Jungheinrich Aktie Prognose Jungheinrich: Kaufen? Wenn, dann nur …

News: Aktuelle Analyse der Jungheinrich Aktie

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Jungheinrich
ISIN: DE0006219934
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Zur Jungheinrich Aktie
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Man hatte die meiste Zeit des Jahres über mit einem massiven Gewinneinbruch gerechnet, die Jungheinrich-Aktie hatte sich zeitweise mehr als halbiert. Doch die Ergebnisse der ersten neun Monate machten klar: Der Gewinn hält sich wacker. Und die Aktie ist bullisch, also …?

Die gestiegenen Kosten betreffen alle Branchen. Doch manche können sie gut ausgleichen, andere eben nicht. Beim Gabelstapler- und Lagertechnikspezialisten Jungheinrich fürchteten die Anleger lange, das Unternehmen könnte zur zweiten Gruppe gehören. Aber die am Freitag veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen belehrten sie eines Besseren:

Mit 3,59 Milliarden Euro lag der Auftragseingang auf dem Level der ersten neun Monate 2021. Und er lag über dem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro, der wiederum 12 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums hereinkam. Zwar sank die EBIT-Gewinnmarge von 8,6 auf 7,8 Prozent. Aber das ist angesichts des Kostendrucks respektabel wenig. Und es reichte, um das EBIT, d.h. den Gewinn vor Steuern und Zinsen, mit 265,9 Millionen Euro einen Tick über das Ergebnis des Vorjahreszeitraums (258,4 Millionen) zu heben.

Damit gab es für die Bären hier keine Argumente mehr. Und entsprechend sieht der Chart aus: bullisch. Aber kann man jetzt, nachdem die Jungheinrich-Aktie binnen vier Wochen über 45 Prozent zugelegt hat, noch kaufen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Jungheinrich Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass eine Aktie auf Basis der aktuellen Situation keine ist, bei der man über einen Short-Trade nachdenken sollte, heisst nicht automatisch, dass sie wie ein Strich weiter steigen muss. Es heisst nur, dass das Abwärtspotenzial Stand heute nicht so gross ist, dass es das Risiko eines Short-Trades lohnt. Zwar könnte 2023 auch für Jungheinrich den rauen Wind bringen, von dem das Unternehmen bis Ende September verschont blieb. Aber das weiss man nicht. Daher wären Korrekturen möglich, das Anpeilen der bisherigen Jahrestiefs aber, zumindest momentan, keine wahrscheinliche Perspektive. Aber:

Korrekturen sind jetzt wahrscheinlicher geworden. Nicht nur, dass die Rallye für einen Vier-Wochen-Zeitraum ungewöhnlich weit geführt hat, die Aktie ist zudem markttechnisch heiss gelaufen und hat sich der oberen Begrenzung einer nach rechts offenen Dreiecksformation (Trompeten-Formation) angenähert. Zudem sind die „good news“ jetzt auf dem Tisch und wurden am Freitag mit einem stattlichen Plus von 6,76 Prozent honoriert, obwohl die Aktie mit dem Gesamtmarkt-Kurssprung des Donnerstags schon ordentlich zugelegt hatte. Was hiesse:

Jetzt einzusteigen, könnte problematisch ausgehen. Wer dabei ist, kann das angesichts dieser Kombination aus bullischen Chartbild und solider Bilanz allemal bleiben. Aber für den Zukauf oder Neueinstieg liesse es sich besser auf einen Rücksetzer warten, der wichtige Unterstützungen verteidigt. Hierfür bietet sich die Zone 25/25,50 Euro an, in der 20-Tage- und 200-Tage-Linie verlaufen, die kurz vor einem bullischen Crossover stehen. Würde diese Zone angesteuert und hielte einem Test stand, hätte man eine gute Basis für den Kauf, zumal sich dann ein enger Stopp unter das Korrekturtief legen liesse, der das Risiko solide eingrenzt.

Jungheinrich-Aktie: Chart vom 11.11.2022, Kurs 29,06 Euro, Kürzel JUN3 | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Jungheinrich Aktie

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Es gibt immer wieder Crashs und Abverkäufe, die man sich zuvor nicht hätte vorstellen können. Wie sieht es bei Kion und Jungheinrich aus?

Wer hätte einem bei einem Kurs von 300 USD geglaubt, dass PayPal wenige Monate später bei 70 stehen würde?
Schliesslich kannte die Aktie zuvor über Jahre hinweg nur eine Richtung.

Oder wer hätte es sich träumen lassen, dass Kion in kürzester Zeit von über 100 auf unter 20 in den Keller rauscht?
Bei zyklischen Unternehmen wie Kion oder Jungheinrich erscheint das zwar irgendwie möglich, darauf gewettet hätte aber sicherlich niemand.

Da sich die Unternehmen und Aktien in den Jahren zuvor gut entwickelt haben, drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob der Abverkauf nicht zu weit gegangen ist.
Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, das dürft bei beiden der Fall sein.

Mal abseits von den aktuellen Problemen, drängt sich sogar der Verdacht auf, dass Kion mehr Potenzial birgt.
Denn einerseits ist der Trackrecord besser und andererseits ist das KUV inzwischen deutlich niedriger. Das war so bisher nie der Fall.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Sentiment in Bezug auf Kion absolut im Keller sind.

Wir konzentrieren uns fortan jedoch auf Jungheinrich, da die Gemengelage nicht ganz so kompliziert ist und das Chartbild recht eindeutig.

Chart vom 11.11.2022 - Kurs: 28,50 - Kürzel: JUN3 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.11.2022 – Kurs: 28,50 – Kürzel: JUN3 – Tageskerzen

Der Abgabedruck hat in den letzten Monaten deutlich nachgelassen, seitdem zeichnet sich eine Bodenbildung ab.

Jetzt könnte die Bodenbildung vor einer Vollendung stehen. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 28,50 USD, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 30 sowie 33,50 USD.

Antizyklische Trading-Chancen könnten sich im Falle eines Rücksetzers an die Supports bei 26 oder 24,60 USD ergeben.

Ausblick und Bewertung

Schaut man sich die Kursentwicklung an, könnte man glauben, dass das Geschäft von Jungheinrich komplett den Bach heruntergeht.
Tatsächlich scheinen sich die Probleme aber in Grenzen zu halten.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres, war der Umsatz mit 3,59 Mrd. USD weitgehend unverändert und der Gewinn ist um 4,4% auf 1,72 Euro je Aktie gesunken.

Im dritten Quartal sank der Umsatz zwar leicht um 2,5% auf 1,13 Mrd. Euro, der Gewinn stieg jedoch um 14,8% auf 0,70 Euro je Aktie.

Einen Freudentaumel lösen die Zahlen nicht aus, aber einen massiven Kurssturz rechtfertigen sie eben auch nicht.
Unter dem Strich dürfte in diesem Jahr ein Gewinn von 2,35 Euro je Aktie erzielt werden, was nicht viel weniger als das Rekordergebnis von 2021 mit 2,62 Euro je Aktie liegt.

Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum die Aktie nach Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal um 4,70% auf 28,50 Euro zugelegt hat.
Es macht sich immer mehr die Erkenntnis breit, dass die Welt für Jungheinrich wohl doch nicht untergeht.

Selbst nach der positiven Kursreaktion und ohne mögliche Revisionen der Schätzungen, liegt das KGVe aktuell nur bei 12,2.
In den letzten fünf Jahren war die Bewertung nie niedriger, im Durchschnitt lag das KGV bei 17,8.

Um ein Haar hätte die Aktie des Lagertechnik-Spezialisten Jungheinrich Mitte März die Trendwende nach oben geschafft. Doch dann brach der Kurs als Reaktion auf den Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 haltlos weg. Ist die Aktie jetzt „billig“?

Mitte März hatte sich die Jungheinrich-Aktie bis 34 Euro nach oben gekämpft, vor genau einer Woche setzte sie dann bei 24,58 Euro auf. Da könnte man schon auf den Gedanken kommen, so etwas wie ein „Schnäppchen“ vor sich zu haben, zumal für die Aktie des Flurförderzeuge- und Gabelstapler-Herstellers im Verlauf des Jahres 2021 immer mal wieder fast das Doppelte aufgerufen wurde. Aber eine alte Börsenregel lautet: Was billigt scheint, kann leicht noch viel billiger werden“.

Und diese Regel kommt nicht aus dem Nichts. Sie soll verhindern, dass man sich als potenzieller Käufer daran orientiert, wo eine Aktie herkommt. Es geht alleine um die Frage, ob für den Moment bereits eine Übertreibung nach unten vorliegt, sich zwischen Perspektiven und Kurs eine Schere aufgetan hat, die sich zu Gunsten des Kurses schliessen dürfte … oder ob selbst ein deutlich gedrückter Kurs noch Spielraum nach unten hätte. Und vor allem die Aktien besonders konjunktursensibler Unternehmen sollte man daraufhin abklopfen. Denn die fungieren oft als sogenannte „Fahrstuhlaktien“, d.h. im Zuge eines wirtschaftlichen Booms profitieren solche Unternehmen stark, die Aktien sausen schnell und weit nach oben. Kippt aber die Lage, fallen die Unternehmensgewinne auch entsprechend schnell und stark … und die Aktie gemeinhin mit ihnen. Und Jungheinrich liesse sich in diese Kategorie einordnen.

Expertenmeinung: Gestern hatte Jungheinrich die Bilanz 2021 vorgelegt, aber das bewegte den Kurs kaum. Erstens, weil man bereits mit vorläufigen Ergebnissen aufgewartet hatte, zweitens, weil der Ausblick auf 2022 weit wichtiger war. Der kam bereits vorher, am 24. März … und sorgte dafür, dass die Aktie wie ein defekter Fahrstuhl nach unten sauste. Alleine an diesem 24. März verlor die Jungheinrich-Aktie 17 Prozent. Und Sie sehen im Chart, dass sich die Käufer seither kaum blicken lassen. Was nachvollziehbar ist.

Im Jahr 2019, bevor die Corona-Problematik die Lage verzerrte, bewegte sich die Jungheinrich-Aktie in einer Spanne zwischen 17,50 und 32,20 Euro. Dass diese Spanne 2021 deutlich nach oben verlassen wurde, basierte auf einem Auftragsboom, weil Unternehmen mit einem immensen Anziehen des Wachstums rechneten und unter anderem eben auch in die Logistik investierten. Aber heute ist dieses Bild auf den Kopf gestellt und viele Investitionen in den Logistikbereich bereits vollzogen worden.

In diesem Umfeld ist es zumindest ein realistisches Risiko, dass die Gewinnmargen bei Jungheinrich unter Druck geraten, womöglich auch der Umsatz zurückgeht. Mit schrumpfenden Margen rechnet Jungheinrich selbst bereits, denn trotz der Erwartung eines leicht über Vorjahr liegenden Umsatzes kalkuliert man dort mit einem „deutlich unter dem Vorjahreswert“ liegenden Gewinn vor Steuern (EBT). Sollte sich die Gemengelage nicht deutlich aufhellen, wäre es daher nicht ausgeschlossen, dass der Gewinn wieder auf den Level von 2019 zurückkommt … und dann wäre auch ein Test des damaligen Jahrestiefs um 17,50 Euro in den kommenden Monaten ein denkbares Szenario.

Das muss nicht so kommen, aber solange die Aktie keine Anzeichen einer Aufwärtswende zeigt und kein Break über entscheidende Widerstände deutlich macht, dass die Verkäufer sich zurückgezogen haben, wäre diese Aktie eben auch auf diesem gedrückten Niveau noch nicht als „billig“ im Sinne eines guten Chance/Risiko-Verhältnisses anzusehen.

Jungheinrich-Aktie: Chart vom 31.03.2022, Kurs 26,34 Euro, Kürzel JUN3 | Online Broker LYNX