Börsenblick

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Analyse:
Bund Future: Intraday-Turnaround – war es das jetzt?

Als im Sommer klar wurde, dass die EZB handeln muss und dies in den Aussagen der Verantwortlichen auch immer deutlicher zwischen den Zeilen zu lesen war, sackten die Renditen deutscher Bundesanleihen auf neue Rekordtiefs. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erreichte im Tief -0,72 Prozent. Und das Barometer dieser Anleihen am Terminmarkt, der Bund Future, vice versa neue Rekordhochs, denn je tiefer die Renditen sinken, desto höher steigen die Kurse der Anleihen. Bis 176,85 Prozent ging es dort Anfang des Monats nach oben. Dann setzten Gewinnmitnahmen ein.

Einige sahen umfassendere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank als eingepreist an und nahmen das Geld vom Tisch. Nachdem der Bund Future seit Oktober 2018 in der Spitze fast 14 Prozent gelaufen war, eine für Anleihen gewaltige Distanz, was das nachvollziehbar. Damit stand die Frage im Raum, ob das, was die EZB am Donnerstag beschließen würde, erneute Käufe auslösen könnte. Der Chart zeigt, wie der Markt diese Frage beantwortete:

Anfangs ja, doch dann drehte das Anleihebarometer scharf nach unten ab und schloss im Minus. Ein Intraday-Turnaround mit einer Handelsspanne zwischen Hoch und Tief, die deutlich größer war als alles, was der Bund Future bislang in diesem Jahr gezeigt hatte. War es das für die Bullen? Wurde dadurch unterstrichen, dass der Weg nach oben vorerst zugestellt ist?

Was langfristig passiert, ist nicht absehbar, immerhin sind die Parameter wie Konjunkturperspektiven, Inflationsentwicklung und die sich wandelnden Einschätzungen der Notenbank nicht in einer Glaskugel vorhersehbar. Aber mittelfristig ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Bund Future seit Hoch im September gesehen hat, recht hoch. Was zu einem erneuten Rallyeimpuls hätte führen können, wäre eine dramatischere Darstellung der Lage durch die EZB gewesen und Hinweise, dass der Senkung des Einlagesatzes weitere Senkungen folgen und das Volumen der Stützungskäufe am Anleihemarkt, die ab November wieder aufgenommen werden, nötigenfalls deutlich steigen kann. Das blieb aus, die Käufe mit.

Chart auf Wochenbasis vom 12.09.2019, Kurs 173,36 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Ein echtes, bärisches Signal wäre zwar erst gegeben, wenn dem Intraday-Turnaround zügig weitere Abgaben folgen, die den Kurs durch die Unterstützungen bei 172,10, 171,31 und 170,20 Prozent drücken und so den mittelfristigen Aufwärtstrend brechen. Aber viele Investoren fürchten, dass die EZB, die wie immer und bislang vergebens darauf verwies, dass auch die Politik aktiv werden müsse, mehr aus Verzweiflung als aus Überzeugung handelte. Und angesichts der breiten Kritik, dass man die Lage so nur verschlimmert, kann es gut sein, dass man jetzt sogar daraufsetzt, dass weitere Maßnahmen ganz ausbleiben.

Hinzu kommt, wie im Chart auf Wochenbasis zu sehen, dass die Abgaben dieser Woche einer größeren roten Kerze aus der Vorwoche folgen. Und die wiederum komplettierte eine potenzielle Abwärtstrendwende-Formation in Form eines „Abendsterns“. Der zwar zwei Dojis in der Mitte hat, aber solche Varianten sind durchaus nicht selten und schmälern die Aussage der Formation nicht, die, wenn die laufende Wochenkerze rot bleibt (was, da nur noch der heutige Handel übrigbleibt, zu vermuten ist), durch die laufende, schwache Woche bestätigt wird. Gegen diesen gestrigen Intraday-Turnaround auf der Long-Seite anzugehen, dürfte daher keine gute Idee sein: Die Bären sind dabei, das Ruder zu übernehmen.

Chart auf Tagesbasis vom 12.09.2019, Kurs 173,36 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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