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Aktienanalyse:
Qudian: Das hat eine regelrechte Panik ausgelöst

Aktuelle Analyse der Qudian Aktie

Qudian ist einer der führenden Anbieter von Mikrokrediten in China.

Massaker nach den Zahlen

Zuletzt hatten Anleger wenig Freude mit der Aktie. Der Kurs hat sich innerhalb weniger Handelstage nahezu halbiert und das Allzeittief bei 4,00 USD erreicht.

Der Abverkauf hat dramatische Ausmaße angenommen und dementsprechend groß ist das Interesse. Gleiches gilt für das Handelsvolumen. In vier Tagen wurde nahezu die Hälfte aller ausstehenden Aktien umgesetzt.

Doch waren die Quartalszahlen wirklich so schlecht?

Der Gewinn lag mit 0,46 je Aktie unter den Erwartungen von 0,50 USD. Der Umsatz von 362,5 Mio. USD übertraf die Analystenschätzungen von 340 Mio. USD jedoch deutlich.

Darüber hinaus musste man die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr von 640 Mio. USD auf 570 Mio. USD kappen.
Der Gewinn dürfte im vierten Quartal also sinken.
Einer der Gründe ist die Qualität der Kreditnehmer, beziehungsweise die wirtschaftliche Lage in China. Dadurch ist die Quote der Kredite, die in Zahlungsverzug sind, gestiegen.

Das kam bei den Anlegern natürlich nicht gut an. Eine negative Kursreaktion ist an sich also nachvollziehbar.

Äpfel und Birnen

Der Markt übersieht aber einige wichtige Punkte. Sicherlich hat man aktuell mit Problemen zu kämpfen, unter dem Strich sind die Resultate aber mehr als beeindruckend.
Die gekürzte Prognose entspricht auf Jahressicht einem Gewinnsprung von 57%.

Tatsächlich ist es aktuell so, dass Qudian die Nachfrage nicht bewältigen kann. Man leitet mehr Kunden an die Konkurrenz weiter, als man selbst bedient. Das sind die Worte des Vorstands.

Das hat vor allem einen Grund: Die chinesische Regierung ist massiv gegen P2P-Kreditplattformen vorgegangen und dieses Geschäftsmodell verboten. Peer-to-Peer sind Kredite, die direkt von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben werden.
Im Reich der Mitte macht man keine halben Sachen. Quasi über Nacht hat man 1.200 Unternehmen einfach geschlossen.
Ein Großteil der Konkurrenz von Qudian wurde ausgelöscht. Es gibt schlimmeres.

Qudian wird zu den Überlebenden gehören, denn das Unternehmen hat schnell reagiert und sein Geschäftsmodell in kürzester Zeit vollkommen umgekrempelt.

Vollkommener Wandel

Bisher ist Qudian als Vermittler zwischen Privatpersonen und auch selbst als Kreditgeber aufgetreten. Das ist nicht mehr der Fall, das Geschäft wurde eingestellt.

Im Normalfall bedeutet das für ein Unternehmen das Aus. Doch Qudian ist es innerhalb weniger Monate gelungen, das Geschäftsmodell komplett zu ändern.
Das Unternehmen hat eine neue Plattform aufgebaut und als Kreditgeber akkreditierte Partner gefunden, um der neuen Rechtslage zu entsprechen.

Qudian vergibt selbst keine Kredite mehr, sondern tritt nur noch als Vermittler zwischen Kreditinstituten und Privatpersonen auf.
Dieses neue Geschäft konnte das Bisherige geradezu in einem Wimpernschlag ersetzen. Es ist wirklich erstaunlich.

Im dritten Quartal ist die Zahl der regulierten Kreditgeber von 4 auf 11 geklettert. Der Umsatz auf der Plattform ist um mehr als 150% gestiegen und Qudian erzielte bereits 90% des Gewinns in diesem neuen Segment.

Das liegt auch daran, dass die durchschnittliche Kreditsumme deutlich gestiegen ist. Die involvierten Banken haben jeweils Daten zu Kreditnehmern und teilen sie über die Plattform. Das hebt Qudian von der Konkurrenz ab und macht die Plattform für weitere Partner/Kreditgeber attraktiv.

Aus meiner Sicht ist es außerdem auch das bessere Geschäft. Da man selbst keine Kredite mehr vergibt, trägt man das Ausfallrisiko nicht mehr.
Die relativen Kosten für Qudian sind ebenfalls gesunken und das Geschäft ist leichter skalierbar.

Das beste Argument für Qudian ist allerdings die Bewertung. Durch den Kurssturz wird das Unternehmen mit einem deutlichen Abschlag zum Nettovermögen gehandelt. Das erscheint übertrieben.

Sicherlich, jetzt erwartet man „nur“ noch einen Jahresgewinn von 570 Mio. USD, statt 640 Mio. USD.
Der Börsenwert liegt allerdings auch nur bei 1,24 Mrd. USD. Es handelt sich also um eine P/E von 2,2.

Der Vorstand scheint ebenfalls Handlungs- und Erklärungsbedarf zu sehen. Für Montag, den 25. November wurde ein weiterer Conference Call angesetzt.

Charttechnik

Die Aktie ist seit jeher hochvolatil. Die Positionsgrößte sollte entsprechend gewählt werden.

Qudian ist an der zentralen Unterstützung bei 4,00 USD angekommen. Kurzfristig ist die Aktie stark oversold. Kurzfristige Trader können also auf eine Gegenbewegung spekulieren. Ein mögliches Kursziel liegt bei 4,75 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 5,50 USD frei.

Für langfristige Investoren könnte ebenfalls die Zeit gekommen sein. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist auf diesem Niveau aussichtsreich.

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Chart vom 22.11.2019 Kurs: 4,10 Kürzel: QD - Tageskerzen | LYNX Online Broker

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