Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
thyssenkrupp: Wer Achterbahnen mag, wäre hier richtig …

Am vergangenen Freitag sauste die Aktie des Stahl- und Industriekonzerns thyssenkrupp im D-Zug-Tempo durch die Handelsspanne der vorangegangenen drei Monate nach oben. Drei Handelstage später war der in der Spitze über 25 Prozent betragende Gewinn intraday schon fast wieder dahin, bevor es am gestrigen Donnerstag wieder steil um knapp zehn Prozent nach oben ging. Wer Achterbahnfahrten und Blutsturz-Schwankungen mag: hier wäre man richtig. Wer indes wissen will, in was er investiert, wäre bei thyssenkrupp derzeit wohl eher falsch.

Was man weiß ist, dass die einst begeistert aufgenommene, dann aber bei genauerem Hinsehen und ob zahlreicher Widerstände negativ beurteilte Fusion der Stahlsparte mit dem Stahlbereich des indischen Tata-Konzerns vom Tisch ist. Die EU werde das nicht zulassen, also stornierte thyssenkrupp auch die dafür geplante Aufteilung des Konzerns in zwei Teile. Großer Jubel war die Reaktion, die Aktie schoss gen Himmel. Das ging indes so schnell, dass viele erst über das Wochenende Gelegenheit hatten, die Sache etwas genauer einzuordnen. Und da blieb eine Frage unbeantwortet im Raum: wie weiter?

Dann kamen am Dienstag auch noch die Quartalszahlen, die ernüchternd ausfielen. Einige Analysten hatten das Kursziel der Aktie zwar direkt nach der Nachricht über die abgeblasene Tata-Fusion höher eingestuft, nach der Quartalsbilanz kamen aber Kursziel-Senkungen. Und die waren zahlreicher. Damit nicht genug prüft die Ratingagentur Moody’s, ob die Bonität des Konzerns nicht herabgestuft werden müsste, die ohnehin nur auf BA2 steht. Und am Donnerstag war alles schon wieder eitel Sonnenschein?

Expertenmeinung: Ja, aber ob das heute oder kommende Woche auch noch so ist, kann man nicht abschätzen. Basis der gestrigen Kaufwelle dürfte gewesen sein, dass der finnische Kone-Konzern angeblich an einer Übernahme der Aufzugsparte von thyssenkrupp interessiert sei, deren Abspaltung und Börsengang man bei thyssenkrupp erwägt. Aber ob das das Ruder für den Konzern herumreißen kann? Der thyssenkrupp-CEO bereitete die Mitarbeiter derweil auf „massive Veränderungen“ vor und betonte: „Unsere wirtschaftliche Lage ist heute schlechter, als wir es vor einem Jahr erwarten konnten.“

Das klingt nicht gerade nach einem Statement, das bullische Trader in die Aktie locken könnte. Und auch der Chart mahnt zur Vorsicht, denn diese Achterbahnfahrt zementiert eine charttechnische Formation, die zuvor nur in Ansätzen vorhanden und unauffällig geblieben war: eine „Posaunen-Formation“ (auch „Trompeten-Formation“), sprich ein nach rechts offenes Dreieck. Das indiziert zunehmende Volatilität. Nicht, dass die Aktie jetzt 50 statt 25 Prozent an einem Tag zurücklegen würde, aber die Schenkel dieses Dreiecks laufen immer weiter auseinander und machen die Handelsspanne, innerhalb welcher eine Trendentscheidung noch ausstehen würde, immer breiter.

Wer nicht kurzfristig traden, sondern investieren will, sollte daher besser abwarten, bis a) klar wird, wie thyssenkrupp weitermacht und b) bis die Widerstandszone 16,31/16,57 Euro und die dort verlaufende 200-Tage-Linie bezwungen wären. Dann hätten wir hier mittelfristig relevante bullische Signale. Zumal der Break über die 200-Tage-Linie auch symbolisch positiv wäre, denn an der war der Kurs im vergangenen September abgeprallt, als der Konzern die jetzt doch abgeblasene Aufspaltung des Konzerns in zwei Teile angekündigt hatte.

Chart vom 16.05.2019, Kurs 13,24 Euro, Kürzel TKA

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