Fresenius Medical Aktie Prognose Fresenius Medical Care: Vorsicht, hier wird es jetzt unberechenbar!

News: Aktuelle Analyse der Fresenius Medical Aktie

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Der reguläre Termin für die Quartalsbilanz von Fresenius Medical Care wäre heute. Aber die Zahlen kamen, zusammen mit der Senkung der Prognose, schon am Sonntag. Doch nachdem die Aktie am Freitag markant fiel, stieg sie gestern, trotz Prognosesenkung. Was ist hier los?

Hier laufen gerade zwei voneinander getrennte Dinge zeitgleich ab. Das macht die Aktie kurzfristig absolut unberechenbar, daher sollte man jetzt äusserst vorsichtig zu Werke gehen oder gleich ganz wegbleiben, bis sich der Pulverdampf gelegt hat.

Der Grund, warum die Fresenius Medical Care-Aktie am Freitag um 8,9 Prozent in die Knie ging, hatte mit der aktuellen Geschäftslage wenig bis gar nichts zu tun. Da ging es um die Beteiligung des Hedgefonds Elliott Management Corporation an Fresenius und Fresenius Medical Care. Das Gerücht, dass da etwas dran sei, hatte die Aktie am 19. Oktober kurzzeitig kräftig nach oben gezogen. Denn so mancher Trader ging davon aus, dass dieser Hedgefonds, der dafür bekannt ist, sich aktiv ins Management einzumischen, dem problembeladenen Unternehmen nur guttun könne.

Am Freitag dann meldete die „Wirtschaftswoche“, dass der Fresenius-Konzern angeblich die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt habe, Strategien zu entwickeln, um eine Beteiligung des Elliott-Hedgefonds abzuwehren. Da das Geld kostet und von vielen als eine unkluge Entscheidung angesehen wurde, sackte die Aktie weg. Zu diesem Zeitpunkt wusste man von den dann am Sonntag vorgelegten Zahlen des dritten Quartals noch nichts. Aber wieso stieg die Aktie dann, obwohl die Gesamtjahresprognose gesenkt wurde?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Fresenius Medical Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Zwar korrigierte Fresenius Medical Care die Gewinnerwartung für 2022 dergestalt nach unten, dass man jetzt nicht mehr von einem Gewinnrückgang im hohen Zehner-Prozent-Bereich ausgeht, sondern von einer Schrumpfung des Gewinns im hohen Zehner- bis mittleren Zwanziger-Prozent- Bereich. Aber dafür lagen das operative Ergebnis des dritten Quartals mit 472 Millionen und das Nettoergebnis mit 230 Millionen besser, als das im Vorfeld von den Analysten erwartet wurde. Das wiederum ermutigte Anleger, die Aktie, die am Freitag auf dem Level des bisherigen, am 10. Oktober bei 26,19 Euro erreichten Jahrestiefs aufgesetzt hatte, einzusammeln, was den Kurs zum Handelsende immerhin 6,55 Prozent höher zog. Aber:

Ob daraus ein Boden wird oder dieser Support knapp über 26 Euro doch noch fällt, ist absolut nicht vorhersehbar, denn die Elliott-Problematik bleibt ja erhalten und weiterhin offen, ob und wie umfassend sich Elliott bei Fresenius und Fresenius Medical Care einkaufen kann und will. Da Entscheidungen über das Zulassen oder das Abwehren solcher aktiver Beteiligungen des Hedgefonds letztlich auch Auswirkungen auf die unternehmerische Perspektive haben, wäre eine Positionierung in der Aktie nicht durch tauglich absehbare Fakten unterfüttert, daher:

So verlockend eine derart hohe Volatilität auch ist, Fresenius Medical Care ist derzeit unberechenbar und damit eine Aktie, an der man sich zu leicht die Finger verbrennen kann.

Chart vom 31.10.2022, Kurs 27,98 Euro, Kürzel FME | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Fresenius Medical Aktie

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Nur wenige Tage vor dem Bilanztermin veröffentlichte der Dialysespezialist Fresenius Medical Care gestern eine Gewinnwarnung. Ein problematisches Umfeld hatten die Anleger ohnehin schon eingepreist, aber das, was da gemeldet wurde, übertraf die Befürchtungen. Was jetzt?

Man war sich im Vorfeld darüber im Klaren gewesen, dass gestiegene Kosten und Materialengpässe Druck auf die Gewinne von Fresenius Medical Care ausüben würden. Die Anleger hatten auch einkalkuliert, dass die Krankenkassen mit den Kostenerstattungen immer rigider sein würden, die kürzlich abgewiesene Klage eines US-Branchenkollegen gegen zu niedrige Erstattungen hatte die Akteure darauf vorbereitet. Aber jetzt wies Fresenius Medical Care auch noch auf Probleme durch einen verschärften Personalmangel und deutlich steigende Lohnkosten hin. Kurz: Der Gegenwind kommt von allen Seiten und presst die Margen des Unternehmens aus wie eine Zitrone.

Dementsprechend korrigierte Fresenius Medical Care seine Prognose für das Gesamtjahr 2022 deutlich nach unten. Was den Umsatz angeht, geht es ja noch, da hatte die bisherige Prognose einen Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich avisiert, da wird jetzt das untere Ende dieser Spanne angepeilt. Aber in Beug auf den Gewinn sieht es richtig unschön aus. Für das Konzernergebnis hatte man ebenfalls ein Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gesehen, hier lautet der Ausblick jetzt: Rückgang im Bereich des hohen Zehner-Prozentbereichs (d.h. irgendwo zwischen 15 und 20 Prozent).

Expertenmeinung: Ein dickes Minus beim Gewinn also, statt dem vorher avisierten kleinen Zuwachs. Kein Wunder, dass die Aktie daraufhin gleich mit einem Gap Down, einer Abwärts-Kurslücke, startete. Das Minus des Donnerstags war immens. Aber das ist jetzt eben passiert, die Frage ist somit: Geht dieser Selloff noch weiter oder könnte, wer noch investiert ist, jetzt ausharren, risikofreudige Trader womöglich sogar einen Long-Trade versuchen?

So absurd Gedanken über die Long-Seite nach einem solchen K.O.-Schlag wirken: Jetzt sind die „bad news“ auf dem Tisch. Und die Reaktion war extrem, auch, weil diese Gewinnwarnung ja nur wenige Tage vor der eigentlichen Bilanz und damit völlig überraschend kam, so dass viele Stop Loss-Verkaufsorders abgeräumt wurden, bevor die Akteure überhaupt Gelegenheit hatten abzuwägen, ob sie unter diesen neuen Voraussetzungen und zu diesem so niedrigen Kurs überhaupt noch hätten aussteigen mögen. Und das Chartbild ist jetzt interessant, denn:

Die Aktie hat damit präzise die untere Begrenzung ihres Abwärtstrendkanals touchiert und gehalten, während der RSI-Indikator tief in die überverkaufte Zone gefallen ist. Das kann durchaus dazu führen, dass der Kurs wieder anzieht, denn damit ist den Bären ein unverhofft riesiger Gewinn in den Schoss gefallen, den sie mit Blick auf Chart und Markttechnik womöglich mitnehmen. Und das Eindecken von Leerverkäufen zieht den Kurs nun einmal nach oben.

Wer jetzt noch dabei ist, könnte erwägen, erst auszusteigen, wenn das gestrige Tagestief von 37,29 Euro um weitere ein, zwei Euro unterboten wurde. Long zu gehen wäre jedoch erst mit einem kalkulierbaren Risiko versehen, wenn die Aktie die vorher tagelang verteidigte Unterstützung bei 43,52 Euro zurückerobert … was jetzt ein ziemlich langer Weg wäre. Wer darunter auf der Long-Seite agiert, sollte sich des besonders hohen Risikos also bewusst sein.

Fresenius Medical Care-Aktie: Chart vom 28.07.2022, Kurs 37,43 Euro, Kürzel FME | Online Broker LYNX