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Indexanalyse:
TecDAX: Window Dressing, ausgerechnet jetzt? Gerade jetzt!

Aktuelle Analyse des TecDAX Index

Der TecDAX ist auf dem Sprung zu einem charttechnischen Ausbruch nach oben. In diesem Umfeld mag man das gar nicht glauben, aber zumindest auf kurzfristiger Ebene wären die Bullen keineswegs chancenlos. Die Investoren wollen mehrheitlich steigende Kurse, Bären sind naturgemäß in der Unterzahl. Das bullische Lager hat dabei über Jahre hinweg weniger die Gegenwart und die wahrscheinliche Zukunft gehandelt, sondern eine Zukunft, wie man sich diese wünscht. Das hat zwar jetzt dazu geführt, dass die Schere zwischen Kursen und Realität schnell und brutal zugeschnappt hat. Aber so ganz kommt man nach so vielen Jahren nicht aus seiner Haut. Zumal eines immer funktioniert, zumindest zeitlich begrenzt:

Steigende Kurse hellen die Stimmung auf, provozieren dadurch Hoffnung und das wiederum fördert weitere Käufe, die die Stimmung weiter verbessern. Ein Ringelreihen, der zumindest eine Zeitlang ohne jeden Kontakt mit den Fakten funktionieren kann. Dass diese Fakten wohl in den kommenden Wochen ernüchternder werden, weil die entscheidenden Konjunkturdaten für den März noch nicht vorliegen und so mancher Volkswirt bislang ziemlich „harmlose“ Schätzungen in Bezug auf den konjunkturellen Schaden der Pandemie abgeliefert hat, ist sehr wahrscheinlich.

Aber bis diese Daten kommen, dauert es noch. Erst einmal steht jetzt der Quartalsultimo an. Und obgleich das Quartal fatal gelaufen ist, scheinen einige institutionelle Investoren zu versuchen, die Anleger bei der Stange zu halten, indem sie das Minus dieses Quartals zu reduzieren versuchen. Warum? Um heute, zum letzten Handelstag des Quartals, die Hoffnung zu schüren, dass es lohnen könnte, nicht nur nicht auszusteigen, sondern bei Fonds oder ETFs zuzukaufen. Diese gezielten Aktivitäten nennt man „Window Dressing“: Das Schaufenster wird zu Stichtagen wie Quartalswenden aufpoliert. Wie läuft das ab?

Tendenziell werden dazu die am stärksten gefallenen Aktien des Quartals verkauft und die stark gelaufenen Titel gekauft, so dass sich die Gewichtung in Richtung der Gewinner verlagert. Das hat zwar normalerweise keinen umwerfend starken Effekt auf den Index, aber wenn viele große Adressen zugleich so agieren, kann das einen Index durchaus höher ziehen. Das Problem dabei ist: Dieses Window Dressing kann zum Sprungbrett für einen neuen Aufwärtsschub werden, wenn die Anleger mitziehen und zum Start in das neue Quartal kaufen. Ob es aber so kommt oder im Gegenteil zum Ultimo so wenig frisches Geld in die Kassen der ETFs, Fonds und auch Hedgefonds fließt, im schlimmsten Fall sogar Geld abgezogen wird, weiß man nie vorher. Das durch das Aufholen der Verluste des Freitags am Montag wieder chancenreich wirkende Bild, welches der TecDAX da abgibt, kann also zur Falle werden.

TecDAX Chart auf Wochenbasis vom 30.03.2020, Kurs 2.571,84 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Selbst, wenn der TecDAX heute über dem Vorwochen-Hoch (2.606 Punkte) schließen sollte, müssten die ersten ein, zwei Handelstage des neuen Quartals dieses bullische Signal erst einmal bestätigen. Sollte das der Fall sein, der TecDAX sich über 2.606 Punkten halten und damit auch den Break über die markante Widerstandslinie bestätigen, die sich aus dem Tief vom August 2019 herleitet, wäre das ein bullisches Signal, das alleine durch Käufe rein charttechnisch agierender Akteure weiter nach oben führen kann. Das Schließen des Gaps zwischen 2.674 und 2.825 Punkten wäre dann ein wahrscheinliches Szenario. Aber bleibt der erhoffte Effekt des Window Dressings aus, dreht der TecDAX nach unten ab und unterschreitet dabei mit Schlusskursen unter 2.460 Punkten die Verlaufstiefs der letzten vier Handelstage, bekommen die Bären ein Steilvorlage, die sie wohl kaum liegen lassen werden.

TecDAX Chart auf Tagesbasis vom 30.03.2020, Kurs 2.571,84 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

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