wenig zu tun.

Genau das ist auch der Grund, warum Autobauer seit Jahren auf extrem niedrige KGVs kommen, die Aktien aber dennoch nicht laufen.
Ein Blick auf den Cahsflow offenbart, wo der Hund begraben liegt. Manch ein Autobauer meldet zwar Milliardengewinne, der Cashflow tendiert aber gegen null.

Noch problematischer ist die Lage aus meiner Sicht bei den Zulieferern. Auf die Branche kommen harte Zeiten zu. Daher habe ich in den letzten Jahren unzählige male vor den Aktien des Sektors gewarnt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn die Kursrisiken inzwischen deutlich geringer sind.

Die Kirche im Dorf

Am Ende gilt aber immer dasselbe. Selbst das beste Unternehmen der Welt ist nicht unendlich viel Wert und auch ein mittelprächtiges Unternehmen kann ein sehr attraktives Investment sein. Was zählt, ist der Preis.

Im Spannungsfeld der zuvor beschriebenen Probleme sieht es bei Renault gar nicht so schlecht aus.
In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz von 33,71 auf 57,42 Mrd. Euro gestiegen. Die Bruttomarge hat sich positiv entwickelt. Der Gewinn stagniert dennoch und pendelt weitgehend zwischen 6 und 13 Euro je Aktie.

Auch bei Renault liegt der freie Cashflow regelmäßig unter dem gemeldeten Gewinn. Das KGV trügt also. Doch Renault erwirtschaftet immerhin einen FCF, ganz im Gegensatz zu mancher Branchengröße.
Bei einem freien Cashflow von 1,5 – 2,0 Mrd. Euro kommt Renault aktuell auf einen P/FCF von 5,0 – 6,6. Das ist nicht gerade viel und zeigt, dass man sich die Dividendenrendite von 5% durchaus leisten kann.

Übertreibung?

Das ist ein erster klarer Hinweis, dass es sich um eine Übertreibung zur Unterseite handeln könnte.
Im laufenden Geschäftsjahr wird auch ein Gewinn von 7,10 Euro je Aktie erwartet. Das liegt in der „normalen“ Spanne der Vorjahre von 6 – 13 Euro.
Dennoch ist die Aktie auf den tiefsten Stand seit 2012 gesunken. Renault ist heute nur noch die Hälfte Wert wie 2014, als man denselben Gewinn erzielt hat.

Der Pessimismus ist also groß, ob er gerechtfertigt ist, ist wie immer fraglich. Die Börse übertreibt bekanntlich in beide Richtungen.

Umgekehrt kann man ebenso eine Überlegung anstellen. Wenn Renault mittelfristig wieder einen Gewinn am oberen Ende der Spanne erzielen kann, entspräche der heutige Kurs einem KGV von unter 3.

Warum der Pessimismus?

Neben dem sinkenden Gewinn, der aktuell angespannten Konjunktur dürfte wohl vor allem ein Gerücht Druck auf den Kurs ausüben.
Wie bereits eingehend angesprochen befindet sich Renault in einer Allianz mit Nissan und Mitsubishi. Medienberichten zufolge könnte diese Partnerschaft vor dem Aus stehen. Für Renault wäre das ein herber Schlag, denn alleine ist man wahrscheinlich nicht stark genug, um im internationalen Wettkampf mithalten zu können.

Renault dementierte die Berichte natürlich, doch ganz zufrieden waren die asiatischen Partner zuletzt wohl nicht. Ende Januar hat man die Zuständigkeiten wohl neu verteilt. Ohne Ex-Chef Carlos Ghosn scheint die Allianz dennoch auf wackeligen Beinen zu stehen.

Man muss sich als Investor also ernsthaft mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen. Zerbricht die Allianz bleiben aus meiner Sicht vor allem zwei Optionen. Renault wird in diesem Szenario wohl nicht an der Nissan-Beteiligung festhalten.
Für die Aktionäre der Franzosen könnte das ein gutes Geschäft sein, denn die Beteiligung könnte aktuell rund 9 Mrd. Euro bringen und der Börsenwert von Renault liegt nur bei 10,2 Mrd. Euro.

Die zweite Möglichkeit ist eine Fusion, wie man es bereits mit Fiat angestrebt hatte, oder eben eine Übernahme durch einen größeren Konkurrenten.

Charttechnik

Noch ist kein Boden in Sicht, doch langsam rücken zentrale Unterstützungen in Reichweite. Nach der Finanzkrise hat die Aktie zwischen 23 und 33 Euro mehrere markante Tiefs ausgebildet.
Wenn man bei Renault einsteigen möchte, sollte man mit Blick auf die hohe Volatilität über schrittweise Käufe nachdenken.
Möglichkeiten für Antizykliker ergeben sich bei 34 sowie 30, 27 und 24 Euro.

Prozyklische Singale ergäben sich über 40 und 42 Euro. Nachhaltig aufhellen würde sich das Chartbild aber erst über 48 Euro.

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Chart vom 11.02.2020 Kurs: 34,43 Kürzel: RNO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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