Nemetschek Aktie aktuell Nemetschek: Brenzlig. Kippt die Aktie jetzt?

News: Aktuelle Analyse der Nemetschek Aktie

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Nemetschek
ISIN: DE0006452907
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Zur Nemetschek Aktie

Nemetschek ist ein führender Softwareanbieter in den Bereichen Architektur, Bau und Engineering.

Innovationstreiber

Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Innovationstreiber von Open BIM und 5D. Die digitalen 3D-Planungsmodelle, ergänzt durch die Dimensionen Zeit (4D) und Kosten (5D).
Das Geschäft wird mit entsprechenden Serviceangeboten abgerundet.

Einfach ausgedrückt: Nemetschek bietet Software an, die den kompletten Bauprozess abdeckt: Planung, Durchführung sowie Zeit- und Kostenmanagement.

Mehr als schöne Worte

Bei Nemetschek lässt man auf die Worte auch Taten folgen. Bei den Kunden scheinen die Angebote des Unternehmens jedenfalls gut anzukommen.

Seit 2010 ist der Umsatz von 150 auf 557 Mio. Euro gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Margen verbessert.
Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 0,16 auf 1,10 Euro je Aktie.

Die Dividende wurde von 0,04 auf 0,27 Euro erhöht. Die Dividendenrendite von 0,45% dürfte aber kaum einen Anleger beeindrucken.
Die Richtung stimmt allerdings.

Weitere Pluspunkt sammelt Nemetschek beim Cashflow. Der FCF liegt regelmässig über dem Gewinn, denn das Geschäft ist nicht kapitalintensiv.

Daher konnte man das enorme Wachstum auch aus dem laufenden Cashflow finanzieren. Man benötigte keine Kapitalerhöhungen und hat keine nennenswerten Schulden.

Das Unternehmen bringt also eine ganze Reihe von wünschenswerten Eigenschaften mit und daher ist die Aktie auch ein massiver Outperformer.

Aktuelle Lage

Gerade in Krisen trennt sich die Spreu vom Weizen. Nemetschek konnte die positive Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen.

In den ersten neun Monaten legte der Umsatz um 7,6% auf 436,8 Mio. Euro zu und der Anteil der wiederkehrenden Einnahmen wurde grösser.
Der Gewinn ohne Einmaleffekte legte um 2,7% auf 0,59 Euro je Aktie zu.

In dem schwierigen Umfeld kann sich das durchaus sehen lassen. Das operative Ergebnis dürfte auf dem Vorjahresniveau oder leicht darüber liegen.

Nemetschek kommt derzeit also auf ein KGVe von knapp über 50. Das ist selbst bei all den positiven Eigenschaften des Unternehmens ambitioniert.

Neuer Chef

Meine grösste Sorge in Bezug auf Nemetschek ist aber nicht die Bewertung, sondern die enorme Machtkonzentration im Vorstand, gepaart mit einer neuen Strategie.

Zukünftig wird sehr viel von Axel Kaufmann abhängen, der in Personalunion Sprecher des Vorstands (faktisch CEO) sowie CFO und COO ist.
Das ist nicht gerade wenig Verantwortung und vielleicht wäre es besser gewesen die Resorts aufzuteilen.

Dass man diese Position nicht innerhalb des Unternehmens besetzt hat, darf man ebenfalls infrage stellen.
Denn zuletzt arbeitete Kaufmann beim Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer sowie beim Küchenausrüster Rational.

Auf Expansionskurs

Der Firmengründer und Aufsichtsrat Prof. Georg Nemetschek hat den Posten sicher nicht leichtfertig an Kaufmann vergeben.
Das Unternehmen ist schliesslich sein Lebenswerk.

Wenn man aber fortan eine expansive Strategie mit Zukäufen anstrebt – und genau das wurde angekündigt – hätte man da nicht einen intimen Kenner der Branche engagieren sollen?

Darüber hinaus plant mal wohl auch grössere Übernahmen:
„Wir sind in eine Grössenordnung hineingewachsen, in der wir grosse und mittelgrosse Zukäufe stemmen können“, sagte Kaufmann der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag.

Leider hat die Erfahrung gezeigt, dass das meistens mehr Probleme mit sich bringt, als es nützen würde.

Das hat viele Gründe. Oft genug wird schlichtweg ein zu hoher Preis gezahlt oder die Integration gelingt nicht.
Diese Gefahren sind bei kleinen Zukäufen viel geringer. Es steht weniger auf dem Spiel und neue kleine Töchter übernehmen in der Regel auch die Unternehmenskultur.

Bei grossen Übernahmen ist oft genug das Gegenteil der Fall. Die neue „Tochter“ oder „Schwester“ verändert die bestehende Unternehmenskultur und beschädigt das bisherige Erfolgsmodell.

Man kann nur hoffen, dass Nemetschek sich nicht selbst ins Bein schiesst und man so ein grossartiges Unternehmen bleibt.
Wir werden es sehen.

Gelegenheiten und Chart

Der Preis muss aber in jedem Fall stimmen. Selbst Outperformer wie Nemetschek korrigieren mitunter heftig.
Steigt man allerdings antizyklisch in guten Unternehmen ein, kann man seine Performance deutlich steigern und sein Risiko minimieren.

Aus charttechnischer Sicht könnte sich jetzt eine Chance ergeben. Die Aktie ist über Monate hinweg auf der Oberseite gescheitert und ist gerade dabei den mittleren Aufwärtstrend zu durchbrechen.

Wochenschlusskurse unter 60 und 58 Euro würde jeweils Verkaufssignale auslösen. Mögliche Korrekturziele liegen zwischen 45 und 48 Euro.

Dieser Bereich wäre für antizyklische Investoren interessant.

Chart vom 02.12.2020 Kurs: 57,30 Kürzel: NEM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.12.2020 Kurs: 57,30 Kürzel: NEM – Wochenkerzen

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Nemetschek Aktie

Bei der Deutschen Bank war man mutig und hob das Kursziel für die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek schon zwei Tage vor den gestern veröffentlichten Quartalsergebnissen von 65 auf 73 Euro an. Die DZ Bank folgte unmittelbar nach Vorlage der Bilanz und erhöhte das Kursziel von 63,80 auf 70 Euro. Und in der Tat gaben die Zahlen diesen Optimismus her. Während so manches Unternehmen mit seinem Ergebnis die grossen Hoffnungen der Investoren enttäuschte, wurde hier geliefert:

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und lag damit über den Analystenerwartungen. Und das galt für den Gewinn, gerechnet als EBITDA, ganz besonders. Da gab es einen überproportionalen Anstieg um 9,1 Prozent: 46,7 Millionen Euro nach 42,8 Millionen im dritten Quartal 2019, die Prognose der Analysten lag im Schnitt bei 40 Millionen. Das basierte neben dem Umsatzanstieg auf einer Steigerung der Marge von 30,9 Prozent im Vorjahresquartal auf jetzt 31,4 Prozent. Entsprechend dieser Ergebnisse hob Nemetschek seine Gesamtjahresprognose insofern an, als man jetzt mit einer Vorsteuer-Marge um 28/29 Prozent rechnet, vorher lag die Erwartung bei 26 Prozent.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wäre das zweite Quartal wie bei so vielen anderen Unternehmen ein Waterloo gewesen, würde sich dieses starke Abschneiden relativieren. Aber wie viele Unternehmen aus der Softwarebranche auch hatte sich Nemetschek in diesem „Lockdown-Quartal“ tadellos aus der Affäre gezogen und Umsatz und Gewinn zum Vorjahr gehalten. Hier geht es also nicht um eine Aufholjagd nach einem Umsatz- und Gewinneinbruch, sondern um solides und ungebrochenes Wachstum. Dementsprechend nachvollziehbar ist die massiv positive Reaktion der Investoren, die die Aktie am Donnerstag um beeindruckende 11,6 Prozent nach oben trugen.

Die Aktie hatte sich zwar in Relation zu dem in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geratenen Gesamtmarkt relativ gut gehalten, war aber trotzdem unter ihre im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie gefallen und unter die wichtige Supportzone 57,75/58,80 Euro gerutscht. Jetzt hat Nemetschek auf dem Absatz kehrt gemacht, die Bären damit unsanft ausgebremst und saust auf die entscheidende Hürde zu, die den Weg an und angesichts dieser Bilanz ggf. auch über das Rekord-Verlaufshoch (74,35 Euro) versperrt.

Dieser „Deckel“ findet sich im Bereich 67,90/69,05 Euro. Das sind die alten Hochs vom Februar und März, verstärkt durch eine über Rekordhoch und September-Hoch zu ziehende Abwärtstrendlinie. Mit dem Rückenwind dieser Bilanz wäre der Ausbruch jetzt möglich, zumal die Markttechnik in Form des unten im Chart eingeblendeten Stochastik-Oszillators gerade erst aus der überkauften Zone heraus an einem bullischen Signal arbeitet. Aber wenn der Gegenwind des Gesamtmarkts nicht abflauen würde, sollte man sich nicht zu sicher sein, dass es gelingen wird, diesen „Deckel“ wirklich und vor allem zeitnah zu sprengen!

Chart vom 29.10.2020, Kurs 64,00 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

Obwohl der Gesamtmarkt bereits zum Handelsstart äusserst wacklig daherkam, startete die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Spezialisten Nemetschek höher. Basis der Käufe zu Handelsbeginn war die Anhebung der Einschätzung durch einen Analysten, der die Aktie von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochstufte und das Kursziel von 58 auf 71 Euro nach oben nahm. Aber wer da am Morgen zugegriffen hatte, fand sich in kürzester Zeit in der Verlustzone wieder. Der Kurs rutsche umgehend deutlich ab und lag schon gegen 10 Uhr am unteren Ende der Handelsspanne der gesamten Vorwoche. Und damit ist für die Bullen jetzt „High Noon“: Das sieht jetzt aus charttechnischer Sicht gar nicht gut aus … es sei denn, man wartet seit Wochen auf eine Trading-Chance auf der Short-Seite.

Ende August war es gelungen, Nemetschek aus der Seitwärtsrange zwischen 57,75 und 65,85 Euro nach oben hinaus zu bekommen, aber Anfang September fiel die Aktie sang- und klanglos wieder in diese Handelsspanne zurück. Aber es gelang, den Kurs die darauf folgenden zwei Wochen von der in diese Seitwärtsrange hinein gelaufenen 200-Tage-Linie (im Chart dick schwarz hervorgehoben) fernzuhalten. Das sah gut aus … und der gestrige Start in den Handel oberhalb dieser Spanne hätte die Basis für einen zweiten und dann erfolgreichen Ausbruchsversuch sein können. Wenn so etwas derart deutlich „abgeschossen“ wird, ist das ein herber Rückschlag. Ein Rückschlag, der die Neigung, es gleich noch einmal zu versuchen oder den Kurs wenigstens aufzufangen, bevor er die 200-Tage-Linie erneut angeht und bricht, deutlich reduzieren dürfte.

Expertenmeinung: Das Problem des bullischen Lagers beschränkt sich dabei nicht auf diese abrupte Attacke auf die untere Zone der Handelsspanne bei 57,75/58,80 Euro bzw. die knapp darüber verlaufende 200-Tage-Linie, die man noch am Morgen als souverän verteidigt ansehen konnte. Die Aktie ist auch reichlich teuer bewertet. Wirklich „billig“ war das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) hier zwar Jahren nicht. Aber auf Basis der im Rahmen der Bilanz des zweiten Quartals bestätigten Prognose ist für 2020 mit einem Gewinn von grob 90 Cent pro Aktie zu rechnen. Das wäre zwar nur ein moderater Rückgang gegenüber 2019 – und das war ein Jahr mit Rekordgewinnen. Aber die Aktie hatte im Mai ein Allzeithoch erreicht, d.h. der Kurs stieg weiter, der Gewinn nicht. Das führt dazu, dass Nemetschek am gestrigen Tageshoch ein KGV von 75 für den erwarteten Gewinn des laufenden Jahres auswies. So hoch war die Bewertung der Aktie noch nie.

Dergleichen stört viele Trader nicht im Mindesten, solange der Aufwärtstrend der Aktie intakt ist. Aber jetzt steht dieser Aufwärtstrend unverhofft unter Beschuss. Wird man den Versuch starten, Nemetschek trotzdem aus der Gefahrenzone zu kaufen oder nicht? Auszuschliessen wäre das zwar nicht, aber die Bären hätten aktuell den leichteren und kürzeren Weg. Für ein klar bullisches Signal müsste die Aktie über dem Anfang September markierten Zwischenhoch bei 70,55 Euro schliessen. Ein bärisches Signal wäre deutlich schneller erreicht, das wäre generiert, wenn Nemetschek unter dieser Supportzone 57,75/58,80 Euro aus dem Handel geht. Matchball für die Bären!

Chart vom 21.09.2020, Kurs 61,55 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

Das Plus von 4,35 Prozent, welches die Nemetschek-Aktie am Freitag als Reaktion auf die am Morgen vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals erzielte, wirkt rein nominal, als hätten die Ergebnisse die Marktteilnehmer vollauf überzeugt. Sieht man sich indes den Chart an, relativiert sich dieser Eindruck. Denn damit gelang es nur, ein drohendes Verkaufssignal zu verhindern. Und der Chart macht sehr deutlich, dass man besser hinzufügen sollte: vorerst. Denn noch ist ein bärisches Signal damit nicht aus der Welt geschafft. Die Aktie war im Zuge der starken Abgaben am Gesamtmarkt am Donnerstag an das untere Ende einer seit Mitte Juni geltenden Seitwärtsrange gerutscht. Diese Unterstützung liegt im Bereich 57,75/58,75 Euro und wird derzeit durch die ebenfalls dort verlaufende 200-Tage-Linie in ihrer Bedeutung intensiviert. Die Quartalszahlen führten zwar dazu, dass die Aktie sich von dieser Zone wieder ein Stück entfernte. Aber der Chart zeigt auch, dass zeitweise deutlich grössere, im Handelsverlauf erreichte Gewinne zum Handelsende wieder abverkauft wurden. Das Plus von 4,35 Prozent wiegt schon nicht mehr so schwer, wenn man sieht, dass Nemetschek am Freitag im Hoch drei Prozent mehr zugelegt hatte. Expertenmeinung: Das bullische Lager müsste idealerweise zügig nachlegen, um zu verhindern, dass das Verkaufssignal doch noch kommt. Denn die Analysten prognostizierte Gewinnanstieg auch eintritt, das ist hoch in Relation zum Wachstum. Nemetschek ist zwar seit Jahren recht teuer bewertet, aber die Kurs/Gewinn-Verhältnisse lagen zwischen 2015 und 2019 im Bereich 40 bis 55, nicht derart hoch wie jetzt. Und dass die Aktie derzeit nicht allzu weit unter dem Level vom Januar und Februar notiert, ist insofern ein „Aufschlag“, als man damals noch mit einem soliden Wachstum im laufenden Jahr rechnete. Nemetschek geniesst derzeit einen „nicht betroffen“-Bonus hinsichtlich Pandemie und Rezession. Aber dass das Management die Bilanz unter anderem mit dem Hinweis ergänzte, dass weitere Auswirkungen der Pandemie im laufenden Quartal erwartet werden, sollte dazu anhalten, vorsichtig zu bleiben. Long-Positionen unterhalb dieser jetzt entscheidenden Unterstützungszone 57,75/58,75 Euro konsequent abzusichern, dürfte da kein Fehler sein. Nemetschek Aktie Chart vom 31.07.2020, Kurs 62,40 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.  

Das, was die Aktie des Software-Spezialisten Nemetschek da seit Ende Mai zeigt, war eine Bullenfalle. Zuerst ging es mit grossem Schwung über das vorherige, im Januar erreichte Rekordhoch, dann aber kam es gleich am nächsten Handelstag zu Gewinnmitnahmen. Und statt auf den Hochs vom Januar und Februar im Bereich 68,20/69,05 Euro umgehend wieder nach oben zu drehen, fiel der Kurs durch diese normalerweise als Unterstützung „funktionierende“ Zone einfach hindurch. Ein klar negatives Signal, das nicht ohne Folgen blieb. Die Aktie fiel weiter, durchschlug auch die 20-Tage-Linie (im Chart dick blau markiert), die der Aufwärtsbewegung zuletzt als Leitstrahl gedient hat. War es das? Ist die Wende damit zementiert? Wollte man rein chart- und markttechnisch argumentieren, müsste man das bejahen. Der Leitstrahl der Rallye ist gebrochen, Gegenwehr blieb aus. Und der Trendfolgeindikator MACD hat ein Verkaufssignal generiert. Die nächsten Auffanglinien lägen bei 58,80, 54,85 (200-Tage-Linie) und 52,45 Euro. Die Aktie könnte diese Punkte nach und nach abarbeiten, bis ein überverkaufter Level erreicht würde und/oder eine markante Unterstützung hält und sich daraus eine Bodenbildung ergibt. Aber ist wirklich damit zu rechnen, dass sich die Aktie nach Plan verhält? Expertenmeinung: Es ist möglich, im aktuellen Umfeld sollte man sich aber hüten, zu fest darauf zu bauen, dass sich die Kurse bzw. die Marktteilnehmer so verhalten, wie man es vor der Extremphase im Februar, März und April gewohnt war. Denn seither sehen wir eine deutlich höhere Volatilität, das gilt für Blue Chips wie für Nebenwerte gleichermassen. Und auch die Trends an sich sind unsteter, man erkennt, dass die Akteure offenbar öfter ihre Meinung wechseln als sonst. Was heute verkauft wird wie sauer Bier, kann übermorgen heiss begehrt sein. Und das sehen wir vor allem bei Aktien, die auf dem Höhepunkt der Krise stark gelaufen sind, was andeutet, dass dort ein hoher Anteil an „Laufkundschaft“ unter den Akteuren existiert. Und Nemetschek gehört zu dieser Gruppe von Aktien. Dass die Handelsspannen vor und direkt nach dem jüngsten Hoch noch grösser wurden, deutet zwar ein eher nachhaltiges Topp an, aber auch das gehört zu Einschätzungen, die noch vor einiger Zeit „richtiger“ waren als heute. Das „new normal“ ist, zumindest vorerst, eine immense Unberechenbarkeit, so dass man zumindest nicht überrascht sein sollte, würde die Aktie plötzlich auf dem Absatz kehrt machen und zurück über die alten, jetzt wieder als Widerstand fungierenden Januar/Februar-Hochs bei 68,20/69,05 Euro springen und damit die jetzt geltende, bärische Konstellation eliminieren. Wer hier Short agiert, sollte daher mit gezielt engen Stop Loss und überschaubaren Hebeln arbeiten, um dieser latenten Sprunghaftigkeit Rechnung zu tragen. Nemetschek Aktie Chart vom 09.06.2020, Kurs 61,60 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX  

Die Software-Branche wurde von vielen Anlegern in den letzten Monaten als eine Art „sicherer Hafen“ gesehen. Während Aktien von Unternehmen aus stark konjunkturabhängigen Branchen sich nur geringfügig von ihren März-Tiefs lösten, wurden Aktien wie Nemetschek massiv gekauft. Das Ergebnis: Während permanent fatale Konjunkturdaten einlaufen, verfehlte die Nemetschek-Aktie ihren bisherigen Verlaufsrekord, am 20. Januar bei 69,05 Euro erreicht, am Tageshoch des Dienstags nur um 15 Cent. Dann setzten am Mittwoch Gewinnmitnahmen ein. Nicht nur hier, sondern bei den meisten zuvor durch die Decke gekauften Aktien. Denn das grösser als erwartet ausgefallene Konjunkturprogramm, das die EU auflegen will, erzeugte den Eindruck, die Wende zurück zum Wachstum werde früher einsetzen und schneller ablaufen als noch vor einigen Wochen vermutet. Also raus aus den sicheren Häfen, hinein in die immer noch billig wirkenden konjunktursensiblen Aktien. Es schien, als würde Nemetschek dadurch ausgerechnet an dieser letzten Hürde scheitern. Und wäre am Donnerstag die nächstgelegene Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie gefallen, auf der die Aktie zur Wochenmitte aufgesetzt hatte, hätte man damit rechnen müssen, dass die Gewinnmitnahmen sich deutlich ausweiten. Aber diese 20-Tage-Linie fiel nicht, sie hielt. Und damit nicht genug: Nemetschek beendete den Tag mit einem neuen Rekordhoch. Expertenmeinung: Aus charttechnischer Sicht ist das ein klares Signal, dass die Bullen sich nicht bange machen lassen. Aber auch, wenn die Aktie jetzt weiter zulegt und dieses nur ganz knapp erreichte Hoch zu einem signifikanten Ausbruch nach oben wird, wie viel Luft kann da noch sein? Eine Frage, die man sich stellen sollte, auch und gerade, wenn man bereits Long investiert ist. Denn was die Bewertung angeht, müsste Nemetschek einiges an Gewinn zulegen, um wieder auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis zu gelangen, das man als angemessen ansehen könnte. Der Grund: Die Aktie war schon im Januar, als das vorherige Rekordhoch markiert wurde, ungewöhnlich „teuer“. Zwar hat der Hersteller von Software-Lösungen für den Bau- und Architekturbereich im Zuge der sehr gut ausgefallenen Bilanz des ersten Quartals, die am 30. April vorgelegt wurde, an seiner Ende März abgegeben Gesamtjahresprognose festgehalten. Aber die zielt nur auf einen gehaltenen bis leicht höheren Gewinn ab. Im Januar hatte man noch mit solide steigenden Gewinnen gerechnet. Neue Rekorde bei niedriger als zu Jahresbeginn vermuteten Gewinnen bedeutet, dass die Hypothek, die die Bullen auf die Zukunft aufnehmen, höher wird. Damit wird der Kurs immer anfälliger für selbst kleine Enttäuschungen. Deswegen sofort Kasse zu machen, wäre aber wohl nicht nötig, denn der Kursverlauf zeigt, dass man diese Rechnung bislang mehrheitlich nicht aufmacht. Und das momentane Chartbild bietet eine gute Basis für eng platzierte Stoppkurse. So wäre derzeit ein Stoppkurs knapp unterhalb des Verlaufstiefs des Mittwochs (63,45 Euro) und damit auch knapp unter der aktuell bei 63,40 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie sinnvoll. Da würde man sich also nicht viel vergeben, wenn man am Ball bleibt, bis sich herausstellt, ob Nemetschek das noch knappe, neue Rekordhoch auszubauen vermag oder nicht. Nemetschek Aktie Chart vom 28.05.2020, Kurs 69,20 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX