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Aktienanalyse:
Continental: Die Bären könnten den Kurs bis 100 Euro durchwinken

Aktuelle Analyse der Continental Aktie

Es wirkt zwar absurd, aber so manchem, der derzeit auf Schnäppchenjagd ist, dürfte das egal sein: Ein Unternehmen, das 90 Prozent weniger verdient, ist vom Kurs/Gewinn-Verhältnis her auf einmal äußerst teuer, selbst, wenn sich der Kurs der Aktie im Vorfeld halbiert hat. Aber wenn man gar nichts verdient, gar Verluste schreibt, kann man kein Kurs/Gewinn-Verhältnis mehr berechnen … und auf einmal wird der Kurs der Aktie „Ansichtssache“. Nicht wenige sehen das tatsächlich so und vermeiden dabei darüber nachzudenken, wie lange es dauern könnte, bis das Unternehmen wieder so deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt ist, dass ein Kurs gerechtfertigt wäre, der so deutlich über dem Einstiegspreis läge, dass sich ein Kauf mittelfristig rechnen würde. Besonders leicht werden solche rationalen Überlegungen über Bord geworfen, wenn eine Aktie sich verfünffachen würde, wollte sie das letzte markante Hoch wieder erreichen. Bei Continental wäre das der Fall.

Anfang 2018 hatte die Aktie des Reifen- und Fahrzeugtechnik-Konzerns 257,50 Euro erreicht. Im März hatte sie bei 51,45 Euro aufgesetzt. Seither hat der Kurs zwar über 50 Prozent zugelegt. Aber wenn man nicht nach unten, sondern nach oben schaut, auf dieses 2018er-Hoch, ist die bisherige Erholung nur ein kleiner Hüpfer. Die Frage ist, wie weit man mit einer solchen optimistischen Denkweise kommt. Die Anfang des Monats vorgelegte Bilanz des ersten Quartals wies zwar nur mäßig gefallene Umsätze aus, aber der Nettogewinn sackte um knapp 50 Prozent weg, weil die Marge vor Steuern und Zinsen deutlich von 8,1 Prozent im Vorjahresquartal auf nur noch 4,4 Prozent zusammenschmolz. Ein Warnsignal, das indiziert, dass Continental in die Verlustzone abdriften kann, was zudem vom Vorstand bestätigt wurde:

Expertenmeinung: Man werde im laufenden Quartal keinen Gewinn erzielen, stellte der Finanzvorstand fest. Zwar klar ermutigend, dass man bei Continental sicher ist, dass das zweite Quartal das schwächste des laufenden Jahres werde. Aber klar ist, dass diese Aussage nur gelten würde, wenn es nicht zu einer zweite Pandemiewelle im Herbst mit den dann unausweichlichen, erneuten Einschränkungen kommt. Aber der Chart der Aktie auf Wochenbasis deutet nicht an, dass sich die Käufer durch diese Bilanz hätten entmutigen lassen. Und jetzt, da die „bad news“ erst einmal auf dem Tisch liegen, könnte man ja weiter zugreifen, immerhin wäre da noch Spielraum, bis die Aktie auf mittelfristig relevante Widerstände trifft. Aber was ist mit den Bären?

Erfahrene Investoren wissen, dass es keinen Sinn hätte, sich einer solchen Kaufwelle entgegenzustellen. Hoffnungen sind oft stärker als Fakten. Eine Aktie leer zu verkaufen, die von wichtigen Charthürden ein gutes Stück entfernt ist und mit dem anziehenden Gesamtmarkt nach oben gespült wird, das würde ein hohes Risiko beinhalten, überrannt zu werden. Also dürften die Bären bei Continental erst dann wieder aktiv werden, wenn den Käufern entweder noch unterhalb der mittelfristigen Widerstände Geld und Zuversicht ausgehen oder diese Hürden erreicht werden. Die warten in Form der übergeordneten Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 97/102 Euro. Es könnte also durchaus sein, dass die Bären die Aktie bis dahin einfach laufen lassen und erst dann massiv dagegenhalten. Allerdings könnte es nicht schaden, sich im Fall von Long-Trades bei Continental trotzdem engmaschig nach unten abzusichern, indem man einen Stop Loss knapp unter das letzte Zwischentief (derzeit wären das 68,80 Euro) platziert und bei neuen Zwischentiefs konsequent nachzieht.

Continental Aktie Chart vom 18.05.2020, Kurs 79,96 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

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