Jungheinrich Aktie Prognose Jungheinrich: Starke Zahlen … aber der Deckel auf dem Kurs ist massiv

News: Aktuelle Analyse der Jungheinrich Aktie

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Jungheinrich
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Viele Branchen beklagen Nachfrageschwäche, doch beim Spezialisten für Gabelstapler und Logistiklösungen Jungheinrich erreichten Umsatz, Auftragseingang und EBIT 2023 neue Rekorde. Auch der Ausblick las sich gut. Und dann nur ein Plus von 1,48 Prozent in der Aktie?

Jungheinrichs Umsatz legte um 16,4 Prozent auf 5,546 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang stieg um 9,3 Prozent auf 5,238 Milliarden. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern kletterte um 11,4 Prozent auf 430 Millionen, die EBIT-Gewinnmarge lag bei 7,8 Prozent (Vorjahr 7,4 Prozent). Und das war wie gesagt kein Aufholen aus dem Tal der Tränen, nur die EBIT-Marge hatte 2021 schon mal höher gelegen.

Jungheinrich Aktie: Chart vom 28.03.2024, Kurs 34,28 Euro, Kürzel: JUN3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Jungheinrich Aktie: Chart vom 28.03.2024, Kurs 34,28 Euro, Kürzel: JUN3 | Quelle: TWS

Trotzdem sehen wir im Chart auf Wochenbasis, dass es noch ein weiter Weg bis zum 2021 bei 48,04 Euro markierten, bisherigen Rekordhoch wäre. Woraus man schon ableiten kann: Die Bewertung ist heute niedriger als damals. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der durchschnittlichen 2024er-Gewinnschätzung der Analysten liegt derzeit bei 12, in früheren Jahren bewegte sich diese Bewertungsgrösse meist in einer Range zwischen 12 und 18. Da die Experten derzeit davon ausgehen, dass der Gewinn des Unternehmens über 2024 hinaus um im Schnitt zehn Prozent zulegen könnte, ist das ungewöhnlich billig.

Lag es vielleicht an einem enttäuschenden Ausblick, dass für die Aktie am Tag der Vorlage der Zahlen nur diese mageren +1,48 Prozent drin waren? Wohl kaum. Denn bislang war man seitens der Experten davon ausgegangen, dass Jungheinrichs Gewinn pro Aktie 2024 leicht nachgeben würde. Das schliesst der jetzt vorgelegte Ausblick zwar nicht aus, aber die oberen Werte der Spannen, mit denen das Unternehmen aktuell rechnet, liegen deutlich über den 2023er-Ergebnissen (in Klammern):

Auftragseingang 5,2 bis 5,8 Milliarden (5,238), Umsatz 5,3 bis 5,9 Milliarden (5,546), EBIT 420 bis 470 Millionen (430 Millionen), EBIT-Marge 7,6 bis 8,4 Prozent (7,8). Da wäre also, solange man auch nur über die Mitte dieser Prognose-Spannen hinaus kommt, ein weiterer Gewinnanstieg drin.

Expertenmeinung: Zwar waren die Analysten geteilter Meinung über das Potenzial der Aktie, die Spanne der als Reaktion auf diese am Donnerstag vorgelegten Zahlen neu vergebenen Einschätzungen lag zwischen einem Kursziel von 30 Euro mit der Einstufung „Halten“ und 49 Euro mit der Einschätzung „Kaufen“. Aber im Schnitt liegen die Kursziele um 38 Euro und damit weit genug über dem derzeitigen Aktienkurs, um den Anlegern den Einstieg verlockend zu machen. Aber woran klemmt es dann?

Vor allem wohl am charttechnischen „Deckel“, der auf dem Kurs liegt. Zwischen 34,26 und 38,30 Euro liegt eine Zone aus massiv wirkenden Charthürden. Da der Kurs erst Ende letzten Jahres dort mal wieder nach unten abdrehte, könnte das einige Bullen zaudern lassen, aber:

Da die Aktie andererseits seit Herbst 2022 sukzessiv höher liegende Zwischentiefs ausgebildet hat, ist die Chance, dass die Aufwärtstrendlinie motivierend wirkt und dieser Deckel über kurz oder lang doch gelüftet wird, gut genug, um sich die Aktie in die Watchlist zu legen. Denn mit Blick auf den erfreulichen Ausblick und die niedrige Bewertung wäre hier, wenn der Weg auf charttechnischer Ebene erst einmal freigeräumt ist, nach oben durchaus etwas zu holen.

Quellenangaben: Jahresabschluss 2023, 28.03.2024: https://www.jungheinrich.com/presse-events/jungheinrich-erzielt-im-jahr-2023-historische-hoechstwerte–1574004
Analysten-Kursziele: https://www.jungheinrich.com/investor-relations/unsere-aktie/analystenempfehlungen-1300

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Vorherige Analysen der Jungheinrich Aktie

Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich legte am vergangenen Freitag eine solide Bilanz für das dritte Quartal vor. Die Aktie brach zunächst weg, erholte sich dann eindrucksvoll, fiel aber gestern erneut. Es war der Blick nach vorne, der den Anlegern missfiel, nicht der zurück.

Wehret den Anfängen, dürften sich viele Anleger gesagt haben, als der Spezialist für Logistiklösungen Jungheinrich einen Auftragseingang von 1,19 Milliarden Euro für das dritte Quartal präsentierte. Mehr als die 1,13 Milliarden im Vorjahreszeitraum, aber weniger als die im Schnitt seitens der Analysten erwarteten 1,225 Milliarden.

Das war beileibe nicht viel weniger als prognostiziert, sicher. Aber es scheint, als hätten viele den Moment gefürchtet, in dem die Rahmenbedingungen dazu führen, dass das Auftragsbuch dünner wird. Und immerhin hatte Jungheinrich im Sommerquartal 1,4 Milliarden umgesetzt, 200 Millionen mehr also, als an neuen Aufträgen hereinkam. Und auch, wenn der Blick auf dieses dritte Quartal grundsätzlich solide war, Haare fanden sich auch in dieser Suppe, denn:

Expertenmeinung: Der Anstieg des Umsatzes von 1,2 Milliarden im Vorjahresquartal auf 1,4 Milliarden ging nicht mit steigenden Gewinnen einher. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag der Gewinn bei 103 Millionen, im Vorjahr waren es 104 Millionen Euro gewesen. Die Margen sind also auch schon unter Druck gekommen … dazu kommen weniger Neuaufträge herein. Und in der Kommentierung der Ergebnisse wurde das auch als eine Abkühlung der Konjunktur bzw. eine Abschwächung der Marktnachfrage formuliert.

Jungheinrich Aktie: Chart vom 13.11.2023, Kurs 26,52 Euro, Kürzel: JUN3 | Online Broker LYNX
Jungheinrich Aktie: Chart vom 13.11.2023, Kurs 26,52 Euro, Kürzel: JUN3 | Quelle: TWS

Dass die Jungheinrich-Aktie in der ersten Reaktion am Freitag um bis zu 7,8 Prozent fiel, dann aber das Minus zum Handelsende auf etwa ein Prozent reduzierte, nur, um am Montag erneut um gut drei Prozent abzurutschen, spiegelt das Ringen zwischen denen, die die dunklen Wolken jetzt über sich wähnen und denen, die das als unbedeutende Delle ansehen, wider.

Im Moment stünden die Analysten dabei zwischen den Stühlen, denn wenngleich mehrere der zwölf Experten, die ihre Ziele nach der Quartalsbilanz neu justiert haben, diese senkten, steht die Bank of America mit einem Kursziel von 23,50 und der Einstufung „Verkaufen“ dennoch alleine da. Alle anderen Experten werten mit “Halten“ oder „Kaufen“, deren Kursziele bewegen sich zwischen 30 und 49 Euro und damit über dem aktuellen Kurs. Was sollte man tun?

Dass die Aufholjagd des Freitag keine Anschlusskäufe zeitigte, sondern am Montag umgehend erneuter Druck aufkam, ist ein Warnsignal. Zukaufen oder neu einsteigen sollte man besser erst, wenn der Befreiungsschlag nach oben durch das Überwinden der Widerstandszone 29,26 zu 30,48 Euro gelungen wäre. Aber wenn man sich ansieht, dass das nächste potenzielle Kursziel auf der Unterseite mit 23,48 Euro auf Höhe der mit Abstand bärischsten Einschätzung der Analysten läge, wäre es derzeit wohl auch eine sehr gewagte Idee, sich hier noch auf der Short-Seite positionieren zu wollen.

Quellen:
Ergebnis des 3. Quartals 2023, 10.11.2023: https://www.jungheinrich.com/presse-events/jungheinrich-im-3-quartal-2023-1457378
Analysten-Kursziele: https://www.jungheinrich.com/investor-relations/unsere-aktie/analystenempfehlungen-1300

So schwierig das Umfeld derzeit ist, bei einigen Unternehmen läuft es weiterhin hervorragend. Eines davon ist der Gabelstapler- und Lagertechnik-Spezialist Jungheinrich. Zwar fanden sich einige Haare in der Suppe der jüngsten Bilanz, aber die Bullen setzen gerade zum Konter an.

Jungheinrich steuert 2023 auf einen Rekordgewinn pro Aktie zu. Aber obwohl der Kurs im Vorfeld der am 10. August präsentierten Halbjahreszahlen noch ein Stück unter dem im Februar erzielten Jahreshoch von 37,22 Euro notierte, reagierte die Aktie auf das Zahlenwerk mit herben Verlusten. Die Abgaben drückten sie in den folgenden Handelstagen sogar durch die untere Begrenzungszone der vorherigen, monatelangen Seitwärts-Spanne im Bereich 29,26/30,48 Euro und generierten damit ein markant bärisches Signal.

Doch grössere Anschluss-Verkäufe blieben aus. Das nutzten einige, um wieder zuzugreifen und sind auf dem besten Weg, das Short-Signal zu eliminieren. Und sie hätten für einen Aufwärtsschwenk der Jungheinrich-Aktie allemal taugliche Argumente, denn:

Expertenmeinung: Auch, wenn Jungheinrich beim EBIT, d. h. beim Gewinn vor Steuern und Zinsen, mit 115,7 Millionen Euro im zweiten Quartal hinter der durchschnittlichen Analysten-Prognose von 127 Millionen zurückblieb, die Gesamtbilanz konnte sich sehen lassen:

Bezogen auf das erste Halbjahr insgesamt stieg der Umsatz um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der Auftragseingang legte um neun Prozent zu. Das EBIT zog 46 Prozent an, die EBIT-Gewinnmarge stieg von 7,4 auf 8,9 Prozent. Und das war kein „künstliches“ Wachstum, denn der jüngste Unternehmens-Zukauf, die US-Firma Storage Solutions, war zwar in der Bilanz mit enthalten, machte aber einen überschaubaren Anteil aus.

Dass Jungheinrich seinen Gesamtjahres-Ausblick nicht anhob, mag zwar manchen auch nicht gepasst haben. Aber schliesslich war die Prognose erst im April nach oben genommen worden … und da hatte man mit einem Kurssprung reagiert, der die Aktie an das obere Ende der Seitwärts-Spanne, d. h. an die Widerstandszone 34,68/35,70 Euro trug. Da dürften sich einige zu Recht gefragt haben: Was soll die Aktie jetzt, nachdem diese gute Perspektive mit Halbjahreszahlen unterfüttert wurde, so deutlich unter dem Kursniveau von damals?

Jungheinrich Aktie: Chart vom 29.08.2023, Kurs 30,24 Euro, Kürzel: JUN3 | Online Broker LYNX
Jungheinrich Aktie: Chart vom 29.08.2023, Kurs 30,24 Euro, Kürzel: JUN3 | Quelle: TWS

Hinzu kommt, dass das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2023er-Gewinnprognose mit 10 sehr niedrig ist und die Analysten der Aktie mehr zutrauen. Der Durchschnitt der nach den Halbjahreszahlen frisch vergebenen Kurszielen liegt bei 36,10 Euro und damit noch über der vorherigen Trading-Spanne der Aktie. Die Basis, es wieder in die alte Handelsspanne hinein und an deren oberes Ende zu schaffen, wäre also da. Aber noch ist der bullische Konter nicht gelungen. Die Jungheinrich-Aktie müsste die untere Begrenzungszone der Seitwärts-Spanne mit Schlusskursen klar über 30,48 Euro komplett überbieten, erst dann wären die „Shorties“ geschlagen. Nahe dran ist man bereits … die Bullen haben es also selbst in der Hand!

Quellen:
Halbjahresergebnisse 2023, 10.08.2023:https://www.jungheinrich.com/presse-events/erfolgreiches-erstes-halbjahr-1405484
Analysten-Kursziele: https://www.jungheinrich.com/investor-relations/unsere-aktie/analystenempfehlungen-1300