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Aktienanalyse:
Nasdaq 100: Bullen auf der Flucht … nach vorne

Vom Tief an Weihnachten aus gerechnet ist der technologielastige Nasdaq 100-Index in der Spitze um knapp 35 Prozent gestiegen. Das ist in weniger als sieben Monaten eine immense Distanz. Wer jetzt einsteigt, muss sich daher die Frage stellen: Was kann nach einer solchen Rallye im Rest des Jahres noch drin sein? Wer kauft, muss ja daraufsetzen, dass der Index noch weiter steigt. Und zwar weit genug, dass es lohnen würde, umgehend zuzugreifen, statt eine Korrektur abzuwarten. Aber was soll denn da bis Weihnachten 2019 möglich sein? 45, 50 Prozent Performance?

Das wäre schon ein einem sehr günstigen Umfeld ungewöhnlich viel. Also in einem Umfeld mit solidem Wirtschaftswachstum, gesunden Unternehmen mit steigenden Gewinnen, einem florierenden Export, einem optimalen Umfeld im Welthandel und kräftig steigenden Reallöhnen. Aber so präsentiert sich die Realität nicht. Einzig die Hoffnung, dass die Unternehmensgewinne trotz all der Widrigkeiten und problematischen Perspektiven weiter stark zulegen, dass die zu erwartenden Leitzinssenkungen zügig wirken und dass Trumps Handelskrieg bald endet, könnte stärker wirken aus die reichlich graue Realität. Und sich darauf zu verlassen, dass diese Hoffnungen auch wahr werden, ist verwegen. Trotzdem steigt der Index immer weiter. Wieso?

Mittlerweile ist die Konstellation am US-Aktienmarkt nicht anders als in Bezug auf die Verschuldung: Schulden werden aufgenommen, um a) bestehende Kredite ablösen und Zinsen bezahlen zu können und b) um den Konsum immer weiter wachsen zu lassen. Das ist eine Spirale, die immer höhergeschraubt werden muss, denn würde die Verschuldung markant sinken, würden diese Rädchen, die das Wachstum ermöglichen, stillstehen. Und das gilt gerade jetzt, da das Wachstum trotz steigender Verschuldung empfindlich nachzulassen scheint. Das ist es, was die US-Notenbank in Marsch setzt, nicht Trumps Drohungen. Wobei der droht, weil er ebenfalls erkennt, dass das Getriebe zu ruckeln beginnt. Und genauso ist es am Aktienmarkt:

Wenn der nicht sukzessiv immer höher gezogen wird, kann das zu einem „Blackout“ führen, um das Wort Crash zu vermeiden. Denn er ist ein wichtiges Element in dieser Spirale des kreditinduzierten Wachstums. Deswegen, weil sehr viele US-Bürger ihre Altersvorsorge in den Aktienmarkt investiert haben. 2008 wurde deutlich, welche Konsequenzen das haben kann.

.Als damals klar wurde, dass die Zahnrädchen der Finanzindustrie jeden Moment fatal festsitzen könnten, zogen die Anleger nicht nur immense Summen aus dem Aktienmarkt ab, sie traten auch aus Angst um ihr Erspartes voll auf die Konsumbremse. Das führte zu einer rasant entstehenden Rezession, weltweit. Und der Aktienmarkt fiel dadurch nur umso heftiger, weil dann zu der Angst auch noch markant wegbrechende Unternehmensgewinne kamen. Würde der Aktienmarkt erneut kippen, würde es genauso laufen:

Eine Kettenreaktion würde die Wirtschaft, nicht nur in den USA, in einem immensen Strudel ziehen, in dem dann auch Kredite wie Dominosteine kippen würden. Das ist gerade den institutionellen Investoren, den Fonds, Pensionskassen etc., völlig klar. Und der Politik nicht minder. Darum wird der Markt permanent „hochgeredet“, werden Risiken verharmlost und die Lage schöngefärbt.

Chart auf Wochenbasis vom 12.07.2019, Kurs 7.943,24 Punkte, Kürzel NDX | LYNX Aktienempfehlungen

Aber natürlich wissen die erfahrenen Akteure um die Gefahr, die eine solche Dauer-Hausse bei zugleich negativer werdenden Rahmenbedingungen bedeutet. Gerade deswegen kaufen sie, um die normalen Anleger, die mit ihren regelmäßigen Investments, direkt oder über Fonds, letzten Endes das Rückgrat der Hausse bilden, bei Laune und optimistisch zu halten. Nichtsdestotrotz ist es eine Flucht nach vorne, die jederzeit schiefgehen kann, so wie es 2008 auch passiert ist.

Der Nasdaq 100 ist auf Kurs, die runde Marke von 8.000 Punkten anzugehen. Nach einer solchen Rallye und an einer runden Marke wären dann Gewinnmitnahmen kein Wunder. Aber selbst das könnte diesmal „weggekauft“ werden, um den Ausbruch über die alten Rekordhochs vom Frühjahr signifikant werden zu lassen.

Das ist ein brandgefährliches Spiel, umso mehr, als es die Bullen nicht spielen wollen, sondern spielen müssen. Aber solange man sich konsequent nach unten absichert, ist es natürlich völlig opportun, das Spiel mitzuspielen. Denn auch, wenn es irgendwann schiefgehen wird:

Bis dahin geht es eben gut und die Gewinne sind auf der Long-Seite zu holen. Derzeit wäre als Basis für einen Stop Loss Long ein Level um 7.740 Punkte zu überlegen, knapp unterhalb der alten Rekordhochs vom Frühjahr und im Bereich des Leitstrahls des Impulses in Form der 20-Tage-Linie.

Chart auf Tagesbasis vom 12.07.2019, Kurs 7.943,24 Punkte, Kürzel NDX | LYNX Aktienempfehlungen

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