Leoni – führend in der Kabeltechnologie

Fundamentale Betrachtung

Die Leoni AG (Gruppe) ist eigenen Angaben zufolge ein global agierendes Unternehmen und bietet Drähte, optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme sowie die dazu nötigen Dienstleistungen für Anwendungen im Automobilbereich und in anderen Industrien an.

Die Geschichte des Konzerns geht bis in die frühe Neuzeit zurück. Das kann nicht jedes Unternehmen von sich behaupten. Im Jahr 1569 gründete Anthoni Fournier in Nürnberg eine Werkstatt zur Herstellung von Leonischen Waren, also Sieben und anderen Drahtgeflechten. Der Name der Firma ist somit erklärt. Den Namen Leoni AG gibt es seit der Umfirmierung im Jahr 1999, durch die man auch zur Holding wurde. Bis heute ist Nürnberg das Zentrum von Leoni geblieben (Firmensitz). Mit rund 66.000 Mitarbeitern (Zahlen des ersten Halbjahres 2014) in 33 Ländern fertigt man heute Produkte zum Beispiel für die Fahrzeugindustrie. Hochkomplizierte Bordnetzsysteme mit integrierter Elektronik und speziell Produkte für Anwendungen in umweltfreundlichen Technologien stehen bei Leoni im Vordergrund. Bei solchen Anwendungen spielt unter anderem auch das Gewicht eine Rolle. Durch Leichtbau hat Leoni das Gewicht von Bordnetzsystemen um bis zu 20 Prozent reduzieren können. Leoni komplettierte sein Portfolio in den letzten Jahren. Spezialkabel, neue Verbindungstechniken und weitere Komponenten kamen hinzu, man schöpfte das Leichtbaupotenzial bei vielen Anwendungen aus und automatisierte große Teile der Kabelsatzfertigung. Das Unternehmen wächst in letzter Zeit vor allem in China, aber insgesamt auch  in den BRIC-Staaten (Achtung: Russland-Anteil!) und in der NAFTA (USA, Kanada, Mexiko). Größter Markt ist immer noch Deutschland, doch nur noch wenig mehr als ein Viertel der Umsatzerlöse stammen vom Heimatmarkt.

HSBC, NordLB, Close Brothers Seydler, Exane BNP, Kepler Cheuvreux, Equinet, Commerzbank, Bankhaus Lampe, Warburg Research, Independent Research, Goldman Sachs, DZ Bank und Hauck & Aufhäuser haben in den Monaten August und September 2014 Analysen zur Aktie der Leoni AG angefertigt. Überwiegend rieten die Analysten, die Aktie zu kaufen (neun Analysen mit dem Votum „kaufen“ beziehungsweise „overweight/buy“), nur ein Analyst empfiehlt das Halten des Papiers, drei Analysten setzten die Aktie auf „sell“. Die Kurszielspanne reicht von 42,00 Euro (NordLB vom 12.08.2014) bis 74,00 Euro (Equinet vom 13.08.2014). Die DZ Bank blieb ein Kursziel schuldig. Kumuliert man die Kursziele der zwölf Analysen mit Kurszielangabe, so ergibt sich daraus ein durchschnittliches Kursziel in Höhe von 59,08 Euro. Allein nach diesen Zahlen ergäbe sich noch ein Potenzial für das Wertpapier. Die Aktie ging am Freitag mit einem Kurs von 47,80 Euro aus dem Xetra-Handel. 32,67 Mio. Aktien sind im Umlauf. Der Markt bewertet die Leoni AG folglich mit 1,56 Mrd. Euro.

Für das Geschäftsjahr 2013 (bilanziert wird bei Leoni zum 31.12. gemäß IFRS) wies der Konzern einen Umsatz in Höhe von 3,9 Mrd. Euro aus. Das Ergebnis der gewerblichen Geschäftstätigkeit betrug 131,2 Mio. Euro, das Beteiligungsergebnis lag bei 0,00 Euro, das Zinsergebnis fällt mit -26,0 Mio. Euro etwa 10 Mio. Euro besser aus als in den Jahren zuvor. Als Jahresüberschuss wurden folglich nur 105,5 Mio. Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies etwa 50 Mio. Euro weniger. Das Ergebnis je Aktie lag netto bei 3,23 Euro, die Ausschüttungssumme bei 32,7 Mio. Euro. Demnach zahlte Leoni 1,00 Euro je Stammaktie. 2013 beschäftige Leoni laut Bilanz 61.591 Mitarbeiter. In der Bilanz für 2013 sind 198,0 Mio. Euro an liquiden Mitteln ausgewiesen, 793,6 Mio. Euro an wirtschaftlichem Eigenkapital, 32,7 Mio. Euro an gezeichnetem Kapital, Verbindlichkeiten in Höhe von 1,4 Mrd. Euro und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 150,7 Mio. Euro. Die Bilanzsumme beträgt damit 2,4 Mrd. Euro. In den Bilanzprognosen für 2014 und 2015 werden Umsätze in Höhe von 4,11 Mrd. Euro und 4,48 Mrd. Euro angeführt. Das EBIT soll 2014 214,00 Mio. Euro betragen, 2015 sollen es 262,75 Mio. sein. Der Gewinn je Aktie könnte 2014 auf 4,22 Euro steigen und 2015 sogar bei 5,385 Euro liegen. Die Dividende könnte 2014 auf 1,35 und 2015 auf 1,70 Euro je Anteilsschein ansteigen. Der Cashflow je Aktie soll 2014 bei 7,6606 Euro und 2015 bei 8,9147 Euro pro Stück liegen. Für 2014 könnte Leoni eine Nettoverschuldung in Höhe von 266,90 Mio. Euro und für 2015 mit 239,82 Mio. Euro einen leicht verringerten Nettoverschuldungsgrad ausweisen.

Leoni erklärt das Jahr 2013 zu einem Übergangsjahr. Ein Jahr, in dem man vor allem Rekordinvestitionen in Höhe von 168 Mio. Euro getätigt hat. Es sind besonders die hohen Vorleistungen für 16 neue Bordnetz-Projekte und Aufwendungen für Restrukturierungen in Höhe von 21 Mio. Euro, die letztlich das Nettoergebnis auf noch immer starke rund 106 Mio. Euro gedrückt haben. Die Eigenkapitalquote des Konzerns lag 2013 bei 34,5 Prozent. Leoni hat in seine Zukunft investiert. Da kann der Aktionär und Investor auch schon einmal auf ein wenig Dividende verzichten, wenn der Ausblick stimmt.

Der Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2014 weist in die richtige Richtung – der Halbjahresumsatz sprang erstmals in der Unternehmensgeschichte über die Schwelle von 2 Mrd. Euro. Das EBIT erhöhte sich um 26 Prozent und Leoni hat die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Bei der letzten telefonischen Investorenkonferenz verfehlte Leoni zwar die Gewinnschätzungen der Analysten um satte 15 Prozent, doch CEO Klaus Probst sieht das Unternehmen weiter auf Kurs, seine Jahresziele auch zu erreichen. Probst kennt die Leoni AG nicht erst seit gestern. Er ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender – recht selten in einer so schnell gewordenen Geschäftswelt. Wer für neue Fertigungen Mitarbeiter neu schulen, ganze Fabriken neu gestalten oder umbauen muss, der muss eben investieren. Doch das wird das Unternehmen unter dem Strich einen weiteren Schritt voranbringen. Seine Sicht der Dinge untermauert CEO Probst damit, dass er via Xetra zu einem Kurs von 47,99 Euro 5.000 Leoni-Aktien kaufte. Das Transaktionsvolumen betrug folglich 239.950 Euro –keine kleine Summe. Die Aktie hat sich seit diesem Kauf seitwärts entwickelt und wird nahezu auf dem Kaufniveau des CEOs gehandelt. In den letzten 52 Wochen notierte sie bereits auf einem Hoch von 61,44 Euro und einem Tief von 42,50 Euro. Das Jahrestief 2014 lag bei 46,15 Euro. Die größten institutionellen Anleger sind der Staat Norwegen über seine Notenbank mit 4,09 Prozent, T. Rowe Price International mit 3,13 Prozent, BlackRock mit 2,96 Prozent und die Hans Wilms Beteiligungsgesellschaft mit 2,76 Prozent. Der Streubesitz liegt damit bei rund 87,05 Prozent.

Die Konzernprognose sieht mittelfristig bis 2016 einen Gesamtumsatz von 5 Mrd. Euro und eine EBIT-Marge von 7 Prozent vor. Der Fokus liegt verstärkt auf dem Automobilgeschäft (man macht sich aber dadurch anfälliger für schwierigere Zeiten, die es auch im Automobilsektor bestimmt wieder geben wird) und man erwartet ein überproportionales Wachstum in Asien und Amerika. Für 2025 prognostiziert Leoni, dass 35 Prozent des Umsatzes auf die Region Asien, 25 Prozent auf die Region „Americas“ und 40 Prozent auf die Region Europa entfallen. 2025 sollen 80 Prozent aller Umsätze aus dem Geschäftsbereich Automotive stammen und nur noch 20 Prozent aus dem Sektor Non-Automotive.

Leoni legt am 11.11.2014 seinen Zwischenbericht für das dritte Quartal vor und im Februar 2015 die vorläufigen Zahlen für 2014.

Charttechnische Betrachtung

Die Aktie von Leoni befand sich bis vor wenigen Wochen in einem sauberen Aufwärtstrend und stieg um mehr als 100 Prozent. Mit dem kürzlichen Unterschreiten der Unterstützung von 51,30 Euro wurde die saubere Aufwärtsbewegung jedoch charttechnisch unterbrochen. Vom Hoch bei 61,40 Euro ging es hinab bis kurz vor die 45,00-Euro-Marke, was ein Minus von gut 20 Prozent bedeutet. Auch der Schlusskurs am Freitag war sehr schwach im Bereich um die Marke von 47,50 Euro. Kurse unter der Marke von 51,30 Euro sind als short zu werten und der eine oder andere Trade in diese Richtung könnte versucht werden. Aktuell aber noch mit etwas Vorsicht, da eine eindeutige Short-Sequenz noch nicht zu lokalisieren ist. Long-Trades sind aktuell keine Option. Erst ein erneutes Überschreiten des Widerstandes bei 51,30 Euro könnte die Long-Seite wieder aktiv werden lassen.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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